Mein Campingabenteuer - Teil 2 (fm:1 auf 1, 12805 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Roman Tiker | ||
| Veröffentlicht: Oct 28 2026 | Gesehen / Gelesen: 1298 / 1057 [81%] | Bewertung Teil: 9.76 (29 Stimmen) |
| Zusammen mit Christin, meiner neuen Hausärztin, bin ich zu einem Campingabenteuer nach Frankreich aufgebrochen. Wir kannten uns erst seit ein paar Tagen und doch hatte es, angefangen mit unschuldigen Neckereien, bei uns gefunkt. | ||
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erwartest, dass sie zurückkehren, zurück zu dem Hügel, der spannt, doch sie streifen daran vorbei - ganz langsam - und du atmest aufgeregt.
Die Haut unter meinen Fingern wird dünner und du zitterst, kannst dich kaum noch halten, zuckst stärker, weil du kitzelig bist.
Krause Härchen halten sie auf, bremsen sie ab und verhindern, dass sie die Höhle erreichen, die unter deinem Arm. Ein leises Kichern weißt mir den Weg.
Zurück ist die Steigung seichter, für dich könnte es schneller gehen, aber ich lasse mir Zeit, schabe mit den Fingernägeln über die weiche Wölbung, fühle sie mit den Fingerkuppen.
Fast wäre ich gestolpert, über eine Knospe, die angekündigt durch runzelig zusammengezogene Haut, knüppelhart im Weg steht.
Der Finger fährt drumherum, umrundet den Kranz, spielt mit der Knospe und gleitet wieder ab, dort, wo es nicht so steil ist. Er landet im Tal, streicht herunter, über deinen Bauch.
Du zitterst schon wieder, der Finger droht einzusinken, droht stecken zu bleiben in der Delle, die sich ohne Vorwarnung auftut und du glaubst, dass er dem Paradies näherkommen möchte, du verdorbenes Stück. Du streckst dich, ziehst die Beine an und ...
Im letzten Moment schafft er es, zusammen mit den anderen, den Nabel zu umrunden und gemeinsam streichen sie wieder nach oben, nehmen den gleichen Weg zurück, fast, denn sie gleiten zwischen den Hügeln durch, wie in Zeitlupe.
Die Haut wird wieder fester, dann dünner, empfindlich und ich spüre jede Sehne, die sich spannt, merke, wenn du schluckst und höre, wie du atmest.
Du bist ungeduldig.
Meine Finger klettern, schieben sich den Hals hinauf, fühlen deinen Puls. Er rast.
Die Kontur deines Kiefers ist hart, du beißt die Zähne zusammen. Dein Kinn löst sich ein wenig, als sie ankommen, als sie über deine Lippen gleiten.
Du lädst sie ein, begrüßt einen sogar mit deiner Zunge.
Wonach mag er schmecken?
Vermutlich gut, denn es bleibt nicht bei dem einen Mal.
Deine Zunge leckt ihn, macht ihn nass, zieht ihn hinein in die Höhle, aus der er trocken nicht mehr herauskommt.
Er kann sich befreien und rutscht herunter, hinterlässt eine feuchte Spur auf deinem Hals, nimmt das Wagnis auf sich und gleitet über das Dekolleté den Hügel hinauf.
Er stoppt, ist trocken, weil er alle Nässe schon verbraucht hat, kratzt trocken über die runzelige Ebene.
Noch ungeduldiger geworden, reckst du dich.
Er hebt ab und landet zielgenau an deinem Kinn. Du hast ihn erwartet, streckst deine Zunge und machst ihn nass, erfasst ihn mit den Lippen und ziehst ihn ein, möchtest, dass er pitschnass zurückkehrt.
Du zuckst - und atmest aufgeregt - ,obwohl du wusstest, was kommt.
Mein Finger wiederholt das Spiel, taucht ein und lässt sich nassmachen, zieht eine Spur den Hals hinab und bremst vor dem Vorhof, gleitet darüber, nimmt weitere zu Hilfe, und reibt die steinharte Knospe, spielt mir ihr, streift darum, darüber und zupft daran.
Dir gefällt es, du zuckst nicht mehr, aber du atmest aufgeregt.
Ein weiteres Mal lässt der Finger sich nass machen, hinterlässt einen kalten Schauer an deiner Knospe, wiederholt und wiederholt die Prozedur, bis sie ganz nass sind, beide, die linke und die rechte. Sie werden gierig.
Zielsicher gleiten die Finger zwischen den lieblichen bis zur Entzündlichkeit angefachten Hügel hindurch, bahnen sich den Weg um die Delle herum, am Becken vorbei und landen auf deinem Oberschenkel. Feine widerspenstige Härchen strecken sich auf dem Weg dem Finger entgegen.
Du atmest hastig, noch belustigt vom Spiel an deinen Knospen, seufzt und du willst, dass sie sich den Weg suchen, herunter, in das Tal, in dem dein Feuer lodert.
Du weißt es und ich weiß es und damit wissen die Finger es auch.
In kurvigen Bahnen, gleitet einer den Hang hinab, sucht das rettende Plateau, und wird geführt in deiner Leiste. Du schiebst die Beine weiter auseinander, voller Erwartung, doch die krausen Löckchen laden zum Spielen ein. Es macht dich rasend, doch du genießt es. Du genießt, wie der Finger sich in deinen Löckchen verliert.
Deine Geduld ist bald am Ende, du brodelst, nimmst schließlich voller Spannung war, dass sie ihn finden - den aufgebrochenen Pfirsich, der glitschig auf sie wartet.
***
Ich hörte das Rascheln nicht, den Reißverschluss ebenso wenig, war voll Verdruss weggedöst, während ein leichter Wind über mein Iglu streifte. Meine Ohren waren schon lange nicht mehr die besten, aber die Hand spürte ich im Halbschlaf. Ich zuckte, als die Finger meinen Schlafsack zur Seite schoben und darunter glitten, mein T-Shirt anhoben und die Haut darunter berührten. Wie im Traum nahm ich wahr, dass sie meinen Bauch trafen, sich orientieren mussten und den Bund meiner Hose suchten. Durch den dünnen Stoff fanden sie ihn, denjenigen, der größer wurde, fester und dicker, der sich lang machte und an seine Grenzen kam. Ich musste mich gedreht haben, nicht weit, aber soweit, dass es der Hand leichtfiel, den Bund über die Spitze zu ziehen, sie zu befreien und zu ertasten. Gähnend reckte ich mich, streckte meinen Körper und bot die Möglichkeit, den Stoff noch weiter herunter zu ziehen, bis unter den Po. Frei von jeder Hürde legte sich ein Finger auf das empfindliche Fleisch, auf die dünne Haut, strich darüber, musternd und doch aufgeregt. Weitere kamen hinzu, streichelten meinen Stab der Freude auf ganzer Länge, ganz sachte, ganz zart und spürten, wie er sich darunter bewegte.
»Christin?«
Ich griff in meinen Schritt, erfasste die Hand und hielt sie fest. Ich war aufgewacht, hatte registriert, dass ... Es war stockdunkel.
»Pssst.« Mit ihrer anderen Hand nahm sie meine weg. »Entspann dich.«
»Was ist los? Warum bist du hier?«
»Ssschhh«, kam es lauter, bestimmter, »ich sagte, entspann dich.«
Ihre Hand hatte ihr Streicheln wieder aufgenommen und ließ meinen Penis erwartungsvoll zucken.
»Ich habe den Zettel auf dem Küchentisch gefunden«, säuselte sie.
Welchen Zettel?
- Oh Gott, ist das gut -
Hatte ich meinen Block liegenlassen?
- Ihre Ärztinnenhände sind himmlisch -
Hatte sie ihn gelesen?
»Ich habe gelesen, was du geschrieben hast, du alter Schwerenöter.«
Immer noch hielt sie meine Hand, hatte ihre Finger mit meinen verschränkt und hielt sie fest, während mittlerweile ihre Fingernägel über die dünne Haut meines Penis schabten und mich verrückt machten.
»Ich gebe zu, du hast mich erwischt. Ich habe es nicht geglaubt, aber du hast mein Höschen feucht gemacht. Weißt du, so richtig. Es war nicht nur die Vorfreude, es war derjenige Schleim, der den Weg ebnen soll.«
»Und der wesentlich besser schmeckt«, stöhnte ich.
»Genau.« Christin hatte ihre hohle Hand über meine Spitze gestülpt und reizte mich mit Auf- und Abbewegungen.
Mit der Hand tastete ich nach ihr, sie war nackt. Ich hätte es riechen sollen oder mein siebter Sinn hätte es wissen sollen, doch nichts da. Sie wurde weggeschoben. Ich versuchte, meine Hose auszuziehen, Christin half mir.
»Ich will, dass du kommst, einfach in meiner Hand.«
»Und du?«, stöhnte ich.
»Mach dir keine Gedanken.«
Ich machte mir keine Gedanken um meine momentane Wohltäterin, aber ich sah sie vor mir. Mit geschlossenen Augen sah ich sie vor mir, wie sie am Tisch saß und las, was ich geschrieben hatte. Es war nicht für sie bestimmt, aber sie hatte es gelesen.
Ich sah sie vor mir, wie sie dort saß und wie ihr Fuß unruhig auf dem Boden auf- und abging und wie ihre Finger auf dem Tisch angefangen hatten zu trommeln. Sie war unruhig und spürte diesen Druck in sich, der sich breit gemacht hatte in ihrem Bauch, vielleicht auch darunter. Prüfend schob sie in meinen Gedanken eine Hand in den Slip, während ihre Finger weiterhin an mir zugange waren.
Es war, wie sie erwartet hatte, der Finger, den sie herauszog war schleimig. Sie roch daran. Es war nicht der, der die Keime tötet, es war der, der nachher kommt. Wieder und wieder sah ich, wie sie die Hand in ihre Hose schob, wie sie sie da behielt, hörte, wie es schmatzte, weil sie den Schleim verteilte, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, weil sie es nicht ertragen wollte.
Ihre Hand legte sich um mein williges Fleisch, massierte es, ich fühlte nur noch, fühlte die Spannung in mir aufkommen, die Welt schwamm weg vor meinen Augen. Der Griff wurde fester, die Bewegungen größer, länger, weitreichender, alles umfassend, dann wieder nur leicht um den Kranz der Eichel - Miststück -.
Dann kam es mir, mit Druck kam es, weil ich es nicht länger halten konnte. Es schoss in ihre Hand, schubweise, mehrfach, lief über ihre Finger zurück in meine Leiste. Ich atmete schwer. Sie hatte es kommen sehen, hatte es gespürt und scheinbar mochte sie es.
Ich konnte sie nicht sehen, konnte nicht sehen, wie sie zufrieden schmunzelte. Ich wusste, dass sie schmunzelte, weil sie mich entlarvt hatte. Die Hand fasste fester zu, verschmierte alles auf meinem Fleisch und presste den letzten Rest heraus. Ich kam zurück.
Etwas raschelte. Immer noch hielt sie ihre Hand über mein schrumpfendes Etwas. Ich nahm an, dass sie sich die Hand abwischte. Sie nahm die Hand weg und ließ meinen geschundenen überempfindlichen Penis in sich zusammenfallen. Mit etwas Weichem wischte sie die Reste aus meiner Leiste, von meinem Schritt. Sorgfältig und überaus behutsam wischte sie, bis ihrer Meinung nach alles sauber war, dann nahm sie ihn in die Hand und küsste ihn. Ich spürte genau, wie ihre nassen Lippen sich darauflegten, und spürte den Sog eines Kusses, liebevoll, zärtlich und dankbar überließ sie ihn sich selbst.
Ich spürte ihren Kopf, der sich auf meine Brust legte, ihre kleine Brust, die sich an meinen Bauch schmiegte, ihre Haut an meiner Seite und ihr Bein, das sich über meines legte.
»Darf ich mich zu dir legen?«, fragte sie.
»Du liegst ja schon«, kicherte ich.
»Ich würde dir gerne das T-Shirt ausziehen.«
Ihre Hand schob sich über meinen Bauch darunter, zusammen zogen wir es aus. Sie legte sich wieder zu mir. Ihr warmer Atem zog über meinen Körper. Sie atmete hastig, seufzte und drückte sich eng an mich.
»Warum hast du das getan?«
»Sschh, nicht reden«, flüsterte sie auf meiner Brust.
Still lagen wir dort, sagten kein Wort, atmeten nur und ich lauschte dem Wind, der leise über meine Zeltplane strich.
Da war es wieder, dieses leise Schnurren. Christin war eingeschlafen, halb auf mir liegend, und ich genoss ihre Anwesenheit. Dennoch fragte ich mich, wie Worte sie derart anheizen konnten? Worte, die sicher nicht für sie bestimmt waren, die sie einfach gelesen hatte, weil sie dort lagen, auf Papier gebannt, in wirren Gedanken geformt und bildlich für alle aufgemalt. Diese Frau war mir ein Rätsel.
Es war noch dunkel, als ich die Augen aufschlug. Ich brauchte einen Moment, dann hörte ich das Sirenengeheul. Es wurde lauter und wieder leiser. Christin lag immer noch auf mir, meine Hand auf ihrem Rücken, und sie sabberte auf meine Brust. Es war so ein schönes Gefühl, diese Frau im Arm zu halten, sie zu spüren und ich war fast enttäuscht, eingeschlafen zu sein.
Die Sirene kam näher, wurde lauter und verharrte. Ich wusste sofort, dass das Auto stehengeblieben war. Das Geheul erlosch, Autotüren schlugen und Leute redeten. Mein Französisch war besser als mein Gehör, aber ich konnte nicht verstehen, was sie sagten. Auf jeden Fall kamen sie näher.
Ich küsste Christin auf die Stirn, hoffte, dass sie aufwachte, doch sie schnurrte weiter. Langsam kroch ich unter ihr hervor, legte sie vorsichtig auf meiner Matratze ab und suchte tastend nach meiner Hose, fand sie und schlüpfte hinein. Es war eng und es ließ sich kaum vermeiden, dass ich meine schlafende rotblonde Weggefährtin dabei berührte. Sie muckte kurz auf, döste aber wieder weg. Die Stimmen kamen auf uns zu. Ich zog an meinem Schlafsack, deckte Christin damit zu, so gut ich konnte in der dunklen Enge, und schob den Reißverschluss herunter.
Taschenlampen schienen durch die Dunkelheit, sie hatten den Camper entdeckt, sprachen miteinander und ich wusste sofort, dass es Leute von der Gendarmerie waren. Die hektische Sprache, der Befehlston, das kannte ich von meinen Recherchen.
Ich trat heraus, stellte mich aufrecht, so dass sie mich sehen mussten, und sprach sie an. Sie verharrten kurz, musterten mich und kamen auf mich zu. In harschem Ton fragten sie, wer ich sei und was ich hier mache. Ich erklärte, zugegeben etwas geflunkert, dass wir hier übernachten würden, weil wir erst am Abend angekommen und müde gewesen wären. Genau wusste ich es nicht, doch ich nahm an, dass wildes Camping hier nicht erlaubt war. Sie nickten, gingen darüber hinweg und fragten, ob ich etwas bemerkt hätte, Menschen, Autos, am See oder darauf und mir war sofort klar, dass sie jemanden suchten und nicht am Aufdecken von unerlaubten Campern interessiert waren. Ich verneinte. Sie tuschelten miteinander und fragten nach, wem der Camper gehöre. Fast wahrheitsgetreu erklärte ich, dass meine Frau und ich gelegentlich getrennt schlafen und das Zelt und der Camper uns gehören würden. Einer der beiden Polizisten deutete mit der Taschenlampe auf den Bus und forderte mich auf, ihn zu öffnen. Ich schob die Schiebetüre auf und trat zur Seite. Er ging hinein, suchte alles ab und fragte, wo meine Frau denn sei. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, dass der andere die Hand an seine Waffe gelegt hatte. Ich deutete auf mein Zelt und wollte den Spalt des Reißverschlusses öffnen, damit er hineinsehen konnte. Sofort erfasste der andere meinen Arm und zog mich weg. Kontrollierend sahen sie mich an, einer trat ans Zelt und öffnete vorsichtig den Spalt, um hinein zu sehen, hielt seine Taschenlampe auf den Schlafsack und ich konnte die rotblonden wirren Haare erkennen. Zum Glück war es mir gelungen, Christin fast vollständig zu bedecken, nur die Schultern und der Kopf waren zu sehen. Meine Bettnachbarin bekam von alledem nichts mit, schlief den Schlaf der Gerechten und kam dem Polizisten offensichtlich nicht verdächtig vor.
Ein weiteres Mal widmete sich der eine dem Bus, nachdem er das Zelt wieder geschlossen hatte, ging hinein und schien alle Ecken mit seiner Taschenlampe aus, während der andere nah bei mir stand und mich prüfend beobachtete. Meine Frage, nach was oder wem sie denn suchen würden, wurde nicht beantwortet. Erst als der Polizist sich davon überzeugt hatte, dass der Camper leer war, beruhigten sie sich. Sie tuschelten miteinander und anschließend riet mir der eine, ich solle mit meiner Frau besser in den Camper wechseln und nach Sonnenaufgang zu einem aus seiner Sicht sichereren Campingplatz fahren. Wir sollten auf uns achtgeben und die Türe des Busses von innen verriegeln. Die Polizisten verabschiedeten sich freundlich und liefen zu ihrem Auto zurück. Beim Losfahren schalteten sie ihr blaues Rundumlicht an und bei Auffahrt auf die Landstraße ertönte wieder die Sirene. Ich stand noch immer in meiner kurzen Hose vor meinem Zelt, sah ihnen nach und fragte mich, warum sie einen solchen Lärm machten und so viel Aufsehen erregten, wenn sie jemanden suchten. Wenn ich auf der Flucht wäre, hätten sie jedenfalls keine Chance.
»Was ist denn los? Wer war das?«, fragte Christin, als ich wieder ins Zelt krabbeln wollte.
»Nichts, ich musste nur mal.«
»Aber da waren doch Stimmen. Hast du mit dir selber geredet? Und das in Französisch?«
Vielleicht wäre es besser, in den Bus zu wechseln, wie die Polizisten gesagt hatten, jetzt wo Christin wach war.
»Ich muss auch mal«, murmelte sie und schlug den Schlafsack zurück.
Da ich gerade den Eingang versperrte, schlängelte sie ihren sportlichen nackten Körper zwischen meine Arme hindurch, statt zu warten. Ich wich zurück und machte ihr Platz. Ungeniert setzte sie sich zwischen Camper und Zelt in die Hocke und ließ es laufen.
»Was ist? Noch nie eine Frau beim Pinkeln gesehen?«
»Nein, so noch nicht.«
»Was ist bei mir anders als bei anderen?«
»Na, du setzt dich einfach irgendwo hin und ...«
»Genierst du dich, weil du zusiehst oder ekelst du dich etwa?«
»Weder noch. Ich wundere mich nur, weil ich bisher keine Frau kennengelernt habe, die das so macht.«
Christin schüttelte mit dem Kopf. »An Pippi ist nichts Ekliges und auch nichts Abstoßendes.«
Ich sah zu, wie sie zum Camper ging und sich die Hände wusch. Außerdem führte sie eine handvoll Wasser zu ihrer Muschel und machte auch diese sauber. Anschließend nahm sie ihr Handtuch und rieb sich trocken.
»Können wir nicht im Camper weiterschlafen? Mein Rücken hat gestern etwas ...«
»Ach, war es etwa anstrengend?«
Ohne weitere Erklärung einzufordern, schlich sie nach hinten und krabbelte auf ihr Bett. Ich schloss die Schiebetüre und verriegelte sie.
»Jetzt übertreibst du aber«, murmelte Christin und rollte sich in die Decke ein. Ich zog meine Hose aus und legte mich zu ihr. Tastend strich ihre Hand über meinen Körper, als wolle sie testen, wer neben ihr lag.
»Was hast du vor?«
»Schlafen, wieso? Hast du andere Pläne?«
Eine Antwort erhielt sie nicht mehr, denn meine schöne nackte Bettgenossin musste schon wieder weggedämmert sein.
Ich legte mich auf die Seite und sah sie an. Es war zappenduster im Bus und doch sah ich in ihre Richtung, beobachtete die Stelle, an der sie lag, oder vielmehr die, an der ich sie vermutete, lauschte ihrem Atmen und merkte, dass sich meine Atmung der ihren anglich.
Sie war schon eine ganz besondere Frau, ging es mir durch den Kopf.
Irgendwann schlief auch ich, trotz aller Aufregung in der Nacht, ein und, als ich die Augen aufschlug, schien durch die Dachluke die Sonne herein und beleuchtete Christins Körper wie kostbaren Porzellan. Ich beugte mich vor und küsste ihren Po, der sich aus der Decke herausgeschlichen hatte und sich der Welt im Bus verführerisch anbot. Meine schöne Bettnachbarin schien es nicht bemerkt zu haben, deshalb wiederholte ich es mit etwas mehr Druck.
»Hey«, rief sie, »nur, weil wir zusammen im Bett liegen, heißt das noch lange nicht, dass du dich an mir vergehen darfst.« Langsam verzog sich ihre ernste Miene zu einem schwachen Lächeln.
»Entschuldige, ich dachte nur ...«
»Na gut, es sei dir nochmal verziehen.«
Christin robbte aus dem Bett, machte die Schiebetüre auf und ließ die Sonne herein. Nackt wie sie war, stand sie in der offenen Türe und sofort hätte ich sie wieder zurückziehen und über sie herfallen wollen. Ich verbot es mir, zog mir die Hose an und stellte mich neben sie.
»Erfrischung gefällig?«, fragte sie, sprang aus dem Bus und lief zum Saum des Wassers. Kurz sah sie sich um und rannte los, dass das Wasser spritze und stürzte sich hinein. So viel Zeit würden wir uns noch nehmen, darum zog ich die Hose wieder aus, warf sie in Richtung Zelt und folgte ihr.
»Ich muss dir noch was sagen«, begann ich.
»Was ist passiert. Sag bloß, du bist mir heute Nacht zu nah gekommen und ich habe wieder nichts mitgekriegt?« Mit beiden Händen schaufelte sie Wasser in meine Richtung und sorgte so dafür, dass ich mein Gesicht nicht mehr waschen musste.
»Nein, wir sollten gleich aufbrechen. Die Polizei war heute Nacht da, sie suchten jemanden.«
Ungläubig sah sie mich an.
»Das waren die Stimmen?«
»Ja, genau. Sie haben deinen Bus durchsucht und einer war auch im Zelt.«
»Das hast du zugelassen?«
»Er hat nur hineingeleuchtet, hat gesehen, dass du schläfst, dann sind sie wieder gefahren?«
»Er hat mich gesehen, wie ich da lag?«
»Hast du ein Problem damit? Du bist doch sonst nicht so.«
»Ein fremder Mann in dem Zelt, in dem ich alleine liege und schlafe? Damit habe ich schon ein Problem.«
»Er konnte nur deinen Kopf sehen ... und ein wenig von deiner Schulter vielleicht. Ich war ja da und hätte dich beschützt. Außerdem war es die Polizei.«
»Du hättest mich beschützt? Mit deinem schwingenden Schwert, Herr Ritter?«
Jetzt schaufelte ich ihr Wasser ins Gesicht, nutzte den Moment, in dem sie nichts sehen konnte, stürzte mich auf sie und drückte sie unter Wasser. Christin entglitt meinen Händen und war verschwunden. Nach mehreren Sekunden, in denen ich an der Oberfläche nach ihr suchte, tauchte sie einige Meter weiter wieder auf.
»Ich habe übrigens noch gar keinen guten Morgen Kuss bekommen.«
»Und ich keinen zur guten Nacht«, feixte sie und schwamm auf mich zu. »Guten Morgen«, sagte sie, drückte mir einen flüchtigen Kuss auf den Mund und schwamm zum Ufer. »Es ist Zeit für Kaffee«, rief sie und offenbarte ihren süßen Po, weil sie schon am Ufer angekommen war und zu unserem Platz zurückkehrte.
Christin war schon eine wundervolle Frau, voller offener Fragen. Manchmal war sie extrem frei und andererseits gab sie sich eher geheimnisvoll. Ich musste sie einfach näher kennenlernen, auch wenn aus uns vermutlich nie ein Paar werden würde.
Nach dem Kaffee beschlossen wir, aufzubrechen und uns eine neue Bleibe zu suchen. Vorher fuhren wir an der Stelle vorbei, an der Christin gestern die Reifenspuren gesehen hatte. Wir hatten uns nochmal über den überraschenden Besuch der Gendarmerie in der Nacht unterhalten und waren uns auf einmal sicher, dass das Boot, das wir am Tag zuvor auf dem See beobachtet hatten, etwas damit zu tun hatte. Jedenfalls sollte ich der Polizei die Fotos zeigen, die ich gemacht hatte. Dabei ergab sich nur ein großes Problem: Christin war auch auf den Bildern zu sehen und es wäre für alle Betrachter unschwer zu erkennen, was ich eigentlich hatte fotografieren wollen. Von meiner früheren Arbeit wusste ich, dass die Polizei immer die Originale brauchte und sich nicht mit Kopien zufriedengab, die unter Umständen sogar bearbeitet worden waren. Ich offenbarte Christin meine Absicht beim Abräumen und zu meiner Verwunderung hatte sie damit nun gar kein Problem. Dennoch verlangte ich auf der Polizeistation eine Beamtin, um ihr die Bilder zu zeigen. Vorher machte ich noch ein paar Aufnahmen von den Reifenspuren, die mittlerweile getrocknet und damit fest im Erdreich markiert waren.
Ohne weitere Nachfragen rief man eine weibliche Kollegin, die mit uns zusammen alle Bilder begutachtete, die für sie wichtigen auf einem externen Speicher sicherte und mir, zu meiner Verwunderung und nach Zusicherung strengster Geheimhaltung, genehmigte, zumindest diejenigen, auf denen Christin eindeutig zu sehen war, nicht löschen zu müssen. Alle anderen entfernte ich aus dem Papierkorb meiner Kamera, unter ihrer Aufsicht, eine durchaus gängige Praxis bei brisanten ermittlungsrelevanten Aufnahmen. Christin sah mich zwar erstaunt an, ich konnte sie aber beruhigen, dass das alles mit rechten Dingen zuging.
Beim Gehen kam der Vorgesetzte der Beamtin, ich denke, es war der Leiter der Dienststelle, zu uns, bedankte sich für die Hinweise und bekräftigte nochmals die Brisanz der Situation und, dass wir auf keinen Fall mit jemandem darüber reden sollten. Außerdem sollten wir erreichbar bleiben, am besten sogar in der Nähe. Er nannte mir eine Adresse eines Campingplatzes, der an eine andere Stelle des großen Sees grenzte, und legte uns nah, dort die nächste Zeit unter zu kommen. Meine Telefonnummer und meine Adresse in Deutschland hatte die Beamtin sowieso schon notiert, so dass wir für sie jederzeit erreichbar wären. Als wir vor der Polizeistation standen und überlegten, was wir machen sollten, fragte Christin, ob ich wirklich auf diesem Campingplatz Halt machen wollte. Ich konnte sie überreden, zumindest für eine Nacht dort zu campieren, am nächsten Morgen würden wir weitersehen.
Wir fanden eine etwas abgelegene Parzelle, stellten den Bus quer zum Weg und das Zelt dahinter. An sich sind Camper eher offene Gemüter, kontaktfreudig und bauen ihre Behausung nicht verdeckt auf, doch das war Christins Bedingung und ich hatte keine andere Wahl.
»Was war das eigentlich mit dem Zettel auf dem Küchenschrank?« Wir waren gerade dabei, Tisch und Stühle aufzubauen, ich stand im Bus und kochte meinen legendären Kaffee. Christin fragte mich und ich hatte insgeheim gehofft, dass dieses Thema nie zur Sprache kommen würde.
»Was meinst du?«
»Du weißt genau, was ich meine. Warum machst du sowas?« Sie stand vor der offenen Schiebetüre und stemmte die Hände in die Hüften.
»Warum mache ich was? - Sag mal, lispelst du auf einmal?«
»Hab mir gerade auf die Zunge gebissen. Lenk nicht vom Thema ab.«
»Ach, schau mal, das Wasser kocht schon.«
»Ich werde nicht lockerlassen«, stellte meine hartnäckige Urlaubsbegleitung fest und ließ sich in den Campingstuhl fallen.
»Warum willst du das wissen?« Ich reichte ihr die Tasse, stellte meine auf den Tisch und setzte mich. Christin machte sich eine Zigarette an, inhalierte den Rauch und blies ihn in meine Richtung.
»Ist das nicht klar, warum mich das interessiert?« Sie klang ernst.
»In Ordnung.« Ich trank einen Schluck, seufzte übertrieben, um mir Zeit zu geben, meine Worte mit Bedacht zu wählen. »Manchmal bevölkern Gedanken meinen Kopf, die ich einfach aufschreiben muss.« Ich machte eine Pause.
»Und dabei kommt so etwas heraus?«, fragte sie.
»Dann kommt schon mal so etwas heraus, genau.«
Erneut zog Christin an ihrer Zigarette, spielte mit dem Rauch und atmete ihn aus.
»Man o man.«
»Was hat das jetzt zu bedeuten?«
Sie hielt mich hin, besah sich die Glut auf ihrem Glimmstängel.
»Hast du das öfter?«
»Ab und zu.«
»Und in letzter Zeit?«
»Seit unserem Start schon ein- oder zweimal öfter. Warum fragst du?«
»Weil ich mir Sorgen um dich mache.« Ein weiteres Mal sog sie den Rauch ein und ich erkannte, dass sie versuchte, ein Grinsen zu unterdrücken. »Habe ich deine Libido geweckt?«
Es gelang ihr nicht mehr, ihre Mundwinkel im Zaum zu halten. Siegessicher lächelnd sah sie mich an.
»Das fragst du nicht wirklich, oder?« Sie setzte ihre Füße auf die Tischkante. »Du weißt, dass du ein Luder bist, das hat dir sicher schon oft jemand gesagt, oder?«
»Bisher nicht.«
»Gib es zu, du hast es schon, als wir losfuhren, darauf angelegt, mich rumzukriegen. Darum auch immer diese Anspielungen ...«
»Das stimmt nicht, du tust mir Unrecht. Nein, wirklich nicht.« Ihr Ton wechselte und mittlerweile glaubte ich zu erkennen, wann sie ihre ironische Seite und wann ihre ernsthafte zeigte.
»Scheinbar hat dir gefallen, was ich geschrieben habe. Es war nur nicht für dich bestimmt. Also solltest du mir erklären, warum du in meinen Sachen herumstöberst.«
»Es lag in meiner Küche.«
»Achso, jetzt ist es wieder deine Küche. Das hätte ich wissen sollen, bevor wir losgefahren sind.«
»Okay, unsere gemeinsame Urlaubsküche. Entschuldige, dass ich in deinen ...« Sie sah mich an und jetzt konnte ich mein Grinsen nicht verbergen. Demonstrativ nahm sie den letzten Zug und bließ mit voller Wucht in meine Richtung. »Doch, Roman, ich muss schon sagen ... chapeau ... Das war nicht schlecht.«
»Und?«
»Und was?«
»Hat es dich getriggert?«
»Hat es.« Sie drückte die Kippe im Aschenbecher aus und nahm einen Schluck Kaffee. »Hast du noch mehr davon?«
»Sicher.«
»Und?«
»Was und?«
»Na, darf ich es lesen?«
»Bisher ist alles noch ausschließlich in meinem Kopf.«
»Du bist gemein zu mir. Brauchst du Zeit für dich?«
»Um es aufzuschreiben?« Sie nickte »Das mache ich nur, wenn mir danach ist.«
»Ooh man.«
»Ich stelle mir dennoch die Frage, was dich dazu bewogen hat, zu mir ins Zelt zu kommen und ...«
»Deinen Druck abzubauen?«, vervollständigte sie. »Ich dachte mir schon, dass du eingeschnappt warst, als ich dich bat, in dein eigenes Zelt zu gehen, und, als ich dann gelesen habe, was du geschrieben hast, ... naja, dann habe ich eins und eins zusammengezählt und bin ...«
»bist du einfach in mein Zelt gekrochen.«
»War das schlimm?«
»Schlimm ist, dass ich bei dir nicht weiß, wo ich dran bin.« Wir hatten von den Nicklichkeiten zu einem ernsthaften Gespräch gewechselt.
»Ich kann das gut verstehen, ich weiß es ja selbst nicht.« Nachdenklich richtete Christin ihren Blick in Richtung Hecke. »Weißt du, als wir uns auf dem Parkplatz getroffen haben, habe ich mich wirklich gefreut, dass jemand mit mir fährt, den ich, zumindest vom Sehen her, kenne. Ich kann gar nicht mehr sagen, zu welchem Zeitpunkt, aber irgendwann habe ich gehofft, ein wenig mit dir rummachen zu können ... also, dass du auch Lust dazu hast.«
»Ok, soweit kann ich folgen. Deine freizügigen Auftritte mir gegenüber hatten also genau diesen Zweck.«
»Ach, nein, das ist wirklich meine Natur. Zwischen frei sein und f.... vögeln liegt noch einiges dazwischen.«
» So viel wie zwischen aufsatteln und reiten?«
Sie musste lachen. »Wenn du meinst. Haben wir noch Kaffee?«
»Leider alle, aber ich habe einen Schnaps.«
Entgeistert sah sie mich an. Langsam glätteten sich ihre Züge. »Dann nehme ich einen«, sagte sie schließlich.
Ich suchte in meinem Zelt nach der Flasche, einem Cognac, den ich von einer meiner Reisen mitgebracht hatte.
»Der ist gut, aber sei vorsichtig, der haut rein, wenn man das nicht gewohnt ist.«
Christin nahm die Flasche in die Hand. Ich wollte schon fragen, ob sie passende Gläser hat, doch sie drehte den Verschluss auf und goss sich einen großen Schluck in ihre leere Kaffeetasse. Anschließend schenkte sie auch mir ein, nahm ihre Tasse und prostete mir zu.
»Auf ein aufregendes Abenteuer?«, fragte sie.
»Und auf uns.«
»Die Abenteurer.«
Wir tranken einen Schluck und sofort merkte ich, wie mir warm wurde.
»Roman, ich möchte, dass du das verstehst.« Die Frau mir gegenüber machte eine Gedankenpause. »Es ist mir wichtig, weißt du.« Ich merkte, wie schwer sie sich tat, die richtigen Worte zu finden. »Das ist alles nicht so einfach ... Ich mag dich.« Jetzt sah sie mich direkt an. »Ich mag dich wirklich.«
»Und da liegt das Problem«, sagte ich und versuchte, möglichst verständnisvoll zu klingen. Ich ahnte, was sie mir sagen wollte, und fürchtete mich davor. Christin sah mich an und sie schien zu kapieren, dass ich sie verstand.
Immer dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann, bimmeln diese Dinger. Bisher war das kein einziges Mal vorgekommen, doch jetzt auf einmal klingelte mein Handy. Eine französische Nummer wurde angezeigt und mir war sofort klar, dass es die Polizei war.
»Geh ran«, befahl Christin.
Ich stand auf, legte ihr liebevoll eine Hand auf die Schulter und nahm den Anruf entgegen. Es war noch nicht mal wichtig, die Beamtin fragte nur nach, wo wir zu erreichen wären, wollte wahrscheinlich nur sichergehen, dass wir nicht mehr wild am See campten und in Sicherheit waren.
Unser Gespräch von vorhin war allerdings gestorben. Gerade da, wo Christin sich mir gegenüber öffnete und wo ich Klarheit darüber erhalten sollte, warum sie so wechselhaft reagierte.
»Sollen wir uns ein neues Ziel suchen?«, fragte ich, nachdem ich aufgelegt hatte. Christin hielt ihr Handy in der Hand.
»Gerne. Wo möchtest du hin?«
»Hast du eine Idee?«
»Habe ich. Morgen früh, sofort nach dem Kaffee?«
»Hast du es eilig?«
»Die Sache mit der Polizei beunruhigt mich.«
»Die machen nur ihre Arbeit. Aber ja, lass uns morgen früh sofort aufbrechen.«
Christin tauchte in ihren Camper und kam mit Handtuch und einer Tasche zurück, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Mein fragender Blick animierte sie wohl zu einer Erklärung.
»Ich gehe duschen. Solltest du übrigens ... ach, du bist schon alt genug.«
Grinsend nickte ich. Zum einen, weil meine schöne Abenteurerin wohl doch die Vorzüge einer heißen Dusche plötzlich sehr zu schätzen wusste und zum anderen, weil sie sich Gedanken um mich machte. Ich sah ihr nach, wie sie über den Platz stolzierte. Sie trug an diesem Tag einen Rock, der ihr fast bis zu den Knöcheln ging und dazu ihre schwarzen Lederstiefel, die überhaupt nicht zum Wetter passten. Ich mochte ihre eigene Art.
In einem kleinen Laden, direkt am Platz angrenzend, fand ich sehr lecker aussehendes Gemüse und packte alles ein, was ich brauchte.
Christin war noch nicht wieder da, als ich zurückkam. Sie tat zwar immer so, als wäre ihr das nicht so wichtig, genoss nach den ersten Tagen vermutlich dennoch die Vorzüge eines ausgedehnteren Sanitärbereichs. Ich legte die eingekauften Sachen im Camper auf die Küchenablage und sah, dass ein Stück Papier aus einer der Schubladen herausragte. Um meinen Block hatte ich mich gar nicht mehr gekümmert. Ich zog an der Schublade und zog ihn heraus. Oben auf war das Blatt, auf dem ich meine verdorbenen Gedanken gekritzelt hatte, und mir fiel auf, dass es stark zerknittert war. Ich musste schmunzeln, las die letzten Zeilen und, ganz ehrlich, fand ich auf einmal das Bild eines aufgebrochenen Pfirsichs gar nicht mehr so passend. Jetzt, wo ich wusste, dass ich nicht nur für mich und meine Fantasie schrieb, sollte ich mir mehr Mühe geben, das Kopfkino meiner heimlichen Leserin anzukurbeln.
Aus meinem Zelt holte ich mir mein Waschzeug und ein Handtuch, zog mich aus und nur die kurze Hose und ein Hemd über und machte mich auf zum Waschhaus. Am Eingang sah ich sie vor dem Spiegel stehen. Offensichtlich inspizierte sie ihre Gesichtshaut, cremte sich ein und mir kam es so vor, als achte sie, zum ersten Mal seit unserem Start, genauestens auf ihr Äußeres. Nicht, dass sie es nötig gehabt hätte, sie sah immer gut aus. Im Inneren war sie jedoch eine Frau und genauso erzogen worden wie alle in ihrem Alter. Ein wenig Eitelkeit tut manchmal jedem gut und vor allem tut sie nicht weh. Hinter einer Ecke wartete ich, bis sie fertig war und den Bereich verließ, um ihr nicht in die Arme zu laufen. Sofort hätte sie gewusst, dass ich sie beobachtet hatte, und das wollte ich vermeiden.
Nach einer ausgedehnten Dusche, einer Rasur und der Pflege meiner Beißerchen kehrte ich zurück und fand meine schöne Hausärztin, wie sie am Tisch saß und mit ihrem Handy zugange war. Noch nie, seit Beginn unseres gemeinsamen Urlaubsabenteuers, hatte ich sie mit dem Handy gesehen, heute dagegen schon zum zweiten Mal. Die schwarzen Stiefel standen unter dem Tisch und mir fiel sofort auf, dass sie ihren Fußnagellack erneuert hatte. Ein weiteres Mal musste ich darüber schmunzeln, weil sich hinter der harten Fassade ein sehr weiblicher Kern verbarg.
»Heute gibt es Ratatouille, ist das in Ordnung für dich?«
Christin sah auf, ihr Gesicht war auf den ersten Blick angespannt, lockerte sich bei meinem Anblick aber blitzschnell. Wenn man sie bisher nicht erlebt hatte, könnte man die Veränderung sicher nicht wahrnehmen, doch ich erkannte, dass sie etwas bewegte.
»Du hast eingekauft, ich habe es gesehen. Ratatouille ist immer gut. Rezept oder frei nach Roman?«
»Mit Rezepten tue ich mich immer schwer.«
»Gut so.« Sie lächelte.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir jeder für sich, ich in der Sonne und Christin im Bus. Ihre helle Haut hatte bereits mächtig Sonne abbekommen und da war es sicherlich besser, im Schatten zu sitzen. Sie las in einem Buch und ich tat es auch. Als mein Bauch mir sagte, dass es Zeit wäre, etwas zu essen, wechselten wir die Plätze und ich gab mein Bestes, Christin von meinen Kochkünsten zu überzeugen. Beim Essen schwärmte sie sogar, wie lecker es sei. Na gut, an einem Ratatouille kann man nicht viel falsch machen, von ihrem Lob fühlte ich mich dennoch ein wenig geehrt. Am Abend, nachdem die Sonne sich soweit gesenkt hatte, dass lesen ohne Lampe nicht mehr möglich war, setzten wir uns wieder zusammen vor den Bus und genossen einen leckeren Roten aus dem Rohnetal. Wir redeten nicht viel, was um diese Zeit bei uns nicht unüblich war, und doch glaubte ich zu erkennen, dass meiner vorübergehenden Mitbewohnerin ständig etwas durch den Kopf ging, was raus musste. Als sie ihre letzte Zigarette des Tages im Aschenbecher ausmachte und aufstand, war mir klar, dass sie wieder alleine im Camper und ich in meinem Iglu schlafen würde. Komischerweise machte es mir nichts aus an diesem Abend. Ich wünschte ihr eine gute Nacht und blieb sitzen, für Christin ein deutliches Zeichen, dass ich nichts von ihr verlangte. Sie schien mir dankbar zu sein, ohne dass Worte darüber gewechselt worden waren. Sie verabschiedete sich, wünschte mir schöne Träume und schloss die Schiebetüre hinter sich.
Am Vormittag hatte sie gesagt, dass sie mich mochte, und in dem Moment, wo ich alleine unter dem Sternenhimmel saß, kamen mir ihre Worte wieder in den Sinn. Wir hatten noch einige Zeit vor uns, die wir gemeinsam verleben durften, und mir war klar, dass, bei aller Neckerei, ein gegenseitiger Respekt das Wichtigste war, was es einzuhalten galt. Und ja, verdammt, ich mochte sie auch.
Am Morgen wurde ich früh wach, hatte bestens geschlafen, nicht unterbrochen von homoerotischen Störungen, zog mir das Nötigste an und schälte mich aus meinem Zelt. Etwas verwundert sah ich, dass die Schiebetüre vom Bus aufstand und warf einen Blick hinein. Außer einem zerwühlten Bett war allerdings nichts zu sehen, Christin war nicht da. Am Waschhaus kam sie mir entgegen.
»Na, guten Morgen. Ich hoffe, du hast gut geschlafen«, begrüßte sie mich und sie sah blendend aus.
»Habe ich, du scheinbar auch. Gib mir ein paar Minuten, dann gibt es Kaffee«, erwiderte ich.
Sich anlächelnd wie zwei gute Bekannte gingen wir unserer Wege, als wäre zwischen uns nie etwas Tiefgreifendes passiert. Zum Camper zurückgekehrt, stellte ich mit Erstaunen fest, dass Christin bereits begonnen hatte, zusammen zu räumen und gerade im Begriff war, mein Iglu abzubrechen.
»Hey, das kann ich selber. Mensch, du hast es aber eilig.«
»Ich dachte, wir wollten gleich los.«
»Ja, aber das sieht ja aus wie Flucht. Ich mache Kaffee und, während das Wasser auf dem Herd steht, packe ich zusammen.«
»Dann hole ich Baguette und etwas Käse. Hast du einen besonderen Wunsch?«
Ich schüttelte den Kopf, einerseits, weil ich keinen Wunsch hatte, und andererseits, weil ich nicht verstand, warum sie es so eilig hatte.
Es war nicht mal neun, da saßen wir schon nebeneinander im Führerhaus des alten Mercedes und Christin steuerte uns auf die Nationalstraße. Da ich nicht wusste, wo es hinging, sah ich teilnahmslos aus dem Fenster und bewunderte die Landschaft. An eine Unterhaltung war bei Geschwindigkeiten jenseits der 80 wieder nicht zu denken, mir blieb nur, möglichst unauffällig den Blick manchmal auf meine Fahrerin zu lenken, und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie dieses Mal ein Ziel hatte, und nicht nur der Nase nachfuhr. Schon komisch, wir hatten sehr befriedigenden Sex miteinander, wenn man uns aber ansonsten zusah, wäre man nie auf die Idee gekommen, dass da mehr wäre. Keine versteckten Zärtlichkeiten, kein Küsschen, keine auch nur leichte Berührung fand statt. Ich nahm mir vor, sie nach der Ankunft zur Rede zu stellen.
Anhand der Schilder erkannte ich, dass es Richtung Westen ging, grob gesagt dorthin, wo nach etlichen hundert Kilometern irgendwann der Atlantik anfing. Dass Christin soweit fahren wollte, konnte ich mir wahrlich nicht vorstellen. Ich überlegte und breitete, eher aus Langeweile, vor meinem inneren Auge die Frankreichkarte aus und war mir sicher, dass die nächstgrößere Stadt Troyes sein musste. Nachdem der Name auf den großen Schildern auftauchte, fuhren wir plötzlich von der Straße ab und hielten am Straßenrand.
»Wenn du mal ...«, Christin zeigte lose mit dem Finger auf meinen Schritt, »jetzt wäre der richtige Zeitpunkt.«
Während ich ausstieg und mich neben dem Bus an einen Strauch stellte, um meine Blase zu erleichtern, verschwand sie hinten im Camper. Wir waren zwar noch nicht lange unterwegs, dennoch hatte ich das Bedürfnis, mir die Beine ein wenig zu vertreten. Sie würde wohl auch nochmal müssen, daher rechnete ich mir genügend Zeit aus und ging ein Stück den Weg entlang. Ich überlegte, ob ich jemals in Troyes gewesen war, konnte mich an die Stadt jedoch nicht erinnern.
Wo Christin wohl hinwollte? Daran, bei der Polizeistation anzurufen und ihnen mitzuteilen, dass wir weitergefahren waren, hatte ich weder einen Gedanken verschwendet, noch hielt ich es für notwendig.
Ein Hupen schreckte mich auf. Anstand war offensichtlich nicht Christins Stärke, mich einfach anzuhupen. Langsam schlenderte ich zurück und sah sie vor der Beifahrertür. Sie hatte die Haare zusammengebunden, hatte sich umgezogen, trug eine weite Leinenhose und Sandalen, dazu ein verführerisch enges Oberteil und sie war geschminkt. Dezent und genau so, dass es mir auffiel. Man konnte sagen, sie hatte sich rausgeputzt. Erstaunt sah ich sie an, blieb stehen und musterte meine aufreizende Urlaubsbegleiterin.
»Was ist los, hast du etwas vor?«
»Warum?« Sie wirkte aufgeregt.
»So wie du aussiehst, scheinst du ausgehen zu wollen ...«, ich schaute auf die Uhr, »um 12 Uhr mittags.«
Sie kam auf mich zu, fasste mich an den Armen und sah mich mit ernstem Blick an.
»Roman, ich treffe hier jemanden und ich möchte dich bitten, schon vorzufahren. Die Adresse liegt auf dem Armaturenbrett. Das ist ein kleiner Platz, wieder an einem See, so wie du es magst.« Sie lächelte.
»Und du?«, fragte ich.
»Ich muss etwas erledigen. Frag bitte nicht weiter, es ist schwer genug. Fahre bitte dahin und warte nicht. Ich werde nachkommen.«
»In Ordnung«, sagte ich, obwohl ihr Aufzug und ihre Worte mehr Fragen hinterließen als Antworten. »Und ich soll dich einfach so hier alleine lassen?«
»Ich bin schon groß, du kannst mich einfach hier alleine lassen.« Ihr Lächeln schien mir nicht überzeugend, aber was hatte ich mich in ihr Leben einzumischen? Etwas komisch kam es mir dennoch vor, dass sie hier, alleine an einer Straße, weit ab von jeglicher Zivilisation, warten wollte.
»Hast du dein Handy? Geld?« Ich langte in den Bus und nahm eine Trinkflasche. »Hier hast du wenigstens noch was zu trinken.«
Christin nahm mir die Flasche ab. »Es ist alles in Ordnung, Papi.« Ich musste lächeln.
»Du hast meine Nummer und du kannst jederzeit ... ruf mich an, wenn etwas ist, ich bin in nullkommanichts da, um dich zu retten.«
»Das ist lieb.« Sie beugte sich vor, streckte sich und gab mir ein Küsschen auf die Wange. »Vertrau mir, bitte.« Christin schob mich zur Fahrerseite.
Offenbar blieb mir nichts anderes übrig, als ihrer Anweisung zu folgen. Noch immer irritiert von ihrem Auftritt, stieg ich in den Camper, startete den Motor und gab die Adresse auf dem Zettel, den sie mir hingelegt hatte, in mein Handy ein. Es war ein Naturschutzgebiet, nicht weit von dem Ort, wo wir waren. Langsam rollte ich den Mercedes auf die Straße und betrachtete meine geheimnisvolle Begleiterin im Rückspiegel. Von Weitem sah ich ein Auto kommen, das verlangsamte, und beobachtete, wie es bei Christin anhielt. Sie wartete neben dem Wagen, bis ich aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
An einem kleinen Laden hielt ich an, kaufte etwas ein und machte mich auf zu dem Platz, den sie mir aufgeschrieben hatte und wo sie mich, wann auch immer, wieder treffen wollte. Ich dachte kurz nach, ob ich mein Zelt aufbauen sollte, und es dauerte nicht lange, bis ich mir sicher war, dass es ihr Wunsch wäre. Was auch immer sie vorhatte, so, wie sie sich rausgeputzt hatte, erwartete sie mich sicher heute nicht in ihrem Bus.
Der See war traumhaft, ähnlich wie der Lac du Der, nur noch weitläufiger, noch ruhiger, noch mehr Natur und noch mehr Vögel. Auf der Fahrt hatte ich mich schon gewundert, dass überhaupt ein befestigter Weg hierhin führte, mitten in dieses Naturreservat. Von Sperrschildern hatte ich nichts gesehen, deshalb war ich fest der Ansicht, dass ich irgendwann an einem Camping-, fürs mindeste aber an einem Stellplatz für Wohnmobile ankommen würde. Es handelte sich allerdings um eine Straße, die einfach so endete, kurz vor einer großen Wiesenfläche, auf der ich parkte, um mich niederzulassen.
Nach dem Essen sprang ich in den See. Das Wasser war herrlich klar und absolut traumhaft. Ich hatte mich zwischenzeitlich an Christins Gewohnheiten angepasst und trug keine Hose mehr beim Baden, setzte mich anschließend genauso in den Stuhl und genoss die Ruhe, die Abgeschiedenheit, die Natur und träumte mich hinein in die Reisen, die ich als Rentner irgendwann exakt so geplant hatte.
Aus meinem Zelt holte ich die Sonnencreme und kletterte, mit dem Buch unter dem Arm auf das Dach des Campers. Oben angekommen fiel mir ein, dass ich nichts hatte, wo ich mich drauflegen konnte, musste also nochmal runter und holte mir eine Decke und ein Kopfkissen aus dem Camper. Christin wäre sicher damit einverstanden, dachte ich mir, und kletterte ein zweites Mal auf den Bus. Ich sollte tatsächlich etwas für meine Fitness tun, wurde mir bewusst, denn ich japste schon ein wenig, als ich wieder oben ankam.
Den Bus hatte ich zwar unter einem Baum geparkt, der ausreichend Schatten spendete, doch ich hatte mich noch nie hüllenlos in die Sonne gelegt, darum cremte ich meinen Intimbereich besonders gründlich mit der weißen Paste ein, bevor ich auch meinen restlichen Körper damit beschmierte. Mir ging es schon echt gut, wenn man daran dachte, dass sich andere in meinem Alter noch jeden Tag mit teils sinnlosen Dingen plagen mussten. Immer wieder kam mir das Bild von Christin in den Kopf, wie sie sich rausgeputzt hatte, um jemanden zu treffen, um den sie so ein Geheimnis machte. Meine Gedanken wanderten ab, während ich die Baumkrone von unten herauf betrachtete, zeichneten Bilder von weiten Ebenen, grasenden Tieren und ließen Geräusche erklingen von pfeifenden Spatzen, von singenden Drosseln, vom Wind, der mit den Blättern spielte und von startenden und landenden Enten. Ein leichter Lufthauch, der meinen Bauch streichelte, holte mich kurz zurück, ließ mich jedoch wieder wegdämmern. Im Wind wehende Haare, rotblonde Haare um ein freundliches Gesicht, das Gesicht von Christin erschien mir. Ich lag auf dem Dach ihres Campers und sonnte mich. Sie beugte sich über mich, küsste meinen Mund, knabberte an meinem Ohr, leckte meinen Hals hinab, streichelte mit der Hand über meine Brust, küsste sie und ließ ihre Lippen über meinen Bauch kreisen.
Mit einem Schlag war ich wach, schlug die Augen auf und sah an mir herab. Keine Christin, keine rotblonden Locken, waren zu sehen, dafür aber mein sich frei fühlender Freund, der sich dick geschwollen auf meinem Becken breitgemacht hatte. Nur einen kurzen Augenblick war ich eingeschlafen, ein paar Minuten vielleicht, und ich musste lächeln.
Ob es ihr wohl gutging?
Ich nahm mein Buch und las an der Stelle weiter, an der ich beim letzten Mal aufgehört hatte, merkte schnell, dass ich absolut nicht im Bilde war, und blätterte mehrere Seiten zurück. Jetzt wusste ich, was ich vergessen hatte: etwas zu trinken. Mein Mund schmeckte nach Schlaf und ich hatte Durst. Nochmal würde ich die Leiter nicht heraufklettern, also packte ich alles zusammen und stieg wieder herunter. Es war ein angenehmes Gefühl, völlig unbekleidet umher zu laufen und auf einmal kam mir die Anzeige des Paares in den Sinn, das nach einem Partner für ihre nudistischen Spiele suchte. Erneut schlich sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich ertappte mich dabei und überlegte, dass einem so etwas nur passieren konnte, wenn man absolut entspannt war. Ich trank die halbe Flasche leer, sah auf den See und mir kam auf einmal eine absolut abstruse Idee. Nachdem ich mir einen sonnigen Platz gesucht hatte, versuchte ich, die Übungen nachzuahmen, die Christin mit mir vollführt hatte. Ich zwang mich, mich zu erinnern, wie sie ausgesehen hatte, und drehte und dehnte meinen Körper genau so, wie meine Erinnerung es mir vormalte. Von außen mochte das völlig bescheuert aussehen, doch ich fühlte mich wohl wie lange nicht. Sogar die leichten Rückenschmerzen von dem ungemütlichen Liegen auf dem Bus waren schnell verschwunden.
Anschließend sprang ich ein weiteres Mal in den See.
Meine Mitbewohnerin würde wohl noch etwas wegbleiben, darum legte ich mich anschließend auf ihr Bett und nahm mein Buch mit. Wenn sie wüsste, dass ich nackt auf ihrer Matratze lag, hätte sie sich sicherlich lauthals beschwert, aber sie sah es nicht.
Mein Magen meldete sich, als ich tief in die Geschichte eingetaucht war, knurrte so, als wolle er mir drohen, doch ich ignorierte ihn, bis ich es wirklich nicht mehr ertragen konnte. Essen war schon lange ein wichtiges Ritual in meinem Alltag, spätestens seit der Zeit, als ich damals für eine Recherche in Nordafrika unterwegs gewesen war und mehrere Tage nichts zu essen fand, bis eine Gruppe von sehr gastfreundlichen Menschen mich aufnahm. Spätestens seit dieser Zeit hatte ich enormen Respekt vor einem zu starken Hungergefühl. Nicht, dass ich nicht auch tagelang ohne Essen auskommen könnte, Reserven hatte ich schließlich genügend, aber die Erinnerung daran löste ein regelrechtes Angstgefühl in mir aus.
Nachdem ich mir etwas zu essen gemacht hatte und entspannt vor meinem Zelt meinen Kaffee genoss, musste ich erneut an Christin denken, die nun schon sehr lange Zeit unterwegs war. Ob sie heute überhaupt nochmal zurückkommen würde? Wenn nicht, wünschte ich ihr in Gedanken jetzt schon mal eine gute Nacht.
Die Sonne sank langsam aber sicher in Richtung Horizont und es wurde Zeit, sich etwas überzuziehen, weil der Wind eine kühle Brise herüberblies. Außerdem war mir die Vorstellung, nachher nackt mit einem Glas Rotwein vor meinem Zelt zu sitzen, dann doch etwas zu viel des Guten. Ich kramte meinen Block heraus und setzte mich an Christins Tisch. Es war der richtige Zeitpunkt, meine Gedanken spielten Squash, meine Fantasie war nicht zu bremsen und die Worte flogen nur so aufs Papier, bis ich meine eigene Schrift nicht mehr lesen konnte, weil es dunkel geworden war. Die Flasche mit dem Rotwein war schon über halbleer und ich beschloss, sie nicht wieder in den Camper zurückzubringen, also schüttete ich nach und nach alles in mein Glas. Wenn man mich hätte sehen können, hätte man bestimmt angenommen, ich hätte ein Alkoholproblem, doch das war mir mittlerweile egal. Es ging mir gut und ich redete mir ein, mir das verdient zu haben. Es musste bereits nach Mitternacht sein, da packte mich die Vernunft und ich ging ins Bett. Ein Geistesblitz hatte mich noch veranlasst, die Tür des Campers zu schließen, ob ich jedoch auch abgeschlossen hatte, daran konnte ich mich im Schlafsack liegend nicht mehr erinnern.
Mit fahlem Geschmack im Mund wachte ich auf, musste mich kurz orientieren, nahm am Rande wahr, dass es draußen schon hell wurde, und schälte mich aus meinem Schlafsack. Ich steckte den Kopf aus dem Reißverschluss und sofort merkte ich, wie mir frische Luft entgegenkam. Die leere Weinflasche stand noch auf dem Tisch, daneben mein Glas, ansonsten schien alles in Ordnung zu sein. Soviel Alkohol hatte ich schon lange nicht mehr an einem Abend gehabt, wollte mich auch auf keinen Fall daran gewöhnen, denn, abgesehen von dem Geschmack in meinem Mund, schien mein Kreislauf ein wenig Startschwierigkeiten zu haben.
Es war alles ruhig, der Camper stand noch so, wie ich ihn in Erinnerung hatte, wahrscheinlich hatte Christin die Nacht woanders verbracht. Sie war schon groß, hatte sie gesagt, und, obwohl es mich hätte innerlich aufrühren sollen, hatte ich im Moment ganz andere Probleme. Scheinbar hatte ich es nicht mehr geschafft, mir etwas für die Nacht anzuziehen, darum brauchte ich jetzt auch nichts auszuziehen, kroch aus meinem Iglu, atmete ein paarmal durch, bis ich mir sicher war, nicht wieder sicher stehen zu können und ging langsam aufs Wasser zu.
Die Kühle tat gut, weckte meine Lebensgeister und brachte vor allem meinen Kreislauf in Gang. Ich nutzte die Gelegenheit und leerte meine Blase, bevor sie platzte, und nach gut zwanzig Minuten und einer ausgiebigen Morgenwäsche inklusive Zahnhygiene fühlte ich mich wie neu geboren. Ohne mich abzutrocknen ging ich zum Bus, brauchte etwas Trinkbares, warf einen kurzen Blick ins Innere und stutzte. Auf dem Bett lag eine Gestalt, der Form des blanken Hinterns nach zu urteilen eindeutig weiblich, und schlief. Den Kopf konnte ich nicht erkennen, er lag für mich im toten Winkel, doch ich nahm nicht an, dass es Christin war. Schließlich kannte ich einiges von ihrem Körper schon näher und der hier war deutlich kurviger. Obwohl ich großen Durst verspürte, öffnete ich die Schiebetüre nicht, sondern schlich zum Seitenfenster im hinteren Teil, wo ich sicher mehr sehen konnte. Die Scheibe war zwar dunkler und sollte vor neugierigen Blicken schützen, tat genau das aber nicht so richtig, wenn man sich nah genug davorstellte. Im Bett lagen zwei Frauen, eine mit dunkleren und eine mit hellen Haaren, eindeutig Christin. Die Decke war verrutscht, lag genaugenommen an der Seite und bedeckte so gut wie nichts von den anmutigen weiblichen Körpern.
Ich schimpfte innerlich mit mir selber, schutzlos ausgelieferte Frauen beim Schlafen zu beobachten, musste mich überwinden, zu meinem Zelt zurückzukehren, um nach einer Trinkflasche zu suchen. In einer der Taschen fand ich tatsächlich ein kleines Fläschchen, trank hastig und kehrte wie beiläufig wieder zum Fenster zurück. Spanner hin oder her, der Anblick der beiden nackten Körper war einfach zu lecker, um wegzusehen. Eine ganze Weile stand ich da, überlegte, wann sie gekommen sein konnten, wunderte mich nach einer ganzen Flasche Rotwein nicht, dass ich es nicht mitbekommen hatte, und spürte einen kleinen innerlichen Schmerz in meiner Herzgegend. Also nicht wirklich, aber ich war etwas enttäuscht, dass Christin sich, nach allem, was zwischen uns passiert war, offensichtlich mit einer Frau getroffen hatte, und das nicht nur zum Eis essen.
Beinah hätte ich es nicht mitbekommen, dass meine schöne rotblonde Reisebegleiterin die Augen aufschlug, weil ich unentwegt ihre Beischläferin betrachtete, konnte mich im letzten Moment mit einem Schritt nach hinten retten, trat dabei aber genau auf einen spitzen Stein und musste meinen Schmerz herunterschlucken. Humpelnd bewegte ich mich zurück zum Wasser des Sees, um den Fuß darin zu kühlen, als sich plötzlich die Schiebetür öffnete. Ich stand mit dem Rücken dazu und blieb dort auch stehen, um nicht in Verdacht zu geraten, kühlte meinen Fuß und konnte buchstäblich den Blick auf meinem Rücken spüren.
»Guten Morgen, Roman«, schallte es zu mir herüber. »Geht es dir gut? Was ist los?«
An sich tat schon nichts mehr weh, doch Christin ließ es sich nicht nehmen, mir zu Hilfe zu eilen und stand im Bruchteil einer Sekunde neben mir. Sie trug die gleiche Tracht wie ich, nämlich nichts außer ihren rotblonden Haaren.
»Blutet das?«
»Nein, ist schon gut. Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung.« Einen Blick musste ich riskieren und sofort wechselte ihr besorgtes Gesicht zu einem freundlichen Lächeln.
»Sag mal, hast du uns gerade beobachtet?«
»Nein, wieso ... wieso uns?«
»Gib es zu, du hast uns beobachtet. Du bist schnell weg, als ich die Augen ...« Sie lachte. »Komm her, stütze dich ab, ich helfe dir.« Christin schlang einen Arm um meinen Rücken, um mich zu halten.
»Lass das bitte, ich kann das alleine«, raunte ich.
»Aber du konntest nicht anders, als ... du kleiner Spanner, du.« Sie drückte mir ein Küsschen auf die Wange, ließ mich los und wartete, dass ich ihr folgte. »Der Herr schläft ab jetzt auch nackt?«
»Wieso auch?« Die Frage ließ sie unbeantwortet.
»Guten Morgen, Agnes. Das ist übrigens Roman, der coole Typ, von dem ich dir erzählt habe«, begrüßte sie stattdessen die Frau, die mit einer Decke vor der Brust in der offenen Schiebetüre stand. »Darf ich vorstellen: das ist Agnes, eine langjährige Freundin.«
»Allo Roman«, erklang die Stimme der Frau in der offenen Türe in einem niedlichen französischen Akzent.
»Hallo Agnes, schön dich kennen zu lernen. Äh, normalerweise habe ich etwas an, wenn ich ...«
»Er hat sich verletzt, deshalb ...«, fiel mir Christin ins Wort. Agnes lächelte freundlich.
Ich humpelte zu meinem Zelt, kroch hinein und suchte eine Hose und ein T-Shirt. Als ich wieder herauskam, sah ich, dass mein Fuß tatsächlich einen kleinen Blutfleck im Gras hinterließ.
»Wir sollten das zumindest desinfizieren und verbinden«, meinte Christin und ich war gezwungen, ihrem fachlichen Rat zu folgen.
Vermutlich aus Anstand hatte sie sich auch etwas übergezogen, Agnes war noch im Bus. Im Stuhl sitzend versorgte meine Hausärztin den lädierten Fuß.
»Wir brauchen dich«, murmelte sie, während sie den Verband anlegte, »wer soll uns sonst mit gutem Kaffee versorgen?«
Wenn ich nicht auf sie angewiesen gewesen wäre, hätte ich ihr einen Klaps auf den Hintern verpasst, verbot es mir aber.
Zwischenzeitlich stand Agnes bei uns und hatte einen Badeanzug angezogen.
»Geh ruhig schon mal vor«, sagte Christin zu ihr, »ich habe ihr erzählt, wo du den Bus hingestellt hast, darum möchte sie unbedingt eine Runde in dem See schwimmen«, meinte sie mir zugewandt. »Hast du Fragen? Dann stelle sie jetzt.« Christin nickte mit dem Kopf zu Agnes, die bereits den Rand des Wassers erreicht hatte.
»Was meinst du? Du bist erwachsen, kannst also tun und lassen ...«
»Sie ist eine alte Freundin, mit ihrem Mann klappt das nicht mehr, darum habe ich sie gestern kurzerhand mitgebracht. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass sie uns eine Weile begleiten wird.«
»Äh, nein, wie könnte ich? Sag mal, wie seid ihr denn heute Nacht hierhin gekommen?«
Christin schaute zum Bus, ich folgte ihrem Blick und erkannte jetzt erst die Kante der Motorhaube hinter der Front des Busses.
»Wir wollten leise sein und haben hinter dem Bus geparkt, um dich nicht zu wecken.«
»Ich habe fest geschlafen.«
»Das habe ich mir auch gedacht, nachdem ich die leere Flasche gesehen habe«, lächelte sie und in ihren Augen erkannte ich einen Anflug von Schadenfreude. »Wenn keine weiteren Fragen bestehen, könntest du ...«
»Ich mache Kaffee, schon gut.«
»Sie ist wirklich nett, du wirst sehen«, sagte Christin, streifte die Hose und das T-Shirt ab und gab mir beides. Jetzt stand sie in ihrem verführerischen Bikini vor mir, warf mir einen schelmischen Blick zu und machte sich auf in Richtung ihrer Freundin. »Wir werden viel Spaß zusammen haben ... wenn du möchtest«, fügte sie hinzu und belustigte sich über meinen fragenden Gesichtsausdruck.
Zum Kaffee hatten sich beide Frauen gottseidank etwas übergezogen. Christin hatte meine Libido bereits vor ein paar Tagen geweckt und ich war der Meinung, man sollte das alles nicht überstrapazieren. Agnes sprach nicht viel, eigentlich gar nichts. Nur Christin und ich tauschten ein paar Nettigkeiten aus.
»Ich kümmere mich um den Abwasch und besorge etwas für ein leckeres Frühstück«, gab ich bekannt, nahm die Tassen und stellte sie im Camper ab. Anschließend schwang ich mich auf mein Fahrrad.
»Du bist ein Schatz«, meinte Christin und gab mir demonstrativ ein Küsschen auf die Wange, eine bis zum Vortag eher unübliche Sympathiebekundung ihrerseits und vermutlich gerade jetzt der Anwesenheit ihrer Freundin geschuldet.
Was hatte sie dieser Agnes wohl von mir erzählt? Und was sollte diese Bemerkung mit dem coolen Typen? Wie dem auch sei, ich würde es erfahren, dachte ich mir, und radelte los. Mithilfe meines Handys fand ich ein Dorf, nicht weit entfernt, und einen kleinen Einkaufsmarkt. Ich wollte mir Zeit lassen, die beiden Frauen hatten sicherlich einiges zu besprechen. Agnes machte einen sehr sympathischen Eindruck, wenn ich mit ihr auch bisher noch kein Wort gewechselt hatte. Dass es, wie Christin es ausgedrückt hatte, mit ihrem Mann nicht so klappte und sie deshalb bei uns war, ging mich im Grunde nichts an, obwohl es mich natürlich schon interessierte. Es liegt wohl in der Natur mancher Menschen, neugierig zu sein auf die kleinen und großen Geheimnisse anderer, und ich gehörte sicherlich dazu.
In dem Laden stöberte ich nach allem Möglichen, fand ein paar Leckereien, kleine Pfannkuchen, die uns die gemeinsame Zeit etwas versüßen könnten, und steckte sie ein. Mein Blick fiel auf den Zeitungsständer am Eingang, sicher noch ein Relikt aus alter Zeit, und der darauf befestigten Ausgabe der Boulevardpresse. Es zeigte ein Bild von einem Mann, dessen Gesicht mit einem schwarzen Balken verdeckt war, und einem See, den ich kannte. Es war der See, auf dem wir das Boot gesehen hatten und, wenn ich mich nicht irrte, war es sogar eines der Fotos, welches ich der Polizei übergeben hatte. Nur die Überschrift konnte ich aus der Entfernung erkennen, zog die Zeitung heraus und versuchte zu entziffern, worum es sich handelte. Kurzerhand legte ich sie mit aufs Band und bezahlte. Nachdem ich alles in der Tasche an meinem Fahrrad verstaut hatte, nahm ich mir die Zeit und las den gesamten Artikel.
In Paris war es vor nicht allzu langer Zeit zu einem Überfall gekommen, bei dem mehrere Täter in ein Einfamilienhaus eingedrungen waren und ein betagtes Ehepaar über Stunden gefangen gehalten hatten. Bis heute war unklar, welche Beute sie gemacht hatten, auf jeden Fall sollten sehr wertvolle Schmuckstücke darunter sein. Einer der Täter konnte bisher überführt werden, doch von der Beute fehlte jede Spur. Man nahm lediglich an, dass alles in einem See zwischengelagert worden war, und anhand von Hinweisen wäre man dem jetzt Festgenommenen auf die Spur gekommen.
Ich rechnete eins und eins zusammen und wusste genau, was die beiden Typen auf dem Boot aus dem Wasser gezogen hatten, und dass wir, Christin und ich, die Hinweisgeber waren. Mir ging durch den Kopf, ob sie uns wohl erkannt haben könnten und ob sie vielleicht nun auf der Suche waren nach denjenigen, die ihren Kumpel verraten hatten. Gut, der Lac du Der lag viele Kilometer hinter uns, dennoch wäre es ein leichtes, den auffälligen alten Mercedes aufzuspüren. Ich dachte nach und entschied, den beiden Frauen noch nichts davon zu erzählen. Im Moment waren wir abgeschirmt von jeglicher Zivilisation und damit auch erstmal nicht in Gefahr.
Vorsichtshalber warf ich die Zeitung in den nächsten Papierkorb und radelte zurück. Natürlich ging so etwas nicht spurlos an einem vorbei und auf dem Weg zurück zu unserem Liegeplatz scannte ich die Gegend ganz genau, doch nichts fiel mir auf, was mir auf irgendeine Art verdächtig vorkam. Dafür plantschten die beiden Frauen genüsslich im See. Ich verstaute die Lebensmittel und holte abermals meine Kamera hervor, um ein paar Aufnahmen zu machen. Agnes würde sicher auch nichts dagegen haben, darum hatte ich keinerlei Skrupel, kletterte auf das Dach und legte an. Es war schön anzusehen, wie vergnügt die beiden sich im Wasser bewegten, sich ab und zu gegenseitig nass machten und völlig ungehemmt die Zeit und das gute Wetter genossen. Alles das versuchte ich, mit meinem Objektiv einzufangen.
Auf einmal wurde es ruhiger, die beiden schwammen nebeneinander her und schienen sich zu unterhalten. Dabei kam Christin ihrer Freundin sehr nahe und ich musste zweimal hinsehen, weil ich zunächst vermutete, sie würde ihr etwas zuflüstern. Auf der Kamera holte ich das Bild näher heran und erkannte genau, dass sie nicht flüsterte, sondern ihre Lippen an Agnes Wange legte. Nur die Köpfe schauten aus dem Wasser, manchmal auch die Schultern, und ich konnte erkennen, dass Christin ihre Freundin dabei mit der Hand am Arm berührte, vielleicht sogar streichelte. Im inneren Zwiespalt ließ ich die Kamera sinken. Auf keinen Fall wollte ich ihre Intimsphäre derart verletzen und sie fotografieren, während sie sich küssten, umarmten und womöglich noch mehr unter der Wasseroberfläche geschah. Einen letzten Blick konnte ich mir dennoch nicht verkneifen, bevor ich vom Camper schlich und in meinem Zelt verschwand.
Ich hörte, wie die beiden näherkamen, wie sie miteinander sprachen, anscheinend das Wasser bereits verlassen hatten und auf mich und mein Versteck zusteuerten. Die Dusche wurde angestellt. Ich war neugierig, konnte mich nicht zurückhalten und steckte den Kopf aus dem Zelt. Unter dem fließenden Wasser standen beide, Christin löste gerade die Schnüre ihres Bikinis, ließ ihn achtlos fallen und küsste Agnes auf den Mund. Anschließend streifte sie ihr die Träger von den Schultern und ihre Freundin ließ es geschehen, legte ihrerseits die Hände um Christins Rücken und vergrub ihr Gesicht in ihrer Halsbeuge.
Meine gute Erziehung verbot mir, weiter zuzusehen, doch mein innerer Drang war stärker, der, der mir schon viele Jahre erfolgreich bei meiner Arbeit zur Seite gestanden hatte, und den ich jetzt nicht einfach so zurückdrängen wollte. Ich konnte nicht, ich musste zusehen, wie die beiden sich küssten und streichelten. Mittlerweile lag auch Agnes Badeanzug auf dem Boden. Meine heiße Urlaubsbekanntschaft mit den nassen rotblonden Haaren drehte das Wasser ab und zog ihre Freundin an der Hand hinter sich her, schaute sie dabei verliebt an und es schnürte mir den Hals zu.
Ich hörte nur, wie die Schiebetüre geöffnet wurde, wie die beiden miteinander tuschelten, obwohl sie mich gar nicht gesehen hatten und sich immer noch alleine fühlen sollten. Noch mit mir und meinem inneren Drang hadernd, verdunkelte sich mit einem Mal der Himmel und wie aus dem Nichts prasselte ein mächtiger Gewitterschauer über uns herab. Er nahm mir die Entscheidung ab, also kroch ich zurück in mein Zelt und nahm mir das Buch zur Hand. Alles in mir spannte sich. Wie gern hätte ich den beiden zugesehen, wie sie sich liebten, wie sie ihre Leidenschaft in sinnlichen Berührungen genossen, doch das blieb mir verwehrt.
In Gedanken stellte ich mir vor, was gerade im Camper vor sich ging, was vor sich gehen könnte, denn plötzlich öffnete sich der Reißverschluss an meinem Iglu und Christins hübscher Kopf kam zum Vorschein. Hatte ich gedacht, dass die beiden sich nackt auf der Matratze räkelten, trug sie eines ihrer zu großen T-Shirts und lächelte mich an.
»Möchtest du nicht rüberkommen?«
Was eine Frage? Natürlich wollte ich, aber ...
»Woher weißt du, dass ich hier bin?«
»Tja, meine Augen sind besser als deine Ohren. Kommst du rüber, bei uns ist es trocken? Noch zumindest. Wenn du mich noch länger vor deinem Zelt warten lässt, bin ich schon wieder pitschnass«, grinste sie.
»Deine Kleider, du aber doch nicht, oder?«, witzelte ich und holte mir einen bösen Blick ab.
Es kostete mich nicht den Hauch einer Überwindung, ihrem Wunsch zu folgen. Im Bus angekommen fand ich die beiden auf dem Bett sitzend mit einem Glas Rosé in der Hand.
»Möschtes du?«, fragte Agnes in ihrem unverwechselbaren französischen Slang.
»Gerne«, wollte ich nicht unhöflich sein und setzte mich zu ihnen.
Draußen hatte der Regen zugenommen und prasselte so laut aufs Dach des Campers, dass man sich kaum unterhalten konnte. Die beiden Frauen saßen nebeneinander, ich am Rand, und sie redeten miteinander. Wiedermal verfluchte ich mein schlechtes Gehör, wenn das Gemurmel auch gar nicht für meine Ohren bestimmt war. Erst als das Gewitter nachließ und der Regen von einem lauten Schauer zu einem seichten Trommeln überging, wandte sich Christin wieder mir zu.
In einer fließenden Bewegung stellte sie ihr Glas ab und kletterte über mich, so dass ich auf einmal in der Mitte saß. Sie begann zu erzählen, von ihr und von Agnes. Ich erfuhr, dass Agnes und sie sich schon seit geraumer Zeit kannten, sie hatten während des Studiums zusammengewohnt. Genau genommen hatte Christin studiert und in einer Wohngemeinschaft mit Agnes gelebt. Diese arbeitete zu der Zeit als Haushaltshilfe, erledigte Einkäufe für pflegebedürftige Menschen, hielt deren Wohnung in Ordnung und sah zu, dass es den Leuten einigermaßen gutging. Damals war sie neunzehn, wollte von zu Hause weg und hatte sich damit ein Stück Selbständigkeit schaffen können. Für Christin, so schien es, war es ein Glück gewesen, eine günstige Bleibe gefunden zu haben. Mit und mit taute Agnes auf, erzählte selber von ihrer Zeit in Deutschland und ich war fasziniert von ihrer Art, Worten einen ganz neuen Klang zu geben. Die deutsche Sprache bekam durch sie eine wohltuende Melodie, die oft viel angenehmer anzuhören war als bei mir. Ihr Lächeln und ihre Ausstrahlung untermalten das Gesamtbild dabei so treffend, dass ich sie mehr und mehr anstrahlte. Das zumindest war vermutlich der Grund, warum auf der anderen Seite Christin sich tiefer in die Kissen drückte, sich bei mir anlehnte und auf einmal begann, mit der Hand über meinen Bauch und meine Brust zu streichen.
Natürlich war ich mitten in einer Situation, die sich fast jeder Mann wünscht, zwei Frauen in einem Campingbus und ich selbst mittendrin, ich wusste aber aus Erfahrung, dass die Vorstellung eine ganz andere ist, als die Realität.
Nach dem, was die beiden erzählt hatten, konnte ich mir genau vorstellen, was vor vielen Jahren in der Wohngemeinschaft alles passiert war, vielleicht wünschte ich es mir in meiner rosaroten Vorstellung auch nur, doch genau dahin passte die Szene, die ich zuvor beobachtet hatte.
Mir entgingen auch nicht die Blicke, die die beiden untereinander austauschten und die erahnen ließen, dass sie sich mehr als mochten. Nur, wie passte ich da rein? Wir hatten alle ein Glas Wein getrunken, waren zwar weit entfernt von einer alkoholbedingten Willenlosigkeit, dennoch war die Stimmung im Bus angeheizt genug, dass wir zur Überschreitung der ein oder anderen Grenze bereit waren.
Mit einem diebischen Lächeln in Agnes Richtung fuhr Christins Hand unter mein T-Shirt, schob es, vielleicht sogar unabsichtlich, ein Stück nach oben und legte meinen Bauchansatz frei. Über mir trafen sich die Lippen der beiden Frauen, nachdem sie sich aufgerichtet und zueinander gewandt hatten. Ganz sanft berührten sie sich, tasteten sich ab, als würden sie sofort zerbrechen wie Porzellan, wenn man zu sehr darauf drückt. Die Augen geschlossen streichelten sich ihre Zungenspitzen, neckten einander und am Atmen der beiden konnte man hören, wie es sie erregte.
Genau das meinte ich, als ich von dem Unterschied zwischen Wunsch und Realität sprach, bei der man als drittes Rad an einem Fahrrad zwei Frauen beim Liebesspiel zusieht und dazu verdammt ist, lediglich mit den Augen mitzuspielen.
Doch dann kam alles anders.
Agnes trank einen großen Schluck und stellte das Glas auf die Küchenanrichte, nahm mir meines aus der Hand und begann, mich am Hals zu küssen. Sie wartete offensichtlich, ob es mir gefiel, legte erneut ihre Lippen auf meine Haut und zauberte eine Gänsehaut darauf.
»Du rieschst so gut«, hauchte sie und strich mit der Hand über mein T-Shirt, musterte meine Brust und meinen Bauch, während sich ihr Gesicht dem meinen näherte und sie mich auf den Mund küsste.
»Und du schmeckst fantastisch«, gab ich zurück.
Mit allen Sinnen genoss ich sie, spürte ihre Finger unter meinem T-Shirt auf meiner Haut, ließ es sie mir über den Kopf schieben und fühlte gleich wieder ihre Lippen auf meinem Mund.
»Was geschieht hier?«, wollte ich schon fragen, ließ die Worte von ihrem Kuss verschlucken und begann damit, diese sinnliche Frau zu streicheln, glitt mit den Fingern über ihre Rundungen, hob den Stoff an und fuhr darunter.
»Das ist schön, isch mag das.«
Agnes löste sich kurz von mir, zog sich selber ihr Oberteil über den Kopf und ließ mich ihre Brüste bewundern.
»Die sind wunderschön.«
Mit der Hand wog ich sie, streichelte mit dem Daumen darüber und ließ mich ein weiteres Mal von ihren sinnlichen Lippen einfangen. Wir glitten gemeinsam tiefer, bis wir nebeneinander lagen, nahmen beide Hände zu Hilfe und ertasteten unsere Körper.
An meinen Beinen spürte ich, wie etwas auf der Matratze zwischen meine Beine kroch, ich öffnete die Augen und sah in Christins teuflisches Grinsen. Ich war zu sehr vertieft in Agnes Liebkosungen und rechnete schon damit, dass Christin sich in unser Spiel einschalten würde, doch sie kniete als stille Beobachterin am unteren Rand.
»Ihr seid ein schönes Paar«, flüsterte sie uns zu.
Atemlos trennten wir uns voneinander, offenbar ein Zeichen für die rotblonde Frau zu meinen Füßen, ins Geschehen einzugreifen. Statt zu Agnes wandte sie sich zu mir, krabbelte an mir hoch und beglückte mich und meinen Körper mit ihrem Mund, küsste sich an mir hoch, bis sie mein Gesicht erreicht hatte.
»Du riechst wirklich gut.«
Ein Blick zur Seite genügte, um sich bei ihrer Freundin die Erlaubnis in Form eines ausgedehnten Kusses einzuholen, sich mir weiterhin zu widmen. Dabei wurde ich Augenzeuge, wie die beiden Frauen ihre Zungenspitzen miteinander spielen ließen und sich gegenseitig anheizten.
Anschließend kniete Christin sich über mir, beugte sich zu mir herunter und neckte meinen Mund mit Zungenschlägen und saugenden Lippen. Die Einladung konnte ich nicht ablehnen, fühlte mich wohl so mitten im Geschehen, legte meine Hände an ihren sehnigen Körper und fühlte die Unruhe in ihr, zog ihr mit einem Rutsch das T-Shirt aus, um ihre herrlich gereizten Brustwarzen zu spüren und zu knuddeln. Währenddessen rieb sie mit ihrer Vulva über meine anschwellende Männlichkeit und sorgte schon jetzt dafür, dass sie zum Bersten hart wurde, obwohl noch einige Lagen Stoff dazwischen waren.
Das änderte sich bald, denn Agnes fuchtelte ihrerseits am Knopf meiner Hose, wobei ihre Hand nicht nur einmal zwischen Christin und meinem Schritt geriet und zu beiden Seiten den Druck mächtig erhöhte. Trotz Christins wollüstigem Reiben ihrer Muschel an mir schaffte Agnes es, meine Hose herunter zu ziehen und mich komplett frei zu legen.
»So ist es besser«, kommentierte sie ihr Tun.
Erneut durfte ich mit ansehen, wie sich die beiden Schönheiten gegenseitig ihre Zungen hinstreckten und mehr züngelten als küssten. Für mich sah es fast so aus, als wollten sie mir eine Anleitung geben, wie sie ihre Lippen an anderer Stelle bedient haben wollten.
Bevor die rotblonde Schönheit ein weiteres Mal ihre Vulva an mir reiben konnte, schob ich ihre Hose soweit herunter wie möglich, um ihr zu zeigen, dass ich sie mir nackt wünschte. Statt meinem Rat zu folgen, löste sie sich von Agnes, beugte sich zu mir herunter und spielte das gleiche Spiel der Zungen mit mir. So gelenkig wie sie war, hatte hingegen ihre Freundin keine Schwierigkeiten dabei, die Hose der Schönheit, die über mir kniete, aus dem Weg zu räumen. Dabei gab sie ihr einen Klaps auf die bloße Pobacke.
»Hey!«
Diese ließ ihr Becken wieder ab, klemmte meinen Penis zwischen ihren Lippen ein und glitt darauf auf und ab wie ein Waggon auf gut geölten Bahnschienen. Ich wollte den Zug gerade anhalten, um eine Überschmierung durch meinen vorzeitigen Abgang zu verhindern, da hob Christin, die mittlerweile genüsslich die Augen geschlossen hatte, ab und machte einen Schritt mit ihren Knien auf mein Gesicht zu.
»Komm her mit deiner süßen Blüte und lass mich deinen Nektar schlecken«, wusste ich sofort, was zu tun war, schob mich ein Stück unter ihr hindurch, so dass meine Lippen plötzlich die ihren erreichen konnten und streckte die Zunge ihrem Paradies entgegen. Sie schmeckte so gut, wie ich erwartet hatte, und ich vollführte meine Kür an ihrer Muschel, leckte darüber, glitt hinein, fand den Knopf der Wollust, und das alles ohne festen Plan, richtete mich immer nach ihr, spürte, wann sie was am meisten wollte. Immer wenn meine Zunge links und rechts an der schützenden Haut des kleinen Knopfes vorbeistrich, sog sie die Luft besonders tief ein.
Zu unseren Füßen war Agnes nicht untätig geblieben und stülpte ihren Mund über das von ihrer Freundin bereits reichlich vorgeschmierte Stück Fleisch.
Ich kann ihnen sagen, dass das bisher das Beste war, was mir in meinem bisherigen Leben passiert war. Mein Gesicht in die schmackhafteste Blüte gedrückt und einen guten Meter abwärts von einer übersinnlichen französischen Liebhaberin genau auf diese Weise verwöhnt zu werden, war das Größte, was ich bis dahin in meinem leidenschaftlichen Gefühlsalbum abspeichern konnte.
Nicht genug, dass auf einmal Christin über mir begann, ihr nasses Geschlecht zuckend und bockend auf meinen Mund zu drücken, während sie sich an der Rückwand des Campers abstützen musste. In meinem Schritt ersetzte ihre französische Freundin ihren Mund mit den noch sinnlicheren Lippen ihrer Vulva, setzte sich über meinem zum Platzen strammen Freund in die Hocke und senkte ihr Becken ab, bis sie ihn komplett in sich aufgenommen hatte. Langsam begann sie damit, ihr Becken zu kreisen, stützte ihre Hände auf meinen Beinen ab und bediente sich an mir.
In meinem Taumel hatte ich Mühe zu atmen, weil meine rotblonde Schönheit offenbar die Klippe erreichte, und nur noch unkontrolliert zuckend und lautstark wimmernd einen Höhepunkt durchlebte, während Agnes mit ihren Scheidenmuskeln mein zuckendes Fleisch in ihrer Vagina massierte.
Vielleicht war ich schon so weit, ich wusste es tatsächlich nicht, wollte um meines und um Agnes Willen auf jeden Fall nicht, dass es schon vorbei war, darum hielt ich mich tapfer. Die leidenschaftliche Frau, die auf mir saß und mich vollends in sich aufgenommen hatte, musste schon mächtig Vorarbeit geleistet haben, denn ich spürte, wie auch sie sich wollüstig auf mir bewegte, wie sie schneller wurde und mir spätestens jetzt den Rest gab, bis sie auf einmal wild keuchend stoppte und auf meinem Unterleib heftig atmend sitzen blieb.
Wir drei hielten kurz inne, ließen das gerade erlebte Spektakel nachklingen und fühlten in uns hinein. Wir atmeten alle, als wäre die Luft knapp, als hätten wir den Gipfel des Mont Blanc gerade erreicht und mein Gesicht formte sich zu einem entspannten Lächeln.
Nach einiger Zeit stiegen die beiden Frauen von mir herunter und küssten sich lange und dankbar. Anschließend schmiegten sie sich an mich, küssten mich, eine nach der anderen, und den dankbaren Gesichtsausdruck unserer französischen Spielgefährtin werde ich nie wieder vergessen.
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