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Schwimmen belebt Körper und Geist (fm:Romantisch, 4082 Wörter)

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Veröffentlicht: Aug 16 2022 Gesehen / Gelesen: 14199 / 10807 [76%] Bewertung Geschichte: 9.30 (122 Stimmen)
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Martino stand leicht nervös am Treffpunkt, dem kleinen Parkplatz am Rathaus, der in den belebten Fußgängerbereich der Altstadt mündete. Er hatte den leisen Puls der Stadt und das Stimmengewirr der Menschen kaum wahrgenommen, seine Augen waren nur auf die Menge gerichtet - suchend. Und da, trotz der Distanz entdeckte er sie. Claudine.

Schon von Weitem hob sie sich von den übrigen Passanten ab. Ihre dunkelblonden, leicht gewellten Haare, die im Licht des späten Nachmittags schimmerten, schaukelten bei jedem Schritt. Sie trug eine strahlend dottergelbe Bluse, übersät mit zarten, kleinen Blümchen, die ihre lebendige und doch sanfte Art widerspiegelte. Dazu hatte sie eine schlichte Jeans gewählt, die ihre langen Beine elegant umspielte und sie anmutig, fast jugendlich wirken ließ. Eine Patchwork-Tasche schwang im Takt ihrer Schritte.

Als sie auf ihn zukam, verstärkte sich das Kribbeln in seiner Brust, wie ein Funke, der über Jahre geschlummert hatte und nun hell aufloderte. Die Erinnerung an ihre Teenager-Zeit überflutete ihn - all die unausgesprochenen Gefühle und die scheuen Blicke, die sie damals heimlich austauschten.

"Martino!" Ihre Stimme klang warm und sanft, eine Spur von Überraschung darin, die seine Spannung nur steigerte. Sie lächelten sich an, umarmten sich kurz, gerade so flüchtig, dass die Hände doch noch einen Moment länger verweilten. Es war, als hätten sie ein unsichtbares Band nie gelöst, obwohl die Jahre zwischen ihnen lagen.

Claudine schlug vor, sich ein Eis zu holen und durch den angrenzenden Stadtpark zu schlendern. Martino stimmte zu. Die Vorstellung, einfach mit ihr zu sein, ganz ohne Plan, beflügelte seine Gedanken. Er beobachtete, wie Claudine sich an der Theke die Sorten ansah, fast spielerisch mit der Auswahl haderte. Schließlich entschied sie sich für exotische, tropische Früchte - ein Hauch von Abenteuer, wie Martino fand. Er hingegen griff zu bewährten Klassikern: Zitrone und Erdbeere.

Im Park setzten sie sich an einen kleinen Bach, der wie eine sanfte Melodie ein leises Rauschen über die Steine trug. Claudine streifte ihre Schuhe ab und spielte mit den Zehen im kühlen Wasser. Martino bewunderte ihren langen Beine und wie sie ihre nackten Füße hin und her bewegte, ohne sich darum zu kümmern, dass ihre Hosenbeine am Ende schon ganz durchtränkt waren.

"Erzähl mal", begann Martino, "was machst Du denn so? Ich habe gehört, Du leitest das Labor in einem großen Pharmaunternehmen. Das passt doch gar nicht zu einer wilden Hummel, so habe ich dich zumindest in Erinnerung."

Claudine lächelte leicht und hob die Schultern. "Naja, ich glaube, wir verwandeln uns alle auf die eine oder andere Weise, oder? Die Arbeit im Labor ist abwechslungsreich und herausfordernd," fuhr Claudine fort und richtete ihren Blick auf den plätschernden Bach, als ob sie dort Bilder ihrer Tätigkeit vor sich sah.

"Weißt du, manchmal kann ich selbst kaum glauben, dass ich Laborleiterin geworden bin," fuhr sie fort und lachte leise. "Damals, als ich das Biologie-Studium angefangen habe, hätte ich mir das niemals träumen lassen. Aber irgendwie hat sich alles so entwickelt - je tiefer ich in die Forschung eingetaucht bin, desto mehr wollte ich wissen."

Martino lächelte, als er die Begeisterung in ihrer Stimme hörte. "Es klingt, als hättest Du immer den Mut, Neues zu wagen," bemerkte er.

"Den habe ich," nickte Claudine energisch und blickte ihm direkt in die Augen. "Ich liebe es, Herausforderungen anzunehmen, bei welchen ich nicht absehen kann, was am Ende herauskommt. Jede neue Erfahrung bringt uns weiter."

Beide lachten, und Martino konnte ihre Begeisterung für die Wissenschaft und das Leben, das sie sich aufgebaut hatte, förmlich spüren. Claudine war dieselbe, und doch hatte sie sich weiterentwickelt - zu einer Frau, die ihre Ziele und Träume lebte, mit einem strahlenden Lächeln und einer Klarheit, die ihn immer wieder beeindruckte.

"Weißt du, als ich angefangen habe, in die Informatik einzutauchen, hatte ich keine Ahnung, wie tief diese Welt geht," erzählte Martino von

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