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Der Umzug oder Alle wollen Tyra der alternative Anfang (fm:Ehebruch, 23614 Wörter)

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Veröffentlicht: Apr 03 2026 Gesehen / Gelesen: 675 / 508 [75%] Bewertung Geschichte: 8.00 (6 Stimmen)
Hier ein alternativer Anfang zur Geschichte Der Umzug oder Slle wollen Tyra. Viel Spaß beim Lesen und schreibt mir welcher Anfang euch besser gefällt

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vorbei sein kann, als man denkt.

„Aber wir schaffen das", fügt er hinzu. „Und dann suchen wir uns etwas Neues."

„Ja, das schaffen wir zusammen", sagt Tyra.

Sie zieht seinen Kopf zu sich, ihre Hand liegt warm auf seinem Nacken, und dann presst sie ihre Lippen auf seine. Der Kuss schmeckt nach dem Kaugummi, den sie seit Stunden kaut, und nach etwas Bitterem, das Marcel nicht benennen kann. Vielleicht Angst, vielleicht nur die Asche der letzten Zigarette, die sie sich auf der Fahrt hierher geraucht hat, obwohl sie eigentlich aufgehört hatte, vor zwei Jahren, als sie beschlossen haben, dass sie irgendwann Kinder haben wollen.

„Ich liebe dich", sagt Tyra.

„Ich dich auch", sagt Marcel. „Wir schaffen das."

Die Worte hängen zwischen ihnen, schwer wie der Dunst, der über dem Innenhof liegt, und Marcel denkt an all die Male, dass sie diese Worte gesprochen haben, in besseren Zeiten, als sie noch glaubten, dass Liebe genügt, dass zwei Menschen, die füreinander brennen, alles überstehen können. Er ist nicht mehr sicher, ob er das noch glaubt, ob er überhaupt noch etwas glaubt, aber er sagt nichts, weil es nichts gibt, das er sagen könnte, was die Stille nicht bereits ausdrückt.

Dann öffnet Marcel die Tür des Sprinters, und die Wärme des Septembertages schlägt ihm entgegen, schwer und feucht, mit dem Geruch von Abgasen und frittiertem Essen, das von irgendwoher durch den Hof weht.

Sie steigen aus.

Tyra streckt sich, ihre Wirbelsäule knackt leise, ein Geräusch, das Marcel seit Jahren kennt, und dann dreht sie sich einmal im Kreis, ihre Augen wandern über den Hof, die Wäscheleinen, die spielenden Kinder, die Gruppe Jugendlicher, die um einen rostigen Grill versammelt sitzen und laute Musik aus einem Handy hören. Ihr Blick fällt auf den Kiosk in der Ecke des Hofs, Mohammeds Kiosk, wie Marcel später erfahren wird, ein kleiner Betonbau mit einer überdachten Veranda, an der zwei Biergarnituren stehen.

Vor dem Kiosk steht ein junger Mann.

Er ist vielleicht achtzehn oder neunzehn, schätzt Marcel, mit kurzen schwarzen Haaren und einer Lederjacke, die trotz der Wärme über den Schultern hängt. Seine Jeans sitzen eng, die Hände stecken lässig in den Taschen, und er steht in einer Pose, die bewusst lässig wirkt, als habe er die Welt beobachtet, seit er denken kann. Neben ihm stehen zwei ältere Frauen, beide Ende fünfzig oder Anfang sechzig, mit gefärbten Haaren und zu viel Make-up, die in der Hitze leicht verläuft.

Eine von ihnen hat die Hand in der Hose des jungen Mannes.

Marcel sieht es aus dem Augenwinkel, ein flüchtiger Eindruck, und dann wendet er den Blick ab, unsicher, ob er das gerade wirklich gesehen hat. Aber Tyra steht reglos, ihre Augen auf die Szene gerichtet, und als Marcel ihren Arm berührt, zuckt sie zusammen, als sei sie aus einer Trance gerissen.

Der junge Türke – Mustafa, wird Marcel später erfahren – dreht den Kopf.

Seine Augen, hellblau in dem gebräunten Gesicht, treffen Tyras Blick, und Marcel sieht, wie die Welt für einen Moment innehalten zu scheinen scheint. Mustafa mustert sie, einen langsamen, abschätzenden Blick, der an ihren Beinen entlangwandert, über die hautengen Leggings, die jede Kontur ihrer schlanken, trainierten Muskeln preisgeben, das knappe Neckholder-Top, das ihre überdimensionalen Brüste betont, die schwer und voll wirken, als würden sie jeden Moment das Material sprengen. Ein halbes Lächeln zuckt um Mustafas Mundwinkel, als er die Hand der älteren Frau nicht aus seiner Hose entfernt, sondern sogar leicht in die Hüfte drückt, eine Geste der Herausforderung, des Besitzes.

Tyra spürt die Hitze in ihren Wangen, ein unangenehmes Prickeln, das sie nicht benennen kann. Sie trägt gerne sexy Kleidung, hat sich immer daran gewöhnt, bewundert zu werden, die Blicke der Männer auf ihrer Haut wie ein stilles Kompliment zu spüren, das sie sich selbst gibt, jeden Tag neu. Aber unter diesem Blick, unter diesen hellblauen Augen, die sie nicht bewundern, sondern bewerten, nicht schätzen, sondern katalogisieren, fühlt sie sich plötzlich falsch gekleidet, ausgestellt, beobachtet wie ein Objekt in einer Vitrine. Ihre Finger zupfen an dem Saum ihres Tops, eine nervöse Geste, die sie sofort bereut, weil sie weiß, dass er es gesehen hat, dass er alles sieht.

Marcel geht hinter den Sprinter, seine Schritte laut auf dem Beton, ein Rhythmus, der seine Gedanken übertönen soll. Er öffnet die Hecktüren, das Metall quietscht in den Angeln, und er beginnt, die ersten Kartons zu stapeln, die sie mitgenommen haben – ihre Kleidung, ihre Bücher, die wenigen Dinge, die ihnen in der Werkstatt geblieben sind, nachdem alles andere verkauft oder gepfändet wurde. Die Bewegung tut ihm gut, die Last in seinen Armen, das konkrete Gewicht von Dingen, die er kontrollieren kann, im Gegensatz zu dem Chaos in seinem Kopf.

Ein Auto fährt auf den Hof.

Es ist ein älterer BMW, silbergrau, mit Rostflecken an den Radkästen, die wie alte Narben aussehen. Die Bremsen quietschen leicht, als der Wagen neben dem Sprinter zum Stehen kommt, und die Tür öffnet sich mit einem metallischen Klicken, das in dem Betonhof widerhallt. Ein Mann steigt aus, und Marcel spürt sofort, dass hier jemand anders ist, jemand, der zu diesem Ort gehört, der seine Spielregeln kennt und sie durchsetzt.

Er ist Mitte vierzig, muskulös, mit kurz geschorenem braunen Haar und einer Latzhose, die Ölflecken auf den Knien trägt wie Abzeichen einer langen Karriere. Sein Lächeln ist breit, charmant, als er auf Marcel zugeht und ihm die Hand reicht, und Marcel bemerkt, wie die Sonne in den Schweißperlen auf Patricks Stirn fängt, wie die Muskeln unter dem schmutzigen T-Shirt spielen, als er den Arm hebt.

„Patrick", sagt er. „Schön, dass du gekommen bist und uns hilfst."

Marcel erwidert den Händedruck, spürt die rauen Schwielen auf Patricks Handflächen, die Geschichte einer Arbeit, die Marcel nun selbst wieder antreten muss, nach all den Jahren als sein eigener Chef. „Danke, dass du mir die Chance gibst", sagt er, und seine Stimme klingt fester, als er sich fühlt. „Das ist meine Frau Tyra."

Er dreht sich um, sucht sie mit den Blicken, und für einen Herzschlag fürchtet er, sie verloren zu haben, verschluckt von diesem Ort, diesem neuen Leben, das sie nicht gewollt haben. Aber Tyra steht noch immer neben dem Sprinter, ihre Arme verschränkt, und als sie sich umdreht, sieht Marcel, wie Patrick sie mustert. Es ist ein offener, unverhohlener Blick, der an ihren Beinen hochwandert, an der Taille, den Brüsten, dem Gesicht, ein Inventarisieren, das keine Scham kennt, keine Rücksicht. Ein Lächeln spielt um Patricks Mundwinkel, wissend, anerkennend, und Marcel spürt, wie sich seine Hände zu Fäusten ballen, ein Reflex, den er unterdrücken muss.

„Freut mich", sagt Patrick, und seine Stimme hat einen tieferen Ton angenommen, eine Rauheit, die Marcel nicht mag. „Ich bin Patrick."

Er tritt einen Schritt auf Tyra zu, nimmt ihre Hand, und Marcel sieht, wie seine Finger einen Moment zu lange auf ihrem Handgelenk verweilen, wie der Daumen über ihren Pulsschlag streicht, eine Geste, die zu intim ist, zu durchdacht. Tyras Hand liegt passiv in seiner, und Marcel bemerkt, dass sie nicht zurückzieht, dass sie ihn ansieht, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, das er nicht deuten kann.

„Danke, dass du Marcel eine Chance gibst", sagt Tyra, und ihre Stimme klingt heller als sonst, fast überdreht, als würde sie eine Rolle spielen, die ihr nicht ganz geheuer ist. „Und die Wohnung besorgt hast."

„Kein Ding", sagt Patrick und lässt ihre Hand los, aber seine Augen verlassen sie nicht, ein Blick, der wie eine Berührung ist, wie eine Inbesitznahme. „Ich helfe gerne." Er dreht sich zu Marcel, und das charmante Lächeln kehrt zurück, doch Marcel bemerkt etwas Berechnendes darin, eine Bewertung, die nichts mit seiner Arbeit als Mechaniker zu tun hat. „Nur blöd, dass der Aufzug gerade kaputt ist."

Ein Geräusch lenkt Marcel ab. Der junge Türke vom Kiosk – Mustafa – kommt auf sie zugelaufen, seine Lederjacke flattert leicht im Wind, die Hände tief in den Taschen vergraben, als würde er etwas verstecken, das niemand sehen soll. Die beiden älteren Frauen sind verschwunden, doch an Mustafas selbstzufriedenem Grinsen erkennt Marcel, was wohl geschehen ist, und er fühlt einen seltsamen Zug in der Magengegend, Mischung aus Abscheu und etwas anderem, das er nicht benennen will.

„Hallo", sagt Mustafa, als er bei ihnen ankommt. „Ich bin Mustafa. Wohne auch hier im Block." Er deutet mit dem Daumen über die Schulter auf das Wohnhaus, eine Geste, die zu lässig ist, zu selbstsicher. „Ich glaub, ihr könnt ein bisschen Hilfe gebrauchen."

Seine Augen wandern zu Tyra, und Marcel sieht, wie Mustafas Lippen sich zu einem leichten Lächeln verziehen, wie sein Blick sie mustert, langsam, absichtlich, von den Füßen nach oben, an den Beinen entlang, der Taille, den Brüsten, dem Gesicht. Es ist kein freundliches Lächeln, sondern das einer Katze, die eine Maus beobachtet, und Marcel spürt, wie sich seine Kiefer anspannen, wie der Drang, sich zwischen sie zu stellen, fast übermächtig wird.

„Danke, das ist sehr nett", sagt Tyra, und ihre Stimme hat einen hellen, fast überschwänglichen Ton, den Marcel nicht ganz einordnen kann. Sie lächelt, und es ist das Lächeln, das er kennt, das Lächeln, das sie in Bars anwendet, in Restaurants, immer dieses leichte Anheben der Mundwinkel, das Männer dazu bringt, sie anzusehen, zu sprechen, ihr Dinge anzubieten. Aber unter diesem Lächeln, bemerkt Marcel, liegt etwas anderes, eine Spannung, die er nicht deuten kann.

„Kein Ding", sagt Mustafa. „In diesem Loch muss man sich gegenseitig helfen." Er grinst breiter, und Marcel bemerkt die Narbe an seiner linken Wange, die bei dieser Bewegung weiß auftritt, eine alte Verletzung, die seine Geschichte erzählt. „Sonst verreckt man hier."

„Danke", sagt Marcel, und seine Stimme klingt härter als beabsichtigt, ein Unterton, der nicht zu überhören ist. Er streckt die Hand aus, und Mustafa ergreift sie, sein Händedruck fest, fast herausfordernd, und für einen Moment stehen sie so da, die Hände ineinander verkrampft, die Augen aufeinander gerichtet, bis Mustafa leicht grinst und loslässt.

„Ich schlage vor", sagt Mustafa und lässt Marcels Hand los, ohne den Blick von Tyra zu wenden, seine blauen Augen fest auf ihr Gesicht gerichtet, als wäre sie der einzige Mensch auf diesem Hof, „die hübsche Dame geht vor und sagt oben, wo was hingehört, und wir Männer schleppen." Er grinst, und diesmal ist das Lächeln für Tyra bestimmt, ein offenes, anerkennendes Angebot, das keine Ablehnung kennt. „Was meinst du, Schöne?"

Tyra lacht, ein kurzes, helles Geräusch, das in dem Betonhof seltsam hohl klingt, ein Echo ohne Resonanz. „Ja, so machen wir das", sagt sie und wirft einen Blick auf Patrick, der mit verschränkten Armen danebensteht und die Szene beobachtet, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Ein kaum wahrnehmbares Nicken von ihm, und Tyra dreht sich um, ihre Hüften schwingen leicht, als sie geht, und Marcel sieht, wie Mustafas Blick ihr folgt, wie Patricks Augen sich verengen, ein berechnender Ausdruck, der nichts mit der bevorstehenden Arbeit zu tun hat.

„Dritter Stock", sagt Tyra und geht auf die Eingangstür des Wohnhauses zu, ihre Schritte leicht, fast tänzerisch, und Marcel fragt sich, für wen sie diesen Gang spielt, wer das Publikum ist, das sie sich vorstellt.

Die Männer folgen ihr mit den ersten Kisten. Marcel hebt einen Karton an, spürt das Gewicht von Geschirr darin, denkt an die Werkstatt, an die leeren Regale, die er selbst gebaut hat, die Werkzeuge, die er Stück für Stück zusammengetragen hat, um unabhängig zu sein, sein eigener Herr. Der Karton ist schwerer, als er aussieht, oder vielleicht ist Marcel einfach müder, als er zugeben will, müde von den Monaten des Kampfes, der endgültigen Niederlage, der leeren Hände, mit denen er hier angekommen ist.

Der Treppenaufgang ist eng, die Wände mit abblätternder Farbe und den Spuren unzähliger Hände, die sich an dem Geländer festgehalten haben, einer Geschichte aus Schweiß und Seufzern, aus Tagen, die niemand zählt. Marcel hört Tyra vor sich, ihre Schritte auf den oberen Treppenabsätzen, dann das Klicken eines Schlüssels in einem Schloss, das Geräusch einer Tür, die sich öffnet, und er fragt sich, was sie dort drin sieht, welche neue Realität sich ihnen auftut.

„Hier", ruft sie, und ihre Stimme hallt in dem engen Treppenhaus, ein Ruf aus einer Höhle, die noch unerforscht ist. „Wohnung 34."

Marcel erreicht den dritten Stock, spürt den Schweiß in seinem Rücken, die Anstrengung in seinen Oberschenkeln, die brennende Müdigkeit in seinen Armen. Der Aufzug ist kaputt, hatte Patrick gesagt, und plötzlich erscheint Marcel die Treppe endlos, eine Aufstiegsstrafe für jeden, der hier wohnen muss, eine tägliche Erinnerung daran, dass sie unten angekommen sind, ganz unten, wo die Luft schwerer ist und das Licht schwächer.

Tyra steht in der offenen Tür, das Sonnenlicht fällt durch das Fenster hinter ihr und zeichnet einen hellen Rahmen um ihre Silhouette, eine Erscheinung aus Licht und Schatten. Sie lächelt, aber Marcel sieht die Anspannung in ihren Augen, das leichte Zittern ihrer Hände, als sie die Tür weiter öffnet und zur Seite tritt.

„Kommt rein", sagt sie. „Ich zeig euch, wo was hinkommt."

Die Wohnung ist kleiner, als Marcel erwartet hat, ein Schuhkarton aus Beton und abblätternder Tapete. Ein Flur, dessen Tapete an den Kanten aufgequollen ist, führt zu einem Wohnzimmer mit einem Fenster, das auf den Hof hinausgeht, einen Blick auf die Wäscheleinen, die spielenden Kinder, das Leben, das draußen weitergeht, während sie hier eingesperrt sind. Ein kleiner Balkon, groß genug für einen Stuhl, vielleicht zwei, wenn man sich eng macht. Ein Schlafzimmer, dessen Tür einen Spalt offen steht. Ein Bad mit einer Duschkabine aus den Achtzigern, deren Gummidichtungen schimmelig aussehen, ein Geruch von Feuchtigkeit und Desinfektion, der sich in seine Nase bohrt.

„Das Wohnzimmer ist hier", sagt Tyra, und ihre Stimme klingt zu hell, zu enthusiastisch, als würde sie eine Rolle spielen, die ihr nicht passt. „Und das Schlafzimmer da hinten. Wir können die Kartons erstmal in den Flur stellen, und dann verteilen wir."

Marcel setzt seinen Karton ab, spürt die Erleichterung in seinen Schultern, das Brennen seiner Muskeln, die sich langsam entspannen. Der Karton enthält tatsächlich Geschirr, wie er vermutet hat, und er fragt sich, warum sie das überhaupt mitgenommen haben, dieses zusammengewürfelte Zeug aus einer Küche, die nie wirklich ihre Küche war, einer Wohnung, die sie gemietet haben, als die Werkstatt noch lief, als sie noch glaubten, dass sie aufsteigen würden, nicht fallen.

Patrick und Mustafa erreichen den dritten Stock, beide mit Kartons beladen. Patricks Gesicht ist gerötet, aber sein Atem geht gleichmäßig, die Muskulatur eines Mannes, der körperlich arbeitet, der seinen Körper als Werkzeug betrachtet, nicht als Tempel. Mustafa atmet schwerer, seine Brust hebt und senkt sich schnell, aber sein Grinsen ist unverändert, als er den Karton abstellt und sich aufrichtet, die Hände in die Hüften gestemmt, eine Pose des Siegers, des Besitzers.

„Ganz schön hoch hier", sagt er, und seine Augen wandern durch den Flur, finden Tyra, die gerade im Wohnzimmer verschwindet, ihre Silhouette im Türrahmen. „Aber die Aussicht lohnt sich."

Patrick schnaubt, ein Geräusch, das wie Wertschätzung und Abscheu zugleich klingt, ein Laut, den Marcel noch nicht einordnen kann. „Fang an, die Kartons zu tragen", sagt er zu Marcel, und seine Stimme hat einen Befehlston, der nicht zu überhören ist. „Wir holen den Rest."

Durch Mustafas Hilfe ist der Transporter schnell leer geräumt, schneller, als Marcel erwartet hätte. Der junge Türke arbeitet schnell, effizient, ohne viele Worte zu machen, und Marcel findet sich in einem seltsamen Rhythmus mit ihm, Karton aufnehmen, Treppen hinauf, absetzen, wieder hinunter, ein Kreislauf aus Anstrengung und kurzer Erholung, der seine Gedanken zum Schweigen bringt. Mustafa trägt mehr, als sein schlanker Körper vermuten lässt, und zwischen den Gängen entwickelt sich ein schweigendes Einvernehmen, das Marcel unbehaglich berührt, weil es zu einfach ist, zu nahtlos, als hätten sie sich schon immer so bewegt, zwei Männer, die einer Frau dienen, die über ihnen wacht.

„So", sagt Patrick, als der letzte Karton im Flur der Wohnung steht, ein Turm aus Pappe und Hoffnung, der fast bis zur Decke reicht. Er wischt sich mit dem Ärmel über die Stirn, hinterlässt einen Schmutzstreifen auf seiner Wange, ein Mal des Arbeitsmannes, der sich nicht für sein Aussehen interessiert. „Ich fahr schnell mit Patrick unser Bett, den Schrank und unsere Couch holen", sagt Marcel zu Tyra, und die Worte klingen seltsam in seinem eigenen Ohr, diese Formulierung, als würde er mit sich selbst sprechen.

Er meint natürlich, dass er mit Patrick fährt, die Möbel holt, die sie bei einem Secondhand-Händler gefunden haben, bevor sie die Werkstatt geschlossen haben, als sie noch glaubten, dass sie eine Wohnung brauchen würden, ein Zuhause, einen Ort, an den sie zurückkehren konnten. Er meint, dass er mit Patrick fährt, diesem Mann, der ihn mustert, während er seine Frau ansieht, diesem Mann, der ihm eine Chance gibt und gleichzeitig etwas nimmt, das Marcel noch nicht benennen kann.

Tyra nickt, ihr Gesicht gerötet von der Anstrengung, die Haare kleben an ihrer Stirn, und sie sieht jünger aus als ihre sechsundzwanzig Jahre, fast kindlich, verloren in dieser neuen Welt. „Ok", sagt sie. „Ich fang schonmal mit Auspacken an."

Sie tritt auf ihn zu, steht auf den Zehenspitzen, und ihr Kuss schmeckt nach Salz und etwas Süßem, das er nicht identifizieren kann, ein Geschmack, der fremd ist, obwohl er diesen Mund tausendmal geküsst hat. Ihre Lippen sind warm, vertraut, und für einen Moment vergisst Marcel den Kiosk, den jungen Türken, den heruntergekommenen Wohnblock, die Blicke, die seine Frau verfolgen, die Hände, die sie berühren wollen. Für einen Moment ist es nur sie, Tyra und er, zwei Menschen, die sich festhalten, während alles um sie herum zusammenbricht.

„Bis später", sagt er, als sie sich lösen, und seine Stimme klingt fremd, als gehöre sie einem anderen.

„Ich helf dir", sagt Mustafa, der plötzlich neben Tyra steht, zu nah, seine Schulter fast ihre berührend, seine Hände in den Taschen, die Haltung eines Mannes, der nicht gehen wird, der bleiben wird, was auch geschieht. „Mit dem Auspacken."

Tyra dreht sich zu ihm, und ihr Lächeln ist das gleiche, das sie in Bars anwendet, in Restaurants, immer dieses leichte Anheben der Mundwinkel, das Männer dazu bringt, sie anzusehen, zu sprechen, ihr Dinge anzubieten, das sie seit ihrer Pubertät perfektioniert hat, dieses Lächeln, das sagt: Ich bin schön, ich weiß es, und ich erlaube dir, es zu sehen.

„Ok", sagt sie. „Bis später, Marcel."

Marcel nickt, wendet sich ab, bevor er länger hinschauen muss, bevor er sehen muss, wie Mustafa ihr die Tür aufhält, wie er ihr folgt, wie die Tür hinter ihnen ins Schloss fällt.

Die Tür fällt ins Schloss, und das Klicken hallt durch den kleinen Flur der neuen Wohnung. Tyra dreht sich um, ihre welligen blonden Haare wirbeln dabei leicht, und sie sieht Mustafa an, der lächelnd neben der Tür steht. Seine blauen Augen mustern sie mit einem Ausdruck, den sie nicht ganz deuten kann – eine Mischung aus Neugier, Selbstbewusstsein und etwas, das sie unwillkürlich an den Blick erinnert, den er ihr auf der Straße zugeworfen hat.

„Wollen wir erstmal einen Kaffee trinken?“ fragt sie und hört selbst, wie ihre Stimme leicht zittert. Sie räuspert sich und fährt sich mit der Hand durch die Haare, eine Geste, die sie immer macht, wenn sie nervös ist. „Ich könnte jetzt einen gebrauchen.“

Mustafa lächelt breiter, seine weißen Zähne blitzen. „Ja, ich auch.“

Tyra zeigt auf einen Karton, der im Flur an der Wand lehnt. Darauf steht in Marcels unleserlicher Handschrift „Küche – Kaffeemaschine“. „Hier ist der Kaffeeautomat“, sagt sie. „Trägst du ihn bitte in die Küche?“

Mustafa nickt und geht zum Karton. Er bückt sich, seine muskulösen Arme spannen sich unter der Lederjacke, und hebt den Karton mühelos hoch. „Na klar, hübsche Frau“, sagt er mit einem Augenzwinkern und geht an ihr vorbei in die kleine Küche.

Tyra folgt ihm, ihre Finger fummeln nervös an ihrem Halskettenanhänger. Die Küche ist winzig, mit alten Schränken aus den Siebzigern und einem Fenster, das auf einen Hinterhof mit Müllcontainern blickt. Mustafa stellt den Karton auf die abgenutzte Arbeitsplatte und beginnt, ihn mit einem Taschenmesser zu öffnen.

„Der ist aus unserer alten Wohnung“, erklärt Tyra, während sie Wasser aus der Leitung in den Behälter der Maschine füllt. „Ich habe ihn gerettet, als die Pfändung kam.“ Ihre Stimme klingt leiser bei den letzten Worten, und sie starrt für einen Moment auf das Wasser, das in den Kunststoffbehälter plätschert.

Mustafa hat den Kaffeevollautomaten aus dem Karton geholt, ein schwarzes, glänzendes Gerät mit digitaler Anzeige. „Dann ist das hier ein Neuanfang“, sagt er und stellt die Maschine auf die Arbeitsplatte. „Neue Wohnung, neues Glück.“

Tyra nickt und holt eine Tüte Kaffeebohnen aus einer der Einkaufstüten, die auf dem Boden stehen. Ihre Hände zittern leicht, als sie die Bohnen in den Behälter der Maschine schüttet, und einige fallen auf die Arbeitsplatte. Sie flucht leise und wischt sie mit dem Handrücken beiseite.

„Lass mich helfen“, sagt Mustafa und tritt neben sie. Sein Arm streicht bei der Bewegung kurz über ihren Rücken, und Tyra spürt die Wärme durch ihr dünnens Oberteil. Sie rückt einen Schritt zur Seite, ihre Wangen werden heiß.

„Danke, ich schaffe das schon“, sagt sie schnell und drückt den Einschaltknopf der Maschine. Das Gerät summt leise, und die Anzeige leuchtet auf. Tyra holt tief Luft und geht zu den Kartons im Flur, um nach Tassen zu suchen.

Sie findet einen Karton mit Geschirr, auf dem in schwarzem Marker „Esszimmer“ steht, und holt zwei große Kaffeetassen heraus. Die Tassen haben einen Riss im Henkel, den sie mit Sekundenkleber repariert hat, als sie noch in der alten Wohnung gewohnt haben. Ein kurzer Anflug von Nostalgie überkommt sie, und sie schüttelt den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben.

Als sie zurück in die Küche kommt, summt der Kaffeevollautomat bereits, und der Duft von frisch gemahlenen Bohnen füllt den Raum. Mustafa lehnt an der Arbeitsplatte, die Arme verschränkt, und betrachtet die Geräte auf der Arbeitsfläche.

„Wir haben leider noch keine Milch“, sagt Tyra und stellt die Tassen neben die Maschine. Die erste Tasse füllt sich mit dunklem, duftendem Kaffee.

Mustafa zuckt mit den Schultern. „Nicht schlimm“, sagt er und nimmt die volle Tasse entgegen, als die Maschine aufhört zu laufen. „Ich mag Kaffee eh am liebsten pur. Wie Frauen.“

Tyra spürt, wie ihre Wangen heiß werden. „Wie meinst du das?“

Mustafa nimmt einen Schluck Kaffee und leckt sich einen Tropfen von der Unterlippe. „Na ja“, sagt er mit einem langsamen Lächeln, „am liebsten fickt man doch ohne Gummi, oder nicht?“

Tyra schluckt. Ihre Finger umklammern die Tasse fester, als sie nötig wäre. „Ja“, sagt sie leise, „wenn man das so vergleicht, stimmt das.“

Mustafa nickt zufrieden und stellt seine Tasse ab. „Da haben wir ja schon mal was Gemeinsames“, sagt er und grinst sie an. „Du bist übrigens sehr hübsch.“

„Ähm, danke“, stammelt Tyra und trinkt einen großen Schluck Kaffee. Die Flüssigkeit brennt in ihrer Kehle, aber sie begrüßt die Ablenkung.

Mustafa tritt einen Schritt näher. Seine blauen Augen mustern sie von oben bis unten, und Tyra spürt, wie ihre Haut prickelt unter seinem Blick. „Du solltest mehr von deinem schönen Körper zeigen“, sagt er leise. „Den brauchst du wirklich nicht zu verstecken.“

„Tue ich doch gar nicht“, sagt Tyra und zieht ihre Schultern gerade. Ihr Oberteil spannt sich dabei über ihrer üppigen Brust, und sie sieht, wie Mustafas Blick dorthin wandert.

„Na ja“, sagt er und hebt eine Hand, um eine Strähne ihres blonden Haares zu berühren. Seine Finger streifen kurz über ihre Wange, bevor er sie loslässt. „Deine Kleidung ist schon sehr sexy, aber ohne BH und String wäre es noch geiler.“

„Du bist mir aber einer“, sagt Tyra und tritt einen Schritt zurück. Ihr Rücken trifft auf die Arbeitsplatte, und sie spürt die harte Kante gegen ihre Hüften. „Ich bin verheiratet, weißt du?“

„Und?“ Mustafa zuckt mit den Schultern. „Darfst du dich deswegen nicht sexy zeigen?“ Er lehnt sich näher, seine Hände ruhen auf der Arbeitsplatte zu beiden Seiten von ihr, gefangen zwischen seinen Armen. „Marcel würde es bestimmt auch geil finden, wenn du deine Unterwäsche weglässt.“

Tyra schluckt. Ihr Herz hämmert gegen ihre Rippen, und sie spürt die Wärme, die von Mustafas Körper ausgeht. „Ja“, sagt sie leise, „das ist gut möglich.“

„Welcher Mann findet das nicht geil“, flüstert Mustafa, seine Lippen nur Zentimeter von ihrem Ohr entfernt. „Und dann noch bei einer hübschen Frau wie dir.“

„Du Schmeichler“, sagt Tyra, und ihre Stimme klingt atemloser, als sie beabsichtigt hatte.

„Ich sag nur die Wahrheit“, erwidert Mustafa und tritt zurück. Sein Lächeln ist selbstbewusst, fast herausfordernd. „Ich bin aber ein bisschen zu alt für dich, oder?“

Tyra lacht, ein kurzes, nervöses Geräusch. „Ich mag ältere Frauen“, sagt Mustafa und korrigiert sich schnell: „Gerade wenn sie so interessant und hübsch wie du sind.“

„Aber ich bin verheiratet“, wiederholt Tyra, als müsste sie sich selbst daran erinnern.

„Das macht es nur interessanter“, sagt Mustafa und nimmt seine Kaffeetasse wieder in die Hand. Er trinkt einen Schluck, seine Augen bleiben über den Rand der Tasse hinweg auf sie gerichtet.

Tyra spürt, wie Unbehoren in ihr aufsteigt, gemischt mit etwas anderem, das sie nicht benennen will. Sie stellt ihre Kaffeetasse ab und greift nach ihrer Zigarettenschachtel auf der Arbeitsplatte. „Ich geh erstmal auf den Balkon eine rauchen“, sagt sie. „Ich glaub, ich brauch jetzt eine.“

„Ich komm mit“, sagt Mustafa und stellt seine Tasse ebenfalls ab.

Tyra geht vor, ihre High Heels klicken auf dem abgenutzten Linoleum des Flurs. Der Balkon ist winzig, kaum groß genug für zwei Personen, mit einem rostigen Geländer und Blick auf den Hinterhof mit den Müllcontainern. Tyra zündet sich eine Zigarette an und inhaliert tief, den Rauch in ihre Lungen ziehend.

Mustafa tritt neben sie auf den Balkon, so nah, dass ihre Schultern sich fast berühren. Er zündet sich ebenfalls eine Zigarette an, die Flamme seines Feuerzeugs erhellt kurz sein Gesicht. „Also“, sagt er, Rauch ausstoßend, „bist du mutig?“

„Kommt drauf an“, sagt Tyra und meidet seinen Blick. Sie starrt auf die Müllcontainer unten, wo eine Katze gerade über einen Haufen Kartons klettert.

Mustafa tritt einen Schritt näher, sein Atem streicht über ihre Wange. „Bist du so mutig, deine Unterwäsche auszuziehen und sie mir zu geben?“

Tyra erstarrt. Ihre Zigarettenhand zittert leicht, und sie muss sich zwingen, ruhig weiterzuatmen. „Warum sollte ich?“, fragt sie, und ihre Stimme klingt härter als beabsichtigt. „Du bist nicht mein Mann.“

Mustafa lächelt, ein langsames, selbstbewusstes Lächeln. „Weil ich dir sagen wir mal fünfhundert Euro dafür geben würde.“

Tyra spürt, wie ihr Herz einen Schlag aussetzt. Fünfhundert Euro. Das ist mehr, als Marcel in einer Woche bei seinem neuen Job verdienen wird. Das ist die Miete für dieses Loch für einen Monat. Das sind Lebensmittel, Strom, die Rechnungen, die sich stapeln.

Sie überlegt kurz, ihre Gedanken rasen. Das Geld könnten sie gerade gut gebrauchen. So gut. Aber ihre Unterwäsche? Vor diesem Fremden ausziehen? Was würde Marcel sagen? Was würde er denken, wenn er es herausfand?

Aber er würde es nicht herausfinden. Niemand würde es je erfahren. Und tausend Euro – nein, fünfhundert, korrigiert sie sich selbst – das wäre ein Wunder in ihrer aktuellen Lage.

Sie spürt, wie ihre Wangen heiß werden, und raucht ihre Zigarette bis zum Filter, bevor sie sie auf dem Balkongeländer ausdrückt. „Mutig wäre ich“, sagt sie langsam, „aber nicht für dich.“

Mustafa zuckt mit den Schultern, als wäre das Ergebnis ihm gleichgültig, aber seine Augen verraten, dass er nicht aufgibt. „Okay“, sagt er und zieht an seiner Zigarette. „Wie wäre es mit achthundert?“

Tyra lacht, ein kurzes, scharfes Geräusch. „Träum weiter“, sagt sie und geht vom Balkon zurück in die Küche. Ihre Schritte klicken auf dem Linoleum, schneller als nötig.

In der Küche greift sie nach dem Karton mit Geschirr und beginnt, die Tassen und Teller herauszunehmen. Ihre Hände zittern leicht, und sie konzentriert sich darauf, jedes Stück vorsichtig auf die Arbeitsplatte zu stellen. Aus dem Augenwinkel sieht sie Mustafa hereinkommen, die Tür zum Balkon hinter sich schließend.

„Tausend“, sagt er, seine Stimme durchdringt die Stille der Küche. „Mein letztes Angebot. Für deine Unterwäsche, hübsche Frau.“

Tyra erstarrt, eine Tasse in der Hand. Sie fühlt, wie ihr Herz gegen ihre Rippen hämmert, so laut, dass sie fürchtet, er könnte es hören. Tausend Euro. Das ist mehr, als sie je auf einmal in der Hand gehabt haben, seit – seit wann überhaupt? Seit der Hochzeit, vielleicht, als ihre Eltern ihnen Geld geschenkt haben.

Sie stellt die Tasse vorsichtig ab und dreht sich zu ihm um. Ihre Arme verschränkt sich vor der Brust, eine defensive Geste, die sie selbst komisch findet, bei dem, was sie gerade erwägt. „Träum weiter, Mustafa“, sagt sie, aber ihre Stimme klingt schwach, ohne Überzeugung.

Mustafa lächelt, dieses langsame, selbstbewusste Lächeln, das sie schon von der Straße her kennt. „Hol lieber die anderen Kartons, wo Küche draufsteht“, sagt sie schnell, bevor er antworten kann. „Wir müssen hier Ordnung schaffen, bevor Marcel zurückkommt.“

Mustafa zuckt mit den Schultern, aber seine Augen funkeln amüsiert. „Okay, Tyra“, sagt er betont langsam, als würde er ihren Namen auf der Zunge zerrollen. Er dreht sich um und geht in den Flur, seine Schritte laut auf dem alten Dielenboden.

Tyra atmet aus, die Luft zischt zwischen ihren Zähnen hervor. Sie lehnt sich gegen die Arbeitsplatte und starrt auf die unverpackten Tassen vor ihr. Tausend Euro. Ihre Gedanken kreisen, eine Mischung aus Scham und verzweifeltem Verlangen. Das Geld würde so viel bedeuten. Die Miete, die überfällige Stromrechnung, Essen für die nächsten Wochen. Aber dafür – dafür ihre Unterwäsche? Vor diesem Fremden ausziehen, ihm geben, was am intimsten an ihr ist?

Sie hört, wie Mustafa im Flur einen Karton hochhebt und zurück in die Küche kommt. Schnell richtet sie sich auf, ihre Finger fummeln mit einer Tasse, als würde sie gerade damit beschäftigt sein, sie einzuräumen.

„Hier“, sagt Mustafa und stellt den Karton auf den Boden. „Küchenutensilien, wie gewünscht.“

Tyra kniet sich hin und öffnet den Karton mit einem Taschenmesser, das auf der Arbeitsplatte liegt. „Danke“, sagt sie, ohne aufzusehen. Ihre Finger graben durch Zeitungspapier, um die ersten Pfannen und Töpfe herauszuholen.

Mustafa kniet sich neben sie, so nah, dass ihre Schultern sich berühren. „Lass mich helfen“, sagt er und greift nach einem Stapel Teller auf der anderen Seite des Kartons.

Sie arbeiten schweigend nebeneinander, die Zeit scheint sich zu dehnen. Tyra spürt, wie ihre Gedanken immer wieder zu dem tausend Euro zurückkehren, zu dem Angebot, das im Raum schwebt wie unsichtbarer Rauch. Ihre Finger zittern, als sie eine Pfanne in den unteren Schrank schiebt, und sie stößt mit dem Kopf gegen die offene Schranktür.

„Vorsicht“, sagt Mustafa und legt eine Hand auf ihren Rücken, um sie zu stützen.

Tyra zuckt zusammen, seine Handfäche brennt durch ihr dünnes Oberteil. „Ich schaffe das schon“, sagt sie schnell und rückt zur Seite, aus seiner Reichweite.

Mustafa zieht seine Hand zurück, aber sein Lächeln bleibt. Sie sehen sich einen Moment lang an, und Tyra spürt, wie etwas in ihr kippt. Die Verzweiflung, das Geld, die schiere Absurdität ihrer Situation – alles braut sich in ihr zusammen zu einem impulsiven Entschluss.

„Ich muss kurz für die kleine Mädchen“, sagt sie und ihre Stimme klingt fremd in ihren eigenen Ohren. „Entschuldige dich“ – sie korrigiert sich schnell – „entschuldige mich kurz.“

Mustafa nickt, sein Lächeln breiter geworden. „Natürlich.“

Tyra geht zum Bad, ihre Schritte schnell, fast eilend. Sie schließt die Tür hinter sich, der Klick des Schlosses klingt final in ihren Ohren. Das Bad ist klein, mit abblätternden Fliesen und einer Duschkabine, die Wasserflecken auf dem Boden hat. Tyra sieht sich im schmutzigen Spiegel über dem Waschbecken an – ihre Wangen sind gerötet, ihre Augen zu weit aufgerissen.

Sie zögert, ihre Finger zittern an den Trägern ihres weißen Neckholder-Tops. Dann, mit einer schnellen Bewegung, zieht sie es über den Kopf. Ihre Brüste fallen schwer heraus, die goldenen Ringe in ihren Brustwarzen glänzen im schwachen Licht des Bads. Sie zieht den BH aus, ein weißes Spitzenteil mit Bügeln, und hält ihn einen Moment in den Händen. Das Gewebe ist durchsichtig an den richtigen Stellen, kostbarer als alles, was sie sonst besitzt.

Mit zitternden Fingern zieht sie das Top wieder über den Kopf, die Stoff streicht über ihre nackten Brüste und verfängt sich kurz an den Piercings. Dann die Leggins – sie schiebt sie über ihre Hüften, zusammen mit dem winzigen weißen String, der darunter verborgen war. Der String ist feucht, bemerkt sie mit einem Schaudern, den sie nicht kontrollieren kann. Sie zieht die Leggins wieder hoch, den Stoff glatt über ihre Hüften streifend.

Sie steht da, den BH und den String in der Hand, und fühlt sich plötzlich nackter als nackt. Die Stoffstücke sind schwerer, als sie sein sollten, wie eine Verantwortung, die sie nicht versteht. Sie atmet tief ein, der Geruch des alten Bads – Schimmel, billige Seife, etwas Säuerliches – füllt ihre Lungen.

Dann öffnet sie die Tür und geht zurück in die Küche.

Mustafa steht an der Arbeitsplatte, eine Hand in der Hosentasche, die andere um eine neue Tasse Kaffee gelegt. Er dreht sich um, als er sie hört, und sein Lächeln gefriert halb, wird dann breiter, hungriger.

Tyra geht auf ihn zu, ihre Schritte bewusst langsam, obwohl ihr Herz rast. Sie hält ihm die Unterwäsche hin, die Stoffstücke baumeln von ihren Fingern wie eine Trophäe oder eine Beschuldigung.

„Hier“, sagt sie, und ihre Stimme klingt fremd, belegt.

Mustafa nimmt die Unterwäsche, seine Finger streifen über ihre, als er den BH und den String entgegennimmt. Er hält sie hoch, betrachtet sie im Licht der Küche, die weiße Spitze des BHs durchsichtig gegen das Fenster.

„Das muss ich kurz überprüfen“, sagt er, und seine Stimme ist tiefer geworden.

Er geht hinter sie, seine Schritte laut auf dem Linoleum. Tyra spürt seine Nähe, bevor er sie berührt – die Wärme seines Körpers, der Geruch von seinem Leder und etwas Süßlichem, Kölne vielleicht. Dann seine Hände, groß und warm, auf ihren Hüften.

Er fährt mit den Händen über ihren Po, die Finger drücken fest in das dünne Material ihrer Leggins. Sie spürt jeden Kontur, jede Bewegung, als wäre der Stoff nicht vorhanden. Seine Hände wandern höher, über ihren Rücken, und sie spürt, wie er prüft, ob wirklich kein BH-Träger unter ihrem Top liegt.

„Hätte ich dir gar nicht zugetraut“, flüstert er an ihrem Ohr, seine Lippen so nah, dass sie seinen Atem spürt. „Kein BH, kein String. Du bist eine Überraschung, Tyra.“

Sie schluckt, ihre Kehle trocken. Ihr Körper reagiert auf seine Berührung, gegen ihren Willen, gegen ihre Vernunft. Sie spürt die Hitze in ihrem Bauch, das Pochen zwischen ihren Beinen, und hasst sich dafür.

Mustafa tritt zurück, seine Hände gleiten ein letztes Mal über ihren Po, bevor sie verschwinden. Sie hört, wie er in seine Hosentasche greift, das Rascheln von Geldscheinen.

„Hier“, sagt er und tritt wieder vor sie. Er hält einen dicken Umschlag hoch, weiß, unbeschriftet. „Tausend Euro. Wie versprochen.“

Tyra nimmt den Umschlag, ihre Finger zittern. Sie öffnet ihn und sieht die Geldscheine, zählt sie schnell, automatisch, während ihr Verstand noch versucht, zu verstehen, was sie gerade getan hat.

„Traust du mir nicht?“, fragt Mustafa, und seine Stimme klingt amüsiert.

„Ich prüf es nur“, sagt Tyra und versucht zu lächeln, aber ihr Gesicht fühlt sich steif an. „Wie du auch.“

Sie steckt den Umschlag in ihre Handtasche, die auf der Arbeitsplatte liegt. Das Geld fühlt sich schwer an, wichtig, als würde es brennen durch das Leder der Tasche.

Mustafa hat ihre Unterwäsche noch in der Hand. Er hebt den BH an seine Nase und atmet tief ein, seine Augen schließen sich kurz, ein Ausdruck puren Genusses auf seinem Gesicht. „Du riechst sehr gut“, murmelt er. „Sehr erotisch.“

„Ähm, danke“, sagt Tyra und räuspert sich. Sie greift nach einem Karton mit Geschirr, der noch halb voll ist. „Aber jetzt lass uns weiter auspacken. Wir haben noch viel zu tun, bevor Marcel und Patrick zurückkommen.“

Mustafa steckt ihre Unterwäsche in die Tasche seiner Lederjacke, einen Schatz, den er sicher verwahren wird. „Natürlich“, sagt er und greift nach einem anderen Karton. „Wir wollen ja nicht, dass dein Mann misstrauisch wird.“

Sie arbeiten schweigend nebeneinander, die Minuten dehnen sich. Tyra spürt Mustafas Nähe, seine Bewegungen im peripheren Sichtfeld, jedes Mal, wenn er sich bückt oder streckt. Sie konzentriert sich auf die Tassen in ihren Händen, auf das Einräumen in die schiefen Schränke, auf alles, was ihre Gedanken von dem Geld in ihrer Tasche, von der Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen, ablenkt.

Dann, als sie sich bückt, um einen Stapel Teller in den untersten Schrank zu schieben, spürt sie es – seine Hand, groß und warm, gleitet über ihren Po. Nicht zufällig, nicht versehentlich. Ein langsamer, bewusster Streich, die Finger drücken fest in das Material ihrer Leggins, spüren die Konturen darunter.

„Hey“, sagt sie und richtet sich abrupt auf, sich umdrehend. Ihr Gesicht ist heiß, ihre Augen weit. „Lass das.“

Mustafa lächelt, dieses langsame, selbstbewusste Lächeln, das sie inzwischen kennt. „Ganz ruhig, Schatz“, sagt er leise, als würde er ein ängstliches Tier besänftigen. „Ich hab tausend Euro dafür bezahlt. Da will ich auch was davon haben.“

„Du bist unmöglich“, sagt Tyra, aber ihre Stimme klingt schwach, ohne Biss. Sie dreht sich zurück zum Schrank, ihre Finger zittern, als sie einen weiteren Teller hineinschiebt.

Mustafa tritt näher, seine Brust fast gegen ihren Rücken. Seine Stimme ist ein Flüstern an ihrem Ohr: „Du kannst es genießen, weißt du. Niemand muss es erfahren.“

„Pack weiter aus“, sagt sie. „Wir haben noch viel zu tun.“

Mustafa lacht leise, ein warmer, amüsiertes Geräusch. „Wie du meinst, Chefin“, sagt er und tritt zurück, seine Hände gleiten ein letztes Mal über ihre Hüften, bevor sie verschwinden.

Sie arbeiten weiter, die Zeit verstreicht. Tyra spürt jeden Blick, den Mustafa ihr zuwirft, jede Gelegenheit, die er sucht, um sie zu berühren – ein Streifen über ihre Hand, als sie gleichzeitig nach einer Schublade greifen; ein Druck auf ihre Taille, als er an ihr vorbeischlüpft im engen Raum. Sie wehrt ihn nicht mehr ab, nicht wirklich. Ihre Proteste sind halbherzig,.

Die Wohnungstür öffnet sich mit einem lauten Knall, ein Geräusch, das durch den leeren Flur hallt wie ein Schuss. Schritte folgen, schwere, müde Schritte, die von der Anstrengung des Tages zeugen. Marcel und Patrick sind zurück.

„Wir haben das letzte Zeug im Sprinter", ruft Marcel aus dem Flur. Seine Stimme klingt abgehetzt, aber erfüllt von dieser seltsamen Energie, die Männer manchmal nach körperlicher Arbeit haben – ein Rausch der Erschöpfung und des Überlebens. „Wir tragen das Bett ins Schlafzimmer."

Tyra tritt aus der Küche, um sie zu sehen. Marcel trägt das Kopfteil des Betts, Patrick das Fußteil. Beide sind verschwitzt, ihre Shirts kleben an den Körpern wie zweite Haut, die Konturen ihrer Muskeln deutlich sichtbar. Patrick hat die Ärmel seiner Latzhose heruntergekrempelt, die Unterarme sind schmutzig von Metall und Holz, Spuren der Arbeit, die er geleistet hat.

„Kann ich helfen?" Mustafa tritt aus der Küche, seine Haltung lässig, fast herausfordernd. Er mustert Patrick, einen kurzen Moment der Abwägung, dann deutet er mit dem Kinn Richtung Tür. In seinen Augen liegt etwas – Bewunderung vielleicht, oder Konkurrenz, oder beides.

„Klar, komm mit", sagt Patrick und lässt das Bettgestell im Schlafzimmer ab. Seine Stimme ist freundlich, unkompliziert, die eines Mannes, der andere Männer nach ihrer Nützlichkeit beurteilt. „Unten ist noch ein Haufen Zeug im Sprinter."

Die drei Männer – Marcel, Patrick und Mustafa – gehen die Treppe hinunter, ihre Schritte synchron im Rhythmus der Anstrengung. Tyra hört sie, dann das Öffnen der Wagentür, das Klappern von Metall und Holz, die unvermeidlichen Geräusche vom Umzug. Sie geht zurück in die Küche und öffnet den nächsten Karton, ihre Hände arbeiten mechanisch, während ihr Geist anderswo ist.

Draußen im Hof hört sie die Männer arbeiten. Die Matratze und die Möbel sind sperrig, sie sprechen sich ab, planen den Weg durch den engen Treppenhaus mit den kurzen Atemzügen von Männern, die ihre Kraft dosieren. Mustafas Stimme, klar und durchsetzungsfähig, durchschneidet das Gemurmel: „Wir nehmen die Seite zuerst, dann können wir kippen."

Die Matratze kommt hoch, dann der Schlafzimmerschrank – eine massive Eiche-Konstruktion, die Marcel und Patrick kaum alleine bewegt hätten. Mustafa trägt die schwere Seite, seine Muskeln spannen sich unter dem Gewicht, aber sein Gesicht bleibt ausdruckslos, konzentriert, die Maske eines Mannes, der Schmerz und Anstrengung als willkommene Begleiter kennt.

Tyra tritt aus der Wohnung, um zuzusehen. Der Schrank steht im Flur, die Männer verschnaufen, ihre Brustkörbe heben und senken sich im Rhythmus der Erholung. Patrick wischt sich den Schweiß von der Stirn, hinterlässt einen schmutzigen Streifen. Marcel massiert seinen Unterarm, die Narbe an seiner linken Hand – das Erinnerungsmal eines Arbeitsunfalls – weiß im schwachen Licht.

„Die Couch noch", sagt Mustafa, und sie gehen wieder hinunter, ihre Schritte schwerer nun, die Müdigkeit in den Muskeln.

Die Couch ist die letzte große Sache – ein altes, braunes Ledersofa, das Marcel von seinem Vater geerbt hat, mit den Narben von Jahrzehnten Gebrauch, von gesellschaftlichen Riten, die Tyra nicht kennt. Sie schaffen es die Treppe hoch, kratzen an einer Ecke, fluchen gemeinsam in einem Chor der Anstrengung. Dann steht sie im Wohnzimmer, und alle vier verschnaufen, ihre Körper lehnen gegen Möbel, suchen Halt.

„Der Tisch noch", sagt Patrick, seine Stimme rau von der Anstrengung. „Dann ist alles drin."

Der Wohnzimmertisch ist leicht im Vergleich, eine bloße Geste nach dem, was sie bewältigt haben. Mustafa trägt ihn allein, lässig auf einer Schulter balancierend, während Marcel und Patrick ihm die Tür aufhalten mit einer Hoflichkeit, die fast komisch wirkt nach der rohen Anstrengung zuvor. Er stellt ihn ab, klopft sich die Hände ab mit einer Geste der Zufriedenheit.

„So", sagt Patrick und blickt sich um, seine Augen schätzen den Raum, die Arbeit, die noch vor ihnen liegt. „Der Schlafzimmerschrank muss noch zusammengebaut werden. Die Lieferung war zerlegt."

Mustafa nickt, seine Haltung entspannt sich nicht, die Anspannung bleibt in seinen Schultern. „Ich helf euch."

Tyra, die bislang zugesehen hat, die Hände in den Hosentaschen vergraben, tritt näher. „Ich kann auch helfen", sagt sie, ihre Stimme ruhig, fast herausfordernd.

Die vier gehen ins Schlafzimmer, ihre Schritte hallen im leeren Raum. Die Teile des Schranks liegen auf dem Boden ausgebreitet – Seitenwände, Böden, Türen, ein Labyrinth aus Holz und Schrauben, das auf ihre Interpretation wartet. Patrick kniet sich hin, Mustafa daneben, ihre Köpfe beugt sich über die Anleitung, die Patrick aus der Tasche zieht – eine zerknitterte Kopie, die Spuren vorheriger Montagen trägt.

„Die Seitenwände zuerst", sagt Patrick, seine Stimme bestimmt, die eines Mannes, der weiß, wie Dinge zusammengehören. „Dann die Böden."

Mustafa greift nach einer Seitenwand, hält sie hoch mit einer Leichtigkeit, die ihre Masse Lügen straft. Patrick schiebt eine Bodenplatte an, sie probieren, wie es passt, ihre Bewegungen koordiniert, fast tänzerisch. Tyra kniet sich neben Mustafa, hält die Wand stabil, während Patrick die erste Schraube einsetzt, das rhythmische Klicken des Schraubendrehers eine Metronom für ihre Arbeit.

Marcel steht in der Tür, beobachtet sie, seine Haltung entspannt, aber etwas in seinen Augen – eine Mischung aus Dankbarkeit und etwas anderem, etwas Dunklerem, das er selbst nicht benennen kann. Seine Hände sind in den Taschen vergraben, die Finger um die Bierflasche gekrampft, die er noch nicht geöffnet hat.

„Ich geh mal schnell ein paar kühle Bier holen", sagt er schließlich, seine Stimme künstlich leicht, eine mühevolle Normalität. „Unten am Kiosk."

Tyra blickt auf, ihre Finger noch auf der Holzwand des Schranks, das Holz warm unter ihrer Berührung. „Für mich Sekt", sagt sie. „Wenn der Kiosk welchen hat."

„Oh ja, ein kühles Bier klingt gut", sagt Mustafa, ohne aufzublicken. Er dreht eine Schraube fest, die Zahnräder des Schraubendrehers klicken rhythmisch, ein Soundtrack für ihre Arbeit, ihre Nähe, die ungesprochene Spannung zwischen ihnen.

Marcel nickt, wendet sich ab, seine Schritte hallen im Flur, dann die Tür fällt ins Schloss mit einem Geräusch der Endgültigkeit, das in dem leeren Raum nachhallt.

Patrick und Mustafa arbeiten schnell, effizient, ihre Bewegungen synchronisiert durch eine ungesprochene Übereinkunft. Sie brauchen kaum Worte – ein Nicken, ein Zeichen, und der andere versteht, ein Ballett der Männlichkeit, das Tyra beobachtet mit einer Mischung aus Bewunderung und etwas anderem, etwas, das sie nicht benennen will. Tyra hält, wo gehalten werden muss, reicht Werkzeuge, staunt still über die Präzision der beiden Männer, ihre Kraft, die Leichtigkeit, mit der sie das Schwere bewältigen.

Der Schrank nimmt Form an, ein Auferstehen aus Holz und Metall. Die Seitenwände stehen, die Böden sind eingesetzt, die Türen hängen mit einem zufriedenen Klicken ihrer Scharniere. Mustafa prüft die Scharniere, öffnet und schließt eine Tür mehrfach, zufrieden mit dem Geräusch, das sie machen, ein kleines Ritual der Vollendung.

„Fertig", sagt Patrick und klopft sich den Staub von den Händen, eine Geste, die den Abschluss markiert. „Sitzt."

Tyra tritt zurück, betrachtet ihr Werk mit einem Gefühl, das zwischen Stolz und etwas anderem schwankt. Der Schrank steht solide, etwas schief vielleicht, aber stolz, ein Monument ihrer gemeinsamen Anstrengung. „Danke", sagt sie. „Echt. Das hätten wir alleine nie geschafft."

„Für hübsche Frauen immer wieder gerne", sagt Patrick und zwinkert, ein Gestus, der alt ist wie die Zeit selbst, aber in seinem Mund neu wirkt, voller selbstbewusstem Charme.

„Ja, sexy Frauen hilft man doch gerne", fügt Mustafa hinzu. Er lehnt am Schrank, seine Arme verschränkt, die blauen Augen ruhen auf Tyra mit einem Ausdruck, den sie nicht ganz fassen kann – eine Mischung aus Bewunderung und Hunger, aus Respekt und Besitzanspruch.

„Ihr Schmeichler", sagt Tyra und wendet sich ab, aber sie spürt die Wärme in ihren Wangen, das Pochen in ihren Ohren. „Ihr seid unmöglich."

Sie geht in den Flur, um die restlichen Kartons zu holen, ihre Schritte schneller als nötig, als könnte sie dem Moment entkommen. Mustafas Stimme folgt ihr, tief und selbstsicher: „Ich hol dir schon mal die Kartons."

Die Tür geht auf, Marcel tritt ein, und mit ihm die Realität dessen, was Tyra getan hat – die Lüge, die zwischen ihnen schwebt wie ein unsichtbarer Schleier. In seinen Händen trägt er ein Sixpack Bier, das Wasser kondensiert an den Flaschen in kleinen Perlen des Vergessens. Unter dem Arm klemmt eine Flasche Sekt, das Etikett verrät einen günstigen Markenhersteller, den Geschmack von Kompromissen und begrenzten Mitteln.

„Kommt, wir trinken erstmal was Kühles", sagt er und stellt das Bier auf den Wohnzimmertisch, eine Insel der Normalität in dem Chaos des Umzugs. „Das hab ich mir verdient."

„Das klingt gut", sagt Tyra. Sie nimmt das Sektglas aus der Küche, das sie vorhin benutzt hat, ein kleines Ritual der Kontinuität, und geht auf den Balkon. Die Nachmittagssonne steht tief, färbt den Himmel in sanften Orangetönen, die Welt in ein Licht tauchen, das alles schöner erscheinen lässt, als es ist. Der Innenhof des Wohnblocks liegt unter ihnen, Kinder spielen noch immer, ihre Stimmen dringen gedämpft herauf wie aus einer anderen Welt, einer Welt der Unschuld, die Tyra verlassen hat.

Marcel, Patrick und Mustafa folgen ihr, ihre Schritte schwer von der Arbeit, aber leicht von der Erwartung. Der Balkon ist eng, ein Gitterkäfig aus Beton und Metall, und sie stehen dicht beieinander, Schultern berühren sich, Wärme überträgt sich, Grenzen verschwimmen. Marcel öffnet eine Bierflasche mit dem Feuerzeug, das klackende Geräusch vermischt sich mit dem Zischen des aufschäumenden Biers, ein kleines Feuerwerk der Alltagsmagie.

Er reicht eine Flasche an Patrick, eine an Mustafa. Die dritte behält er selbst, seine Finger umschließen das kalte Glas mit einer Intensität, die mehr sagt als Worte. Tyra hält ihr Sektglas hoch, ein kleiner Turm aus Kristall, der das Licht einfängt und bricht. Mustafa nimmt die Sektflasche, die Marcel mitgebracht hat, und öffnet sie mit einem satten Knall, der in der stillen Luft hängt wie eine Frage. Der Schaum quillt heraus, er fängt ihn geschickt mit dem Glas auf, füllt es fast bis zum Rand, eine Geste voller Präzision und Selbstbewusstsein.

„Auf euren Neuanfang", sagt Mustafa und hebt seine Bierflasche, ein dunkler Turm aus Glas und Bier. „Und neue nette Nachbarn."

„Ja, darauf, dass es wieder besser wird", sagt Marcel. Seine Stimme klingt ernst, fast flehend, ein Gebet an die Zukunft, die ungewiss bleibt.

Die Flaschen und das Glas klinken zusammen, ein helles, klirrendes Geräusch, das den Moment besiegelt. Sie trinken, lange Züge, die Kehlen arbeiten, die Flüssigkeit rinnt hinab, erlösend und vergessend zugleich. Das Bier ist kalt, bitter, genau richtig nach der Arbeit, ein kleiner Schock für den Körper, der ihn wach macht und müde zugleich. Der Sekt ist süßlich, prickelnd, ein wenig zu warm vielleicht, aber Tyra trinkt ihn genüsslich, die Bläschen explodieren auf ihrer Zunge wie kleine Versprechen.

Tyra steckt sich eine Zigarette an, die Flamme des Feuerzeugs flackert im Wind, ein kleines Leben, das sie beinahe erstickt und dann doch nährte. Sie inhaliert tief, lässt den Rauch langsam durch die Nase entweichen, ein Drachendröhnen in Miniatur. Die Männer reden – über die Arbeit, über den Umzug, über nichts Besonderes, die Ritualgesänge der Männlichkeit nach getaner Arbeit, die alte Melodie der Kameradschaft, die Gewalt und Anstrengung veredelt.

Tyra raucht fertig, drückt die Kippe im Aschenbecher aus, den Marcel auf den Balkon gestellt hat, eine kleine Ascheinsel in ihrem Leben. Sie trinkt ihr Sektglas leer, der Alkohol wärmt ihren Magen, lässt ihre Schultern ein wenig sinken, die Spannung fließt aus ihr wie Wasser aus einem gebrochenen Gefäß.

„Ich geh die Klamotten auspacken", sagt sie. Ihre Stimme ist leiser als zuvor, müde vielleicht, oder einfach nur erschöpft von dem langen Tag, der noch immer nicht endet. „Die müssen noch in den Schrank, bevor die Knitterfalten eintreten."

Sie geht vom Balkon, die Tür fällt hinter ihr ins Schloss mit einem Geräusch, das wie Abschied klingt. Der Schlafzimmerboden ist noch immer bedeckt mit Kartons, die Matratze liegt in ihrer Plastikfolie auf dem Boden wie ein riesiger weißer Käfer. Tyra kniet sich hin, zieht die Folie zurück, das knisternde Geräusch füllt den Raum, eine symphonische Untermalung ihrer Einsamkeit.

Auf dem Balkon bleiben die drei Männer stehen. Der Abend sinkt über den Wohnblock, die ersten Lichter gehen in den Fenstern der gegenüberliegenden Wohnungen an, kleine Inseln von Wärmein der kühlen Dämmerung. Mustafa lehnt am Geländer, seine Bierflasche in der Hand, die Ellbogen auf dem Metall aufgestützt, eine Pose der Lässigkeit, die berechnet wirkt.

Marcel steht neben ihm, Patrick auf der anderen Seite, eine Dreifaltigkeit der Männlichkeit, die ihre Schweigen teilt wie eine Zigarette. Sie schweigen eine Weile, das Knacken der Bierflaschen, das ferne Lachen von Kinder drunten, die noch nicht wissen, was die Welt aus ihnen machen wird.

„Die hast echt eine hübsche Frau, Marcel", sagt Mustafa schließlich. Seine Stimme ist leise, fast bewundernd, aber mit einem Unterton, den Marcel nicht ganz fassen kann – eine Mischung aus Ehrlichkeit und Gefahr, aus Kompliment und Drohung.

Marcel nickt, trinkt einen Schluck Bier, die Flüssigkeit kühlt seine Kehle, aber nicht seine Gedanken. „Ja", sagt er. „Ich hab echt Glück mit ihr."

„Ja, die hat echt ein heißes Fahrgestell", sagt Patrick. Er lacht, ein raues, ehrliches Lachen, das keine Boshaftigkeit kennt, nur die unverblümte Wertschätzung eines Mannes für das, was ihm gefällt. „So wie die da rumläuft, das ist ja nicht von schlechten Eltern."

Mustafa nickt langsam, seine Augen ruhen auf dem Schlafzimmerfenster, durch das sie Tyra sehen können, wie sie die Matratze auspackt, ihre Bewegungen elegant und unbewusst verführerisch zugleich. „Ja, Marcel ist echt zu beneiden", sagt er leise, und in seinen Worten liegt etwas, das wie Hunger klingt.

„Ja, Tyra würd ich echt nicht von der Bettkante schubsen", sagt Patrick und zwinkert Marcel zu, eine Geste der Kameradschaft, des gemeinsamen Verständnisses dessen, was eine Frau wert ist.

Marcel grinst, ein selbstzufriedenes Grinsen, das seine Sorgen des Tages vergessen lässt, das ihn für einen Moment den Mann sein lässt, der eine solche Frau besitzt. „Mach ich auch nicht", sagt er. „Grinst stolz auf seine Frau."

Mustafa dreht sich zu ihm um, seine Haltung verändert sich, wird aufmerksamer, fast herausfordernd, die Lässigkeit abgestreift wie eine zu enge Haut. „Aber du musst auf deine Frau aufpassen", sagt er. Seine Stimme ist leiser geworden, ernst, die eines Mannes, der von Dingen spricht, die er gesehen hat. „Hier im Viertel gibt es viele zwielichtige Gestalten. Die würden Tyra bestimmt nur allzu gerne ficken."

Ein Schatten fliegt über Marcells Gesicht, ein kurzes Zucken um die Mundwinkel, das er zu schnell unterdrückt. Er trinkt seinen Bier, die Kehle arbeitet, die Flüssigkeit rinnt hinab, doch der Geschmack ist bitter geworden. „Ich pass schon auf sie auf", sagt er schließlich. „Und Tyra ist ja auch kein kleines Mädchen mehr."

„Nein, das ist sie wirklich nicht", sagt Patrick. Er tritt näher, seine Stimme wird leiser, intimer, die eines Mannes, der ein Geheimnis teilt. „Sie ist eine richtig hübsche Frau. Ein richtig geiler Fickschlitten."

Mustafa nickt langsam, seine Augen immer noch auf das Schlafzimmerfenster gerichtet, auf Tyra, die dort arbeitet, unwissend von den Worten, die über sie gesprochen werden. „Aber mein Fickschlitten. Korrigiert Marcel, und seine Stimme hat einen scharfen Rand bekommen, die Klinge eines Mannes, der sein Territorium verteidigt."

Mustafa wendet sich ihm zu, ein Lächeln auf den Lippen, das nicht ganz aufrichtig ist, das eines Mannes, der ein Spiel spielt, dessen Regeln nur er kennt. „Ja", sagt er. „Leider."

Marcel starrt ihn an, die Bierflasche in seiner Hand wird fester umklammert, das Glas bebt fast unmerklich. „Was soll das heißen?"

Mustafa zuckt mit den Schultern, ein lässiges, fast gleichgültiges Gestikulieren, das die Bedeutung seiner Worte Lügen straft. „Naja, ganz ehrlich", sagt er. „Wäre sie nicht mit dir verheiratet, würde ich sie verführen. Würdest du doch auch, oder Patrick?"

Patrick zögert, ein kurzes Zucken um die Mundwinkel, dann nickt er langsam, die Ehrlichkeit eines Mannes, der seine Begierde nicht verleugnet. „Ich würde es versuchen", gibt er zu. „Wer würde das nicht?"

Marcel dreht sich zu ihm um, seine Wangen haben Farbe bekommen, das Blut steigt ihm ins Gesicht wie bei einem Jungen, der vor seinen Freunden blamiert wurde. „Du Kasper", sagt er, seine Stimme ein wenig zu laut, die Verzweiflung des Mannes, der seine Autorität verliert. „Du wärst doch viel zu jung für Tyra."

Mustafa lacht, ein kurzes, scharfes Lachen, das wie ein Peitschenhieb durch die Luft schneidet. „Zu jung, vielleicht", sagt er. Er tritt näher, seine Stimme wird leiser, intimer, die eines Mannes, der ein Geheimnis preisgibt. „Aber mein Schwanz hat schon viele ältere schwach werden lassen."

Marcel starrt ihn an, etwas in seinem Blick – Unglaube, vielleicht, oder das erste Flackern eines Gedankens, den er nicht haben will, eine Möglichkeit, die er nicht in Betracht ziehen kann. „Träum weiter", sagt er schließlich, aber seine Stimme klingt gezwungen, die eines Mannes, der sich selbst überzeugt. „Tyra würde das nicht interessieren."

Mustafa hebt eine Augenbraue, sein Lächeln wird breiter, herausfordernder, das eines Mannes, der ein Spiel gewinnt, dessen Regeln er nicht offenlegt. „Bist du dir da so sicher?" fragt er.

„Ja, bin ich", sagt Marcel. Aber seine Stimme hat einen Ton bekommen, den er nicht ganz unterdrücken kann – einen Ton, der klingt, als würde er sich selbst überzeugen wollen, als würde er gegen eine Wahrheit ankämpfen, die er nicht akzeptieren kann.

„Ich wäre mir da nicht so sicher", sagt Mustafa leise. Er tritt noch näher, seine Stimme wird zu einem Flüstern, das nur die drei Männer hören können, ein Geheimnis, das sie teilen, ob sie wollen oder nicht. „Ich kann meinen Schwanz ja mal Tyra zeigen und sie fragen, was die zu ihm sagt."

Marcel starrt ihn an, die Bierflasche in seiner Hand bebt leicht, das Glas klappert fast unhörbar gegen seine Finger. „Träum weiter, Kleiner", sagt er, aber seine Stimme klingt gezwungen, die eines Mannes, der seine Kontrolle verliert. „Als ob du dich das trauen würdest."

„Ich trau mich", sagt Mustafa. Er tritt zurück, sein Lächeln wird wieder locker, fast spielerisch, die Maske eines Mannes, der weiß, dass er gewonnen hat, auch wenn das Spiel noch nicht vorbei ist. „Komm, wir trinken auf Tyra. Die hübscheste Frau des Hauses."

Er hebt seine Bierflasche, und nach einem Moment des Zögerns, der wie eine Ewigkeit dauert, tun Marcel und Patrick es ihm gleich. Die Flaschen klinken zusammen, ein hohles, befriedigendes Geräusch, das den Moment besiegelt, das Geheimnis, das sie teilen.

„Auf Tyra", sagt Patrick, seine Stimme rau, fast flehend.

„Die geile Sau", fügt Mustafa hinzu, sein Lächeln breit und unverschämt, die Worte hängen in der Luft wie ein Versprechen, eine Drohung, eine Beschwörung.

Sie trinken gemeinsam, die Bierflaschen an die Lippen gepresst, die Kehlen arbeitend, die Flüssigkeit rinnt hinab und wäscht die Worte fort, die gesprochen wurden, die Gedanken, die nicht ausgesprochen werden konnten. Der Abend sinkt über den Wohnblock, die Sonne verschwindet langsam hinter den Dächern.

Ich geh mal gucken, ob Tyra Hilfe braucht, sagt Mustafa und drückt seine Zigarette im Aschenbecher aus, der auf dem kleinen Metalltisch auf dem Balkon steht. Er richtet sich auf, streicht sich die Jeans glatt und geht zurück in die Wohnung. Der Boden knarzt unter seinen Schritten, als er durch den Flur geht, dessen Wände mit abblätternder Farbe und den Spuren früherer Mieter übersät sind.

Im Flur steht noch ein Karton. Mustafa beugt sich hinunter, hebt ihn mit einer leichten Anstrengung hoch — die Muskeln seiner Arme spielen unter der engen Lederjacke — und trägt ihn durch die offene Tür ins Schlafzimmer.

Tyra kniet vor einem offenen Karton und sortiert Kleidungsstücke. Ihr blondes Haar fällt ihr über die Schulter, als sie sich umwendet, um Mustafa zu bemerken. Ihr tief ausgeschnittenes Top spannt sich über ihre üppige Brust, und die engen Shorts betonen ihre athletische Figur.

»Brauchst du Hilfe?«, fragt Mustafa und stellt den Karton neben den anderen ab.

»Nein, danke. Ich komm schon alleine zurecht«, sagt Tyra und wendet sich wieder ihren Sachen zu. Ihre Stimme klingt höflich, aber bestimmt, eine klare Grenze ziehend.

Mustafa ignoriert ihre Ablehnung vollständig. Er geht zu dem Karton, den er gerade hereingetragen hat, und riss die Klebestreifen auf, ohne zu zögern. Das Knacken des Kartons durchschneidet die Stille des Raumes. Tyra erstarrte, ihre Hände mitten in der Bewegung, als Mustafa den Deckel öffnet.

Dessous. Haufenweise. Spitzen-BHs in verschiedenen Farben — Schwarz, Rot, Hautfarben — durchsichtige Strings, Korsetts, Hosenträger. Alles sorgfältig gefaltet, aber in diesem Moment völlig entblößt durch Mustafas unverhohlenen Blick.

Tyra spürt, wie Hitze in ihre Wangen schießt. »Das ist privat«, sagt sie und macht einen Schritt auf ihn zu, die Hand ausgestreckt, um den Karton zu schließen.

Mustafa lässt sich nicht abhalten. Seine Hand taucht in den Karton, und er zieht ein schwarzes Spitzen-Set heraus — BH und passenden String. Er hält es hoch, lässt das Licht durch die durchscheinenden Stoffe fallen.

»Heiße Teile«, sagt er, und seine Stimme ist ein dunkles Murmeln. »Die könntest du ja mal in einer privaten Modenschau für mich tragen.«

»Vergiss es«, sagt Tyra scharf. Sie packt den Karton und versucht, ihn Mustafa zu entreißen, aber er hält ihn fest, seine Finger krallen sich um den Rand. »Gib mir den Karton mit meinen Dessous. Jetzt.«

Mustafa lächelt, dieses selbstbewusste Grinsen, das seine Narbe auf der linken Wange leicht verzieht. »Ach, Süße, ich kann die doch auch für dich entsorgen.« Er wackelt mit den Augenbrauen. »Brauchst du die wirklich noch?«

»Vergiss es, Mustafa«, sagt Tyra, und ihre Stimme zittert leicht, ob vor Wut oder etwas anderem, ist nicht klar. »Die brauch ich noch.«

»Quatsch, Süße. Ohne Unterwäsche gefällst du mir besser.« Mustafa lehnt sich näher, seine Stimme sinkt zu einem Flüstern, das ihre Haut kitzelt. »Ist doch ein geiles Gefühl, ohne was drunter, oder nicht, Süße? Dieses Freie, dieses Verräterische. Jeder Schritt, jede Bewegung... du spürst alles anders.«

Tyra schluckt. Ihr Mund ist trocken, und sie spürt, wie etwas in ihrem Bauch zusammenzieht, dieses nervöse Kribbeln, das sie nicht versteht. »Ja«, sagt sie leise, beinahe gegen ihren Willen. »Ist schon ein aufregendes Gefühl, so ohne Unterwäsche.« Sie richtet sich auf, versucht, ihre Haltung wiederzufinden. »Aber hör auf, mich Süße zu nennen.«

Mustafa lacht, dieses leise, amüsierte Lachen. »Das kann ich dir nicht versprechen, Schatz.«

»Oh Gott, du bist unmöglich«, sagt Tyra und schüttelt den Kopf, aber die Ecke ihres Mundes zuckt, als würde sie lächeln wollen.

»Ich weiß«, grinst Mustafa und lehnt sich gegen den Karton, dessen Inhalt immer noch entblößt ist. »So, und jetzt zeig dich mal in deinen hübschen Dessous. Oder nackt, wie du möchtest. Deine Wahl, Süße.«

»Vergiss es, Mustafa«, sagt Tyra, und diesmal klingt ihre Stimme fester. »Ich bin verheiratet.«

»Okay, Schatz«, sagt Mustafa, als hätte sie gerade über das Wetter gesprochen. Er richtet sich auf, seine Hände gehen zu seinem Gürtel. »Ich zeig dir jetzt mal was. Und wenn du mehr davon sehen willst, dann kannst du ja in den Dessous oder nackt zu mir kommen.«

»Da bin ich ja gespannt, was das sein soll«, flötet Tyra, und ihre Stimme trägt dieses spöttische Unterton, das sie einsetzt, wenn sie unsicher ist.

Mustafa steht auf. Seine Bewegungen sind schnell, praktisch, ohne Zögern. Er öffnet in Windeseile seine Jeanshose, der Reißverschluss rutscht mit einem metallischen Geräusch. Seine Hände packen den Bund seiner Boxershorts und ziehen beides gleichzeitig nach unten, Hose und Unterwäsche, bis sie um seine Knöchel hängen.

Tyra ist total irritiert. Ihre Augen weiten sich, ihr Mund öffnet sich leicht, und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Sie ist unfähig, etwas zu sagen, ihre Stimme erstarb in ihrer Kehle, während ihr Blick an dem hängen bleibt, was vor ihr schwebt.

Ihr Blick haftet auf Mustafas hartem, massivem Kolben, der vor ihrem Gesicht pulsiert. Der Umfang ist beeindruckend, die Länge, die Größe — alles ist mehr, als sie je gesehen hat. Die Adern zeichnen sich deutlich unter der Haut ab, und die Spitze glänzt leicht, während sie sich rhythmisch hebt und senkt mit Mustafas Atmung.

Tyra schluckt, ihr Hals ist trocken wie Sandpapier, aber ihre Möse schreit förmlich nach Mustafas Schwanz. Sie spürt ein Ziehen in ihrem Unterleib, diese feuchte Wärme, die sie nicht kontrollieren kann. *Gott, ist das ein geiler, fetter Schwanz*, denkt sie, und der Gedanke schießt durch ihren Verstand, bevor sie ihn stoppen kann.

»Na, Schatz, gefällt er dir?«, fragt Mustafa, und seine Stimme ist dieses selbstbewusste Schnurren. »Du darfst ihn auch anfassen, wenn du willst.«

Tyra sammelt sich, ihre Finger krallen sich in ihre Handflächen, die Nägel hinterlassen kleine Halbmonde. »Nein, danke«, sagt sie, und ihre Stimme ist brüchig, nicht halb so bestimmt wie gewünscht. Sie richtet sich auf, ihre Schultern nach hinten, eine Haltung einnehmend, die sie nicht fühlt. »Jetzt geh bitte.«

»Okay, Schatz«, sagt Mustafa, als hätte sie gerade nach dem Wetter gefragt. Er zuckt mit den Schultern, seine Hände ruhen auf seinen Hüften, während sein erigierter Penis unbeeindruckt vor ihm aufragt. »Früher oder später wirst du eh noch um einen Fick mit mir betteln.«

Tyra lacht, dieses kurze, spöttische Lachen, das ihre Unsicherheit überspielen soll. »Träum weiter, Kleiner«, sagt sie, und ihre Stimme trägt diesen herablassenden Ton, den sie bei Kunden einsetzt, die zu viel trinken. »Jetzt zieh deine Hose wieder an.«

»Okay, Schatz«, grinst Mustafa, und dieses Grinsen erreicht seine blauen Augen, während seine Narbe auf der linken Wange sich verzieht. Er beugt sich herunter, seine Hände greifen nach dem Bund seiner Jeans, und er zieht Hose und Boxershorts in einer fließenden Bewegung nach oben. Der Reißverschluss rastert metallisch, als er ihn schließt, und er richtet sich auf, die Hände in die Hosentaschen gesteckt.

»Ich geh zu den anderen, ein Bier trinken«, sagt Mustafa, und seine Stimme ist lässig, als hätte nicht gerade sein erigierter Penis vor Tyras Gesicht gehangen. Er geht zur Tür, dreht sich noch einmal um, sein Blick gleitet über ihren Körper, als würde er sich einprägen, was er gesehen hat. »Ich geh eine rauchen«, sagt Tyra, und ihre Stimme ist zu schnell, zu beiläufig.

»Hat mein Schwanz dich nervös gemacht?«, fragt Mustafa, und dieses Grinsen ist zurück, dieses selbstbewusste, herausfordernde Grinsen.

»Nein«, lügt Tyra, und ihre Stimme bricht nicht, aber ihre Hände zittern leicht, als sie nach ihrer Zigarettenschachtel greift. »Und nenn mich nicht Schatz.«

»Okay, Süße«, lacht Mustafa, und dieses Lachen ist warm, amüsiert, als wären sie alte Freunde, die sich einen Scherz erlauben. »Du bist unmöglich«, sagt Tyra, und diesmal ist das Lächeln in ihrer Stimme nicht zu überhören, dieses resignierte, fast bewundernde Lächeln, das sie nicht kontrollieren kann.

Mustafa geht vor ihr durch den Flur, seine breiten Schultern füllen den schmalen Raum aus, und Tyra folgt ihm, ihre Schritte ungewollt leiser, ihre Augen auf seinem Rücken, auf der Art, wie sich seine Lederjacke über seine Muskulatur spannt. Sie erreichen die Balkontür, und Mustafa tritt hinaus, seine Stimme bereits laut, bereits voller Selbstverständlichkeit: »Leute, ich bin zurück. Wer hat noch Bier?«

Patrick und Marcel sitzen auf den mitgenommenen Plastikstühlen, die sie aus der Wohnung geholt haben. Der Tisch zwischen ihnen ist übersät mit leeren Flaschen, dem Rest einer Chips-Tüte, dem Rauch einer langsam verglühenden Zigarette in einem improvisierten Aschenbecher. Der Nachmittag neigt sich dem Abend zu, und das Licht wird weicher, goldener, wirft lange Schatten über den Betonboden des Balkons.

Marcel blickt auf, als Mustafa erscheint, und dann hinter ihm, wo Tyra den Balkon betritt. Ihr Blick trifft den seinen, und für einen Moment ist etwas darin, etwas, das Marcel nicht deuten kann — ein Flackern, ein Verschieben, als hätte sie etwas gesehen, das sie nicht erwartet hatte. Er will aufstehen, zu ihr gehen, aber Mustafa hat sich bereits auf den letzten freien Stuhl fallen lassen und die Bierflasche gegriffen, die Patrick ihm reicht.

»Also«, sagt Mustafa und zieht an der Flasche, den Schaum laufend über seine Finger. »Wie gefällt dir die neue Bude, Marcel?«

Marcel zwingt sich, den Blick von Tyra abzuwenden, die sich an das Geländer gelehnt hat, ihre Zigarette zwischen den Fingern, den Blick über den Innenhof gerichtet. »Geht«, sagt er knapp. »Besser als die Straße.«

Patrick lacht, dieses raue, gutmütige Lachen. »Ach, Marcel, du wirst dich hier einleben. Das Viertel wächst einem ans Herz. Und« — er zwinkert, ein bewusstes, theatralisches Zucken des Augenlids — »die Nachbarschaft hat ihre Vorzüge.«

Sein Blick gleitet zu Tyra, bleibt einen Moment zu lang an ihrem Rücken hängen, der sich in der engen Shorts abzeichnet. Marcel spürt die Wut in sich aufsteigen, dieses alte, vertraute Pochen in den Schläfen, aber er presst die Lippen zusammen, sagt nichts. Nicht jetzt. Nicht vor Patrick, der ihm den Job und die Wohnung verschafft hat.

Mustafa hat Marcel beobachtet, dieses leichte Schmunzeln um seine Mundwinkel, das nur er selbst kannte. Er lehnt sich vor, die Ellbogen auf die Knie gestützt, die Bierflasche zwischen den Fingern schaukelnd.

„Und, Tyra", sagt er, seine Stimme schneidet durch die Abendluft wie ein warmer Messerklinge. „Hast du schon einen Job in Aussicht?"

Tyra dreht sich langsam um, die Zigarette zwischen den Fingern, die Augen im Halbdunkel blau wie abgekühlte Asche. Sie zieht die Luft durch die Zähne, bevor sie antwortet, und der Rauch quillt aus ihren Mundwinkeln.

„Ja", sagt sie. „Ich hab morgen ein Vorstellungsgespräch."

Mustafa hebt eine Braue, die Interesse in seinen blauen Augen blitzt schneller auf als ein Feuerzeug in der Nacht. Er lehnt sich nach vorne, die Ellbogen auf die Knie gestützt.

„Ach, das ist ja schön", sagt er, und sein Ton ist so süß wie verdorbener Honig. „Wo denn?"

„Im Reisebüro Reiselust", antwortet Tyra, und sie bemerkt nicht, wie Mustafas Mundwinkel zucken, wie ein Angler, der spürt, dass der Köder genommen wird.

„Ach, das ist ja ein Zufall", sagt Mustafa, und jetzt ist das Lächeln in seiner Stimme nicht mehr zu überhören. Er streckt sich, die Lederjacke spannt über seine athletische Statur. „Meinem Onkel Mutlu gehört der Laden."

Tyra blinzelt, der Rauch der Zigarette irritiert ihre Augen für einen Moment. „Das ist ja wirklich ein Zufall", sagt sie, und ihre Stimme klingt einen Ton höher als gewollt. Ihre Gedanken rasen, und sie denkt, hoffentlich ist der nicht genauso wie Mustafa, und sie spürt, wie ihre Finger um das Geländer sich krallen.

„Wenn du willst, fahr ich dich morgen hin", sagt Mustafa, und seine Stimme ist so lässig, als würde er über das Wetter sprechen. „Ich will meinen Onkel eh mal wieder besuchen. Und vielleicht kann ich ja ein gutes Wort für dich einlegen."

Tyra öffnet den Mund, um abzulehnen, die Worte formen sich bereits auf ihrer Zunge, aber Patrick, der bisher schweigend in seinem Plastikstuhl gesessen hat, mischt sich ein.

„Ach, Tyra", sagt er, und seine Stimme ist rauchig von den vielen Zigaretten, die er geraucht hat. „Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Nutz die Hilfe von Mustafa."

Tyra dreht sich zu ihm um, die Zigarette fast abgebrannt zwischen ihren Fingern. Sie sieht ihn an, seinen muskulösen Körper in der Latzhose, das charmante Lächeln, das sie so oft gesehen hat. Sie denkt nach, beißt sich auf die Unterlippe, und dann nickt sie langsam.

„Ja", sagt sie, und ihre Stimme ist leiser als sonst. „Du hast ja eigentlich recht. Und den Job brauchen wir ja auch."

Mustafa grinst, seine Zähne blitzen im abnehmenden Licht. „Okay, dann hol ich dich morgen ab", sagt er. „Wann hast du denn das Vorstellungsgespräch?"

„Um zehn", sagt Tyra, und sie trinkt ihr Glas Sekt, das sie vorher auf dem Tisch abgestellt hatte, auf ex. Die Bläschen brennen in ihrer Kehle, und sie spürt, wie der Alkohol ihre Nerven beruhigt.

„Okay", sagt Mustafa, und er nickt zufrieden. „Wollen wir danach noch an den See fahren? Morgen soll es ja schönes Wetter geben." Er wendet sich an Marcel, der bisher kaum gesprochen hat. „Oder hast du was dagegen, Marcel?"

Marcel zuckt mit den Schultern, seine Hände um die Bierflasche gekrallt. „Ich? Nö", sagt er, und seine Stimme klingt rau. „Warum sollte ich."

„Gut", sagt Mustafa, und er richtet sich auf, die Hände in den Taschen seiner Jeans. „Also, Tyra?"

Tyra zündet sich eine neue Zigarette an, die Flamme des Feuerzeugs erhellt ihr Gesicht für einen Moment. Sie inhaliert tief, den Rauch in ihre Lungen ziehend, und dann nickt sie.

„Ja", sagt sie. „See klingt bei dem Wetter eigentlich gut."

„Dann ist ja alles klar", sagt Mustafa, und seine Stimme ist voller Vorfreude. „Ich freu mich."

Tyra raucht ihre Zigarette fertig, die Asche fällt auf den Betonboden des Balkons. Sie drückt die Kippe in einem Aschenbecher aus, der auf dem Tisch steht, und dann dreht sie sich um.

„Ich geh weiter auspacken", sagt sie, und ihre Stimme ist leise, fast als würde sie mit sich selbst sprechen. Sie geht vom Balkon in die Wohnung, ihre Schritte hallen im Flur, und dann ist sie verschwunden.

Die drei Männer bleiben zurück, die Abendluft legt sich schwer über den Balkon. Mustafa greift nach einer Bierflasche, die noch halb voll ist, und trinkt einen langen Schluck. Dann wendet er sich an Marcel, sein Grinsen breiter als nötig.

„Trägt Tyra eigentlich Unterwäsche", fragt er, „oder ist sie nackt unter ihrer Leggins?"

Marcel erstarrte, seine Finger um die Bierflasche so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten. Er öffnete den Mund, schloss ihn wieder, und dann presste er die Worte hervor.

„Es geht dich zwar nichts an", sagte er, und seine Stimme zitterte vor unterdrückter Wut, „aber meine Frau trägt immer schöne Unterwäsche."

Mustafa nickte, als hätte er gerade eine wichtige Information erhalten. Er lehnte sich zurück, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und sein Grinsen wurde verschmitzt.

„Bist du dir da sicher", fragte er, und sein Ton war so lässig, als würde er über das Wetter sprechen.

„Sehr sicher", sagte Marcel, und er richtete sich auf, die Schultern zurück, als würde er sich für einen Kampf bereitmachen.

Mustafa ließ die Hände hinter dem Kopf sinken und beugte sich nach vorne, die Ellbogen auf die Knie gestützt. Er sah Marcel direkt in die Augen, und sein Grinsen war jetzt fast herausfordernd.

„Also, wenn du dir so sicher bist", sagte er, „hätte ich eine kleine Wette."

„Was für eine Wette", fragte Marcel, und seine Stimme war rau, als hätte er lange nicht mehr gesprochen.

Mustafa lehnte sich zurück, eine Hand auf seinem Knie, die andere um die Bierflasche. Er trank einen Schluck, ließ den Biergeschmack auf seiner Zunge zergehen, und dann sprach er.

„Also, ich wette", sagte er, und er hob einen Finger, als würde er einen Punkt aufzählen, „Tyra hat keinen BH und keinen String oder Slip an."

Marcel starrte ihn an, die Augen weit, als hätte Mustafa gerade eine Fremdsprache gesprochen. Dann schüttelte er den Kopf, ein kurzes, heftiges Bewegen, als wollte er einen Gedanken abschütteln.

„Die Wette verlierst du", sagte er, und seine Stimme war fester jetzt, die Wut gab ihm Halt. „Und um was willst du wetten?"

Mustafa zuckte mit den Schultern, als wäre die Antwort offensichtlich. „Um die nächste Runde Bier."

Marcel nickte, ein kurzes, heftiges Bewegen des Kopfes. „Okay", sagte er, und die Worte kamen schnell, als fürchte er, er könne sie zurücknehmen. „Okay."

Mustafa drehte sich zu Patrick, der bisher schweigend zugehört hatte, seine Bierflasche halb vergessen in der Hand. „Und was meinst du, Patrick", fragte Mustafa. „Ist Tyra brav und hat Unterwäsche an, oder ist sie 'ne geile Sau und trägt keine?"

Patrick lässt die Bierflasche sinken, seine blauen Augen blitzen im abnehmenden Licht. Er leckt sich über die Lippen, als würde er einen Geschmack testen, und dann grinst er, ein langsames, verschmitztes Aufziehen der Mundwinkel.

„Also, ich glaube", sagt er, und er spricht langsam, jedes Wort wiegen, „sie hat einen String an, aber keinen BH."

Mustafa nickt, als hätte er gerade eine wichtige Entscheidung gehört. „Okay", sagt er, und er hebt die Hände, als würde er etwas zählen. „Da haben wir drei Meinungen."

Er lässt die Hände sinken und wendet sich wieder an Marcel, der steif auf seinem Stuhl sitzt, als wäre er aus Holz geschnitzt.

„Und wie willst du das kontrollieren", fragt Marcel, und seine Stimme ist rau, als hätte er lange nicht mehr gesprochen.

Mustafa grinst, die Narbe auf seiner Wange verzieht sich wie ein lebendes Ding. „Das lass mich mal machen", sagt er, und seine Stimme ist so selbstbewusst, als hätte er gerade einen Königsmarsch angekündigt.

Er richtet sich auf, die Hände in die Taschen seiner engen Jeans gesteckt, und geht zur Balkontür. Er öffnet sie, der Scharnier quietscht leise, und er ruft in die Wohnung hinein, seine Stimme hallt im Flur.

„Tyra, kommst du mal kurz auf den Balkon?"

Es gibt eine Pause, das Geräusch von Kartons, die verschoben werden, dann Schritte. Tyra erscheint in der Türöffnung, ihr blondes Haar fällt in welligen Strähnen über ihre Schultern. Sie trägt noch immer das enge Top und die Leggings, die ihre athletische Figur betonen, und ihre blauen Augen wandern von Mustafa zu den anderen Männern, dann zurück zu Mustafa.

„Was ist", fragt sie, und ihre Stimme ist vorsichtig, als würde sie eine Falle wittern.

Marcel will gerade etwas sagen, seine Hände auf den Knien, der Mund bereits geöffnet, aber Mustafa fällt ihm ins Wort. Mustafa hebt eine Hand, als würde er einen Verkehrspolizisten spielen, und sein Grinsen ist so breit, dass seine Zähne im Halbdunkel blitzen.

„Also, Tyra", sagt er, und er spricht langsam, als würde er jedes Wert genießen, „wir haben hier eine kleine Wette. Nichts Schlimmes, nur um eine Runde Bier."

Tyra runzelt die Stirn, ihre Augenbrauen ziehen sich zusammen wie zwei sich bekriegende Kater. Sie schaut zu Marcel, dann zu Patrick, dann wieder zu Mustafa.

„Du Wichser", denkt sie, und sie spürt, wie ihre Finger sich in die Hüften graben. „Du hast ja meinen BH und meinen String."

Aber sie sagt nichts davon. Stattdessen hebt sie das Kinn und schaut Mustafa direkt in die Augen.

„Und wie wollt ihr das kontrollieren", fragt sie, und ihre Stimme ist kühl wie der Beton unter ihren Füßen.

Mustafa grinst, die Narbe auf seiner Wange verzieht sich zu einem lebendigen Muster. „Ganz einfach", sagt er, und er hebt eine Hand, als würde er etwas erklären, das jedes Kind verstehen würde. „Du ziehst dein Top nach oben, bis wir sehen, ob du einen BH trägst oder nicht."

Tyra starrt ihn an, ihre Augen weit, als hätte er gerade vorgeschlagen, sie solle auf dem Balkon tanzen. Dann dreht sie sich zu Marcel, ihre Hände in die Hüften gestemmt.

„Ehrlich jetzt, Marcel", sagt sie, und ihre Stimme zittert vor unterdrückter Wut. „Du bist damit einverstanden?"

Marcel zuckt mit den Schultern, seine Hände auf den Knien, die Augen auf den Boden gerichtet. „Naja", sagt er, und seine Stimme ist so leise, dass sie kaum zu hören ist. „Irgendwie müssen wir das ja auflösen. Wetschulden und so."

„Oh Mann", sagt Tyra, und sie schüttelt den Kopf, ihr blondes Haar wirft Schatten auf ihre Wangen. Aber dann greift sie ihr Top, ihre Finger zittern leicht, und sie zieht es langsam, zögerlich nach oben.

Der Stoff rutscht über ihre Haut, enthüllt zuerst den flachen Bauch, dann die Rippen, dann den Ansatz ihrer Brüste. Sie hält inne, das Top unterhalb ihrer Brüste, die Haut im abnehmenden Licht golden.

„So", sagt sie, und ihre Stimme ist rau, als hätte sie lange nicht mehr gesprochen. „Zufrieden?"

Mustafa lehnt sich vor, seine Augen fixiert auf die enthüllte Haut. „Ich glaube", sagt er, und seine Stimme ist dick, als würde er durch Honig sprechen, „Patrick und ich haben Recht."

„Vielleicht ist der BH auch nur hochgerutscht", sagt Patrick, der bisher schweigend zugesehen hat, seine blauen Augen blitzen im Halbdunkel. „Wir wollen ja fair sein und Marcel eine Chance geben."

„Du hast recht", sagt Mustafa, und er nickt, als würde er eine wichtige Entscheidung treffen. Er wendet sich an Tyra, sein Grinsen breiter denn je. „Zieh dein Top weiter nach oben."

Tyra atmet tief ein, ihre Brust hebt sich, und dann zieht sie das Top weiter hoch, über ihre Brüste, bis kurz unter ihre Nippel. Die goldene Haut glänzt im abnehmenden Licht.

„Ist gut, ist gut", sagt Marcel, und seine Stimme bricht, als würde er sie kaum unter Kontrolle halten können. „Ich seh es ja ein. Ich hab verloren."

„Scheiße, sind das geile Titten", entfährt es Patrick, und seine Stimme ist roh, als hätte er gerade einen Schlag versetzt bekommen.

„Oh ja", grinst Mustafa, und er lehnt sich zurück, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. „Aber jetzt müssen wir noch klären, wer von uns beiden recht hat."

Tyra zieht ihr Top wieder nach unten, der Stoff rutscht über ihre Haut, bedeckt sie wieder. „Ich glaube, ihr habt genug gesehen", sagt sie, und ihre Stimme ist kühl, aber ihr Atem geht schneller als sonst.

„Schade", sagt Mustafa, und er zuckt mit den Schultern, als würde er über das Wetter sprechen. „Aber ich glaube, was wir gleich sehen werden, ist nicht schlechter."

Er richtet sich auf, die Hände in die Taschen seiner Jeans gesteckt, und geht auf Tyra zu. Sie steht reglos, das Top wieder an seinem Platz, die Leggings straff über ihren Hüften. Mustafa bleibt vor ihr stehen, so nah, dass sie seinen Atem riechen kann, Bier und Zigaretten und etwas Süßeres, das sie nicht identifizieren kann.

„Also, Tyra", sagt er, und seine Stimme ist leise, nur für sie bestimmt, obwohl die anderen Männer nur Meter entfernt sitzen. „Wenn du uns die Ehre erweisen würdest und uns wissen lässt, was du drunter trägst. Oder auch nicht."

Tyra schaut zu Marcel, der reglos in seinem Stuhl sitzt, die Hände auf den Knien, die Augen auf sie gerichtet. Er zuckt mit den Schultern, ein kaum wahrnehmbares Bewegen, das sie als Zustimmung interpretiert, oder vielleicht auch nur als Resignation.

„Also gut", sagt Tyra, und ihre Stimme ist leiser als sonst, als würde sie sich selbst nicht trauen, laut zu sprechen. Sie dreht sich um, den Rücken zu den Männern, und greift den Bund ihrer Leggings.

Die schwarze, hautenge Stoff rutscht langsam über ihre Hüften, enthüllt zuerst die obere Hälfte ihres Gesäßes, die Haut glatt und gebräunt, ohne Spur eines Höschens. Tyra zieht weiter, die Leggings rutscht über ihre Oberschenkel, bis der halbe Arsch freiliegt, die Schamlippen gerade noch verdeckt.

„So", sagt sie, und ihre Stimme ist rau, als hätte sie lange nicht mehr gesprochen. „Zufrieden?"

Patrick lehnt sich vor, seine Augen fixiert auf die enthüllte Haut. „Ich bin mir noch nicht sicher", sagt er, und seine Stimme ist dick, als würde er durch Honig sprechen.

Tyra zieht die Leggings weiter nach unten, der schwarze Stoff rutscht über ihre Knie, bis der komplette Arsch freiliegt. Die Schamlippen sind nun sichtbar, glatt rasiert, nass glänzen im abnehmenden Licht.

„Jetzt zufrieden", fragt Tyra, und ihre Stimme ist kühl, aber ihr Atem geht schneller als sonst.

„Geiler Fick-Arsch", sagt Mustafa, und seine Stimme ist roh, als hätte er gerade einen Schlag versetzt bekommen. „Ich hab gewonnen."

„Beug dich nach vorne", sagt er, und seine Stimme ist ein Befehl, nicht eine Bitte.

„Es reichte jetzt", sagt Marcel, und seine Stimme bricht, als würde er sie kaum unter Kontrolle halten können. Er springt auf, die Hände zu Fäusten geballt. „Zieh dich wieder an."

„Schade", sagt Mustafa, und er zuckt mit den Schultern, als würde er über das Wetter sprechen. Er wendet sich an Patrick, sein Grinsen breiter denn je. „Patrick hätte ihre Möse bestimmt auch gerne gesehen."

„Nichts da", sagt Marcel, und seine Stimme ist jetzt fester, die Wut gibt ihm Halt. „Ich geh jetzt Bier holen."

Tyra zieht ihre Hose wieder hoch, der schwarze Stoff rutscht über ihre Hüften, bedeckt sie wieder. Sie dreht sich um, ihre Augen treffen die von Marcel, und für einen Moment schweigen sie, Worte, die nicht gesprochen werden können, hängen in der Luft.

Dann geht Marcel, seine Schritte hallen im Flur, und die Tür fällt hinter ihm ins Schloss.

„Du hast echt schöne Brüste", ssagt Mustaf. Seine Stimme klingt beiläufig, fast nachlässig, als würde er das Wetter kommentieren. „Sind die natürlich?"

Tyra dreht sich vom Geländer weg. Die Zigarette in ihrer Hand glüht hell auf, wenn sie daran zieht. Ihre blauen Augen mustern Mustafa einen Moment lang, dann lächelt sie spöttisch.

„Ähm, danke." Sie bläst den Rauch zur Seite, weg von den Männern. „Klar sind die natürlich."

Patrick richtet sich auf seinem Stuhl auf. Sein Blick wandert zwischen Mustafa und Tyra hin und her, ein amüsiertes Funkeln in seinen blauen Augen. Er nippt an seinem Bier, sagt aber nichts.

„Glaub ich nicht", murmelt Mustafa. Er schüttelt leicht den Kopf, die kurzen schwarzen Haare glänzen im abendlichen Licht. „So fett wie die sind."

„Dafür wären sie ganz schön prall und zu fest, denke ich", wirft Patrick ein. Seine Stimme ist ruhig, fast nachdenklich, als würde er über ein mechanisches Problem nachgrübeln. „Für Naturbrüste, meine ich."

„Denke ich auch", pflichtet Mustafa ihm bei. Er mustert Tyra erneut, sein Blick bleibt an ihrer Brust haften. „Zu prall. Zu fest."

Tyra schnaubt leise. Sie drückt ihre Zigarette im provisorischen Aschenbecher aus – eine umgedrehte Bierdose – und verschränkt die Arme vor der Brust. Die Bewegung hebt ihre Brüste noch deutlicher hervor.

„Macht euch mal keine Gedanken", sagt sie. Ihr Ton ist spöttisch, herausfordernd. „Das ist alles Natur n mir."

Mustafa lächelt. Es ist kein freundliches Lächeln, eher das eines Jägers, der seine Beute eingekreist hat. Er stellt die Bierflasche auf dem Boden ab, lehnt sich nach vorne, die Unterarme auf den Knien ruhend.

„Was zu beweisen wäre", sagt er leise.

Tyra hebt eine Augenbraue. „Wie soll ich dir das beweisen, Kleiner?"

Mustafa zuckt mit den Schultern. Die Bewegung zieht seine Lederjacke straff über seine athletische Statur. „Ganz einfach. Lass es mich fühlen."

Ein kurzes Lachen entweicht Tyras Lippen. Sie schüttelt den Kopf, die blonden Wellen schwingen um ihre Schultern. „Warum sollte ich das, Kleiner?"

Mustafa greift in seine Jackentasche. Seine Bewegungen sind langsam, bedächtig, als würde er Karten bei einem Pokerspiel aufdecken. Er zieht ein Bündel Geldscheine hervor, fächert sie mit den Fingern auf.

„Weil ich dir sagen wir mal..." Er zählt die Scheine durch, die Lippen bewegen sich leise. „Fünfzig Euro geben würde. Wenn sie wirklich echt sind."

Tyra mustert das Geld. Ihre Augen verengen sich leicht, ein kurzes Zucken um ihren Mund. Sie greift nach ihrem Sektglas, das auf dem kleinen Plastiktisch neben ihr steht, und trinkt einen großen Schluck. Die Bläschen prickeln auf ihrer Zunge.

„So billig bin ich nicht zu haben, Kleiner", sagt sie schließlich. Ein spöttisches Lachen folgt, während sie das Glas wieder abstellt. „Und jetzt trink dein Bier."

Mustafa steckt die fünfzig Euro zurück in seine Tascke. Sein Gesichtsausdruck verändert sich nicht, die selbstbewusste Haltung bleibt erhalten. Er mustert Tyra eine Weile schweigend.

„Und für hundert?" fragt er dann.

Tyra schnaubt. „Zu wenig."

Mustafa nickt langsam, als würde er ein Geschäftsangebot prüfen. „Und für zweihundert?"

Tyra schüttelt den Kopf. „Nö." Sie greift nach der Sektflasche, die neben ihrem Glas steht, und schenkt sich nach. Das goldene Funkeln des Getränks füllt ihr Glas fast bis zum Rand.

Mustafa lehnt sich zurück. Seine blauen Augen fixieren Tyra, während er über seine nächsten Worte nachdenkt. Die Narbe an seiner linken Wange zieht sich leicht, als er lächelt.

„Okay", sagt er schließlich. „Fünfhundert. Mein letztes Angebot."

Tyra erstarrt mitten in der Bewegung, das Sektglas in der Hand. Ihre Augen weiten sich leicht, dann verengen sich wieder. Fünfhundert Euro. Das ist mehr, als Marcel in einer Woche als Kfz-Meister verdient. Das würde die Miete decken, Essen kaufen, vielleicht sogar etwas zurücklegen für die Werkstatt, von der Marcel immer noch träumt.

Sie nimmt einen großen Schluck Sekt. Die Bläschen brennen leicht in ihrer Kehle, geben ihr einen Moment Zeit zu denken. Ihre Finger umschließen das Glas fester, während sie Mustafas Angebot erwägt.

„Also gut", sagt sie schließlich. Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. „Aber nur über meinem Top. Und zeig mir vorher, dass du auch das Geld hast."

Mustafa nickt. Seine Bewegungen sind schnell, präzise, als würde er eine wichtige Transaktion abschließen. Er greift in seine Jackentasche, zieht ein dickes Bündel Geldscheine hervor. Die Fünf Hundert-Euro-Scheine sind frisch, knirschen leicht, als er sie durchzählt.

„Hier", sagt er. Er hält Patrick das Geld hin. „Du passt solange auf das Geld auf."

Patrick nimmt die Scheine entgegen. Seine Augenbrauen heben sich leicht, ein amüsiertes Lächeln spielt um seine Lippen, während er das Geld zählt. Er steckt es in seine Hosentasche, klopft zweimal darauf.

„Sicher verwahrt", sagt er grinsend.

Mustafa steht auf. Seine Bewegungen sind fließend, selbstbewusst. Er geht einen Schritt auf Tyra zu, dann noch einen. Der Abstand zwischen ihnen schmilzt, bis er nur noch Armlänge von ihr entfernt steht. Seine blauen Augen fixieren ihre Brust, während er langsam die Hände hebt.

Tyra bleibt reglos stehen. Ihr Atem geht flacher, während sie Mustafas Hände auf sich zukommen sieht. Die Finger des jungen Mannes berühren zuerst den Stoff ihres Tops, spreizen sich über die runden Formen darunter. Er drückt zu, knetet die weiche Fleischmasse mit langsamen, festen Bewegungen.

„Hmm", murmelt Mustafa. Seine Stimme ist gedämpft, konzentriert. „Fühlen sich echt an. Aber..." Er verstärkt den Druck, seine Finger graben sich tiefer in das Gewebe. „So kann ich das nicht richtig beurteilen. Das ist zuviel Stoff."

Tyra öffnet den Mund, um zu protestieren, aber Mustafa ist schneller. Seine Hände rutschen nach oben, greifen in den Ausschnitt ihres Tops. Mit einem schnellen, kraftvollen Ruck zieht er den Stoff nach oben, schiebt ihn über ihre Brüste, bis sie vollständig freigelegt sind. Die kühle Abendluft trifft auf ihre nackte Haut, lässt die Brustwarzen sich sofort hart stellen.

„Ey!" Tyras Stimme schneidet durch die Luft. Sie macht eine Bewegung, ihre Hände heben sich, um ihr Top wieder herunterzuziehen, aber Mustafa ist schneller. Seine Hände umschließen ihre nackten Brüste, seine Finger graben sich in die feste Fleischmasse. Er knetet sie mit langsamen, kraftvollen Bewegungen, seine Daumen streifen über die harten Brustwarzen.

„Das war so aber nicht abgemacht", sagt Tyra. Ihre Stimme zittert leicht, obwohl sie versucht, bestimmt zu klingen. Ihre Hände liegen auf Mustafas Handgelenken, aber sie drückt sie nicht weg.

„Süße", murmelt Mustafa. Er beugt sich näher zu ihr, seine Lippen nur Zentimeter von ihrem Ohr entfernt. „Für fünfhundert Euro muss ich mir schon sicher sein." Seine Hände arbeiten unbeirrt weiter, massieren ihre Brüste mit einer Mischung aus Sanftheit und Kraft. „Es passiert ja nichts. Mach dir keine Gedanken."

Tyra schluckt schwer. Ihre Lider flackern, während sie versucht, einen klaren Gedanken zu fassen. Mustafas Hände fühlen sich warm an, kundig, und obwohl sie weiß, dass sie protestieren sollte, bleibt ihr Mund geschlossen. Ihre Finger umklammern seine Handgelenke fester, aber immer noch ohne ihn zurückzudrücken.

Patrick beobachtet das Treiben aus seiner Position auf dem Plastikstuhl. Seine Hände ruhen auf seinen Knien, die Finger leicht gekrümmt. Ein Lächeln spielt um seine Lippen, halb amüsiert, halb fasziniert. Er sagt nichts, seine blauen Augen folgen jeder Bewegung Mustafas Hände, jeder Reaktion in Tyras Gesicht.

Mustafa massiert Tyras Brüste gekonnt. Seine Daumen kreisen über ihre Brustwarzen, pressen sich rhythmisch gegen die harten Knoten. Er spürt, wie sich ihre Atmung beschleunigt, wie ihre Brustkorb sich schneller hebt und senkt. Ein Stöhnen entweicht Tyras Lippen, zu leicht, als dass sie es unterdrücken könnte.

Der Saft fährt Tyra in die Möse. Sie spürt die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln, die plötzliche Wärme, die sich in ihrem Unterleib ausbreitet. Ihre Knie werden weich, und sie muss sich am Geländer hinter ihr festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Ein weiteres Stöhnen dringt aus ihrer Kehle, lauter diesmal, zu laut.

Mustafa beugt sich vor. Seine Bewegung ist flüssig, fast graziös, als würde er eine Tanzeinlage vorführen. Sein Mund öffnet sich, umschließt einen ihrer Brustwarzen, und er saugt kräftig daran. Seine Zunge kreist um den harten Knoten, spielt mit dem Nippel.

Tyra presst die Lippen zusammen. Ihre Augen schließen sich, während sie versucht, das nächste Stöhnen zu unterdrücken. Es gelingt ihr nicht. Ein lautes, kehliges Geräusch entweicht ihrer Kehle, hallt über den Betonboden des Balkons. Ihre Finger graben sich in Mustafas Handgelenke, die Knöchel weiß hervortretend.

Ihre Möse läuft förmlich aus. Die Feuchtigkeit hat ihre Leggings durchtränkt, klebt den Stoff an ihrer Haut. Tyra spürt jeden Luftzug, jedes Vibrieren der abendlichen Stille. Ihre Hüfte bewegt sich unwillkürlich, presst sich gegen Mustafas Hand, die immer noch ihre andere Brust massiert.

Tyra ist sichtlich erregt von Mustafas Behandlung. Ihr Gesicht ist gerötet, die Wangen brennend rot. Ihre Augenlider flattern, und sie beißt sich auf die Unterlippe, um weitere Laute zu unterdrücken. Es gelingt ihr nicht. Ein leises Stöhnen, dann ein weiteres, lauter diesmal, entweichen ihren Lippen.

Plötzlich hören sie die Tür. Das charakteristische Quietschen der Balkontür, die öffnend gegen den Rahmen stößt. Schritte auf dem Betonboden, schwer, ungleichmäßig – Marcel kommt mit dem Bier zurück.

Mustafa lässt Tyras Brüste los. Seine Bewegung ist schnell, fast abrupt, als würde er eine heiße Herdplatte berühren. Er richtet sich auf, tritt einen Schritt zurück, seine Hände an den Seiten seines Körpers. Sein Gesichtsausdruck verändert sich nicht, bleibt entspannt, fast gelangweilt.

Tyra zieht ihr Top wieder nach unten. Ihre Finger zittern leicht, als sie den Stoff über ihre nackten Brüste zieht, ihre Brustwarzen unter dem Material verbergend. Sie räuspert sich, greift nach ihrem Sektglas, das sie irgendwann abgestellt haben muss.

„Natur", sagt Mustafa. Seine Stimme ist ruhig, sachlich, als würde er ein technisches Urteil fällen. Er nickt langsam, seine blauen Augen treffen Tyras Blick einen Moment lang. „Echt."

Patrick lacht auf. Es ist ein tiefes, kehliges Lachen, das aus seinem muskulösen Körper aufsteigt. Er steckt die Hand in seine Hosentasche, zieht das Bündel Geldscheine hervor, das Mustafa ihm anvertraut hat. Er zählt die Scheine durch, fächert sie auf wie ein Kartenspiel.

„Echt, geil", sagt Patrick. Er streckt den Arm aus, hält Tyra das Geld hin. Die Fünfhundert-Euro-Scheine knistern leicht in der abendlichen Brise. „Hier. Die hast du dir verdient."

Tyra nimmt das Geld. Ihre Finger umschließen die Scheine, spüren ihre Struktur, das Gewicht von fünfhundert Euro in bar. Sie zählt nicht nach, steckt das Geld in die Tasche ihrer Leggings, wo es gegen ihre feuchte Haut presst.

„Die hast du dir verdient", wiederholt Patrick. Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht, die Augen funkeln amüsiert. „Grins."

Marcel kommt zurück auf den Balkon. Seine Schritte sind schwer, die Bierkisten in seinen Händen schlackern leicht. Er stellt eine Kiste auf dem Boden ab, reicht Patrick und Mustafa jeweils eine Flasche. Das Bier ist noch kühl, Tropfen perlen auf dem Glas.

„Ja", sagt Mustafa. Er nimmt die Flasche entgegen, öffnet sie mit einem geübten Drehen des Handgelenks. Das Zischen des entweichenden Kohlendioxids hallt über den Balkon. „Wettschulden sind Ehrenschulden."

Sie stoßen an. Die Flaschen klimpern leise, ein kurzes, metallenes Lied im Abend. Mustafa trinkt einen großen Schluck, die Adamswapfel bewegt sich rhythmisch in seinem Hals. Patrick folgt seinem Beispiel, seine Augen immer noch auf Tyra gerichtet, ein amüsiertes Funkeln darin.

Tyra trinkt ihren Sekt leer. Das Glas ist schon seit einer Weile halb voll gewesen, der Sekt etwas warm geworden, aber sie trinkt ihn trotzdem aus. Die Bläschen sind weniger prickelnd, der Geschmack süßer, schwerer. Sie stellt das Glas auf dem Tisch ab, ein leises Klimpern.

„Ich muss weiter auspacken", sagt sie. Ihre Stimme klingt ruhig, fast gleichgültig, als wäre nichts Außergewöhnliches passiert. Sie dreht sich zum Balkongeländer, greift nach ihrer Zigarettenschachtel, steckt sie in die Tasche ihrer Leggings, neben das Geld.

Sie geht vom Balkon. Ihre Schritte sind fest, selbstbewusst, die Absätze ihrer Schuhe klappern leise auf dem Betonboden. Sie passiert Marcel, der gerade sein Bier öffnet, berührt ihn nicht, sieht ihn nicht an. Die Balkontür quietscht, als sie sie öffnet, schließt sich hinter ihr mit einem sanften Klicken.

Tyra geht ins Schlafzimmer. Das Zimmer ist noch immer chaotisch, Kartons stapeln sich an den Wänden, Kleider liegen auf dem ungemachten Bett. Das Fenster steht auf Kipp, lässt die abendliche Brise herein, die den Vorhang leicht bewegt. Sie geht zum Fenster, schließt es. Der Rahmen klemmt leicht, sie muss fest drücken, dann schnappt es zu.

Sie steht einen Moment reglos da, starrt auf die gegenüberliegende Hauswand. Ihre Spiegelung ist undeutlich im dunkler werdenden Glas, eine verschwommene Silhouette mit unbestimmten Zügen. Ihre Hand wandert zu ihrer Tasche, berührt das Bündel Geldscheine darin. Fünfhundert Euro. Fünfhundert Euro für ein paar Minuten, für ein paar Berührungen, für das Wissen, dass sie es getan hat, dass sie es ihm erlaubt hat.

Ihre Finger umklammern das Geld fester. Dann lässt sie los, dreht sich vom Fenster weg, und starrt auf das ungemachte Bett, auf die Kartons, auf das neue Leben, das sie hier beginnen soll.

Draußen auf dem Balkon klingen Stimmen, gedämpft durch die geschlossene Tür. Gelächter, das Klirren von Flaschen, das Wort „Ehrenschulden", das in der abendlichen Luft verhüllt.

Tyra spürt das Pochen zwischen ihren Schenkeln noch immer, ein unerbittliches Hammern, das mit jedem Herzschlag lauter wird. Mustafas Hände auf ihren Brüsten – das Gewicht, die Drehung, das unverhohlene Begehren in seinen blauen Augen – hat etwas in ihr geweckt, das sie nicht mehr ignorieren kann. Sie muss es aus sich herausholen, dieses Feuer, bevor es sie verzehrt.

Ihr Blick schweift durch das Schlafzimmer, das noch immer nach Umzugskartons und frischer Farbe riecht. Die neue Matratze liegt kahl auf dem Bettgestell, noch ohne Bezug, noch ohne die Illusion von Geborgenheit, die frische Bettwäsche vortäuschen könnte. Tyra greift nach dem Spannbettlaken, das sie zwischen den Umzugskisten gefunden hat, und zerrt es über die Matratze. Die Spannbänder knallen gegen den Rand, als sie das Laken straff zieht, ihre Finger zittern leicht, während sie die letzte Ecke einhakt.

Dann steht sie da, atmet schwer, spürt die Feuchtigkeit in ihrem Slip, die Scham darüber, dass ein achtzehnjähriger Bengel sie so zur Weißglut gebracht hat. Ihre Hände finden den Knoten ihres Neckholder-Tops, lösen ihn mit einer ruckartigen Bewegung. Das Stofffetzen gleitet zu Boden, und ihre Brüste schwingen frei, schwer und voller, die goldenen Ringe in ihren Brustwarzen fangen das letzte Abendlicht ein, das durch das Fenster fällt.

Die Leggings streift sie mit einer hastigen Bewegung herunter, lässt sie um ihre Knöchel liegen, während sie sich auf das Bett wirft. Die Matratze federt unter ihr, noch steif, noch ungebrochen von jahrelangen Nächten. Tyra spreizt die Beine, spürt die kühle Luft an ihrer rasierten Scham, an ihrem feuchten Schlitz, und ihre Hände beginnen sofort zu wandern.

Sie schließt die Augen, versinkt in die Dunkelheit hinter ihren Lidern, und da ist er sofort. Mustafa. Nicht der lachende Junge auf dem Balkon, nicht der arrogante Kleinkriminelle, der sie mit Geld und Blicken kauft – sondern die Hände, die eben noch ihre Brüste massiert haben. Sie spürt sie wieder, diese kräftigen Finger, die ungeniert zugegriffen haben, die ihre Schweren, die goldenen Ringe durch die Finger gleiten ließen.

Tyra umfasst ihre eigenen Brüste, presst sie zusammen, rollt die schweren Fleischmassen in ihren Händen. Ihre Finger finden ihr Nippel, ziehen daran, drehen sie, und ein Stöhnen entweicht ihrer Kehle, tief und unwirsch, als würde sie gegen etwas ankämpfen, das sie nicht benennen will. "Mmmh...", presst sie hervor, und in der Stille des Schlafzimmers klingt es laut, verräterisch, schamlos.

Warum, fragt sie sich, während ihre Hände härter zupacken, ihre Nägel in die weiche Haut graben. Warum macht mich dieser kleine Mistkerl so geil? Er ist jünger, er ist arrogant, er ist alles, was sie in einem Mann verachten sollte – und doch pulsiert ihr Körper unter der Erinnerung an seine Berührung, an die Unverfrorenheit, mit der er sie angefasst hat, als wäre sie bereits sein Eigentum.

"Ich muss mal kurz aufs Klo", sagt Mustafa zu Marcel und Patrick, und seine Stimme klingt lässig, fast gelangweilt. Er streckt sich, die Lederjacke knarrt, und er steht vom Plastikstuhl auf, den sie auf den engen Balkon gestellt haben. Marcel nickt abwesend, seine Gedanken scheinen woanders zu sein – bei den Rechnungen vielleicht, bei der Werkstatt, die er verloren hat.

Patrick grinst ihm hinterher, ein verschmitztes Zucken um den Mund, das Mustafa kennt. Der ältere Mann hat den Wettgewinn bereits eingesteckt, die Bestätigung, dass Tyra tatsächlich ohne Höschen durch die Gegend läuft, und jetzt träumt er wahrscheinlich von mehr, von dem, was kommen könnte, wenn Mustafa weiter so geschickt manipuliert.

Mustafa betritt die Wohnung, die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und er läuft den kurzen Flur zum Bad. Die Wohnung riecht noch nach Farbe und neuem Anfang, aber darunter liegt etwas anderes, etwas Weibliches, das Parfüm, das Tyra trägt, gemischt mit dem verschwitzten Hauch ihrer Anspannung. Er lässt die Badtür offen, pinkelt mit einer Hand in der Hosentasche, sein Blick wandert durch den Spiegel zu der Tür gegenüber, dem Schlafzimmer, das Tyra vor wenigen Minuten betreten hat.

Als er fertig ist, zieht er den Reißverschluss hoch, will zurück zum Balkon gehen – und bleibt stehen. Ein Geräusch, kaum mehr als ein Atemzug, ein unterdrücktes Stöhnen, das aus dem Schlafzimmer dringt. Mustafa erstarrt mitten in der Bewegung, sein Kopf dreht sich langsam, die Ohren spitzt, wie ein Raubtier, das Beute erschnüffelt.

Ein Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus, langsam, berechnend, triumphierend. Er greift in seine Jackentasche, zückt sein Smartphone, seine Finger gleiten über das Display, während er sich auf Zehenspitzen zum Schlafzimmer bewegt. Die Kamera-App springt an, er schaltet auf Video, hält das Gerät vor sein Gesicht, prüft den Winkel.

Die Tür ist angelehnt, ein schmaler Spalt, durch den warmes Licht fällt. Mustafa drückt sie weiter auf, millimeterweise, lautlos, die alten Scharniere quietschen nicht, als hätte das Schicksal selbst ihn hereingelassen. Was er sieht, lässt ihn fast laut auflachen – er beißt sich auf die Unterlippe, unterdrückt den Laut, drückt die Aufnahmetaste.

Tyra. Nackt. Breitbeinig auf dem Bett, ihre Beine gespreizt wie in einem schlechten Porno, den er tausendmal gesehen hat – nur dass dies besser ist, weil es echt ist, weil sie es nicht für die Kamera tut, sondern für sich, für das Feuer, das er in ihr entfacht hat. Ihre Hände kneeten ihre eigenen Brüste, die schweren Melonen, die er eben noch berührt hat, und ihr Gesicht ist zur Decke gewandt, die Augen geschlossen, der Mund leicht geöffnet in stummer Ekstase.

Mustafa tritt ein, schließt die Tür hinter sich, so leise wie möglich, und drückt sich gegen die Wand. Von hier aus hat er den perfekten Blickwinkel, kann ihr ganzes Bild einfangen, die nackte Wahrheit ihrer Erregung. Seine eigene Hose wird enger, er spürt seine Erektion gegen die Jeans pressen, aber er ignoriert sie, konzentriert sich auf das Display, auf die Frau, die für ihn masturbiert, ohne es zu wissen.

"Man", flüstert er, kaum mehr als ein Lufthauch, "die hat echt den geilsten Körper, den ich je gesehen habe." Die Worte sind für niemanden bestimmt, ein Mantra, das er sich selbst vorsagt, während er filmt. "Bald fick ich dich. Bald."

Tyra bewegt sich, eine Hand gleitet von ihren Brüsten hinab, über den flachen Bauch, die solariumgebräunte Haut, bis zu ihrer Scham. Ihre Finger teilen die Schamlippen, finden ihrem Kitzler.

Sie stöhnt, lauter jetzt, ungehemmter in der vermeintlichen Einsamkeit. "Oh ja...", haucht sie, und ihre Finger kreisen um ihre Klit, massieren die empfindliche Spitze ihres Kitzlers. "Mmmh, Mustafa..."

Mustafa erstarrt, das Grinsen gefriert auf seinem Gesicht, dann breitet es sich noch weiter aus, triumphierend, besitzergreifend. Er wusste es. Er wusste es die ganze Zeit. Diese verheiratete Schlampe, die so tut, als wäre sie besser als er, als wäre ihre Treue etwas Wertvolles – sie stöhnt seinen Namen, während sie sich selbst fingert, sie stellt sich vor, wie er sie fickt, wie sein riesiger Schwanz sie ausfüllt, wie er sie benutzt.

"Wusste ich es doch", murmelt er, das Handy zittert leicht in seiner Hand vor Anspannung. "Dass du geil auf meinen Schwanz bist, du kleine Hure."

Tyra hört nichts, sie ist zu weit weg, zu sehr vertieft in ihre Fantasie, in die Erinnerung an seine Hände. Ihre Finger gleiten tiefer, zwei von ihnen dringen in ihre feuchte Möse ein, und sie keucht auf, krümmt den Rücken, presst ihre Hüften gegen ihre eigene Hand. "Fick mich...", stöhnt sie, und der Name folgt, unvermeidlich, unwiderstehlich: "Mustafa..."

Mustafa filmt, jeden Moment, jeden Schrei, jedes Schmatzen ihrer Finger in ihrer triefnassen Spalte. Sie ist so nass, dass das Licht auf ihrer Feuchtigkeit glänzt, dass ihre Finger mühelos gleiten, dass die Geräusche laut und schamlos durch das Zimmer hallen. Drei Finger jetzt, sie dehnt sich selbst, fickt sich mit der gleichen Härte, mit der er es tun würde, wenn er endlich zugreift.

Ihre andere Hand findet zurück zu ihren Brüsten, kneet sie kräftig, zieht an den Nippeln, an den goldenen Ringen, bis sie sich dehnen, bis die Haut weiß wird vor der Anstrengung. Tyra stöhnt, ein kontinuierliches Wimmern, unterbrochen von scharfen Einatmen, wenn sie besonders tief in sich dringt, wenn sie besonders hart an ihren eigenen Brüsten zieht.

"Mustafa...", wieder und wieder, wie ein Gebet, wie ein Fluch. "Dein Schwanz... so riesig... so geil..."

Mustafa spürt den Druck in seiner Hose, ignoriert ihn. Später, denkt er. Später wird er sie nehmen, wird sie das Stöhnen lehren, das sie jetzt nur für sich behält. Aber jetzt, in diesem Moment, ist er der Voyeur, der Beobachter, der die Macht hat, sie zu entblößen, ohne selbst gesehen zu werden.

Tyra steigert das Tempo, ihre Hüften heben sich vom Bett, folgen den Stößen ihrer eigenen Hand. Vier Finger jetzt, sie presst den vierten dazu, dehnt sich, fühlt den Brennen, die Fülle, die sie sucht. Ihr Gesicht ist verzerrt, die Stirn gerunzelt, der Mund zu einem stummen Schrei geöffnet. Sie ist nah, er kann es sehen, an der Art, wie sie sich spannt, an den zitternden Oberschenkeln, an dem rhythmischen Pulsen ihrer Möse um ihre Finger.

"Oh Gott...", keucht sie, und ihre Stimme bricht, wird zu etwas Hohem, Urgentem. "Mustafa, du Arschloch... ich komme... oh Gott, ich komme..."

Der Orgasmus trifft sie wie eine Welle, lässt sie sich krümmen, winden, die Hüften in die Luft werfen. Ihr Saft spritzt aus ihr, feuchtet das Spannbettlaken, ihre Finger, ihre Innenschenkel. Sie schreit, nicht mehr besorgt um die Männer auf dem Balkon, nicht mehr besorgt um irgendetwas als diesen Moment der Erlösung, dieses explodierende Nichts, das alles auslöscht, was vorher war.

Tyra liegt keuchend auf dem Bett, ihre Brüste heben und senken sich, Schweiß glänzt auf ihrer Haut, ihre Finger noch immer in ihr vergraben, zitternd, nachlassend. Der Orgasmus klingt langsam ab, lässt sie schwerer atmen, lässt ihre Glieder weich werden, entspannt.

Und dann öffnet sie die Augen.

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Mustafa sieht den Moment, in dem sie ihn bemerkt. Die Pupillen, noch weit von der Ekstase, verengen sich, der Mund öffnet sich zu einem stummen O, der Körper erstarrt mitten in der Entspannung. Für einen Herzschlag, zwei, drei, liegt sie einfach nur da, starrt ihn an, versteht nicht, was sie sieht.

Dann kommt die Erkenntnis, und mit ihr die Panik.

"Was...", ihre Stimme ist rau, gebrochen, "was zum Teufel machst du denn hier?"

Mustafa lässt das Handy sinken, aber er stoppt die Aufnahme nicht. Sein Grinsen ist breit, unverschämt, das eines Siegers, der weiß, dass er alles hat, was er braucht. "Ich hab ein nettes Video von dir gedreht", sagt er, und seine Stimme klingt lässig, als hätte er nicht gerade eine verheiratete Frau beim Masturbieren gefilmt, als hätte sie nicht gerade seinen Namen geschrien, während sie gekommen ist.

Tyra richtet sich auf, ihre Hände fliegen zu ihren Brüsten, zu ihrer Scham, versuchen, sich zu bedecken, aber es ist zu spät, viel zu spät. "Du Arschloch", zischt sie, und ihre Stimme zittert vor Wut und Scham. "Warum?"

Mustafa zuckt mit den Schultern, tritt näher, das Handy noch immer in der Hand, die Aufnahme läuft still weiter. "Na, du hast doch meinen Namen gestöhnt", sagt er, und das Wort klingt schmutzig in seinem Mund, eine Beschuldigung und ein Kompliment zugleich. "Während du es dir gemacht hast." Er neigt den Kopf, mustert sie wie eine Ware, die er bereits besitzt. "Ich wusste doch, dass mein Schwanz dir gefällt."

"Nein", sagt Tyra schnell, zu schnell, ihre Stimme überschlägt sich. "Hat er nicht."

"Ach, Süße", Mustafa lacht, ein tiefes, raues Geräusch. "Gib es zu." Er tritt noch näher, bis er am Fußende des Bettes steht, bis sie seinen Schatten auf ihrer nackten Haut spüren kann. "Ich war lange genug hier im Schlafzimmer, um zu hören, an was du gedacht hast. An wen du gedacht hast." Er beugt sich vor, seine Augen funkeln. "Du hast dir vorgestellt, wie ich dich ficke. Wie mein riesiger Schwanz dich ausfüllt. Wie ich dich benutze, wie die kleine Schlampe, die du bist."

Tyra schluckt, ihre Kehle ist trocken, ihre Hände zittern. Sie will widersprechen, will ihn anlügen, aber die Wahrheit liegt zwischen ihnen, unübersehbar, unweigerlich. "Nein", flüstert sie, aber es klingt wie ein Ja, wie ein Geständnis.

"Na, ähm, ja, vielleicht", gibt sie schließlich kleinlaut zu, und die Worte schmerzen, brennen auf ihrer Zunge wie Gift. Sie senkt den Blick, starrt auf ihre eigenen Hände, noch feucht von ihrem Saft, und die Scham überwältigt sie fast.

Mustafa lacht wieder, triumphierend, und richtet sich auf. "Jetzt lösch bitte das Video", sagt Tyra, und ihre Stimme klingt flehend, etwas, das sie hasst, etwas, das sie nie sein wollte. "Bitte, Mustafa. Lösch es."

Er schüttelt den Kopf, langsam, genüsslich. "Nein, Süße", sagt er. "Das behalte ich." Er wendet sich ab, geht zur Tür, und seine Stimme schwebt zurück, lässig, tödlich. "Wer weiß, für was ich das noch gebrauchen kann."

Tyra starrt ihm nach, unfähig zu sprechen, unfähig zu begreifen. Er hat sie, hat alles – ihre Stöhne, ihren Namen, ihre Scham. Er könnte es überall hochladen, könnte es Marcel zeigen, könnte es als Druckmittel benutzen, um sie zu zwingen, immer wieder, zu allem, was er will.

Mustafa öffnet die Tür, sein Grinsen im Profil sichtbar, und dann hält er inne. Dreht sich um, das Handy in der Hand, die Aufnahme beendet, gespeichert, sicher. "Oder", sagt er, und das Wort hängt im Raum wie ein Versprechen, wie eine Drohung, "du fickst jetzt mit mir. Dann lösch ich es."

Tyra erstarrt, ihre Hände umklammern das Bettlaken, die Knöchel weiß vor Anspannung. Für einen Moment – einen verräterischen, schrecklichen Moment – zögert sie. Spürt die Erregung in sich aufflackern, die Erinnerung an seinen Griff, an die Härte, die sie sich eben erst eingebildet hat. Aber dann denkt sie an Marcel, an den Balkon, an die fünfhundert Euro in ihrer Tasche, die bereits zu viel waren, bereits einen Preis gesetzt haben, den sie nicht zahlen wollte.

"Vergiss es", sagt sie, und ihre Stimme ist fest, endlich, widerwillig stark. "Niemals."

Mustafa mustert sie, eine Augenbraube gehoben, als würde er ihre Entscheidung gewichten, als würde er prüfen, ob sie es ernst meint. Dann zuckt er mit den Schultern, eine Geste der Gleichgültigkeit, die alles andere als gleichgültig ist. "Na dann", sagt er, und seine Stimme ist hart geworden, die Maske des Charmeurs gefallen. Er dreht sich um, tritt durch die Tür, und seine Schritte hallen den Flur entlang, zurück zum Balkon, zurück zu Marcel und Patrick, zurück zu dem Leben, das sie gerade noch geführt hat.

Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Tyra bleibt allein.

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"Fuck", flüstert sie, und das Wort zerreißt die Stille. "Warum muss mir das passieren?"

Sie starrt auf die geschlossene Tür, als könnte sie ihn noch sehen, diesen kleinen Arschloch, der jetzt einen Porno von ihr besitzt, in dem sie seinen Namen stöhnt, in dem sie sich für ihn fingert, in dem sie kommt wie eine Hure im billigsten Bordell. Sie hat alles gegeben, ihre intimsten Momente, ihre wildesten Fantasien – und er hat es auf Video.

Tyra springt vom Bett, ihre Beine zittern noch vom Orgasmus, von der Anspannung, von der Wut. Sie greift nach ihrem Top, nach ihrer Leggings, zieht sie hastig an, ohne sich um BH oder Höschen zu kümmern. Ihre Finger sind ungeschickt, verheddern sich im Stoff, und sie flucht, laut und hässlich, während sie sich anzieht.

Das Spannbettlaken ist fleckig, feucht von ihr, ein weiterer Beweis ihrer Schande. Sie ignoriert es, kann es jetzt nicht ändern, wird es später verbrennen, vielleicht, oder einfach wegwerfen. Sie muss raus, muss atmen, muss den Rauch in ihre Lungen ziehen, der alles andere auslöscht.

Der Flur ist kurz, die Wohnung klein, und sie hört ihre eigenen Schritte zu laut, zu hastig. Die Balkontür ist noch immer offen, das Gelächter der Männer dringt herein, und sie erkennt Mustafas Stimme, tief und selbstzufrieden, erzählt er gerade irgendeine Geschichte, irgendeinen Witz, während er sie in der Tasche hat, während er weiß, dass er sie jederzeit zerstören kann.

Sie tritt auf den Balkon, und die drei Männer drehen sich um. Marcel lächelt sie an, unschuldig, ahnungslos, und die Scham schlägt ihr ins Gesicht wie eine Ohrfeige. Patrick mustert sie, die Augen schmal, als wüsste er etwas, als hätte Mustafa bereits erzählt, was er gesehen hat. Und Mustafa – Mustafa grinst, dieses breite, besitzergreifende Grinsen, und hebt sein Bierglas in einer stummen Prost, einem Toast auf seinen Sieg.

Tyra greift nach dem Feuerzeug in der Tasche ihrer engen Jeansjacke. Ihre Finger zittern leicht, als sie das Metallkäppchen aufklappt und die Flamme an die Zigarettenmitte hält. Das erste Ziehen brennt in ihrer Kehle, aber sie unterdrückt den Hustenreiz. Der Rauch quillt zwischen ihren leicht geöffneten Lippen hervor, wirbelt im abendlichen Licht des Balkons.

„Na Schatz, alles gut?" Marcel lehnt sich in seinem Plastikstuhl vor, die Bierflasche locker zwischen den Knien baumelnd. Seine Stirn legt sich in Falten, als er sie mustert. „Du siehst so nachdenklich aus."

Tyra dreht den Kopf halb zur Seite, sodass die blonde Welle ihres Haares über die Schulter gleitet. Ihre Finger spielen mit der Zigarette, die Asche fällt in kleinen grauen Schneeflocken auf den Betonboden. „Alles gut, Schatz." Ihre Stimme klingt beinahe zu locker, ein falsches Lächeln zieht ihre Mundwinkel nach oben. „Ich bin nur kaputt vom Umzug. Und vom Auspacken."

Marcel nickt langsam, sein Blick bleibt an ihr haften, als suche er nach etwas, das er nicht benennen kann. „Ja, das glaub ich dir." Er nimmt einen Schluck Bier, die Flasche gluckert bei der Bewegung. „Der Tag hat ganz schön geschlaucht."

„Ja, das hat er." Tyras Stimme erklingt fast zu schnell, zu bereitwillig. Sie zieht erneut an der Zigarette, spürt, wie das Nikotin ihre Nervenflattern leicht dämpft. Ihre Gedanken kreisen noch immer um die Szene im Schlafzimmer – Mustafas Hände auf ihrem Körper, das Handy, das sie gefilmt hat, die Drohung, die zwischen ihnen hing wie unsichtbarer Rauch.

Sie drückt die halb aufgerauchte Zigarette auf dem Geländer aus, beugt sich nach vorne und greift nach der halb leeren Sektflasche. Das Glas klirrt leise gegen den Hals der Flasche, als sie sich einschenkt. Der Schaum steigt auf, goldene Perlen, die im abnehmenden Licht schimmern. Tyra hebt das Glas an ihre Lippen und trinkt in großen, hastigen Schlucken. Der Alkohol brennt in ihrer Kehle, wärmt ihren Magen, versucht die Bilder zu löschen, die sich hinter ihren Lidschlägen abspielen – Mustafas Gesicht, sein Grinsen, die Wärme seiner Hände.

Patrick räuspert sich. Sein Stuhl quietscht, als er sich vorbeugt, die Unterarme auf die Knie stützt. Sein Blick wandert über Tyras Körper, langsam, bewusst, wie ein Mann, der eine Ware begutachtet. Er bleibt an ihrem Top hängen, dem engen Stoff, der sich über ihre üppige Brust spannte.

„Ich glaube, du solltest deiner Frau mal eine Jacke holen, Marcel", sagt Patrick. Seine Stimme ist lässig, fast belustigt, aber sein Blick bleibt auf Tyras Oberkörper geheftet. „Oder sie friert eben mit Absicht."

Marcel dreht den Kopf, sein Blick folgt Patricks. Tyras Rücken versteift sich, als sie spürt, wie ihre Brustwarzen sich unter dem dünnen Stoff hart stellen. Die kühle Abendluft, die über den Balkon weht, trifft auf die feuchte Haut ihrer frisch rasierten Schamlippen, die noch immer von Mustafas Berührungen kribbeln. Sie spürt die Männerblicke auf sich ruhen, spürt, wie sich ihre Erregung mit der Scham mischt.

„Ist dir kalt, Schatz?" Marcel steht auf, sein Stuhl kratzt über den Beton. Er tritt näher, die Stirn gerunzelt, als er ihre harten Nippel unter dem Top erkennt.

Tyra schüttelt den Kopf, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. „Nein, warum?"

Patrick lacht, ein tiefes, raues Geräusch, das in der abendlichen Stille des Balkons hängen bleibt. Er lehnt sich zurück, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Beine ausgestreckt. „Dann ist deine Frau geil, Marcel." Er grinst, die Augen schmal vor Belustigung. „Ich glaube, dann solltest du mal mit ihr im Schlafzimmer verschwinden und sie richtig ficken, bevor sie noch über uns herfällt."

Tyras Wangen flammen auf, die Hitze kriecht von ihrem Hals bis zu den Ohren. Ihre Finger umklammern das Sektglas so fest, dass die Knöchel weiß hervortreten. Sie will etwas sagen, eine schneidende Bemerkung, eine ablehnende Geste, aber ihre Stimme bleibt ihr im Hals stecken. Weil sie es ist. Weil Patrick die Wahrheit spricht, die sie selbst nicht aussprechen kann – die Erregung, die in ihr pulsiert, die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln, die sich nicht von Marcel, sondern von Mustafas Händen, von seinem Grinsen, von der Erinnerung an seinen Schwanz herleitet.

Mustafa räuspert sich. Er steht auf, die Lederjacke raschelt bei der Bewegung. Er streckt sich, die Arme über den Kopf, bevor er die Hände in die Jackentaschen schiebt. „Dann sollten wir langsam gehen, Patrick", sagt er, sein Blick gleitet kurz zu Tyra, ein fast unmerkliches Zucken um die Mundwinkel. „Damit Marcel und Tyra sich... vergnügen können. Nicht, dass Tyra noch über uns herfällt."

Patrick lacht erneut, ein trockenes Krachen, und steht ebenfalls auf. Er klopft sich den Staub von der Latzhose, greift nach seiner Bierflasche und leert sie in einem Zug. „Du hast Recht." Er winkt Marcel zu, ein lockeres, herablassendes Geste. „So, wir machen uns los. Bis morgen früh, halb acht in der Werkstatt."

„Ja, klar." Marcel nickt, die Hände in den Hosentaschen. „Und danke für deine Hilfe."

„Kein Ding." Patrick grinst, sein Blick wandert noch einmal zu Tyra, bleibt an ihren Brüsten hängen, bevor er sich abwendet. Er stapft zur Balkontür, seine schweren Stiefel hallen auf dem Beton.

„Bringst du die beiden noch zur Tür, Schatz?" Marcel beginnt, die leeren Flaschen zu sammeln, das Klirren des Glases durchbricht die Stille. „Ich räum hier noch schnell die Flaschen zusammen."

„Ja, klar, mach ich." Tyra setzt das Sektglas ab, die Basis klappert leicht gegen den Tisch. Sie richtet sich auf, zieht die Jeansjacke enger um die Schultern, obwohl die Abendluft mild ist. Ihre Schritte hallen leise auf dem Beton, als sie den Männern folgt.

„Dann mach's gut, Marcel", sagt Mustafa, der als Letzter die Balkontür passiert. Er dreht sich noch einmal um, sein Blick trifft Tyras für einen Sekundenbruchteil, bevor er sich an Marcel wendet. „Bis morgen."

„Ja, danke für deine Hilfe", murmelt Marcel, ohne aufzusehen, die Hände voller leerer Flaschen.

Tyra folgt den beiden Männern durch die Wohnung. Der Flur ist schmal, die Wände noch kahl, nur wenige Umzugskartons stapeln sich in den Ecken. Das Licht der Deckenlampe wirft harte Schatten auf den unverkleideten Betonboden. Ihre Schritte hallen in dem noch leeren Raum, begleitet von den schweren Tritten der Männer vor ihr.

Patrick erreicht die Wohnungstür zuerst. Er dreht sich um, als Tyra nähertritt, sein breites Gesicht vom Licht der Treppenhausbeleuchtung halb erhellt. „Na, dann bis morgen, hübsche Frau", sagt er, seine Stimme gedämpft in dem engen Treppenhaus.

Tyra will sich zurücklehnen, zur Seite treten, den üblichen Abschiedsfloskeln nachsprechen, aber Patrick ist schneller. Seine großen Hände greifen nach ihren Oberarmen, ziehen sie mit einem Ruck zu sich heran. Sein Körper ist hart, unbarmherzig fest gegen ihren gepresst, und sie spürt den Druck seiner Schenkel, die Kontur seiner Hüfte. „Danke für deine Hilfe", presst sie hervor, ihre Stimme ein wenig zu hoch, zu atemlos.

„Kein Problem." Patricks Atem streicht über ihre Wange, nach Bier und dem rauchigen Aroma von Grillfleisch riechend. „Für dich, hübsche Frau, immer wieder gerne." Seine Hände wandern, bevor sie reagieren kann, gleiten von ihren Armen zu ihrer Taille, dann tiefer, zu den Rundungen ihres Gesäßes. Seine Finger graben sich in den festen Muskel, kneifen kurz, fest zu, bevor sie sich lösen.

Tyra springt zurück, als hätte sie sich an heißem Metall verbrannt. Ihre Wangen brennen, ein Gemisch aus Scham und der unerwünschten Wärme, die in ihrem Unterleib pulsiert. Sie ringt nach Luft, ihre Stimme ein raues Flüstern: „Bis morgen, Patrick."

Er grinst, breit und selbstzufrieden, und wendet sich ab, die schweren Stiefel die Treppe hinabdonnernd lassen.

Tyra bleibt stehen, ihre Hand auf der kühlen Türklinke, das Herz hämmert gegen ihre Rippen. Sie atmet tief durch, bevor sie sich umdreht, ihr Blick trifft auf Mustafa.

Er lehnt lässig an der Wand des Treppenhauses, die Arme über der Brust verschränkt. Das Licht der schwachen Deckenlampe fängt die blauen Töne seiner Augen ein, lässt sie kalt und durchdringend erscheinen. Sein Mundwinkel zuckt, ein halbes Lächeln, das keine Wärme enthält.

„Danke für deine Hilfe", sagt Tyra, ihre Stimme bewusst neutral, fast kühl. „Und bis morgen."

Mustafa richtet sich auf, ein fließender Bewegungsablauf, der seine muskulöse Statur unter der Lederjacke betont. Seine Schritte hallen leise auf dem Beton, als er nähertritt, bis er vor ihr steht, so nah, dass sie den Geruch seiner Haut wahrnimmt – ein Hauch von Leder, etwas Scharfes, das sie nicht benennen kann.

„Na, so herzlos", murmelt er, seine Stimme ein dunkles Vibrieren in der Enge des Treppenhauses. Seine Hand schnellt vor, umklammert ihren Oberarm mit einem Griff, der fest genug ist, um sie zu halten, aber nicht zu schmerzen. „Nach allem, was wir heute zusammen erlebt haben?"

Tyra spürt den Druck seiner Finger durch den dünnen Stoff ihrer Jacke, spürt die Wärme, die von seiner Hand ausgeht. Sie will sich losreißen, will einen Schritt zurücktreten, aber ihre Füße scheinen am Boden festgeklebt zu sein. „Mustafa", beginnt sie, ihre Stimme ein Flüstern, das zwischen Befehl und Flehen changiert.

Er ignoriert sie. Seine andere Hand gleitet unter den Saum ihrer Leggings. Seine Finger sind kühl gegen ihre erhitzte Haut, als sie sich über ihren Bauch bewegen, die Muskeln spielen spürend, die Konturen nachzeichnend. Tyra holt scharf Luft, ihr Bauch zieht sich instinktiv ein, aber er folgt ihr, seine Hand gleitet tiefer, unter den elastischen Bund ihrer Leggings.

Die Enge des Treppenhauses scheint sich um sie herum zu pressen, die Wände näher rücken zu lassen. Tyra spürt, wie ihre Leggings unter seinem Griff nachgeben, wie der Stoff sich über ihre Hüften schiebt, wie ihre nackte Haut der kühlen Abendluft ausgesetzt wird. Mustafas Handfläche umfasst ihre Pobacke, die Finger graben sich in den festen Muskel, kneten ihn mit einer Selbstverständlichkeit, die sie atemlos macht.

„Mustafa", presst sie hervor, ihre Stimme ein ersticktes Flüstern, das zwischen Protest und etwas anderem, etwas Schämlichem changiert. Sie spürt die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln, spürt, wie ihre Schamlippen anschwellen unter der Provokation seiner Berührung, so nah und doch nicht dort, wo sie sie braucht.

Seine Finger gleiten weiter, tiefer, in die Spalte zwischen ihren Pobacken, finden die feuchte Wärme ihrer Schamlippen. Ein Finger streicht über die glatte, rasierte Haut, berührt die Perle ihres Klitorispiercings durch die feuchte Spalte hindurch. Tyra stöhnt auf, ein unterdrücktes Geräusch, das sie sofort mit der freien Hand ersticken will, das aber bereits in der Enge des Treppenhauses widerhallt.

Mustafa grinst, sein Gesicht so nah an ihrem, dass sie seinen Atem auf ihren Lippen spürt. „Du bist so nass", flüstert er, seine Stimme ein dunkles Knurren, das an ihre Wirbelsäule kriecht. „So fickbereit. Genau wie ich es mir habe."

Die Worte treffen sie wie ein Schlag. Die Erinnerung an das Video, das er von ihr hat, an die Erpressung, die zwischen ihnen schwebt, lässt sie erstarren. Ihre Hand schießt vor, umklammert sein Handgelenk, das noch immer zwischen ihren Beinen ruht, und zieht ihn mit einer Ruckbewegung heraus.

„Das reicht, Kleiner." Ihre Stimme ist eisig, eine plötzliche Kälte, die selbst sie überrascht. Ihre Augen brennen, als sie ihn anstarrt, das Kinn leicht erhoben, die Schultern zurückgezogen in einer Haltung, die an Größe verleiht, die sie in diesem Moment nicht fühlt. „Bis morgen früh."

Mustafa hebt die Hand, die noch feucht von ihr ist, betrachtet sie einen Moment lang, bevor er sie langsam an seine Nase führt. Sein Grinsen vertieft sich, als er ihren Duft einatmet, als würde er sich einen edlen Wein zu Gemüte führen. „Bis morgen, Tyra", sagt er, den Namen ausdehnend, jede Silbe schmeckend. „Schlaf gut. Träum von mir."

Er dreht sich um, seine Schritte hallen die Treppe hinunter, begleitet von dem rhythmischen Klacken seiner Stiefel auf dem Beton. Tyra bleibt stehen, ihre Hand noch immer auf der kühlen Türklinke, der Körper ein einziges Zittern aus unterdrücktem Zorn und etwas anderem, etwas, das sie nicht benennen will.

Tyra schließt die Wohnungstür hinter sich. Die Klinke rastet leise ein, ein Geräusch, das in der plötzlichen Stille des Flurs fast laut wirkt. Sie bleibt stehen, eine Hand noch auf dem kalten Metall, und atmet einmal tief durch. Der Flur riecht nach altem Putzwasser und dem fernen Gestank von frittiertem Essen aus einer der unteren Wohnungen.

"Ich geh schonmal duschen!", ruft Marcel aus dem Bad. Seine Stimme klingt gedämpft, durch die geschlossene Tür verfremdet, aber sie erkennt die Erschöpfung darin. Der Tag hat ihn mitgenommen – der Umzug, die Begegnung mit Mustafa auf dem Balkon, die schwelende Anspannung zwischen ihnen allen.

"Okay, Schatz, ich komme auch gleich!", ruft sie zurück.

Aber sie bleibt noch stehen. Ihr Blick fällt auf die abblätternde Farbe an der gegenüberliegenden Wand, auf einen Fleck, der wie ein verschmiertes Insekt aussieht. Die Wohnung ist renovierungsbedürftig, das wussten sie. Aber jetzt, in diesem Moment, fühlt sich das Ganze plötzlich bedrohlich an. Nicht das Gebäude selbst, sondern das, was es mit sich bringt. Die Nachbarn. Mustafa.

*Oh Gott*, denkt sie. *Dieses Arschloch. Was habe ich da zugelassen.*

Die Erinnerung an den Tag schiebt sich in ihren Kopf, ungebeten und aufdringlich wie Mustafa selbst. Seine Hände auf ihren Brüsten die Art, wie er sie geknetet hat, als wären sie Brotteig, den er formen wollte. Und ihr eigener Körper, der darauf reagiert hatte, trotz allem, trotz Marcel im Nebenzimmer, trotz ihrer Verzweiflung.

Aber jetzt, in der kühlen Realität des Flurs, löst sich die Erinnerung in etwas anderes auf. Nicht Scham, nicht wirklich. Nicht einmal Angst. Sondern ein pochendes, drängendes Gefühl tief in ihrem Unterleib.

Ihre Möse pocht. Ein langsamer, schwerer Rhythmus, wie ein zweites Herz, das dort unten schlägt. Sie spürt die Feuchtigkeit, die sich zwischen ihren Schamlippen sammelt, die Wärme, die trotz der kühlen Luft im Flur pulsiert. Ihr Körper braucht jetzt dringend einen Schwanz. Nicht will. *Braucht*.

Tyra löst ihre Hand von der Türklinke. Ihre Finger zittern leicht, als sie den kleinen Schritt zum Badezimmer macht. Der Flur fühlt sich plötzlich endlos an, jeder Schritt eine kleine Ewigkeit, in der ihr Pochen lauter wird, dringlicher.

Die Badezimmertür steht einen Spalt offen. Dampf quillt heraus, trägt den Geruch von Marseils Duschgel mit sich – etwas Kräuteriges, Männliches. Sie hört das Rauschen des Wassers, das auf Fliesen prasselt, und dann Marseils Stimme, die etwas vor sich hin summt. Ein Lied, das sie nicht erkennt, etwas Melancholisches.

Tyra bleibt vor der Tür stehen und zieht ihre High-Heels aus. Die Schuhe kippen zur Seite, landen mit einem leisen Klappen auf dem Linoleumboden des Flurs. Dann greift sie hinter ihren Nacken, löst den Knoten ihres Neckholder-Tops, und lässt den Stoff nach vorn gleiten. Ihre Brüste springen frei, schwer und voll.

Sie schiebt die Leggings über ihre Hüften, über die runden Formen ihres Apfelpos, und tritt daraus. Nackt steht sie nun im Flur, der Dampf aus dem Bad legt sich wie ein Schleier auf ihre Haut, lässt sie glänzen im schwachen Licht der Deckenlampe.

Ein Moment der Stille. Tyra atmet tief ein, spürt die kühle Luft in ihren Lungen, das Pochen zwischen ihren Beinen. Dann schiebt sie die Badezimmertür auf und tritt ein.

Der Dampf umschließt sie sofort, wärmt ihre nackte Haut, lässt die Poren sich öffnen. Sie blinzelt, gewöhnt ihre Augen an das gedämpfte Licht – eine einzelne Lampe über dem Spiegel, die den Raum in warmes Gelb taucht. Die Fliesen unter ihren Füßen sind feucht, angenehm kühl.

Marcel steht mit dem Rücken zu ihr unter der Dusche. Sie sieht seine Silhouette durch die milchige Glastür der Duschkabine – die breiten Schultern, die schmale Taille, die kräftigen Beine. Wasser läuft in Bächen über seinen Rücken, sammelt sich in der Vertiefung seines Kreuzbeins, rinnt weiter über die festen Pölsterchen seines Pos.

"Schatz?", sagt sie, und ihre Stimme klingt rauer als beabsichtigt, vom Dampf belegt, von ihrer eigenen Erregung geschärft.

Marcel dreht sich um. Sein Gesicht erscheint hinter der beschlagenen Glastür, zuerst verschwommen, dann schärfer, als er näher tritt. Seine Augen weiten sich, als er sie erblickt – nackt, nass bereits vom Dampf, ihre Brüste schwer und wartend.

"Tyra", sagt er, und der Name klingt wie ein Seufzer, wie ein Gebet.

Er öffnet die Duschkabinentür. Das heiße Wasser prasselt nun auch auf sie, schlägt gegen ihre Schultern, läuft in Strömen über ihre Brüste, die Bauchhöhle, weiter zwischen ihre Beine. Der Schock der Temperatur lässt sie einen Moment lang die Luft anhalten, dann gewöhnt sie sich daran, spürt nur noch die Wärme, das Rauschen, Marseils Nähe.

Er greift nach dem Duschgel, einer durchsichtigen Flasche mit blauem Etikett, drückt eine große Menge in seine Handfläche. Der Geruch steigt auf – frisch, männlich, etwas mit Minze. Er reibt die Hände zusammen, bis sich Schaum bildet, weiß und glitzernd im Wasserstrahl.

Dann berührt er sie.

Seine Hände gleiten über ihre Schultern, verteilen das Gel in kreisenden Bewegungen, arbeiten sich langsam nach unten. Tyra schließt die Augen, spürt die Festigkeit seiner Finger, die Rauheit seiner Haut – Arbeitshände, geprägt von Jahren in der Werkstatt, von Schraubenschlüsseln und Ölflecken.

Sie stellt sich vor, es wären andere Hände. Dunklere Hände, jüngere, mit einer Narbe an der linken Wange, die sie spüren könnte, wenn er sie küsste. Mustafas Hände, die über denselben Weg gleiten, die gleichen Stellen berühren, aber anders – härter, forschender, ohne die Sanftheit, die Marcel noch besitzt, trotz allem.

Ein Schauer läuft über ihren Rücken, der nichts mit der Temperatur des Wassers zu tun hat. Tyra beißt sich auf die Unterlippe, spürt den Schmerz als Anker, als Erinnerung daran, wer sie ist, wo sie ist.

Marcel hat die Schultern hinter sich gelassen, arbeitet sich nun vorwärts, den Hals hinab, die Schlüsselbeine. Seine Hände werden langsamer, aufmerksamer, als sie den Bereich erreichen, den er am meisten liebt – ihre Brüste.

Er lässt sich Zeit. So viel Zeit. Seine Finger kreisen über die Außenseiten, kommen näher, entfernen sich wieder, ein rhythmisches Spiel der Erwartung. Tyra spürt, wie ihre Brustwarzen hart werden.

Dann umfassen Marcel sie. Beide Hände gleichzeitig, von unten, hebend, wiegend, knetend. Er drückt die festen Kugeln zusammen, lässt sie wieder los, greift fester, immer fester. Tyra stöhnt, unwillkürlich, die Stimme vom Wasser verschluckt, aber hörbar, ein leiser Schmerz und eine größere Lust vermischt.

"Fick mich, Schatz", haucht sie, und ihre Stimme klingt fremd in ihren Ohren, rau, gebrochen von dem, was sie denkt und fühlt. "Fick mich."

Sie dreht sich zu ihm um, das Wasser prasselt nun auf ihre Rückseite, läuft über ihr Gesicht, wenn sie den Kopf hebt. Marcel sieht sie an, seine Augen blau und ernst, verschieden von den anderen, die sie heute gesehen hat. Sanfter, verletzlicher.

"Aber nicht in mich spritzen", fügt sie hinzu, und die Worte kommen schnell, hastig, als könnte sie sie nicht zurückhalten. "Ich glaube, wir sollten mit dem Baby warten, bis es uns finanziell wieder besser geht."

Ein Schatten zieht über Marseils Gesicht, so schnell, dass sie ihn fast verpasst hätte. Etwas – Enttäuschung, vielleicht, oder Erleichterung, sie kann es nicht deuten. Aber dann nickt er, und sein Mund verzieht sich zu einem halben Lächeln, das nicht gecht wirkt.

"Ja, da hast du recht, Schatz", sagt er, und seine Stimme ist ruhig, kontrolliert, während er etwas anderes sagt.

Dann greift er nach ihren Hüften, dreht sie herum, drückt sie nach vorne gegen die kalten Fliesen der Duschkabine. Der Temperaturschock lässt sie erschauern, ihre Brüste pressen sich gegen das glatte Keramik, die goldenen Ringe klappern leise.

Sie hört, wie Marcel sich positioniert, spürt die Spitze seines harten Schwanzes an ihrem Eingang, feucht, fordernd. Dann stößt er zu.

Ein vertrautes Gefüll, und doch anders heute. Die Fliesen sind hart gegen ihre Brüste, kalt gegen ihren Bauch, während Marcel hinter ihr eindringt, seinen Rhythmus findet. Er bewegt sich leidenschaftlich, aber kontrolliert, wie er es immer tut, wie sie es von ihm kennt.

Aber sie braucht mehr heute. Braucht etwas anderes, etwas Härteres, das sie aus ihrem Kopf holt, aus den Gedanken an die anderen Hände, die anderen Augen, das Video auf ihrem Handy.

"Fick mich hart, Schatz", stöhnt sie, und ihre Stimme bricht, rau, flehend. "Fick mich richtig hart."

Eine Pause. Marcel stockt für einen Herzschlag, und sie spürt seine Hände fester auf ihren Hüften, die Finger graben sich in ihr Fleisch. Dann bewegt er sich schneller, stößt härter zu, sein Becken schlägt gegen ihr Gesäß, ein rhythmisches Klatschen, das vom Wasser verschluckt wird.

"Oh ja", keucht sie, "genau so."

Ihre Hand wandert zwischen ihre Beine, findet ihre Klitoris. Sie massiert sich heftig, die Finger kreisen, pressen, reiben. Die Kombination – Marseils harte Stöße von hinten, ihre eigene Hand vorne, das Wasser, das über sie rinnt – lässt sie hochschaukeln, schneller, ungestümer.

Und dann sind da die Gedanken, die sie nicht unterdrücken kann. Mustafa. Sein freches Grinsen, als er sie auf dem Balkon gefilmt hat. Seine Hände, die über ihre Brüste gefahren sind, härter, forschender als Marseils. Der Gedanke an seinen riesigen Schwanz, den sie gesehen hat, als er sich ihr gezeigt hat dick wie ihr Unterarm.

Sie stellt sich vor, wie er sie füllen würde, wie es sich anfühlen würde, von ihm genommen zu werden, nicht sanft, nicht vertraut, sondern hart, fremd, überwältigend.

"Oh Gott, Schatz", stöhnt sie, und sie weiß nicht mehr, zu wem sie spricht, zu Marcel oder zu dem Phantombild in ihrem Kopf. "Ich komme. Oh ja, ich komme."

Der Orgasmus bricht aus ihr heraus, heftiger als erwartet, wellenartig, zerschmetternd. Ihr Saft spritzt fontänenartig aus ihr heraus, mischt sich mit dem Duschwasser, rinnt ihre Beine hinab. Ihre Möse pulsiert um Marcels Schwanz, zieht ihn tiefer, massiert ihn rhythmisch, als wollte sie ihn nicht mehr loslassen.

Marcel stöhnt, ein unterdrückter Laut, der mehr Überraschung als Lust enthält. Dann zieht er sich schnell aus ihr heraus, sein Schwanz gleitet heraus, schlägt gegen ihren Rücken, und sie spürt die heißen Schüsse seiner Ejakulation auf ihrem Arsch, auf ihrem Kreuzbein, ein klebriger, warmer Regen, der schnell vom Wasser fortgespült wird.

Schweigen. Nur das Rauschen der Dusche, das jetzt plötzlich laut klingt, zu laut. Tyra lehnt ihre Stirn gegen die kalten Fliesen, atmet tief, spürt wie ihr Herz langsam langsamer schlägt, der Orgasmus nachklappert in ihren Gliedmaßen.

Dann dreht sie sich um. Marcel steht vor ihr, sein Gesicht rot, seine Brust hebend, Wasserperlen in seinem dunkelblonden Haar. Er sieht sie an, und in seinen Augen ist etwas, das sie nicht deuten kann – Erschöpfung, vielleicht, oder Zufriedenheit, oder eine Spur von dem, was sie selbst fühlt: die Leere nach dem Sturm, das Wissen, dass das, was gerade passiert ist, nicht nur sie beide betrifft.

Sie greift nach seinem Nacken, zieht ihn zu sich herunter, und ihre Lippen treffen sich. Ein heißer, feuchter Kuss, Zunge gegen Zunge, das Salz ihres Schweißes, das Chlor des Wassers. Sie küsst ihn mit einer Intensität, die mehr verbergen will, als sie preisgibt, küsst ihn, um nicht sprechen zu müssen, um die Gedanken an den anderen Mann auszulöschen, zumindest für einen Moment.

"Das war gut, Schatz", flüstert sie gegen seine Lippen, als sie sich lösen. "Das hab ich jetzt gebraucht."

Marcel nickt, sein Gesicht entspannt sich zu einem halben Lächeln. "Ich auch", sagt er einfach.

Sie duschen sich fertig ab, eine stille Routine, vertraut und beruhigend. Tyra wäscht sich gründlich, spült Marseils Samen von ihrem Rücken, den eigenen Saft von ihren Schenkeln. Das Wasser wird kühler, dann kalt, und sie dreht es ab, tritt aus der Dusche.

Sie trocknen sich ab, jeder mit einem eigenen Handtuch, das grob über Haut und Haare gewischt wird. Tyra betrachtet sich im Spiegel, das Gesicht gerötet, die Haare nass und dunkler als sonst, an den Spitzen fast braun statt blond. Ihre Brüste hängen schwer. Sie dreht sich zur Seite, betrachtet ihren Bauch, die flache Stelle, wo vielleicht einmal ein Kind wachsen wird. Aber nicht jetzt. Noch nicht.

Nackt, wie sie sind, verlassen sie das Bad. Der Flur ist kühler als vorher, und Tyra spürt ihre Haut sich mit Gänsehaut bedecken, die Brustwarzen werden hart und spitz. Sie geht voran, ihre Hüften schwingen unwillkürlich, eine eingelernte Bewegung, selbst jetzt, wo niemand zuschaut, außer Marcel hinter ihr.

Das Schlafzimmer ist klein, das Bett ein Doppelbett, das gerade so in den Raum passt. Die Bettwäsche ist neu, noch das Muster, das sie gemeinsam ausgewählt haben, bevor alles zusammengebrochen ist. Blaue Streifen auf weißem Grund, ein Versuch von Gemütlichkeit inmitten des Chaos.

Tyra kriecht ins Bett, die Matratze federt unter ihrem Gewicht, das Laken raschelt leise. Sie zieht die Decke bis zur Brust, spürt die kühle Baumwolle gegen ihre noch feuchte Haut. Marcel steht noch am Bettrand, eine Silhouette gegen das Licht aus dem Flur, das durch die offene Tür fällt.

"Drehst du das Licht aus?", fragt sie leise.

Er geht zur Tür, sein Schatten bewegt sich an der Wand, groß und unbeholfen. Der Lichtschalter klickt, und die Dunkelheit bricht herein, nicht völlig schwarz, denn das Licht von draußen dringt durch die dünnen Vorhänge, ein bläulich-weißer Schimmer, der die Umrisse der Möbel gerade erahnen lässt.

Marcel kommt ins Bett, die Matratze neigt sich unter seinem Gewicht, rollt sie leicht zu ihm hin. Seine Haut ist noch warm von der Dusche, oder vielleicht ist es nur die Wärme zweier Körper, die sich suchen in der Dunkelheit. Er legt einen Arm um sie, seine Hand ruht auf ihrer Hüfte, schwer und vertraut.

"Gute Nacht, Schatz", murmelt er, sein Atem streift ihre Haare, riecht nach Zahnpasta und dem letzten Rest des Biers, das er vorhin getrunken hat.

"Gute Nacht", flüstert sie zurück.

Aber sie schläft nicht. Sie liegt still, hört Marseils Atem sich verlangsamen, tiefer werden, den Rhythmus des Schlafs annehmen. Sein Arm wird schwerer auf ihrer Hüfte, entspannt sich völlig. Er schnarcht leise, ein rhythmisches Rauschen, das sie seit Jahren kennt, das sie einst beruhigt hat, das sie jetzt aber isoliert, allein macht mit ihren Gedanken.

Und die Gedanken kommen. Ungebeten, unaufhaltsam, wie Wasser, das einen undichten Durchsuch. Mustafa. Sein Grinsen, als er sie im Schlafzimmer gefilmt hat, das Handy hochgehalten, das rote Licht der Aufnahme. Seine Worte, flüsternd, während Marcel nicht hingesehen hat: "Das wird ein schönes Video, Tyra. Ich werde es mir immer wieder ansehen, wenn ich allein bin."

Die Erpressung danach. "Ein Fick, Tyra. Ein einziger. Dann lösche ich es."

Sie hatte abgelehnt. Aber jetzt, im Dunkeln, mit Marcels regelmäßigem Atem neben ihr, fragt sie sich: Hätte sie ja sagen sollen? Wäre es dann vorbei gewesen, erledigt, das Video gelöscht?

Oder wäre es der Anfang gewesen? Der erste Schritt auf einem Weg, der sie immer weiter von Marcel wegführte, immer näher zu dem, was sie in Mustafas Augen gesehen hat – die Gier, die Macht, die unverhohlene Lust, die keine Rücksicht kannte?

Tyra schließt die Augen, aber das Dunkel hinter den Lidern ist keine Leere. Sie sieht Mustafas Gesicht, das freche Grinsen, die blauen Augen, die so hell sind in seiner gebräunten Haut. Seine Hände, die sich bewegen, als wären es ihre eigenen, gleiten über ihren Körper, berühren die Stellen, die Marcel berührt hat, aber anders, fremder, aufregender wegen des Verbotenen.

Sie spürt ihre Möse pochen, wieder, immer noch, trotz des Sex in der Dusche, trotz der Erschöpfung. Ihr Körper verrät sie, reagiert auf die Fantasie, auf die Erinnerung, auf das, was gewesen ist und das, was sein könnte.

Tyra dreht sich leicht, sucht Marseils Wärme, die Vertrautheit seines Körpers. Ihre Hand findet seine Brust, ruht dort, spürt den langsamen Rhythmus seines Herzens. Er bewegt sich nicht, schläft tief, getragen von der Müdigkeit des Tages.

Sie sollte auch schlafen. Morgen ist der erste Tag im neuen Job, im Kiosk von Mustafas Onkel. Mohammed wird sie ansehen, wird wissen, was sein Neffe mit ihr getan hat, was er von ihr will. Die Scham wartet bereits, lauert am Rand ihres Bewusstseins.

Aber stattdessen gleitet sie langsam in den Schlaf, und mit dem Schlaf kommen die Träume. Nicht absichtlich, nicht gewollt, aber unaufhaltsam wie die Gezeiten.

Sie träumt von Mustafa. Von seinen Händen auf ihrem Körper, nicht in der Erinnerung an das, was war, sondern neu, anders, intensiver. Er steht vor ihr, nackt, sein riesiger Schwanz steif und drohend, und sie kniet vor ihm, willig, begierig, während Marcel irgendwo im Hintergrund ist, nicht tot, aber abwesend, unwichtig.

Mustafas Hände auf ihrem Kopf, sein Grinsen, als er sie zu sich zieht, in sich hinein. Die Fülle, der Schmerz, die Ekstase. Und durch alles hindurch seine Stimme, flüsternd, spöttisch: "Das gehört dir, Tyra. Das alles gehört dir."

Sie erwacht mit einem Ruck, den Atem angehalten, die Bettdecke verschwitzt um ihre Beine geschlungen. Das Zimmer ist dunkel, still, nur Marseils Atem, der jetzt etwas unruhiger klingt, als hätte er ihren Aufschrecken gespürt.

Tyra liegt reglos, starrt an die Decke, wo sie das Muster der Risse im Putz nur erahnen kann. Ihr Herz hämmert, nicht vor Angst, sondern vor dem, was der Traum in ihr geweckt hat – eine Lust, die sie nicht kontrollieren kann, ein Verlangen, das sie nicht versteht.

Sie dreht den Kopf, blickt auf Marcel. Im Halbdunkel sieht er jünger aus, fast friedlich, die Spannung des Tages aus seinem Gesicht gewaschen. Sie liebt ihn. Das weiß sie, fühlt es tief in sich, eine Wahrheit, die nichts mit dem Traum zu tun hat.

Aber der Traum war realer als sie zugeben will. Und ein Teil von ihr, ein Teil, den sie nicht kontrolliert, sehnt sich danach, ihn wieder zu träumen, ihn weiterzuspielen, bis zum Ende, welches das auch sein mag.

Tyra schließt die Augen, atmet tief ein, versucht, den Schlaf zurückzufinden. Aber hinter ihren Liedern wartet Mustafa, sein Grinsen, seine Hände, und sie weiß, dass der Kampf gegen diese Bilder ein Kampf ist, den sie nicht gewinnen wird, nicht heute Nacht, nicht in dieser neuen Wohnung, nicht in diesem neuen Leben, das so anders ist als alles, was sie kannte.

Sie dreht sich auf die Seite, sucht Marseils Wärme, legt einen Arm über seine Brust. Er murmelt etwas Unverständliches im Schlaf, zieht sie näher zu sich. Sie presst ihr Gesicht gegen seine Schulter, riecht sein vertrautes Aftershave, das Wasser, das Seifengeruch.

Und schließlich, eingerahmt von seiner Wärme, von seinem Geruch, von seiner Liebe, gleitet sie zurück in den Schlaf. Der Traum wartet, aber sie ist zu müde, um sich zu wehren, zu müde, um zu fliehen.

Mustafas Hände auf ihrem Körper. Sein Grinsen. Die Erinnerung an das, was war, gemischt mit dem Traum von dem, was sein könnte.

Tyra schläft, und in ihrem Schlaf lächelt sie, ein kleines, geheimnisvolles Lächeln, das niemand sieht, das niemand verstehen würde, selbst wenn sie es täte.



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