Vermisste Küsse (fm:Verführung, 7125 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Roman Tiker | ||
| Veröffentlicht: Jun 07 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen) |
| Dies ist der zweite Teil der Geschichte um Maria und Roman. Mal sehen, wo sie uns hinführen. | ||

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Vermisste Küsse
Ich war Zeuge gewesen, wie meine Freundin Maria, die Frau eines guten Freundes, sich selber bis zum Höhepunkt gestreichelt hatte. Am Telefon hatte ich ihr zugehört. Ich hatte ihr zuhören müssen, hatte miterleben dürfen, wie sie sich in Ekstase gebracht hatte, bevor wir unterbrochen worden waren. Sie hatte aufgelegt.
Danach brauchte ich einen Moment, ging anschließend unter die Dusche und meine Gedanken kreisten um sie.
Krampfhaft versuchte ich, klar im Kopf zu werden, mir einzureden, dass das alles nur ein Traum gewesen sein konnte, doch als ich zurückkam, sah ich, dass sie angerufen hatte. Sofort wählte ich ihre Nummer und war froh, ihre Stimme zu hören. Wir waren uns so nah gewesen, hatten uns zwar nur zugehört, doch das war so intim.
„Roman, es war wundervoll", wimmerte sie. „Und ich hoffe, du empfindest genauso."
Mir verschlug es den Atem, sie das sagen zu hören. Ich konnte sie in Gedanken vor mir sehen, roch ihren Duft und spürte sie mit jeder Pore meines Körpers und doch durfte das alles nicht wahr sein.
„Ist Frank nicht da?"
„Pah, was hat das denn jetzt mit Frank zu tun? Der ist mit Kollegen auf einer Wandertour. Hat er zumindest gesagt. Wahrscheinlich vögelt er gerade wieder dieses junge Ding."
Was war eigentlich in ihn gefahren, eine so sinnliche leidenschaftliche Frau zu betrügen?
„Du sagst nichts."
„Maria, es war sehr schön, dir zuzuhören, aber..." Wieder kamen mir Zweifel, wie es weitergehen würde.
„Ich weiß genau, was du sagen willst, doch ich kann mich nicht mehr vor meinen Gefühlen verstecken. Ich möchte weiter von dir träumen und dir davon berichten dürfen. Ansonsten platze ich."
Wir schwiegen, ließen uns das gemeinsame Erlebnis verdauen. Ich hörte ihren Atem und sah sie genau vor mir, wie sie auf dem Bett lag, geschafft und gleichzeitig neugierig.
„Wo bist du gerade?", fragte ich, um vom Thema abzulenken.
„Wo möchtest du, dass ich jetzt bin?"
„Maria, bitte."
„Ich stehe in der Küche und trinke ein Glas Wasser. Gut so?"
Ich nickte. Marias Atem hauchte gleichmäßig durchs Telefon und ich genoss es, sie so nah bei mir zu wissen.
„Eigentlich war ich auf dem Weg ins Bad."
Was kam jetzt?
„Irgendwie ist der Strom ausgefallen."
„Brauchst du Hilfe?"
„Nein, geht schon. Ich schau nachher mal, muss nur aufpassen, dass Lassie mir nicht wieder die Treppenleiter umstößt."
„Wenn du Hilfe brauchst, sag es einfach."
„Roman, lass gut sein. Nicht, dass Karin..."
„Karin ist zur Arbeit."
„Und du hast sicher auch genug zu tun."
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