Heiße Küche, kalte Blicke (fm:1 auf 1, 2615 Wörter) [5/5] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Jenssvenja | ||
| Veröffentlicht: Sep 09 2026 | Gesehen / Gelesen: 696 / 556 [80%] | Bewertung Teil: 9.17 (12 Stimmen) |
| Nach einer Woche voller Alltag und Sehnsucht knistert es zwischen Jens und Svenja auf der Geburtstagsparty. Blicke, Flüstern, nasse Geständnisse – bis sie in der leeren Küche nicht mehr an sich halten können. Was sie nicht wissen: Jemand sieht alles… | ||

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Die Woche war unspektakulär gewesen. Kein Drama, kein großes Ereignis – nur Alltag, der sich zäh und unerbittlich zwischen sie geschoben hatte. Montag bis Mittwoch hatte Svenja in einer Zweitage-Schulung verbracht, mit Übernachtung in einem steril riechenden Hotel am Stadtrand. Jens war zu Hause geblieben, hatte abends allein gegessen, die Wohnung in Ordnung gehalten und ab und zu aufs Handy gestarrt.
Sie hatten Kontakt gehalten. Kurze Nachrichten am Vormittag: „Gleich geht’s los mit dem Workshop. Schon müde.“ – „Schaffst du. Denk an den Kaffee.“ Abends Anrufe, wenn sie auf dem Hotelbett lag und er auf dem Sofa. Sie hatten über Kleinigkeiten gesprochen, über Kollegen, über den Stau, über nichts wirklich Wichtiges. Die Gespräche waren warm, aber kurz. Beide waren müde. Beide sehnten sich nach mehr und hatten es nicht.
Donnerstagabend war sie zurückgekommen. Erschöpft, die Haare noch vom Hotelshampoo, die Tasche voller Unterlagen. Sie hatten sich geküsst, länger als sonst, und dann einfach nebeneinander auf dem Sofa gesessen, während irgendeine Serie lief. Die Hände hatten sich gefunden, die Beine berührt. Mehr nicht. Der Körper wollte, der Kopf war zu voll.
Freitagabend hatten sie es sich bewusst genommen. Kino. Ein belangloser Film, den keiner von beiden wirklich verfolgte. Im Dunkeln hatten ihre Finger sich verflochten, sein Daumen hatte Kreise auf ihrem Handrücken gezeichnet. Nachher im Restaurant hatten sie geredet – über die Schulung, über seine Woche, über Ralfs bevorstehende Party. Die Worte waren leicht gewesen, die Blicke länger. Zu Hause angekommen, hatten sie sich nur noch umarmt und ins Bett fallen lassen. Müde, aber näher als die ganze Woche zuvor.
Samstagmorgen wachten sie früh auf. Das Licht fiel schräg durch die Vorhänge. Svenja lag auf der Seite, Jens hinter ihr, ein Arm um ihre Taille. Sie spürte seinen Atem im Nacken, die Wärme seines Körpers. Für einen Moment blieben sie einfach liegen. Dann setzte er sich auf. „Markt?“
Sie nickte.
Der Wochenmarkt war voll und laut und nach frischem Brot und Kaffee. Sie gingen eng nebeneinander, die Schultern berührten sich bei jedem zweiten Schritt. Jens trug die Tasche, Svenja wählte Obst und Käse aus. Zwischendurch blieb sie stehen und sah ihn an – wie er mit dem Verkäufer sprach, wie die Morgensonne auf seinem Haar lag, wie seine Hand den Stoff seiner Jeans spannte, wenn er sich bückte. Er fing ihren Blick auf und grinste. „Was?“
„Nichts“, sagte sie. „Dich.“
Zu Hause frühstückten sie in der Küche. Frische Brötchen, Aufschnitt, Kaffee. Sie saßen so nah, dass ihre Knie sich berührten. Zwischendurch strich er über ihren Oberschenkel, sie über seinen Unterarm. Die Woche der Abwesenheit lag wie ein unsichtbarer Magnet zwischen ihnen. Jede Berührung war absichtlicher, länger, hungriger.
Danach räumten sie gemeinsam auf. Er wischte die Arbeitsplatte, sie räumte die Spülmaschine aus. Zwischendurch blieben sie stehen und küssten sich – kurz, dann länger. Seine Hand glitt unter ihr T-Shirt, ihre Finger in seine Haare. „Wir sollten uns beeilen“, murmelte er gegen ihren Mund. „Minigolf.“
„Ja“, flüsterte sie zurück und küsste ihn noch einmal.
Der Nachmittag war leicht. Eine kleine Stadtführung zu Fuß, dann die Minigolfbahn am Park. Sie lachten über verfehlte Bälle, feixten, wenn einer von beiden besonders gut oder besonders schlecht spielte. Einmal stand er hinter ihr, legte die Arme um sie und half ihr beim Ausholen. Sein Körper war warm und fest an ihrem Rücken. Sie spürte die Beule in seiner Hose und drückte sich absichtlich etwas fester dagegen. „Frech“, murmelte er ins Ohr.
„Du auch.“
Später zu Hause duschten sie getrennt, um sich nicht noch mehr aufzuhalten. Dann zogen sie sich an.
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