Durchschnitt Teil 1 (fm:1 auf 1, 8597 Wörter) | ||
| Autor: Herweg | ||
| Veröffentlicht: Jan 07 2026 | Gesehen / Gelesen: 4363 / 4001 [92%] | Bewertung Geschichte: 9.52 (115 Stimmen) |
| Beim Einkaufen lernte ich Elisa kennen. Schon das war erstaunlich, denn sie war der personifizierte Durchschnitt und eigentlich völlig unsichtbar. | ||
![]() My Dirty Hobby: das soziale Netzwerk für Erwachsene |
| [ 10% ] [ 20% ] [ 30% ] [ 40% ] [ 50% ] [ 60% ] [ 70% ] [ 80% ] [ 90% ] [ 100% ] |
Ich hatte gerade Feierabend gemacht. Wiedermal kam kurz vor Schluss ein Kollege mit seinem Statikproblem zu mir. So wurde es schon ziemlich spät und ich musste noch kurz ein paar Dinge einkaufen, wenn ich heute Abend nicht hungern wollte. Also beeilte ich mich, in den nächsten Supermarkt zu kommen.
Mein Plan war, das Auto kurz abzustellen und schnell ein paar Sachen in den Regalen zusammenzuraffen. Einen Einkaufswagen würde ich dafür nicht brauchen.
Es war dann doch mehr als gedacht und so hatte ich beide Arme voll, als ich an die Kasse kam. Umständlich lud ich alles auf das Kassenband, als hinter mir jemand 'Hallo' sagte. Ich drehte mich nur halb um und erwiderte über die Schulter nur ein desinteressiertes 'Hallo' ohne die Person genauer anzuschauen.
Als ich bezahlt hatte, versuchte ich am Ende des Kassenbandes wieder alles kunstvoll auf meine Arme zu laden und den Laden zu verlassen. Aber es kam, wie es kommen musste. Kurz nach der Tür geriet alles ins Rutschen und ich verteilte meinen Einkauf weiträumig über den Boden. Zum Glück gab es keine ernsthaften Schäden. Beim Einsammeln bemerkte ich, wie jemand mir half und meine Sachen vom Boden auflas und in einen Einkaufswagen packte.
Nachdem ich meine letzten drei Sachen aufgehoben hatte, stand ich vor der Person und sagte "Vielen Dank." Sie sah mich freundlich lächelnd an und meinte nur, "Packen Sie die restlichen Sachen auch noch in meinen Wagen. Dann ist der Transport deutlich einfacher." Stumpf machte ich es so, wie sie es mir sagte.
Ich schaute sie jetzt etwas genauer an. "Oh, hallo. Sie sind doch aus dem gleichen Viertel wie ich und wohnen in der Schulstraße." Etwas überrascht sah sie mich an: "Ja, das stimmt. Wo steht denn Ihr Wagen?"
In meinem Inneren hatte ich ihr schon vor längerem den Spitznamen 'Durchschnitt' gegeben. Manchmal spazierte ich an dem Haus vorbei, in dem sie wohnte. Ich kannte sie bisher nicht persönlich und hatte mit ihr noch nie gesprochen und doch hatte ich das Gefühl, alles über sie zu wissen. Sie war so unauffällig und durchschnittlich, dass es schon wieder auffällig unauffällig war.
Sie war durchschnittliche 1,69 Meter groß und hatte eine unauffällige, eben durchschnittliche, Figur. Ihre Haarfarbe war ein langweiliges brünett, mit einer Allerweltsfrisur. Offensichtlich kam sie gerade auch von der Arbeit, denn sie trug ein langweiliges, gedecktes Bürooutfit und eine billige Softshelljacke.
"Da, gleich am Ende der Parkreihe." sagte ich zu ihr. Ohne weitere Worte schob sie ihren Wagen zu meinem Auto. Als ich den Schlüssel hervorgekramt hatte, half sie mir noch, meine Sachen aus ihrem Einkaufskorb in meinen Kofferraum zu laden. Dann sagte sie nur noch kurz: "Man sieht sich." und war schon dabei, sich umzudrehen. Ich konnte noch ein kurzes "Vielen Dank" rufen und dann war sie auch schon auf dem Weg zu ihrem Auto.
Beim Einsteigen in mein Auto, warf ich noch einen Blick über den Parkplatz, um vielleicht noch ihr Auto zu sehen. Aber ich konnte es nicht entdecken. Denn es war ein unauffälliger, weißer, französischer Kleinwagen aus Massenproduktion. Genau so ein Allerweltsauto, wie sie einem jeden Tag zu hunderten begegneten und nicht einmal für Sekunden im Gedächtnis blieben.
Zuhause angekommen lud ich meine Sachen aus dem Kofferraum aus. Das ging jetzt etwas leichter, weil ich meine Tasche von der Arbeit hatte und die meisten Dinge darin verstauen konnte. In der Küche sortierte ich alles in die passenden Schränke. Aber zwei Teile blieben übrig. Ich benutze weder Damenrasierer noch koche ich mit Nudelteigplatten Lasagne. So ein Mist. Ich musste versehentlich die Sachen von Durchschnitt mit eingepackt haben.
Einen Moment dachte ich 'Was soll es, ist halt Pech.' Aber es kam mir mies vor, ihre Sachen einfach zu behalten. Ich würde mir also gleich eine Jacke anziehen und sie ihr bringen. Da ich wusste, wo sie wohnt und der Weg nicht allzu weit war, würde ich zu Fuß gehen. Ich dachte noch über ein Anstandsgeschenk nach, um mich für ihre Hilfe und die
Klicken Sie hier für den Rest dieser Geschichte (noch 886 Zeilen)
|
Autoren möchten gerne Feedback haben! Bitte stimmen Sie ab und schicken Sie dem Autor eine Nachricht und schreiben Sie was Ihnen an der Geschichte (nicht) gefallen hat. |
|
Herweg hat 11 Geschichte(n) auf diesen Seiten. Profil für Herweg, inkl. aller Geschichten Email: DL-158@web.de | |
|
Ihre Name: |
|