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Monika und Jens, ein ganz normales Ehepaar (fm:Romantisch, 10736 Wörter)

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Veröffentlicht: Jul 27 2026 Gesehen / Gelesen: 24 / 14 [58%] Bewertung Geschichte: 9.00 (1 Stimme)
Jens ist sehr eifersüchtig und Monika flirtet gerne, kann das gut gehen?

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Das Echo der Jahre

Monika

Ich stehe vor dem großen, ovalen Spiegel in unserem Schlafzimmer und lasse den feinen Seidenmorgenmantel langsam von meinen Schultern gleiten. Der Stoff raschelt leise, bevor er in einem sanften Bogen auf den Holzdielen landet. Es ist ein warmer Sommermorgen, und das Sonnenlicht, das durch die halb geöffneten Jalousien fällt, zeichnet goldene Streifen auf meine Haut.

Ich betrachte mich kritisch, aber keineswegs unzufrieden. Mit meinen 1,62 Metern war ich nie eine dieser großen, staksigen Gazellen. Ich hatte schon immer Kurven – an den Hüften, am Po, und ganz besonders hier oben. Meine Brüchte, Doppel D, trotzen der Schwerkraft erstaunlich gut für eine Frau, die zwei Kinder ausgetragen, gestillt und die Fünfzig längst überschritten hat. Sie sind mein Markenzeichen, ein ständiger Blickfang, egal wo ich auftauche. Manchmal wünsche ich mir etwas weniger Aufmerksamkeit, aber um ehrlich zu sein: Es schmeichelt mir auch.

Ich streiche mir die blonden Haare aus dem Gesicht. Sie fallen mir offen und weich über die Schultern, genau so, wie Jens sie am liebsten mag. Im Licht des Sommers zeichnen sich auf meiner Stupsnase wieder diese leichten, frechen Sommersprossen ab. Wenn ich lächle, wirkt mein Gesicht noch immer mädchenhaft. Viele schätzen mich deutlich jünger, irgendwo in den späten Dreißigern oder frühen Vierzigern, und ich genieße diese kleine Illusion des Alters.

Mehr als 27 Jahre sind wir nun schon verheiratet, Jens und ich. Eine halbe Ewigkeit. Die Kinder sind längst aus dem Haus, gehen ihre eigenen Wege. Unser Ältester arbeitet als Elektrotechnikingenieur in den Niederlanden bei Philips – ich bin so unglaublich stolz auf ihn, auch wenn das Herz jedes Mal ein wenig schmerzt, wenn ich an die Distanz denke. Unsere Tochter ist Grundschullehrerin geworden, hat selbst eine kleine Familie gegründet und lebt etwa 300 Kilometer von uns entfernt. Wir sehen sie nicht mehr so oft, wie ich es mir manchmal wünsche, aber das ist der Lauf der Dinge. Das Haus ist ruhig geworden. Zu ruhig manchmal.

Ich höre Jens unten in der Küche. Das Klappern der Kaffeetassen, das Summen der Kaffeemaschine. Ein vertrautes Geräusch, das mir Geborgenheit gibt, und doch schleicht sich in den letzten Monaten eine seltsame Wehmut in meine Gedanken.

Was ist aus unserer Leidenschaft geworden? Wir lieben uns, ohne Zweifel. Wir gehen zusammen ins Theater, in die Oper, schauen uns Musicals an. Wir spielen am Wochenende Tennis und gehen regelmäßig schwimmen, um fit zu bleiben. Und ja, wir haben Sex – punktgenau einmal in der Woche, meistens am Samstagabend oder Sonntagmorgen. Es ist schön, es ist vertraut, und Jens sorgt gewissenhaft dafür, dass ich jedes Mal meinen Orgasmus habe. Er kennt meinen Körper in- und auswendig. Aber die Magie des Unvorhersehbaren, das wilde Knistern, das uns früher den Atem raubte – all das ist irgendwo zwischen Kindererziehung, Hausbau und Alltagstrott auf der Strecke geblieben.

Ich schlüpfe in ein leichtes Sommerkleid, das meine Oberweite betont, aber sanft um die Hüften fällt, und mache mich auf den Weg nach unten.

Jens

Ich stehe am Küchenfenster, die Kaffeetasse in den Händen, und blicke hinaus in den Garten. Das Gras müsste mal wieder gemäht werden, aber heute habe ich keine Lust. Ich war noch nie ein großer Sportfanatiker. Während Monika sich mit Tennis und Schwimmen fit hält, genieße ich lieber mein Feierabendbier. Mit meinen 1,89 Metern bin ich eine stattliche Erscheinung, aber die 95 Kilo lassen sich nicht mehr leugnen – mein kleiner Bierbauch wölbt sich gemütlich über den Gürtel. Ich weiß, dass ich nicht mehr der schlanke, durchtrainierte Kerl von vor 30 Jahren bin, aber ich fühle mich wohl in meiner Haut. Zumindest meistens.

Ich höre Monikas Schritt auf der Treppe. Schon als sie die Küche betritt, liegt dieser vertraute, süße Duft ihres Parfüms in der Luft. Ich drehe mich um und mein Herz macht – wie seit über einem

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