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Schandmaul (fm:Sonstige, 2864 Wörter)

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Veröffentlicht: Nov 02 2026 Gesehen / Gelesen: 1331 / 1123 [84%] Bewertung Geschichte: 9.00 (19 Stimmen)
Für diese Geschichte müsste es die Kategorie One Night Stand oder Sex mit Promis geben. Es geht um eine Frau aus dem TV, die übel über andere her zieht. Ich begegne ihr zufällig.

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Schandmaul

Dieses Wort beschreibt eine dreiste, spöttische oder lästernde Art und Weise, wie jemand über und mit anderen spricht. Eine Person mit diesen Eigenschaften habe ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erlebt. Ich schaue dort gelegentlich Diskussionssendungen, wenn mich das Thema interessiert.

In letzter Zeit war es öfter passiert, dass genau zu diesen Themen eine Frau, Amelie M., auftrat, die es sich wohl als einzige Aufgabe gestellt hatte, die anderen Teilnehmer nieder zu machen. Ihr ging es ersichtlich nicht in erster Linie um die Sache, sondern nur darum andere Diskutanten, selbst wenn sie dem Grund nach ihrer Auffassung waren, dumm oder oberflächlich dastehen zu lassen.

Ihre Argumente waren durchaus überlegenswert. Aber die Art und Weise, wie sie vorgetragen wurden, war erschreckend. Ihre Schneide- und Fangzähne legte diese Frau in jenen Momenten beim Sprechen bloß, ihre Nase kräuselte sich und der Blick war starr auf das Gegenüber gerichtet. Ihre Angriffslust wurde durch eine feste Körperhaltung betont.

Diese Frau war keine besonders attraktive Erscheinung. Ihr längliches Gesicht hatte eine eher blasse Farbe. Die halblangen naturblonden Haare schlugen ihr während der Diskussion wild um das für ihr Alter recht faltige Gesicht. Lediglich ihre hübschen vollen Lippen war mit einer angenehm roten Farbe versehen. Das gab ihr wenigstens ein bisschen weiblichen Touch.

Ich fand es mehr als schade, dass durch ein solches Verhalten eine ganze Sendung quasi zerstört wurde. Deshalb entschloss ich mich nach einiger Zeit, meine Gefühle beim Anschauen der Sendung dem Sender in einem Brief mitzuteilen.

Eine Antwort erhielt ich erwartungsgemäß nicht. Hatte ich zunächst wenigstens auf eine Eingangsbestätigung gehofft, verging auch dies mit der Zeit. Ich schaute weiter die Diskussionen, dachte an mein Schreiben und hoffte, dass der Sender vielleicht Einsehen hätte und Amelie nicht mehr einladen würde. Vergeblich.

Es war mehr als ein halbes Jahr vergangen. Da kam tatsächlich ein Schreiben des Senders. Man habe meine Hinweise mit Interesse zur Kenntnis genommen und deshalb entschieden, eine eigene Sendung mit dem Thema Diskussionskultur zu machen. Hieran sollten auch Bürger neben Sachverständigen und Journalisten teilnehmen dürfen. Man habe mich für die Diskussionsrunde ausgewählt, weil ich durch mein Anschreiben gezeigt hätte, dass ich unvoreingenommen, aber durchaus engagiert mit dem Thema umgehen könnte.

Das war in der Tat eine Überraschung. Die Teilnahme an einer Fernsehsendung. Ich wurde zwei Tage vor der Live-Ausstrahlung am Rande von Köln in einem Hotel untergebracht. Sobald die Vorbesprechungen mit der Regie beendet waren, könnte ich unternehmen, was mir gefiel.

Das passte. Es war gerade Adventszeit, und ich hatte Gelegenheit, neben den Weihnachtsmärkten auch dem Dom und einem Brauhaus einen Besuch abzustatten. Mein letzter Besuch in der Domstadt lag immerhin bald ein Jahrzehnt zurück.

Je näher der Ausstrahlungstermin kam, desto aufgeregter wurde ich. Würde ich meine Erz-Feindin treffen können? Fände ich genügend Worte, um in der Diskussion zu bestehen? Ich hatte mir doch die letzten Wochen beinahe täglich Szenarien vorgestellt und Antworten zurecht gelegt.

Am Tag zuvor wurde mir die Liste der Teilnehmer per Mail übermittelt. Ich war enttäuscht, dass Amelies Name nicht darauf stand. Wie gerne wollte ich ihr den Marsch blasen.

Der Tag der Entscheidung begann. Ich hatte kaum geschlafen, mich unruhig im Bett gewälzt. Noch vier Stunden bis zur Ausstrahlung. Da kam die Nachricht: Eine Teilnehmerin sei krankheitsbedingt ausgefallen. An ihrer Stelle hatte Amelie zugesagt. Ich jubelte innerlich. Gleichzeitig beschlich mich ein Unwohlsein. Könnte ich dem Druck widerstehen?

Noch flugs in die Maske. Die Regie und die Moderatorin schauten kurz

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