Der Himmel über Afrika (fm:Schwarz und Weiss, 3144 Wörter) | ||
Autor: Eheloser | ||
Veröffentlicht: Aug 29 2025 | Gesehen / Gelesen: 2348 / 2036 [87%] | Bewertung Geschichte: 9.21 (29 Stimmen) |
Als Frieda von Potz mit ihren Eltern zu einem Besuch der deutschen Kolonie nach Afrika aufbricht, ahnt sie noch nicht, wie sehr dies ihr Leben verändern wird. |
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Die Sonne stand schon hoch über der endlosen Wasserfläche, und das Meer glitzerte in harten, beinahe blendenden Tönen, als das Dampfschiff langsam auf die flache Küste zusteuerte. Weit entfernt schimmerte ein weißer Streifen - der Hafen von Swakopmund, kaum mehr als eine Ansammlung hölzerner Gebäude, von der Glut des Wüstensands umgeben.
Erika von Potz stand an der Reling, den Sonnenschirm schräg über die rechte Schulter gelegt, als fürchte sie die afrikanische Sonne wie ein glühendes Messer. Ihr rundes, teigiges Gesicht, von einer leicht rosigen Gesichtsfarbe gezeichnet, trug einen Ausdruck gespannter Neugier, der ins Naive spielte - als erwarte sie hinter jeder Welle ein Wunder. Die bauschige Reisekleidung aus hellem Leinen, mit Spitzenmanschetten und zierlich besticktem Kragen, spannte sich straff über ihre Fülle. Das Mieder schien nachlässig geschnürt, als ob die langen Wochen auf See ihre gewohnte Strenge gelockert hätten und ihr mächtiger Busen hob und senkte sich unter ihrem angestrengten Atem.
Neben ihr stand Frieda, die Tochter, kaum dreiundzwanzig Jahre alt und von einer jugendlichen Üppigkeit, die noch nicht in der mütterlichen Schwerfälligkeit mündete, sondern eher als verheißungsvolle Weiblichkeit erschien. Der Reisehut aus hellem Stroh auf dem hellblonden Haar war mit einem seidenen Band geschmückt, das sich im Wind hob und senkte wie ein Schmetterling. Ihr Kleid, ebenfalls von hellem Leinen, doch schlichter als das der Mutter, ließ die ausgeprägte Linie von Taille und Hüfte ahnen; ein lockerer Handschuh umschloss ihre Rechte, die sich fest an das hölzerne Geländer klammerte. Ihr Blick war ernst, beinahe ehrfürchtig auf das fremde Land gerichtet, das sich in der Ferne erhob.
Josef-Ferdinand von Potz, der Hausherr, stand etwas abseits, in marineblauem Reiseanzug und mit weißem Tropenhelm, der seine Stirn überschattete. Sein Backenbart, sorgfältig gestutzt, verriet die preußische Strenge des Offiziers a.D., doch lag auf seinen Zügen ein Hauch von Zufriedenheit - das Gefühl, als erster unter Seinesgleichen diesen fernen Besitz des Kaiserreichs zu betreten.
Das Schiff stieß ein langes, tiefes Signal aus. Frieda spürte den tiefen Ton im ganzen Körper, es klang wie der brünstige Ruf eines wilden Tieres. Am Horizont flimmerte die Wüste, und der Duft von Salz, Tang und einer seltsam trockenen Hitze mischte sich in die Luft - der erste Gruß Afrikas.
Die Dampfpfeife schrie langgezogen, während sich der Hafen mit seinen Bretterstegen deutlicher aus dem Dunst schälte. Die Reling vibrierte unter der Hand Friedas, die Augen glänzten - halb von der Sonne, halb vom Staunen.
"Mutter," flüsterte sie, "sieh nur... Menschen - ganz anders als bei uns!"
Am Kai standen Männer und Frauen, barfüßig, tiefschwarze Haut, ihre Kleidung bunt zusammengefügt, teils Tücher, teils Westen europäischer Herkunft, über die sich die Hitze wie ein flüssiger Schleier legte.
"Sie glänzen... als wären sie mit Öl bestrichen," staunte Frieda mit bebender Stimme und hielt den Sonnenschirm dichter vor die Augen. "Und wie sie gehen - elegant, fast... wie Raubtiere." Ihre Wangen röteten sich.
Erika von Potz rückte an ihrem Spitzenkragen, der vom Dampf und Staub schon feucht geworden war und räusperte sich. Auch sie spürte beim Anblick der fremdländischen Menschen ein lang nicht mehr gekanntes Gefühl der Erregung in sich "Mein Kind, man sagt, die Luft hier sei von solcher Stärke, dass sie... wie soll ich sagen... die Menschen lebendiger mache. Es muss daran liegen."
Josef-Ferdinand schnaubte. "Unfug. Es liegt an der Zucht. Oder vielmehr am Mangel derselben. Doch immerhin - ein kräftiges Völkchen, das muss man anerkennen."
Frieda folgte dem Anblick einer jungen Schwarzen am Kai, deren Augen kurz auf die Neuankömmlinge blitzten - nicht unterwürfig, eher prüfend, beinahe stolz. Frieda spürte ein eigentümliches Frösteln, das nicht nur vom Fahrtwind kam.
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