Der (Möchtegern) Ausländerhasser (fm:Romantisch, 9897 Wörter) | ||
Autor: RalfB | ||
Veröffentlicht: Feb 20 2025 | Gesehen / Gelesen: 4582 / 3591 [78%] | Bewertung Geschichte: 9.62 (124 Stimmen) |
Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt |
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Der (Möchtegern) Ausländerhasser!
Beim so mal darüber nachdenken, dachte ich mir, dass der auf jeden Fall auch seine eigene Geschichte wert wäre. Mit Axel erzähle ich Dir jetzt von einem Kerl, der nicht nur weniger lieb, sondern auch deutlich einfacher ist. Er ist nicht so groß, 1,76 Meter glaube ich. Er hat braune Haare und ist optisch so was von Durchschnitt, dass er überall, in der Masse, einfach unter geht. Das ist auch der Grund, warum er nie eine richtige Beziehung finden konnte. Die Frauen sahen ihn einfach nicht, weil er so unauffällig war. Er selbst hatte keine Ahnung, wie er überhaupt in Kontakt zu einer, für ihn interessanten Frau, kommen sollte. Es war für ihn wie verhext. Aus diesem Grund gehörte er auch gerne zu diesen Jungs, die immer mitmachten, wenn eine unserer verrückten Hexen mal wieder über die Stränge schlug.
Dabei war Axel eigentlich keine verkehrte Partie. Er war nicht faul, arbeitete bei einem großen Autohersteller in der Produktion, also am Band. Im Schichtdienst dort und nebenbei noch ein paar Euro schwarz, woanders. So hatte er zwar nicht übertrieben viel, konnte sich aber immer ein schickes Motorrad leisten, dass er regelmäßig ersetzte und so immer nur einen gewissen Wertverlust ausgleichen musste. Sein Auto war dabei eine ziemlich alte Klapperkiste. Immer gerade so TÜV und wenn nichts mehr ging, den nächsten, mit gerade so TÜV. Auto war ihm nicht wichtig, denn er fuhr eh lieber mit dem Motorrad. Wohnung war ihm auch nicht so wichtig, denn er war ja eh alleine. Naja, Single halt.
Axel ist bei uns einer der eher groben Charaktere. Er schlägt sich auch schon mal, macht seit seiner Kindheit Kampfsport und fackelt dann eben nicht lange. Wir wissen das alle. Bei uns gab es, zum Glück, auch noch keinen Grund, aber außerhalb hatte er schon öfter mal Ärger. Man darf das in unserem Land ja nicht so sagen, aber eigentlich war es meistens ein Streit und eine Auseinandersetzung mit ausländischen Mitbürgern, die er einfach nicht leiden konnte. Wir haben ja auch einen ziemlichen Multikulti Haufen. Das ist auch nicht das Problem. Wenn ihn aber ein Ausländer blöd anmachte, war er eben schnell dabei.
"Wenn ich als Deutscher in die Türkei oder sonst wohin gehe und mich dort niederlasse, ohne deren Sprache zu lernen, ohne mich anzupassen und dann noch 'Klein Deutschland' dort gründe, dann will ich mal sehen, was die dort mit mir machen!" Einer seiner Sprüche. Oder: "Geh doch mal abends, oder nachts durch eine Innenstadt. Am besten noch als blonde, junge und hübsche Frau. Damit machst du dein Leben sicher nicht länger, aber mal gleich viel spannender!" Ich will es mal so sagen. Sicher denkt der eine oder andere auch nicht wirklich anders, aber man hält sich da wohl eher zurück und schmollt. Axel ist da schwer auf Krawall gebürstet. Für ihn waren einfach alle gleich.
So, und warum erzähle ich Dir das jetzt? Na, dann pass mal auf!
Axel ist in seiner Abteilung, innerhalb der Produktion, als sogenannter Springer eingesetzt. Er kennt inzwischen jeden Arbeitsplatz und muss immer dort einspringen, wo jemand fehlt oder ausfällt. Er arbeitet hier im Bereich der Innenausstattung, wo auch sehr viele Frauen eingesetzt werden. Sicher ändert das auch nichts an seinen privaten Problemen und zudem spricht dort kaum einer, oder eine deutsch. Es ist also nicht gerade so als wenn es optimal wäre, dass dort ausländische Mitbürger auf einen eher Ausländer- 'kritischen' Deutschen treffen. Er sah dabei natürlich auch, wenn er es mit einer hübschen Frau zu tun hatte, die ihn sicher normal auch angesprochen hätte. Er mochte diese Kopftücher nicht. Er mochte diese komische Art nicht, mit deutschen Männern grundsätzlich nicht zu reden und Angst vor ihnen zu haben. Schlicht, er mochte diese Art Frau eben nicht.
In einem Fertigungsabschnitt hatte er es über längere Zeiträume immer wieder mit dieser einen und selben Vertreterin dieser Art Frau zu tun. Er hasste das unglaublich. Hier musste er ständig deren Kollegin vertreten, die so oft krank war, dass sie eigentlich die Rente hätte
Klicken Sie hier für den Rest dieser Geschichte (noch 920 Zeilen)Eine Erzählung von Ralf B1967
Ich habe jetzt noch ein leichtes Grinsen im Gesicht, wenn ich an unseren M & M denke. Ich hoffe natürlich, Dir hat seine Geschichte auch gefallen. Beim Nachdenken fiel mir auf, dass ich Dir doch von diesem einen Kunden erzählt hatte. Falls Du Dich erinnerst, der Bursche heißt Axel und der hatte gerade eine ziemlich teure und defekte Ducati, in der Werkstatt abgeliefert.
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