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Den Schein wahren ... solange es möglich ist (fm:Ehebruch, 10176 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Nov 03 2026 Gesehen / Gelesen: 1475 / 967 [66%] Bewertung Teil: 9.37 (19 Stimmen)
Episode 2 - Beginn einer neuen Zeitrechnung


Ersties, authentischer amateur Sex


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„Nein“, sagt sie. „Weil ich sie dir nicht als Rechnung hingelegt habe.“ Sie streicht sich über das Gesicht. „Ich habe versucht, ruhiger zu sein. Begehrenswerter. Geduldiger. Ich habe mich verändert, damit ich wieder die Sexy Frau für dich bin.“ Mit jedem Wort spürt Egon seinen Anteil deutlicher. Er hat ihre Veränderungen bemerkt, sie aber bequem gefunden, nicht als Warnsignal. Ihre Stimme bricht fast, fängt sich wieder. „Doch wenn wir so weitermachen, dann werde ich daran zugrunde gehen.“ Egon senkt den Blick. „Und … und du meinst es wäre besser, leichter für dich nur weil ich dir im Grunde einen Freibrief zum Fremdgehen ausstellen würde?“

Jenna lässt ein Kleidungsstück in den Koffer fallen und setzt sich auf die Bettkante. „Ja Egon. Denn dann kann ich entscheiden, ob ich in dem Moment Opfer sein will. Sprich ob ich einfach nur darauf warten will, das du zurück zu mir kommst.“ Egon hebt den Kopf. Sofort will er widersprechen; er kann sich nicht als jemand sehen, der sie an den Rand gedrängt hat. „Schatz, du bist nie ein Opfer gewesen.“ „Ach nicht?“ Sie sagt es ruhig, und gerade deshalb wirkt es endgültig. „Drehen wir den Spieß doch mal um und nehmen für einen Moment an wir wären Susie und Theo. Sprich ich bin vollkommen willig für ihn, was du irgendwann durch einen wirklich dummen Zufall mitbekommen hast. Na was meinst du, wie würdest du dich fühlen? Verraten? Hintergangen? Betrogen und belogen? Richtig und das dazu auch noch von dir extrem wichtigen Personen. Also komm mir bitte jetzt nicht so, das ich kein Opfer war. Gerade deshalb brauche ich meine Freiheit. Den Freibrief, wie du es nennst.“ Einen Moment ist nur ihr Atem zu hören.

„Aber … verdammt, ja, deine Mutter ist irgendwie meine geliebte geworden. Aber es ist eine Person. Du verlangst dagegen eine Freiheit, die keine Grenzen kennt.“ Erst als Egon es ausgesprochen hat, begreift er die Härte seiner Worte. Er setzt sich ebenfalls aufs Bett. Jenna greift über den Koffer hinweg nach seiner Hand. „Egon … Schatz. Wenn du mir diese Freiheit zurückgibst, heißt das nicht, dass ich sie gedankenlos ausnutze und quasi jeden Tag nach einen Fick suchend durch die Stadt laufen werde. Ich liebe dich. Aber ich brauche auch die Gewissheit das, wenn du bei Mama bist oder ich die Vermutung habe. Ich ohne schlechtem Gewissen sagen kann, okay die beiden haben ihren Spaß. Wieso soll ich auf meinen verzichten?“ Während sie spricht, drückt sie sachte seine Hand.

„Also nur dann, wenn zwischen deiner Mutter und mir wieder etwas wäre?“, fragt Egon vorsichtig. Für einen Moment schöpft er Hoffnung. Jenna schüttelt jedoch den Kopf. „Nein. So geht das nicht. Eine Art Freibrief – wenn wir, dann kannst du auch – geht nicht. Denn das würde bedeuten das wir uns im Grunde absprechen müssten. Besser gesagt das du mich immer wissen lassen müsstest, das du und Mama zur Sache kommt. Das wäre nur eine abgewandelte Form des Opfer da seins. Egon. Schatz ich muss wann und wo auch immer, mir ein Kerl gefällt und ich Lust auf ihn habe, diesen verführen können. Ohne im Hinterkopf zu haben, das ich unsere Ehe aufs Spiel setze.“ Sie steht auf und geht zur Tür. Egon sieht ihr nach. „Nein. Ich will keine Zustimmung, die du mir später vorwirfst.“ „Dann was?“ „Eine ehrliche Entscheidung.“ Mit jedem Schritt wächst seine Panik — und eine schmerzhafte Klarheit: Er kann sie jetzt nicht mit einem Satz zurückholen, ohne denselben Fehler noch einmal zu machen. „Wenn du Nein sagst, weiß ich, woran ich bin. Wenn du Ja sagst, muss es mehr sein als Angst, mich zu verlieren.“ Ihre Hand legt sich auf die Klinke. „Ich brauche eine Antwort, mit der wir danach noch in den Spiegel sehen können.“ Egon sieht sie an, hilflos und wütend zugleich; wütend auf sie, weil sie ihn zwingt, sich zu entscheiden, und wütender auf sich selbst, weil sie recht hat. „Und wenn ich keine habe?“ Jenna schluckt. „Dann ist das vielleicht auch eine Antwort.“ Sie öffnet die Tür und tritt hinaus. Kaum ist sie geschlossen, bleibt Egon allein zurück, den Blick auf den offenen Koffer gerichtet. Erst jetzt hört er sein eigenes Schweigen.

Auf dem Flur lehnt sich Jenna gegen die Tür und presst eine Hand auf den Mund, damit niemand sie hört. Dann wischt sie sich über die Wangen, zwingt sich zur Ruhe und geht langsam Richtung Garten. Zu den anderen kann sie nicht. Noch nicht. Jeder beiläufige Blick, jede harmlose Frage würde reichen, um die Fassung zu verlieren. Hinter ihr bleibt Egon im Schlafzimmer zurück, allein mit dem Koffer, der nicht gepackt und doch schon schwer genug ist. Solange er keine Entscheidung getroffen hat, bleibt alles in der Schwebe: ihre Ehe, ihr Vertrauen, sein Bild von sich selbst. Und trotz allem hofft Jenna noch immer, dass er sie nicht nur festhält, sondern wirklich wählt.

Zwei Räume weiter sitzt Susie auf der Toilette. Das Bad Licht flimmert schwach über den hellen Fliesen, und aus dem Abfluss steigt der dumpfe Geruch von Seife und kaltem Wasser. In ihrer Hand liegt ein unscheinbarer Plastikstab. Schwanger, denkt sie immer wieder, während irgendwo hinter der Wand gedämpfte Stimmen zu hören sind. Dann steht sie auf und geht ins Schlafzimmer. Hastig öffnet sie den Schrank; die Tür knarrt leise. Sie verstaut den Test in ihrer Tasche. Ihr Blick fällt auf die kleine Packung, die dort ebenfalls versteckt liegt. Vorsichtig, als könne sie sich daran die Finger verbrennen, nimmt sie sie heraus.

Euch brauche ich wohl nicht mehr, denkt sie, kehrt ins Bad zurück und wirft die Schachtel in den kleinen Mülleimer. Das leise Klacken klingt in der Enge des Badezimmers viel zu deutlich. Ihr Herz schlägt schneller. Endlich scheint sich ihr Kinderwunsch zu erfüllen. Für einen Moment riecht die Luft nach Zahnpasta, Waschmittel und etwas Neuem, das nur in ihrem Kopf zu existieren scheint. Beschwingt verlässt Susie das Zimmer und geht zu den anderen ins Wohnzimmer.

Eine knappe halbe Stunde später …

Die Aufregung des Tages ist fast verflogen. Vielleicht auch, weil ich seit dem Gespräch mit Jenna niemanden mehr gesehen habe. Natürlich bleibt das nicht so. Der Tag ist noch nicht vorbei, unser Urlaub auch nicht. Durch das halb geöffnete Fenster dringt das ferne Klirren von Geschirr herauf, irgendwo lacht jemand zu laut. Doch bevor ich wieder zu den anderen gehe, will ich kurz duschen. Ich gehe zur Kommode, um frische Unterwäsche zu holen. Im Zimmer liegt der schwache Geruch von Sonnencreme, warmem Holz und Susies Parfum. Dabei bleibt mein Blick an Susies verführerischen Dessous hängen. Ob er sie darin auch schon gesehen hat? Ich weiß, wie absurd die Frage ist. Wenn es stimmt, dass die beiden eine Affäre haben, macht es dann noch einen Unterschied, ob er sie nackt oder in Dessous gesehen und gefickt hat? Scheiße, ja. Denn es würde bedeuten, dass sie es sogar selbst darauf anlegt. Beruhige dich, Theo. Noch ist nichts bewiesen. Mach dich nicht wieder verrückt. Du warst gerade weg von dem Thema.

Schnell schließe ich die Schublade und gehe mit frischen Sachen ins Bad. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss, und sofort klingt alles dumpfer. Ich lege die Kleidung auf den Stuhl, stelle das Wasser an und steige unter die Dusche. Das Rauschen füllt den kleinen Raum, Dampf beschlägt den Spiegel, und der Geruch von Shampoo mischt sich mit feuchter Wärme. Das warme Wasser fühlt sich herrlich an und vertreibt für einen Moment meine trüben Gedanken. Langsam seife ich mich ein, um die Zeit noch etwas zu strecken. Doch irgendwann endet auch diese Dusche. Als ich das Wasser abstelle, wirkt die Stille plötzlich zu groß. Ich trockne mich ab, hänge das Badetuch zurück und drehe mich zu schwungvoll um. Verdammt. Für einen Moment rutsche ich fast aus, rette mich mit einem Ausfallschritt und trete dabei den Abfalleimer um. Plastik schlägt gegen Fliese, etwas raschelt. Klasse gemacht Theo. War ja klar, dass so etwas ausgerechnet dir passiert. Weil Susie und ich Ordnung mögen, bücke ich mich, um den Eimer wieder aufzustellen. Im kalten Neonlicht liegt eine Schachtel halb sichtbar zwischen zerknülltem Papier. Nanu, was ist das?

Neugierig hebe ich die Schachtel auf und drehe sie um. Meine Finger sind noch feucht, die Pappe gibt leicht nach. Die Pille danach, lese ich. Das Bad riecht plötzlich nicht mehr nach Shampoo, sondern nach etwas Kaltem, Metallischem, als hätte sich die Luft verändert. Sie nimmt die Pille danach? Aber wieso? Susie, nein. Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Willst du mir nicht nur ein Kuckuckskind unterschieben, sondern sein Kind? Meine Stimmung kippt sofort. Das Neonlicht summt leise über mir. Moment. Wenn sie die Pille danach nimmt, hat Egon vielleicht doch nicht gelogen. Warum sollte sie sie sonst brauchen? Mir wird schlecht. Schlecht bei dem Gedanken, dass ich gerade den Beweis gefunden haben könnte, dass Susie und Dad wirklich eine Affäre haben. Dass ich mich nicht länger hinter Vielleicht, Eventuell oder Noch ist nichts bewiesen verstecken kann.

Wut steigt in mir hoch. Erst heiß, dann dunkel und schwer. Wut auf meinen Dad, weil er mir, seinem Sohn, so etwas antun kann. Wut auf Susie, weil sie mich offenbar die ganze Zeit belügt. Ihr Kinderwunsch ist vermutlich echt — nur soll wohl nicht ich der Vater sein. Und Wut auf mich. Diese Wut brennt am heißesten. Das Blut rauscht in meinen Ohren, während irgendwo draußen eine Tür zufällt. Wie konnte ich so lange nichts bemerken? Aber jetzt weiß ich Bescheid. Ich werde euch im Auge behalten. Und sobald ich etwas Handfestes habe, mein Schatz … Meine Wut zwingt mich, den Rest laut auszusprechen. Meine Stimme klingt fremd in dem kleinen Bad. „… das verspreche ich dir: Dann wirst du mich von einer anderen Seite kennenlernen.“

Ich weiß, Wut ist nie ein guter Ratgeber. Trotzdem tut es gut, dieses Versprechen ausgesprochen zu haben. Es fühlt sich befreiend an. Ich bin kein gewalttätiger Mann; Schläge müsste Susie nicht befürchten, falls sie meine Worte gehört hätte. Aber sie wird erfahren, wie es ist, auf der anderen Seite zu stehen. Noch weiß ich nicht wie, doch diese kleine Schachtel ist Sprengstoff. Ich muss sie nur zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Ich verstaue sie in meinem Rucksack, weil Susie dort nie nachsieht. Proviant für Touren packe immer ich. Dann ziehe ich mich an. Der Spiegel ist noch beschlagen; darin ist mein Gesicht nur als dunkler Umriss zu erkennen. Aus dem Flur dringen Stimmen, Besteckklirren, ein kurzes Lachen. Alles klingt viel zu normal. Ich mache mich auf den Weg zu den anderen. Anders als eben unter der Dusche, als ich Zeit schinden wollte, zieht es mich jetzt regelrecht zu ihnen.

Ich erreiche die Wohnzimmertür und höre Stimmen dahinter. Vorsichtig lege ich die Hand auf die Klinke. Gut, dann wollen wir mal. Als wäre nichts gewesen, öffne ich die Tür und betrete den Raum. Auf dem Sofa sitzt Frank, links und rechts von je einer Frau flankiert: Lissy und Mama. „Oh, hallo Theo. Schön, dass du dich zu uns gesellst“, begrüßt mich Lissy freundlich, und auch Mama lächelt mir zu. Ich sehe mich um. „Nur ihr hier? Wo ist denn der Rest dieser moralisch verkommenen Familie?“, frage ich und spiele auf den Nachmittag am Pool an. „Moralisch verkommen? Theo mein Schatz, ich bitte dich. Ja, wir waren alle nackt, aber wir sind doch nicht übereinander hergefallen“, rügt Mama mich prompt. Dabei meine ich, in Lissys Augen ein Funkeln zu erkennen. „Aber um deine Frage zu beantworten: Wo dein Bruder samt Frau ist, weiß ich nicht. Vermutlich kurz auf ihrem Zimmer. Vielleicht legen sie dort sogar unmoralisches Verhalten an den Tag.“ Mama lacht auf, und sofort stimmen Lissy und Frank ein. Ja, ja, lacht ihr nur. Wenn die Bombe wirklich platzt, wird euch das Lachen schon noch vergehen. „Was deinen Vater und deine Frau angeht: Die wollten kurz ein wenig frische Luft im Garten genießen“, berichtet Mama weiter.

„Dann geselle ich mich mal zu den beiden. Nicht, dass meine Frau noch auf lüsterne Gedanken kommt und sich in eine vom Vollmond besessene Bestie verwandelt“, erwidere ich und ernte lautes Gelächter. „Tu das, mein Junge. Vom Vollmond besessene Bestie. Lass das bloß deinen Schatz nicht hören“, ruft Mama mir lachend hinterher, als ich in den Garten trete. Die Nacht hat sich bereits fast vollständig über die Welt gelegt, sodass ich erst meine Augen anstrengen muss. Ist da drüben ein Schatten? Nein, zumindest kein menschlicher. Langsam lasse ich den Blick durch den Garten schweifen. Wo steckt ihr beiden? Von meiner Position aus erkenne ich nichts, also beschließe ich, genauer zu suchen. Vorsichtig schleiche ich über den Rasen und lausche. Nichts. Wo seid ihr, wenn ihr doch nichts zu verbergen habt?

Ein leises, mir nicht unvertrautes Stöhnen dringt an mein Ohr. Blitzartig fährt mein Kopf in die Richtung. Vorsichtig, als liefe ich auf rohen Eiern, nähere ich mich dem kleinen Gartenschuppen. Wieder erreicht mich ein leises Stöhnen. Warum Susie, frage ich mich zum wiederholten Mal, als ich ihre Stimme eindeutig erkenne. Dann erreiche ich den Schuppen und stelle mich an die andere Seite. Um besser hören zu können, schiebe ich den Kopf an der Ecke vorbei.

„Das ist gut, oder?“, höre ich Dad fragen. „Du weißt, dass es … gut ist“, stöhnt meine Frau als Antwort. „Ja, ich weiß eben, was du brauchst.“ „Ja, das … fuck … weißt du …“, keucht Susie. Ich weiß also nicht, was du brauchst? Warum hast du mir dann nie etwas gesagt? Am liebsten würde ich um den Schuppen treten und Susie mit diesen Fragen konfrontieren, damit sie wüsste, dass ich es weiß. Ich will sehen, wie Susie reagiert. Und auch Dads Reaktion. Doch ich zwinge mich, stillzustehen. „Nimmst du die Pille noch? So, wie ich es dir befohlen habe?“ Dads Stimme klingt plötzlich anders. Befehlend. Es stimmt also, das Dad bewusst unseren Kinderwunsch widerspricht. „Ja, natürlich. Ganz so wie du es willst“, beantwortet Susie seine Frage. Aber wieso dann die Pille danach? „Sehr gut. Bist du deshalb so nass? Nass wie eine läufige Hündin? Weil du eigentlich ein Kind von ihm willst, aber es dir selbst verbietest, damit ich dir weiterhin gebe was du brauchst? Oder einfach, weil du wieder notgeil auf mich bist?“ Das kann doch nicht wahr sein. „Ich denke …“ Susie stößt ein Keuchen aus, wie ich es nur selten von ihr höre. „… ein wenig von beidem“ beantwortet sie Dads Frage und keucht erneut auf. Das wollte ich nicht hören, Susie.

„Ha, ha, ha“, höre ich Dad triumphierend lachen. Ich habe genug gehört — oder besser: Ich bin nicht bereit, noch mehr zu verkraften — und will mich davonschleichen. „Schläfst du auch noch mit meinem Sohn?“, will Dad von ihr wissen. Ja, sogar heute Morgen noch. „Ja, das tue ich“, beantwortet sie seine Frage und keucht erneut heiser auf. „Muss ich dich daran erinnern, das du hier in meinem Haus, nur für mich die Beine zu spreizen hast?“ Innerlich knicke ich ein. Alles was Egon erzählt hat, scheint der Wahrheit zu entsprechen. Dads Frage hat nun einen leicht vorwurfsvollen Unterton. Bitte, Schatz, beantworte diese Frage wenigstens mit das kann ich nicht. Er ist mein Mann und ich liebe ihn.

„Nun … es muss … fuck, ja, so, Benno … ich kann mich … kann mich nicht jedes … mal wenn wir … hier sind … ihm entziehen. Ja fuck … tiefer, fester … du Bastard. Ansonsten könnte … Theo verdacht schöpf...“ Der Rest des Satzes geht in ihrem Wimmern unter. Sie ist gekommen. Er hat sie mit den Fingern zum Orgasmus gebracht. Obwohl ich eben noch so schnell wie möglich wegwollte, bleibe ich und lausche weiter. „Den hat mein braves Mädchen aber gebraucht“, höre ich Dad sagen, und allein an seiner Stimme erkenne ich das breite Grinsen, das auf seinem Gesicht liegen muss. „Ja … du weißt einfach, in welcher Stimmung ich bin und was ich gerade brauche“, gesteht Susie noch außer Atem. „Hm, in du hast nicht ganz unrecht. Wenn du jedes Mal wenn wir hier sind, Migräne hast wäre das auffällig und zwar nicht nur für Theo“ höre ich Dad sagen. Dazu setzt wieder ein leicht schmatzendes Geräusch ein. „Gott, gib mir doch eine kleine Pause.“ Einen Moment lang vermischen sich Wind, schmatzende Geräusche und das leise Stöhnen meiner Frau.

„Warte einen Moment“, sagt Dad, und blitzschnell ziehe ich den Kopf zurück. Ich vermute, dass er selbst um die Ecke des Schuppens in Richtung Haus sehen will, um zu prüfen, ob die Luft noch rein ist. „Gut, wir sind noch ungestört. Los, dreh dich zur Wand und streck mir dein geiles, nasses Fötzchen entgegen. Damit ich dich schön ficken kann. Du willst doch von mir gefickt werden?“ Nein das will sie nicht, schreie ich stumm in Gedanken. Aus Dads Stimme ist jede Weichheit verschwunden. Es ist keine Bitte, mit der er ihr zeigt, wie er sie nun nehmen will. Es ist ein Befehl. „Ja, fick mich … fick deine kleine, brave Schwiegertochter Hure … wenn’s sein muss sogar wund“, höre ich Susie aufstöhnen, und sofort sehe ich vor mir, wie Dads Schwanz in sie stößt.

Jetzt reicht es mir. Meinen Beinen offenbar auch, denn endlich gehorchen sie den Befehlen meines Verstands. Langsam entferne ich mich von den beiden. Mir nun auch noch anzuhören, wie sie es miteinander treiben, muss ich mir nicht antun. Da man durchs Wohnzimmer muss, um zu den Zimmern zu gelangen, entscheide ich mich erneut für die Bank. In meinem Zustand würde mir wohl jeder ansehen, dass etwas geschehen ist. Schritt für Schritt nähere ich mich der Bank und erkenne plötzlich eine Gestalt darauf. Soll ich wirklich hingehen? Meine Beine beantworten die Frage von selbst, und wenige Momente später stehe ich neben der Bank. Jenna? Was macht Jenna hier draußen?

„Ist das hier jetzt unsere geheime Bank?“, frage ich leise, um Jenna nicht zu sehr zu erschrecken. Trotzdem sehe ich, wie sie zusammenzuckt, bevor sie den Kopf schnell zu mir dreht. „Theo, du hast mich erschreckt. Brauchst du wieder Ruhe?“, fragt Jenna und deutet mit einer einladenden Geste an, dass ich mich zu ihr setzen soll. „Ich glaube, ich brauche so viel mehr“, antworte ich, setze mich und senke den Blick zu Boden. „Ist es immer noch wegen heute Nachmittag?“ Ich schaue Jenna an. „Wie kannst du daran denken …“ Meine Stimme bricht. „Woran soll ich denken?“, will Jenna sofort wissen. Schwer atme ich ein und habe trotzdem das Gefühl, zu wenig Sauerstoff in die Lungen zu bekommen. „Bei Egon zu bleiben“, presse ich hervor und gestehe ihr damit im Grunde, dass ich die beiden letzte Nacht belauscht habe.

„Wieso sollte ich Egon verlassen oder mich von ihm trennen?“ Ich weiß nicht, ob sie wirklich ahnungslos ist oder nur so tut. „Ich weiß es …“, beginne ich und sehe ihr fest in die Augen. „Ich weiß von ihm und deiner Mutter. Und von Susie und Dad.“ Mein eigenes Geständnis ist zu viel für mich. Zitternd breche ich in Tränen aus wie ein kleines Kind. Schnell nimmt Jenna mich in die Arme. „Es ist nicht leicht und wird es auch nicht werden. Für keinen von uns. Wenn ich bei Egon bleibe und du dich mit Susie zusammenraufst. Aber lohnt es sich nicht, darum zu kämpfen?“ Ich höre ihre Worte, kann sie aber nicht wirklich begreifen. „Wie soll das gehen? Die beiden können überhaupt nicht voneinander lassen. Selbst jetzt treiben sie es gerade hinterm Geräteschuppen“, schluchze ich und spüre Jennas sanfte Hand über meinen Rücken streichen. „Es wird bestimmt gehen. Da bin ich mir ganz sicher“, flüstert sie beruhigend in mein Ohr. Ihr warmer Atem streift meine Haut.

„Du bist scheinbar so viel stärker als ich“, flüstere ich mit tränen erstickter Stimme. Ich hebe den Kopf, um ihr ins Gesicht zu sehen. Offenbar hatten wir beide dieselbe Idee, denn statt uns anzusehen, liegen plötzlich unsere Lippen aufeinander. Mein Verstand setzt aus. Meine Hand gleitet an ihrer Seite hinauf und sucht ihren Busen. „Nicht Theo“, sagt Jenna und stößt mich leicht zurück. „Du brauchst und willst keinen Rache-Sex. Nähe und ein wenig Zärtlichkeit vielleicht, ja. Aber nicht das, wozu das gerade führen würde.“ Erschrocken über mich selbst sehe ich Jenna kurz an. „Entschuldige“, stammle ich und stehe auf. Wie konnte mir das passieren? Zum einen will ich nicht in Susies Fußstapfen treten, und vor allem nicht mit Jenna. Dafür ist sie viel zu schade, außerdem ist sie die Frau meines Bruders.

Fluchtartig verlasse ich nicht nur Jenna, sondern erneut den Garten. Vollkommen durch den Wind führen mich meine Schritte fort. Immer weiter, bis ich plötzlich etwas höre. „Hey, schau mal, Renate, wer sich offenbar schneller an unser Angebot erinnert hat, als wir gehofft hatten.“ Was? Wie? Wie bin ich hierhergekommen? Mit schnellen Schritten eilt die junge Brünette vom Zelt zu mir. „Na dann komm und lass uns spielen“, sagt sie, als sie mich erreicht, und greift mir ohne Umschweife in den Schritt. „Was … nein.“ Irgendwie versucht noch ein Rest Verstand oder Moral, mich zu schützen. „Melli, komm mal. Ich glaube, hier müssen wir zusammen noch ein wenig Überredungskunst leisten“, sagt Renate zu ihrer Freundin, die blitzschnell zu uns eilt. Als auch sie uns erreicht, setzt es bei mir aus. Der Nebel um meinen Verstand ist zu dicht, als dass ich noch richtig mitbekomme, was geschieht.

Aus einiger Entfernung sieht Jenna, wie Theo zusammen mit den beiden jungen Frauen in deren Zelt verschwindet. Sie war ihm gefolgt, weil sie Angst hatte, er könne in seinem Zustand in den See gehen oder sich etwas antun. Morgen, morgen wäre ich frei für dich gewesen. Frei, um dir deinen Wunsch nach Rache-Sex zu erfüllen. Mit diesem Gedanken dreht sie sich um und macht sich auf den Rückweg.

Jenna öffnet die Tür zum Wohnzimmer und tritt ein. Warmes Lampenlicht liegt wie ein goldener Schleier über den Möbeln, während draußen hinter den Fenstern die Dunkelheit steht. Aus der Ecke tickt leise eine Uhr, irgendwo knackt das Holz im Haus, und in der Luft hängt der Geruch von Wein, Parfüm und dem letzten Rest kalter Abendluft, der mit Jenna hereingekommen ist. Wie eben sitzen Frank, Lissy und Magrit auf einem Sofa. Auf dem zweiten Sofa sitzen Susie und Egon, während Benno in seinem Sessel sitzt. Überwachst du dein Reich von deinem Thron aus, überlegt Jenna kurz. Dann geht sie zu Susie und Egon und setzt sich neben ihren Mann. „Weiß jemand, wo sich mein Göttergatte befindet? Er ist der Einzige, der nicht da ist“, erkundigt sich Susie. Ja, ich weiß, wo sich dein Mann befindet. Aber ich werde es dir nicht sagen. Nicht nach dem, was du ihm gerade angetan hast, antwortet ihr Jenna stumm. „Stimmt. Jetzt, wo du es sagst, Susie. Komisch, dass der nicht mit euch zusammen reingekommen ist. Dann hat er euch im Garten wohl nicht gefunden“, erwidert Magrit und schaut zu ihrer Schwiegertochter hinüber.

Susie kann es nicht verhindern, sofort schweift ihr Blick zu ihrem Schwiegervater. Das leise Klirren eines Glases auf dem Tisch wirkt in diesem Moment viel zu laut für sie. „Der ist bestimmt noch einmal kurz zum See runter. Ihr kennt ihn doch“, versucht dieser die Situation zu retten. „Haben wir heute eigentlich Vollmond?“, will Magrit von den beiden wissen. „Wenn dann habt ihr das ja gerade bestimmt erkennen können.“ Susie wendet den Blick ihr zu. „Wie kommst du denn gerade auf Vollmond?“, will sie von Magrit wissen. Diese lacht kurz auf, hell und ein wenig zu scharf für den warmen Raum, bevor sie antwortet. „Ach, nur weil Theo eben einen lustigen Spruch in dieser Richtung gebracht hat“, erwidert Magrit und hält den Blick ihrer Schwiegertochter. „So, was denn für einen Spruch?“, will diese wissen, deren Neugierde erwacht ist. „Hm, wie war das noch gleich …“ Magrit schaut Frank und Lissy an. „Er meinte so etwas, wie dass du unter Mondlicht zu einer besessenen Bestie werden könntest. Zumindest sinngemäß waren seine Worte in dieser Art“, hilft ihr Lissy aus.

Nein. Das kann nicht sein. Beruhige dich, er kann nichts von Benno wissen. „Bestie? Na, die kann er gleich erleben“, erwidert Susie mit einem gezwungenen Lachen und zwinkert Lissy zu. Der Geruch von Alkohol mischt sich mit der süßlichen Note von Magrits Parfüm, und das gedämpfte Licht lässt Susies Lächeln weicher wirken, als es sich für sie anfühlt. „Ganz ruhig, Susie. Du weißt, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Genauso hat dein Mann auch immer mal solch einen kleinen Spruch auf den Lippen“, meint Lissy darauf. Das zaubert allen ein amüsiertes Lächeln ins Gesicht. „Danke Lissy, gut zu wissen, dass man mir zumindest manchmal abkauft, was ich sage“, erwidert Susie nun natürlich lachend. „Trotzdem würde ich gerne wissen, wo mein Göttergatte gerade steckt“, gibt sie dann ehrlich zu. Oh, der steckt gerade, vermutlich in einer der beiden Frauen, die ihn bereitwillig in ihr Zelt geführt haben, überlegt Jenna. Aussprechen will sie es nicht. Diese Genugtuung will sie Theo nicht nehmen.

„So, Schatz, ich bin müde und werde mich nun hinlegen“, wendet sich Jenna stattdessen an ihren Mann und steht auf. Sofort steht dieser ebenfalls auf, und gemeinsam verabschieden sich die beiden noch kurz von allen, bevor sie auf ihr Zimmer gehen. Auf dem Flur wird es stiller. Nur ihre Schritte über den Boden und das ferne Murmeln aus dem Wohnzimmer begleiten sie. Jennas Herz pocht wie wild in ihrer Brust, als sie ihre Hand auf die Klinke legt. Das ist also der Moment. Der Moment, der darüber entscheidet, ob meine Ehe bestehen bleibt oder gescheitert ist. Langsam drückt sie die Klinke hinunter. Sie öffnet die Tür, und das Licht springt mit einem leisen Klicken an. Blasses, nüchternes Zimmerlicht fällt auf das Bett. Ihr Blick fällt auf die Stelle, an der der Koffer fehlt. Ohne ein Wort zu sagen, geht Jenna zum Schrank und öffnet ihn. Ein Hauch von Waschmittel und Holz steigt ihr entgegen. Sie sieht, dass alle ihre Sachen wieder akkurat aufgehängt und eingeräumt sind. Dann dreht sie sich zu Egon um. „Ist das deine Entscheidung? Dass ich unter meiner Bedingung bleiben soll?“ Oder hast du gedacht, ich räume alles einfach zurück und gut ist?

„Ich will dich nicht verlieren. Dafür liebe ich dich einfach zu sehr …“ Egon geht zu ihr hinüber. Seine Stimme klingt leiser als sonst, fast rau, und in der Stille des Zimmers hört Jenna das Rascheln seiner Kleidung. „… und wenn du sagst, du brauchst das, und dass du diese Freiheit nicht haben willst, um nun, sagen wir, mich zu bestrafen und sofort und dauernd mit anderen zu schlafen, dann willige ich ein. Dann bin ich bereit, den Preis zu zahlen, den du für die Fortführung unserer Ehe ausgesetzt hast“, spricht Egon, und Jenna kann ihm ansehen, dass es ihm nicht leichtfällt. Selbst jetzt, wo doch eine gewisse Zeit vergangen sein muss, seit er sich zu diesem Schritt überwunden hat. Denn immerhin brauchte das Einräumen ihrer Sachen ja auch schon Zeit.

„Ich liebe dich, Schatz. Und ich bin fast genauso glücklich wie in dem Moment, als du mir diesen Ring …“ Ihr Finger gleitet über ihren Ehering, der im Licht kurz matt aufblinkt. „… über den Finger gestreift hast. Ich weiß zwar selbst nicht, wie es genau mit uns weitergehen wird …“ „Wie meinst du das?“, fährt Egon erschrocken seiner Frau ins Wort. „Damit meine ich, dass ich nicht weiß, ob oder wie lange ich auch weiterhin mit dem Wissen leben kann, dass du und Mama immer wieder zusammenkommt und nicht nur mich, sondern ja auch noch Papa hintergeht, wenn ihr rumvögelt. Oder wie sehr mich meine zurückbekommene Freiheit verändern wird. Aber eines weiß ich mit absoluter Sicherheit. Ich werde alles daran setzen, alles, was in meiner Macht steht, dafür tun, dass unsere Ehe weiterlebt.“ Jennas Stimme schwankt leicht bei ihrer Erklärung, und draußen streift ein leiser Windzug über das Fenster, als wolle er die Stille im Raum berühren. Erst dabei wird ihr die Bedeutung ihrer Worte richtig bewusst.

„Gott, wieso musste ich damals die beiden beobachten. Ich liebe dich, Schatz. Ohne diese Beobachtung wäre es nie dazu gekommen“, meint Egon. „Ach ja. Eins noch, Schatz. Ich will nicht, dass Mama oder sonst irgendjemand von unserer kleinen Abmachung erfährt.“ Egon schaut seine Frau fest an. „Natürlich soll niemand davon erfahren. Aber wieso auch deine Mutter nicht?“, will Egon von ihr wissen.

Jenna löst sich von ihm und geht zu ihrer Bettseite hinüber. Die Matratze gibt leise nach, als sie sich auf die Kante setzt. „Kannst du dir das wirklich nicht denken? Meinst du, ich will Mama den Triumph geben oder gönnen, dass sie immer, wenn ihr miteinander fickt, sich sagen kann: Er ist ihr Mann, aber er kommt zu mir um mich zu ficken, und das weiß sie. Nein, sie kann dich haben, oder besser gesagt, ich bin bereit, dich mit ihr zu teilen. Aber diese Genugtuung gebe ich ihr nicht.“ Ruhig beginnt Jenna nun sich auszuziehen. Der Stoff raschelt im stillen Zimmer, und das Licht wirft schmale Schatten über die Decke. „Lass uns jetzt schlafen. Dass ich müde bin, habe ich gerade nicht nur gesagt, damit wir nach oben gehen und du mir deine Entscheidung sagen konntest.“ Damit schlüpft Jenna unter ihre Decke. Eine Minute später tut Egon es ihr gleich und rückt dicht an sie heran. „Nicht, Egon. Ich will diese Nacht nicht mit dir schlafen. Nicht um dich zu bestrafen. Nein, das nicht. Aber es soll uns beiden zeigen, dass für uns eine neue Zeitrechnung begonnen hat.“ Damit dreht sich Jenna von ihm weg und spielt ihm die Einschlafende vor. Tue ich das Richtige? Es fühlt sich richtig an. Und ich weiß, dass ich ihn nun, wie gesagt, nicht einfach mit jedem X-Beliebigen oder halt einfach, weil ich es kann, betrügen werde. Und dennoch sind da leichte Zweifel in mir.

Im Wohnzimmer ist die Stimmung dagegen ausgelassen. Das warme Licht der Lampen spiegelt sich in den Gläsern, Stimmen überschneiden sich, und immer wieder bricht Gelächter los. Der Geruch von Wein, Bier und salzigen Knabbereien hängt schwerer in der Luft als zuvor. „Was haltet ihr von einer Runde Wahrheit oder Pflicht?“, wendet sich Lissy auf einmal an die Runde. Zuerst sehen sie alle erstaunt an. Doch da auch das eine oder andere alkoholische Getränk mittlerweile die Kehlen benetzt hat, erscheint das Spiel gar nicht so abwegig. „Na, deine Pflichten will ich aber jetzt nicht wissen“, lacht Magrit und schaut Lissy fest an. „Hey, wie war das heute Nachmittag? Wir sind alle erwachsen, verheiratet, und zudem ja auch jeder mit Partner.“ Lissy grinst ebenfalls. „Dann verziehe ich mich mal besser“, erwidert Susie und erhebt sich vom Sofa. „Warum das denn?“, will Magrit sofort von ihrer Schwiegertochter wissen. Susie schaut sich im Raum um und dann zu ihr. „Nun, wie gesagt, mit Partner. Da mein Göttergatte aber irgendwie gerade den verschwundenen Magier spielt, bin ich Partnerlos.“

Magrit ist anzusehen, dass sie über das Gehörte grübelt. „Okay, folgende Spielregeln. Es sind maximal Küsse …“ Sie blickt verschwörerisch in die Runde. „… Zungenküsse und leichtes Anfassen erlaubt.“ „Was meinst du mit Anfassen?“, hakt Susie nach. „Hm, weiß nicht, Busen und Po, dachte ich“, erklärt Magrit. „Na, das wäre aber ungerecht. Dann können Frank und Benno uns schön ab grapschen, aber wir würden leer ausgehen“, wendet nun Lissy ein. „Gut, wenn Theo hier wäre, hätte ich kein Problem mitzuspielen. Aber so wünsche ich euch eine schöne Runde. Ich bin dann jetzt weg.“ Mit diesen Worten geht Susie langsam zur Zimmertür. Hinter ihr rauscht leise das Gespräch weiter, ein Glas wird abgestellt, jemand lacht gedämpft. „Okay Susie. Ist zwar schade, aber wir akzeptieren deine Entscheidung“, hört sie Lissy sagen, als sie die Tür erreicht. „Schade, wäre bestimmt interessant geworden. Mal schauen, vielleicht sollten wir mal so eine Runde spielen, wenn alle unsere Kinder dabei sind. Was wir da eventuell alles über deren Geschichte erfahren könnten“, hört Susie ihre Schwiegermutter grinsend sagen, bevor sie die Tür hinter sich schließt und zu ihrem Schlafzimmer geht. Im Flur ist das Licht kühler, und der Geruch des Wohnzimmers bleibt noch einen Moment an ihr haften. Dort angekommen öffnet sie die Tür. „Theo, Schatz? Bist du da?“

Nichts. Keine Antwort. Das Zimmer bleibt stumm, nur das leise Klacken des Lichtschalters und das feine Summen der aufflackernden Lampe durchbrechen die Stille. Kaltes, blasses Licht breitet sich über dem Bett aus und lässt die Schatten in den Ecken tiefer wirken. Susie erkennt sofort, dass Theo nicht im Zimmer ist, nicht in seiner Betthälfte liegt und schläft. Wo bist du Schatz? Was ist heute los mit dir? Ein schwacher Geruch nach frischer Bettwäsche und der kühlen Nachtluft, die noch im Raum hängt, steigt ihr in die Nase. Sie schließt die Tür hinter sich und eilt ins Bad. Dort schlüpft sie hastig aus ihrem Kleid und ihrem Slip. Die Fliesen sind kühl unter ihren Füßen, und der vertraute Duft von Seife und Shampoo liegt in der feuchten Luft. Sie stellt die Dusche an, tritt hinein und nimmt die Handbrause. Das Wasser rauscht laut auf die Wanne hinab, füllt den kleinen Raum mit Dampf und übertönt für einen Moment ihre Gedanken. Erst nach mehreren Minuten stellt sie es wieder ab. Tropfen laufen über die Kacheln, der Abfluss gluckert unter ihren Füßen. Susie trocknet sich ab und geht anschließend nur in Unterwäsche ins Bett. Wo bist du? Ich liebe dich doch und brauche dich so sehr. Gerade jetzt. Sie steht noch einmal auf und geht zum Schrank. Das Zimmerlicht wirft einen matten Streifen über den Boden, als sie ihre Tasche öffnet und den Schwangerschaftstest herausfischt. Schwanger. Eindeutig. Sorgfältig räumt sie den Test wieder weg und legt sich erneut hin. Kurz darauf schläft sie ein. Ihr Unterbewusstsein verarbeitet die Geschehnisse des Tages auf seine Weise und schickt sie weit zurück. Zurück zu einem Abend, der ihr Leben so sehr verändert hatte …

Die Stimmung ist ausgelassen. Etwas versetzt sitzen sie so um das Lagerfeuer, dass noch jeder die anderen sehen kann: Benno, Magrit, der kleine Egon, Susie und neben ihr ihr Schatz Theo. Die Flammen werfen warmes, unruhiges Licht über ihre Gesichter, lassen Schatten über den Rasen tanzen und spiegeln sich in den Gläsern. Holz knackt im Feuer, Funken steigen zischend in die dunkler werdende Sommerluft, und irgendwo zirpen Grillen im Gras. Der Geruch von Rauch, warmem Holz, Bier und süßlichem Wein hängt zwischen ihnen. Seit knappen fünf Jahren sind Susie und Theo nun zusammen, und vor einem halben Jahr haben sie sich verlobt. Es ist so spontan gekommen, obwohl Theo den Moment, in dem er um ihre Hand anhielt, perfekt geplant hatte. Da sich die Kehlen aller Beteiligten immer wieder trocken anfühlen, sorgen Benno und Theo ständig für Nachschub. Flaschen klirren leise, wenn sie abgestellt werden, und immer wieder mischt sich Gelächter in das Knistern des Feuers. Theo muss jedoch morgen früh raus. Es ist zwar Freitagabend, aber sein Chef bleibt unnachgiebig. Theo hatte in der Woche ein paar Stunden auf der Arbeit gefehlt, die er am nächsten Tag nacharbeiten muss. Deshalb verabschiedet er sich gegen kurz nach zehn und geht ins Bett.

Susie steht auf und setzt sich auf die kleine Hollywoodschaukel. Die Ketten quietschen leise, als sie sich bewegt, und unter ihr knarrt das Gestell im gleichmäßigen Schaukeln. Als Benno noch eine weitere Runde Getränke holt, setzt er sich zu ihr. „Gut jetzt, wo Theo schlafen ist, kann ich mich dir ja ein wenig widmen“, lacht er und zwinkert ihr zu. Da Magrit und auch Egon dabeisitzen, denkt sich Susie nichts dabei. Alle unterhalten sich weiter ausgelassen. Ihre Stimmen liegen warm in der Nacht, mal laut, mal gedämpft, während das Feuer kleiner wird und der Rauch in dünnen Schwaden über den Garten zieht. Sie genießen den schönen Sommerabend, die gute Laune und auch – bis auf Egon, der noch zu jung ist – die alkoholischen Getränke. Im Hintergrund riecht es nach feuchtem Gras, Rauch und der schweren Süße der warmen Nacht.

Auf einmal fröstelt es Susie ein wenig. Zwar brennt noch das Feuer, klein, doch seine Wärme erreicht sie nicht mehr richtig. Das Licht der Glut liegt nur noch schwach auf ihren Knien, und die Schatten um die Hollywoodschaukel werden länger. Magrit bemerkt es, steht auf und holt eine Decke aus dem Haus. Die Terrassentür fällt hinter ihr mit einem leisen Klacken zu und öffnet sich kurz darauf wieder. „Hier, damit du nicht so frierst“, erklärt sie, während sie Susie die Decke reicht. Ohne sich etwas dabei zu denken, legt Susie die Decke nicht nur über sich, sondern auch über Benno. „Für den Fall, dass dir auch kalt wird.“ „Oh, vielen Dank, sehr aufmerksam von dir“, bedankt sich Benno und legt seinen Arm um sie. Die Situation wirkt so natürlich, so familiär, dass Susie kein Problem damit hat, sich für den Moment an ihren Schwiegervater in spe zu kuscheln. Die Decke riecht schwach nach Waschmittel und Sommerhaus, und durch den Stoff spürt sie die Restwärme des Feuers. „Hm besser“, gibt sie zu. „Hey, das ist meiner. Der, den du dir ausgesucht hast, liegt oben im Bett“, lacht Magrit hell und freundlich. „Ich weiß, aber da er morgen früh raus muss, kann er mich heute nicht mehr wärmen. Zumindest nicht so, wie es mir gerade recht wäre“, erwidert Susie und zwinkert Magrit zu.

„So, so. Wie es dir gerade recht wäre“, zwinkert Magrit ihr ebenfalls lachend zu. „Der Arme, wenn er wüsste, dass er eine besondere Nacht verpasst.“ Susie seufzt leicht und streckt sich ein wenig unter der Decke. „Mann, äh Frau kann halt nicht alles haben.“ Sofort erhellt Magrits Lachen die Stille des Gartens. Das Feuer knackt leise, ein Funke steigt auf und verlischt über der dunklen Wiese. Rauch und der süßliche Geruch von Wein hängen schwer in der warmen Nachtluft. Da Susie die Decke bis unters Kinn gezogen hat, sieht niemand, wie sich Bennos Hand an ihrer Seite entlang zu ihrem Busen schiebt. Sein Arm bleibt um sie gelegt, zu fest, zu selbstverständlich. Susie hält den Atem an. Was gibt das denn jetzt? Das ist doch keine Einladung. Ihr Blick wandert kurz zu Magrit und Egon, die im flackernden Licht nur undeutlich zu erkennen sind. Wie komme ich aus der Situation raus, ohne einen handfesten Skandal auszulösen? Wenn ich mich jetzt losreiße oder eine Szene mache, glaubt mir Magrit vielleicht nicht. Vielleicht erzählen sie es morgen Theo und bringen ihn gegen mich auf. Oder Magrit glaubt mir, und dann zerbricht etwas, das ich nie berühren wollte. Oder … oh Gott, Theo könnte die Verlobung lösen. Panik steigt in der jungen Frau auf.

Langsam hebt Susie eine Hand. Sie legt sie auf Bennos Arm und schiebt ihn vorsichtig ein Stück von sich weg. Die Bewegung ist klein, fast unauffällig, doch für sie fühlt sie sich laut an wie ein zerbrechendes Glas. Gut. Das sollte reichen. Jetzt weiß er, dass ich Abstand will. Dass ich Theo liebe und das für mich nicht in Frage kommt. Für einen Augenblick scheint Benno es zu verstehen. Das Quietschen der Hollywoodschaukel mischt sich mit dem Rascheln der Decke, und irgendwo im Garten bewegt der Wind die Blätter. Dann aber rückt er erneut näher. Seine Hand liegt erneut auf ihrem Busen. Doch diesmal anders. Fordernder. Besitzergreifender. Susie spürt, wie ihr Körper sich versteift. Sie will aufstehen, die Situation auflösen, indem sie sich woanders hinsetzen oder ebenfalls ins Bett gehen will. Doch Benno hält sie mit einer Ruhe zurück, die sie noch mehr verunsichert. Das Feuer ist inzwischen sehr klein geworden, und das rötliche Licht zeichnet schmale Schatten über ihr Gesicht. Susie spürt das sie zu reagieren beginnt. Nicht im Kopf. Nein auf körperlicher Ebene. Das kann nicht sein, ich liebe Theo. Ich kann nicht … ohhhh … sollte doch nicht so auf ihn reagieren.

Die Sekunden ziehen sich in die Länge. Susie hört ihr eigenes Atmen, viel zu schnell, viel zu flach. Das Lachen von Magrit und Egon klingt plötzlich weit entfernt, als käme es von der anderen Seite des Gartens. Aber es ist an dem. Ihre Knospen blühen auf. Drücken von innen in die Schalen ihres BHs und in ihrem Schritt, beginnt es zu kribbeln. Der Rauch brennt leicht in ihrer Nase, der Duft der Decke nach Waschmittel wirkt auf einmal fremd und erstickend. Sie versucht, sich innerlich an Theo festzuhalten: an sein Gesicht, an seine Stimme, an das sichere Gefühl, das sie sonst in seiner Nähe hat. Doch genau dieses Bild macht alles nur schwerer. Nein, Susie. Denk an etwas anderes. Vor allem: Befreie dich aus dieser Umarmung. Ihre Finger krallen sich in den Rand der Decke. Sie bewegt sich kaum, doch in ihr arbeitet alles gegeneinander: Angst, Scham, Verwirrung und der Wunsch, dass dieser Moment einfach verschwindet. Verzweifelt versucht Susie sich ohne aufsehen zu verursachen, aus seiner Umklammerung zu befreien. Doch Benno ist stärker und erfahrener mit solchen Situationen. So ist es ein leichtes für ihn, bei ihren Versuchen seine Hand unter ihren Rock zu schieben. Durch den Stoff drückt er auf ihre ebenfalls erblühende Liebesperle. Bitte nicht. Warum tut er mir das an? Susie muss immer mehr Kraft darauf aufbringen, damit niemand ihren Zustand bemerkt. Bemerkt das sie zwei Kämpfe kämpft. Zum einen den nach außen hin. Das sie ganz normal mit ihrem Schwiegervater in spe zusammen auf der Schaukel sitzt und zum anderen, den gegen sich selbst. Das niemand bemerkt das sich ihr innerer Vulkan immer weiter einem Überdruck nähert. Fuck ja … dann mach´s mir. Dieser Gedanke lässt die letzten moralische Hürde einfach zusammenfallen. Er hat gewonnen. Nein ihr Körper hat gewonnen. Sie will und braucht diesen Orgasmus.

„So, junger Mann, für dich wird es Zeit. Und wenn du so lieb bist, nimmst du deine alte Mutter direkt mit“, hört Susie Magrit wie aus weiter Ferne zu Egon sagen. „Och Mama, es ist doch noch so schön, und morgen ist Samstag“, protestiert Egon sofort. „Egal, Egon. Los, ab mit dir ins Bett …“ Dann richtet Magrit sich an Benno und Susie. „Euch noch einen schönen Abend. Schatz, ich bin dann auch im Bett.“ „Gut Schatz. Bis gleich. Zu lange bleiben wir auch nicht mehr hier draußen.“ Die beiden werfen sich noch einen Kussmund zu. „Dir auch eine gute Nacht, Susie.“ „Danke, schlaf gut, Magrit“, erwidert Susie. Ihre Stimme klingt in ihren eigenen Ohren viel zu ruhig. Sekunden später ist sie mit Benno allein. Die Terrassentür fällt ins Schloss, und der Garten wird mit einem Mal größer, dunkler, stiller. Nur das Feuer knistert noch schwach, und aus der Ferne dringt das monotone Zirpen der Grillen herüber. Susie sitzt reglos da. Das Licht der Glut flackert über Bennos Gesicht, und der Geruch von Rauch legt sich schwer auf ihre Zunge. Sofort zieht Benno ihr T-Shirt nach oben. Damit er ihre weiche, warme Haut im BH beim kneten fühlen kann. „Mhhh“ stöhnt Susie auf. „Ich wusste doch das es dir gefällt“ flüstert Benno in ihr Ohr. „Mhhh“ lautet lediglich ihre Antwort. Mehr traut sie sich selbst nicht zu. Zu groß ist ihre Scham über sich selbst, ihr Schuldgefühl Theo gegenüber.

„Willst du kommen“ fragt Benno sie. „Ja“ haucht Susie leise. „Was? Ich habe dich nicht gehört.“ „Ja … ich will kommen“ antwortet Susie lauter. „Wie oder durch wen willst du kommen?“ Die Weichheit in seiner Stimme weicht einen provozierenden Ton. „Durch dich … besorg es mir … bitte“ fleht ihn Susie schon fast an. „Du willst das ich es dir mache? Willst nicht schnell zu Theo hoch ins Bett? Ihn wecken, damit er es dir richtig bis zum Ende besorgt?“ Ohne das Susie lange überlegen braucht kommt ihre Antwort. „Nein … ich will das du es bist … aber bitte … bitte lass mich jetzt kommen ohne Theo zu erwähnen.“

Seine Finger bewegen sich schnell in ihr. Suchen und finden ihren Punkt und drücken darauf. „Was soll ich nicht? Meinen Sohn erwähnen oder seinen Namen Theo aussprechen“ will er von der Verlobten seines Sohnes wissen und hört wie sie kurz beim aussprechen seines Namens aufstöhnt. „Es macht dich doch an. Dich von mir fingern zu lassen, während ich dabei Theos Namen ausspreche oder etwa nicht?“ Wieder stöhnt Susie hörbar auf. So sehr ich es auch nicht will, aber ja verdammt. „Ja … ja es macht mich an“ antwortet Susie leicht stöhnend. „Was genau macht dich an. Meine Finger an und in dir? Oder seinen Namen zu hören?“ Susie braucht nicht zu überlegen. „Deine Finger in mir, aber wenn du seinen Namen dabei sagst, macht dies mich noch geiler!“ „Theo, Theo. Spüre wie ich deinen G-Punkt fingere, während Theo Anunngslos oben im Bett liegt!“

Mit einer flinken Bewegung presst sich Susie ihre Hand in den Mund. Beißt darauf um ihre Lust nicht laut in den Garten hinaus zu stöhnen. „Der war gut oder? Davon kannst du noch unbegrenzt viele bekommen, wenn …“ beginnt Benno als sich Susie wieder einigermaßen erholt hat. Mit glasigen Augen schaut sie ihn an. „Wenn was …“ ihre Stimme zittert bei der Frage und im Grunde ist ihr die Antwort klar.

Dennoch will sie das er es zumindest einmal ausspricht. Will ihm nicht die Genugtuung geben das sie so einfach zu haben ist oder seine Gespielin wird. „Wenn du ab sofort ein braves Mädchen bist“ flüstert er ihr zu und reibt dabei erneut über ihren Punkt. „Willst du mein braves Mädchen sein?“ „Ja … ja … fuck, ja … ich will … ich werde dein, braves Mädchen sein“ stöhnt Susie auf. „Sehr brav, dann wirst du mir jetzt erst einmal zeigen wie geil Theo immer von dir geblasen wird.“ Bennos Stimme lässt keinen Widerspruch zu.

Theo, schießt es ihr erschrocken durch den Kopf. Da ihr bewusst wird, worauf sie sich gerade eingelassen hat. Das sie zugestimmt hat die geliebte ihres Schwiegervaters zu werden und das sogar schon vor der Hochzeit mit Theo. Doch dieser Schock fühlt sich anders in ihr an. Er versucht sie nicht von Benno wegzutreiben. Nein er verstärkt ihre Lust auf ihn. Ihre Nippel ziehen sich noch fester zusammen und in ihrer Muschi, kribbelt es sofort wieder stärker.

… am Morgen wacht Susie auf. Der Traum ist nicht verschwunden. Er liegt noch auf ihr wie Rauch in Kleidung, unsichtbar und doch nicht abzuschütteln. Für einen Moment weiß sie nicht, ob sie im Damals oder im Jetzt ist. Dann gleitet ihre Hand auf Theos Seite. Sie sucht ihn und fühlt doch nur das kühle, unberührte Laken unter ihren Fingern. Schnell hebt sie den Kopf und schaut hinüber. Das blasse Morgenlicht fällt durch einen schmalen Spalt im Vorhang und zeichnet einen hellen Streifen über das leere Bett. Im Zimmer riecht es nach Nacht, nach Stoff, nach der abgestandenen Luft eines unruhigen Schlafs. Draußen setzt ein Vogel zu einem ersten Ruf an. Susie vergewissert sich, dass ihr Schatz immer noch nicht in seiner Betthälfte liegt. Schatz, wo bist du? So langsam bekomme ich Angst.

Susie zieht sich an und eilt in die Küche. Theo, bitte sei da. „Hallo, Susie. Kommt Theo auch frühstücken? Komm, setz dich zu uns“, begrüßt Magrit sie herzlich. Am Tisch sitzen bereits alle anderen. „Guten Morgen zusammen. Ich weiß nicht, ob Theo kommt. Ich weiß nämlich nicht, wo er ist“, antwortet Susie leise und setzt sich. „Was soll das heißen, du weißt nicht, wo er ist?“, hakt Magrit sofort nach. Alle sehen Susie fragend an. Oh Theo, dich mit den beiden zu vergnügen, ist eine Sache. Aber es wäre wirklich besser gewesen, diese Nacht zurückzukommen, denkt Jenna still.

„Ganz einfach: Theo war schon aufgestanden, als ich wach wurde. Da er mir seine Pläne für heute nicht verraten hat, weiß ich eben nicht, wohin er gegangen ist.“ Nach all den Jahren als Bennos Geliebte fällt es Susie leicht, schnell eine passende Antwort zu finden. Aber ich hoffe, dass du bald wieder zu mir zurückkommst, mein Schatz, überlegt Susie stumm. „Ähm, okay. Das sieht ihm zwar gar nicht ähnlich, aber wenn es so ist, warten wir eben, bis er zurückkommt“, gibt sich Magrit schließlich mit der Antwort zufrieden.

Zur selben Zeit, ein paar hundert Meter entfernt …

Ich öffne die Augen und hebe sofort schützend die Hand. Das Licht, das durch das offene Zelt fällt, ist viel zu grell. Moment, warum liege ich in einem Zelt? Ich richte mich auf und sehe mich um. Was ich sehe, gefällt mir. Na ja, welchem Mann würde es nicht gefallen, neben zwei jungen, sexy und vor allem nackten Frauen aufzuwachen? Verdammt, Theo, was hast du getan? Wie konntest du dich dazu hinreißen lassen? Mein Blick gleitet noch einmal über den heißen Körper der Brünetten dunkelhäutigen Frau rechts neben mir. Okay, ich ziehe die letzte Frage zurück. Aber verdammt noch mal, es hätte nicht passieren dürfen. Nicht, wenn du … ja, was eigentlich? Wenn ich mich nicht auf Susies Niveau herablassen will? Wenn ich darüberstehen will? Oder wenn ich sie darauf anspreche und mir selbst nichts vorwerfen lassen möchte? Die Fragen schwirren mir durch den Kopf.

Okay, anziehen und unbemerkt verschwinden. Mit diesem Gedanken suche ich nach meinen Sachen und entdecke sie draußen vor dem Zelteingang. Gerade will ich aufstehen, da bewegt sich die Brünette neben mir und wacht auf. „Guten Morgen“, murmelt sie verschlafen und setzt sich ebenfalls auf. „Morgen“, bringe ich leise hervor. Bevor wir noch etwas sagen können, wacht auch die Blondine links neben mir auf. Sie gähnt kurz und richtet sich mit einem freundlichen Lächeln auf. „Oh, der tolle Mann ist ja schon wach“, begrüßt sie mich.

„Ich …“, beginne ich und senke den Kopf. Sofort legen sich zwei Paar Arme um mich. An jeder Seite schmiegt sich ein warmer Körper an mich, vor allem spüre ich ihre Brüste an meinem Körper. „Wir danken dir für die herrliche Nacht, nicht wahr, Renate?“, sagt die Blondine. „Oh ja, sehr sogar, Melli“, erwidert Renate und gibt mir einen sanften Kuss auf die Wange. „Es freut mich, wenn es für euch schön war … aber es hätte nicht passieren dürfen“, sage ich und beginne zu schluchzen.

„Alles gut, Theo. Wir beide sind froh, dass die Nacht genauso verlaufen ist, wie sie verlaufen ist“, sagt Melli und drückt sich kurz etwas fester an mich. Das kann ich mir denken. Ihr zwei seid ja auch solo, zumindest habe ich das von gestern Nachmittag so in Erinnerung. „Wie gesagt, schön, dass es wenigstens für euch …“ Ich sehe beide kurz an, bevor ich weiterspreche. „Aber zu Hause wartet meine Frau auf mich. Ihr bin ich bis zu dieser Nacht immer treu gewesen.“ „Bist“, korrigiert mich Melli. Fragend sehe ich sie an. „Was soll das heißen?“ Melli blickt mir fest in die Augen. „Es heißt, dass die Nacht zwar nicht ganz so gelaufen ist, wie Renate und ich sie uns gewünscht hatten. Aber gerade dadurch warst du der perfekte Mann.“

Nicht so gelaufen, wie sie es sich erhofft hatten? Und trotzdem war ich der perfekte Mann? Offenbar sehen die beiden mir an, was in mir vorgeht, denn sie kichern leise. „Wie süß Melli. Unser Held der Nacht kann sich anscheinend nicht wirklich erinnern.“ Schnell sehe ich zu Renate. Süß? Du findest es süß, dass ich euch vernascht habe und mich nicht daran erinnere? Wäre nicht eher das Gegenteil ein Kompliment für euch beide, wenn ich mich an jede Einzelheit erinnern würde?

„Ihr seid mir nicht böse, dass ich mich nicht daran erinnern kann, wie es war, mit euch zu schlafen?“ „Hättest du denn gern solche Erinnerungen?“, fragt Renate leise und ruhig. Verdammt, natürlich. Wenn ich Susie schon betrogen habe, und dann noch mit zwei so rattenscharfen Miezen wie euch, würde ich mich später wenigstens gerne daran erinnern können. „Eigentlich nicht. Eigentlich will ich treu sein. Aber … na ja, wenn es schon passiert ist, dann schon“, antworte ich, zucke mit den Schultern und sehe von Renate zu Melli.

Melli grinst breit und legt ihren Mund direkt an mein Ohr. „Dann ist die Frage, wie viel Zeit du noch hast, um Erinnerungen zu schaffen.“ Ihr warmer Atem streift mein Ohr, und ich spüre, wie mein Körper auf die Situation reagiert. Wie sollte man da auch nicht reagieren, wenn man von zwei bildhübschen, sexy jungen Frauen umarmt wird, während alle nackt sind? Melli zieht den Kopf zurück und sieht mir direkt in die Augen. Darin funkelt ihre Lust deutlich auf. Kann sie schon wieder, oder war ich wirklich so gut, dass sie noch einen Nachschlag will, bevor ich gehe? „Melli, ich fühle mich geschmeichelt, dass du, dass ihr noch weitere Erinnerungen schaffen wollt. Aber wenn, dann geht es nur darum, meine Erinnerungen an letzte Nacht zurückzubringen.“

„Da gibt es keine“, höre ich plötzlich Renate sagen und sehe sie verwirrt an. „Wie, da gibt es keine? Aber ihr habt doch gerade gesagt, dass …“ Weiter komme ich nicht, denn Renate legt mir einen Finger auf den Mund. „Wir haben gesagt, dass du diese Nacht der perfekte Mann warst. Nicht der perfekte Liebhaber.“ „Soll das heißen … wir haben gar nicht miteinander geschlafen?“, frage ich um ihren Finger herum. „Ganz genau. Und glaub uns, an uns hat es nicht gelegen. Nachdem wir im Zelt waren, haben wir zwei sehr schnell dafür gesorgt, dass wir drei genauso viel anhatten wie wir jetzt tragen“, beginnt Renate. „Doch du warst völlig durch den Wind und hast immer nur von deiner Frau Susie gesprochen. Davon, dass sie dir fremdgehen würde“, fährt Melli fort.

„Da merkten wir bald, dass wir den Sex vergessen konnten. Aber wir merkten auch, dass wir für dich da sein sollten und wollten. Also haben wir dich einfach reden lassen und zugehört.“ „Was genau habe ich denn alles erzählt?“, will ich von den beiden wissen und hoffe, gewisse Details für mich behalten zu haben. „Nun, da du ziemlich durch den Wind warst, haben wir nicht alles verstanden. Nur so viel, dass sie dich wohl schon länger betrügt, vermutlich mit einem guten Freund von dir oder so“, sagt Renate weiter. Freund? Wenn ihr wüsstet. Aber gut, dass ich das in meinem Zustand wenigstens irgendwie so hinbekommen habe. „Ich danke euch. Auch wenn ich weiß, dass euch eher nach etwas anderem war, als meinen Kummerkasten zu spielen“, sage ich aufrichtig und blicke erneut von einer zur anderen.

„Stimmt. Für Entspannung mussten wir zwei dann alleine sorgen, nachdem du eingeschlafen warst“, klärt Melli mich zwinkernd auf. Mann, wie dumm kann man eigentlich sein? Diese beiden geilen Frauen nicht zu ficken und sich auch nicht ihre Live-Show anzusehen? „Aber warum meintet ihr dann eben, ich sei der perfekte Mann gewesen?“, will ich weiter von ihnen wissen. „Weil du uns gezeigt hast, dass es sich lohnt, zu suchen und sich zu verlieben. Dass es wirklich noch ehrliche und treue Männer gibt, die nicht jede Gelegenheit nutzen und denen selbst in so einer Situation ihr Treueversprechen wichtiger ist als alles andere“, sagt Renate leise und schmiegt sich fester an mich, sodass sich ihre weichen Brüste stärker an meine Seite drücken. „Genau. Sicher, wir wissen beide, dass es nicht gleich der Nächste sein muss. Aber du hast uns gezeigt, dass da draußen jemand sein kann, dem wir als Frau oder Partnerin wirklich wichtig sind. Dafür danken wir dir“, ergänzt Melli und tut es Renate gleich.

Ich löse mich aus ihren Umarmungen und ernte enttäuschte, aber auch fragende Blicke. Leicht verlegen kratze ich mich am Hinterkopf. „Sorry, aber wenn ich noch länger hierbleibe, weiß ich nicht, ob ich das Bild vom perfekten Mann aufrechterhalten kann. Nicht, wenn ich euch so an mir spüre“, gestehe ich den beiden und bekomme von jeder ein erfreutes Lächeln. „Gott, Melli, warum müssen die besten Männer immer schon vergeben sein?“ „Ich weiß es nicht, Renate. Aber ich hoffe, dass wir genau so ein Exemplar für jede von uns finden werden“, antwortet Melli mit einem leicht theatralischen Seufzen. Ich verlasse das Zelt und beginne mich anzuziehen. Melli und Renate sitzen im Zelt und sehen mir zu. „Man, andersherum ist mir das eigentlich lieber. Wenn sich der Kerl anzieht, bedeutet das nämlich immer, dass meine Schnecke wieder auf Besuch warten muss“, höre ich Melli hinter mir sagen. Ich drehe mich zu ihr um. „Kommt mal raus zu mir.“

Sofort kommen die beiden zu mir und sehen mich an. Ohne etwas zu sagen, nehme ich zuerst Melli in die Arme, ziehe sie an mich und blicke ihr in die Augen. Dann nähere ich mich ihr. Sie erwartet mich sehnsüchtig, die Lippen bereits leicht geöffnet. Unser Kuss ist kurz, doch unsere Zungen sprechen intensiv miteinander. Ich löse mich und sehe Melli noch einmal in die Augen. Dann lasse ich sie los und wende mich Renate zu. Sofort schmiegt sich ihr junger, zarter Körper an mich, und auch wir küssen uns kurz und leidenschaftlich. „Das war mein Dankeschön. Dafür, dass ihr meine Situation nicht ausgenutzt habt und ich euch stattdessen als Kummerkasten missbrauchen durfte“, sage ich zu den beiden. „Na, dann hast du uns am Ende doch noch gehabt, nur eben auf andere Weise“, meint Melli, und wir beginnen herzhaft zu lachen. „So kann man es auch sehen. Und sollte ich noch einmal Trost brauchen, weiß ich wo ich ihn finde. Dann ist auch klar, dass ich mich auf eure gewünschte Art dafür bedanken werde. So, nun muss ich langsam zurück, bevor man noch eine Vermisstenmeldung aufgibt“, verabschiede ich mich und mache mich auf den Weg. An der Abzweigung bleibe ich kurz stehen und sehe zu den beiden zurück. Arm in Arm stehen sie nackt da und winken mir nach. Gott, ein Anblick, bei dem man bei klarem Verstand eigentlich schwach werden muss. Ich winke ebenfalls kurz und setze meinen Weg fort.

Ende der zweiten Episode

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