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An Sandras Seite (Teil 21): Tagung – und so weiter… (fm:Cuckold, 4144 Wörter) [21/21] alle Teile anzeigen

Autor:
Veröffentlicht: Oct 28 2026 Gesehen / Gelesen: 628 / 545 [87%] Bewertung Teil: 9.19 (16 Stimmen)
Was treibt Sandra wohl in Nürnberg? Und was Andreas inzwischen in Bochum?


Ersties, authentischer amateur Sex


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Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

aus?

Die Antwort kam unerwartet schnell.

<<Ping>>

08:24

Ein Foto. Ich öffnete es. Sandra stand offenbar vor einem modernen Glasgebäude. Wahrscheinlich das Tagungszentrum. Sie hatte ihr Haar hochgesteckt. Eine schlichte helle Bluse, ein Blazer, eine schmale Stoffhose. Sie sah professionell aus. Konzentriert. Fast streng. Wenn ich nicht wüsste, was sie gestern getan hatte, hätte ich einfach gedacht, sie wäre auf einer normalen Geschäftsreise.

Unter dem Foto stand:

>>Bin jetzt da.<<

Ich schrieb:

>>Du siehst sehr überzeugend aus.<<

Ein paar Sekunden später kam ihre Antwort.

>>Ich fühle mich auch ziemlich wach.<<

Dann, nach einer kurzen Pause:

>>Interessante Erfahrung übrigens.<<

Ich runzelte leicht die Stirn.

>>Welche?<<

Die drei Punkte erschienen.

>>Wenn man am Tag davor richtig gut gevögelt wurde, geht man mit einem sehr befriedigten Gefühl in eine Tagung.<<

Ich starrte auf den Bildschirm meines Handys. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich überhaupt bemerkte, dass ich die Luft angehalten hatte.

Sandra.

Ich stellte mir vor, wie sie vielleicht gerade irgendwo in der Eingangshalle des Gebäudes stand. Menschen um sie herum. Kollegen. Wirtschafts-Wissenschaftler. Fachleute. Die ganzen Vertriebler, die vor Ego kaum laufen konnten.

Und sie schrieb mir so etwas.

Mein Bauch zog sich zusammen. Gleichzeitig spürte ich diese bekannte Hitze in meinem Körper. Ich schrieb schließlich nur:

>>Das klingt nach einer interessanten Studie.<<

Sie antwortete mit einem lachenden Emoji.

Dann kam noch eine Nachricht.

>>Vortrag beginnt gleich. Melde mich später.<<

Und damit war sie wieder verschwunden.

Der Vormittag zog sich. Ich versuchte zu arbeiten. Wirklich. Aber meine Gedanken drifteten immer wieder ab. Ich sah Sandra im Vortragssaal sitzen. Konzentriert. Notizen machen. Fragen stellen.

Und gleichzeitig sah ich sie in meinem Kopf ganz anders. Nackt im warmen Licht dieses Wellnessbereichs. Chris’ Hände auf ihrer Haut. Dieses leise Lachen in ihren Sprachnachrichten.

Es war, als würde mein Kopf ständig zwischen zwei Bildern hin- und herspringen.

Gegen Mittag vibrierte das Handy wieder.

<<Ping>>

12:46

>>Pause.<<

Ich schrieb sofort zurück.

>>Wie läuft es?<<

Die Antwort kam fast sofort.

>>Gut. Aber viel Input.<<

Dann, nach einem Moment:

>>Und ehrlich gesagt: Doch ein bisschen müde.<<

Ich lächelte leicht. Das klang plötzlich wieder sehr nach Sandra.

Ich tippte:

>>Zu wenig Schlaf?<<

Die Antwort ließ ein paar Sekunden auf sich warten.

>>Sagen wir so:<<

Dann eine zweite Nachricht.

>>Chris hat gestern sehr darauf geachtet, dass mein Kreislauf angekurbelt wurde.<<

Ich schloss kurz die Augen.

Diese Frau wusste ganz genau, was sie tat. Ich stellte mir vor, wie sie diese Nachricht tippte. Vielleicht irgendwo im Foyer des Tagungszentrums. Menschen um sie herum. Stimmengewirr. Und sie schrieb ihrem Mann solche Dinge.

Ich antwortete diesmal nicht, sondern legte das Handy in meine Laptop-Tasche. Als ich es schließlich wieder hervorholte und auf das Display sah, war eine neue Nachricht da.

15:38

>>Letzter Vortrag gleich vorbei. Danach kurzer Empfang. Heute Abend ist noch Tagungs-Dinner.<<

Ich schrieb:

>>Gehst du hin?<<

Die Antwort kam wenige Sekunden später.

>>Natürlich.<<

Dann eine zweite Nachricht.

>>Chris begleitet mich.<<

Ich starrte auf das Display. Ich stellte mir vor, wie sie dort zusammen auftauchten. Sandra elegant angezogen. Chris neben ihr. Ruhig. Selbstverständlich.

Sandra schrieb noch eine letzte Nachricht.

>>Wird bestimmt ein interessanter Abend.<<

Ich legte das Handy langsam auf den Tisch.

Draußen vor dem Bürofenster begann der Himmel sich bereits leicht zu verfärben.

Der Freitag war noch lange nicht vorbei.

~~~~~~~~~~

Ein Anruf von…

Die Zeit bis zum Freitagabend verging schnell. Der Arbeitstag war irgendwann einfach vorbei gewesen. Ich hatte noch ein paar Mails beantwortet, ein Modell fertig gerechnet und den Rechner heruntergefahren. Aber eigentlich war ich den ganzen Tag über nur halb bei der Sache gewesen.

Sandra hatte sich seit dem Nachmittag nicht mehr gemeldet. Der letzte Satz von ihr stand noch immer oben im Chat.

‚Chris begleitet mich.‘

Tagungs-Dinner.

Ich stellte mir wieder vor, wie sie nebeneinander durch irgendeinen hell beleuchteten Saal gingen. Sandra elegant angezogen. Chris ruhig, selbstsicher neben ihr. Menschen, Gespräche, Gläserklirren. Hatte sie sich bei ihm untergehakt? Wirkten sie wie Freunde? Oder… wie ein Paar?

Der Gedanke war seltsam. Sandra bewegte sich dort völlig selbstverständlich. Zwischen Kollegen. Fachleuten. Vielleicht Professoren oder Führungskräften aus ihrer Branche.

Und irgendwo in dieser Welt war Chris einfach… ihr Begleiter.

Der Mann, der sie gestern noch durch die Sauna ge… vögelt hatte.

Ich stand in der Küche und schenkte mir ein Glas Wasser ein, als mein Handy plötzlich vibrierte.

Ein Anruf. Ich sah auf das Display.

Lisa?

Lisa!

Für einen Moment zögerte ich. Dann nahm ich ab.

„Hallo Andreas.“

Ihre Stimme klang anders als ich sie kannte. Rauer. Müder. Im Hintergrund hörte ich Wind.

„Lisa?“, sagte ich überrascht. „Wo bist du?“

Ein kurzes trockenes Lachen kam durch die Leitung.

„Immer noch in Kenia. Leider.“

Ich setzte mich an den Küchentisch.

„Das klingt nicht nach Erfolg.“

„Ist es auch nicht“, sagte sie. „Das Projekt ist gerade spektakulär implodiert.“

Ich stellte mir Lisa irgendwo auf einer staubigen Veranda vor. Sie hatte uns von ihren Drehs erzählt. Weite Landschaften. Savanne. Zelte, Geländewagen, Kameras.

„Was ist passiert?“, fragte ich.

Sie atmete hörbar aus.

„Das Team hier ist eine Katastrophe. Die Leute kommen ständig zu spät. Der lokale Producer hat Termine vergeigt. Und gestern hat jemand beschlossen, eine Drohne direkt über eine Elefantenherde zu fliegen.“

Ich blinzelte.

„Bitte sag mir, dass das nicht dein Plan war.“

„Natürlich nicht“, sagte Lisa trocken. „Aber rate mal, wer am Ende die Verantwortung trägt.“

Ich musste lachen.

„Du?“

„Exakt.“

Sie klang erschöpft, aber auch ein bisschen amüsiert.

„Jedenfalls habe ich heute Morgen beschlossen, dass ich meine Lebenszeit nicht mit diesem Zirkus verschwende.“

„Also?“

„Projekt abgebrochen. Verträge eingefroren. Ich fliege nach Hause.“

Für einen Moment sagte ich nichts.

Dann fragte ich: „Wann?“

„Morgen.“

Sie raschelte offenbar mit irgendetwas.

„Nairobi nach Düsseldorf. Ankunft Samstagabend.“

Ich nickte automatisch, obwohl sie mich nicht sehen konnte.

„Das ist ein langer Flug.“

„Ja.“

Kurze Pause.

Dann sagte sie in diesem leicht ironischen Ton, der so typisch für sie war:

„Und jetzt kommt der eigentliche Grund, warum ich dich anrufe.“

Ich lehnte mich im Stuhl zurück.

„Ich ahne etwas.“

„Ich hoffe, du hast Samstagabend Zeit.“

Ich grinste leicht.

„Du brauchst ein Taxi.“

„Exakt.“

„Vom Flughafen?“

„Ja.“

Sie seufzte.

„Ich nehme mir in Düsseldorf ein Hotel. Nach drei Wochen Buschcamp brauche ich ein normales Haus. Und eine funktionierende Dusche. Und ehrlich gesagt… einen Menschen, bei dem ich mich wohl fühle und der mich am Flughafen in Empfang nimmt.“

Ich überlegte keine zwei Sekunden.

„Dann komm doch ganz zu mir.“

Kurze Stille.

„Ernsthaft?“

„Natürlich.“

Ich nahm einen Schluck Wasser.

„Auf das Angebot hatte ich gehofft. Du holst mich also ab, ich kapere dein Gästezimmer, wir trinken ein Glas Wein und ich erzähle dir, warum Dokumentarfilmer eigentlich alle verrückt sind.“

„Klingt nach einem Plan.“

Dann fügte ich hinzu:

„Sandra ist ja ohnehin nicht da.“

Lisa lachte leise.

„Das ist mir durchaus bewusst.“

Natürlich wusste sie es. Sie wusste alles. Chris erzählte ihr Dinge. Sandra erzählte ihr Dinge. Und wahrscheinlich wusste sie über unsere Ehe manchmal mehr als ich selbst.

„Die zwei haben also ihr Wochenende?“, fragte sie.

Ihre Stimme klang völlig entspannt.

„Ja“, sagte ich.

„Gut.“

Keine Eifersucht. Kein Sarkasmus. Einfach eine Feststellung. Lisa war vermutlich der einzige Mensch auf der Welt, für den diese Konstellation vollkommen logisch war.

„Wie geht es dir damit?“, fragte sie dann.

Die Frage kam ruhig. Ehrlich. Ich zögerte kurz.

„Schwierig zu beschreiben.“

Sie schwieg. Wartete.

„Es ist… intensiv“, sagte ich schließlich.

„Das glaube ich.“

„Manchmal denke ich, mein Kopf explodiert.“

Sie lachte leise.

„Das gehört vermutlich dazu.“

Ich musste ebenfalls lächeln.

„Sandra hat Talent für psychologische Experimente.“

„Oh ja“, sagte Lisa trocken. „Das hat sie.“

Ich hörte irgendwo ein metallisches Geräusch in ihrer Umgebung. Vielleicht eine Tür. Dann sagte sie:

„Weißt du, Andreas…“

Ihre Stimme wurde etwas ruhiger.

„Chris hat mir einmal etwas über dich gesagt.“

Ich runzelte die Stirn.

„Was denn?“

„Dass du selten bist.“

Ich blinzelte.

„Das klingt… ominös.“

„Er meinte damit nicht schwach“, sagte Lisa ruhig. „Er meinte: Sensibel.“

Ich schwieg. Der Wind rauschte kurz stärker durch das Telefon.

„Viele Männer reden über Freiheit“, sagte sie. „Aber wenn es wirklich ernst wird, klammern sie sich fest.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Du nicht.“

Ich wusste nicht sofort, was ich darauf sagen sollte.

„Ich versuche es“, sagte ich schließlich.

„Mehr kann niemand verlangen.“

Ein paar Sekunden lang hörten wir beide nur das Rauschen der Leitung. Dann sagte Lisa plötzlich wieder in ihrem trockenen Ton:

„Außerdem hast du einen praktischen Vorteil.“

„Welchen?“

„Während Chris gerade beschäftigt ist…“

Sie ließ den Satz einen Moment hängen.

„…habe ich immerhin einen Chauffeur.“

Ich musste lachen.

„Abgemacht.“

„Gut.“

Sie klang erleichtert.

„Dann schicke ich dir gleich meine Flugdaten.“

„Mach das.“

„Und - Andreas?“

„Ja?“

„Mach dir heute Abend nicht zu viele Filme.“

Ich sah automatisch auf mein Handy. Auf den Chat mit Sandra.

„Zu spät“, sagte ich.

Lisa lachte leise.

„Ja“, sagte sie. „Das dachte ich mir.“

Dann verabschiedeten wir uns.

Als das Gespräch beendet war, blieb ich noch einen Moment am Tisch sitzen. Das Haus war still. Irgendwo in Nürnberg saß Sandra wahrscheinlich gerade beim Dinner.

Neben Chris.

Und morgen würde Lisa hier sein.

Plötzlich fühlte sich dieses Wochenende noch komplizierter an als ohnehin schon.

~~~~~~~~~~

Tagungsdinner

Der Arbeitstag war vorbei, die Wohnung still, und ich saß am Schreibtisch, obwohl auf dem Bildschirm längst nichts mehr stand, das meine Aufmerksamkeit wirklich verdient hätte.

Mein Kopf war woanders. In Nürnberg. Beim Tagungsdinner. Ich versuchte mir vorzustellen, wie dieser Abend gerade ablief.

Sandra in einem dieser eleganten Restaurants, die man für solche Veranstaltungen bucht. Runde Tische. Wein. Stimmengewirr. Kollegen aus der Branche.

Und Chris.

Der Gedanke fühlte sich immer noch merkwürdig an. Chris war dort. Mit ihr. Nicht als heimlicher Liebhaber irgendwo im Hintergrund, sondern ganz offiziell als ihre Begleitung.

<<Ping>>

19:08

>>Wir sind beim Dinner.<<

Ich starrte einen Moment auf die Nachricht.

‚Wir.‘

Das war nicht die Fachgesellschaft. Dieses ‚wir‘ waren Sandra und Chris.

Ich tippte eine Antwort.

>>Wie ist die Stimmung?<<

Es dauerte ein paar Minuten.

Dann erschien wieder das kleine Blinken.

>>Ganz entspannt. Viele Leute aus früheren Projekten. Guter Wein.<<

Ich lehnte mich im Stuhl zurück und versuchte mir vorzustellen, wie sie dort saß. Wie sie aussah.

Sandra konnte bei solchen Anlässen unglaublich professionell wirken. Konzentriert. Selbstbewusst. Fast kühl.

Aber ich wusste auch, wie sie sich in der letzten Zeit verändert hatte: Wie sie schrieb. Wie sie sprach.

<<Ping>>

19:26

>>Chris macht sich übrigens ziemlich gut als Begleitung.<<

Das konnte ich mir vorstellen. Chris hatte diese Art von Präsenz. Ruhig, selbstverständlich. Ein Mann, der nicht laut sein musste, um Raum einzunehmen.

Die Bilder von Sandra und Chris auf diesem Parkett, die vor meinem inneren Auge entstanden, machten mich unruhig. Das war keine versteckte Spielerei, die wir einfach geheim halten konnten. Das Dinner war etwas Offizielles. Ich wusste nicht einmal, ob daran noch Jemand teilnahm, der uns vielleicht kannte.

Würde Sandra ihre Affaire derart öffentlich machen, wenn Bekannte auf der Tagung wären?

Mir wurde plötzlich heiß und kalt.

Ich tippte:

>>Ist das so?<<

Ein paar Minuten passierte nichts. Dann kam wieder eine Nachricht.

>>Zwei Kollegen haben ihn gerade gefragt, ob wir zusammen sind.<<

Mein Magen zog sich kurz zusammen. Ich las den Satz noch einmal. Nicht, weil ich ihn missverstanden haben könnte; sondern weil mein Kopf sofort Bilder dazu produzierte: Sandra an einem Tisch. Männer aus ihrer Branche. Gespräche über Projekte und Marketing-Kampagnen. Und neben ihr Chris. Groß. Selbstsicher. Attraktiv.

Ich schrieb:

>>Und? Was hast du gesagt?<<

Es dauerte etwas. Als die Antwort kam, war sie kurz.

>>Dass ich bei ihm übernachte, weil ich für die Tagung in Nürnberg bin.<<

Mein Blick blieb auf dem Display hängen. Bei ihm übernachte. Das stimmte natürlich. Aber die Art, wie sie es formulierte, ließ meinem Kopf genug Spielraum. Fast zu viel.

<<Ping>>

19:40

>>Keine Sorge. Habe ihn nur als Freund vorgestellt. Genau das, was er ist. Und wir benehmen uns auch so.<<

Ich atmete langsam aus. Irgendwie fiel mir doch ein Stein vom Herzen.

Dann vibrierte das Telefon plötzlich. Ein eingehender Anruf.

Sandra.

Ich nahm sofort ab.

„Hey.“

Im Hintergrund hörte ich Stimmen. Besteck. Gläser. Restaurantgeräusche.

„Ich habe nur kurz Zeit“, sagte sie.

Ihre Stimme klang hell. Ein bisschen beschwingt.

„Die sitzen alle gerade wieder und diskutieren Strategien für Social Media-Auftritte. Viele neue Ideen.“

„Und du bist kurz geflüchtet?“

Sie lachte leise.

„Genau.“

Für einen Moment hörte ich nur die Geräusche im Hintergrund. Dann sagte sie, etwas leiser:

„Chris sitzt übrigens direkt neben mir.“

Klar. Wo sonst?

„Aha.“

„Er unterhält sich gerade mit einem Projektentwickler aus Stuttgart.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Und er wirkt ziemlich souverän.“

Ich stellte mir die Szene unwillkürlich vor. Chris an einem Tisch voller Leute aus Sandras Branche. Wie er ruhig zuhörte. Vielleicht gelegentlich etwas sagte.

Sandra fuhr fort:

„Weißt du, was er eben zu mir gesagt hat?“

„Was?“

Sie zögerte einen Moment.

„Dass mindestens drei Männer am Tisch ziemlich deutlich auf mich achten.“

Ich musste schlucken.

„Im beruflichen Sinne?“

Sandra kicherte leise.

„Nicht nur.“

Ich hörte, wie irgendwo im Hintergrund jemand ihren Namen rief.

„Moment.“

Gedämpfte Stimmen. Dann war sie wieder da.

„Chris meint übrigens…“ Sie stockte kurz. „…wenn ich irgendwann beschließen würde, meine Wirkung etwas bewusster einzusetzen… könnte das meiner Karriere nicht schaden.“

Ich wusste einen Moment lang nicht, was ich sagen sollte. Dieser Gedanke war mir natürlich schon selbst gekommen. Sandra war attraktiv. Selbstbewusst. Intelligent. Aber ihn so offen ausgesprochen zu hören – während sie mit ihrem Liebhaber auf einem beruflichen Dinner saß – traf mich anders, als ich erwartet hätte.

„Und?“, fragte ich schließlich.

„Und was?“

„Was denkst du darüber?“

„Du meinst: Was ich darüber denke, einem der Herren hier schöne Augen zu machen?“

Sie lachte leise.

„Im Moment denke ich mehr darüber nach, dass das Dessert gerade serviert wird.“

Ich hörte, wie sie sich bewegte. Stimmen wurden wieder lauter.

„Ich muss zurück.“

Eine kurze Pause. Dann sagte sie, mit einem Ton in der Stimme, den ich inzwischen kannte:

„Chris hat vielleicht nicht ganz unrecht.“

Bevor ich etwas antworten konnte, fügte sie hinzu:

„Ich schreibe dir später.“

Die Verbindung brach ab.

Ich saß noch eine ganze Weile mit dem Telefon in der Hand da.

Mein Kopf arbeitete sofort wieder. Sandra an diesem Tisch. Männer, die sie ansahen.

Chris neben ihr. Der Mann, der sie seit zwei Tagen berührte. Der mit ihr schlief. Der sie wahrscheinlich heute Nacht wieder nicht im Gästehaus übernachten lassen würde.

<<Ping>>

20:52

>>Hör‘ zu, Spätzchen, damit die Bilder in Deinem Kopf nicht völlig verrückt spielen: Niemals würde ich Dich gegen einen dieser Schaumschläger hier eintauschen! Ich liebe nur Dich! :-* “

Dann:

>>Wir brechen bald auf. Chris will mir übrigens morgen früh seinen Golfplatz zeigen. Das bedeutet zeitiges Aufstehen.<<

Darunter erschien kurz darauf noch eine letzte Nachricht.

>>Schlaf gut, mein Cucky.<<

~~~~~~~~~~

Frauen und Golf

Nein, ich hatte nicht gut geschlafen.

Ich war zwar nicht wirklich wach, aber auch nicht wirklich erholt. Mein Kopf hatte die ganze Nacht weitergearbeitet. Bilder, Gedanken, Fragmente von Gesprächen.

Sandra im Restaurant. Chris neben ihr. Und dieser eine Satz von ihr.

‚Niemals würde ich Dich gegen einen dieser Schaumschläger hier eintauschen! Ich liebe nur Dich!‘ Und dann: ‚Chris will mir morgen früh seinen Golfplatz zeigen.‘

Als ich am Samstagmorgen aufwachte, war der Gedanke sofort wieder da.

Golfplatz. Eine gute Idee! Frische Luft, besinnliche Ruhe, die Natur erwacht für den Tag. Eine meditative, motivierende Runde.

Ich lag noch einen Moment im Bett, dann griff ich nach meinem Handy.

Keine neue Nachricht von Sandra.

Natürlich nicht.

Es war kurz nach sieben. Wenn sie wirklich mit Chris Golf spielen wollte, waren sie vielleicht auch schon auf dem Weg.

Gut! Was Ihr könnt, kann ich schon lange. Auf!

Ich stand auf, zog meine Golfsachen an, schnell einen Toast und eine Tasse Kaffee, und fuhr zum Club.

Kurz vor acht kam ich am Clubhaus an. Der Parkplatz war noch leer, der Morgen kühl und klar. Ein dünner Nebelschleier hing über den Fairways. Einer dieser stillen Momente, in denen ein Golfplatz fast friedlich wirkt.

Ich stellte mein Bag neben den ersten Abschlag und zog einen Ball aus der Tasche.

<<Ping>>

07:55

<<Guten Morgen.>>

Darunter erschien ein Foto. Ein weiter Golfplatz im Morgenlicht. Breite Fairways, leicht hügeliges Gelände.

>>Chris zeigt mir gerade seinen Golfplatz.<<

Ich starrte einen Moment auf das Bild.

>>Er meint, das Laufen über die Fairways wird meinen überbeanspruchten Adduktoren gut tun. Hab etwas Muskelkater. ;-)<<

Ich schloss einen Moment die Augen. Dann steckte ich das Handy wieder ein und legte meinen Ball auf das Tee.

„Na sieh mal einer an.“

Ich drehte mich um.

Ein paar Meter hinter mir stand eine Frau mit einem Golfbag über der Schulter. Sonnenbrille im Haar, schmal geschnittene Golfhose, lockeres Poloshirt. Es dauerte zwei Sekunden, bis ich sie erkannte.

Oh je.

Das eine Huhn aus dieser gackernden Frauenrunde.

Die Golfrunden von vor ein paar Wochen waren mir noch gut in Erinnerung. Drei Frauen und ich in einem Flight. Irgendwann hatten sie angefangen, laut und völlig hemmungslos über ihre Affären zu reden. Wer mit wem geschlafen hatte. Wer auf Geschäftsreise wen abgeschleppt hatte. Und diese hier – sie hatte zwar weniger geredet, aber umso breiter gegrinst.

„Wir kennen uns doch“, sagte sie.

Ich nickte langsam.

„Ja…“

Sie musterte mich.

„Andreas, oder?“

„Stimmt.“

Sie streckte mir die Hand hin.

„Saskia.“

Ich schüttelte sie.

„Richtig. Jetzt fällt es mir wieder ein.“

Sie grinste.

„Das klingt nicht sehr überzeugend.“

„Doch, doch. Ich erinnere mich.“

Sie lachte.

„Gut.“

Sie sah sich kurz um.

„Du spielst allein?“

„Sieht so aus.“

„Perfekt.“

Sie stellte ihr Bag neben meines.

„Dann spielen wir zusammen.“

Schon nach den ersten Löchern war klar, dass Saskia genau so spielte, wie ich sie in Erinnerung hatte: Locker, selbstbewusst, ein bisschen frech.

Am dritten Abschlag musterte sie mich plötzlich von der Seite.

„Also.“

Ich ahnte schon, was jetzt kam.

„Also?“

„Wo ist deine Frau dieses Wochenende?“

Ich lachte.

„Direkt zur Sache.“

„Natürlich.“

Sie schwang den Schläger locker über der Schulter.

„Du siehst nämlich ein bisschen aus wie ein Strohwitwer.“

„Sie ist auf Geschäftsreise.“

Saskia grinste sofort.

„Aah.“

Sie zog das „Aah“ genüsslich in die Länge.

„Die berühmte Geschäftsreise.“

„Was ist daran so berühmt?“

Sie lachte.

„Ach komm.“

Sie schlug ihren Ball sauber aufs Fairway.

„Du willst mir doch nicht erzählen, dass auf Geschäftsreisen nur gearbeitet wird.“

Ich ging hinter meinem Ball her.

„Manchmal schon.“

„Quatsch.“

Sie sah mich mit einem Blick an, der gleichzeitig spöttisch und amüsiert war.

„Alleinreisende Frauen auf Geschäftsreise…“ Sie machte eine kleine Pause, „…finden erstaunlich schnell jemanden, der ihnen den Abend versüßt.“

Ich hob eine Augenbraue.

„Du klingst, als hättest du Erfahrung.“

Saskia lachte laut.

„Natürlich.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Wenn man Lust hat, findet sich immer jemand.“

Der Ton, in dem sie das sagte, war nicht defensiv. Nicht erklärend. Eher… stolz.

„Viele Frauen machen das“, fuhr sie fort. „Gerade wenn sie alleine unterwegs sind. Hotelbar, ein netter Typ, ein bisschen Wein…“

Sie sah mich schief an.

„Und plötzlich ist der Abend nicht mehr so langweilig.“

Ich musste grinsen.

„Sehr praktisch.“

„Ist es.“

Sie schwang ihren Schläger.

„Und meistens ziemlich guter Sex.“

Ich sagte nichts.

Sie beobachtete mich kurz.

<<Ping>>

8:39

Eine weitere Nachricht? Ich zog mein Handy heraus.

>>Chris hat einen sehr schönen Platz hier.<<

Darunter ein zweites Foto. Ein Green mit Blick über ein Tal.

>>Er bringt mir gerade den richtigen Schwung bei.<<

Ich sah das Bild einen Moment an. Chris hinter Sandra. Ihre Haltung korrigierend. Mein Kopf ergänzte den Rest automatisch.

„Nachricht von der Geschäftsreise?“, fragte Saskia sofort.

Ich nickte.

„Sie spielt Golf.“

Saskia lachte.

„Natürlich.“

Sie schlug ihren Ball Richtung Grün.

„Und? Mit wem?“

Ich zögerte kurz.

„Mit einem Freund.“

Sie blieb stehen.

„Mit einem Freund?“

Ich nickte.

„Sie übernachtet bei ihm.“

Saskia pfiff leise.

„Das ganze Wochenende?“

„Ja.“

Sie sah mich jetzt deutlich interessierter an.

„Andreas.“

Ich schwieg. Sie grinste langsam.

„Du glaubst doch nicht wirklich, dass die nur Golf spielen.“

Ich antwortete nicht.

Sie ging ein paar Schritte weiter.

„Die vögeln doch.“

Der Satz kam völlig selbstverständlich. Nicht vorwurfsvoll. Eher… sachlich.

Ich zuckte mit den Schultern.

„Vielleicht.“

Saskia lachte leise.

„Vielleicht.“

Sie musterte mich jetzt mit einem Blick, der neugierig geworden war.

„Und du spielst hier ganz entspannt Golf.“

„Versuche ich.“

Sie schüttelte leicht den Kopf.

„Das ist interessant.“

„Was?“

„Du.“

Wir gingen weiter zu unseren Bällen. Dann fragte sie plötzlich:

„Was machst du eigentlich beruflich?“

„Ich bin Versicherungsmathematiker.“

Sie blieb stehen.

„Oh Gott.“

Ich musste lachen.

„So schlimm?“

„Das klingt unfassbar langweilig.“

„Ist es nicht.“

Während wir das Fairway entlanggingen, erklärte ich ihr ein paar Dinge. Risikoanalysen, Wahrscheinlichkeitsmodelle, Versicherungsstatistiken – meine Welt. Zu meiner Überraschung hörte sie aufmerksam zu.

„Eigentlich…“, sagte sie schließlich, „ist das ziemlich spannend.“

„Siehst du.“

Sie grinste.

„Du analysierst also Risiken.“

„Im Grunde ja.“

Sie sah mich an.

„Dann analysieren wir mal dein aktuelles Risiko.“

Ich lachte.

„Bitte.“

„Deine Frau verbringt das Wochenende bei einem anderen Mann.“

„Freund.“

„Freund.“

Sie grinste wieder.

„Und du weißt ziemlich genau, was die da machen.“

Ich antwortete nicht.

Sie betrachtete mich einen Moment.

„Und trotzdem wirkst du nicht wütend.“

„Vielleicht bin ich es.“

„Nein.“

Sie schüttelte den Kopf.

„Du bist eher… neugierig.“

Ich sah sie an.

„Interessante Theorie.“

„Ich habe ein gutes Gespür für solche Dinge.“

Nach der Runde saßen wir zu zweit auf der Terrasse des Clubrestaurants. Sonne, kalte Getränke, ein ruhiger Samstagmittag. Saskia lehnte sich zurück.

„Also.“

Ich grinste.

„Also?“

„Deine Frau verbringt das Wochenende mit einem Mann, mit dem sie wahrscheinlich schläft.“

„Vielleicht.“

„Und du sitzt hier mit mir.“

Ich hob mein Glas.

„So sieht es aus.“

Sie lächelte langsam.

„Unter diesen Umständen wäre es doch eigentlich nur fair…“ Ich wusste, was jetzt kam. „…wenn du dir auch einen schönen Abend machst.“

Die Spannung zwischen uns war plötzlich sehr deutlich spürbar. Ich musste lachen.

„Das klingt verlockend.“

„Ist es auch.“

„Aber ich kann nicht.“

„Warum?“

„Ich hole heute Abend jemanden vom Flughafen ab.“

„Schade.“

Sie sah mich noch einen Moment an. Dann zog sie ihr Handy heraus.

„Dann gib mir wenigstens deine Nummer.“

Ich tippte sie in ihr Telefon.

„Für eine weitere Runde.“

„Genau.“

Sie stand auf, nahm ihr Bag.

„Und, Andreas?“

„Ja?“

Sie grinste.

„Falls deine Frau sich dieses Wochenende wirklich richtig austobt…“

Ich sah sie an.

„…ruf mich an.“

Ich musste lachen.

<<Ping>>

12:34

In diesem Moment vibrierte mein Handy wieder.

>>Chris und ich sind wieder auf dem Weg zum Haus.<<

Dann erschien noch eine Nachricht.

>>Wenn man so früh startet, findet man hier sogar verschwiegene Winkel. War aufregend :-D <<

Ich sah einen Moment auf das Display. Dann steckte ich das Handy zurück in die Tasche.

Der Samstag war noch lange nicht vorbei.

Und heute Abend würde ich Lisa vom Flughafen abholen.

~~~~~~~~~~



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