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Jeder Topf findet seinen Deckel oder auch nicht ... (fm:Romantisch, 3151 Wörter)

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Veröffentlicht: Jan 16 2026 Gesehen / Gelesen: 993 / 867 [87%] Bewertung Geschichte: 9.71 (35 Stimmen)
Frederike und Johann sind ein seit ihrer Kindheit zusammen, aber Johann traut sich nicht ihr seine Liebe zu gestehen, bis zum Finaltanz in Kiel ...

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1.

Der Rhythmus des Verrats und der Tanz der Trümmer

Die Geschichte von Frederike Fischer und Johann Schwartz begann nicht erst auf dem glänzenden Parkett der Tanzturniere, sondern in den verwinkelten Fluren des Matthias-Claudius-Gymnasiums im Hamburger Stadtteil Wandsbek. Schon damals, in der Oberstufe, waren sie ein Duo, das gegensätzlicher nicht hätte sein können, und doch schienen sie durch ein unsichtbares Band verbunden. Frederike, die strahlende Schönheit mit dem angeborenen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass ihr die Welt zu Füßen liegt, und Johann, der ruhige, hochintelligente Beobachter, der in ihrer Nähe stets ein wenig zu sehr auf seine Worte achtete.

Johann war für Frederike der Fels in der Brandung. Er war derjenige, der ihr bei den komplexen mathematischen Ableitungen half, der ihre Deutsch-Aufsätze korrigierte und der vor allem eines tat: Er hörte zu. Stundenlang saßen sie in den Freistunden auf den Holzbänken des Schulhofs, und Frederike schüttete ihm ihr Herz aus. Sie erzählte ihm von ihren wechselnden Liebschaften - meist sportliche, laute Typen aus dem Fußballverein oder arrogante Söhne reicher Hanseaten, die Johann innerlich nur verachten konnte. Er sah zu, wie sie sich in diese Männer verliebte, wie sie unter deren Unzuverlässigkeit litt und wie sie jedes Mal wieder zu ihm zurückkehrte, um sich trösten zu lassen.

Für Frederike war Johann der "beste Freund". Ein Prädikat, das für Johann wie ein langsames Gift wirkte. Er liebte sie seit der elften Klasse mit einer Intensität, die ihn manchmal nachts nicht schlafen ließ. Er liebte das helle Lachen, das in ihren Augenwinkeln kleine Fältchen bildete, den Duft ihres Parfüms - eine Mischung aus Vanille und Freiheit - und die Art, wie sie ihn ansah, wenn sie Hilfe brauchte. Er hatte es angedeutet, immer wieder. Kleine Gesten, tiefgründige Blicke, Geschenke, die weit über eine normale Freundschaft hinausgingen.

Doch Frederike war blind. In ihrer Welt war Johann eine feste Konstante, eine Art emotionales Sicherheitsnetz, aber kein Mann, nach dem man Verlangen verspürte. Sie sah in ihm eine Seele, vielleicht sogar eine Stütze, aber körperlich schien er für sie fast geschlechtslos zu sein - ein Bruder im Geiste, während sie ihr "Glück" in den Betten von Männern suchte, die sie nicht halb so gut kannten wie er.

Zwei Welten, ein gemeinsamer Takt

Nach dem Abitur trennten sich ihre akademischen Wege, doch ihre Seelen blieben verflochten. Johann stürzte sich in das Medizinstudium an der UKE. Er wollte heilen, retten, einen Unterschied machen. Sein Ziel war die Herzchirurgie - das komplizierteste aller Handwerke. Frederike hingegen wählte Jura. Sie liebte den Konflikt, die rhetorische Schärfe, das Geld und vor allem das Ansehen, das eine erfolgreiche Anwältin genoss. Während Johann in den Nachtschichten über Anatomiebüchern brütete, genoss Frederike das Hamburger Nachtleben, flirtete mit jungen Referendaren und etablierten Kanzleipartnern und sammelte Trophäen in Form von Männerherzen, die sie meist genauso schnell wieder wegwarf, wie sie sie erobert hatte.

Was sie jedoch über all die Jahre zusammenhielt, war das Tanzen. Was als kleiner Kurs in einer Tanzschule begonnen hatte, entwickelte sich zu einer Leidenschaft, die sie bis in die nationale Spitze des Turniertanzes führte. Als Tanzpaar Schwartz/Fischer waren sie in Norddeutschland eine Institution. Wenn sie auf dem Parkett standen, schien die Welt um sie herum zu verblassen. In den Lateinamerikanischen Tänzen - Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive - fanden sie eine Sprache, die sie im Alltag nie zu sprechen wagten.

Johann liebte besonders die Rumba, den Tanz der Liebe. Wenn er Frederike in seinen Armen hielt, wenn er ihre Hüften führte und ihren Körper so nah an seinem spürte, dass er ihren Herzschlag zu hören glaubte, dann war er ihr Mann. In diesen Momenten gehörte sie ihm. Er sog ihren Geruch auf, spürte die Geschmeidigkeit ihrer Haut unter seinen Fingern und blickte in ihre Augen, in der Hoffnung, dort einen Funken jenes Feuers zu finden, das in ihm brannte. Frederike liebte das Tanzen mit Johann ebenso sehr, doch für sie war es Sport, Ästhetik und die Bestätigung ihrer eigenen Schönheit. Sie genoss es, von ihm geführt zu

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