Interlude (fm:Sonstige, 727 Wörter) [5/5] alle Teile anzeigen | ||
Autor: Brentano | ||
Veröffentlicht: Aug 20 2025 | Gesehen / Gelesen: 1388 / 0 [0%] | Bewertung Teil: 9.38 (26 Stimmen) |
Es ist viel passiert in den letzten Tagen. Etwas steht auf der Kippe. |
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Die Sonne ist längst untergegangen, die Wärme des Tages hängt noch schwer in der Luft. Grillenzirpen. Eine träge Brise vom Meer. Das Licht auf der Terrasse flackert leicht im Wind, als hätte es selbst keine Kraft mehr, klar zu leuchten.
Vier Teller stehen auf dem Tisch. Spaghetti mit Oliven, Tomaten, etwas Feta. Liva hat gekocht, barfuß, in einem viel zu großen Hemd, das ihr bis zu den Oberschenkeln reicht. Jonah hat dazu Wein geöffnet. Rot. Schwer.
Wir essen. Schweigend. Das Klirren von Besteck auf Tellern. Nicole sitzt mir gegenüber. Ihr Blick ist gesenkt, sie dreht die Gabel in der Hand, ohne wirklich zu essen. Ihre Wangen sind gerötet, ihre Lippen wirken trocken. Ich weiß, dass sie immer noch in diesem Moment ist. Unten am Strand. Mit ihm. Ich bin auch nicht besser. Meine Gedanken kreisen. Um ihre Haut. Ihre Bewegung. Um Livas Körper auf meinem.
Liva schenkt nach. Ihre Bewegungen sind leichtfüßig, beiläufig, als sei nichts geschehen. Jonah streicht sich eine Strähne aus der Stirn, lehnt sich zurück, nackt bis auf eine dünne Shorts, sein Oberkörper vom Tag gezeichnet. Dann hebt Nicole kurz den Blick. Trifft meinen. Nur für einen Moment. Dann senkt sie ihn wieder. Ich spüre, was darin lag: Unsicherheit. Scham. Sehnsucht. Und eine stille Frage: Sind wir noch wir?
Ich wische mir den Mund ab. "Wie lange bleibt ihr eigentlich noch?", frage ich leise. Liva lacht. "Keine Ahnung. Kommt drauf an, wie sich alles entwickelt."
Jonah hebt das Glas. "Manchmal sind es ja gerade die unerwarteten Begegnungen, die einen länger halten." Niemand lacht. Nicole legt die Gabel beiseite. Ihre Finger zittern leicht. "Ich bin müde", sagt sie dann und steht auf. Ihre Stimme ist ruhig, aber brüchig. "Ich geh schon mal rein." Ich nicke. Sehe ihr nach, wie sie in der Dunkelheit verschwindet.
Ein Moment Stille. Dann erhebt sich auch Jonah, sammelt die Teller ein. Liva bleibt sitzen. Sie sieht mich lange an. Unverstellt. Ruhig. Und mit etwas, das ich nicht ganz deuten kann. "Du musst nicht reden", sagt sie schließlich leise. "Aber wenn du willst, ich hör zu." Ich schüttle den Kopf. "Ich weiß selbst nicht, was ich sagen würde." Sie nickt. "Dann fühl einfach. Das reicht manchmal."
Ich bleibe noch einen Moment auf der Terrasse. Höre das Klappern in der Küche. Den Wind. Dann stehe ich auf. Und gehe zu Nicole. Das Schlafzimmer ist dunkel, nur das schwache Licht vom Flur fällt durch die angelehnte Tür. Ich trete leise ein. Nicole sitzt auf der Bettkante, das Gesicht dem offenen Fenster zugewandt, der Rücken leicht gekrümmt. Sie trägt ein T-Shirt, das ihr bis zu den Oberschenkeln reicht, die Beine nackt, die Füße auf dem Boden. Ihre Schultern wirken schmal. Verletzlich.
Ich bleibe einen Moment stehen. Dann schließe ich langsam die Tür und setze mich neben sie. "Ich...", beginnt sie, dann bricht sie ab. Schluckt. Ich lege meine Hand auf ihre. Sie zieht sie nicht weg. "Du musst nicht erklären", sage ich leise.
Sie sieht mich an. "Ich weiß nicht, was mit mir passiert ist", flüstert sie. "Es war... Ich hab mich vergessen. Oder gefunden. Ich weiß es nicht." Ich nicke. Weil ich es verstehe. Auch wenn es wehtut. "Hast du es gewollt?", frage ich.
Ein Moment Schweigen. Dann sie: "Ich hab es zugelassen. Ich hab nicht gestoppt. Und ja... irgendwann hab ich es gewollt. Nicht aus Berechnung. Nicht, um dich zu verletzen. Es war, als hätte etwas in mir gewartet - ganz still - und plötzlich war es da."
Ich atme tief ein. "Und jetzt?" - "Jetzt...", sagt sie, "hab ich Angst, dass ich dich verloren habe. Oder wir uns." Ich nehme ihre Hand fester. "Du hast mich nicht verloren." Sie sieht mich an. Lange. Dann legt sie die Stirn an meine Schulter. Ihre Haut ist warm. Ihre Nähe zittert. "Und du?", fragt sie leise. "Was war da... mit Liva?" Ich schließe die Augen. "Es war... wie ein Sog. Ich hab nicht nachgedacht. Es war körperlich. Heftig. Aber nicht... nicht das, was ich mit dir habe." - "Aber es war real." - "Ja."
Wir schweigen wieder. Nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe. Sondern weil wir begreifen, dass alles, was war, nicht rückgängig zu machen ist - aber auch nicht zwangsläufig zerstört, was da ist. Ich ziehe sie näher an mich. Küsse sie auf die Stirn. Halte sie fest. Und sie lässt sich halten. Vielleicht ist das der Anfang von etwas Neuem.
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