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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1 (fm:Romantisch, 78940 Wörter)

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Veröffentlicht: Jan 16 2026 Gesehen / Gelesen: 2455 / 2149 [88%] Bewertung Geschichte: 9.75 (55 Stimmen)
Eine junge Agentin erhält nach der Ausbildung ihren ersten Auftrag. Die Mission führt die ukrainische Agentin auf die Krim, wo sie der russischen Seite schwer zusetzt. Anastasia Serinskaya wird zum Symbol für den Widerstand der Ukraine gege

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© Freudenspender Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

"Danke für das Vertrauen", grinse ich etwas schief.

"Sie bekommen falsche Papiere und werden als Russin auf die Krim reisen. Dort werden sie sich bei Ekaterina melden. Sie ist nicht nur ihr Kontakt, sondern auch ihre Kommandantin. Sie hat den Grad eines Stabsoffiziers. Bis auf Weiteres unterstehen sie nur ihr."

"Wann geht es los?"

"Noch heute. Sie sind entlassen."

Wir stehen auf, ich grüße zackig und verlasse das Büro meines Vorgesetzten. Als ich die Tür hinter mir geschlossen habe, bleibe ich erst einmal stehen und schaue etwas abwesend auf die Tür. Mir ist klar, dass sich mit dem Schließen dieser Tür mein Leben völlig verändern wird.

Vorbei das beschauliche Leben in der Kaserne, vorbei die kleinen Aufträge, die mich auf das Leben als Agentin vorbereiten sollten, vorbei das tägliche Training, das zu einer lieben Gewohnheit geworden ist. Nun beginnt der Ernst des Agentenlebens.

Kapitel 2

Mein Gott, ich kann es kaum glauben. Nun bin ich eine richtige Agentin im Einsatz für das Vaterland. Wie üblich packte ich wortlos meine Sachen zusammen. Es ist ein eisernes Gesetz, dass ein abreisender Agent keinem sagen darf, wo er hinfährt und wie sein Einsatz aussieht. Damit will man vermeiden, dass Freundschaften weiter gepflegt werden und damit zu einer Gefahr für den Einsatz, aber auch für die Agenten selbst wird. Zu leicht könnte man sich durch solche Kontakte verraten.

Man könnte sich verplappern, wenn man mit einer Kollegin in Kontakt blieb. Hinzu kommt das Risiko, dass die Kommunikation abgehört oder abgefangen werden könnte. Für einen Hacker wäre es ein Leichtes, sich Zugang zu den Nachrichten und Telefongesprächen zu verschaffen, vor allem, wenn ein Verdacht bestand und gezielt nach Informationen gesucht wird.

Deshalb ist es strikt verboten, auch nur Andeutungen zu machen, was einem die Zukunft bringt. Es ist hart, weil man alles hinter sich lassen muss, aber jeder sieht ein, dass es sein muss. Mit dem neuen Leben bekommt man ein neues Telefon samt neuer Nummer und eine neue Mailadresse, beides natürlich streng geheim.

Während der Ausbildung hat man Freundschaften aufgebaut und muss diese nun hinter sich lassen. Trotzdem hoffte wohl alle, irgendwann die alten Bekanntschaften neu aufleben lassen zu können. Dies muss aber dem Zufall überlassen bleiben.

Jeder kennt diese Regel und so gibt es außer einem kurzen Abschied und einem "Mach´s gut", keinen Austausch. Da man auch erst kurz vor der Abreise über den Einsatz informiert wird, sind auch Abschiedsfeiern oder gar Partys unmöglich. Man geht still und leise, so wie man einst gekommen war. Jeder Agent war irgendwann da, um seine Ausbildung zu beginnen und irgendwann ist er einfach wieder weg. Das ist in meinem Job der Lauf der Dinge.

Ich habe meine wenigen Habseligkeiten in kurzer Zeit gepackt, umarme meine zwei besten Freundinnen, wünsche ihnen "Alles Gute" und mache mich auf den Weg ins Büro, wo ich meine Dokumente, meine Ausrüstung und meine Zugtickets sowie etwas Reisegeld abholen kann. Danach mache ich mich zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof.

Nach einem halbstündigen Fußmarsch sitze ich nun hier und warte auf den Zug. Erst am Bahnsteig, in der frischen Luft des Frühlingsvormittags, kann ich in Ruhe über das nachdenken, was in den letzten Stunden passiert ist. Auch, wenn ich in etwa gewusst habe, wie es laufen würde, so bin ich doch überrascht und wohl auch ein bisschen überfordert, wie schnell alles gegangen ist.

Heute früh war ich noch aufgewacht und die Welt schien wie immer zu sein. Ich war eine Auszubildende, die den ganzen Tag lang trainieren und lernen muss. Jetzt, nur wenige Stunden später, ist alles anders. Ich bin mit Sack und Pack auf dem Weg zu einem Einsatz. Aber ich will mich nicht beklagen, ich wusste von Anfang an, dass dies mein Schicksal sein würde.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gehofft, etwas länger in der Ausbildungskaserne bleiben zu können, und ich hätte mir gewünscht, dass ich einem Auftrag zugewiesen würde, den ich mit anderen gemeinsam ausführen müsste. Dann wäre ich nicht so auf mich gestellt. So aber starte ich allein und ins Ungewisse. Ich muss auf die Krim. Aber ich habe keine Ahnung, was mich dort erwartet. Ich war noch nie da. Als unscheinbares Mädchen aus einem unbedeutenden Dorf nördlich von Kiew bin ich nicht weit gereist.

Der halbstündige Fußmarsch zum Bahnhof hat mir gutgetan. Ich konnte meine Gedanken etwas ordnen und hoffe, nun wieder voll und ganz auf meine Aufgabe fokussiert zu sein. Ich warte nur noch auf den Zug, dann geht es los.

Ich habe eine Fahrkarte gekauft und dabei darauf geachtet, dass ich zunächst in die entgegengesetzte Richtung fahre, weg von meinem Einsatzgebiet. Wie in der Ausbildung gelernt werde ich mehrmals Zug und Richtung wechseln, um damit meine Spur zu verwischen.

Im Laufe dieses Spieles muss ich einen Weg finden, um auf russisches Staatsgebiet zu gelangen. Dies muss verständlicherweise unbemerkt und illegal erfolgen. Das ist die schwierigste Aufgabe, zumindest was die Reise angeht.

Ich habe mich dazu entschieden, zu diesem Zweck in ein ruhiges und nur schwach besiedeltes Gebiet im Osten zu fahre, an eine Stelle in die Nähe der Grenze. Hier will ich mich zu Fuß durch das Unterholz schlagen. Ich hoffe, dass es hier in dieser Einöde, weit abseits der Kämpfe nicht so viele Kontrollen gibt.

Die Karte der Gegend, die ich mir schon weit vor meinem Ziel gekauft habe, habe ich eingehend studiert und mir eingeprägt. Bevor ich den Zug verlasse und losmarschiere, verstecke ich sie in einem Geheimfach meines Rucksackes.

Sollte ich erwischt werden, möchte ich mich als ein Mädchen aus der Gegend ausgeben und da wäre es blöd, würde man eine Landkarte bei mir finden. Deshalb muss sie verschwinden. Ich habe mir die Gegend gut eingeprägt und schaffe es auch, mich auch ohne Karte zu orientieren.

Am Bahnhof achtet keiner auf mich. Warum auch? Von allen unbehelligt marschiere ich los. Zunächst verlasse ich den kleinen Ort und gelange zu einer Landstraße, die mich in die Nähe der Grenze bringen sollte. Es wird ein langer Fußmarsch, aber ich halte es für die ungefährlichste Art, auf russisches Gebiet zu gelangen.

An einer Stelle verläuft die Straße parallel zur Grenze etwa einen halben Kilometer davon entfernt. Als ich hoffe, die richtige Stelle erreicht zu haben, mache ich mich auf, schlage ich mich ins Gebüsch. Ich will mich querfeldein der Grenze näheren und diese dann auch überschreiten.

Schon nach zehn Minuten müsste ich nahe genug sein, um nicht mehr weit von meinem Ziel entfernt zu sein. Ich bin an der Grenze oder sogar schon auf russischem Gebiet.

Immer wieder schaue ich mich aufmerksam um und achte auf die Umgebung. Jedes Geräusch nehme ich wahr und versuche es zu deuten. Ich kann aber nichts Ungewöhnliches ausmachen. Es sieht ganz danach aus, als sei ich weit und breit der einzige Mensch.

Obwohl ich keine Anzeichen für eine Patrouille in meiner Nähe ausmachen kann, bleibe ich aufmerksam. Ich bin auch nervlich sehr angespannt. Nicht auszudenken, was geschehen würde, sollte man mich entdecken. Und genau in dem Moment nehme ich im Augenwinkel eine Bewegung wahr.

"Halt!", höre ich plötzlich.

Als ich mich umdrehe, steht eine russische Patrouille hinter mir, Gewehr im Anschlag. Ich muss die Grenze bereits überschritten haben, weil sie in meinem Rücken sind. Dass ich in dieser Einöde ausgerechnet auf eine Gruppe Soldaten treffe, ist schon verdammt viel Pech.

Ich bleibe sofort stehen und hebe die Hände. Das ist meine einzige Chance, um nicht auf direktem Weg in einem Internierungslager irgendwo in Sibirien zu enden. Ich muss die Naive spielen, das Mädchen, das keine bösen Absichten hat und auch keine Gefahr darstellt. Ich hoffe, dass meine Papiere gut sind.

"Was machst du hier?", bellt einer der drei Soldaten. Er hat vermutlich das Sagen.

"Ich habe meine Großmutter besucht. Sie lebt jenseits der Grenze", lüge ich.

"Und woher kommst du?"

"Ich bin in Moskau geboren und dort aufgewachsen."

"Wie heißt du?"

"Anastasia Serinskaya."

"Papiere!", blafft er mich an.

Ich nehme vorsichtig den Rucksack von den Schultern, stelle ihn langsam vor mir auf den Boden und öffne ihn mit Bedacht, um meinen Ausweis hervorzuholen. Ich reiche ihn dem Mann, der ihn nimmt und eingehend studiert. Alle meine Bewegungen sind langsam und vorsichtig. Ich will mir keine Kugel einfangen, weil einer der Typen nervös ist.

"Warum ist deine Großmutter jenseits der Grenze?"

"Meine Mitter stammt aus der Ukraine, lebt aber schon lange in Moskau bei meinem Vater."

"Das kann jeder behaupten", fährt er mich an. "Mitkommen!"

Die beiden Wachleute, die ihn begleiten, nehmen mich in ihre Mitte, der Anführer greift sich meinen Rucksack und so marschieren wir durch das Unterholz tiefer hinein auf russisches Gebiet. Vorausgesetzt, ich komme aus dieser Situation heil heraus, ist es keine schlechte Methode, um die Grenze zu überqueren. Einmal dort, schicken sie mich sicher nicht mehr zurück. Die Frage ist nur, lassen sie mich laufen oder wandere ich in ein Lager.

Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir einen kleinen Ort. Genau genommen sind es nur fünf Häuser und eine Kirche, eine sehr kleine Kirche sogar. Meine Begleiter steuern ein Haus an, das wohl so etwas wie eine Polizeistation ist. Hier müssen die Männer untergebracht sein, denn ich sehe noch mehr Wachleute.

Als ich an ihnen vorbeigeführt werde, mustern mich die Männer mit lüsternem Blick. Einer macht sogar eine anzügliche Geste. Meine drei Bewacher nehmend davon keine Notiz und führen mich in ein spärlich eingerichtetes Büro. Wer in so einem Kaff Dienst leisten muss, ist entweder strafversetzt oder erst am Beginn seiner Karriere.

"Du wartest hier und rührst dich nicht von der Stelle!", befiehlt der Mann, den ich für den Anführer halte.

Ich hebe unschuldig die Hände und blicke ihm hinterher, wie er zur Tür hinaus verschwindet. Die beiden anderen bleiben bei mir. Sie haben schon auf dem Marsch die Waffen wieder eingepackt und bedrohen mich im Moment nicht.

Sie gehen wohl davon aus, dass ihnen von einem Mädchen, wie mir, keine Gefahr droht. Ihre lockere Art könnte sich allerdings schnell wieder ändern. Bei russischen Grenzposten weiß man nie so genau, wie sie reagieren. Wenn sie sich nur ein kleines bisschen bedroht fühlen, reagieren sie. Selbstverteidigung hat oberste Priorität.

Meine Bewacher jedoch bleiben zum Glück entspannt. Sie mustern jedoch etwas lüstern meinen Körper und einer leckt sich immer wieder mit der Zunge über die Unterlippe. Ich hoffe, ich komme hier unbeschadet wieder raus.

Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig bei dieser Modelagentur eintreffe. Ich glaube nicht, dass meine Leute nach mir suchen würden. Ich denke, sie schicken einfach Ersatz für mich los und ich bin vergessen, verschollen irgendwo in den Weiten des russischen Reiches.

Ich bin dem System gar nicht böse deswegen. So ist nun mal dieses Geschäft. Das wusste ich von Anfang an und werde mich sicher nicht beklagen. Allerdings würde es sehr wohl an meinem Ego nagen, wenn ich bei meinem ersten wirklichen Auftrag schon an der Grenze scheitere.

"Was soll das? Illegale Grenzübertritte werden nicht geduldet", höre ich eine sonore Stimme entschlossen sagen.

In dem Moment wird die Tür aufgerissen und ein großer, bulliger Mann steht im Rahmen. Als er mich sieht, hält er abrupt inne und mustert mich.

"Du bist also die Gefangene", meint er.

Seine Stimme ist schlagartig weicher, schmeichelnder. In seinen Augen kann ich aber das Lauernde erkennen, mit dem er auf eine Antwort wartet.

"Ich wollte doch nur meine Großmutter besuchen", verteidige ich mich. Ich versuche dabei weinerlich zu klingen.

"Die Großmutter besuchen, dass ich nicht lache."

"Sie ist 75 Jahre alt geworden, hatte Geburtstag, gestern", lüge ich.

Er schaut mich eindringlich an und scheint zu überlegen. Mir ist klar, von diesem Mann hängt ab, ob ich hier heil wieder wegkomme oder hängen bleibe. Deshalb versuche ich ihm so aufrichtig wie möglich in die Augen zu schauen. Zu meiner Ausbildung hat auch Körpersprache gehört und genau das Wissen darüber wende ich nun an.

Während die drei, die mich aufgegriffen haben, junge Buschen sind, ist dieser Mann deutlich älter. Entweder stammt er aus der Gegend und hat sich deshalb hierher versetzen lassen, oder er hat etwas ausgefressen.

"Hat dich schon jemand durchsucht?", will er in schneidendem Ton wissen.

"Nein, aber ich habe nichts zu verbergen", beteure ich.

"Sie schien harmlos zu sein", verteidigt sich der Anführer der Patrouille. "Ich hole es gleich nach."

"Lass nur, das mache ich", meint sein Vorgesetzter und grinst hinterhältig.

Zunächst geht er auf den Tisch zu, auf dem mein Rucksack liegt. Er öffnet ihn und kippt den Inhalt auf die Platte. Außer ein paar Kleidern und den wenigen harmlosen Habseligkeiten fällt nichts heraus. Das, was ich vor den Männern verbergen will, ist gut versteckt im doppelten Boden des Rucksackes, den er nun achtlos zur Seite wirft und sich den Inhalt genauer anschaut.

Mir ist sofort klar, dass er gar nicht erwartet, etwas Verdächtiges zu finden. Er schiebt auch nur die Gegenstände achtlos hin und her. Dabei greift er sich einen Tanga, den er in die Hand nimmt und aufspannt. Viel Stoff ist es nicht. Genau genommen besteht das gute Stück nur aus einem länglichen und nicht allzu großen Dreieck. Der Rest sind Bänder.

"Was haben wir denn da?", grinst er süffisant. "Passt du da überhaupt hinein?"

"Den trage ich manchmal", antworte ich etwas verlegen.

Er aber grinst nur gemein. Es scheint ihm zu gefallen, dass er mich in Verlegenheit bringen kann. Er macht mit dem Spiel weiter und führt den Tanga zur Nase, wobei er auffällig am Dreieck schnüffelt. Dann schaut er mich diabolisch grinsend an.

"Frisch gewaschen?"

"Natürlich!"

Er grinst immer noch schelmisch. Mir ist klar, er führt etwas im Schilde. Tatsächlich riecht er noch einmal am winzig kleinen Stückchen Stoff und lässt es dann in seiner Tasche verschwinden.

"Stell dich an die Wand, ich will dich nach Waffen absuchen", weist er mich an.

Seine Soldaten grinsen bereits, sie wissen vermutlich bereits, was der Mann im Sinn hat, und scheinen sich bereits darauf zu freuen. Ich hoffe nur, dass es mit etwas Anfassen getan ist. Auch er bemerkt die Blicke seiner Untergebenen.

"Raus mit euch. Ich komme hier allein zurecht."

Die drei Grenzsoldaten werfen mir noch einen bedauernden Blick zu, dann machen sie sich auf den Weg und verlassen den Raum. Ich kann beinahe ihre Gedanken lesen. Sie sind angefressen, denn eigentlich waren sie es, die mich aufgegriffen haben. Deshalb müsste der Spaß, mich zu durchsuchen, ihnen zustehen. Weil sie mich aber nicht schon an Ort und Stelle durchsucht haben, hat nun ihr Vorgesetzter das Vergnügen.

Ich habe mich inzwischen folgsam gegen die Wand gestellt und verfolge die Szene mit ausdruckslosem Gesicht. Ich will mich auf keine der beiden Seiten schlagen. Wer weiß, ob ich nicht am Ende von irgendwem Hilfe brauche.

Kaum haben die drei den Raum verlassen und die Tür hinter sich geschlossen, kommt der Kommandant, mit dem ich nun allein im Raum bin, auf mich zu und stellt sich hinter mich.

"Hände an die Wand, Beine spreizen!"

Ich komme seiner Anweisung nach und bete, dass es nicht zu arg wird. Man hört immer wieder von Übergriffen russischer Soldaten Frauen gegenüber. Dabei ist ihnen egal, ob es die eigenen Leute sind. Der Pass, der mich als Russin ausweist, schützt mich nicht.

Während der Ausbildung hat man versucht, uns auf solche Situationen vorzubereiten. Wenn wir Frauen uns nackt ausziehen mussten und gedemütigt wurden, habe ich mich manchmal gefragt, ob unsere Ausbildner dies nicht einfach nur ausnützen. Dabei haben sie uns nur selten angegriffen, von sexuellen Übergriffen war niemals auch nur die Spur.

Nun aber weiß ich, dass dies keine Übertreibung war. Wenn ein Ortskommandant schon so mit einer Landsfrau umspringt, möchte ich nicht wissen, was mir blüht, sollte ich als feindliche Agentin enttarnt werden und in die Hände des russischen Geheimdienstes fallen.

Doch statt Hand an mich zu legen, beugt sich der Kommandant zunächst vor und säuselt mir ins Ohr: "Wir sind nun allein."

Ich sage darauf nichts und warte ab. Was soll ich auch sagen?

"Mal sehen, wie gefährlich du bist", meint er grinsend.

Damit stellt er sich wieder gerade hinter mir auf und fährt mit zwei Fingern langsam meine Rücken vom Nacken links und rechts der Wirbelsäule nach unten. Als er jedoch meine Taille erreicht, lässt er sie zur Seite und dann nach vorne streichen. Da ein Finger nach links und der andere nach rechts fahren, wird mir klar, dass er beide Hände benutzt.

Als er meine Vorderseite erreicht hat, packt er überraschend zu und hält meine Brüste fest umschlossen. Er drückt sie sanft, aber besitzergreifend. Ich kann ein süffisantes Lächeln an meinem Ohr wahrnehmen. Nun beginnt er meine Brüste zu kneten. Sie werden von seinen Händen etwas ruppig bearbeitet.

"Ist da etwas Verdächtiges?", meint er belustigt. "An dieser Stelle muss ich ganz genau nachschauen."

Da ich noch immer mein Shirt trage, befindet sich der Stoff noch zwischen meiner Haut und seinen Händen. Auch wenn dieser nicht viel Schutz bietet, ist es trotzdem eine Trennung. Das stört ihn aber, denn er nimmt den Saum meines Shirts und zieht es mir über den Kopf. Da ich keinen BH trage, ist mein Oberkörper damit nackt.

Nun fahren seine Hände erneut zu meiner Vorderseite und massieren erneut meine Brüste, diesmal allerdings die nackten.

"Ich muss auf Nummer sicher gehen, du verstehst das sicher."

"Ich habe nichts zu verbergen", jammere ich gespielt schüchtern.

"Dann wollen wir dich doch ganz ausziehen und nachschauen, ob das stimmt", meint er belustigt.

"Bitte nicht, ich schäme mich so", bettle ich.

Natürlich weiß ich, dass das nichts bringt. Er soll doch nur glauben, dass ich schwach und schüchtern bin. Für ihn soll es so aussehen, als sei ich eine ängstliche, junge Frau, die von der Situation völlig überfordert ist.

Wie erwartet, grinst er nur und macht ungeniert weiter. Er lässt meine Brüste los, seine Hände gleiten über meinen Bauch nach unten, wo er den Knopf meiner Jeans öffnet, den Reißverschluss herunterzieht und seine Hand langsam und provozierend hinter den Bund meines Slips gleiten lässt. Es ist erniedrigend, wie er seine Hand über meine Scham legt und sie leicht massiert. Er scheint es ausgiebig zu genießen, mich in der Hand zu haben.

Ich muss überrascht Luft holen, als sich sein Mittelfinger ohne Vorwarnung zwischen meine Schamlippen schiebt. Das ist nun nicht gespielt. Er ist so schnell passiert, dass er mich damit überrumpelt hat.

"Machen wir einen Deal, du ziehst den Tanga an, benetzt ihn mit deinem Fotzensaft und schenkst ihn mir. Dafür lasse ich dich laufen."

"Ich soll mich nackt ausziehen? Aber ich schäme mich doch so", jammere ich.

Ich habe mich wieder gefangen und spiele erneut mein Spiel. Natürlich werde ich nachgeben. Wenn ich nur meinen Tanga opfern muss und ein wenig befingert werde, dann komme ich noch verhältnismäßig günstig davon. Aber ich will es dem Mann auch nicht zu leicht machen. Sonst kommt er womöglich noch auf die Idee, am Ende doch noch mehr von mir zu verlangen.

"Entweder ... oder!"

"Na gut", lenke ich gespielt ein.

Da sich sein Finger immer noch windend auf und in meiner Scham befindet, rühre ich mich zunächst nicht vom Fleck. Nur, wenn er wieder tiefer in mich hineinfahren will, versuche ich mich ihm zu entziehen, indem ich mich auf die Zehenspitzen stelle. Das hilft zwar nicht viel, gehört aber zu meinem Spiel, als unschuldiges Mädchen erscheinen zu wollen. Offenbar funktioniert das auch.

Er grinst etwas hinterhältig und genießt das Spiel mit meiner Verschämtheit. Mehrmals schiebt er seinen Finger in mich hinein und ich gehe auf die Zehenspitzen. Danach zieht er sich wieder zurück, um erneut den Finger in mich zu drängen.

Dann aber zieht er die Hand aus meiner Hose, ich bekomme einen Klapps auf den Hintern und er tritt einen Schritt zur Seite. Sein Blick ist auffordernd und ich verstehe sofort, was er will.

"Aber schön langsam ausziehen. Ich will alles genau sehen."

"Bitte nicht", flehe ich.

"Nichts da, wir haben einen Deal."

Ich mache gute Miene zum bösen Spiel und bücke mich, um die Schuhe auszuziehen. Da meine Hose noch teilweise über meinem Hintern liegt, zieht er sie ungeniert weiter nach unten und legt meinen Po frei.

Als die Schuhe endlich offen sind, blicke ich, wie ein schüchternes Reh, zu dem Mann, der mich mit einem süffisanten Lächeln beobachtet und mit einer Handbewegung auffordert, weiterzumachen.

Ich ziehe die Schuhe aus, die Hose hinunter und lasse nur noch den Slip an. Ich könnte es zwar kurz machen und beides in einmal hinunterziehen, ich will aber die Rolle des ängstlichen Mädchens bis zum Ende spielen. Auf die wenigen Sekunden kommt es auch nicht mehr an.

Als ich aus der Hose steige und diese auf einen Stuhl lege, gibt er mir mit dem kreisenden Zeigefinder der rechten Hand zu verstehen, dass ich mich drehen soll. Auch das mache ich.

"Nicht so hastig, wir haben Zeit. Ich will den Anblick genießen. In diesem Kaff bekomme ich nur selten einen so heißen Feger, wie dich, zu sehen", weist er mich an.

Ich befolge seine Aufforderung und drehe mich langsamer. Ihm scheint zu gefallen, was er sieht. Er leckt sich genüsslich mit der Zunge über die Lippen und seine Augen sind starr auf mich gerichtet.

"Ganz ausziehen!"

Ich schenke ihm einen gequälten Blick, ernte damit aber nur ein belustigtes Grinsen und eine Handbewegung, die mir deutlich machen soll, dass ich zu gehorchen habe. Langsam ziehe ich ergeben auch den Slip hinunter, steige heraus und lege ihn zur Hose.

"Du sieht verdammt heiß aus."

"Soll ich mich jetzt für das Kompliment bedanken?", frage ich leicht bockig.

"Das kannst du halten, wie du willst", grinst er. "Ich hätte da schon eine Idee."

Als er mit seiner Zunge rhythmisch gegen seine Wange drückt und damit andeutet, dass er einen Blowjob meint, wende ich mich gespielt schockiert ab. Er aber grinst nur noch mehr.

Erneut gibt er mir zu verstehen, dass ich mich drehen soll, und ich mache es. Schon wieder mustert er mich eingehend und ich habe den Eindruck, dass er gleich zu sabbern beginnt.

"Stopp!", bellt er.

Ich bleibe sofort stehen. Er scheint dies bewusst so getimte zu haben. Ich drehe ihm nun genau den Rücken zu und er kann damit meinen Arsch bewundern. Zumindest vermute ich, dass seine Augen genau auf diese Stelle meines Körpers gerichtet sind. Keine Ahnung, warum er das macht, aber ihm wird mein Hintern wohl gefallen.

"Bück dich und umfass mit den Händen deine Knöchel!", folgt sofort der nächste Befehl.

Nun wird mir klar, was er damit bezwecken will. Er will mir genau zwischen die Beine schauen, die ich im Moment noch artig geschlossen halte. Ich ahne aber schon, dass dies nicht lange so bleiben wird.

"Spreiz deine Beine!", befiehlt er.

"Muss das sein, das ist so peinlich!"

"Nun mach schon!"

Ich komme auch dieser Anweisung nach. Ich mache dies mit echtem Widerwillen, weil mir klar ist, dass dies der Moment sein könnte, in dem sich entscheidet, ob er mich vergewaltigen wird oder doch nicht.

Gespannt stehe ich da und schaue zwischen den Beinen hindurch zu ihm. Er setzt sich in Bewegung und stellt sich direkt hinter mich. Eine seiner Hände wandert zu meinem Hintern, berührt ihn, fährt aufreizend langsam die Arschkerbe nach untern und mir genau zwischen die Beine. Schließlich liegt seine Hand erneut auf meiner Scham und sein Mittelfinger spielt an meinem Kitzler.

"Du bist ein verdammt geiles Weib", stellt er fest. Seine Stimme klingt belegt und ich kann seine Erregung heraushören. Scheiße, jetzt nur nichts Falsches machen.

Ich sage deshalb kein Wort und hoffe, dass er sich doch zufriedengibt. Immerhin ist er schon deutlich weiter gegangen, als er dürfte. Mir ist allerdings auch klar, dass er sich bis hierher immer noch herausreden könnte, dass ich mich verdächtig verhalten und er sich zu einer Leibesvisitation entschlossen hätte.

Weiter dürfte er nun aber nicht mehr gehen. Das wäre mit einer einfachen Kontrolle nicht mehr zu erklären. Aber wer sollte ihm einen Vorwurf machen, in dieser Einöde ist er nahezu allmächtig. Er allein hat in diesem Kaff das Sagen. Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

"Zieh das an!", befiehlt er.

Seine Hand verschwindet von meinem Körper und holt aus seiner Tasche den Tanga hervor. Er reicht ihn mir. Erleichtert atme ich auf.

"Darf ich aufstehen?", erkundige ich mich.

"Ungern, aber anders geht es wohl nicht", grinst er.

Ich erhebe mich, nehme das winzige Stückchen Stoff und ziehe es hastig an. Er lässt mich dabei keinen Moment aus den Augen.

"Sitzt es richtig?", will er wissen. Erneut grinst er süffisant.

Er kommt wieder auf mich zu und greift mir ungeniert zwischen die Beine. Anstatt zu kontrollieren, schiebt er den Stoff zur Seite und beginnt mich zu fingern. Vor allem hat er es auf meinen Kitzler abgesehen.

Ich versuche mich immer wieder kurz auf meine Zehenspitzen zu stellen, um seinem Finger zu entfliehen, der immer wieder in mich eindringt und in mir bewegt wird. Es nützt natürlich nichts. Er hat mich fest im Griff. Mein Ausweichen ist aber auch nur gespielt.

"Ich will das Teil mit deinem Fotzensaft, dann kannst du gehen", knurrt er.

Dabei drängt er mich mit dem Rücken immer weiter zur Wand und wütet mit seinem Finger in mir. Er geht dabei etwas grob vor, ist aber nicht ungeschickt. Er weiß auf jeden Fall ganz genau, wie man eine Frau erregt.

Eine Reaktion meines Körpers bleibt deshalb nicht aus, ich werde feucht und er reibt den Stoff immer wieder durch meine Spalte. Es ist ein Wechselspiel zwischen gezielter Reizung und Stoff durch meine Spalte ziehen. Es kommt mir ewig lang vor. Am liebsten würde ich davonlaufen, aber das geht nicht. Plötzlich lässt er von mir ab, zieht mir den Tanga aus und macht dann wieder weiter.

Sein Finger wütet erneut in mir, erregt mich gekonnt und meine Spalte ist inzwischen klatschnass, mein Saft fließt. Das bemerkt auch er und steigert sein Spiel sogar noch. Zweimal stopft er mir den Tanga zwischen die Schamlippen und drückt den Stoff weit in mich hinein, um ihn dann wieder aus mir herauszuziehen.

Auf diese Weise werden das Dreieck und die Bänder ordentlich mit meinen Säften getränkt. Als er ihn das zweite Mal herauszieht und mir provokant unter die Nase hält, kann ich den Duft von Erregung und Sex deutlich wahrnehmen.

Er grinst und zieht den Tanga wieder weg. Dann riecht er selbst daran und verdreht genießerisch die Augen. Ich habe immer noch Sorge, er könnte von seinem Tun so erregt worden sein, dass er sich nicht mehr mit dem Höschen zufriedengibt und mehr will.

Er aber steckt den Tanga noch einmal in mich hinein. Diesmal lässt er ihn drinnen und richtet sich auf. Er schaut mir geradewegs ins Gesicht und grinst. Eine ganze Weile stehen wir uns gegenüber, keiner sagt ein Wort. Dann aber scheint er zufrieden zu sein.

"Hol ihn raus und gib ihn mir!", brummt er.

Hastig komme ich der Forderung nach, ziehe den patschnassen Tanga aus mir heraus und halte ihm das winzige Stückchen Stoff, das inzwischen deutliche Spuren meines Schleims trägt, hin. Noch immer steht er dicht vor mir.

"Am liebsten würde ich dich ficken, hart und lang. Aber wir haben einen Deal. Zieh dich an und verschwinde!", brummt er. Ich kann ihm deutlich ansehen, wie schwer es ihm fällt. Ich verkneife mir deshalb ein erleichtertes Aufatmen.

Hastig raffe ich meine Kleider zusammen und ziehe sie an. So schnell war ich noch nie damit fertig. Als ich mich bekleidet aufrichte beobachtet er mich noch immer, gleichzeitig riecht er an meinem Tanga und zieht mit sichtbarem Genuss und auffallend laut, die Luft ein.

"Pack zusammen!", befielt er. Dabei deutet er auf meine Sachen aus meinem Rucksack, die immer noch auf und neben dem Tisch verstreut daliegen.

Ich beeile mich, meine Habseligkeiten hastig zurück in den Rucksack zu befördern. Ich achte nicht mehr darauf, alles ordentlich einzuräumen. Ich will einfach nur weg von hier und das so schnell, wie nur irgend möglich.

"Soll ich dich zum Bahnhof bringen?", will er wissen.

Seine Stimme ist nun wieder weicher, nicht mehr der Kommandant, sondern einfach nur ein Mann. Ich überlege fieberhaft. Einerseits möchte ich diesen Mann so schnell wie möglich loswerden, andererseits rechne ich mir aber auch aus, dass ich in seiner Gesellschaft schneller und vor allem sicher zum Bahnhof gelange. Deshalb stimme ich zu.

"Ja bitte."

Kapitel 3

"So, da wären wir", sagt er.

Er biegt mit dem Jeep, mit dem wir unterwegs sind, gerade auf den Platz vor dem Bahnhof ein. Ich bin heilfroh, dass ich mich dazu entschieden habe, sein Angebot anzunehmen. Wir waren schon mit dem Auto mehr als eine Dreiviertelstunde unterwegs. Zu Fuß wäre das ein ewig langer Masch gewesen. Wir mussten drei Dörfer weiter, um den nächsten Bahnhof zu erreichen.

Die Fahrt war auch nicht schlimm. Er hat mir von seinem Zuhause in St. Petersburg erzählt und ich habe ihm vorgelogen, was ich bei meiner Großmutter in der Ukraine alles gemacht habe. Er hat nicht bemerkt, dass ich ihm die ganze Zeit die Unwahrheit erzählt habe.

Er hat mich allerdings ermahnt, nicht noch einmal eine solche Aktion zu starten. Wenn ich an den Falschen geraten würde, könnte mich dieser wegen Spionage oder Hochverrat einsperren lassen und das wäre nicht angenehm. Nicht alle seien so verständnisvoll, wie er.

"Danke fürs Fahren", antworte ich.

"Ich hätte dich noch gerne etwas bei mir behalten", grinst er.

"Du hast ja zumindest ein Andenken", necke ich ihn.

Inzwischen darf auch ich du zu ihm sagen. Er hat mir das während der Fahrt angeboten. Er ist im Grunde kein so übler Kerl. Vermutlich sind es der Krieg und die Einsamkeit, die die Menschen verändern. Ich bin schließlich auch nicht mehr das brave Mädchen, das ich früher einmal war, bevor ich meine Agentenausbildung begonnen habe.

Er hält den Wagen genau vor dem Bahnhof. Eigentlich wäre hier Halteverbot. Aber wer traut sich einem Offizier der Armee etwas zu verbieten. Vor allem in diesen Zeiten traut sich keiner, den Mund aufzumachen.

"Mach´s gut", meint er lächelnd.

"Mach du es besser", grinse ich.

Dann gebe ich dem Mann zum Abschied einen Kuss auf die Wange. Bevor er mich packen und meinen Kopf wieder zu sich ziehen kann, um mich auf den Mund zu küssen, entwinde ich mich ihm geschickt und mit einem unschuldigen Lächeln auf den Lippen steige ich aus.

"Schade!", höre ich ihn noch sagen.

"So ist es besser", antworte ich. "Glaube mir!"

Dann werfe ich die Wagentür zu und mache mich auf und betrete wenig später das Bahnhofsgebäude. Dort schaue ich mich zunächst um. Als ich dabei noch einmal zur Eingangstür hinausblicke, sehe ich, dass der Wagen noch dort steht und der Kommandant mir immer noch hinterherschaut.

Dann aber gehe ich weiter und studiere den Fahrplan. In einer Stunde fährt ein Zug nach Moskau. Da ich sowieso versuchen muss, meine Spuren zu verwischen und nicht lange warten will, entscheide ich mich dazu, in meine angebliche Heimatstadt zu fahren.

Auch wenn ich es nicht glaube, sollte der Mann kontrollieren, wohin ich gefahren bin, passt alles zu meiner Geschichte und ich mache mich nicht verdächtig. Mit mir zufrieden gehe ich zum Fahrkartenschalter und löse eine Karte. Ich fahre nach Moskau.

Ich vertreibe mir die Zeit bis zur Abfahrt damit, im Bahnhof zu sitzen und die Leute zu studieren. Ich war vor dem Krieg schon einmal in einer ähnlichen Kleinstadt in Russland. Das war ganz in der Nähe meiner Heimatstadt, aber ich glaube nicht, dass es in anderen Teilen des Reiches anders war.

Damals aber war noch alles ein wenig anders. Die Leute haben mehr miteinander geredet, waren entspannter und fast schon unbekümmert. Nun aber bemerke ich eine deutliche Anspannung. Niemand will länger bleiben als notwendig und keiner hält sich ein wenig länger auf, um zu plaudern.

Ich sehe eine Mutter, die mit ihrer kleinen Tochter aus einem Zug steigt und die kleine Hand des Mädchens nimmt, um eilig zum Ausgang zu gelangen. Drei junge Burschen verlassen etwas weiter entfernt einen anderen Zug.

Auch sie reden nicht viel. Als sie an mir vorbeikommen, höre ich keinen blöden Spruch oder primitive Anmache. Sie gehen hastig vorbei und bemerken mich kaum. Alle wollen nur schnell weg. Das wäre noch vor einigen Monaten anders gewesen.

Um ehrlich zu sein, ist es bei uns nicht anders. Die normalen Leute sind verunsichert. Sie wissen nicht, ob nicht genau in diesem Moment eine Rakete einschlägt und von einer Minute auf die andere alles vorbei ist.

Man ist heilfroh, wenn man die Tage unbeschadet übersteht. Langfristige Pläne macht keiner. Ziele in einem Krieg haben wohl nur jene ganz oben, die einfachen Leute wollen einfach nur überleben und halbwegs gut davonzukommen.

Lange über die Folgen eines Krieges nachzudenken habe ich allerdings nicht die Zeit und auch keine Lust. Diese Situation haben uns andere eingebrockt und wir können nur versuchen, das Beste daraus zu machen. Einen Einfluss darauf haben wir nicht.

Etwa eine Viertelstunde vor der geplanten Abfahrtszeit fährt mein Zug ein und ich habe somit genügend Zeit, mir ein gemütliches Abteil zu suchen. Ich bin froh in den Zug steigen zu können und nicht mehr, am Bahnsteig warten zu müssen.

Ich finde auch recht schnell das Passende, ein Abteil, in dem nur ein anderes junges Mädchen sitzt. Sie dürfte um die 20 sein, nur wenig jünger als ich. Sie scheint ausgesprochen schüchtern zu sein, denn als ich sie grüße, nickt sie nur mit dem Kopf und schaut dann verschämt zur Seite. Wenn ich mich nicht täusche, wird sie sogar ein wenig rot im Gesicht.

Ich setze mich ihr gegenüber ans Fenster und schaue hinaus. Zunächst beobachte ich den Bahnsteig und die Leute, die geschäftig hin und her laufen. Zu meiner Verwunderung fahren wir wenig später los und sind damit pünktlich.

Wir verlassen schon bald den Ort. Er ist nicht besonders groß. Der Zug nimmt Fahrt auf und rattert dahin. Die Landschaft zieht an mir vorbei. Viel hat sie jedoch nicht zu bieten. Ich langweile mich.

"Wie heißt du?", frage ich das Mädchen. Auch sie schaut nur zum Fenster hinaus.

"Ich?"

"Ja, wer sonst?", frage ich lächelnd.

"Ich heiße Jelena", antwortet sie. "Und du?"

"Ich heiße Anastasia. Wohin fährst du?"

"Nach Moskau. Ich soll dort arbeiten."

"Ich fahre auch nach Moskau. Dann haben wir eine ganz schön lange Strecke, die wir gemeinsam zurücklegen müssen."

Es entsteht erneut eine Pause. Ich weiß nicht, was ich mit dem Mädchen reden soll. Vor dem Krieg hätte ich mich mit ihr über Musik, Kino oder ähnliche Dinge unterhalten, die man gemeinsam haben könnte. Aber in Zeiten, wie diesen, ist dies deutlich schwieriger. Man geht kaum noch ins Kino und macht auch nur wenig, einfach nur zur Unterhaltung.

Etwa eine Stunde nach unserer Abfahrt, hält der Zug in einer kleineren Stadt. Ich beobachte, wie Leute einsteigen. Unter ihnen fallen mir zwei junge Soldaten auf, die sich schon am Bahnsteig vordrängen und glauben, wer sie sind.

Nur, weil sie eine Uniform tragen, glauben sie schon, Macht ausüben zu können, denke ich bei mir. Dabei sind es vermutlich Bauernsöhne ohne viel Bildung und Kenntnis von der Welt. Manieren hat ihnen vermutlich auch keiner beigebracht, sonst würden sie sich nicht so präpotent aufführen.

Als nach fünf Minuten die Tür zu unserem Abteil geöffnet wird und ausgerechnet diese zwei Burschen zu uns hereinkommen, verdrehe ich die Augen. Wobei ich darauf achte, dass sie es nicht sehen. Ich ahne bereits, dass es mit der Ruhe vorbei sein dürfte.

Sie kommen, ohne zu fragen herein, mustern uns eingehend und grinsen uns überheblich an. Ich versuche sie zu ignorieren, Jelena schaut ängstlich zum Fenster hinaus. Ich sehe sofort, dass sie mit der Situation nicht umgehen kann.

Von unserem Verhalten lassen sich die Burschen aber nicht von ihren Plänen abhalten. Sie setzen sich neben uns, einer nimmt neben mir Platz, der zweite lässt sich neben Jelena auf den Sitz fallen.

"Na, ihr Hübschen, auch unterwegs?"

"Das siehst du ja", antworte ich genervt.

"Oh, da ist jemand unfreundlich."

"Ich bin nicht unfreundlich, ich möchte meine Ruhe haben."

"Ein heißer Feger, wie du?"

Als ich darauf nicht antworte, ärgert ihn das sichtlich. Ich habe keine Ahnung, ob er tatsächlich glaubt, eine solche Anmache sei ein Kompliment. Ich bezweifle, dass es überhaupt ein Mädchen gibt, das sich für solch blöde Sprüche begeistern kann.

"Die feine Dame ist wohl etwas eingebildet", meint er süffisant.

Währenddessen rückt sein Freund immer näher an Jelena heran. Ich beobachte dies aufmerksam, auch, dass es der jungen Frau sichtlich unangenehm ist. Schließlich legt der Typ ihr eine Hand auf den Schenkel.

"Wie wäre es mit uns beiden? Eine schnelle Nummer wäre sicher drinnen."

"Lass das Mädchen in Ruhe!", sage ich ruhig, aber entschlossen.

Sein Blick huscht augenblicklich zu mir herüber. In seinen Augen kann ich die Überheblichkeit erkennen, die aufblitzt. Er zählt eindeutig zu jenen Typen, die sich von einer Frau ganz sicher nichts sagen lassen.

"Sagt wer?"

"Sage ich!"

"Und wer bist du?"

"Spielt das eine Rolle. Ich habe gesagt, du sollst sie in Ruhe lassen!"

Er nimmt zwar seine Hand von Jelenas Schenkel, aber nicht, um meiner Aufforderung nachzukommen. Vielmehr steht er auf und kommt auf mich zu. Er baut sich in bedrohlicher Haltung vor mir auf. Als ich ebenfalls aufstehen will, hält mich sein Kollege am Arm zurück.

"Das würde ich nicht machen", meint er.

"Warum nicht?"

"Du würdest den Kürzeren ziehen."

"Das wollen wir sehen!" antworte ich vergnügt.

Bei diesen Worten schüttle ich geschickt die Hand ab und erheb mich. Selbstsicher stelle ich mich vor den Kerl hin. Ich weiß, dass ich während meiner Ausbildung sehr viel Kampfsport gemacht habe und dabei gegen ganz andere Kerle gekämpft habe. Diesem Halbstarken bin ich weitaus überlegen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich nicht zu viel von meinem Können zeigen darf, um nicht aufzufallen. Ich muss mich trotz allem, wie ein normales russisches Mädchen verhalten.

Jelena schaut mich dankbar, aber gleichzeitig auch ein wenig besorgt an. Als sich auch der Typ neben mir erhebt, entkommt ihr ein leiser Schrei. Ich hingegen achte darauf, nicht zwischen die beiden Kerle zu geraten, sondern mit dem Rücken zum Fenster zu stehen und damit beide Gegner vor mir und im Blick zu haben.

Ich schaue mir die beiden Männer genau an. Sie sind kräftig gebaut, was vermutlich von der harten Arbeit auf den Feldern herrührt. Allerdings sind ihre Bewegungen schwerfällig und nicht geschmeidig, wie dies bei einem Kampf der Fall sein sollte. Sie haben bisher so gut wie keine Kampfausbildung genossen. Davon bin ich überzeugt. Sie sind vermutlich nur Kanonenfutter und werden an der Front nicht lange durchhalten.

"Mut hat die Kleine, das muss man ihr lassen", grinst der Typ, der neben Jelena saß.

"Das wird ihr nicht viel helfen", lacht der andere.

"Schau Mädchen, wenn du uns brav um Verzeihung bittest und wir uns dann mit euch ein wenig vergnügen dürfen, dann vergessen wir das Ganze. Ansonsten ...", meint der erste und spielt den Großzügigen.

"Ansonsten .... Was?", halte ich lachen dagegen.

"Ansonsten werden wir dich übers Knie legen und so einige Dinge mit dir anstellen, die du freiwillig niemals machen würdest."

"Weil du weißt, was ich freiwillig machen würde?"

"Ich kann es mir denken, auch wenn du eine kleine Raubkatze bist. Aber genau das gefällt mir. Weiber, wie dich, zu zähmen, das macht mir Spaß. Ich mag es, ihnen zu zeigen, wer der Mann ist."

"Und, wenn der Mann hinterher weint und nach der Mami ruft?", provoziere ich ihn bewusst.

"Das wird nicht geschehen", lacht er auf. "Du hast echt ein gesundes Selbstvertrauen. Glaubst du wirklich, dass du allein gegen uns beide auch nur den Hauch einer Chance hast?"

"Erstens sind wir zu zweit und zweitens finde ich es nicht sehr heldenhaft, wenn zwei Männer auf eine Frau losgehen."

"Du hast es so gewollt. Wir haben dir gesagt, wie du das Ganze friedlich beenden könntest."

"Auf eine Art, die ich nicht will."

"Das ist dein Problem", grinst der andere hinterhältig.

"Nun, was ist? Bittest du um Verzeihung?", will der erste wissen.

"Wofür?"

"Dass du so frech zu uns warst?", stellt er eine Gegenfrage.

"Ich frech? Ich doch nicht. Niemals!"

"Mir reichts", sagt der, der neben Jelena saß.

"Komm, bringen wir es zu Ende und haben dann Spaß", antwortet ihm der andere.

Ich habe während des gesamten Disputs Jelena beobachtet. Sie hat sich immer weiter in ihren Sitz verkrochen und schaut mich mit immer größeren Augen an. Mir ist schon klar, dass sie den Männern nie die Stirn bieten würde. Sie macht sich nun Sorgen, wie die Sache auch für sie ausgeht. Ich mache mir keine Illusionen, Hilfe werde ich von ihr ganz bestimmt keine bekommen.

Bewusst warte ich ab, warte, bis der erste von ihnen mich packen will. Ich stelle ihm jedoch geschickt aus, trete seinem Kollegen mit aller Kraft mit dem Fuß von der Seite gegen das Knie, sodass dieses mit einem knacksenden Geräusch, das durch Mark und Bein geht, bricht. Dann ziehe ich dasselbe Bein in einer fließenden Bewegung hoch und ramme das Knie dem anderen mit voller Wucht zwischen die Beine. Beide heulen auf, wie angeschossene Tiere.

Beide gehen zu Boden. Der eine hält sich das Knie, das ihm den Halt versagt hat, der andere presst beide Hände zwischen seine Beine und windet sich vor Schmerzen. Ich muss sein bestes Stück perfekt getroffen haben.

Während ich noch abwartend über den beiden stehe, wird das Abteil aufgerissen. Der Schaffner steht in der Tür.

"Was ist hier los?"

"Sie haben mich angegriffen", sage ich gelassen und deute auf die beiden am Boden liegenden Männer.

"Sie hat uns verletzt", jammert einer.

"Verdammte Schlampe", schimpft der andere.

"Die beiden haben angefangen und haben und belästigt", meint nun auch Jelena schüchtern.

"Wartet hier!", meint der Schaffner.

Während ich noch belustigt denke, wo wir wohl hingegen sollten, verschwindet der Schaffner. Er lässt uns mit den beiden allein. Na super, denke ich bei mir.

"Und jetzt?", will Jelena schüchtern wissen.

"Wir warten ab, was passiert."

Der junge Bursche mit dem verletzten Knie versucht nach mir zu schlagen. Ich weiche jedoch geschickt aus und sein Hieb geht ins Leere. Ich bin noch am Überlegen, ob ich ihm noch einen Tritt versetzten soll, da höre ich ein Geräusch hinter mir.

"Ich habe genug gesehen!", bellt ein Mann in Uniform.

Bei genauerem Hinsehen erkenne ich schnell, dass er von der Militärpolizei ist. Der Schaffner muss ihn geholt haben. Hinter ihm steht noch ein Mann. Beide sind ausgesprochen groß und kräftig.

Die am Boden liegenden Männer werden beim Anblick der Militärpolizei bleich. Auch der mit den Schmerzen in seiner Körpermitte beginnt sich zu erholen und ihm wird bewusst, dass die Lage nicht gut für sie beide aussieht.

"Was ist passiert?", will der Polizist wissen.

Da er sich an Jelena wendet, die immer noch wie ein verschrecktes Reh in der Ecke beim Fenster sitzt und sich in die Nische presst, bin ich still.

"Die beiden sind hereingekommen und haben uns belästigt. Der da hat Anastasia angemacht und der hier hat sich neben mich gesetzt und seine Hand auf meinen Schenkel gelegt. Als Anastasia sie aufgefordert hat, uns in Ruhe zu lassen, ist dieser da aufgestanden und hat sie bedroht. Als Anastasia sich nicht einschüchtern hat lassen, sind sie auf sie losgegangen. Sie sind dabei wohl an die Falsche geraten", erklärt Jelena leise und zaghaft.

"Wie kommt es, dass eine junge Frau gleich zwei Soldaten auf einmal ausschalten kann?", wendet sich der Mann an mich.

"Mein Vater hat mir den Trick gezeigt. Als Frau muss man sich leider auch ab und zu gegen aufdringliche Kerle wehren. Ein Tritt gegen das Knie oder in die Eier sei dabei das Beste, hat mein Vater gemeint. Offenbar hatte er recht", antworte ich sachlich.

"Sie sind auf dem Weg nach Moskau?"

"Ja, wir beide", antworte ich.

"Dann bitte zeigen sie mir ihre Ausweise, damit ich die Daten aufnehmen kann, später komme ich, damit sie mir das Protokoll unterschreiben."

"Was passiert mit den beiden?"

"Die nehme ich mit. Beschädigte Ware", grinst er.

"Tut mir leid, es ging nicht anders", grinse ich zurück.

"Macht nichts", meint er.

Wir zeigen ihm unsere Ausweise, er schreibt die Daten auf und die beiden Militärpolizisten verschwinden mit den beiden Rekruten. Jelena atmet erleichtert auf, als die Männer die Tür hinter sich schließen.

"Du bist meine Heldin", meint sie.

"Weil ich den beiden Manieren beigebracht habe?"

"Du hast mich beschützt!"

"Das ist doch selbstverständlich. Solche Kerle glauben doch immer, sie könnten tun und lassen, was sie wollen."

"Ich hätte mich nicht gegen sie wehren können."

"Ich hatte Glück", versuche ich die Sache herunterzuspielen. Ich will nicht zu viel Aufsehen erregen.

Kapitel 4

Ich bin endlich in Sewastopol angekommen. Nach langen Bahnfahrten kreuz und quer durch Russland habe ich mich schließlich auf den Weg auf die Krim gemacht. Ich musste nicht lange suchen und stehe nun vor einem unauffälligen Gebäude.

Es unterscheidet sich nicht von den umliegenden Häusern. Nur ein schlichtes Schild mit der Aufschrift "Catwalk - Modelagentur" deutet darauf hin, dass ich an der richtigen Adresse bin.

Von außen sieht diese Agentur nicht besonders schick aus, ich weiß aber auch, dass das Schlichte oft die beste Tarnung ist. In Zeiten wie diesen ist es besser, nicht aufzufallen.

Ich lehne mich auf der gegenüberliegenden Straßenseite an eine Hauswand und beobachte zunächst die Eingangstür. Bevor ich das Haus betrete, will ich wissen, auf was ich zugehe. Ich renne nicht blindlings in die Agentur, ich will mir ein Bild davon machen. Mein Leben hat sich so schon verändert genug, dann soll es zumindest nach Plan laufen.

Immer wieder kommen junge Mädchen, alle etwa in meinem Alter, und betreten die Agentur oder verlassen sie. Alle sind schlank, groß gewachsen und ausgesprochen hübsch. An ihrer Kleidung könnte man aber nicht erkennen, dass sie Models sind. Sie könnten genauso Bürodamen sein, Buchhalterinnen oder Sekretärinnen.

In der Zeit, in der ich warte, betritt kein einziger Mann das Haus. Entweder die Kunden melden sich telefonisch oder auf eine andere Art, vorbeikommen tut offenbar keiner.

Nach gut zwei Stunden habe ich genug gesehen und stoße mich von der Wand ab, überquere die Straße. Wie ich schon bei den anderen Mädchen gesehen habe, klingle ich.

"Ja bitte", tönt es aus der Gegensprechanlage.

"Ich bin Anastasia, Ekaterina erwartet mich zu einem Vorstellungsgespräch."

"Ach ja! Kommen sie hoch!"

Gleichzeitig höre ich ein Summen an der Tür und als ich dagegen drücke, lässt sie sich öffnen. Vor mir liegt ein dunkler Gang. Ein Schild weist darauf hin, dass ich in den ersten Stock hinauf muss. Das mache ich und steige die Treppe nach oben.

Hier gelange ich erneut an eine Tür, wieder muss ich läuten. Diesmal brauche ich nicht lange zu warten oder sagen, wer ich bin, mir wird, ohne noch einmal nachzufragen, geöffnet. Allerdings fällt mir auch die kleine Kamera auf, welche von der anderen Seite des Treppenhauses auf die Tür gerichtet ist. Wer drinnen den Öffner betätigt, sieht genau, wer draußen wartet.

Ich drücke die Türklinke hinunter, schiebe die Tür auf, trete ein und schaue mich um. Wir wurden darauf gedrillt, uns immer gleich einen Überblick zu verschaffen, wenn wir einen neuen Raum betreten. Wer seine Umgebung genau kennt und im Auge hat, kann nicht so leicht überrascht werden.

Ich stehe in einem recht schicken Vorraum. Links von mir ist eine größere Nische mit bequemen Sitzgelegenheiten. Hier kann man vermutlich warten. Rechts hingegen ist eine Art Theke. Darüber hängt ein Schild: "Anmeldung".

Eine Frau mittleren Alters erhebt sich dahinter von einem Schreibtisch und kommt an die Theke. Sie mustert mich eingehend.

"Du bist Anastasia?"

"Ja, die bin ich."

"Die Chefin erwartet dich schon seit zwei Tagen."

"Die Reise hat etwas länger gedauert, als gedacht", antworte ich, ohne Details zu nennen.

"Schon gut, das musst du ihr erklären."

Ich warte, bis die Frau das Telefon genommen und mich angemeldet hat. Dabei lässt sie mich keinen Moment aus den Augen. Ich hingegen versuche mich so normal wie möglich zu benehmen.

Ich weiß, dass Ekaterina zu uns gehört, wer aber in der Agentur noch alles Teil unserer Organisation ist, weiß ich nicht und gebe mich deshalb bedeckt. Es ist immer besser, vorsichtig zu sein.

"Frau Solenkova erwartet dich. Den Gang hinunter und letzte Tür rechts", meint die Frau.

Ohne auf eine Reaktion meinerseits zu warten, begibt sie sich wieder an ihren Schreibtisch und lässt mich damit, mir selbst überlassen. Ich nehme das nicht besonders ernst und mache mich auf den Weg. Am Ende des Ganges klopfe ich gegen die Tür rechts und als ich ein "Herein" höre, öffne ich sie.

Vor mir tut sich ein großes Büro auf. Es ist völlig in Weiß gehalten. Die Wände und die Möbel sind alle in derselben Farbe. Irgendwie wirkte alles sehr unschuldig, was es wohl nicht sein dürfte, wenn man bedenkt, dass die Leiterin dieser Agentur eine feindliche Spionin ist.

In der Mitte des Raumes steht ein großer Schreibtisch, hinter dem ich eine groß gewachsene Frau um die 30 erblicke. Sie ist ordentlich, aber nicht übertrieben teuer oder auffallend gekleidet. Sie hat lange schwarze Haare und das Gesicht eines Engels. Auf den ersten Blick hätte man glauben können, sie wäre die Unschuld in Person. Vor allem, wie sie dreinschaut, vermittelt Vertrauen und weckt eher das Bedürfnis, sie zu beschützen. Man kann sie eindeutig als ausgesprochen hübsch bezeichnen.

Auf der linken Seite steht ein Tisch für Besprechungen. Ich kann acht Stühle zählen, die dort stehen, etwas abseits erblicke ich weitere sechs. Zur Rechten befindet sich eine gemütliche Ledersitzecke, auch sie in Weiß.

Die Frau blickt vom Schreibtisch auf und schenkt mir sofort ein offenes Lächeln. Dann steht sie auf und kommt um den Schreibtisch herum. Ich habe keine Ahnung, was sie denkt. Ihre Gesichtszüge verraten nichts, gar nichts.

"Hallo Anastasia, schön, dass du endlich da bist. Ich habe mir schon Sorgen gemacht", begrüßt sie mich und streckt mir ihre Hand entgegen. Ich lächle freundlich, nehme die dargebotene Hand und schüttle sie.

"Hallo, Frau Stabsoffizier!", grüße ich förmlich und zackig. "Ich wurde beim Grenzübertritt aufgegriffen. Es ging alles noch gut ab, aber ich habe dabei Zeit verloren und habe dann einen größeren Umweg gemacht, um meine Spur besser zu verschleiern."

"Ich bin Ekaterina und ich würde es vorziehen, wenn wir Du zueinander sagen. Das ist in der Modelbranche üblich. Zu deiner Information sind nur Olga am Empfang und wir zwei beim selben Verein, wenn du verstehst."

"Die anderen Mädchen sind nicht von uns?"

"Nur sehr wenige und die haben dann meist spezielle Aufträge, so wie du auch. Es kann sein, dass ab und an eine dabei ist, die unsere Interessen verfolgt, aber verlass dich nicht darauf. Nur, wenn ich es dir sage, kannst du offen mit ihnen sprechen."

"Gut, wie geht es weiter?", frage ich.

"Komm, setzen wir uns hin, dann erkläre ich dir alles", bietet sie an und deutet mit einer Hand zur Couchecke.

"Danke!"

Ich gehe auf einen der bequem aussehenden Sessel zu und setze mich hin. Ich bin immer noch etwas zurückhaltend. Immerhin bin ich immer noch die militärischen Strukturen gewöhnt. Der lockere Umgang mit einer Vorgesetzten, ist mir noch fremd. Ekaterina scheint dies zu bemerken, lächelt mich freundlich an und nimmt mir gegenüber Platz.

"Was hat man dir gesagt?", will sie wissen.

"Nichts, ich weiß gar nichts."

"Gut, du wirst als Model hier arbeiten. Wir machen aber nicht nur Modeschauen, wir vermitteln Mädchen auch als Escort."

"Für Sex?"

"Auch!"

"Muss ich auch ..."

"Vorerst nicht, aber es wird auf dich zukommen, früher oder später."

Ich atme tief durch. In der Ausbildung war uns bald klar geworden, dass man als Agentin auch die weiblichen Reize einsetzen muss. Etwas zu kokettieren, ist für mich auch kein Problem. Das haben wir in der Ausbildung sogar gelernt. Wenn man es genau nimmt, haben mich genau diese davor bewahrt, wegen meines illegalen Grenzübertrittes, Schwierigkeiten zu bekommen.

Uns wurde aber auch deutlich gemacht, dass es in seltenen Fällen auch dazu kommen kann, dass wir im Rahmen einer Mission auch mal mit einem Mann ins Bett gehen müssen. Ich hatte innständig gehofft, einer solchen Herausforderung entgehen zu können. Dass ich nun aber sogar als Nutte arbeiten soll, um meine Aufgabe zu erfüllen, das erscheint mir etwas hart zu sein.

"Du wirst dich daran gewöhnen. In solchen Fällen ist es nur Sex. Gefühl soll und darf dabei nicht im Spiel sein", fügt Ekaterina hinzu. Sie hat wohl bemerkt, dass ich schwer geschluckt habe.

"Aber ...", will ich entgegenhalten. Sie lässt mich aber nicht aussprechen.

"Nichts aber, du hast deine Pflicht deinem Vaterland gegenüber zu erfüllen."

Sie sagt dies in einem entschlossenen Ton, der keinen Widerspruch duldet. Ich vermute, sie hat ein solches Gespräch schon öfters geführt und nehme zudem an, dass sie genau weiß, wovon sie spricht. Dann aber wird ihr Gesichtsausdruck wieder versöhnlicher.

"Ich habe hier im Haus eine Wohnung für dich. Ich zeige sie dir im Anschluss. Ich habe aber auch eine Aufgabe. Es geht also gleich zur Sache. In der Nähe gibt es ein Raketenabwehrsystem der Russen, das wir ausschalten müssen."

"Wie soll ich das anstellen?", frage ich.

"Du musst nur einen Peilsender dort anbringen. Den Rest erledigen unsere Raketen."

"Hast du schon eine Idee, wie ich an das System herankomme?"

"Das musst du schon selbst herausfinden", meint sie und grinst gemein.

"Ich bekomme von dir also den Peilsender und die Koordinaten."

"Du hast eine schnelle Auffassungsgabe. Das finde ich gut", meint sie zufrieden. "Dann zeige ich dir erst einmal die Wohnung."

Sie steht auf und auch ich erhebe mich. Wir gehen hinaus ins Treppenhaus, gehen einen Stock höher und Ekaterina zieht einen Schlüssel hervor. Damit geht sie auf die Tür zu, die genau über jener der Agentur liegt. Allerdings geht hier oben nicht nur eine Tür vom Treppenhaus ab, sondern drei.

Ekaterina öffnet mit dem Schlüssel die Tür, schiebt sie auf und betritt vor mir die Wohnung. Als sie die Tür hinter uns schließt, hält sie mir den Schlüsselbund entgegen.

"Hier nimm. Du hast einen Schlüssel für diese Wohnung, deinen Briefkasten und die Eingangstür unten sowie für einen Kellerraum. Er trägt die gleiche Nummer, wie die Wohnung."

"Ich kann mich frei bewegen?"

"Du bist keine Gefangene."

"Ich kann mir meine Zeit frei einteilen?"

"Du findest auf dem Küchentisch die Peilsender, die Koordinaten und ein Handy. Verwende es nur für deine Aufträge und auch nur dann, wenn es sein muss."

"Peilsender? Mehrere?"

"Es sind fünf Stück. Man kann nie wissen."

"Wie sieht es mit Geld aus?"

"Du hast ein Bankkonto, auf das werden deine Modelgagen überwiesen. Wenn du Auslagen für die Arbeit hast, dann musst du sie belegen können. Olga macht dann eine Spesenabrechnung."

"Ich habe aber kein Bankkonto", halte ich dagegen.

"Deine Unterlagen liegen alle auf dem Küchentisch", meint sie belustigt.

"Meine Modelgage? Soll das heißen, dass ich auf den Laufsteg muss?"

"Modeschauen, Fotos für Kataloge und sonst noch verschiedene Aufträge, wie sie in der Branche üblich sind. Wie willst du dir sonst dein Geld verdienen?"

"Und Escort?"

"Vorerst nicht, außer die Situation erfordert es."

"Wie meinst du das?", frage ich erstaunt.

"Wenn ein neuer Auftrag hereinkommt, der dies notwendig macht, dann wirst du eingesetzt."

Wir sind im Vorraum der Wohnung stehen geblieben. Er gefällt mir. Die Wände sind weiß und der Schrank, der gleichzeitig als Garderobe dient, wirkt hochwertig. Ekaterina öffnet nun eine Tür und ich erkenne sofort, dass es das Wohnzimmer ist. Auch hier sehen die Möbel nach Qualitätsware aus. Der Raum ist auch größer, als ich erwartet hätte. Für mich ist eine solche Wohnung ein Luxus.

Auch die Küche, das Schlafzimmer und das Bad sind ganz nach meinem Geschmack und hochwertig eingerichtet. Noch nie in meinem Leben habe ich so vornehm gewohnt. Selbst die Wohnung meiner Eltern, in der ich mit ihnen und meinen beiden Geschwistern gewohnt habe, war nicht so groß. Und nun soll ich diese Fläche ganz allein für mich haben. Das Agentenleben hat offenbar auch seine Vorteile.

"Du kannst, wenn es sein muss, auch jemand im Wohnzimmer schlafen lassen. Die Couch lässt sich zu einem Doppelbett ausziehen, Wäsche und Geschirr findest du in den Schränken, Kühlschrank und Vorratskammer sind aufgefüllt. Ich hoffe, Olga hat in etwa deinen Geschmack getroffen."

"Wohnt außer mir noch jemand auf diesem Stockwerk? Muss ich vorsichtig sein?"

"Anna wohnt in der Wohnung nebenan. Die übrigen Wohnungen im Haus sind im Augenblick leer. Du kannst dich darauf verlassen, dass die Bewohner dieser Wohnungen zu unserem Verein gehören. Nur sie bringe ich hier unter. Für normale Models oder Escort-Mädchen besitzt die Agentur im Haus gegenüber, weitere Wohnungen. Sicherheit geht vor."

"Gut, und wenn ich dich sprechen muss?"

"Dann kommst du in die Agentur. Olga weiß immer, wo ich bin oder wie sie mich erreichen kann."

Wir verabschieden uns voneinander und Ekaterina macht sich wieder auf den Weg. Ich bleibe allein in einer Wohnung zurück, in der ich mich im ersten Moment ein wenig verloren fühle.

Kapitel 5

Im Freizeitlook verlasse ich das Haus. Gestern Abend habe ich mich in meiner Wohnung eingerichtet, soweit dies notwendig ist. Als Agentin versucht man so wenig Zeug mit sich herumzuschleppen, wie möglich. Wenn man schnell verschwinden muss, dann sollte man nicht viel Zeit mit Packen verlieren und keine zu große Tasche mit sich herumschleppen müssen.

Ich habe mich vor allem in der Wohnung umgeschaut, mir eingeprägt, wo die Handtücher, die Bettwäsche und alle anderen Dinge sind, die man so braucht. Olga hat wirklich an alles gedacht. Vom Inhalt des Kühlschranks über Zahnpasta und Zahnbürste, Duschgel und Tampons, ist alles in der Wohnung.

Zum Schminken finde ich nur das Notwendigste. Für mich privat reicht das absolut. Ich frage mich allerdings, wie ich mich schminken soll, sollte ich wirklich einen Auftrag bekommen, bei einer Modenschau zu laufen oder ein Fotoshooting. Aber darüber zerbreche ich mir den Kopf, wenn es so weit ist. Könnte gut sein, dass es dann eine Visagistin gibt, die das übernimmt.

Heute habe ich nichts auf dem Programm, ich will mir erst einmal ein Bild davon machen, wie die Umgebung aussieht und erste Informationen zu meinem Auftrag sammeln. Als ich die Wohnung verlasse, kommt gerade eine junge Frau aus der Nachbarwohnung. Im ersten Moment halte ich etwas überrascht inne. Dann aber kommt mir wieder in den Sinn, dass Ekaterina mir erklärt hat, dass hier nur Leute wohnen, die zu unserem Verein gehören.

"Guten Morgen, du muss Anastasia sein. Schön, dass ich dich treffe", meint die junge Frau. Sie hat sich wohl schneller gefangen als ich.

"Hallo, du musst dann Anna sein", antworte nun auch ich.

"Die bin ich", meint sie vergnügt. Sie hat ein offenes und freundliches Wesen. Sie wirkt ganz und gar nicht wie eine geheimnisumwobene Agentin. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch.

"Ekaterina hat dir von mir erzählt?", frage ich etwas überrascht.

"Ich hatte gestern einen Einsatz am Laufsteg und habe dabei Ekaterina getroffen. Sie hat mir so nebenbei erzählt, dass du hier eingezogen bist. Wollen wir zusammen einen Kaffee trinken?"

"Ja, gerne. Wo?"

"Um die Ecke ist ein nettes Kaffeehaus."

"Na dann!", antworte ich vergnügt. "Gehen wir ins Kaffeehaus."

Wir machen uns auf den Weg und plaudern über belanglose Dinge. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass man nur an Orten, wo man absolut sicher sein kann, nicht belauscht zu werden, über Aufträge oder andere Dinge sprechen darf, die geheim bleiben sollen. Deshalb unterhalten wir uns, wie zwei ganz normale Mädchen in unserem Alter.

"Kommst du heute Abend zu mir, dann können wir noch ein wenig plaudern", meint Anna. "Ich muss noch einige Besorgungen erledigen."

"Ich komme gerne. Ich muss jetzt auch weiter."

Wir verabschieden uns wie alte Freundinnen und machen uns auf den Weg. Ich fahre mit dem Bus in die Nähe des Strandes, wo sich diese Anlage befinden soll, die feindliche Raketen im Anflug abschießen kann. Ich wandere den Strand entlang und tue so, als sei ich dabei, mich ein wenig zu entspannen.

Nach einiger Zeit kann ich aus der Ferne die Abschussrampe ausmachen. Ich will mich nicht gleich am ersten Tag zu weit heranwagen. Deshalb bleibe ich zunächst auf Distanz. Ich erkunde unauffällig die Umgebung und versuche mir ein Bild von der Lage zu machen.

Besonders interessiert mich, wo die Wachleute stehen, wann und wie sie abgelöst werden, wo ich mich am besten postieren kann, um möglichst unbemerkt die Anlage zu beobachten und mir dann einen Plan zurechtlegen kann.

Ich finde zu meinem Glück die ideale Stelle. Hier kann ich mich an den Strand legen, die Sonnenhungrige spielen und dabei alles im Auge behalten. Um meine Zeit zu nützen, setze ich mich etwas abseits in den Sand und blicke verträumt auf das Meer hinaus. Dabei setze ich mich allerdings so unter einen Baum und lehne mich entspannt gegen den Stamm, dass ich unbemerkt die Anlage beobachten kann.

Ich bin etwas verwundert, dass der Feind eine so wichtige Struktur nahezu ungeschützt in unmittelbarer Nähe des Strandes aufstellt. Ich gehe davon aus, dass man hier die beste Position hat, um die Raketen abzufeuern. Man muss sich aber schon sehr sicher sein, dass der Feind nichts unternehmen wird, denn die Bewachung ist ausgesprochen dürftig.

Nach etwa zwei Stunden mache ich mich auf den Heimweg. Ich habe lange genug mein Ziel beobachtet, für den ersten Tag zumindest. Ich lass mir Zeit auf dem Nachhauseweg und versuche bereits erste Szenarien durchzudenken. Ich brauche einen Plan.

Eine erste Idee kommt mir dabei. Als ich das Haus betrete, läute ich aber bei der Agentur. Als ich Olga nach Ekatarina frage, berichtet sie mir, dass die Chefin außer Haus ist.

"Ich bräuchte einen Bikini und ein Badehandtuch", frage ich deshalb Olga.

"Ach, wenn es nur das ist", meint sie und lacht. "Das findest du im Keller. Da gibt es ein großes Lager. Du hast doch den Schlüssel?"

"Den Schlüssel habe ich. Da kann ich mir aussuchen, was ich brauche?"

"Das sind Stücke von früheren Shootings. Du kannst dir davon nehmen, was immer du brauchst, auch privat", meint sie.

Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg in den Keller. Tatsächlich passt mein Schlüssel. Gestern hatte ich mich gewundert, warum ich einen Kellerschlüssel bekomme. Ich will hier nicht Wurzeln schlagen. Nun aber verstehe ich, Ekaterina hat ihn mir gegeben, damit ich mich bedienen kann, wann immer ich etwas brauche.

Hinter der Tür suche ich erst einmal den Lichtschalter. Das Licht im Treppenhaus ist spärlich und wirft nur einen matten Schimmer in den Raum. Viel kann ich nicht erkennen. Als jedoch die Neonröhren aufflackern, verschlägt es mir beinahe die Sprache. Vor mir liegt ein immens großer Raum, voll mit Kleidern, Schuhen, Taschen und vielen anderen Dingen. Ein Geschäft hat nicht so viel Auswahl.

Ich muss mir zunächst einen Überblick verschaffen und gehe auf die Suche nach den Badesachen. Da diese ausgerechnet in die hinterste Ecke geräumt worden sind, habe ich etwas Mühe, sie zu finden. Dann aber habe ich die Qual der Wahl.

Auf einer Länge von etwa zehn Metern reihen sich auf einer Kleiderstange Badeanzug an Badeanzug und Bikini an Bikini. Das Ganze sogar in zwei Reihen, eine weiter oben eine auf halber Höhe der Wand. Es müssen unzählige sein, denke ich und mache mich auf die Suche.

Ich eile nochmal nach vorne und schließ die Tür von innen ab. Ich will nicht überrascht werden, wenn ich gerade dabei bin, einen Bikini zu probieren und nackt oder halb nackt im Raum stehe. Obwohl nur unsere Leute einen Schlüssel besitzen, kann mich außer Anna, Olga und Ekaterina wohl niemand überraschen. Trotzdem möchte ich meine Ruhe haben.

Auf dem Weg überlege ich, ob ich lieber einen Badeanzug oder einen Bikini wählen soll. Der Badeanzug hätte den Vorteil, dass mir die Wache weniger hinterherglotzt. Allerdings würde ich in einem sexy Bikini mehr auffallen und damit weniger Verdacht erwecken. Welcher Agent will denn schon auffallen?

Ich entschließe mich doch für einen Bikini. Ich kann mich mit Badeanzügen nicht anfreunden. Als Kind hatte ich einmal so ein Teil und habe es gehasst. Kann gut sein, dass der Badeanzug damals nicht richtig saß und deshalb gezwickt und gezwackt hat. Die Abneigung von damals ist mir geblieben und so ist die Wahl nicht schwierig.

Ich suche mir also mehrere Bikinis heraus und gehe in eine Ecke, wo ich einen Spiegel und eine kleine Bank sowie ein paar Kleiderhaken entdeckt habe. Offenbar hat man diese Ecke extra zum Anprobieren eingerichtet.

Wie ich so die Bikinis einen nach dem anderen überstreife und mich im Spiegel begutachte, komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass mir vor allem die besonders knappen und sexy Teile gefallen. In die engere Auswahl kommen zwei, wobei ein roter mein Favorit ist. Er besteht aus extrem wenig Stoff. Das Dreieck zwischen meinen Beinen bedeckt kaum die Scham und geht noch über meiner Spalte in ein dünnes Band über, das in der Arschkerbe verschwindet. Aber auch die beiden Dreiecke über meinen Brüsten decken kaum mehr als die Brustwarzen, die zu allem Überfluss durch den dünnen Stoff hindurch, deutlich zu erkennen sind, auch wenn sie nicht abstehen.

"Das sieht heiß aus", höre ich hinter mir.

Ich fahre herum und gehe schon in Abwehrstellung als mir bewusstwird, dass es Ekaterina ist. Sie hebt abwehrend die Hände.

"Ich vergesse immer wieder, dass man sich an Leute, wie dich, nicht anschleichen soll", meint sie lächelnd.

"Besser nicht!", lächle ich erleichtert zurück.

"Sieht aber trotzdem verdammt heiß aus. Wen willst du denn verführen?"

"Genau genommen niemand. Ich will nur einen Bobachtungsposten in der Nähe der Abschussrampe beziehen."

"So angezogen?"

"Am Strand, der direkt in der Nähe ist, ist ein Bikini ideal, um länger dort zu verweilen", erkläre ich.

"So auffallend gekleidet? Heiß und rot auch noch dazu."

"Wenn ich auffalle, denkt keiner, dass ich etwas Böses im Sinn haben könnte."

"Könnte sein. Außerdem kommst du so mit den Wachen leichter ins Gespräch und kannst Informationen sammeln", meint sie nachdenklich. "Etwas anderes! Ich bin zu dir gekommen, weil ich dich um etwas bitten muss."

"Das wäre?"

"Ich bräuchte dich für eine Modeschau. Eines der Mädchen ist ausgefallen."

"Ich habe so etwas noch nie gemacht."

"Anna ist auch dabei. Sie wird dir alles zeigen."

"Von mir aus. Wann muss ich los?"

"Wir treffen uns dort um 19 Uhr, die Modeschau beginnt eine Stunde später."

"Wozu müssen wir dann so viel früher dort sein?"

"Ihr werdet geschminkt", meint sie. "Viel Glück."

Ohne, dass ich noch ein Wort hätte sagen können, macht sie auf dem Absatz kehrt und ist wenig später auch schon verschwunden. Ich schaue ihr noch etwas verdutzt hinterher, suche mir dann aber noch zwei passende Badehandtücher. Ich bin dabei nicht sonderlich wählerisch und nehme ein weißes mit einem zarten schwarzen Muster und ein blaues.

Danach mache ich mich auf den Weg nach oben und läute bei Anna an der Wohnungstür. Es dauert etwas, bis sie mir öffnet.

"Hallo Anastasia, brauchst du etwas?"

"Mir hat Ekaterina gerade eben gesagt, dass ich bei der Modeschau heute Abend dabei bin und mich an dich wenden soll."

"Gut, komm rein."

"Ich brauche echt deine Hilfe, ich war noch nie am Laufsteg", erkläre ich ihr.

"Ich zeige dir, wie du laufen musst. Im Grunde brauchst du bei uns nur etwas sexy mit dem Arsch zu wackeln, dann sind die Männer schon begeistert."

"Das krieg ich hin", grinse ich.

"Wichtig ist auch, dass bei solchen Veranstaltungen ab und zu Zielpersonen anwesend sind, die wir auf diese Weise ködern könnten. Wenn sie nämlich bei einer Modeschau von sich aus auf uns aufmerksam werden, dann schöpfen sie keinen Verdacht, dass man auf sie angesetzt worden sein könnte."

"Das klingt logisch."

"Deshalb sei zu allen Besuchern der Modeschau freundlich und, wenn dir einer auf den Arsch fährt oder wie zufällig deine Titten berührt, mach keinen Aufstand."

"Kommt das öfters vor?"

"Schätzchen, wir sind hier nicht in Mailand oder Paris. Wir sind auf der Krim."

"Was soll ich anziehen, um zur Modeschau zu gehen? Muss ich etwas mitbringen, Slip, BH oder sonst etwas?"

"Wenn du überhaupt so etwas brauchst, bekommt du alles vor Ort. Was die Kleidung für den Weg dorthin angeht, rate ich dir, etwas Bequemes zu wählen, das du leicht aus- und anziehen kannst."

Wir üben noch den Gang auf dem Catwalk, wobei ich mich gar nicht so ungeschickt anstelle, wenn ich den Worten von Anna glauben kann. Ich muss gestehen, es gefällt mir, meine Reize auszuspielen.

Schließlich ist es Zeit, aufzubrechen. Wir werden von Ekaterina abgeholt und zu einer größeren Versammlungshalle gebracht. Wir betreten das Gebäude über den Hintereingang und müssen uns ein sehr knappes und hautfarbenes Höschen anziehen. Anschließend müssen wir uns auf einen Stuhl setzen und werden geschminkt. Zum Glück legt uns die Visagistin ein Tuch über die Schultern, sonst würden wir mit blanken Brüsten im hinteren Bereich der Halle herumsitzen.

Einige der Mädchen, die noch darauf warten, geschminkt zu werden, stehen ungeniert mit nackten Titten herum. Sie benehmen sich, als wäre das ganz normal. Kann sein, dass man sich in diesen Kreisen keine Gedanken über Nacktheit macht. Für mich jedenfalls ist das alles noch gewöhnungsbedürftig.

Mir ist aber auch klar, dass ich meinem Land dienen muss und, wenn mir dabei Männer an die Brüste fassen, dann werde ich es hinnehmen. Es ist mein Auftrag und ich werde ihn ausführen.

Kurz vor 20 Uhr ist es dann so weit. Anna zeigt mir eine Kleiderstange, an der etwa zehn Outfits hängen. Die Kleider sind zwar etwas knapp, aber sie gefallen mir.

"Das sind deine", meint sie. "Du ziehst das erste an und gehst hinter mir raus. Wenn wir zurück sind, ziehst du dich so schnell du kannst um und dann geht es erneut los. Das machen wir so lang, bis das letzte Outfit vorgeführt ist."

"Wenn ich Probleme beim Umziehen habe?"

"Du hast eine Assistentin, die dir hilft. Sie kennt die Kleidung und weiß auch, wie sie getragen wird und worauf es ankommt."

"Wo ist sie?"

"Da kommen die Betreuerinnen", meint Anna und deutet auf Frauen mittleren Alters, die auf uns zukommen. "Sie waren auch einmal Models und kennen sich aus."

Heute kann man sie vermutlich nicht mehr auf den Laufsteg schicken, weil sie zu alt sind, kommt mir in den Sinn. Ich nehme an, die Besucher wollen laufend frische Mädchen sehen, vor allem aber junge.

"Hallo, ich bin Bella. Ich bin deine Assistentin", grinst mich eine Frau an. Ich schätze sie auf Mitte 30. So viel also zum Thema Alter. Sie ist dabei auch noch hübsch.

Sie nimmt auch schon das erste Outfit von der Stange und reicht es mir. Sie hilft mir dann auch beim Anziehen und sorgt dafür, dass alles richtig sitzt. Mir fällt dabei auf, dass sie etwas zu oft und etwas zu freudig die Kleidung auf meinem Körper zurechtstreicht, noch einmal zurechtrückt oder prüft. Dabei hat sie ihre Hände immer wieder an meinen Brüsten, am Po oder gar prüfend im Schritt. Ich schaue etwas irritiert zu Anna, diese aber zuckt nur mit den Schultern.

Als wir endlich fertig sind und Aufstellung nehmen, um auf den Laufsteg zu gehen, kommt sie meinem Ohr ganz nahe.

"Du hast Bella erwischt, die ist lesbisch. Sie prüft immer besonders genau, ob alles passt", grinst sie.

"Das habe ich bemerkt."

"Sie ist nicht gefährlich, nur etwas lästig", kichert Anna.

Ich kann nichts mehr darauf antworten, denn in dem Moment geht es auch schon los, hinaus durch den Vorhang. Anna hat mich angewiesen etwa fünf bis acht Meter Abstand zu ihr zu halten. Ganz vorne soll ich mich dreimal langsam um die eigne Achse drehen und dann den Rückweg antreten.

Bevor ich den Laufsteg dann wieder verlasse, soll ich mich ein letztes Mal umdrehen und erst dann durch den Vorhang verschwinden. Kurz bevor wir zum ersten Mal hinausgehen, ermahnt sie mich noch einmal, ja freundlich dreinzuschauen und die Zuschauer anzulächeln.

Ich befolge ihre Anweisungen, so gut ich kann, und habe den Eindruck, als würde ich meinen ersten Auftritt ganz gut meistern. Das erste Outfit ist eine lange Jeans und eine züchtig geschlossene Bluse. Beim ersten Umziehen bekomme ich einen knielangen Jeansrock und ein sehr enges Shirt, das nur knapp unter meine Brüste reicht. Ich betrete diesmal bauchfrei den Laufsteg.

Von den Zuschauern kann ich aufgrund der starken Beleuchtung wenig erkennen. Trotzdem versuche ich, freundlich zu lächeln und den Leuten, die ich mir nur vorstellen kann, in die Augen zu schauen. Es ist ein sonderbares Gefühl, selbst nichts zu sehen, aber von allen gesehen zu werden.

Beim dritten Outfit handelt es sich um eine Jeanshotpants die echt knapp ist. Die Hälfte der Arschbacken ist nicht bedeckt und auch vorne reicht nicht viel Stoff über die Schenkel. Das Oberteil ist ähnlich knapp, wie vorhin.

Als ich dieses Mal zurückkomme, bekomme ich ein Shirt, das nur knapp über die Brüste reicht, dort aber vom Körper absteht. Die Zuschauer am Laufsteg, so stelle ich mir vor, blicken mir von unten geradewegs auf die Brüste. Aber ich sage nichts.

Ein wenig knapp ist auch diesmal die kurze Hose. Dieses Modell ist nicht nur vorne kurz, es beschränkt sich im Schritt auf nur einen dünnen Streifen, der durch meine Beine verläuft und sich leicht in meine Spalte drückt. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht ein Teil meiner Schamlippen rechts und links hervorlugt.

Aber auch diesmal mache ich mir nichts draus und marschiere los. Ich absolviere brav meine Runde und zeige dabei nicht nur die Mode, sondern auch weite Teile meines Körpers. Am Applaus des Publikums kann ich ablesen, dass ihnen gefällt, was sie sehen.

Als ich dieses Mal zurückkomme, steht Ekaterina bei Bella. Ich bin davon etwas überrascht, denn bisher, so wurde mir gesagt, hat sie sich im Zuschauerraum aufgehalten, um die Gäste zu betreuen.

"Du ziehst das Höschen aus", weist sie mich an.

"Welches Höschen?"

"Dein Höschen."

"Warum das?"

"Der Kommandant der Schwarzmeerflotte sitzt im Publikum und hat einen entsprechenden Wunsch geäußert. Du scheinst ihm zu gefallen. Vergeig es nicht!"

"Was?"

"Wenn wir Glück haben, will er nach der Schau mit dir noch ein Glas Sekt trinken und, wenn auch das gutgeht, dann besteht die Möglichkeit, dass er dich sogar bucht."

"Wenn wir Glück haben?", frage ich skeptisch.

"Der Kommandant der Schwarzmeerflotte, Kindchen. Hast du eine Ahnung, wie lange wir hinter dem schon her sind?", meint Ekaterina empört.

"Schon gut, schon gut", beschwichtige ich.

Demonstrativ ziehe ich das getragene Outfit aus und lege dabei auch das hautfarbene Höschen ab. Als ich sehe, dass mir Belle einen Minirock reicht und ich für obenrum nur ein Band aus sehr dünnem Stoff bekomme, da habe ich das Gefühl. fast nackt zu sein.

Aber ich habe keine Wahl. Wie Ekaterina es ausgedrückt hat, wenn wir Glück haben ... Allerdings weiß ich nicht, ob es für mich wirklich so ein Glück ist. Aber ich diene meinem Vaterland und was dafür gut ist, ist auch für mich gut. Zumindest rede ich mir das ein.

Mit dem kurzen Rock und dem Band über den Brüsten, mache ich mich hinter Anna erneut auf den Weg nach draußen. Ich höre, wie das Publikum bei meinem Anblick den Atem anhält. Ich überlege, ob man mir von unten her auf die Muschi blicken kann. Immerhin bin ich nackt unter meinem äußerst kurzen Rock. Was ich nicht genau sagen kann, ist, ob man das von den Zuschauerplätzen auch sehen kann.

Aber auch dieses Mal bleibe ich professionell und lege meinen Gang über den Catwalk hin, als wäre ich nicht peinlich berührt, dass ich mich auf dem erhöhten Laufsteg mit nackter Möse zeige.

Trotzdem bin ich froh, als ich endlich wieder hinter dem Vorhang verschwinden kann. Als ich aber zu meinem Platz zurückkomme, fällt mir auf, dass nun andere Kleider auf dem Ständer hängen. Ich bin verwundert. Ekaterina ist auch noch da. Sie scheint mich nun nicht mehr aus den Augen zu lassen.

"Weiter so. Der Typ muss geil werden, allein von deinem Anblick."

"Da draußen sind jetzt schon einige erregt", grinse ich etwas verlegen. Was soll ich auch sonst sagen.

Als mir Bella das nächste Outfit reicht, muss ich erst einmal Luft holen. Der Rock ist so kurz, der reicht kaum über meine Arschbacken. Hatte ich vorhin noch Zweifel, ob man meine intime Stelle sehen kann, so bestehen bei diesem Rock definitiv keine Zweifel mehr. Wirklich jeder, der neben dem Laufsteg auf einem der Stühle in der ersten Reihe sitzt und von dort unten zu mir heraufschaut, sieht meine Spalte. Eine Nutte könnte keinen kürzeren Rock tragen.

Für oben bekomme ich wieder ein Stoffband, diesmal noch dünner und noch durchsichtiger. Bella zuppelt daran und massiert sogar noch meine Brustwarzen, damit sie ein wenig deutlicher hervorstechen. Ihre andere Hand gleitet unter den Rock auf meinen Arsch.

"Wenn du ganz vorne bist, stellst du dich zunächst etwas breitbeinig hin, machst eine Drehung und bückst dich. Dann machst du normal weiter", weist mich meine Chefin an.

"Ist das eine Anweisung des Generals?"

"Er will alles von dir sehen", grinst Ekaterina. Sie scheint mit dem Abend äußerst zufrieden zu sein. "Er hat bisher noch nie Interesse an einem der Mädchen gezeigt. Du bist die Erste."

"Soll ich mich deshalb geehrt fühlen?"

"Es ist etwas Besonderes."

Da ich annehme, dass die Zielperson ganz vorne am Laufsteg sitzt, dort, wo man sich wieder auf den Rückweg macht, mache ich nicht nur, wie mir meine Chefin befohlen hat, ich stelle mich danach erneut breitbeinig hin, vollführe eine schnelle Drehung, und zwar so, dass ich erneut mit dem Rücken zum Publikum stehe. Dabei wackle ich aufreizend mit dem Hintern und beuge mich erneut nach vorne, im Wissen, dass ich dem General einen hervorragenden Einblick zwischen meine Beine und damit auf meine intimste Stelle biete.

Dann erst richte ich mich auf, lächle noch einmal ins Publikum, das ich allerdings nur als Umrisse erkennen kann, da die Scheinwerfer zu sehr blenden und mache mich an den Rückweg.

Auch der Rest meiner Garderobe ist äußerst gewagt. Es ist weniger eine Modeschau, sondern vielmehr eine Körperschau, zumindest bei mir. Anna und die anderen tragen ganz normale Outfits und werfen mir immer wieder einen leicht verwunderten Blick zu. Ich aber zucke nur mit den Schultern und gebe Anna mit einer Handbewegung zu verstehen, dass ich ihr später erkläre, was vor sich geht.

Als ich nur mit einem mehr als sündigen Bikini zum Abschluss auf die Bühne muss, ist mir auch schon alles egal. Ich versuche die winzigen Stoffteile mit Würde und Souveränität zu präsentieren. Dabei kann ich mir gut vorstellen, dass einige Männer im Publikum sabbern. Zwar bin ich nicht die Einzige, die Bademode vorführen muss, aber ich bin die, welche den mit Abstand kleinsten Bikini trägt.

Als ich nach der zehnten Verneigung und lautem Applaus zusammen mit den anderen endlich wieder zurück hinter den Vorhang darf, erwartet mich dort bereits Ekaterina. Sie hält den kürzesten Minirock und das dünnste Stoffband für die Brüste in Händen.

"Zieh das an, ohne Höschen und komm dann mit!"

Ihr Ton lässt keinen Widerspruch zu und so mache mich daran, den Bikini auszuziehen und in die mir hingehaltenen Kleidungsstücke zu schlüpfen. Kaum, dass ich fertig bin, mustert mich meine Chefin.

"Gut, das müsste passen. Komm mit!"

Ich folge ihr und erhasche noch einen Blick auf Bella. Sie schaut mir schmachtend hinterher. Sie hat mich zwar immer wieder betatscht, aber ich habe den Verdacht, das große Finale sollte erst kommen.

Und ausgerechnet bei mir macht ihr Ekaterina einen dicken Strich durch die Rechnung. Ich kann da aber nichts dafür und zucke entschuldigend mit den Schultern. Dabei verfinstert sich ihre Mine noch etwas mehr. Als ob es meine Schuld wäre!

Ekaterina jedoch interessiert das herzlich wenig, sie achtet gar nicht darauf, was zwischen mir und Bella vor sich geht. Sie hat nur ein Ziel und eilt deshalb auf eine Tür zu, welche den hinteren Teil mit dem Zuschauer-Bereich verbindet. Als die Gäste mich erblicken, gibt es viel Hallo und alle drängen zu mir.

Meine Chefin jedoch scheint sich mit solchen Situationen auszukennen und manövriert uns geschickt um die Massen herum, unserem Ziel entgegen. Als wir schließlich vor einem Mann in Uniform stehen, hält sie an und lächelt. Ich mache es ihr nach.

Der Mann ist Mitte 50, groß gewachsen und schaut streng drein. Nicht die Spur eines Lächelns spielt um seinen Mund, was in dieser Situation für mich normal gewesen wäre.

"Du bist also Anastasia", meint er trocken.

"Ja, die bin ich."

"Deine Show hat mir gefallen."

"Danke Herr ...", ich schaue auffallend auf die Schulterstücke der Uniform.

"General, General Nikita Semeronov", meint er und lächelt überheblich.

Mir ist aufgefallen, dass die schmachtenden Männer, die mich kurz zuvor noch abfangen wollten, nun plötzlich Abstand halten. Ich gehe davon aus, dass jeder den General kennt und Respekt vor ihm hat.

"Entschuldigen sie, ich kenne mich mit militärischen Dienstgraden nicht aus. Ich komme aus der Modebranche."

"Mich kennt hier jedes Kind", kontert er ein wenig beleidigt.

"Sie müssen entschuldigen, ich bin erst vor wenigen Wochen aus Moskau hierhergezogen und muss mich erst einleben."

"Warum gehst du von Moskau in die tiefe Provinz?"

"Meine Mutter kennt Ekaterina und hat gemeint, ich sollte meine Karriere als Model hier starten. In Moskau wäre die Konkurrenz zu groß und deshalb wäre es deutlich schwieriger. Ich könnte mir hier einen Namen machen und dann den Sprung in die Hauptstadt wagen."

"Deine Mutter ist eine kluge Frau", meint er. "Trinkst du ein Glas Champagner mit mir?"

"Gerne, ich habe noch nie mit einem General Champagner getrunken", antworte ich gespielt verschämt. "Ich habe noch nie Champagner getrunken."

"Ach, und der General ist nichts Besonderes?", meint er gespielt beleidigt. Ein Augenzwinkern zeigt, dass er scherzt.

"Über einen normalen Leutnant bin ich nicht hinausgekommen", halte ich entschuldigend lächelnd dagegen.

"Na, dann komm!"

Mir ist nicht entgangen, dass er mich einfach mit Du anspricht. Ich scheine ihm tatsächlich zu gefallen. Wenn es läuft, wie Ekaterina hofft, dann wird er mich als Escort buchen. Zwar schreckt mich der Gedanke immer noch, dass ich mit einem mir fremden Mann ins Bett steigen soll, um meinem Vaterland zu dienen, aber zumindest ist dieser General kein 70jähriger, bei dem ich Mühe haben würde, dass er seinen Schwanz hochkriegt.

Der General nimmt mich am Arm und geht auf den Ausschank zu. Natürlich weichen die Leute zur Seite und er wird auch sofort bedient. Mit den Gläsern in der Hand manövriert er mich zu einer Sitzecke etwas abseits und lässt sich auf die Couch fallen.

Sein Verhalten ist nicht das eines Gentlemans, aber das wäre bei einem arroganten Mann auch viel verlangt. Als ich mich in den Sessel setzen will, der ihm gegenübersteht, werde ich ausgebremst.

"Hierher!", meint er im Befehlston. Dabei klopft er auf den Platz neben sich.

Folgsam setze ich mich zu ihm und er reicht mir eines der Gläser. Ekaterina hat er schon lange links liegen gelassen. Sie hat sich zwar selbst ein Glas geholt, steht aber etwas abseits, scheint unsicher zu sein und weiß nicht, ob sie zu uns kommen soll oder nicht.

"Prost", meint er.

Ich erhebe daraufhin ebenfalls mein Glas, proste ihm zu und wir nehmen einen Schluck. Dabei spüre ich, wie er eine Hand auf meinen Oberschenkel legt.

"Man kann dich buchen?", will er wissen.

"Da müssen sie mit meiner Chefin sprechen. Sie verwaltet die Termine und kennt die Preise. Ich halte mich aus dem Geschäftlichen draus."

"Das würde mir gefallen", meint er zufrieden grinsend.

Seine Hand rutscht etwas höher und sein Lächeln wird schweinischer. Was der Mann will, ist klar. Jetzt, wo der Zeitpunkt eines möglichen Einsatzes näher rückt und nicht nur eine abstrakte Möglichkeit in weiter Ferne ist, wird mir zunehmen flau im Magen. Aber ein Zurück gibt es an diesem Punkt vermutlich nicht mehr.

"Du bist hübsch und redegewandt. Du könntest mir gefallen."

"Das freut mich", antworte ich gespielt schüchtern.

Seine Hand hat inzwischen den Punkt erreicht, wo sich meine Beine treffen und liegt nun genau auf meinem Venushügel. Der Mittelfinger teilt leicht meine Schamlippen und massiert meine Perle. Mir ist nicht klar, ob er das bewusst oder unbewusst macht. Auf jeden Fall verfehlt er damit nicht sein Ziel. Ich werde erregt und feucht.

"Du bist eine kleine, geile Sau", raunt er mir ins Ohr.

"Ich, warum?"

"Weil du feucht bist, allein von meinem Finger."

Für alle sichtbar nimmt der die Hand von meiner Scham und schnuppert an seinem Mittelfinger. Ich komme mir vor, wie eine Hure, die vorgeführt wird. Viele Männer, die die Modeschau besucht haben, stehen noch immer herum und schauen mehr oder weniger verstohlen zu uns herüber. Sie haben garantiert gesehen, wo der General seine Hand hatte und sein Schnuppern am Finger ist unmissverständlich.

"Sie haben auch alles dafür getan", antworte ich selbstbewusst.

"Bist du sicher, dass es alles war, was ich kann?"

Ohne auf eine Antwort zu warten, fährt er mit der Hand erneut zwischen meine Beine. Diesmal allerdings drängt er sie auseinander und schiebt mir den Finger in mein Fötzchen. Ich spüre jeden Millimeter, der in mich eindringt. Da ich schon annehmbar feucht bin, hat er keine Mühe dabei.

"Wie ich schon sagte, du bist eine kleine, geile Sau."

"Und du würdest gerne mit mir spielen", raune nun ich ihm ins Ohr. Auch ich bin zum Du übergegangen.

"Nicht hier?", grinst er. "Du hörst von mir."

Damit zieht er die Hand zurück und erhebt sich. Ohne noch etwas zu sagen, verschwindet er in der Menschenmenge. Bevor die herumstehenden Männer zu mir kommen können und sich neben mich setzen, ist Ekaterina an meiner Seite und zieht mich hoch.

"Komm, wir fahren nach Hause", meint sie.

Ohne ein weiteres Wort verlassen wir die Halle und steigen in den Wagen, in dem Olga bereits auf uns wartet. Sie fährt auch gleich los. Olga ist wohl nicht nur die Sekretärin.

"Wo seid ihr so lange gewesen?", will Olga nach einiger Zeit wissen.

"Unsere Anastasia ist der Star. Sie hat Semeronov am Haken", antwortet Ekaterina.

"Den General?", staunt Olga.

"Er ist von unserer Neuen hin und weg."

"Habt ihr eine Ahnung, wie peinlich das war?", frage ich leicht entrüstet.

"Was war denn so schlimm?", grinst Olga.

"Er hat mir vor allen Leuten einen Finger in meine Pflaume gesteckt und jeder konnte es sehen."

"Der wird mit dir noch ganz andere Dinge anstellen", lächelt Ekaterina zufrieden. "Wir sind endlich am Ziel."

Kapitel 6

Ich erwache in meinem Bett. Da es gestern spät geworden ist, habe ich auf einen Wecker verzichtet und gehe auch erst einmal ausgiebig frühstücken. Ich habe einen Bärenhunger.

Ich bin noch dabei, eine Tasse Kaffee zu trinken und mir Gedanken über den Tag zu machen, da klinget es an der Tür. Als ich nachschaue, steht Anna davor.

"Hallo Anastasia, kann ich reinkommen?"

"Ja, komm. Kann ich dir eine Tasse Kaffee anbieten?"

"Gern!"

Wir gehen ins Wohnzimmer und setzen uns mit dem Kaffee, den ich zuvor in der Küche geholt habe, auf meiner Couch nieder. Ich kann Anna ansehen, dass sie etwas auf der Zunge hat, sich aber nicht traut, es auszusprechen.

"Was führt dich zu mir?", frage ich deshalb bewusst unverfänglich.

"Was war das gestern bei der Modeschau?", platzt es aus ihr heraus.

"Was meinst du?"

"Du hattest plötzlich ganz andere Kleider an."

"Ist dir das auch aufgefallen", grinst ich.

"Ein Mädchen hat mir gesagt, du hättest dein Höschen ausziehen müssen."

"Das stimmt."

"Warum?"

"Anweisung von Ekaterina."

"Anweisung von der Chefin?"

"Ich glaube, sie hat auch selbst nur auf Anweisung gehandelt."

"Langsam verstehe ich gar nichts mehr."

"So ein General hat es offenbar von ihr verlangt."

"Ein General? Hat sie dir einen Namen genannt?"

"Ja, sie hat den Namen erwähnt. Wie hieß der noch?", antworte ich überlegend. "Ach ja, Semerinov oder so ählich."

"Nikita Semeronov?"

"Ja, so heißt der Knabe", bestätige ich gut gelaunt.

"DER Nikita Semeronov?"

"Offenbar ist das der Oberkommandierende der Schwarzmeerflotte."

"Der wollte dich sehen?"

"Wohl eher meine kleine Dose", lache ich.

"Da bin ich gespannt, ob du ihm gefallen hast."

"Warum?"

"Weil das eine Sensation wäre."

"Eine Sensation?"

"Ekaterina ist seit Jahren hinter diesem Typen her. Bisher hat ihn das Angebot an Mädchen völlig kalt gelassen. Egal was sie versucht hat, er hat nicht angebissen."

"Er wollte nie eine Muschi sehen?"

"Nicht, dass ich wüsste."

"Oh!", bringe ich daraufhin nur hervor.

"Er hat dir also auf die Fotze geglotzt, während der Modeschau?"

"Nicht nur geglotzt."

"Was sonst?"

"Ekaterina hat mich nach der Modeschau zu ihm gebracht und er hat mich vor allen Leuten befummelt. Das war peinlich, kann ich dir verraten."

"Er hat dich befummelt?"

"Ja, Oberschenkel und Muschi betatscht und einen Finger in mich hineingeschoben."

"Der hat definitiv Interesse an dir."

"Das nehme ich auch an."

Es entsteht eine kurze Pause, in der wir beide unseren Gedanken nachhängen. Schon Ekaterina war erfreut darüber, dass der General Interesse an mir gezeigt hat. Dass sie schon seit Jahren versucht, ihn zu ködern, das ist mir neu und rückt damit den gestrigen Abend in ein völlig neues Licht. Aus ihrer Sicht war die Modeschau ein voller Erfolg.

"Hast du Peilsender bekommen?", will nun Anna wissen.

"Ja, fünf Stück. Für alle Fälle."

"Du weißt, wie sie funktionieren?"

"Nein, ich nehme an, ich bringe sie dort an, wo die Rakete einschlagen soll."

"Man hat dir das nicht erklärt?", sie ist fassungslos.

"Mein Gott, das wird nicht so schwer sein."

"Hol sie!", weist sie mich an.

Folgsam, wie ich bin, trotte ich in die Küche, wo ich die Sender hinter Nudeln und Zucker versteckt habe. Dann mache ich mich auf den Weg zurück zu Anna.

"Da, da sind sie."

Sie nimmt einen und inspiziert ihn eingehend. Dann pfeift sie anerkennend.

"Sie haben dir die ganz neue Serie gegeben."

"Neue, alte, was für eine Serie."

"Das ist jetzt egal. Diese Dinger musst du aktivieren. Hier - siehst du den kleinen Schalter."

"Mann, ist der klein."

"Erst, wenn du ihn umlegst, ist der Peilsender aktiv und sendet ein Signal. Das ist, um Strom zu sparen."

"Ah, das klingt vernünftig."

"Du kannst hier die Folie abziehen, dann klebt das Ding. Wenn du ihn an Metall anbringst, genügt es, ihn hinzuhalten. Es ist ein Magnet eingebaut, der ihn dann festhält."

"Das ist einfach."

"Wenn du den Sender aktiviert hast, dann solltest du dich schleunigst vom Acker machen. Etwa drei Stunden später erfolgt der Angriff. Egal, ob du noch da bist oder nicht."

"Das ist ja gefährlich."

"Natürlich ist es das. Aber es geht nicht anders. In der Ukraine, dort wo die Raketen abgeschossen werden, wird das Signal empfangen, sobald der Sender aktiviert ist. Damit erfolgt dann automatisch etwa drei Stunden später der Abschuss."

"Wenn ich den Sender an einer Raketenabwehranlage anbringe, wird dann nicht unsere Rakete abgeschossen, wenn sie im Anflug ist?"

"Theoretisch ist das so. Diese Sender sind aber ganz gemein."

"Die der neuen Generation?"

"Ja, sie senden zwei Signale. Eines für unsere Raketen und eines für die russischen. Sobald unsere Rakete im Anflug ist, starten die russischen, um sie abzufangen. Diese empfangen nun aber das zweite Signal des Senders und ändern ihren Kurs."

"Sie zerstören das eigene Ziel?"

"Genau, alles richtet sich auf diesen einen Peilsender aus."

"Das ist aber gemein", kichere ich.

"Wir sind im Krieg", grinst auch Anna.

"Ok, dann werde ich es heute oder morgen bei der Raketenabwehranlage versuchen."

"Du sollst die ausschalten?"

"Ja, das hat Ekaterina gesagt."

"Dann musst du je einen Peilsender auf das Radarsystem und auf das Fahrzeug kleben, von dem die Raketen abgefeuert werden, mit denen unsere Geschosse abgefangen werden sollen."

"Zwei Sender?"

"Ja, das ist sicherer, aber etwas aufwendiger."

"Warum muss das ausgerechnet ich machen?"

"Weil du gut bist?", meint sie und zwinkert mir zu.

Wir plaudern noch einige Zeit über belanglose Dinge. Anna macht sich dann gegen Mittag auf den Weg. Ich überlege kurz, dann gehe auch ich außer Haus. Mein Ziel ist die Raketenabwehranlage, wo ich mich auf die Lauer legen will.

Mit einem luftigen Sommerkleid und meinem roten Bikini drunter, mache ich mich auf den Weg zum Strand, von dem aus man die Abschussrampe beobachten kann. Ich breite mein Handtuch aus und streife das Kleid über den Kopf. Nur noch mit dem wenigen Stoff am Körper lege ich mich in die Sonne.

Aus dem Augenwinkel heraus beobachte ich mein Zielobjekt. Die Bewachung ist ein Witz. Soweit ich sehe, ist nur ein Mann bei der Anlage. Für eine so wichtige Anlage erscheint mir das viel zu wenig. Man ist sich wohl ausgesprochen sicher, dass nichts passieren kann.

Um 14 Uhr ist Wachwechsel. Die beiden klatschen sich ab, wechseln noch ein paar Worte, von denen ich nicht verstehe, ob es sich um private Dinge oder Informationen zum Dienst handelt, und von da an dreht ein neuer Soldat lustlos seine Runden. Diese ist im Wesentlichen immer dieselben.

Als der Mann etwa eine Stunde nach dem Wechsel bei seiner dritten Runde erneut in etwa 30 Meter Entfernung von meinem Platz vorbeikommt, stehe ich auf und räkle mich in der Sonne. Ich tue so, als ob ich geschlafen hätte und gerade aufgewacht bin.

Anschließend laufe ich auf das Meer zu, wate ins Wasser und springe in die Fluten. Auch, wenn ich so tue, als würde ich nicht auf meine Umgebung achten, kann ich genau beobachten, wie der Wachmann mir aufmerksam hinterherschaut. Ihm scheint zu gefallen, was er sieht.

Ich plantsche im Wasser herum und warte, bis er bei der nächsten Runde erneut in meine Nähe kommt, bevor ich aus dem Wasser steige. An meinem Platz trockne ich mich umständlich ab und beginne, Sonnencreme aufzutragen.

"Soll ich dir helfen?", sagt der Mann plötzlich hinter mir.

Mir war schon aufgefallen, dass er sich auf den Weg zu mir gemacht hat und damit seine gewohnte Runde verlassen hat. Offenbar geht mein Plan auf, mich mit den Wachleuten anzufreunden.

"Ja, gerne. Wäre super, wenn du mir den Rücken eincremen könntest."

"Nur den Rücken?", meint er und lächelt süffisant.

"Sei zufrieden mit dem Rücken. Du bist einer der Wenigen, die ich je an meinen Rücken gelassen habe."

"Bist du prüde?"

"Nein, ich habe nur noch nicht so oft Sonnencreme verwendet", grinse ich schelmisch.

Das Eis ist damit offenbar gebrochen, denn er lächelt zurück und als er meinen Rücken eincremen darf und dabei auch etwas an den Seiten nach vorne fährt, um die Ansätze meiner Möpse zu berühren, lasse ich ihn gewähren. Erst als er mir an die linke Brust fassen will, drehe ich mich weg.

"Sei mit dem zufrieden, was ich dir erlaube!", ermahne ich ihn. Dabei ziehe ich die rechte Augenbraue nach oben und schaue gespielt streng drein.

"Schon gut, schon gut. Es war zu verlockend. Ich werde mich in Zukunft an das halten, was du sagst", versichert er.

"Dann ist ja gut."

Vorsichtig macht er weiter. Dabei lässt er seine Hände nicht einmal mehr zu den Ansätzen meiner Möpse streichen und beschränkt sich tatsächlich nur noch auf den Rücken. Lediglich am unteren Rücken zählt er einen Teil des Hinterns noch zum erlaubten Gebiet. Aber ich lasse ihn in diesem Fall wieder gewähren. Schließlich will ich ihn ködern.

"Ich habe dich noch nie hier gesehen", meint er.

"Ich bin auch erst seit ein paar Tagen hier."

"Arbeit?"

"Ja, ich möchte als Model durchstarten."

"Hübsch bist du, daran besteht kein Zweifel."

"Danke, das ist lieb von dir", kokettiere ich.

"Kommst du nun öfters hierher?"

"Wenn es die Zeit erlaubt. Schließlich soll ein Model auch eine gesunde Bräune vorweisen können und dieser Platz gefällt mir."

"Dann werden wir uns öfters sehen?"

"Wenn du auch öfters da bist."

"Ich bin hier stationiert. So schnell werde ich wohl nicht versetzt werden."

"Dann kannst du mir noch öfter den Rücken eincremen, du machst das richtig gut", schmeichle ich ihm.

"Nichts lieber als das", grinst er.

Wir plaudern noch einige Zeit über belanglose Dinge. Er fühlt sich in meiner Gegenwart offenbar wohl und schielt nur ab und zu hinüber zum Raketenabwehrsystem. Wirklich ernst nimmt er seine Aufgabe damit nicht. Daraus schließe ich, dass die Wachen nicht kontrolliert werden und damit nichts zu befürchten haben, wenn sie sich zwischendurch von ihrem Posten entfernen.

Plötzlich klingelt mein Handy. Als ich abhebe, ist Ekaterina dran. Sie kommt ohne Umschweife zum Thema. Ich müsste so schnell wie möglich zu einem Fotoshooting. Ein anderes Mädchen sei ausgefallen und sie habe keinen anderen Ersatz als mich auftreiben können, erzählt sie. Ich müsste schon in einer Stunde im Studio sein, sonst drohe ihr eine hohe Konventionalstrafe.

Ich sage zu, verabschiede mich von Piotr dem Wachmann und mache mich auf den Weg. Ich sage nicht, dass ich von meiner Chefin zu einem Fotoshooting gerufen wurde, ich lüge ihm vor, meine Mutter hätte mich nach Hause beordert. Als er mir mitleidig hinterherblickt, weiß ich, dass er mir die Lüge abgekauft hat.

Kapitel 7

"Hallo!", rufe ich.

Ich stehe in einer Lagerhalle, einer ganz normalen Lagerhalle. Am Türschuld steht "Fotostudio Stanislav". Demnach müsste die Adresse, die mir Ekaterina gegeben hat, richtig sein. Allerdings kommt mir die Sache etwas sonderbar vor. Nachdem sich auf mein dreimaliges Klingeln hin immer noch niemand gemeldet hat, habe ich versucht die Tür zu öffnen und bin eingetreten. Aber da ist immer noch keiner.

"Hallo!", brülle ich noch etwas lauter.

Plötzlich höre ich ein Räuspern und als ich mich umdrehe, kommt ein Mann auf mich zu. Er ist dabei, die Hose zu schließen und grinst von einem Ohr zum anderen.

"Ja, ja, da bin ich ja schon. Nicht so eilig!"

Ich bin noch beim Überlegen, ob er auf der Toilette war, da kommt aus der gleichen Richtung eine junge Frau auf mich zu, die sich ebenfalls ihre Kleidung zurechtzupft. Sie schaut ein wenig derangiert aus. Er war also nicht auf der Toilette, er hat das Mädchen gefickt. So wie sie aussieht, war es keine zärtliche Vereinigung, sondern eher wilder, ungehemmter Sex.

Als sie mit hochrotem Kopf an mir vorbei zur Tür eilt, kommt sie mir ausgesprochen jung vor. Ich glaube nicht, dass sie schon volljährig ist. Ihre Körperhaltung und der Gesichtsausdruck lassen in mir heftige Zweifel aufkommen, dass sie freiwillig Sex mit dem Fotografen hatte. Sie blickt beschämt zur Seite und wirft mir einen mitleidigen Blick zu.

Der Fotograf allerdings schenkt ihr keine Beachtung mehr. Er mustert mich von oben bis unten und pfeift anzüglich. Offenbar gefällt ihm, was er sieht.

"Da bin ich aber froh, dass das andere Model nicht kommen konnte, wie heißt sie noch?"

"Ich weiß es nicht. Ich bin noch neu bei der Agentur."

"Aber du weißt, wie der Hase läuft?"

"Ich bin schon länger im Geschäft, wenn du das meinst", lüge ich.

"Dann ist ja alles gut. Wir machen heute ein Shooting mit Unterwäsche. Ein Kaufhaus will seine Ware besser präsentieren."

"Das ist mir egal. Wo kann ich mich umziehen und wo willst du die Fotos machen?"

"Da drüben", meint er und deutet in eine Ecke.

Als ich dorthin blicke, erkenne ich nur den Hintergrund, etwas abseits steht ein Tisch, auf dem verschiedene Wäschestücke liegen.

"Und wo ziehe ich mich um?"

"Du willst doch nicht eine eigene Garderobe. Du ziehst dich hier um oder willst du Zicken machen?"

"Nein, das passt schon", lenke ich erst einmal ein. Ich will den Job nicht gleich von Anfang an in den Sand setzen.

Ich straffe meinen Rücken, gehe, betont selbstbewusst, zum Tisch und beginne mich auszuziehen. Ich drehe dem Fotografen zwar den Rücken zu, ziehe mich aber nackt aus, schlüpfe anschließend in den winzigen Tanga und den BH, die bei einem Schild mit der Nummer 1 liegen. So bekleidet trete ich vor den Hintergrund.

"Dann wollen wir mal", meint er trocken und beginnt zu knipsen.

Ich versuche mich in verschiedenen Posen zu präsentieren, er gibt mir dazu noch Tipps und Anweisungen. Er scheint dabei recht zufrieden zu sein. Ich versuche, mich so professionell, wie möglich, zu zeigen und meine Unsicherheit zu überspielen. Ich habe den Eindruck, ihm fällt nicht auf, dass es mein erstes Fotoshooting ist.

"Zieh das zweite Set an!"

Bei dieser Ansage gehe ich wieder zum Tisch, ziehe mich aus und die Wäsche an, die beim Schild mit der Nummer 2 liegt. Zurück vor dem Hintergrund beginnt wieder das Knipsen. So geht das mit fünf oder sechs verschiedenen Wäschekombinationen. Alles läuft hochprofessionell ab. Sein Blick ist zwar manchmal etwas lüstern, aber es kommt nicht eine anzügliche Bemerkung oder sonst etwas, das ihn als Lüstling entlarven würde.

Langsam beginne ich mich zu entspannen. Mein Verdacht, dass er jedes seiner Models vögeln will, verflüchtigt sich. Offenbar war mein Eindruck von vorhin falsch und ich habe das Mädchen oder die Situation wohl nicht richtig eingeschätzt.

Als ich jedoch zum siebten Set komme, wird mir bewusst, dass es Ouvert-Wäsche ist. Der Slip hat einen deutlichen Schlitz, durch den meine Spalte blitzt. Der BH besteht nur aus Spitze und die Körbchen haben je ein Loch, damit die Brustwarze hervorstechen kann.

Bei solcher Wäsche muss ich schlucken. Mich so zu zeigen und vor allem fotografieren zu lassen, kostet mich einiges an Überwindung. Aber auch hier versuche ich professionell zu bleiben und gehe erneut zurück zum Hintergrund, vor dem er mich bisher schon fotografiert hat.

Doch, anstatt die Kamera hochzunehmen, kommt er auf mich zu. Er mustert mich eingehen, vor allem meine Brüste und mein Becken.

"Das müssen wir ein wenig in Form bringen", grinst er schelmisch.

Er packt meine rechte Brust mit einer Hand, packt mit der anderen den Nippel und zieht ihn durch das vorgesehen Loch noch etwas weiter hervor. Dann wendet er sich zur linken Seite und bringt auch dort auffallend umständlich meine Brustwarze in Position. Viel besser, als vorher ist es zwar nicht, aber er konnte an mir herumfummeln. Zumindest gehe ich davon aus, dass genau das seine Absicht war.

Als er vor mir auch noch in die Hocke geht und mir zu verstehen gibt, dass ich meine Beine etwas weiter spreizen soll, kostet es mich ganz schön Überwindung. Ungeniert packt er meine Schamlippen und zieht sie durch die Öffnung im Ouvert-Slip deutlich hervor.

"So sieht er schon besser aus", meint er. "Diese Wäsche erfüllt schließlich einen bestimmten Zweck. Der Mann soll schön zugreifen können."

Für mich überraschend packt er noch einmal zu. Diesmal aber versucht er mir einen Finger in meine Scheide zu schieben. Da ich komplett trocken bin, gelingt ihm dies nicht und als es anfängt weh zu tun, weil er nicht von mir ablassen will, weiche ich zurück.

"Lass das!", fauche ich.

"Mädchen, du weißt doch, wie der Hase läuft. Hier wird getan, was ich will, wenn du noch weiter mit mir arbeiten willst."

Die Drohung ist klar. Wer nicht spurt, wird nicht mehr gebucht und verdient damit auch kein Geld mehr. Bei normalen Models hat dies vermutlich Wirkung.

"Hast du die Kleine vorhin mit der gleichen Drohung dazu gebracht, dass sie sich hat vögeln lassen?"

"Die ist schon so gefügig, dass ich gar nichts mehr sagen brauche", lacht er überheblich. "Die spreizt die Beine, kaum dass sie mich sieht. Die bettelt beinahe danach, gefickt zu werden."

"Für dich sind die Mädchen nur Ware. Du widerst mich an."

"Oh, so eine bist du", kontert er.

"Was für eine?"

"Eine von denen, die glauben, etwas Besseres zu sein."

"Ich bin nicht besser, aber ich will respektiert werden."

"Du wirst mir doch nicht erzählen, dass du dich in diesem Job halten konntest, ohne die Beine breit zu machen?"

"Dann glaub es halt nicht. Mir egal!"

Nun geht das Fotografieren weiter. Nach dem Ouvert-Slip kommen noch einige Negligés und andere aufreizende Teile. Ich muss zugeben, es sind ausgesprochen hübsche Stücke.

"Das war´s", meint er, als wir die Fotos mit dem letzten Set im Kasten haben. "Komm mit!"

"Wohin?"

"Das wirst du schon noch früh genug sehen."

In Unterwäsche folge ich ihm. Er geht auf die Stelle zu, hinter der er und später auch das junge Mädchen hervorgekommen sind. Ich habe bereits eine Vorahnung, will aber nicht gleich auf Widerstand schalten. Deshalb folge ich ihm und wir kommen in einen Raum, in dem ein Bett steht. Die Bettwäsche ist zerwühlt und ich wette, darauf hat er vorhin noch die Kleine gefickt.

"Zieh dich aus!", befiehlt er.

"Wozu?"

"Du stellst echt dumme Fragen. Jetzt werde ich dich ficken und weil du so aufmüpfig bist, nehme ich mir deinen Arsch vor."

"Du willst Sex mit mir? Wie kommst du auf so eine Idee?"

"Das ist so üblich."

"Mir hat man nichts davon gesagt."

Bei diesen Worten will ich mich bereits umdrehen und gehen, da packt er mich am Handgelenk, reißt mich herum und wirft mich aufs Bett. Zunächst steht er überheblich grinsend über mir. Doch als ich mich bewege und Anstalten mache, aufzustehen, da will er sich auf mich werfen. Seine Absichten sind mehr als deutlich.

Geistesgegenwärtig winkle ich mein linkes Bein an und treffe ihn mit dem Knie genau an der für Männer besonders empfindlichen Stelle. Da er sich zu allem Überfluss mit sehr viel Schwung auf mich werfen wollte, ist der Aufprall äußerst heftig. Doch ich achte nicht auf ihn. Mit dem Anwinkeln des Knies wälze ich mich auch schon zur Seite, damit der Typ nicht auf mir landet. Das wäre ungünstig.

Mein Plan geht auf und Stanislav fällt laut brüllend neben mir aufs Bett. Er fasst sich mit beiden Händen in den Schritt und brüllt , wie ein verletztes Tier immer wieder laut auf.

"Du - blöde - Schlampe!", keucht er. "Jetzt - hast - du - den - Bogen - gewaltig - überspannt."

Seine Worte sind abgehakt und kaum verständlich. Der Schmerz zwischen seinen Beinen muss echt groß sein. Die Wut, die sich auf seinem Gesicht widerspiegelt, ist jedoch mindestens genauso groß. Sein aufgeblasenes Ego ist sichtlich ramponiert.

Er greift nach mir und reißt mir den BH vom Leib. Die Bänder bersten, der Stoff bricht und ich stehe mit nackten Titten über ihm. Sein Bick geht automatisch dorthin. Er ist definitiv ein Lüstling, selbst in einer solchen Situation. Aber das werde ich ihm austreiben, ein für alle Mal, nehme ich mir vor.

"Jetzt bist du fällig!", faucht er.

Als er sich auf mich stürzen will, weiche ich geschickt aus. Er ist nicht so sportlich, ist nicht kampferprobt, wie ich, und er ist noch immer vom Schmerz eingebremst. Trotzdem ist er ein Mann und damit vermutlich stärker als ich. Mir ist klar, dass ich auf der Hut sein muss. Er ist, wie ein verletztes Tier und damit zu allem fähig.

Ich entscheide mich, zu verschwinden. Doch dabei habe ich die Rechnung ohne Stanislav gemacht. Er bekommt mich an einem Bein zu fassen und schon liege ich wieder der Länge nach auf dem Bett. Scheiße!

Bevor ich realisieren kann, woher er sie hat, hält er plötzlich einige Kabelbinder in Händen. Ich gehe davon aus, dass er sie irgendwo in der Nähe der Matratze griffbereit versteckt hat, sollte er Lust auf perverse Spielchen verspüren. Aber nicht mit mir!

Er will sich auch gleich auf mich werfen, um meine Hände zu packen und zu fesseln. Das gelingt ihm sogar und nun kniet er siegessicher über mir. Er ist sich allerdings zu sicher. Neckend packt er meine linke Brustwarze und zeiht daran.

"Mit deinen Titten werde ich noch viel Spaß haben. Man kann verdammt viel mit ihnen anstellen. Für dich dürfte das allerdings weniger erfreulich sein", grinst er.

Er fühlt sich bereits als Sieger. Ich kann das zwar verstehen, weil bei jeder anderen Frau wäre er ihr in dieser Position komplett überlegen. Ich liege unter ihm, er kniet über mir und ist zudem der Stärkere. Er weiß nur nicht, dass ich als Agentin bestens auf solche Situationen vorbereitet wurde.

Als er erneut nach meiner rechten Hand greifen will, überrumple ich ihn. Ich werfe ihn trotz der gefesselten Hände mit aller Kraft über mich hinweg, wobei ich meine Beine ruckartige anhebe und ihn damit über mich hinweg katapultiere. Dabei knallt er mit dem Kopf gegen die dahinterliegende Wand. Ich stehe geschmeidig auf und versetze ihm zur Sicherheit einen heftigen Tritt mit der Ferse in die Nieren. Keuchend sackt er auf die Matratze zurück.

"Du Schlampe, das wirst du mir büßen!", faucht er unter Schmerzen.

"Schauen wir mal, wer zuletzt lacht", antworte ich gelassen.

Allerdings habe ich keine Lust mehr, ein Risiko einzugehen und will die Sache so schnell wie möglich beenden. Ich versetze ihm einen gezielten Faustschlag gegen die Schläfe und schicke ihn damit ins Land der Träume. Trotz der gefesselten Hände sitzt der Schlag perfekt.

Ich will nicht zu viel zeigen, dass ich das Kämpfen gewohnt bin. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ihn mit nur einem Schlag kampfunfähig zu machen. An den wird er sich vermutlich später gar nicht erinnern, wenn er mit brummendem Schädel wieder zu sich kommt.

Ich überlege kurz, was ich machen kann. Ihn einfach zu fesseln und zurückzulassen, ist mir zu wenig. Er soll nie wieder eine Frau gegen ihren Willen anfassen und schon gar nicht zu etwas zwingen.

Deshalb befreie ich mich zunächst von meinen Handfesseln, ziehe ihn nackt aus, nehme die Kabelbinder, die verstreut herumliegen, da ich sie ihm beim Kampf aus der Hand geschlagen habe, und fessle seine Hände an die Knie. Er liegt nun vor mir, wie ein Käfer auf dem Rücken. Ich stopfe ihm noch meinen zerrissenen BH in den Mund und gehe mich erst einmal umziehen.

Als ich in meinen Kleidern zurückkomme, ist er immer noch leicht benommen, aber wieder halbwegs bei Bewusstsein. Als er mich sieht, reißt er die Augen weit auf. Den Knebel muss er ausgespuckt haben, denn der BH liegt ein Stück von ihm entfernt auf dem Bett.

"Was soll das?", faucht er.

"Was soll was?", grinse ich gelassen. Ich bin ganz ruhig.

"Du hast mich gefesselt."

"Das musst du mir nicht sagen, ich war dabei", ärgere ich ihn.

"Was hast du vor?"

"Nach was sieht es denn aus?"

"Mach mich sofort los, du Schlampe!"

"Ich denke nicht, dass du in der Lage bist, Befehle zu erteilen."

Bei diesen Worten stoße ich mit meinem rechten Fuß leicht gegen seinen Hoden. Es ist zu schwach, um ihm Schmerzen zuzufügen, aber ein deutliches Zeichen, dass ich das Sagen habe und auch kräftiger zutreten könnte, wenn ich wollte.

Offenbar hat er meinen Hinweis verstanden und verhält sich zunächst ruhig. In seinen Augen kann ich jedoch die aufsteigende Angst erkennen. Er traut mir inzwischen offenbar alles zu und das will ich ausnützen.

"Wie viele Mädchen hast du zum Sex gezwungen?"

"Gezwungen? Das ist nicht das richtige Wort, überredet, so könnte man sagen."

"Überredet? Mit welchen Mitteln?"

"Das sind doch alles Nutten, die wollen doch gefickt werden."

"Ah, wollen sie das wirklich?"

"Es gibt doch nichts Schöneres als zu vögeln."

"Für dich oder für die Mädchen?"

Als er keine Antwort gibt und mich nur anstarrt, habe ich den Eindruck, als würde er einen Moment der Erkenntnis haben. Aber dieser hält nur ganz kurz an. Dann ist sein Blick wieder versteinert.

"Hast du eine Ahnung, was du einem Mädchen oder einer jungen Frau antust, wenn du sie zum Sex zwingst?"

"Ich bin doch keine Frau. Ich denke aber, dass sie Spaß hat."

"Einen Heidenspaß. Du willst schließlich auch unbedingt mit jeder ins Bett, auch mit der Oma von nebenan."

"Gott bewahre, die alte Hexe", wehrt er angewidert ab.

"Siehst du, so ähnlich würde es mir oder dem Mädchen von vorhin gehen, wenn wir Sex mit dir haben müssten."

"Jetzt übertreibst du!", meint er empört.

"Du bist ein widerlicher Kerl, anders kann ich dich nicht bezeichnen. Wenn du auch der letzte Mann auf dieser Welt wärst, ich würde verzichten. Von mir aus könnte dann die Menschheit aussterben."

"Ha ha, guter Witz!", meint er.

Ich antworte darauf nicht. Ich gehe um ihn herum und beobachte ihn. Ich muss nachdenken, wie ich den Widerling bestrafen könnte.

"Was willst du dann mit mir? Wozu hast du mich nackt ausgezogen? Willst du mir zeigen, wie es ist, wenn man zum Sex gezwungen wird?", lacht er hämisch auf.

"Nein, ich will verhindern, dass du noch einmal eine Frau zum Sex zwingst."

"Und wie willst du das schaffen?"

Ich stehe auf und schlendere zu einem Tisch, auf dem ich kurz zuvor ein Teppichmesser entdeckt habe. Da er nicht weiß, was ich vorhabe, schaut er mir leicht irritiert hinterher. Als ich aber das Messer in die Hand nehme und es ihm zeige, kehrt die Angst in seinen Blick zurück, ja fast schon Panik.

"Was hast du vor?", brüllt er vor Angst. Der Schweiß auf seiner Stirn ist deutlich zu erkennen.

"Ich überlege, das Tatwerkzeug zu entfernen", grinse ich.

"Das Tatwerkzeug? Was denn für ein Werkzeug?"

"Womit hast du die Frauen denn gevögelt?", frage ich und lache süffisant.

Gleichzeitig mache ich mit der rechten Hand eine Faust, lasse nur den Zeigefinger ausgestreckt und schwenke damit hin und her. Stanislav versteht sofort, dass ich damit seinen Schwanz meine. Die Panik ist in seinen Augen mehr als deutlich zu erkennen.

"Du willst doch nicht ...!?"

Erneut wackle ich mit dem Finger. Ich genieße seine Angst, die ich sogar riechen kann. Der Mann traut mir wohl alles zu, vermutlich zu Recht.

"Wenn das weg ist, dann haben die Frauen Ruhe. So einfach ist das."

"Das kannst du nicht machen!"

"Das ist ganz einfach. Zack und weg ist das kleine Ding", lache ich auf.

"Ich verblute!"

"Du hast sicher einen Erste-Hilfe-Koffer da und sonst ist auch nicht schlimm."

"Nein, nicht das?"

"Ich überlege noch, wie ich es mache. In den Harems der alten Sultane im Orient, da gab es drei Arten von Eunuchen."

"Was sind Eunuchen?"

"Das sind Männer, die - Zack - nicht mehr in der Lage sind eine Frau zu schwängern und deshalb auf die Frauen des Sultans haben aufpassen dürfen."

"Du willst mich entmannen?"

"Ja, gut, dass du das endlich verstanden hast. Das ist doch die beste Lösung, dann kannst du kein Unheil mehr anrichten."

"Nein, das kannst du nicht machen!", schreit er. Todesangst könnte nicht dramatischer sein. Dabei geht es nur um einen recht kleinen Teil seines Körpers.

"Kann ich nicht?", frage ich süffisant lächelnd. "Ich will dir zunächst erklären, welche Unterschiede es bei den Arabern gab. Da gab es die Eunuchen, die konnten sogar noch vögeln, konnten aber nur noch mit Platzpatronen schießen. Dazu hat man hier einen Schnitt gemacht..."

Dabei ziehe ich mit dem Nagel des rechten Daumens an der Unterseite seines Hodensackes eine Linie. Da ich etwas fester zudrücke, spürt er auch in seiner Position den Nagel, obwohl er wegen des gebogenen Rückens nicht richtig zusehen kann. Da er wohl glaubt, ich würde mit dem Messer schneiden, zuckt er zurück, so weit er in seiner Fesselung kann und schreit laut, als hätte ich ihn dabei erstochen.

"Durch den Schnitt wird der Samenleiter herausgezogen und durchtrennt. Dann näht man den Schnitt wieder zu."

"Das kannst du nicht machen!", jammert er.

Offenbar hat ihm meine Demonstration so viel Angst eingeflößt, dass er zu resignieren beginnt. Er bereut sein Handeln. Das aber wohl auch nur, weil es ihn in diese Lage gebracht hat, nicht aus Mitgefühl mit seinen Opfern.

"Das kann ich wirklich nicht machen. Dann würdest du ja weitermachen. Du kannst zwar keine Kinder mehr zeugen, aber Frauen zum Sex zwingen kannst du immer noch."

"Nein, das werde ich ganz bestimmt nicht mehr tun", versichert er. Der Mann klingt weinerlich und verzweifelt. Tränen rinnen über seine Wangen.

"Da hast du recht. Denn die zweite Methode ist effizienter."

Ich packe mit der rechten Hand seinen Hodensack und nehme ihn zwischen Daumen und Zeigefinger, die ich langsam zusammendrücke. Damit treten seine Kugeln zunehmend deutlicher hervor. Es muss ihm mit der Zeit auch wehtun, da er sein Gesicht verzieht.

"Ich schneide dir einfach die Eier weg. Dann bist du wie ein Ochse. Der Schwanz steht nicht mehr und du kannst keiner Frau mehr etwas zu Leide tun. Was sagst du?"

"Nein, bitte nicht!", brüllt er panisch.

"Na gut, dann die dritte Methode. Dabei wird alles weggeschnitten."

Diesmal umschließe ich sein Geschlechtsteil mit Daumen und Zeigefinger gleich hinter dem Körper. Ich umspanne damit nicht nur den Hodensack, sondern auch die Wurzel seines Schaftes. Ich fahre mit dem Nagel des Zeigefingers der anderen Hand rund um meine Finger und damit rund um sein Gehänge.

"Ich werde in etwa hier schneiden", sage ich mit einem hämischen Lachen.

"Nein, du bist wahnsinnig!", ruft er. "Völlig von Sinnen."

Ein ängstliches Zittern ist in der Stimme zu hören und seine Augen sind weit aufgerissen und feucht von den Tränen. Er schaut mich flehend an und ich erkenne nur noch einen gebrochenen Mann. Er ist im Grunde ein Angsthase und hat nur seine Macht über die Frauen ausgenützt, weil er wusste, dass sie schwächer und auf seine Aufträge angewiesen sind.

Ich schaue mich um und sehe einen Besen. Den hole ich und ramme ihm den Stiel ziemlich tief in den Hintern. Er schreit auf. Es muss sich in etwa so anfühlen, als hätte er einen nicht zu gut entwickelten Schwanz im Arsch stecken.

"Was machst du jetzt?", keucht er.

"Ich will doch nicht, dass du zur Seite kippen kannst", grinse ich.

Als der Stiel tief genug im Arsch des Widerlings steckt, stehe ich auf und schaue verächtlich auf ihn herab.

"Für dieses Mal lasse ich deine Eier dran. Aber wehe ich höre, dass du noch einmal ein Mädchen oder eine Frau gegen ihren Willen angefasst hast, dann komme ich wieder und dann kannst du dich von deinem Familienglück verabschieden. Haben wir uns verstanden?"

"Ich werde nie mehr eine Frau anfassen, ganz bestimmt nicht!", versichert er. "Das schwöre ich."

"Gut, dann kann ich ja gehen."

"Halt!", ruft er, als ich mich zum Gehen wende.

"Was ist?"

"Du kannst mich doch nicht hier so liegen lassen?"

"Ich hoffe es kommt jemand vorbei und befreit dich", grinse ich.

"In einer Stunde kommt eine Frau, der ich besonders oft und auf besonders fiese Weise wehgetan habe", meint er kleinlaut.

"Oh, ich verstehe. Du hast Angst, dass sie sich an dir rächt", grinse ich.

"Das macht sie sicher, nach dem, was ich das letzte Mal mit ihr gemacht habe."

"Du bist ein kleiner Sadist?"

"Sie hat alles mit sich machen lassen", verteidigt er sich.

"Oh, das ist ja noch schöner. Sie ist schuld, dass du ein Widerling bist und dich an ihr vergehst?"

"Nein, das wollte ich nicht sagen."

"Hast du aber."

"Scheiße!"

"Tschau, Stanislav. Ich komme demnächst wieder, um zu schauen, wie es dir geht. Mach´s gut!", verabschiede ich mich.

Diesmal gehe ich unbehelligt und achte auch nicht auf das Rufen und Fluchen, das von ihm kommt. Ich hoffe, dass er nie wieder eine Frau anfasst.

Kapitel 8

Mit mir zufrieden mache ich mich auf den Heimweg. Als ich die Treppe hochsteige, ruft mich Ekaterina nach, ich sollte zu ihr ins Büro kommen. Auch, wenn ich dazu im Moment wenig Lust habe, drehe ich um und folge ihr.

In ihrem Büro sitzt ein Mann, den ich auf etwa 50 Jahre schätze. Er erhebt sich, als wir eintreten, und mustert mich eingehend. Ich erkenne ihn sofort wieder. Es ist der Kommandant der Schwarzmeerflotte, der Mann, der bei der Modenschau meine Muschi sehen wollte.

"General Semeronov, darf ich ihnen Anastasia Serinskaya vorstellen. Ihretwegen sind sie hier."

"Komm her, mein Täubchen", sagt er zu mir. Ekaterina beachtet er gar nicht.

"Herr General", grüße ich und trete vor ihn. "Sie sind meinetwegen hier?"

Da er sich inzwischen wieder gesetzt hat, muss ich auf ihn hinabschauen. Die Situation ist mir etwas unangenehm. Vor allem auch, weil ich nicht weiß, was der Mann von mir will. Bereits bei der Modenschau hat er mir sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, mehr als mir lieb gewesen wäre.

Er aber grinst mich nur an und fasst mir mit einer Hand zwischen die Beine. Mit dem Mittelfinger massiert er meine Spalte unter dem Jeansstoff. Da ich nur eine sehr knappe Hotpants anhabe, schiebt er wenig später einen Finger im Schritt in den Beinausschnitt und damit am Stoff vorbei. Daraufhin massiert er meine nackte Scham und ich versuche, mich ihm nicht zu entziehen.

"Ich nehme sie. Vorher will ich sie aber begutachten", meint er.

"Ich nehme sie?", frage ich irritiert.

"Wenn der Herr General mit der Begutachtung zufrieden ist, bucht er dich exklusiv. Das heißt, du musst drei Mal die Woche zu ihm und alles tun, was er von dir verlangt."

"Alles?"

"Ja alles, absolut alles", stellt der General klar. Dabei grinst er vielsagend. Er scheint es zu genießen, Macht über mich zu haben.

Ich aber muss schlucken. Er will mich als Nutte oder als Sexsklavin oder beides. Wo bin ich da nur hineingeraten. Ich bin kurz davor zu sagen, dass er sich das abschminken kann. Als ich aber zu Ekaterina schaue und ihren flehenden Blick sehe, überlege ich es mir doch noch anders.

Ich weiß, dass sie seit Jahren versucht, an genau diesen General heranzukommen und, dass es für sie ganz besonders wichtig ist, dass ich nun mitspiele. Eine solche Chance kommt nicht so leicht wieder.

Die Scheiße bei der Sache ist nur, mit dem Feind muss ich ins Bett steigen, nicht sie. Aber ich habe auch geschworen, meinem Vaterland zu dienen. Ich werde also wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen.

"Das Finanzielle habt ihr beide bereits geklärt?", frage ich. Damit versuche ich meine Bedenken zu zerstreuen und das Thema zu wechseln.

Ich sehe, wie meine Chefin erleichtert ausatmet. Auch, wenn sie es zu verbergen sucht, fällt es mir auf. Sie ist erleichtert.

"Sagen sie, was sie verlangen. Geld ist kein Problem", grinst er hinterhältig.

Ich wette, die Zeche für mein künftiges Dasein als Sexsklavin bezahlt die Kriegskasse. Aus seinem privaten Säckel kommt bestimmt kein einziger Rubel. Aber das kann mir egal sein.

Ich bin damit nahe am Feind und werde versuchen, so schnell wie möglich, einen Weg zu finden, meine neue Position auszunützen, um der Schwarzmeerflotte und damit Russland den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Auch mir ist klar, dass ich in der Position, in der ich sein werde, ungeahnte Möglichkeiten haben werde, dem Feind zu schaden.

"Das Finanzielle regelt die Chefin", sage ich und schaue zu Ekaterina.

"Das machen wir schon", versichert sie. Dabei schaut sie mich dankbar an. Ich kann mir vorstellen, was in diesem Moment in ihr vorgeht. Auch für sie ist dies ein Erfolg, vor allem für sie als Agentenführerin.

"Was soll ich tun?"

"Zieh dich aus!", verlangt der General.

Folgsam ziehe ich mich heute zum zweiten Mal vor einem mir fremden Mann aus. Langsam lasse ich die Kleider fallen und stehe bald nur noch mit dem String bekleidet vor ihm. BH habe ich keinen mehr an. Den, den ich anhatte, hat der Fotograf vorher zerrissen und deshalb habe ich ihn zwar mitgenommen, um keine Spuren zu hinterlassen, ihn dann aber unterwegs in den Müll geworfen.

Auf sein Kopfnicken hin, ziehe ich auch das letzte Stücken Stoff aus und bin nackt, komplett nackt. Nun bleibe ich vor ihm stehen und verschränke die Arme vor der Brust.

"Ich sehe, du musst noch einiges lernen", brummt er. "Die Hände werden hinter dem Rücken verschränkt, damit ich deine Titten gut sehen und anfassen kann."

Ich komme diesem Hinweis nach und meine Arme verschwinden hinter meinem Körper. Der General grinst zufrieden und beginnt damit, genüsslich meine Brüste zu mustern. Zunächst schaut er sie nur an, dann nimmt er auch seine Hände zu Hilfe.

Er beginnt damit, sie abwechselnd zu massieren, sie zu kneten und die Nippel zu zwirbeln. Es ist ein unangenehmes Gefühl, wie er meine Brüste anfasst und ich mich nicht bewegen darf.

"Und die Beine bleiben immer gespreizt. Im Stehen etwa einen halben Meter, im Liegen so weit, wie nur möglich. Ich will zu jeder Zeit deine Fotze anfassen oder dich sogar vögeln können."

Bei dieser Ansage muss ich schlucken, aber auch dieser Aufforderung komme ich nach und stehe wenig später mit gespreizten Beinen vor ihm. Sofort fährt er mir in den Schritt und der Mittelfinger streicht durch meine Spalte.

Zunächst massiert er sehr konzentriert mein Fötzchen und erregt mich dabei auch etwas. Als er wenig später aber versucht, sich mit einem Finger, einen Weg in mein Inneres zu bahnen, bin ich noch nicht so weit. Ich bin noch recht trocken, weshalb es ihm nicht gelingt, in mich vorzudringen.

Er zieht den Finger zurück, spuckt drauf und schiebt ihn mir erneut zwischen die Schamlippen. Dieses Mal geht es etwas besser, aber er muss immer noch einiges an Kraft aufwenden, um sich in mich zu bohren. Für mich ist es ein wenig unangenehm, aber das ist ihm offenbar egal.

Es ist erniedrigend nackt vor einem Mann stehen und sich abgreifen lassen zu müssen. Ekaterina scheint zu wissen, wie ich mich fühlen muss und schenkt mir einen mitleidigen Blick. Das ändert aber auch nicht viel an der Situation.

"Leg dich auf den Tisch! Ich will dich fesseln", befiehlt der General.

Ich will mich auf den Tisch legen und gehe deshalb darauf zu. Doch ich komme nicht so weit, denn der Typ verpasst mir eine Ohrfeige.

"Du hast angemessen zu antworten."

"Und wie?", frage ich eingeschüchtert.

"Bei einer einfachen Anweisung, wie dieser, kannst du sagen: Ja, Sir oder Ja, Sir ich lege mich auf den Tisch."

"Ja, Sir ich lege mich auf den Tisch und lass mich fesseln."

"Gut, jetzt mach es!"

Ich klettere auf den Besprechungstisch in Ekaterinas Büro. Er ist gerade so lang, dass ich locker ausgestreckt darauf liegen kann. Zum Glück fällt mir ein, dass ich meine Beine spreizen muss und auch die Arme lasse ich neben dem Körper liegen, um nichts zu verdecken.

"Na siehst du, geht ja", meint er zufrieden grinsend.

Ich beobachte ihn, wie er aus einer Aktentasche Manschetten und Seile hervorholt. Er hat den Ablauf des Besuches offenbar genau geplant. In aller Ruhe legt er mir Manschetten an den Hand- und Fußgelenken an und bindet dann die Arme nach oben und die Beine weit gespreizt zur Seite. Ich gehe davon aus, dass er die Seile an den vier Tischbeinen festmacht und ich damit wie ein X aufgespannt vor ihm liege. Ich lasse brav alles mit mir machen.

"Ich wusste, dass sie eine gehorsame Slavin ist", grinst er selbstzufrieden. "Dann wollen wir uns mal diesen Körper genauer anschauen."

Er beugt sich über mich und begutachtet jeden Zentimeter meines Körpers. Er nimmt dabei seine Hände zu Hilfe und lässt sie über meinen gesamten Körper streichen. An einigen Stellen wie der Innenseite der Oberschenkel, am Hals, am Bauch und natürlich an den Brüsten sowie an der Scham ist es eher unangenehm.

Aber ich beiße die Zähne zusammen und bleibe regungslos liegen. Ich lasse die Prozedur über mich ergehen und denke mir, dass ich es für mein Heimatland mache.

Plötzlich ist er weg, geht zur Couch und holt zwei Kissen. Ich ahne bereits, was er damit vorhat.

"Arsch hochheben!", kommt die Anweisung.

Wie erwartet, schiebt er mir die beiden Kissen unter den Hintern, den ich auf seinen Befehl hin hochhebe. Mein Becken wird damit obszön nach oben gedrückt. Da meine Beine gespreizt sind, liegt meine Scham pervers offen vor dem Lüstling, mein Venushügel steht deutlich empor und ist der höchste Punkt meines Körpers.

"Du siehst echt geil aus!", meint der General und lächelt dabei anerkennend.

Gleichzeitig streicht er mit der Hand über meine Scham. Ich schäme mich sehr, mache aber trotzdem mit und halte still.

Der General zieht die Hand zurück und beginnt sich nun vor mir auszuziehen. Ich bekomme das nur mit, weil er sich in die Nähe meines Kopfes stellt. Er will offenbar sicherstellen, dass ich ihn dabei bewundern kann.

Mit seinen 55 Jahren müsste er ein Mann sein, der noch in den besten Jahren ist. Er hat sich aber nicht sonderlich gut gehalten, was ich auf einen eher ausschweifenden Lebensstil zurückführe. Er hat einen beachtlichen Bauch, einige Hautpartien hängen schlapp herab und als am Ende auch sein bestes Stück zum Vorschein kommt, finde ich dieses nicht sonderlich beeindruckend.

"Jetzt werde ich dich testen", verkündet er.

Noch während er dies sagt, klettert er auf den Tisch und kniet sich über meinen Kopf. Sein Lümmel hängt dabei herab und ich verstehe sofort, was er von mir erwartet. Deshalb hebe ich den Kopf etwas an, um an seinen Schwanz zu kommen und sauge ihn zwischen meine Lippen. Dann versuche ich ihn zu stimulieren, so gut ich kann, was mir offenbar auch gelingt, denn er schwillt immer weiter an.

Semeronov beginnt wenig später zu stöhnen und sein Becken gerät immer stärker in Bewegung. Ich sanften und rhythmischen Fickbewegungen schiebt er seinen Prügel immer wieder in meinen Mund. Da das Teil nicht sonderlich groß ist, stellt es auch keine größere Herausforderung für mich dar. Ich finde es zwar etwas eklig, den Schwanz eines Mannes lutschen zu müssen, den ich noch dazu als Feind erachte, aber ich mache es aus Pflichtbewusstsein.

"Halt! Hiergeblieben! Sie schauen zu, wie ich die Kleine rannehme!", befielt er Ekaterina.

Sie hatte versucht, sich langsam zurückzuziehen und war bereits kurz vor der Tür, durch die sie vermutlich hatte verschwinden wollen. Ich nehme an, sie wollte sich den Anblick ersparen. Doch der General hat andere Pläne.

Er spreizt die Beine noch ein wenig mehr und senkt seinen Oberkörper noch etwas tiefer ab. Er liegt nun fast auf mir und beugt sich nach vorne. Ich bin unter ihm gefangen und nun fickt er tatsächlich meinen Mund. Seine Schamgegend wird bei jedem Eindringen in mein Gesicht gedrückt. Es ist ein ungutes Gefühl, so unter ihm begraben zu sein und zu spüren, wie er seine Schamhaare immer wieder in mein Gesicht drückt.

Als er endlich genug hat, erhebt er sich, klettert über mich hinweg und geht nun vor meiner Scham in Stellung. Mein Gott, jetzt wird er mich vögeln, denke ich noch und schon schiebt sich der Bolzen in meinen Unterleib.

"Die Kleine ist schön eng. So mag ich es", meint er zufrieden.

Dann legt er los und fickt mich wie ein Hase. Er rammelt mich wie ein Tier und ich versuche meinen Verstand auszuschalten. Ich lasse es einfach über mich ergehen. Bei seinem eher unterdurchschnittlichen Schwanz empfinde ich auch keine besonders starke Reizung. Es ist einfach nur eklig.

Er hingegen schient im siebten Himmel zu schweben. Er schiebt sich immer und immer wieder in meinen Unterleib. Ich spüre deutlich, wie er sich in mir bewegt und fühle mich einfach nur benutzt. Aber ich mache mit, weil es meine Pflicht ist. Das zumindest rede ich mir ein.

Schon relativ bald bäumt er sich auf und schiebt sich ein letztes Mal hart und tief in einen Körper. Dann spüre ich auch schon, wie er sich mit einem brunftigen Laut in mir ergießt.

Kapitel 9

Ekaterina bindet mich los. Wir sagen beide kein Wort. Eine träge Spannung liegt über der gesamten Szene. Wir wollen offenbar beide nichts sagen.

Der General hat sich aus mir zurückgezogen, die Kleider angezogen und sich von Ekaterina verabschiedet. Dabei hat er ihr bestätigt, dass er zufrieden ist und dass ich morgen Abend um 18 Uhr beim Kommando der Schwarzmeerflotte zu erscheinen habe. Der Pförtner würde Bescheid wissen und mir dann sagen, wohin ich gehen muss.

Ich fand es unverschämt, dass er dies Ekaterina gesagt hat, anstatt mich zu informieren. Aber er wollte mir damit wohl klar machen, dass ich nur eine Befehlsempfängerin bin und zu machen habe, was andere mir anschaffen.

Als meine Chefin endlich auch das vierte Seil an meinem linken Bein löst und ich mich aufsetze, schaut sie mich entschuldigend an. Ihr ist die Situation sichtlich unangenehm.

"So ein Arschloch", entschlüpft ihr.

"Er ist ein wichtiges Arschloch", sage ich und zucke dabei mit den Achseln.

"Das ändert aber nichts daran, dass ich diesen Mann nicht ausstehen kann. Er fickt dich auf meinem Konferenztisch und zwingt mich dabei zuzuschauen. Der hat sie wohl nicht alle."

"Ein Grund mehr, ihn loszuwerden."

"Was willst du tun?"

"Ich weiß es noch nicht. Aber ich werde morgen zu ihm gehen und schauen, wie ich ihm und den Russen den größtmöglichen Schaden zufügen kann. Es soll ihnen eine Lehre sein."

"Du zahlst aber einen hohen Preis."

"Es scheint mein Schicksal zu sein. Es tröstet mich, dass ich zwar einen großen Einsatz leisten muss, dass aber auch der Gewinn groß sein kann. Wenn ich mich geschickt anstelle, wird es ein bedeutender Schlag."

Ich bin inzwischen angezogen, als es an der Tür klopft. Ekaterina schaut mich an und als ich nicke, ruft sie "Herein!"

Die Tür geht auf und ihre Assistentin tritt in den Raum. Sie macht ein besorgtes Gesicht.

"Was ist?", will Ekaterina wissen.

"Zwei Herrn von der Polizei wollen mit Anastasia sprechen."

"Dann lass sie hereinkommen", sage ich locker.

Natürlich frage ich mich, warum zwei Polizisten mich sprechen wollen. Mir ist aber auch klar, dass ich trotz allem keine Unsicherheit zeigen darf. Sie werden mir schon sagen, warum sie da sind.

Zwei bullige Typen schieben daraufhin auch schon die Assistentin zur Seite und betreten den Raum. Sie blicken ernst drein.

"Wer ist Anastasia Serinskaya?", will einer der beide mürrisch wissen.

"Das bin ich", antworte ich gelassen. "Wie kann ich ihnen dienen?"

"Sie waren heute bei diesem Fotografen Stalnislav?"

"Ja, bis vor etwa fünf Stunden."

"Und wo waren sie danach?"

"Hier, ich war hier."

"Sie sind direkt vom Shooting in die Agentur zurückgekehrt?"

"Ja, ein Mann hat auf mich gewartet."

"Kann das jemand bezeugen?"

"Ich kann das bezeugen?", meldet sich Ekaterina.

"Und der Kunde?"

"Was ist denn passiert?", frage ich nun.

"Ich stelle hier die Fragen!", fährt der Typ mich an.

"Wir waren in Gesellschaft von General Nikita Semeronov."

"Der Kommandant der Schwarzmeerflotte? Was will der von einer Modelagentur?"

"Er hat mich kürzlich bei einer Modenschau gesehen und wollte mir persönlich versichern, wie gut ich ihm gefallen habe", antworte ich.

Ekaterina ist wohl nicht so schlagfertig. Ich hatte ihr angesehen, dass sie keine plausible Antwort parat hat und bin in die Bresche gesprungen.

"Fünf Stunden?"

"Mein Gott, wir haben geplaudert und die Zeit vergessen. Es war ausgesprochen angenehm", antworte erneut ich.

"Wenn ich den General frage, wird er mir dies bestätigen?"

"Natürlich wird er das. Er hat mich auch eingeladen, morgen Abend den Stützpunkt zu besuchen und er wird mir selbst eine Führung geben. Ist das nicht lieb von ihm?"

"Ihnen würde ich auch eine Führung geben", brummt der Beamte.

"Aber, sagen sie doch, was ist passiert?", frage ich mit besorgtem Unterton.

"Der Fotograf wurde tot aufgefunden."

"Das ist ja schrecklich. Wie konnte das passieren? Als ich gegangen bin, hat er noch gelebt."

"Wenn sie die letzten fünf Stunden hier waren, dann können sie nicht der Täter sein. Die Todeszeit liegt ein bis zwei Stunden zurück."

"Da war ich garantiert hier."

"Sie waren sein letzter Termin. Hat er gesagt, was er noch vorhatte?"

"Soweit ich weiß, sollte noch jemand kommen. Er hat mir aber nicht verraten, wen er noch erwartet. Er hat nur gedrängt, damit wir rechtzeitig fertig werden."

"Ihre Fotos sind noch in der Kamera. Danach hat er keine mehr gemacht."

"Das ist komisch. Wie ist er denn gestorben?"

"Das ist es ja, er wurde auf sehr seltsame Art und Weise ermordet."

"Können sie mir sagen, wie?"

"Da sie mit der Tat nichts zu tun haben können, kann ich es ihnen erzählen. Stanislav war nackt und gefesselt. Dann hat ihm offenbar jemand sein ... äh ... sein ... Geschlechtsteil mit einem Teppichmesser weggeschnitten und hat es ihm in den Mund gesteckt."

"Er ist verblutet?"

"Nein, er ist an seinem Schwanz erstickt. Er ist ihm in den Rachen gerutscht, hat ihn zum Würgen und zum Erbrechen gebracht. Daran ist er dann erstickt."

"Ein grauenvoller Tod", sage ich gespielt entsetzt.

"Wir gehen davon aus, dass er Mädchen und junge Frauen zum Sex gezwungen hat. Eine von ihnen dürfte sich wohl gerächt haben."

"Das könnte natürlich sein, wenn er übergriffig war."

"Hat er ihnen gegenüber irgendwelche Anspielungen gemacht?"

"In Bezug auf Sex?", frage ich scheinheilig.

"Ja! Hat er von ihnen verlangt, mit ihm zu schlafen?"

"Nein, aber - wie schon gesagt - er hat Besuch erwartet und hatte es eilig."

"Das heute war ihr erster Termin bei ihm?"

"Ja, ich habe ihn zuvor noch nie gesehen. Ich bin neu hier."

"Dann können sie uns wohl nicht weiterhelfen", meint er.

"Leider nicht", sage ich gespielt geknickt. "Ich wünschte, ich könnte."

Die beiden Polizisten verabschieden sich und machen sich auf den Weg. Ich bleibe mit Ekaterina allein im Büro zurück. Kaum, dass die Tür zu ist und wir hören, dass sich die Schritte entfernen, kommt Ekaterina auf mich zu.

"Was ist passiert?", will sie wissen. "Hast du ihn ...?"

"Ich habe ihn gefesselt und zurückgelassen. Da hat er aber noch gelebt."

"Hat er wirklich jemand erwartet?"

"Ja, eine Frau sollte kommen."

"Glaubst du, die hat es getan?"

"Da bin ich mir ziemlich sicher. Sie hat die Situation beim Schopf gepackt, das Teppichmesser, das ich hingelegt habe, genommen und ihm die Eier und sein Ding abgeschnitten. Der Typ war ein Widerling."

"Wie meinst du das?"

"Als ich gekommen bin, ist er aus einer Ecke des Raumes hervorgekommen und hat sich die Hose zugemacht. Hinter ihm kam ein junges Mädchen zum Vorschein und ist dann gleich verschwunden. Sie war vermutlich noch minderjährig und hatte ganz sicher keinen einvernehmlichen Sex. Mich wollte er auch zwingen."

"Dich?"

"Er wurde sogar handgreiflich und hat mir eine geknallt."

"Das hätte er wohl besser sein lassen", kichert Ekaterina.

"Das war ein großer Fehler", grinse auch ich.

"Hast du ihn wirklich nicht ...?"

"Nein, ich habe ihn nur überwältigt und gefesselt. Die Eier abgeschnitten hat ihm jemand anderes."

"Da war wohl jemand sauer", grinst sie.

"Ich denke, einige Mädchen hätten genügend Hass auf ihn gehabt, um ihm den Schwanz ins Maul zu stopfen."

"Das ist auch keine schöne Art, sich aus dieser Welt zu verabschieden", meint Ekaterina. "Aber ich denke, er hat es verdient."

"Das auf jeden Fall und ich hoffe, man wird die Frau nie finden, die das gemacht hat."

Kapitel 10

Mit drei Peilsender ausgestattet, die ich in einer winzig kleinen, geheimen Tasche in meinem Slip versteckt habe, mache ich mich am nächsten Tag auf den Weg zum Sonnenliegen. Ich habe mir gestern Abend noch auf Anraten von Anna dieses geheime Versteck in den Bund meines Höschens genäht. Sie hat auch gemeint, ich sollte immer vorbereitet sein. Das habe ich mir zu Herzen genommen und mich mit allem Notwendigen ausgestattet, damit ich jederzeit zuschlagen kann, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Als ich am Strand ankomme, hinter mir die drei großen Lastwagen, welche die Raketenabwehrstation bilden, ist es früher Vormittag. Von einer Wache ist zunächst weit und breit keine Spur zu sehen.

Deshalb lege ich mich in die Sonne und genieße die Ruhe. Da ich am Abend meinen ersten Einsatz bei diesem wichtigen General habe, bin ich ein wenig aufgeregt. Ich habe schließlich keine Ahnung, was mich dort erwartet.

Was ich mich vor allem frage, ist, ob er mich für sich allein oder für die gesamte Truppe haben will. Die zweite Möglichkeit könnte ganz schön anstrengend werden. Aber da ich keine Ahnung habe, lasse ich es zunächst auf mich zukommen.

"Hey, holst du dir keinen Sonnenbrand?", höre ich Piotr.

Er reißt mich damit aus meinen Gedanken. Ich sitze auf und schaue ihn an. Dann lächle ich, so als hätte ich ihn erst jetzt erkannt.

"Ach du bist es", antworte ich gespielt erleichtert. "Du warst nirgendwo zu sehen."

"Ich habe meinen Kontrollgang gemacht."

"Muss man die alten, verrosteten Fahrzeuge bewachen? Die will doch sowieso keiner mehr."

"Alt und verrostet, wo denkst du hin?"

"Schau dir doch den Schrotthaufen an", lache ich. "Den klaut dir ganz sicher keiner unterm Hintern weg."

"Das ist eine wichtige militärische Einrichtung", antwortet er stolz.

"Die Reifen sind platt, die Metallteile beginnen zu rosten, was soll da wichtig sein?"

"Die Reifen und der Rost spielen keine Rolle, auf die kommt es nicht an. Solange die Anlage funktioniert, ist alles gut."

"Funktioniert? Um was geht es denn?", frage ich. "Wenn ich fragen darf. Ich will ja nicht zu neugierig sein. Aber du weißt ja, ich bin ein Mädchen."

"Das habe ich nicht nur gesehen, das habe ich auch gefühlt", grinst er breit.

"Lass das!", sage ich gespielt verlegen.

"Wenn ich dir den Rücken noch einmal eincremen darf, dann zeige ich dir die Anlage."

"Du würdest sie mir zeigen?"

"Wenn du artig bist."

Sein Grinsen ist schweinisch und ich kann mir gut vorstellen, dass er nicht nur den Rücken eincremen will. Aber mir geht es darum, mein Ziel zu erreichen und nach dem gestrigen Nachmittag mit dem General ist mir jedes Mittel recht, dem Feind zu schaden.

"Wie artig soll ich sein?", frage ich kokett.

"Sei nicht so prüde, wie gestern."

"Ich war doch nicht prüde, ich habe dir nur Grenzen gesetzt."

"Dann sei mit deinen Grenzen etwas lockerer", grinst er.

"Ich will es versuchen."

Nun lege ich mich auf mein Handtuch mit dem Rücken nach oben und er nimmt die Tube mit der Sonnencreme zur Hand. Diesmal öffne ich die Bänder an meinem Oberteil und gewähre ihm damit zugriff auf meinen gesamten Rücken. Gleichzeitig kann er auch die Ansätze meiner Brüste sehen.

Er gibt sich damit aber noch nicht zufrieden. Er zieht mein Höschen noch etwas weiter nach unten und legt dabei die Hälfte meines Hintern frei.

"Du hast einen schönen Körper", meint er anerkennend.

"Ich versuche ihn fit zu halten."

In dem Moment spüre ich, wie etwas über meinen Po fährt, zumindest über den Teil, der freigelegt wurde. Ein Finger gleitet durch meine Arschkerbe und dabei sogar etwas unter den Stoff. Er schiebt sich bis zu meinem Anus vor und massiert diesen eine Zeit lang. Im ersten Moment muss ich mich zurückhalten, um nicht zu reagieren. Unter normalen Umständen wäre er nun am Boden fixiert. Aber ich will an diese blöde Abschussrampe herankommen und halte deshalb still.

Doch schon nach einiger Zeit wendet er sich wieder dem Rücken zu und ich atme erleichtert auf. Piotr hat sich Creme auf die Hand geschmiert. Das wird mir klar, als ich spüre, wie sein Streicheln eine Spur hinterlässt, die merklich kühler wirkt, sicher deshalb, weil die Creme einzieht.

Von meinem Hintern arbeitet er sich weiter nach oben. Zunächst befasst er sich mit meinem Rücken und rutscht dann auch immer wieder an den Seiten hinab zu den Ansätzen meiner Brüste. Er lässt sich sehr viel Zeit und scheint es weidlich zu genießen.

"Jetzt noch einmal deinen geilen Arsch", meint er.

Er wirkt dabei etwas unsicher und ich habe den Eindruck, er sagt dies, um sich meine Erlaubnis zu holen. Er ist sich nicht sicher, ob er so weit gehen darf.

"Von mir aus, aber nicht zu lange", sage ich leicht brummend.

Zunächst verschwindet die Hand von meinem Körper. Ich nehme an, er holt noch einmal Sonnencreme. Dann aber nehme ich seine Finger an meinem Steißbein wahr und wenig später liegt die gesamte Hand auf. Sie bewegt sich kreisförmig über die freigelegte Haut meines Pos. Dann aber rutscht sie erneut unter mein Höschen und kommt dem Bereich zwischen meinen Beinen ausgesprochen nahe.

Als er meinen Hintereingang erreicht, lässt er den Mittelfinger noch etwas weiter, den Damm entlang rutschen und streicht dann über meine Scham. Die Fingerkuppe rutscht die gesamte Länge meine Spalte entlang, erreicht den Kitzler, den er kurz massiert und fährt dann den Weg wieder zurück.

Dann aber zieht er sich zu meiner Erleichterung zurück, genießt noch seine Arbeit an der anderen Arschbacke und beendet damit seine Erkundungsreise auf meinem Körper.

"Danke!", sage ich.

"Soll ich dir jetzt die Abschussrampe zeigen?"

"Jetzt, wo ich eingecremt bin", grinse ich. "Wann hast du Dienstschluss?"

"Um 17 Uhr, warum?"

"Dann lass mich noch etwas in der Sonne liegen. Gegen 16 Uhr zeigst du mir alles, wenn ich das vorschlagen darf."

"Das ist eine gute Idee", meint er. "Ich komme dann zu dir."

"Ja, du bist ein Schatz", antworte ich und lege mich hin.

Piotr verschwindet und ich döse in der Sonne. Ich genieße die Zeit für mich und die Ruhe. Warum kann das Leben nicht immer so schön friedlich sein?

"Na, meine Schöne, bist du bereit?", reißt mich Piotr aus meinem Dämmerschlaf.

"Ja, ich muss mich nur schnell anziehen."

Ich springe auf und streife mir das Kleid über. Hastig tausche ich das Bikinihöschen gegen meinen Slip. Damit habe ich auch meine Sender parat und kann sie anbringen, sollte sich mir die Chance dazu bieten.

"Ich bin fertig, wir können", sage ich.

"Dann komm!"

Er wendet sich zum Gehen und ich folge ihm. Es sind nur wenige Schritte durch die Büsche. Ich sehe auch erst jetzt einen niederen Maschendrahtzaun, der um das Gelände herum verläuft, auf dem die Fahrzeuge stehen. Er ist geschätzte 80 cm hoch und damit könnte jeder drübersteigen. Zudem hat er mehr Löcher und Lücken, wie ein Nudelsieb und an einigen Stellen ist er niedergetrampelt. Sicherheit bietet er bestimmt keine.

Die Behörden hoffen wohl, dass die daran angebrachten Schilder, welche das Gebiet als militärische Zone ausweisen, die auf keinen Fall betreten werden darf, Abschreckung genug sind.

Da ich in Begleitung von Piotr bin, brauche ich mir keine Gedanken zu machen, ob in der Nähe Scharfschützen oder andere Wachen lauern, die mich beim Betreten des Geländes aufs Korn nehmen.

"Das ist der Kommandowagen", erklärt mir Piotr. "Hier drinnen sitzen bei einem Angriff die Offiziere und überwachen die Anlage. Sie kann aber auch allein auf anfliegende Raketen oder andere Bedrohungen reagieren."

"Ganz von allein?"

"Die Radarstation dort drüben überwacht ständig die Situation. Wenn sie Raketen im Anflug registriert, gibt sie Alarm und aktiviert automatisch die Kommandozentrale. Du siehst, es kann dir nichts passieren. Wir sind auf alles vorbereitet."

"Bewegen sich deshalb die Schüsseln auf dem Dach des Lastwagens?", frage ich naiv.

"Ja, das ist das Radarsystem. In diesem Wagen befinden sich hingegen aufwendige Computersysteme, welche die Radarbilder einfangen, auswerten und eine Rakete auch eigenständig erkennen können", erklärt er.

"Das ist ja unglaublich."

"Das ist neueste russische Technik. Wir sind dem Feind weit voraus", meint er mit vor Stolz geschwellter Brust.

"Und dann reagiert das System auch?", frage ich und spiele die Faszinierte.

Natürlich habe ich mich über die Bauweise und die Funktionsweise einer solchen Abschussanlage informiert. Das muss Piotr aber nicht wissen. Immerhin ist er überzeugt, er zeigt einem hübschen, aber nicht besonders intelligenten Mädchen, etwas absolut Geheimes. Nicht nur in Russland traut man den Frauen nicht zu, etwas von Technik zu verstehen. Es ist aber so, dass sogar er selbst von der Anlage fasziniert ist.

"Ja, die Computer geben einerseits Alarm und steuern bei Bedarf auch autonom die Raketen auf dem dritten Fahrzeug. Sie starten eigenständig und werden so ausgerichtet, dass sie die Rakete im Anflug treffen. Es besteht sogar die Möglichkeit für das System, die Bahn im Flug noch zu korrigieren, um die Treffsicherheit zu erhöhen."

"Das klingt echt unglaublich. Jetzt fühle ich mich schon deutlich sicherer", sage ich voller Begeisterung.

"Nicht wahr, so eine Anlage gibt einem ein gutes Gefühl."

"Darf ich mich noch etwas umschauen?", frage ich.

"Geh aber nicht zu weit und um 17 Uhr musst du verschwunden sein, wenn die Ablöse kommt."

"Sind die pünktlich?"

"Die Ablöse kommt pünktlich. Der Kollege, der nach mir kommt, ist allerdings stinkfaul. Ich wette, der legt sich in die Büsche und schläft ein."

"Darf er das?", frage ich gespielt naiv.

"Dürfen eigentlich nicht", lacht Piotr belustigt. "Aber wer will ihn verraten? Ich mache das sicher nicht."

"Das verstehe ich. Du bist auch kein Kollegenschwein."

Mit diesen Worten verabschiede ich mich von ihm und schlendere über das Gelände. Piotr behält mich zunächst im Auge, interessiert sich dabei allerdings eher für meinen Körper als für mein Tun. Dann aber wendet sich seinem Lager zu, das er langsam abbaut. In einem kleinen Unterstand haben die Wachen ihre wenigen Habseligkeiten, die sie für die Schicht mitnehmen. Piotr kann es offenbar nicht mehr erwarten, schnell wegzukommen.

Das ist meine Gelegenheit. In einem unbeobachteten Augenblick bringe ich einen Peilsender am Kommandowagen an. Da dort die gesamte Steuerung untergebracht ist, bildet dieses Fahrzeug ein wichtiges Ziel.

Unbemerkt von der Wache hole ich einen Peilsender aus meinem Höschen, aktiviere ihn und kann ihn mit dem Magneten an der Innenseite des Kotflügels befestigen. Dann schlendere ich weiter, als ob nichts wäre.

Ich warte einen Moment ab, um mich zu vergewissern, dass meine Aktion unbemerkt geblieben ist, und wandere anschließend gelassen zur Raketen-Abschuss-Rampe weiter. Auch hier ziehe ich einen Peilsender hervor, aktiviere ihn und halte meine Hand an die Innenseite des Kotflügels. Der Magneten reagiert sofort und der Sender wird mit einem leisen Geräusch vom Metall des Wagens angezogen. Der Sender wiegt nur wenige Gramm, klein wie er ist.

Ich überlege, ob ich auch einen dritten Sender anbringe, diesen dann an die Radarstation. Nach kurzem Überlegen lasse ich es aber sein. Die Fahrzeuge stehen sehr eng beieinander und, sollte auch nur eine Rakete hier einschlagen, wird auch von der Radarstation nicht mehr viel übrigbleiben.

Ich gehe nun zum Unterschlupf der Wache, wo Piotr schon auf mich wartet. Er scheint gerade dabei zu sein, mich suchen zu wollen.

"Da bist du ja. Das mag ich. Du bist pünktlich und zuverlässig", meint er zufrieden.

"Ich will dich doch nicht in Schwierigkeiten bringen", sage ich treuherzig.

"Das ist lieb von dir", grinst er.

Wir verabschieden uns mit Küsschen auf die Wangen und ich mache mich auch gleich auf den Weg zurück zur Agentur. In einer Stunde muss ich am Stützpunkt sein. Deshalb werde ich mich beeilen müssen.

Mir war es wichtig, sicherzustellen, dass Piotr nichts passiert. Deshalb habe ich bis kurz vor seinen Dienstschluss gewartet, um die Sender anzubringen. Ihn zu schonen ist zwar ein Risiko, weil er erahnen könnte, dass ich etwas mit dem Angriff zu tun haben könnte. Ob er allerdings so intelligent ist und ob er mir das zutraut, bezweifle ich stark.

Außerdem gehe ich davon aus, dass er mich auch dann nicht verraten würde, sollte er tatsächlich Verdacht schöpfen. Er würde in dem Fall wohl selbst Schwierigkeiten bekommt. Immerhin müsste er zugeben, dass er mich herumgeführt und mir Zugang zur Anlage gewährt hat.

Kapitel 11

Ich musste mich beeilen. Ich bin nach meinem Besuch bei Piotr schnell noch in meine Wohnung gelaufen, habe mich geduscht und umgezogen und stehe nun vor dem Sitz des Kommandos der Schwarzmeerflotte. Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich ganz schön aufgeregt. Ich gehe davon aus, dass noch nie ein Agent oder eine Agentin des ukrainischen Geheimdienstes so nahe an diese wichtige Struktur herangekommen ist.

Wie von General Semeronov angewiesen, melde ich mich beim Pförtner. Naja, eher als ein Pförtner ist es eine Wache. Der Mann ist bis auf die Zähne bewaffnet und mustert mich von oben bis unten. Er ist wohl von Natur aus misstrauisch, nehme ich an.

"Guten Abend, ich bin Anastasia und werde von General Semeronov erwartet."

"Ah, du bist das, komm herein."

Kaum habe ich meinen Namen genannt und gesagt, warum ich hier bin, wird er freundlicher. Der Mann öffnet ein schweres Eisengitter und lässt mich eintreten. So unauffällig wie möglich schaue ich mich um. Ich bin in einer Art Schleuse, in der ich mit dem Wachposten allein bin. Ein Entkommen ist nicht möglich.

"Ich muss dich durchsuchen. Hände an die Wand, Beine spreizen!", befielt er in herrischem Ton.

Ich komme seiner Anweisung nach und stelle mich gegen die Wand. Ich weiß ja, wie solche Dinge ablaufen, das weiß inzwischen jeder auf der Krim. Deshalb ist es nicht auffällig, wenn ich mich ohne Zögern hinstelle.

Der Mann tritt hinter mich. Zunächst lässt er seine Hände links und rechts an meinen Seiten nach unten gleiten. Dabei geht er hinter mir in die Hocke. Seine Hände wandern an die Vorderseite meiner Beine und fahren dort wieder nach oben, über meinen Bauch hinauf zu den Brüsten. Diese packt er kräftig und massiert sie genüsslich.

"Du bist ein heißer Feger", grinst er mir von hinten ins Ohr. Er steht direkt hinter mir und drückt seinen Körper gegen meinen.

"Wird hier jeder Besuch des Generals so empfangen?", schnauze ich ihn an. Diese Behandlung geht mir zu weit und, bevor er noch weiter geht, versuche ich ihn mit Autorität zu bremsen.

Abrupt hält er in seiner Bewegung inne und macht hastig einen Schritt zurück. Offenbar habe ich einen wunden Punkt erwischt.

"Oh Verzeihung!", sagt er beinahe ängstlich und nimmt hastig die Hände von mir.

"Sollte ich?", frage ich.

Da ich mich inzwischen zu ihm umgedreht habe, kann ich ihm genau in die Augen blicken und erkenne Angst. Er hat sich auch einen zweiten Schritt von mir entfernt und ist mir nicht mehr so nahe. Ich ziehe die rechte Augenbraue nach oben.

"Ist ein solches Verhalten korrekt?", schnauze ich ihn erneut an.

"Nein, natürlich nicht. Ich bitte ehrlich um Verzeihung. Ich habe vergessen, dass sie den General besuchen. Ihre Schönheit hat mich abgelenkt. Ich war nicht mehr Herr meines Verstandes."

Er hat inzwischen einen weiteren, dritten Schritt zurück gemacht und blickt drein, wie ein begossener Pudel. Dass er sich immer weiter entfernt, lässt mich vermuten, dass er sich in seiner Haut nicht mehr wohlfühlt. Irgendwie tut mir der Mann leid.

"Bei der Freundin eines Kammeraden wäre es korrekt gewesen?", pampe ich ihn an.

"Bei Untergebenen machen wir es öfters. Wir dürfen hier auch nur selten Frauenbesuch empfangen und sehen deshalb nicht viele", gibt er kleinlaut zu.

"Ich will so etwas nie wieder erleben! Sag das auch deinen Kollegen. Auch die anderen Frauen, egal welchen Rang ihr Freund oder Mann hat, werden ab sofort in Ruhe gelassen."

"Ja, natürlich."

"Gut, dann sage ich nichts dem General und der Vorfall bleibt unter uns."

"Danke!", antwortet er sichtlich erleichtert.

Er öffnet die zweite Tür der Schleuse und wir können das Innere des Hauptkommandos betreten. Ihm scheint nicht aufgefallen zu sein, dass ich einen Befehlston angeschlagen habe, der mir genau genommen nicht zustehen würde. Aber diese Soldaten sind es gewohnt, von oben herab behandelt zu werden und Befehle zu empfangen. Sie hinterfragen wohl nicht, ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Wer einen solchen Ton anschlägt, wird schon wissen, ob er das darf.

Der Wachmann ruft einen Rekruten zu sich, der gerade dabei ist, vorbeizugehen. Er scheint erleichtert zu sein, nicht mehr mit mir allein sein zu müssen.

"Hey du! Bring die Dame zu General Semeronov ins Offizierscasino!", befiehlt er ihm.

"Ja, Sir!", bellt der Rekrut. Dann wendet er sich an mich. "Würden sie mir bitte folgen?"

"Auf Wiedersehen", sage ich zum Posten und folge dem Rekruten.

Als ich mich noch einmal umdrehe, bemerke ich, wie mir der Mann noch hinterherschaut und dabei einen erleichterten Ausdruck im Gesicht hat. Ich nicke ihm beruhigend zu und drehe mich um.

Der Rekrut führt mich einen langen Gang entlang in den hinteren Bereich des Gebäudes. Vor einer Tür bleibt er stehen, klopft an und öffnet sie.

"Kommandant Semeronov, sie haben Besuch!", brüllt er in den Raum.

Als ich losgehen will, um ihm in den Raum zu folgen, laufe ich beinahe in den jungen Mann hinein. Er bewegt sich nicht und ich kann gerade noch im letzten Moment abbremsen und einen Zusammenstoß vermeiden.

"Machen sie Platz und lassen sie die Dame durch!", höre ich eine Stimme aus dem Raum.

Verängstigt tritt der Rekrut zur Seite und ich setze mich erneut in Bewegung. Diesmal betrete ich den Raum, bleibe aber gleich wieder stehen, weil der General die Tür schon beinahe erreicht hat.

"Komm mit!", weist er mich an.

Während ich ihm folge, vernehme ich, wie die Tür hinter uns wieder geschlossen wird. Im Raum sind etwa sieben Offiziere, alles hohe Ränge der Schwarzmeerflotte. Ich gehe davon aus, dass in diesem Raum die Hälfte jener Offiziere versammelt ist, die bei der Schwarzmeerflotte etwas zu sagen haben. Sie mustern mich alle mit unverhohlen lüsternem Blick.

"Meine Herren", grinst Semeronov zufrieden. "Ich habe für Nachschub gesorgt."

Ein Raunen geht durch die Gruppe. Sie kommen alle langsam auf uns zu. Der General überrumpelt mich und packt mich von hinten. Er hält meine Arme so fest, dass er sie mit nur einer Hand hinter meinem Rücken fixiert. Mit der anderen zieht er mein T-Shirt nach oben und legt meine Brüste frei.

"Ist die Kleine nicht eine Wucht?", will er wissen.

Seine Kollegen nicken anerkennend. Einzelne Hände verirren sich auf meine Brüste und kneten sie fordernd und neugierig. Die meisten geben sich nicht damit zufrieden, nur zu schauen.

"Darf ich?", meint einer der Offiziere. Dabei deutet er auf meine Jeans. Seine Frage ist allerdings nicht an mich gerichtet, sondern an seinen Vorgesetzten.

"Mach nur. Heute wird aber nur angeschaut und die Kleine gehört dann mir. Übermorgen wird gespielt."

Der Typ öffnet den Knopf meiner Jeans und den Reißverschluss. Dann zieht er mit einem Ruck die Hose zusammen mit dem Tanga nach unten. Sofort spüre ich eine Hand zwischen meinen Beinen.

"Blank rasiert, genau, wie wir das mögen", grinst einer.

"Sie ist auch schön eng. Sie zu ficken ist ein Genuss", verkündet der General. Er will damit stolz betonen, dass er bereits das Vergnügen hatte.

"Und der Arsch?"

"Den habe ich noch nicht probiert", gesteht der General.

"Kann sie blasen?"

"Besser als jede vor ihr", grinst Semeronov. "Sie ist göttlich!"

"Gut, kennt sie ihre Aufgaben?"

"Nein, so genau haben wir noch nicht gesprochen", gibt der Oberkommandierende zu. "Ich bin jedoch überzeugt, sie lernt schnell."

Er lässt mich aus und nun stehe ich vor den Männern, wie er mich in der Agentur angewiesen hat. Meine Beine sind leicht gespreizt, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.

"Du wirst uns drei Mal in der Woche hier im Offizierscasino bedienen. Dabei bist du nackt und, wenn einer von uns dich berühren will, dann hast du das hinzunehmen. Verstanden?"

"Ja, Sir, ich habe verstanden."

"Darüber hinaus werden wir uns anschließend mit dir vergnügen."

"Alle?", platzt es aus mir heraus.

Das wäre dann doch etwas viel. Acht Männer an einem Abend zufrieden stellen zu müssen, wäre etwas heftig. Doch Semeronov grinst.

"So schlimm sind wir auch nicht. Normalerweise dürfen einer oder höchstens zwei von uns mit dir vögeln. Je nach Abend stehst du diesen Männern in ihren privaten Räumen zur Verfügung oder hier vor Publikum. Das hängt vom Spiel ab."

"Was sind das für Spiele, Sir?"

"Übermorgen werden wir Billiard spielen. Kannst du das?"

"Ein wenig, Sir."

"Gut, dann wirst du gegen uns antreten. Wenn du gewinnst, dann darfst du dir aussuchen, mit wem du vögeln musst, ansonsten stehst du dem Gewinner uneingeschränkt zur Verfügung."

"Verstanden, Sir."

"Heute Abend ist es etwas anders. Da ich der Kommandant bin, werde ich heute das Vergnügen habend, dich als erster zu testen."

"Das ist verständlich, Sir."

"Dort hinten ist die Essensausgabe. Du bringst jedem von uns einen Teller mit der Vorspeise, dann wird abgeräumt und es kommt die Hauptspeise. Wenn auch die abgeräumt ist, kommt das Dessert. Wein und andere Getränke findest du dort drüben und schenkst laufend nach. Hast du verstanden?"

Während seiner Erklärung zeigt er auf eine kleine Luke, durch die man in die Küche blicken kann, sowie auf einen Tisch, auf dem verschiedene Getränke bereitstehen. So schwer kann das wohl nicht sein, denke ich.

"Ja, Sir, ich habe verstanden."

"Dann kann es ja losgehen", grinst er. Dabei versetzt er mir noch schnell einen Klapps auf den Hintern. "Ich habe Hunger!"

Ich bleibe brav stehen und warte, bis die Herren alle sitzen. Dann eile ich zu einem Stuhl, auf den ich meine Sachen lege, nachdem ich sie ausgezogen habe. Das T-Shirt hatte man mir nur hochgeschoben und die Hose hängt auch noch um meine Knie.

Dass ich die Nacktkellnerin spielen muss, hätte ich zwar nicht erwartet, aber zumindest werde ich dafür gut bezahlt. Ich hoffe zumindest, dass Ekaterina gut verhandelt hat.

Als die Offiziere an zwei Vierertischen Platz genommen haben, mache ich die Runde, um zu fragen, welche Getränke ich servieren darf. Dabei gebe ich in Gedanken jedem Platz eine Nummer und so habe ich keine Probleme, jedem das Gewünschte zu bringen. Ich habe mich auch nicht drausbringen lassen, weil mich die Herren betatscht und gestreichelt haben.

"Die Kleine ist gut. Bisher hat noch keine die Getränke auf Anhieb richtig zum Tisch gebracht", lobt einer der Männer.

Ein anderer stimmt ihm zu und auch weitere nicken anerkennend. Dann ertönt auch schon eine Glocke und die ersten Teller, wohl die Vorspeise, werden durch die Luke geschoben. Ich eile hin, nehme vier Teller und bringe sie an den Tisch, an dem der Kommandant sitzt.

Als ich neben ihm stehe, um den Teller hinzustellen, lässt er seine Hand über meinen Hintern gleiten und massiert kurz meine linke Arschbacke. Er macht dies überraschend sanft.

"Du bist echt gut und denkst offenbar mit."

"Danke für das Lob, Sir, aber warum?"

"Man bedient zuerst den Tisch des Kommandanten. Das hast du richtig erkannt."

"Ich dachte, es geht nach Hierarchie. Wir sind hier schließlich beim Militär."

Er lächelt nur wohlwollend, ich stelle die restlichen Teller ab und ich hole dann auch schon die weiteren vier Teller, um sie zum zweiten Tisch zu bringen. Ich will mir nicht nachsagen lassen, dort müsse man zu lange warten.

"Guten Appetit, die Herren!", sage ich und stelle mich in gebührender Haltung in der Nähe hin.

Es dauert allerdings nicht lange, da gibt mir einer der Offiziere ein Zeichen und ich gehe zu ihm. Sein Glas ist noch halb voll. Bei ihm angekommen beuge ich mich zu ihm hinab, damit er mir seinen Wunsch mitteilen kann.

"Schenk mir nach", sagt er.

"Ja, Sir", antworte ich.

Aber gleich gehen kann ich nicht. Ich spüre eine Hand, die meine rechte Oberschenkelrückseite vom Knie aus nach oben streicht und zwischen meinen Schenkeln verharrt. Ein Finger übernimmt nun und wird an meinem Anus angesetzt. Ich muss alles mit mir machen lassen, fällt mir ein und ich halte deshalb still.

Auch, wenn es mehr als unangenehm ist, wie sich der Finger in meinen Ringmuskel bohrt, halte ich still und lasse mir nicht anmerken, dass es mir nicht sonderlich gefällt, wie ich behandelt werde.

Mir ist klar, diese Männer hätten ihre helle Freude daran, wenn sie sehen könnten, dass ich etwas nicht mag. Das würde sie nur noch mehr anstacheln, genau das zu tun. Deshalb versuche ich, mir nicht das Geringste anmerken zu lassen.

"Du hast einen sehr engen Arsch. Wie viele waren da schon drinnen?", will der Mann übertrieben laut wissen. Sein Daumen steckt immer noch in meinem Hintern.

"Da war noch keiner drinnen, Sir", antworte ich ebenfalls mit erhobener Lautstärke.

Auch, wenn es mir unglaublich peinlich ist, lasse ich mir das nicht anmerken. Er lacht zwar süffisant, scheint aber etwas enttäuscht zu sein, weil ich so bereitwillig und ohne zu zögern antworte.

"Warum nicht?", bohrt er nach.

"Es war wohl noch nie der richtige Mann dabei", antworte ich achselzuckend.

Die Männer um mich herum grinsen schweinisch. Ich kann mir sehr wohl denken, was in ihren Köpfen gerade für Bilder vorbeihuschen.

"Dann werde wohl ich der erste sein, der deinen jungfräulichen Arsch aufbohrt", lacht der Kommandant.

"Wenn ihr das wünscht, dann wird es wohl so sein, Sir", antworte ich betont gelassen.

Erst jetzt wird den anderen bewusst, dass ihr Kommandant den heutigen Abend für sich beansprucht und damit als erster das Recht hat, über mich zu verfügen. Sie können sich ausmalen, dass er eine solche Chance ganz sicher nicht ungenutzt verstreichen lässt. Sie werden nicht die ersten sein, die meinen Po nehmen.

Da der Mann meinen Hintern freigegeben hat und ich keinen Finger mehr in meinem Anus stecken habe, eile ich davon, um Wasser zu holen und nachzuschenken. Diesmal nimmt keiner mehr von mir Notiz und ich stelle mich unbehelligt von den Händen wieder an meinen Platz.

Während die Herren die Vorspeise genießen, kommen noch einige zotige Sprüche, vor allem in meine Richtung, aber ansonsten will keiner mehr etwas von mir. Das Essen scheint erst einmal zu schmecken. Als alle aufgegessen haben, räume ich gekonnt die Teller ab.

"Hast du das schon einmal gemacht?", will einer wissen.

"Ich habe eine Zeit lang als Kellnerin gearbeitet. Angezogen meine ich, Sir", antworte ich schmunzelnd.

"Uns ist es so lieber", grinst er Kommandant.

Ich sage daraufhin nichts, bringe die Teller zur Luke und gehe noch einmal alle durch, um Wein und Wasser nachzuschenken, einem bringe ich eine zweite Cola. Immer wieder verirren sich Hände auf meinen Körper, aber ich versuche sie zu ignorieren, so gut ich kann.

Wenig später ist auch schon die Hauptspeise dran und ich trage auch diese zu den Tischen. Erneut wird es zu einem Spießrutenlauf zwischen den Händen der Männer, aber schlussendlich sitzen alle vor einem gefüllten Teller und dann siegt auch schon der Hunger.

Ich stehe wieder an meinem Platz und schaue auf die Uhr, die an der Wand hängt. Es ist kurz vor 20 Uhr. Wenn alles glatt läuft, dann müsste in wenigen Minuten eine Rakete bei der Abwehrstation einschlagen.

Ich bin bemüht, so unbekümmert wie möglich dreinzuschauen und als der Kommandant sein Weinglas leert, nehme ich von mir aus die Karaffe und schenke ihm nach.

"Braves Mädchen", grinst er.

Ich will mich bedanken und auf den Rückweg machen, da klopft es und ein weiterer Offizier betritt den Raum.

"Herr Kommandant, Herr Kommandant, Raketen!", ruft dieser ganz aufgeregt. Erst jetzt wird mir bewusst, dass er kreidebleich ist.

"Was für Raketen?", will Semeronov wissen.

"Die Hölle ist los, das Raketenabwehrsystem ist völlig zerstört", antwortet der Mann, der hereingestürmt ist.

"Was ist passiert?", will der Kommandant wissen. Allmählich macht sich auch bei ihm Unruhe breit.

"Raketen haben das gesamte Abwehrsystem an der Küste in Grund und Boden gebombt. Keiner weiß, wie so etwas hat geschehen können."

"Esst weiter!", wendet sich der Befehlshaber an seine Leute. Dann sieht er mich an. "Du wartest auf mich! Keiner fasst dich an!"

Ich nicke ihm zu und beobachte, wie er mit dem Mann, der die Nachricht überbracht hat, zur Tür hinausstürmt. Die anderen schauen genauso überrascht, wie ich mich stelle. Insgeheim muss ich grinsen, denn meine erste Aktion scheint ein voller Erfolg zu sein.

Alle essen fertig und setzen sich dann in die Couchecke. Sie lassen sich von mir zwar bedienen, aber niemand kümmert sich mehr um mich. Sie tuscheln und mutmaßen. Man merkt, dass sie aufgeregt sind und nicht mehr an mich und meine Nacktheit denken. Die Ungewissheit über das Geschehen nagt an ihnen.

Es dauert zwei Stunden, dann kommt Semeronov zurück. Man kann ihm den Ärger und die Besorgnis ansehen. Beides ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er blickt sich kurz um und geht dann direkt auf seine Kollegen zu.

"Das war ein vernichtender Anschlag auf das gesamte System. Wer das geplant hat, der wusste ganz genau, was er tut. So eine Scheiße!"

"Warum? War das kein Raketenangriff?", will einer wissen.

"Es wurden vermutlich Peilsender angebracht. Als die erste Rakete im Anflug war, hat das System reagiert. Da aber offenbar zwei Sender und nicht nur einer angebracht worden sind und dabei die Radarstation ausgelassen worden war, wurden unsere Raketen umgelenkt und haben in die eigene Station eingeschlagen. Keine Ahnung, wie so etwas hat passieren können. Die Fachleute glauben, die feindliche Rakete war schon zu nahe und hat deshalb unsere Abwehrraketen angezogen.

Wie gesagt, es war ein verheerender Schlag. Alles ist explodiert, die Raketen, die Radar- und die Kommandostation, alles ist vollkommen zerstört. Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, dieser Bastard."

"Das ist ja fürchterlich. Dann sind wir im Augenblick nun ungeschützt?", will einer der Offiziere wissen.

"Bis wir Ersatz bekommen."

"Das kann einige Wochen dauern."

"Wenn nicht Monate", jammert der Kommandant.

Innerlich jubiliere ich, auch wenn ich nach außen hin betrübt dreinschauen muss. Ich kann zwar meine schauspielerischen Leistungen selbst nicht besonders beurteilen, aber ich glaube ich schaffe es recht gut. Es kann auch daran liegen, dass mir nur noch wenig Beachtung geschenkt wird.

Die Offiziere reden noch lange durcheinander. Jeder von ihnen ist schlau und gibt seinen Senf zum Besten. Wirklich Produktives kommt dabei aber nicht heraus. Ich beschränke mich darauf, allen nachzuschenken, wenn sie ihre Gläser ausgetrunken haben, und spiele die Unwissende.

Gegen 23 Uhr erhebt sich der Kommandant. Er gibt mir mit einem Wink zu verstehen, ihm zu folgen.

"Komm mit. Ich muss mich jetzt abreagieren!"

Kapitel 12

Nackt wie ich bin, laufe ich hinter ihm durch die Korridore der Kaserne. Ich habe noch im letzten Moment meine Klamotten zusammengesucht, weil ich mich später nicht lange auf die Suche danach machen will.

Zum Glück begegnen wir keiner Menschenseele. Es würde mich auch wundern, wenn um diese Zeit noch normale Soldaten unterwegs wären. Für sie dürfte schon lange die Nachtruhe begonnen haben.

Wir gelangen in seine persönlichen Räume. Diese bestehen aus einem Wohnbereich, einem Bad und einem Schlafzimmer. Es ist altmodisch eingerichtet, dunkel und wirkt verstaubt. Außerdem ist die Luft stickig und ich wette, hier drinnen wurde schon lange nicht mehr gelüftet.

Wohlfühlen kann man sich in diesen Räumen nicht, ich zumindest. Aber es ist eine annehmbare Fläche. So untergebracht ist sicher nur der Kommandant. Ein einfacher Rekrut wird sich mit einem Platz in den Mannschafträumen zufriedengeben.

Ich bleibe hinter der Tür stehen und lege meine Sachen auf einen Sessel, der dort steht. Der General scheint unsicher zu sein. Ich kann die Spannung deutlich spüren und warte deshalb ab. Ich will ihn nicht stören.

Nach einiger Zeit lässt er sich auf die Couch im Wohnbereich fallen und gibt mir ein Zeichen, zu ihm zu kommen. Ich folge der Anweisung. Im Moment weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Seine Anspannung gefällt mir nicht.

"Blas mir den Schwanz!", meint er mürrisch.

Ich knie mich vor ihm auf den Boden, beuge mich zu ihm hin, packe seinen Prügel aus und beginne an ihm zu saugen und zu lecken. Ich gebe mir Mühe, es so gut wie möglich zu machen. Ich will ihn nicht noch weiter aufregen. Wer weiß, wie er dann reagiert. Im Moment kann ich den Mann nicht einschätzen.

Er aber scheint mit meinen Bemühungen nicht ganz zufrieden zu sein. Er packt mich entschlossen bei den Haaren und drückt meinen Kopf immer wieder hart auf seinen Schwanz. Dieser dringt in der Folge bis tief in meinen Rachen ein. Da er zum Glück nicht sonderlich gut bestückt ist, bereitet mir diese Behandlung keine besonderen Probleme.

Es ist allerdings sehr demütigend, wie er meinen Kopf auf und ab bewegt und damit bestimmt, wie ich ihn zu verwöhnen habe. Er gibt mir deutlich zu verstehen, dass ich nur für ihn da und seinem Willen ausgesetzt bin, ich werde einfach nur benutzt.

Er ist allerdings gedanklich nicht ganz bei der Sache. Er scheint an alles Mögliche zu denken nur nicht an Sex. Das macht es zusätzlich unangenehm. Welche Frau wünscht sich, nur so nebenbei benutzt zu werden?

Doch ich habe aus seiner Sicht sowieso kein Recht, mich zu beklagen. Ich werde bezahlt und habe das zu tun, was er will. Wenn er dies nur lustlos macht, dann ist auch das in seinen Augen in Ordnung. Ich hasse es eine Nutte zu sein, denn das bin ich. Da kann ich mich auch nicht damit herausreden, dass ich es nur für mein Vaterland tue.

Mit der Zeit jedoch, scheint trotz allem, Lust bei ihm aufzukommen. Er rammt mir seinen Schwanz zunehmend entschlossener in den Rachen. Er fickt meinen Mund fast schon besessen und ich habe Mühe mit ihm mitzuhalten. So verbissenen Sex hatte ich noch nie.

"Diese Schweine! Ich frage mich, wie sie das gemacht haben", brummt er vor sich hin.

Bei diesen Äußerungen wird mir klar, er bezieht sich dabei auf den Raketenangriff und die Abwehrstation. Es hat nichts mit mir zu tun. Wenn er wüsste! Ich muss beinahe grinsen, denn er ist der Übeltäterin näher, als er sich das jemals vorstellen könnte.

Er bekommt von meiner Belustigung allerdings nichts mit. Er stößt seinen Schwanz immer noch in meinen Rachen und hat meinen Kopf fest im Griff. Er wird zunehmend hektischer und ich nehme an, dass er allmählich zum Höhepunkt kommt.

"Schluck alles. Wehe ein Tropfen geht daneben!", knurrt er.

Noch bevor ich wirklich verstehe, was er damit sagen will, schiebt er sein Becken ruckartig nach vorne und drückt meinen Kopf auf seinen Schoß. Im selben Moment schießt auch schon sein Sperma in meinen Schlund. Zum Glück ist es so weit drinnen, dass ich keine andere Wahl habe, als seine Soße zu schlucken und da die Menge überschaubar ist, geht auch kein Tropfen verloren.

Als er ausgespritzt hat, zieht er meinen Kopf von sich herunter und gibt mich frei. Ich kann mich ein Stück aufrichten und beobachte, was er tut. Er beginnt sich auszuziehen.

Man könnte meinen, ein Offizier sei ein Mann, der trainiert und deshalb einen wohl definierten Körper besitzt. Nicht Nikita Semeronov. Ich glaube er hat zu oft in der Offiziersmensa geschlemmt und sich am Vodka bedient.

Er hat einen ganz schön großen Bauch und ist auch sonst eher schwabbelig. Ich ekle mich ein wenig, als er mich auf seinen Schoß zieht und ich seinen Prügel unter mir spüre.

"Du bist hübsch und willig", meint er.

"Ich werde dafür doch ordentlich bezahlt, Sir. Da ist es doch selbstverständlich, dass ich mich bemühe."

Ich gehe davon aus, dass seine Feststellung ein Lob sein sollte. Besonders schmeichelhaft ist es trotzdem nicht. Aber ich bin nicht hier, um Komplimente einzuheimsen.

"Hat dir schon einmal einer deinen Arsch versohlt?", will er wissen.

"Sie meinen Analverkehr, Sir. Den hatte ich noch nie, wie ich vorhin schon erwähnt habe."

"Nein, ich meine, hat dich noch nie ein Mann übers Knie gelegt?"

"Nein, das hat noch keiner", antworte ich. Dabei versuche ich zu kaschieren, dass ich geschockt bin. Was soll das denn?

"Dann komm her!", befiehlt er.

Ich stehe mit einem mulmigen Gefühl im Magen auf und stelle mich brav vor ihm hin. Ich weiß nicht, was er sich von mir erwartet. Zum Glück ergreift er die Initiative, er nimmt meine linke Hand und dirigiert mich so, dass ich schließlich quer auf seinen Oberschenkeln liege und er meinen Hintern mit der rechten Hand bequem streicheln kann.

"Es macht Spaß, eine Frau zu züchtigen. Es zeigt, dass man Macht über sie hat", meint er. Dabei grinst er.

Wie aus heiterem Himmel klatscht seine Hand gegen meine rechte Arschbacke. Ich muss mich am Riemen reißen, um nicht "Aua" zu rufen. Es hat verdammt wehgetan. Er aber lacht nur.

"Du hast den idealen Arsch dafür!"

Na super, das auch noch, denke ich. Im selben Moment klatscht die Hand auch schon erneut auf mein Hinterteil, diesmal auf die andere Seite.

"Wenn ich fertig bin, dann hast du einen Pavianarsch, schön rot und leuchtend", lacht er auf.

Ich erwarte bereits, dass er erneut zuschlägt, doch zu meiner Verwunderung verirrt sich seine Hand zwischen meine Beine und stimuliert meine Scham. Vor allem auf meine Perle hat er es abgesehen.

"Das ist das Schöne an der Sache. Man haut zu, spielt aber auch mit dem Arsch und der Fotze."

Erneut überrascht er mich. Diesmal nicht mit einem Hieb, sondern damit, dass er mir einen Finger in meinen Anus steckt. Da ich mich verkrampfe, als mir klar wird, wo er eindringen will, bekomme ich erneut einen Hieb auf den Arsch.

"Du sollst lockerlassen, du dummes Ding!", faucht er mich an.

Gleich darauf knallt seine Hand erneut auf meinen Po, diesmal genau auf die gleiche Stelle. Das schmerzt noch mehr.

"Verzeihung, Sir. Ich war nicht darauf vorbereitet", entschuldige ich mich.

Erneut versucht er in meinen Arsch einzudringen und diesmal bemühe ich mich, nicht zu verkrampfen. Es kostet mich einiges an Überwindung, gelingt mir aber doch. Das Ergebnis ist, dass er ein ganz schönes Stück in meinen Darm eindringt und den Finger in mir bewegt. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, aber ich habe keine andere Wahl, als es über mich ergehen zu lassen.

"Will ich heute deinen Arsch?", will er wissen. Die Frage ist aber eher an sich selbst als an mich gerichtet.

Er wütet mit seinem Finger in meinem Inneren und versucht, ihn noch weiter in meinen armen Hintern zu pressen. Es gelingt ihm auch und so spüre ich, wie die Hand gegen einen Po gerückt wird. Weiter kann er nicht hinein, weil ihm seine übrigen Finger im Weg sind.

Plötzlich zieht er den Finger aus mir heraus und hält ihn mir vor den Mund. Damit ich zukomme, muss er mich mit der anderen Hand an den Haaren nach oben ziehen. Das ist zwar etwas schmerzhaft, doch ihn interessiert dies herzlich wenig.

"Abschlecken!", befiehlt er.

Einen Moment zögere ich. Immerhin war der Finger in meinem Arsch und dürfte nicht ganz sauber sein. Dann aber überwinde ich mich und schlecke ihn ab. Semeronov wollte schon losschimpfen, sagt dann aber nichts mehr, weil ich inzwischen den Finger im Mund habe und daran sauge.

"Ich will dich jetzt ficken. Das war viel zu geil!", knurrt er.

In einer etwas umständlichen Bewegung wirft er mich auf die Couch, sodass ich neben ihm sitze. Er aber erhebt sich, zieht an meinen Beinen, sodass ich nach vorne rutsche, auf dem Rücken liege und mit dem Arsch bis vor zur Kante gezogen werde, dann spreizt er meine Schenkel und stellt sich dazwischen.

Er setzt nun seinen Prügel an meiner Spalte an, schiebt sich mit einem energischen Ruck in meinen Unterleib und beginnt mich hart und tief zu ficken. Was ich will oder empfinde, interessiert ihn herzlich wenig. Er rammelt los, wie ein Irrer und fickt sich auf geradem Weg zu einem Orgasmus.

Es dauert nicht lange, da schiebt er sich ganz tief in mich, lässt einen brunftigen Laut hören und kommt in meinem Unterleib. Zum Glück nehme ich die Pille, denn zu erwarten, dass er an Verhütung denkt, wäre wohl etwas viel verlangt. Er will vögeln und das blank. Etwas anderes käme bei ihm wohl nicht in Frage.

Der recht kurze Fick hat ihn überraschend stark angestrengt. Der Scheiß läuft im übers Gesicht. Auch sein Körper ist feucht und eklig. Er scheint nicht sonderlich in Form zu sein. Eine ganze Zeit lang liegt er auf mir und versucht, seinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.

Für mich war der Fick so gar nicht befriedigend. Ich bin nicht einmal sonderlich erregt worden von seinen Stößen, an einen Höhepunkt war gar nicht zu denken.

"Du bist nicht schlecht", grinst er. "Für heute kannst du verschwinden!"

Er erhebt sich und als ich mich suchend umschaue, deutet er aufs Bad und ich mache mich eilig auf den Weg, weil schon seine Säfte dabei sind, aus mir herauszurinnen.

Als ich aus dem Bad komme, ist vom Kommandanten keine Spur mehr zu sehen. Er scheint sich ins Schlafzimmer zurückgezogen zu haben. Hastig schnappe ich mir meine Kleider und ziehe mich an. Ich will nur noch weg.

Ein flüchtiger Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich etwas derangiert dreinschaue, aber es ist inzwischen spät und ich denke nicht, dass ich noch vielen Leuten begegne. Ich schleiche mich zur Tür hinaus und versuche mich in den Gängen des Hauptquartiers der Schwarzmeerflotte zurecht zu finden, um zum Ausgang zu gelangen.

Ich finde es einigermaßen fahrlässig, eine Fremde allein nachts durch die Korridore einer derart wichtigen Militäreinrichtung schleichen zu lassen. Genau das sind die Gelegenheiten, um Geheimnisse zu stehlen oder sonst irgendwie Schaden anzurichten.

Ich nehme aber an, dass der Kommandant mich nicht als Bedrohung einstuft. Er hält mich für ein Flittchen, das sich ficken lässt, um über die Runden zu kommen. So jemand kann keine Bedrohung sein.

Ich biege um eine Ecke des Ganges, als ich bemerke, dass ich in einer Sackgasse stecke. Also drehe ich mich um, laufe aber beinahe in einen Mann hinein. Er muss auch Offizier sein, das sehe ich an seinen Abzeichen.

"Oh, Verzeihung. Ich suche den Ausgang."

"Du bist die kleine Schlampe, die Nikita mitgebracht hat?"

"Ich bin eigentlich Model. Aber von dem Beruf allein kann man auf der Krim nicht sonderlich gut leben, also muss man kreativ sein."

Er mustert mich belustigt von oben bis unten. Dann lacht er mir frech ins Gesicht.

"Bei so einem Körper kann man leicht kreativ sein."

"Ich hoffe, es ist nicht nur der Körper", antworte ich. Ich hoffe er sieht nicht, wie ich im Dunkeln die Augen genervt verdrehe.

"Du meinst, du bist auch klug?"

"Ich bin sicher kein Genie, aber ganz blöd bin ich auch nicht."

"Und trotzdem findest du den Ausgang nicht?", zieht er mich auf.

"Ha ha, ich bin zum ersten Mal in diesem Gebäude, das noch dazu nicht gerade klein ist."

"Ich will ja nicht so sein", grinst er. "Ich bringe dich zum Ausgang."

"Du kennst den Weg?", frage ich grinsend.

"Ich bin der Vizekommandant dieses Ladens. Ich denke, da habe ich gute Chancen, den Ausgang zu finden", grinst er zurück.

"Da stehen die Chancen tatsächlich nicht schlecht", lache nun ich. "Ich bin Anastasia."

"Ich weiß, ich bin Viktor Olimov."

"Hallo Viktor, du bist aber noch etwas jung, um Vizekommandant zu sein."

"Ich bin 31 Jahre alt", meint er leicht empört.

"Naja, 31 ist jetzt nicht alt. Wenn ich die anderen Offiziere anschaue, dann bist du vermutlich der Jüngste."

"Und doch bin ich Vizekommandant", grinst er.

"Bist du der Klügste von allen?"

"Könnte sein", grinst er noch breiter.

Er nimmt mich um die Taille und führt mich die Gänge entlang. Je weiter wir kommen, umso tiefer sinkt seine Hand, bis sie komplett auf meiner Arschbacke liegt, die er dann auch noch genüsslich knetet.

"Ich hätte jetzt Lust."

"Wozu?", spiele ich die Unschuldige.

"Dich zu ficken", antwortet er. Sein Lächeln dabei ist süffisant.

"Kein Bedarf mehr - heute", antworte ich.

Ich muss in dem Moment quieken, weil seine Hand sich von hinten zwischen meine Beine schiebt und sein Mittelfinger über meine Scham fährt. Es ist zwar noch etwas Stoff dazwischen, dennoch finde ich es nicht gerade galant.

Zum Glück erreichen wir in dem Moment den Ausgang, ich verabschiede mich rasch und verschwinde in der Nacht.

Kapitel 13

Zwei Tage später muss ich schon wieder antreten. Ich weiß nicht genau warum, aber ich habe die restlichen drei Peilsender in das Versteck in meinem Höschen gestopft. Da genau drei Platz haben und ich nur noch drei besitze, habe ich mir gedacht, warum soll ich sie nicht bei mir tragen. Man kann nie wissen und sollte jederzeit bereit sein.

Als ich diesmal an der Pforte klingle, grinst mir wieder der Wachmann entgegen, der schon letztes Mal Dienst hatte, als ich in die Kaserne gekommen bin. Diesmal jedoch wird er sofort ernst und nimmt Haltung an.

"Sie wollen wieder zum Kommandanten?", erkundigt er sich.

"Ja, zu General Semeronov."

Er ruft einen Rekruten zu sich, der mich wieder zur Offiziersmensa bringen soll. Heimlich mustert mich der junge Mann, versucht dies aber wenig gekonnt zu verbergen.

Als ich in die Offiziersmensa eintrete, jubeln die Männer drinnen bereits. Man sieht es ihnen an, dass sie sich freuen. Heute sind es zusammen mit dem Kommandanten nur fünf Männer. Auch Olimov, der Vizekommandant ist dieses Mal dabei.

Ich lege noch am Eingang meine Kleider ab und mache mich an die Arbeit, den Herren die Getränke zu servieren. Ich will mich nicht lange bitten lassen. Es ist sowieso nicht zu vermeiden.

Ich frage die Herren, was sie trinken wollen und hole dann das Gewünschte. Als ich bei Olimov ankomme, beugt er seinen Kopf ganz nahe an mein Ohr.

"Heute werde ich dich so richtig hart vögeln. Das verspreche ich dir."

Als ich mit den Getränken fertig bin, winkt mich der Kommandant zu sich. Natürlich komme ich der Aufforderung nach und stelle mich neben ihm hin. Er aber weist mich sofort an, mich auf den Tisch zu legen. Überrascht komme ich seiner Anweisung nach.

"Ich brauche zwei Freiwillige", ruft er in die Runde.

Alle vier Männer melden sich. Deshalb sucht der Kommandant zwei aus und die Wahl fällt auf einen sehr alten Mann und den Vize.

"Zieht ihre Beine weit auseinander!", befiehlt er ihnen.

Die beiden zögern nicht lange. Jeder schnappt sich ein Bein und zerrt es zur Seite, sodass ich mit weit gespreizten Schenkeln vor dem Kommandanten liege.

"Sie ist schon eine echt geile Sau", grinst dieser.

Dabei tätschelt er mir die Scham und zum Abschluss bekomme ich einen etwas härter Hieb auf meine empfindliche Stelle. Ich zucke zusammen, was aber dem Kommandanten nur ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubert.

"Wir wollen ihren Arsch etwas vorbereiten", meint er.

Aus der Tasche zieht er einen Plug. Himmel! Er will mir dieses Teil in den Hintern stecken! Als mir das bewusst wird, schäme ich mich. Es ist peinlich, einem fremden Mann derart ausgeliefert zu sein und das auch noch vor Publikum.

Er aber schiebt zunächst einen Finger in meinen Hintereingang und versucht diesen zu weiten. Da ich mich dieses Mal von Anfang an bemühe, nicht zu verkrampfen, gelingt ihm das Eindringen ohne Problem. Er wühlt etwas in meinem Arsch, dann zieht er den Finger zurück und setzt den Plug an.

Mit diesem hat er deutlich größere Probleme. Das Teil geht ein kleines Stück hinein, wird dann aber rasch dicker und bleibt zunächst stecken. Der Kommandant aber lacht nur.

"Die kleine Sau ist ja noch Jungfrau im Arsch, das hätte ich fast vergessen. Deshalb ist sie so eng. Aber keine Sorge, das werden wir rasch ändern."

Er drückt mit seinem gesamten Gewicht gegen den Plug und presst ihn mir damit tief in den Anus. Es ist schmerzhaft, wie mein Ringmuskel geweitet wird und doch, ganz schafft er es nicht, mir das Ding in den Darm zu drücken.

Er zieht den Plug erneut etwas zurück, dreht ihn mehrmals, spuckt einmal drauf und dreht ihn erneut, bevor er schließlich ein weiteres Mal sein gesamtes Gewicht einsetzt und mir diesmal dieses Ding komplett in den Arsch schiebt.

Es ist äußerst unangenehm, als die dickste Stelle den Ringmuskel passiert. Dann aber flutscht er beinahe von allein weiter in mich hinein. Semeronov grinst und drückt ihn noch etwas tiefer hinein. Aber viel weiter geht nicht, weil eine flache Scheibe ein weiteres Eindringen verhindert.

"So, ihr könnt die Schlampe loslassen. Sie soll uns zunächst das Abendessen servieren."

Die Männer lassen meine Beine los. Viktor kann es sich nicht verkneifen, dabei zunächst den Plug zu prüfen und noch etwas weiter in meinen Arsch zu drücken. Dann aber fährt er verstohlen über meine Muschi und dringt mit einem Finger in mich ein.

Als er diesen herauszieht, hält er ihn sich demonstrativ unter die Nase und riecht daran. Dann grinst er mich breit an.

"Heute wird noch etwas anderes nach deinem Fotzenschleim riechen."

Dabei deutet er in seinen Schritt. Mir ist klar, was er mir damit sagen will, versuche es aber so gut es geht zu ignorieren. Er will mich zum Sexualobjekt herabwürdigen. Ich denke, es ist das Beste, so zu tun, als würde ich dies nicht zur Kenntnis nehmen.

Er reicht mir die Hand und zieht mich vom Tisch. Als ich am Boden aufkomme und die Beine im Stehen nun wieder geschlossen sind, spüre ich deutlich den Stöpsel in meinem Arsch. Er ist unangenehm, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich den Herren das Essen servieren muss. Und das tue ich auch.

Mit der Zeit spüre ich den Pfropfen in meinem Arsch kaum noch. Ich habe mich wohl daran gewöhnt. Wenn einer der Typen mir das Ding etwas weiter hineindrücken will, was aber eh nicht wirklich funktioniert, dann nehme ich den Eindringling noch wahr, es stört mich aber nicht mehr sonderlich.

Auch heute begrapschen mich die Männer. Man könnte glauben, es wären ungebildete Soldaten und keine Offiziere. Aber ich nehme an, Männer sind in diesem Punkt alle gleich.

Als die Herren sich über die Hauptspeise hermachen und ich allen Wein und Wasser nachgeschenkt habe, stelle ich mich hinter den Kommandanten und seinen Stellvertreter, um bereit zu sein, sollte jemand einen Wunsch äußern.

"Heute könnte das letzte Mal sein, dass wir uns von einer Schlampe bedienen lassen können", raunt Semeronov seinem Stellvertreter zu.

"Wieso das?"

"Heute hat sich eine Kontrolle angemeldet."

"Wegen der Finanzen?"

"Ich fürchte, es hat uns jemand verraten."

"Jemand von der Mannschaft?"

"Ich denke, einer der Soldaten. Die sehen die Weiber ein- und ausgehen. Ich denke, es ist der Neid."

"Dann könnte das echt der letzte Abend sein?", meint Viktor. Ich kann die Enttäuschung in seiner Stimme hören.

"Genau, deshalb überlasse ich die Schlampe heute dir. Fick sie so richtig durch. Sie soll diesen Abend nie mehr vergessen und die Schwarzmeerflotte in guter Erinnerung behalten", lacht er.

Je mehr ich den beiden zuhöre, umso mehr spitze ich die Ohren. Was mir sofort in den Sinn kommt, ist, dass das meine letzte Gelegenheit sein könnte, einen Peilsender im Hauptquartier der Schwarzmeerflotte zu platzieren. Mir ist klar, ich muss handeln. Die Frage ist nur wie.

Die Sender liegen in der Nähe der Eingangstür in meinem Höschen versteckt. Ich bin nackt und kann den Sender nicht einstecken. Ich überlege fieberhaft, was ich tun könnte.

Beim Abräumen der Teller nach der Hauptspeise mache ich einen Abstecher zu meinen Kleidern, hole einen Peilsender heraus und versuche ihn so in der Hand zu halten, dass es niemand bemerkt.

Als ich an den Tisch zurückkehre, kommt mir eine Idee. Ich aktiviere den Sender und lasse ihn im Vorbeigehen in die Brusttasche der Uniformjacke des Kommandanten rutschen. Diese hat er ausgezogen und über die Stuhllehne gehängt. Kaum ist der Sender drinnen, werde ich auch schon gerufen.

"He, Schlampe, bring mir noch etwas Wein!", ruft mir einer zu.

Ich gehe zum Tisch, wo die Weinflasche steht, und gehe auf den Mann zu, um seinem Wunsch nachzukommen. Ich hoffe, dass niemand meine Nervosität bemerkt. Ich mache mir etwas Sorge, dass einer der Anwesenden bemerkt haben könnte, was ich gemacht habe.

Als der Typ mir aber zwischen die Beine greift und lachend einen Klapps auf den Hintern versetzt, beruhige ich mich wieder. Offenbar läuft alles normal weiter.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass dies ein Selbstmordkommando ist. Ich weiß, dass drei Stunden nach Aktivierung des Senders die Raketen starten und dann einschlagen. Ich fürchte, dass ich bis dahin noch nicht das Gebäude verlassen habe. Noch habe ich den ganzen Abend vor mir.

Trotzdem versuche ich, mir nichts anmerken zu lassen. Nun ist es sowieso zu spät. Ein Zurück gibt es nicht, der Sender ist aktiv. Es ist also, wie es ist. Sollte ich den Angriff unserer Raketen überleben, habe ich Glück, ansonsten bin ich für mein Vaterland gestorben.

Ich denke, keiner wird ahnen, dass ich mich geopfert habe. Höchstens Ekaterina könnte es nach Hause melden. Immerhin hat sie mitgekriegt, dass ich tatkräftig mitgeholfen habe, die Raketenabwehrstation zu zerstören und sie weiß, dass ich heute Abend wieder meinen Dienst beim Kommando angetreten habe.

Wenn ich allerdings ehrlich bin, was habe ich davon. Ich frage mich, ob ich dann als Heldin dastehen würde. Aber auch das hilft mir herzlich wenig. Eine Heldin zu sein, wenn man tot ist, ändert auch nicht mehr viel.

Da die Desserts von der Küche durch die Luke geschoben werden, serviere ich diese und warte erneut ab, bis alle gegessen haben. Immer wieder schenke ich Wasser oder Wein nach und biete den Männern dabei gleichzeitig die Möglichkeit, an mir herumzufummeln. Ich hasse es immer noch und könnte mich wohl nie daran gewöhnen. Ich lasse es aber über mich ergehen. Vor allem jetzt will ich meinen Auftrag erfüllen und keinen Verdacht aufkommen lassen. Könnte sein, dass es mein letzter Abend ist.

"Meine Herren, heute wollen wir uns mit Anastasia vergnügen. Sie soll jedem einen blasen und das Sperma schlucken. Danach darf sich Obert Olimov ihr widmen und seinen Spaß haben. Das nächste Mal sehen wir weiter."

"Immer zuerst die oberen", nörgelt einer leise in meiner Nähe.

Sich laut zu beklagen, traut sich dann aber doch keiner. Außerdem macht der Kommandant seine Hose auf und gibt mir mit einem Wink zu verstehen, dass ich vor ihm in die Hocke gehen und ihn verwöhnen soll. Damit ist jede Diskussion im Keim erstickt. Alle gieren nur noch danach, auch an die Reihe zu kommen und drängeln sich hinter ihrem Vorgesetzten.

Ich tue, wie mir geheißen wurde, und gebe mir auch sehr viel Mühe. Die übrigen feuern mich an und verwenden dabei zotige Sprüche. Ich höre aber kaum hin und konzentriere mich auf meine Aufgabe, die ich so schnell wie möglich hinter mich bringen will.

Es gelingt mir auch recht gut, denn Semeronov beginnt schon bald zu stöhnen, packt mich schließlich am Hinterkopf und fickt mich, indem er das Becken bewegt und meinen Kopf dagegen drückt. Dies scheint eine unangenehme Angewohnheit von ihm zu sein.

Schon wenige Minuten später, schiebt es bei ihm so weit zu sein. Er drückt sein Rohr extra weit in meinen Rachen, verharrt dort einen Moment und spritzt mir schließlich seine Ladung in den Schlund.

Ich habe keine andere Wahl und schlucke alles. Es ist zwar ein wenig eklig, aber ich mache es dennoch. Ich habe ja auch keine Alternative, da er tief in meinem Rachen steckt. In mehreren Schüben spritzt er sich aus und zieht sich wenig später aus mir zurück. Langsam knöpft er sich die Hose wieder zu, während ich noch immer vor ihm hocke.

"Nicht schlecht, die Kleine. Habt noch Spaß mit ihr. Ich gehe schlafen. Morgen ist ein anstrengender Tag", meint er.

Er dreht sich um, nimmt die Jacke von der Stuhllehne und zieht sie sich über. Ich beobachte ihn verstohlen, um zu schauen, ob möglicherweise der Peilsender herausfällt. Ich kann aber nichts bemerken und hoffe, dass alles gut geht. Er macht sich auch schon wenig später auf den Weg. An der Tür dreht er sich noch einmal um und lächelt seinen Leuten aufmunternd zu.

Kaum, dass die Tür ins Schloss gefallen ist, werde ich auf den Billardtisch gelegt, und zwar so, dass mein Kopf über den Rand hinausragt. Dann schiebt auch schon einer seinen Schwanz in meinen Rachen und beginnt mich in den Mund zu vögeln.

Die anderen spielen unterdessen mit meinen Möpsen oder machen sich zwischen meinen Beinen zu schaffen. Ich habe immer wieder einen oder gar mehrere Finger in der Muschi oder im Arsch. Es ist entwürdigend. Ich liege hilflos da und kann mich kaum rühren, weil links und rechts ein Mann meinen Arm festhält.

Die Typen tauschen sich auch immer wieder ab, immer knapp, bevor sie abspritzen müssen. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit ziehen die Männer es dann durch. Einer nach dem anderen pumpt mir seinen Schleim in den Rachen. Aufgrund meiner liegenden Position und der kurzen Abstände von einem zum nächsten, habe ich etwas Mühe alles zu schlucken. Einer zieht sich sogar aus meinem Mund zurück, um mir seine Sahne quer über das Gesicht zu spritzen.

Dann aber haben alle außer dem Vizekommandanten abgespritzt und verlassen einer nach dem anderen den Raum, um sich in ihre Zimmer zu begeben. Schließlich bleibe ich mit Olimov allein zurück.

"Setz dich auf!", weist er mich an.

Ich komme der Aufforderung nach. Beim Aufstehen habe ich zwar etwas Mühe, weil ich doch schon einige Zeit in derselben Position liegen musste und meine Glieder ein wenig steif geworden sind, aber ich sitze schließlich auf dem Rand des Tisches.

"Ich werde dich heute in den Arsch ficken", verkündet er.

Dabei grinst er und freut sich sichtlich auf das, was noch kommen wird. In dem Moment erhasche ich einen Blick auf die Wanduhr und stelle fest, dass die Zeit zwischen dem Aktivieren des Peilsenders und dem Start der Raketen so gut wie abgelaufen sein muss.

"Ich stehe zur Verfügung", antworte ich. "Was soll ich machen?"

"Nicht so hastig, du geile Schlampe. Du kannst es offenbar nicht erwarten, dass ich den Stöpsel in deinem Nuttenarsch mit meinem geilen Schwanz ersetze."

Er scheint auf Beschimpfungen zu stehen, denn er beobachtet genau, wie ich reagiere. Aber den Gefallen mache ich ihm nicht, ihm zu zeigen, dass ich keinen Arschfick möchte. Ich hoffe, dass die Raketen vorher einschlagen. Ich möchte nicht sterben, während mich dieser Idiot in den Arsch vögelt. Das ist meine letzte Bitte an den lieben Gott. Ich möchte wirklich nicht mit einem Schwanz in meinem Hintern gefunden werden.

"Dreh dich um!"

Ich mache es und schaue nun wieder zum Billardtisch. Er gibt mir Anweisung mich mit weit gespreizten Beinen direkt an den Tisch zu stellen und den Oberkörper auf die Oberfläche zu legen.

"Leg die Arme weit nach vorne!"

Auch das mache ich. Der Mann lacht voller Vorfreude, unternimmt aber zunächst nichts. Ich liege oder stehe vor ihm und präsentiere ihm aufreizend meinen Arsch. Er scheint meinen Körper genau zu mustern.

Dann plötzlich spüre ich, wie er mir mit der flachen Hand auf eine der Arschbacken haut. Wenig später ist die andere an der Reihe. Diese Offiziere scheinen einen Hang zu Schlägen zu haben, überlege ich.

"Ich mag es, wenn der Arsch einer Hure schön rot ist", erklärt er hinterhältig lachend. "Ich denke, ich wärme dich erst einmal auf."

Sein nächster Hieb trifft so, dass er mir den Stöpsel noch etwas weiter in den Arsch drückt. Es ist unangenehm, aber es tut nicht sonderlich weh.

Ich wende den Kopf nach hinten und schaue, was der Mann macht. Er grinst mich an, holt weit aus und will mir auf den Hintern hauen, kommt aber nicht mehr dazu. Kurz bevor er den Arm in Richtung meines Hinterns schwingen lassen will, gibt es einen fürchterlichen Knall, dem noch mehrere folgen.

Die Wände beben, die Fenster splittern und Mauerbrocken fliegen durch die Luft. Olimov wird vom Druck in die gegenüberliegende Ecke des Raumes geschleudert, während ich offenbar in meiner gebückten Haltung nur die Druckwelle spüre, wie sie über mir hinwegfegt. Kann auch sein, dass ich bereits vorgewarnt war und nicht überrascht wurde.

Der Vizekommandant rappelt sich leicht benommen auf und klopft sich eine dicke Staubwolke aus seinen Kleidern. Es hilft aber nicht viel. Er ist immer noch weiß und voller Staub. Staunend blickt er sich um.

"Was war das?", will er wissen.

"Keine Ahnung", antworte ich. "Darf ich aufstehen?"

"Ja, mach das. Und zieh dich an! Mach schnell!"

Auch er zieht die Hose hoch und knöpft sie zu. Er wirkt noch immer ein wenig benommen. Die Druckwelle scheint ihm ganz schön zugesetzt zu haben. Ich hingegen bin klar im Kopf. Ich eile zu meinen Sachen, die unter einer dünnen Staubschicht liegen, klopfe sie aus und ziehe mich an. Vorher ziehe ich noch schnell den Plug aus meinem Arsch.

Als ich fertig bin, packt mich Olimov bei der Hand und zerrt mich aus dem Raum. Auf dem Gang bietet sich uns ein Bild der Verwüstung. Teile des Gebäudes müssen eingestürzt sein. Es liegen schon im Gang zahlreiche Trümmerteile herum.

Mein Begleiter zieht mich quer über den Flur in einen weiteren Raum, wir durchqueren diesen und an der gegenüberliegenden Wand öffnet er eine Terrassentür, deren Scheiben nicht mehr vorhanden sind. Durch diese Tür gelangen wir ins Freie. Er hält nicht an und läuft einfach vom Haus weg.

Erst einige Zeit später hält er an und blickt zurück. Das längliche Gebäude liegt im rechten Flügel sowie im Zentralbereich in Schutt und Asche. Diese Teile sind dem Erdboden gleichgemacht. Der linke Flügel, in dem wir uns aufgehalten haben, ist zu großen Teile eingestürzt, andere Bereiche sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wir hatten unverschämtes Glück, nicht auch in den Tod gerissen worden zu sein..

"Was ist hier nur passiert?", rätselt Olimov.

"War das eine Bombe?"

Natürlich spiele ich die Ahnungslose. Ich werde ihm garantiert nicht auf die Nase binden, dass ich das verursacht habe. Aber ich bin mit mir zufrieden, sehr sogar. Die Raketen müssen leicht rechts vom Zentralbereich eingeschlagen sein. Da sich die Offiziersmesse, in der wir uns aufgehalten haben, ganz links außen auf der vom Einschlag abgewandten Seite befunden hat, sind wir mit dem Leben davongekommen. Wer sich allerdings im getroffenen Teil befunden hat, der dürfte verletzt oder gar tot sein.

"Das Zimmer des Kommandanten hats voll erwischt. Ich vermute, er ist tot", meint der Oberst. "Ich muss zum Kommando-U-Boot."

"Zum was?", frage ich.

"Die Flotte hat ein U-Boot, von dem aus im Krisenfall das Kommando über die gesamte Flotte übernommen werden kann. Ich muss dorthin."

"Gehen sie nur", sage ich. "Ich komme zurecht."

"Du kommst mit!", meint er bestimmt.

"Ich?"

"Ja, du!"

"Und warum?"

"Weil ich dich noch ficken muss."

"Aber ich kann doch nicht auf ein Boot gehen? Ich bin doch nicht bei der Marine."

"Das ist egal, du bist meine persönliche Adjutantin."

"Wie komme ich dazu?"

"Ich habe dich soeben dazu ernannt und jetzt komm!"

"Und wenn ich mich weigere?"

"Dann wirst du wegen Fahnenflucht erschossen."

Er grinst dabei hämisch und nimmt mich am Arm. Ich bin derart perplex, dass ich mich hinter ihm herziehen lasse. Ich leiste keinen Widerstand, der vermutlich auch keinen Sinn gehabt hätte.

Ich bin schockiert, dass der Mann in einem solchen Moment noch an Sex denken kann. Sein Vorgesetzter ist tot, er soll das Kommando übernehmen und er hat nichts besseres zu tun, als dafür zu sorgen, dass ich mit ihm mitkommen muss.

Olimov läuft zum Strand und dann das Ufer entlang zu einem gut gesicherten Hafen. Als ihn die Wachleute erkennen, salutieren sie zackig und lassen uns durch. Einer der Männer mustert mich etwas skeptisch, traut sich aber nicht, seinem Vorgesetzten zu sagen, dass ich in diesem Bereich nicht zu suchen hätte. Anstandslos gelange ich damit auf das Gelände des zentralen Hafenbereiches der russischen Schwarzmeerflotte.

Mein Begleiter hat inzwischen meinen Arm losgelassen. Ich folge ihm, da ich auf dem militärischen Gelände sowieso keine Chance hätte, zu entkommen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als ihm zu folgen. Allerdings frage ich mich, wie es mit mir weitergeht. Ich bin nun Teil der russischen Schwarzmeerflotte.

Wir laufen einen langen Pier entlang und kommen zu einem im Wasser liegenden U-Boot. Ich wette, der größte Teil davon liegt unterhalb der Wasseroberfläche. Aber auch so sieht es bereits beeindruckend aus.

Abrupt bleibt der Oberst stehen, schaut sich um und ruft einem Matrosen einen Befehl zu, der den Kopf aus einer Luke reckt. Ich nehme an, die Mannschaft war bereits durch den Raketeneinschlag alarmiert und hat nur darauf gewartet, dass jemand kommt, denn alle sind an Bord und scheinen nun noch auf Befehle zu warten.

Wir gehen auf die Luke zu, Olimov hilft mir beim Einsteigen und klettert dann hinter mir die metallene Leiter hinab ins Innere des Bootes.

"Luke schließen und auslaufen!", brüllt er.

Sofort klettert ein Matrose nach oben und schließt die Luke. Währenddessen bemerke ich ein Vibrieren, das durch den gewaltigen Schiffskörper geht und höre dann leise das Geräusch von Motoren. Schließlich habe ich den Eindruck, als würden wir uns bewegen.

"Wo ist die Brücke?", will Olimov wissen.

Ein Matrose zeigt ihm den Weg und geht vor uns her durch schmale Gänge. Ich wundere mich zwar, warum er als Vizekommandant nicht weiß, wo auf diesem Boot die Brücke ist, aber einen Grund wird dies wohl haben.

Wir erreichen schließlich einen größeren Raum voller Instrumente. Es muss die Brücke sein, der zentrale Raum, von dem aus das Schiff befehligt und gesteuert wird.

Kapitel 14

Wenn ich der Uhr an der Wand glauben kann, befinden wir uns seit drei Stunden auf der Kommandobrücke. Olimov ist die ganze Zeit damit beschäftigt, über Funk die verschiedensten Leute zu kontaktieren. Er gibt auch Befehle und scheint voll in seinem Element zu sein.

Ob das, was er macht Sinn gibt, kann ich nicht sagen. Mit Schiffen und U-Booten kenne ich mich nicht aus. Eine Spezialeinheit wird genau für diesen Bereich ausgebildet. Mich hat das Wasser nie sonderlich interessiert. Fliegen war mir deutlich wichtiger.

Ich stehe zunächst einige Zeit nur neben dem Vizekommandanten und weiß nicht, was ich tun soll. Mir sagt auch keiner etwas. Olimov ist zu konzentriert und die anderen trauen sich wohl nicht, weil sie nicht wissen, wer ich bin.

Nach einiger Zeit wird es mir zu blöd, setze mich auf einen kleinen Klappstuhl etwas abseits und warte geduldig ab. Endlich legt er das Funkgerät zur Seite und schaut sich um. Auch der Kommandant des U-Bootes bemerkt, dass der Oberst sich zurücklehnt.

"Was ist passiert?"

"Man weiß es nicht. Eine Bombe oder eine Rakete muss es gewesen sein."

"Hat es Schäden gegeben?"

"Das Gebäude ist in Teilen eingestürzt. Da ist nichts mehr zu retten, sagen sie."

"Verletzte?"

"Viele und einige Tote. Es ist die Rede von 32 Toten."

"Und der Kommandant?"

"General Semeronov ist unter den Toten. Er befand sich genau im Zentrum der Explosion."

"Das ist schlimm!"

Der Kommandant des U-Bootes ist sichtlich entsetzt. Ihm ist deutlich anzusehen, wie betroffen er ist. Auch Olimov wirkt erschöpft und geschockt.

"Ich verstehe das auch nicht. Das war ein gezielter Schlag mit ungeheuerlicher Präzision ausgeführt, absolut vernichtend."

Ich sitze daneben und muss mir ein Lachen verkneifen. Ich denke nun an Ekaterina. Sie wusste, dass ich den Abend bei Semeronov sein würde. Sie wird sich deshalb denken können, dass ich etwas mit diesem spektakulären Schlag zu tun habe. Sie wird sich auch Sorgen machen und am Ende davon ausgehen, dass ich ums Leben gekommen bin.

"Was machen wir jetzt?"

"Wir bringen die Flotte in Sicherheit."

"Und was machen wir als Nächstes?"

"Wir nehmen Kurs auf Punkt alfa-tango7."

"Die Ölplattform?"

"Ich will schauen, ob dort das Raketenabwehrsystem in perfektem Zustand ist. Dieser Schlag war nur möglich, weil jenes in unserer Nähe bei einem Angriff zerstört worden ist und nicht mehr im Einsatz war."

"Gut, ich nehme Kurs auf alfa-tango7."

Damit geht der Kommandant auf seinen Posten zurück und gibt einige Befehle. Das Gespräch der beiden war auch für mich sehr aufschlussreich. Olimov wendet sich mir zu.

"Wast du schon einmal auf einem U-Boot?"

"Ich bin Model und kein Matrose!", antworte ich gespielt empört.

"Hast du noch den Plug im Arsch?", grinst er mich an.

"Nein, den habe ich herausgenommen, als ich mich angezogen habe. Er hätte mich auf unserer Flucht nur gestört."

"Wir sind nicht geflohen!"

"Was dann?"

"Wir haben uns auf den Platz begeben, den wir bei einer derartigen Situation einnehmen sollen."

"Wir?", frage ich etwas skeptisch. Dabei ziehe ich die linke Augenbraue nach oben.

"Na gut, ich war natürlich gemeint."

"Und was ist jetzt mit mir?"

"Dich werde ich erst einmal ausgiebig vögeln", grinst er.

"Auf einem U-Boot?"

"Hast du es da noch nie getrieben?", neckt er mich.

"Ich dachte, da gibt es keine Privatsphäre."

"Die gibt es auch kaum", bestätigt er belustigt.

"Und nun?"

"In meiner Stellung steht mir eine Kajüte zu."

"Ein riesengroßer Raum", sage ich spöttisch.

"Zum Vögeln reichts. Dabei liegen wir so eng beieinander, dass der Raum gar nicht so groß sein muss. Das müsstest du wissen."

Als er aufsteht und meine Hand nimmt, ist mir klar, dass das Gespräch beendet ist und er nun vögeln will. Er zieht mich durch einen engen Gang zu einer Tür, die er öffnet und hineinschlüpft. Ich folge ihm.

Als er hinter uns die Tür schließt, schaue ich mich erst einmal um. Der Raum ist kleiner als das Tages-WC bei mir in der Ukraine. Der Raum ist gerade so groß, dass ein Bett darin Platz hat und man nur mit Mühe an einer Seite entlanggehen kann. Auf der anderen liegt das Bett direkt an der Wand an.

Über dem Bett sind Regale angebracht. Sie dienen wohl dazu, die Kleider dort abzulegen. Der Platz ist zwar optimal ausgenutzt, aber als romantisches Liebesnest kann man es nicht bezeichnen.

Das Bett ist zudem nur 60 bis 80 cm breit. Wie wir beide darin gemütlich schlafen sollen, ist mir ein Rätsel. Aber ich nehme an, dass der Raum nur für eine Person gedacht ist und Olimov sowieso nicht schlafen will.

"Zieh dich aus!", weist er mich an.

Während ich mich wieder einmal ausziehe, macht er es auch. Wir legen beide unsere Sachen auf das Regal über dem Bett. Dabei muss ich mich ein wenig strecken und er nützt die Situation schamlos aus und greift mir an die Titten und knetet sie genüsslich. Erst nach einiger Zeit lässt er von mir ab und ich kann mich endlich wieder normal hinstellen.

"Leg dich hin!", weist er mich an.

Ich komme dem Befehl nach und er klettert ebenfalls aufs Bett. Dabei legt er sich über mich und stützt sich so weit ab, dass ich zumindest nicht sein gesamtes Gewicht auf mir liegen habe. Trotzdem ist es unangenehm, so unter ihm gefangen zu sein.

Er beginnt mit meinen Brüsten zu spielen und mich am Hals und im Bereich des Schlüsselbeines zu küssen. Er wird dabei allerdings zunehmend langsamer, ich spüre immer deutlicher, wie er immer schwerer auf mir liegt und verstehe im ersten Moment gar nicht, was passiert. Als er jedoch zu schnarchen beginnt, wird mir klar, dass er eingeschlafen sein muss.

Der Mann war wohl so müde, dass er ins Land der Träume weggerutscht ist. Dass er dabei aber ausgerechnet mit seinem gesamten Gewicht auf mir liegen muss, ist mehr als unangenehm.

Zunächst bleibe ich einfach liegen. Es kommt mir dermaßen absurd vor, dass ich hier liege mit einem nackten Kommandanten der Schwarzmeerflotte auf mir, der einfach eingeschlafen ist. Olimov war zwar nur Stellvertreter, angesichts der Situation und des Todes von Semeronov dürfte er das Kommando übernommen haben, zumindest vorübergehend.

Es ist nur blöd, dass ich kaum etwas von seinen Telefonaten mitbekommen habe. Er hatte einen Kopfhörer auf und hat zu allem Überfluss sehr leise gesprochen. Ich habe mich zwar bemüht, aber nur einige Wortfetzen aufgeschnappt. Deutlich aufschlussreicher war das Gespräch mit dem U-Boot-Kommandanten. Der Raketeneinschlag war ein voller Erfolg und sicher ein herber Rückschlag für die Russen.

Nach einiger Zeit wird mir der Mann doch zu schwer. Ich versuche ihn hochzustemmen, aber ich schaffe es nicht. Trotz meines Trainings kriege ich es nicht hin. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Position etwas unvorteilhaft ist. Unter dem Mann zu liegen, den man hochheben will, ist keine gute Ausgangslage.

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit schaffe ich es, ihn von mir zu wälzen. Für mich war es ausgesprochen anstrengend und ich bin am Ende verschwitzt und atme schneller, aber ich bin frei. Naja, frei würde ich nicht sagen, aber ich bin zumindest nicht mehr unter dem Typ begraben.

Er liegt nun sicher auf der Seite des Bettes, die an die Wand anschließt und kann damit nicht herunterfallen. Ich hingegen muss mich mit einem schmalen Streifen begnügen. Dabei frage ich mich, was passiert, wenn ich herunterfalle.

Neben dem Bett ist ein ganz schmaler Platz von etwa 30 cm, gerade so breit, dass man seitlich durchgehen kann. Wenn ich in diesen Spalt falle, dürfte es nicht so leicht sein, wieder herauszukommen. Deshalb stütze ich mich mit einem Bein an der Wand ab, um sicherzustellen, nicht zu fallen.

Meine Lage ist zwar unbequem, aber immer noch besser, als unter dem Oberst begraben zu sein. Erst nach einiger Zeit falle ich in einen unruhigen Schlaf. Ich träume ein wildes Durcheinander. In meinen Träumen kommen Raketen und herumfliegende Mauerteile vor, Haie, die mich angreifen und eine Ölplattform, auf der ich von Piraten erwartet werde.

Es ist deshalb kein Wunder, dass ich auf der Stelle wach bin, als jemand gegen die Tür hämmert. Zum Glück hat Olimov die Tür verriegelt, sodass niemand hereinkann. Es wäre mir peinlich, würde mich jemand hier drinnen nackt sehen.

"Ja, was ist los?", rufe ich.

"Wir haben unser Ziel erreicht!"

Ich erkenne den Mann an der Stimme. Es ist der Kommandant des U-Bootes. Kurz überlege ich, was ich tun kann, entscheide mich aber schnell.

"Kommandant Olimov schläft noch. Ich wecke ihn und wir kommen auf die Brücke", rufe ich hinaus.

Der Mann vor der Tür bestätigt und ich höre Schritte, die sich entfernen. Nun drehe ich mich zum Oberst hin, der trotz der Störung noch immer schläft. Ich beginne ihn an der Schulter zur rütteln, zuerst sanft, dann immer kräftiger.

"Mann, was ist denn los?", murrt dieser, nach einer ewig langen Zeit.

"Wir haben das Ziel erreicht."

"Welches Ziel?"

"Ich nehme an, die Ölplattform."

"Ach die!"

"Ja, die!"

"Zieh dich an!"

"Das hatte ich vor", antworte ich leicht genervt. "Ich gehe doch nicht nackt auf die Brücke."

Das entlockt ihm ein Grinsen, was mich aber noch mehr ärgert. Ich stehe leise fluchend auf und hole meine Kleider vom Regal. Ich ziehe sie an, während mir Olimov auf dem Bett liegend dabei zusieht.

"Wollen sie nicht endlich aufstehen?", frage ich leicht genervt.

"Willst du nicht endlich du zu mir sagen?", kontert er. "Ich heiße Viktor."

"Gut, Viktor. Steh endlich auf!"

"Du klingst, wie eine Ehefrau und nicht wie eine Nutte", lacht er.

"Ich bin keine Nutte, ich bin ein Model. Und im Moment bin ich Adjutantin des Kommandanten der Schwarzmeerflotte."

"Des Vizekommandanten", korrigiert er mich.

"Der Kommandant ist tot, es lebe der Kommandant", antworte ich und verdrehe die Augen.

"Auch wieder wahr", lächelt er zufrieden und auch ein wenig stolz.

Mühsam wälzt er sich aus dem Bett. Auf dem engen Raum ist das nicht so einfach. Aber ich nehme an, dass selbst diese kleine Fläche schon ein großes Privileg auf so einem Schiff ist.

Auch Viktor zieht sich an und öffnet dann die Tür. Zusammen gehen wir zur Brücke, werden vom Kommandanten empfangen und zur Luke geführt. Endlich wieder Tageslicht! Ich hätte nicht gedacht, wie sehr ich es vermissen würde. Auch die frische Luft tut gut.

Ich recke und strecke mich. Dabei schaue ich mich um. Wir sind an einer Ölplattform vertäut. Ich habe in meiner Ausbildung irgendwann gehört, dass es im Schwarzen Meer solche Plattformen gibt und auf einer sollen die Russen ein Raketenabwehrsystem installiert haben. Damit wollen sie sich vor Angriffen schützen.

Als ich vom U-Boot aus hinauf auf die Plattform schaue, kommt mir diese vor, als sei sie in schwindelerregender Höhe. Es ist auch kein Wunder, die Perspektive ist extrem. Das U-Boot liegt tief im Wasser und reicht nur wenig über die Wasseroberfläche. Die Ölplattform selbst ragt weit über den Meeresspiegel auf um auch bei hohen Wellen noch geschützt zu sein.

"Hinauf da!", treibt mich Viktor an. Dabei gibt er mir sogar einen Klaps auf den Hintern. "Heute Abend wird das nachgeholt, was wir gestern verschlafen haben."

"Du hast es verschlafen", sage ich gespielt vorwurfsvoll.

"Dafür nehme ich dich heute besonders hart ran", grinst er gemein.

Ich gehe auf eine senkrecht nach oben führende Metallleiter zu und klettere daran hinauf zur Plattform. Es ist ganz schön mühsam, die senkrecht stehende Leiter nach oben zu steigen, aber ich will mir keine Blöße geben und bemühe mich, so schnell wie möglich zu sein.

"Für ein Model kletterst du nicht schlecht", lobt er, als wir endlich oben sind.

"Du hast geglaubt, ich sei nur eine verwöhnte Zicke?"

"Nein, das auch wieder nicht. Aber so eine Leiter nach oben zu klettern ist nicht ganz einfach. Da muss man geübt und vor allem auch schwindelfrei sein."

"Ich bin sportlich und schwindelfrei!", stelle ich klar. "Ich dachte allerdings, solche Einrichtungen hätten einen Aufzug."

"Den haben sie normalerweise auch. Nur diese nicht, um die Bewachung zu erleichtern. Bis jemand diese Leiter nach oben klettern kann, haben unsere Leute ihn ausgemacht und unter die Lupe genommen."

"Verstehe! Wenn er auf halber Höhe ist, wäre ein Spion oder ein Attentäter ein leichtes Ziel und damit einfach auszuschalten."

"Du sagst es."

Weiter können wir nicht plaudern. Ein Mann in Uniform kommt auf uns zu. Ihm folgen drei andere, die aber im Rang etwas unter ihm stehen. Das ist leicht an den Schulterstücken zu erkennen.

"Willkommen Kommandant Olimov. Man hat sie bereits angekündigt", meint der Mann zackig.

Sein Blick wandert vom Oberst zu mir. Er mustert mich von oben bis unten und schaut dann Viktor überrascht an.

"Meine Adjutantin. Sie hatte keine Zeit die Uniform anzuziehen. Sie war in ziviler Kleidung als uns die Explosion im Hauptquartier überrascht hat. Es war schließlich mitten in der Nacht. Zu allem Überfluss wurden unsere Unterkünfte dabei völlig zerstört und unsere Sachen sind unter einem Schuttberg begraben. Wir sind aufs U-Boot mit dem, was wir am Körper hatten", meint der Oberst.

Seine Erklärung klingt plausibel. Deshalb gibt sich der Mann auch gleich damit zufrieden und wendet sich wieder an meinen Begleiter.

"Ich kann schauen, ob wir eine Uniform für sie auftreiben."

Er wartet gar nicht auf eine Antwort und gibt einem seiner Begleiter ein Zeichen. Dieser macht sich sofort auf den Weg. Er hat damit die Aufgabe bekommen, eine Uniform für mich aufzutreiben. Ich hoffe, er hat ein Auge für Kleidergrößen.

Kapitel 15

Zusammen gehen wir in ein Gebäude. Der Mann, der sich als Kommandant der Abwehreinrichtung vorstellt, erklärt uns die Anlage mit sichtlichem Stolz. Sie ist erst vor kurzer Zeit erneuert worden und damit auf dem neuesten technischen Stand. Ihnen könne so etwas, wie auf der Krim, nicht passieren, meint er.

Wenn der wüsste, dass ich eine ukrainische Spionin bin, würde er mir die Abwehrbasis sicher nicht so bis ins kleinste Detail erklärt. Wenn er auch noch wissen würde, dass ich für die Zerstörungen auf der Krim verantwortlich bin, wäre er sicher vorsichtiger.

Während wir unsere Führung bekommen, werden verschiedene Dinge zu unserem U-Boot gebracht und verladen. Das ist auch der eigentliche Grund unseres Zwischenstopps. Wir brauchen noch ein paar Lebensmittel und Raketen.

Die Plattform ist ideal für das Auffüllen unserer Bestände. Neben ihrer Aufgabe als Abwehreinrichtung dient sie auch als Versorgungsstation. Sich im Krisenfall der Küste zu nähern, könnte gefährlich sein, wie bei uns zum Beispiel. Niemand kann sagen, dass nach dem Kommando der Schwarzmeerflotte nicht auch der Hafen unter Beschuss genommen wird.

"Hier, die müsste passen", meint plötzlich der Kommandant der Plattform zu mir.

Dabei hält er mir ein Bündel Stoff unter die Nase. Er reißt mich damit aus meinen Gedanken und ich brauche einen Augenblick, um zu verstehen, was er meint. Dann fällt es mir, wie Schuppen von den Augen: Die Uniform!

"Oh, danke!", sage ich. "Wo kann ich mich umziehen?"

Der Kommandant der Plattform grinst etwas hinterhältig und schaut dabei Viktor an. Ich kann die schmutzigen Gedanken förmlich an seinen Augen ablesen. Er würde es am liebsten sehen, würde ich mich gleich hier an Ort und Stelle entkleiden. Als er jedoch den Blick meines vermeintlichen Vorgesetzten sieht, wird er schlagartig ernst und räuspert sich.

"Äh, ja, hier drinnen bitte. Das ist ein Bad."

Dabei geht er zu einer Tür in der Nähe und öffnet sie für mich. Ich husche hinein und schließe hinter mir die Tür. Leider gibt es keine Möglichkeit, abzuschließen und ich fühle mich ein wenig unwohl. Der lüsterne Blick des Mannes lässt keinen Zweifel offen, dass er mich gerne beobachten würde.

Ich vertraue jedoch auf Viktor, dass er nicht zulassen wird, dass jemand die Tür öffnet, um mich zu beobachten. Er will mich schließlich für sich haben und ich schätze ihn nicht als Mann ein, der bereitwillig teilt.

Trotzdem beeile ich mich und ziehe mich hastig aus und dann die Uniform an. Sie passt nicht schlecht. Die Hose sitzt perfekt, die Jacke wäre eine Nummer kleiner besser, aber es könnte schlimmer sein.

Schon kurze Zeit nachdem ich im Bad verschwunden bin, komme ich schon wieder zum Vorschein. Olimov mustert mich und lächelt zufrieden. Offenbar mache ich auch in Uniform eine gute Figur.

Meine Kleider habe ich unter den Arm genommen und stelle mich wieder zu Viktor. Mir fällt auf, dass sie offenbar alle geschwiegen haben, während ich mich umgezogen habe. Die Männer stehen etwas gelangweilt herum.

"Da bist du ja, dann können wir wieder los", meint er.

"Ich bin bereit", antworte ich.

"Gut, dann machen wir uns auf den Weg. Wir haben schließlich eine Aufgabe zu erfüllen", sagt Viktor. Dabei wendet er sich wieder an den Kommandanten der Plattform.

"Wir halten sie nicht auf", meint dieser.

Wir verabschieden uns, werden zum Abstieg geleitet und machen uns auf den Weg nach unten. Erneut klettern wir beide recht geschwind die Leiter hinunter, auch wenn ich mich bewusst etwas ungeschickter gebe, als ich es könnte. Ich versuche zu vertuschen, dass ich das gelernt und geübt habe. Immerhin gehört das zur Ausbildung.

Da ich als erste die Leiter betrete, bleibe ich ganz oben einen Moment stehen, hole hastig einen der Peilsender aus meinem Versteck, aktiviere ihn und befestige das kleine Teil am Ausstieg der Leiter, direkt an der Unterseite der Plattform. Der Magnet hält perfekt an der Metallkonstruktion.

Ich bringe ihn auch so an, dass Viktor ihn nicht sehen kann, wenn er ebenfalls die Leiter hinabsteigt. Er befindet sich an einer Stelle direkt hinter einer Querstrebe versteckt, welche dem Boden der Plattform Stabilität geben soll. An dieser Stelle sieht Viktor bestimmt nicht zu, solange er noch weiter oben auf der Leiter ist.

Wenn er den Sender dann womöglich doch sehen könnte, ist er schon so weit unten, dass ihm das ausgesprochen kleine Gerät unmöglich auffallen kann.

Ich habe mich kurzfristig dazu entschlossen, die Plattform zum Ziel für unsere Raketen zu machen. Sie ist eine wichtige Verteidigungsanlage für den Feind und sollte als solche ausgeschaltet werden.

Mir ist durchaus klar, dass ich zunehmend eigenmächtige Entscheidungen treffe und Ziele auswähle, die nicht zu meinem ursprünglichen Auftrag gehören. Aber ich habe die Gelegenheit dazu und finde, ich sollte sie ergreifen.

Das Anbringen des Senders habe ich in kürzester Zeit geschafft und bin bereits auf dem Weg weiter nach unten, als Viktor zu mir herunterschaut und dann ebenfalls auf die Leiter steigt. Alles ist gut gelaufen.

Am Fuße der Plattform winken wir noch einmal nach oben und klettern dann ins U-Boot. Die Luke wird geschlossen und wir legen ab. Unser Ziel ist das westliche Schwarze Meer. Dort hofft Viktor sicher zu sein.

"Heute Nacht wirst du ordentlich durchgefickt. Ich will dich endlich so richtig schön rannehmen", raunt er mir ins Ohr. Dabei grinst er voller Vorfreude.

Ich dagegen bin weniger erfreut über seine Ankündigung, muss aber so tun, als würde ich es einfach hinnehmen. Was soll ich auch anderes tun. Ich muss versuchen mit dem Mann halbwegs gut auszukommen. Ich bin auf einem russischen U-Boot gefangen und es gibt kein Entkommen. Solange ich die Adjutantin des Kommandanten bin, nehme ich eine bedeutende Position in der Hierarchie an Bord ein. Deshalb sollte ich es mir mit Viktor auf keinen Fall verscherzen.

Wir verbringen erneut längere Zeit auf der Brücke. Während ich von meinem gewohnten Platz aus alles beobachte und dabei versuche so gelangweilt wie möglich zu wirken, ist Viktor ausgesprochen engagiert.

Ich bekomme mit, dass wir uns zunächst sehr langsam bewegen, um offenbar nicht aufzufallen. Das feindliche Radar könnte uns sonst leichter als Ziel erfassen. Deshalb entfernen wir uns nur langsam von der Plattform.

Als etwa drei Stunden vergangen sind, haben wir noch keine größere Strecke hinter uns gebracht. Plötzlich geht ein heftiger Ruck durch das Boot. Sofort befinden sich alle in heller Aufregung. Ich bekomme mit, dass Viktor das Boot überprüfen lässt und gleichzeitig versucht herauszufinden, was die Erschütterung verursacht haben könnte.

Schon bald bekommt er Nachricht, dass eine ukrainische Rakete einen Volltreffer auf der Plattform gelandet hat und diese schwer beschädigt ist. Damit ist der Ruck, der durch das Boot gegangen ist, erklärt.

Die Überprüfung ergibt schon bald, dass es Probleme mit dem U-Boot gibt. Der Ruck und vermutlich die Druckwelle sind nicht spurlos daran vorübergegangen. Offenbar haben die Motoren oder das Ruder Schaden genommen. Was genau fehlt, können die Techniker nicht auf Anhieb sagen. So wie es aussieht, gibt es Probleme an beidem.

Ich bekomme mit, dass wir nicht vom Fleck kommen und nur träge in etwa zehn Meter Tiefe im Meer liegen. Zunächst bin ich beunruhigt, weil ich mir Sorgen mache, dass wir aufgrund der Erschütterung nicht wieder auftauchen können. Dem ist aber nicht so.

"Wir gehen schlafen", meint auf einmal Viktor. Sein Blick wandert dabei zu mir. "Im Moment können wir hier sowieso nichts machen. Die Techniker müssen versuchen, die Schäden zu beheben."

Er ist sichtlich verärgert. Der neuerliche Verlust einer wichtigen Einrichtung und der Umstand, dass er zum Nichtstun verurteilt ist, setzen ihm schwer zu. Vermutlich will er sich deshalb abreagieren.

Ich stehe auf und mache mich mit ihm auf den Weg zu unserer Kajüte. Bisher hatte ich Glück und musste zweimal nicht bei ihm antreten. Einmal weil die Raketen ins Hauptkommando eingeschlagen haben, das zweite Mal ist er einfach eingeschlafen. Doch heute, heute wird es wohl kein Entrinnen mehr für mich geben.

"Was ist eigentlich mit mir?", frage ich, während wir durch die Gänge gehen.

"Was soll mit dir sein?"

"Ich trage eine Uniform, bin aber weder beim Militär noch bei der Marine."

"Du bist zwangsrekrutiert", lacht er laut auf.

"Und welchen Dienstgrad habe ich?"

"Du bist einfacher Soldat."

"Einfache Soldatin, wenn schon", stelle ich grinsend klar.

"Wie du willst", kontert er.

"Was heißt, wie du willst. Kann ich mir das Geschlecht aussuchen", lache ich laut auf.

"Nein, das kannst du nicht", grinst nun auch er. "Ich will dich vögeln und dazu musst du eine Frau sein."

Er ist überraschend gut aufgelegt. Verflogen ist der Ärger über den Raketeneinschlag und den Schaden am Boot. Er hat nur noch eins im Kopf, mich flachzulegen.

Doch plötzlich wird es laut. Rufe sind zu hören und es kommt Hektik auf. Die Unruhe kommt eindeutig von der Kommandozentrale.

"Scheiße!", meint Viktor. "Wir müssen zurück. Ich will wissen, was da los ist."

Wir machen beide auf dem Absatz kehrt und eilen in den Kommandoraum. Als wir diesen erreichen, herrscht dort die helle Aufregung. Es kommt sogar zu tumultartigen Szenen. Die Männer sind führungslos und laufen hin und her, wie aufgeschreckte Hühner.

"Was ist los!", brüllt Viktor.

"Ein amerikanisches U-Boot hat uns ins Visier genommen. Es greift von der Seite her an und wir können uns nicht drehen, um in Verteidigungsposition zu gehen", meint der Kommandant des U-Bootes. "Entweder wir ergeben uns oder wir werden versenkt. Das würde für uns unweigerlich den Tod bedeuten."

"Scheiße!", meint Viktor. Er schaut mich ratlos an.

"Du kannst nicht so viele Leben riskieren!", ermahne ich ihn.

"Wir können uns nicht ergeben!", hält er dagegen.

"Wir haben nicht den Hauch einer Chance. Sei vernünftig! Viele dieser Männer haben vermutlich Frau und Kinder zu Hause. Du kannst ihnen doch nicht den Vater und Ehemann nehmen."

Er schaut mich nachdenklich an. Ich sehe, dass in ihm ein heftiger Kampf tobt. Ich kann ihn sogar ein klein wenig verstehen. Er hat einen Eid abgelegt. Seine Aufgabe ist es, zu kämpfen. Aber die Situation im Moment ist aussichtslos.

"Mann Viktor! Das wäre purer Mord oder Selbstmord. Wir liegen hilflos im Wasser, ohne jede Aussicht, uns zu verteidigen. Ein Torpedo und wir sagen dieser Welt adieu", versuche ich ihn zu überzeugen.

"Gut!", meint er. "Wir ergeben uns. Funkt dies zu den Amis hinüber."

Alle um uns herum atmen auf. Selbst der Kommandant des U-Bootes scheint erleichtert zu sein. Schnell macht er sich auf den Weg zum Funk und setzt die Nachricht ab. Er wirft mir einen dankbaren Blick zu. Er hätte niemals bitten dürfen. Selbst bei mir ist es fraglich, ob dies nicht als Meuterei oder Widerstand gewertet werden könnte. Aber nun ist Gott sei Dank die Entscheidung gefallen.

"Wir sollen auftauchen", meldet er die Antwort.

"Dann tun wir das."

Ich bekomme mit, dass Befehle gebrüllt werden und es ist zu spüren, dass das U-Boot sich bewegt. Nach einiger Zeit scheint der Auftauchvorgang abgeschlossen zu sein.

"Wir sollen die Luke öffnen, einzeln mit erhobenen Händen aussteigen und Aufstellung nehmen", verkündet der Kommandant den Funkspruch der Amerikaner.

"Dann machen wir das", entscheidet Viktor.

An dieser Stelle scheint er resigniert zu haben. Wir bewegen uns alle hintereinander in Richtung Ausstiegsluke. Dabei gibt es kein Gedränge, weil keiner erpicht darauf ist, schnell hinauszukommen. Deshalb lässt man Viktor und mir den Vortritt.

Zunächst klettert der Oberst hinaus, dann folge ich. Wir sind mitten auf hoher See. Irgendwo im Nirgendwo. Genau auf unsere rechte Flanke ist die Spitze eines weiteren U-Bootes gerichtet. Obendrauf stehen etwa zehn bullige Amerikaner, jeder von ihnen mit einem Schnellfeuergewehr im Anschlag.

Sofort reiße ich meine Hände in die Höhe und steige ganz langsam aus. Ich folge Viktor, der ebenfalls die Hände in die Höhe reckt und sich auf dem Rumpf unseres U-Bootes hinstellt. Ich gehe an ihm vorbei und stelle mich dann direkt neben ihn.

Nach und nach folgt die gesamte Besatzung. Sie stellen sich alle neben uns auf. Es ist etwas mühsam die Arme die ganze Zeit nach oben zu recken, aber ich traue mich nicht, sie nur eine Sekunde sinken zu lassen.

Ich möchte nicht riskieren, dass einer der Amerikaner nervös wird und durch die Gegend ballert. Da auch kein anderer die Arme sinken lässt, nehme ich an, dass auch sie Respekt vor dem Feind haben.

Als alle unsere Leute oben stehen, tritt auf amerikanischer Seite ein Offizier vor. Er scheint der Kommandant zu sein, denn er ist hoch dekoriert.

"Wir kommen zu euch und nehmen euch die Waffen ab. Dann bringen wir die Offiziere auf unser Boot. Die Mannschaft soll uns unter dem Kommando meiner Leute folgen."

Kapitel 16

Er wartet keine Antwort ab. Wer soll darauf auch von unserer Seite etwas sagen. Ich beobachte, wie bei den Amerikanern ein Schlauchboot aufgeblasen und zu Wasser gelassen wird. Dann kommen zehn Mann zu uns herüber und klettern auf unser Boot.

Während acht Soldaten Aufstellung nehmen und ihre Waffen genau auf uns richten, kommen der Kommandant und ein zweiter Mann auf uns zu.

"Oh, eine Lady", grinst der Kommandant. "Die übernehme ich."

Er kommt auf mich zu, der andere geht zu Viktor. Ich werde von beiden aufmerksam gemustert und ihr Blick ist lüstern.

"Wer bist du?", will er wissen.

"Ich bin Anastasia Serinskaya und eine Agentin des SBU", antworte ich.

"Was bist du?", meint Viktor entgeistert.

"Ich bin eine Agentin des ukrainischen Geheimdienstes."

"Und warum trägst du eine russische Uniform?", will der amerikanische Kommandant wissen.

"Weil ich nicht auffallen will?", stelle ich eine Gegenfrage.

"Bist du bewaffnet?", ändert er Argument.

"Nein."

"Das will ich sehen."

Er beginnt mich abzutasten. Er öffnet meine Jacke und fährt mit den Händen darunter. Dabei grinst er hämisch, als er meine Brüste in seine Hände nimmt und zu massieren beginnt. Es ist zwar noch der Stoff des Hemdes dazwischen, trotzdem ist es unangenehm.

Er lässt sich Zeit und erst einige Minuten später fährt er zu meinem Rücken. Dabei steht er ausgesprochen nahe vor mir. Dabei lässt er die Hände hinunter bis zu meinem Hintern rutschen, den er ebenfalls eingehend untersucht. Schließlich geht er vor mir in die Hocke und streicht die Innenseite meiner Oberschenkel nach oben.

Als er die Stelle erreicht, wo sich meine Beine treffen, packt er zu. Seine ganze Hand liegt auf meiner Scham und massiert sie.

"Geile Schlampe. Mit der werden wir noch viel Spaß haben", lacht er laut auf.

"Und was ist, wenn sie tatsächlich eine Agentin des SBU ist?", erkundigt sich der zweite Offizier, der Viktor untersucht.

"Das glaubst du doch selbst nicht. Die Kleine will sich nur aus der Affäre ziehen", kontert sein Vorgesetzter.

Seine Hand massiert immer noch meinen Schritt. Es ist ihm egal, dass seine und unsere Leute genau mitbekommen, wie er mich demütigt. Erst nach einiger Zeit lässt er von mir ab.

"Ab ins Boot ihr beiden!", fährt er mich und Viktor an.

Wir gehorchen und steigen ins Schlauchboot. Weitere fünf Leute von uns werden auf Waffen untersucht und müssen ebenfalls einsteigen. Damit werden alle, die auf dem russischen U-Boot etwas zu sagen hatten, zum amerikanischen gebracht.

Während der Kommandant mit uns kommt, bleibt der andere Mann zurück. Er untersucht unsere Matrosen einen nach den anderen auf Waffen. Sie sollen auf unserem Boot bleiben, um es zu steuern.

Kaum bin ich auf dem amerikanischen U-Boot, werde ich von den anderen getrennt und in einen Raum gezerrt. Ich nehme an, es ist so etwas, wie die Offiziersmesse. Dort muss ich die Arme hinter den Rücken nehmen und werde mit Handschellen an eine Stange gekettet, die an der Wand vom Boden bis zur Decke verläuft.

Sie hat irgendeine Aufgabe, ich weiß nur nicht genau welche. Es ist kein Rohr, das hätte ich eventuell noch aus der Verankerung reißen können, aber diese Stange ist massiv und rührt sich keinen Millimeter, wenn ich daran rüttle. Gegen sie habe ich keine Chance und gebe sofort den Versuch auf, mich befreien zu wollen.

Viktor und die anderen werden in andere Räume hingebracht. Ob auch sie getrennt und angekettet werden, kann ich nicht sagen. Das bekomme ich nicht mehr mit.

Sobald ich fixiert bin, verlassen die Männer den Raum. Ich bleibe daraufhin längere Zeit allein. Ich nehme an, der Kommandant hat dies angeordnet und hat auch irgendwelche Pläne mit mir, Pläne, die mir vermutlich nicht gefallen werden.

Ich bin aber auch ein Pechvogel. Bei den Russen werde ich auf ein U-Boot verschleppt und die Amerikaner halten mich für eine Russin. Zu Hause hingegen geht man vermutlich davon aus, dass ich tot bin. Seit ich meinen Auftrag erhalten habe, hat sich mein Leben immer wieder geändert, radikal verändert.

Dass ich zu Hause für tot gehalten werde ist kein Wunder. Da ich mich nach dem Raketeneinschlag im Hauptquartier der Schwarzmeerflotte nicht mehr gemeldet habe, weil ich es nicht mehr konnte, wird Ekaterina mit Sicherheit davon ausgehen, dass es mich dabei erwischt hat. Sie wusste, dass ich an besagtem Abend dort sein würde.

Stattdessen bin ich gefangen auf einem amerikanischen U-Boot. Hier wird mich bestimmt keiner suchen. Ich kann nur sagen, die Lage ist beschissen. Die Amies halten mich für eine Russin und der Kommandant scheint ein echtes Schwein zu sein.

Schon wie er mich vorhin nach Waffen abgesucht hat, war völlig daneben. Ein solches Verhalten verstößt eindeutig gegen alle Konventionen. Aber wen kümmerts. Wir befinden uns weit weg von allen Aufsichtsbehörden oder Organisationen. Hier gilt ausschließlich das, was der Kommandanten bestimmt. Er hat das Sagen.

Auf dem U-Boot bin ich mit den Männern allein und auch, wenn einer das Verhalten des Kommandanten nicht gut finden sollte, wird es trotzdem keiner wagen, sich gegen ihn zu stellen.

Ich warte eine gefühlte Ewigkeit bis endlich die Tür geöffnet wird. Ob ich glücklich darüber sein soll, dass es mit der Ruhe vorbei ist, weiß ich nicht. Es kommen fünf bullige Typen herein, angeführt vom Kommandanten.

"Die kleine, russische Schlampe hat Mut. Als einzige Frau begibt sie sich auf ein U-Boot, wo es vor geilen Böcken nur so wimmelt", lacht er laut auf. "Ich gehe davon aus, dass sie keine normale Matrosin ist."

Die anderen Männer, an ihren Uniformen kann ich erkennen, dass es allesamt Offiziere sind, lachen schmutzig. Ihnen gefällt, wie der Kommandant mit mir spricht. Sie glotze mich auch alle an und würden mich am liebsten auf der Stelle ausziehen.

"Wir sollten die Nutte einer Leibesvisitation unterziehen. Man kann nie wissen, was sie an Bord zu schmuggeln versucht", fährt der Kommandant fort. Er lacht dabei dreckig.

Auch alle anderen lachen hinterhältig und mir schwant bereits Schreckliches. Wenn solche Typen eine Leibesvisitation durchführen, dann dient das ganz bestimmt nicht der Sicherheit. Das kann ich mir bei dem, was der Kommandant bisher an Verhalten an den Tag gelegt hat, denken.

Er kommt langsam auf mich zu und grinst mich hinterhältig an. Er genießt die Macht, die er über mich hat und will mir wohl Angst machen. Das scheint ihn anzumachen. Er bleibt vor mir stehen, seine Hände schieben meine Jacke zur Seite, die bereits offensteht und greift sofort auf meine Brüste.

"Sie hat etwas kleine Titten, aber dafür sind sie schön fest. Ich mag es nicht, wenn die Möpse hängen", kommentiert er sein Vorgehen.

Fast brutal walkt er meine Brüste, während die anderen schmutzig lachen. Es ist nicht nur unangenehm, es ist schmerzhaft. Aber das interessiert einen Typen wie ihn nicht.

Da er bereits nach kurzer Zeit nicht mehr damit zufrieden ist, dass das Hemd und ein Leibchen zwischen seinen Händen und meiner Haut sind, packt er das Hemd und reißt es auseinander, dass die Knöpfe nur so davonspringen.

Seine Begleiter lachen auch dabei laut und hämisch auf. Ihr Blick ist gierig auf meinen Oberkörper gerichtet, der aber immer noch von einem Leibchen bedeckt wird. Ein kurzer Moment der Enttäuschung macht sich auf den Gesichtern breit.

Doch der Kommandant packt kurzerhand den Stoff des Leibchens und reißt es entzwei. Nun hängt der Stoff in Fetzen an mir, verdeckt damit nichts mehr. Dafür hat das Schwein schon gesorgt. Meine Brüste sind den Blicken der Männer schutzlos ausgeliefert.

"Könnte mehr sein", sagt er abfällig.

Dabei packt er meine Brustwarzen und zieht sie mit einem Ruck nach vorne. Ich versuche, so gut es geht, mit dem Oberkörper der Bewegung zu folgen. Aber irgendwann hält mich die Stange zurück und meine armen Nippel werden brutal in die Länge gezogen.

"Aua!", entkommt mir.

"Die kleine, russische Fotze ist auch noch wehleidig. Was macht so eine bei der Schwarzmeerflotte?", grinst er.

"Darf ich mal?", meldet sich nun einer der anderen Männer.

"Nur zu, es ist zwar wenig aber genug für uns alle da", meint der Kommandant.

Damit tritt er zur Seite und einer nach dem anderen greifen die Männer mir an die Brüste, walken sie, spielen mit den Brustwarzen und quälen die Nippel. Ich bin ihnen hilflos ausgeliefert.

Meine Arme sind hinter meinen Rücken gefesselt und ich habe keine Chance, die Angriffe der Typen auf meine Möpse abzuwehren. Das nützen sie auch weidlich aus.

"Die russische Nutte hat sicher noch mehr zu bieten", grinst nach einiger Zeit der Kommandant.

Er scheucht seine Leute zur Seite und stellt sich direkt vor mich. Er lacht mich siegessicher an und leckt sich sogar mit der Zunge über die Lippen. Dann fasst er mir erneut zwischen die Beine und massiert meine Muschi, die vom Stoff der Hose und dem Slip nur wenig geschützt ist.

"Das ist fast wie Weihnachten", meint er. "Zuerst macht das Auspacken Spaß und gleich darauf kann man damit spielen."

Nun geht er vor mir in die Hocke und öffnet den Knopf meiner Hose. Es folgt der Reißverschluss und schon lässt er seine Hand hinter den Bund meines Höschens gleiten.

Es widert mich an, zu spüren, wie seine Hand meiner ungeschützten Scham immer näherkommt. Die anderen können noch nichts sehen, er aber ist im Paradies. Er lässt seine Finger an meiner Haut nach unten gleiten und schiebt mir auch gleich den Mittelfinger zwischen den Schamlippen hindurch.

Er spielt einige Minuten an meiner Spalte herum. Sein Finger schiebt sich immer wieder in mich hinein und massiert zwischendurch meine Perle. Ich versuche zwar die Beine zusammenzupressen, aber gegen ihn habe ich keine Chance.

Trotzdem scheint ihn meine Gegenwehr, so gering sie auch ist, zu ärgern. Er zieht seine Hand zurück und funkelt mich wütend an.

"Legen wir die Kleine auf den Tisch. Vorher ziehen wir sie nackt aus. Davonlaufen kann sie nicht. Wir sind 20 Meter unter dem Meeresspiegel", grinst er gemein.

Er greift hinter mich und öffnet die Handschellen. Ich bewege mich nicht. Ein Fluchtversuch hat sowieso keinen Sinn. Er hat recht, wo sollte ich auch hinlaufen?

"Sei ein braves Mädchen und zieh dich aus!", weist er mich an.

Sein Grinsen würde ich ihm am liebsten aus dem Gesicht schlagen. In mir macht sich Beklemmung breit. Mir ist klar, dass ich über kurz oder lang vergewaltigt werde. Aber Ausweg habe ich auch keinen und, wenn ich mich wehre, dann könnten sie noch brutaler werden, als sie es eh schon sind.

Deshalb entschließe ich mich dazu, mich auszuziehen. Ich versuche dabei Zeit zu schinden, aber die Kerle haben genügend davon. Das Boot fährt von allein, Gefahr besteht in diesem Bereich des Schwarzen Meeres für ein amerikanisches U-Boot keine. Sie genießen es sogar, zu sehen, wie ich mich winde und versuche das Unvermeidliche hinauszuzögern.

Ich ziehe die Jacke aus und lege sie zur Seite, danach folgt das Hemd. Ich gehe davon aus, dass nur noch ein oder zwei Knöpfe dran sind. Das Leibchen ist komplett zerrissen. In der Mitte der Brust klafft ein riesiges Loch. Nur noch oben am Hals und unten am Bund hängt der Stoff ein wenig zusammen. Ich ziehe es aus und werfe es achtlos zu Jacke und Hemd.

"Jetzt kommen wir der Sache schon näher", meint einer der Wartenden gemein grinsend.

Alle gaffen mich gespannt an. Sie wollen endlich nackte Tatsachen sehen. Das ist ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben. Einige sabbern beinahe. Die Spannung im Raum ist deutlich zu spüren.

Mir ist mulmig zumute, aber ich mache trotzdem weiter. Ich ziehe die Hose und den Slip zusammen nach unten. Immerhin habe ich noch einen Peilsender in meinem Höschen versteckt und ich möchte nicht, dass er entdeckt wird. Deshalb lasse ich das kleine Stück Stoff in der Hose und lege beides zusammen zur Seite.

Die Männer achten darauf aber nicht. Sie haben nur noch Augen für meinen inzwischen entblößten Körper. Aufmerksam wird jeder Quadratzentimeter meiner Haut in Augenschein genommen.

"Dreh dich um die eigene Achse", meint der Kommandant. "Aber schön langsam."

Dabei gibt er mir mit dem kreisenden Zeigefinger der rechten Hand zu verstehen, was er meint. Als ob mir das nicht auch ohne diesen Hinweis klar wäre.

Ich mache, wie mir befohlen und präsentiere diesen Tieren damit fast jeden Fleck meines Körpers. Sie lassen sich unglaublich viel Zeit, um alles genau in Augenschein zu nehmen. Ich drehe mich unzählige Male um die eigene Achse und komme mir schon fast vor, wie eine Stripperin.

"Die Kleine ist nicht schlecht anzuschauen", meint einer.

"Sie ist auch gut anzufassen und zu ficken, wette ich", antwortet der Kommandant.

Sein Blick ist genauso auf meinen Körper fixiert, wie der der anderen, und auch er ist beinahe am Sabbern. Aber auch seine Kollegen starren mich an, als hätten sie noch nie eine Frau gesehen.

"Leg dich auf den Tisch, mit dem Rücken nach unten!", weist mich der Kommandant an.

Jetzt wird es ernst. Aber dennoch komme ich der Aufforderung nach. Ich setze mich an die Kante, rutsche ein Stück zurück und lege mich auf den Rücken. Die Beine versuche ich geschlossen zu halten. Das hilft aber nicht viel. Der Kommandant packt meine Füße und zieht mich so weit zu sich, dass mein Hintern wieder an der Tischkante liegt.

"Du und du, nehmt jeweils ein Bein und zieht sie auseinander. Wir wollen schließlich freien Blick auf die geile Fotze haben", brummt ihr Vorgesetzter. Er zeigt dabei auf zwei Männer, meiner Schätzung nach die Jüngsten.

Sie kommen dem Befehl augenblicklich nach und wenig später liege ich mit extrem weit gespreizten Schenkeln auf dem Tisch. Die restlichen Offiziere stehen vor mir und glotzen mir ungeniert zwischen die Beine. Es ist erniedrigend so vor ihnen liegen zu müssen. Aber ich bin in ihrer Gewalt.

"Am Körper hat sie nichts, das haben wir gesehen", grinst der Kommandant gemein. "Aber sie könnte etwas in den Löchern haben."

Ich kann mir vorstellen, was nun kommt. Er schiebt mir ungeniert den Mittelfinger der rechten Hand in die Scheide und wühlt darin herum. Dann zieht er ihn heraus und setzt an meiner Rosette an. Scheiße, denke ich, er will mir seinen Finger in den Arsch schieben.

Er übt wenig später auch erheblichen Druck aus, schafft es aber nicht, in mich einzudringen. Einerseits bin ich hinten zu eng, andererseits presse ich meinen Hintereingang panisch zusammen.

In dem Moment bekomme ich auch schon mit der flachen Hand einen kräftigen Hieb auf meinen Arsch. Er blickt mich verärgert an.

"Es ist besser für dich, wenn du mitspielst. Es liegt nur an dir, ob ich Gewalt anwenden muss oder nicht", knurrt er.

Seine Forderung untermauert er mit einem zweiten Hieb. Meine Überraschung darüber nützt er schamlos aus und presst mir brutal den Finger erneut gegen den Ringmuskel.

Diesmal schafft er es, in mich einzudringen. Er kommt zwar nicht weit, aber er ist drinnen. Mein Arsch tut weh von dem rücksichtslosen Vorgehen. Er aber lacht nur, zufrieden mit sich und seinem Erfolg. Dabei legt er seine linke Hand auf mein Fötzchen und massiert mit dem Daumen meine Klit.

Auf diese Weise lenkt er mich etwas vom Finger in meinem Arsch ab, nützt dies dann aber rücksichtslos aus und rammt mir mit äußerster Brutalität den Finger noch tiefer in den Hintern. Ich schreie auf, weil es schmerzt. Ihm aber entlockt dies nur ein gemeines Grinsen. Der Typ, der mein linkes Bein hält, haut mir auf den Schenkel und die anderen lachen. Mir ist klar, ich bin ein Spielball ihrer Gemeinheiten.

"Ich kann nichts spüren, aber ich hätte ein anderes Gerät, mit dem komme ich tiefer hinein", grinst der Kommandat. "Wir können uns die Löcher ja aufteilen."

Mir ist klar, was er meint. Meine Befürchtung wird leider Wahrheit. Sie werden mich gemeinsam vögeln, wie es ihnen passt, einer nach dem anderen wird sich seinen Spaß holen. Es gibt für mich kein Entkommen.

Der Mann zieht den Finger aus meinem Hintern und hält ihn mir vor den Mund. Mir ist klar, was er will. Ich aber presse den Mund zusammen. Ich will nicht meine Scheiße von seinem Finger schlecken müssen.

"Mach sofort auf!", bellt er mich an.

Als ich erneut nicht tue, was er verlangt, dreht er meinen Körper auf dem Tisch, sodass ich mit dem Kopf bei ihm liege. Er packt mit einer Hand mein Kiefer, drückt den Mund brutal auf und schiebt mir den Mittelfinger, der noch wenige Minuten zuvor in meinem Arsch war, hinein.

Ich muss mich beinahe übergeben und weigere mich zu saugen. Er aber fährt so lange in meinem Mund hin und her, bis der Finger wieder halbwegs sauber ist.

"Bisher warst du brav. Was soll das?", will er wissen.

Ich antworte nicht. Das scheint ihn zu ärgern. Trotzdem macht er weiter. Er öffnet seine Hose und holt seinen Schwanz hervor. Dieser ist noch recht schlaff. Er schaut mich misstrauisch an, beginnt dann aber sein Ding zu wichsen.

Ich gehe stark davon aus, dass er überlegt hat, ob er mich auffordern soll, ihm den Schwanz zu blasen. Offenbar hatte er doch Angst, ich könnte ihn beißen.

"Du wirst mich jetzt anbetteln, dass ich dich ficke, wie dich noch kein anderer Mann gefickt hat!", weist er mich an.

Alle warten darauf, dass ich seiner Forderung nachkomme. Ich aber mache keine Anstalten, etwas zu sagen. Bis zu diesem Punkt werde ich mich auf keinen Fall erniedrigen. Das lässt schon mein Stolz nicht zu. Das allerdings ärgert den Kommandanten. Seine Freunde schauen ihn noch dazu leicht herausfordernd an.

"Die russische Schlampe will wohl nicht gehorchen", neckt ihn einer der anderen.

"Das wollen wir sehen. Ich habe überzeugende Argumente", kontert er.

Dabei lässt er kurz von mir ab und zieht den Gürtel aus seiner Hose. Er nimmt ihn doppelt und schlägt ihn leicht gegen seine linke Hand. Dabei grinst er siegessicher.

"Lange hält keine Fotze so etwas aus", meint er.

"Halt! Ich würde das sofort bleiben lassen!", brüllt der Vizekommandant, der in dem Moment zur Tür hereingestürmt kommt. "Das ist keine russische Schlampe, das ist eine ukrainische Heldin, Anastasia Serinskaya."

Kapitel 17

"Das habe ich ja gesagt", entfährt es mir. "Aber mir glaubt ja keiner."

"Spinnst du?", will hingegen der Kommandanten wissen. "Wie kommst du auf so einen Blödsinn?"

"Ich habe nachgefragt."

"Wo?"

"Über das Kommando beim Verteidigungsministerium."

"Wie kommst du dazu?"

"Ich wollte einfach ihre Identität überprüfen", meint er unschuldig.

Als ich ihm dabei in die Augen sehe, wird mir sofort klar, dass er bewusst nachgefragt hat. Ich gehe davon aus, er hat mir geglaubt und er hat noch ein Ehrgefühl im Leib. Er ist nicht, wie die anderen.

Bei seinen Worten lassen die Offiziere von mir ab, als hätten sie sich an mir verbrannt. Ich kann mich wieder normal aufsetzen. Da mich eh schon alle nackt gesehen haben und sogar einen deutlich besseren Einblick hatten, als ich noch mit gespreizten Beinen auf dem Tisch lag, habe ich es nicht sonderlich eilig, mich anzuziehen. Ich bin neugierig, wie sich die Sache hier entwickelt.

"Und was nun?", will der Kommandant wissen. Er ist sichtlich verunsichert.

"Wir sollen unsere Fahrt Richtung Westen fortsetzen und auftauchen. General Serinskaya wird von einem Hubschrauber abgeholt und zur nächsten Militärbasis geflogen. Die Nachricht, dass sie noch am Leben ist, hat für großes Aufsehen gesorgt."

"General was?", frage ich.

"Man hat sie posthum geehrt und in den Rang eines Generals erhoben."

"Posthum?", will nun der Kommandant wissen.

"Man hat mich für tot gehalten", grinse ich.

"So ist es. Nach dem Raketenangriff auf das Hauptkommando der Schwarzmeerflotte hat man nichts mehr von ihnen gehört und sie für tot erklärt", legt nun der Vizekommandant nach.

"Aber warum geehrt?", bohrt der Kommandant weiter.

"Sie hat die Raketenangriffe auf eine Luftabwehranlage und auf das Hauptkommando der Schwarzmeerflotte erst möglich gemacht", antwortet der Vizekommandant.

"Und jenen auf die Ölplattform", ergänze ich.

"Den auch?", staunt nun der Kommandant. "Sie sind General und damit der höchste Dienstgrad an Bord."

"Ich bin aber bei der ukrainischen Armee und habe vermutlich auf einem amerikanischen U-Boot nicht viel zu melden."

"Wir respektieren selbstverständlich die Befehlshaber befreundeter Mächte", meint der Kommandant.

"Das sehe ich", sage ich spöttisch und deute auf meinen nackten Körper.

Der Kommandant wird knallrot im Gesicht. Auch die anderen Offiziere, die sich an seiner Aktion beteiligt haben, schauen betreten drein. Jetzt, wo ihnen bewusstwird, dass ich im Dienstgrad deutlich über ihnen stehe, und noch dazu zu einer befreundeten Macht gehöre, werden sie mehr als unsicher.

"Können wir das, was geschehen ist, vergessen?", meint der Kommandant kleinlaut.

Ich schaue ihn perplex an. Ich frage mich, ob er das tatsächlich gesagt hat. Aber sein abwartendes Gesicht und sein ängstlicher Blick lassen keinen Zweifel zu. Deshalb stemme ich entsetzt meine Hände in die Hüften, stehe auf und stelle mich vor ihm hin.

"Das, was ihr gemacht habt, ist niemals zu tolerieren. Auch, wenn ich eine russische Schlampe, wie ihr mich genannt habt, gewesen wäre, könnte ich ein Verhalten, wie ihr es an den Tag gelegt habt, niemals entschuldigen. Ich werde Meldung machen!", stelle ich klar.

"Das bedeutet aber da Aus für unsere Karrieren", wirft er ein.

"Das hättet ihr euch vorher überlegen sollen. Ihr kennt die Regeln genau und habt euch bewusst darüber hinweggesetzt. Ihr braucht nicht mir die Schuld zu geben, das habt ihr euch selbst eingebrockt."

"Wir könnten sie verschwinden lassen", meint plötzlich einer der unteren Ränge.

"Sei still du Idiot", fährt ihn der Kommandant an.

"Warum, wenn sie weg ist, kann sie keine Meldung mehr machen", verteidigt sich der andere.

"Du solltest besser nachdenken, bevor du sprichst", antworte ich ihm grinsend. Ich habe mich zu ihm umgedreht. "Jetzt, wo alle wissen, dass ich an Bord bin, wird das nicht mehr funktionieren."

"Du könntest über Bord gefallen sein", grinst er verschwörerisch.

"Ich habe an Bord dieses Bootes nichts zu sagen, aber ich würde euch raten, diesen Typen wegzusperren. Seine Dummheit ist gefährlich", sage ich zum Kommandanten. "Für euch alle."

"Wie das?", ist dieser etwas überrumpelt.

"Dass ihr mich nicht einfach über Bord werfen könnt, müsste euch klar sein. Das würde Fragen aufwerfen, sehr unangenehme noch dazu. Damit ist auch dieser Vorschlag Müll. Aber dieser Mann ist gemeingefährlich. Der reitet euch so richtig in die Scheiße, wenn ihr ihm nicht vorher das Handwerk legt."

"Wir lassen uns von einer Nutte, wie dir, nichts befehlen", fährt mich der Mann an, der mich über Bord werfen wollte. Unbändiger Hass blitzt in seinen Augen auf. Ich schätze, er ist karrieregeil und würde alles tun, um weiterzukommen oder, wie in diesem Fall, einen Rückschlag zu vermeiden.

"Es war nur ein gut gemeinter Rat. Außerdem bin ich keine Nutte, sondern ein ukrainischer General", weise ich ihn in scharfem Ton zurecht.

Ohne noch etwas zu sagen, drehe ich mich weg und gehe zu meinen Kleidern. Ich schlüpfe in Slip und Hose, das Leibchen und das Hemd sind nicht mehr zu gebrauchen. Das Hemd hat nur noch einen Knopf ganz unten, der heil geblieben ist, das Unterleibchen hängt nur noch in Fetzen. Also ziehe ich nur die Jacke über und schleiße sie. Drunter bin ich nackt und gewähre damit zwar mehr Einblick, als mir lieb ist, aber zumindest bin ich wieder bedeckt.

"Soll ich ein Hemd organisieren?", erkundigt sich der Vizekommandant.

"Wäre eine ganze Uniform machbar?"

"Eine amerikanische?"

"Besser als eine russische wäre sie auf jeden Fall."

"Da muss ich zustimmen. Ich schaue, was sich machen lässt."

Er eilt hinaus und lässt uns allein zurück. Die Männer schauen mich betreten an, nur der eine ist noch auf Krawall gebürstet.

"Wenn die Schlampe weg ist, sind unsere Probleme gelöst", meldet er sich erneut zu Wort. Seine Kollegen allerdings verdrehen nur die Augen.

"Bringt ihn in die Arrestzelle. Sonst gibt er nie Ruhe", meint der Kommandant.

"Das könnt ihr nicht machen", brüllt er auf und will auf mich losgehen.

Die anderen halten ihn jedoch zurück, packen ihn etwas grob und schleifen den zeternden Mann aus dem Raum. Man hört ihn noch längere Zeit schimpfen, aber er wird mit der Entfernung zunehmend ruhiger.

"Wir haben uns völlig danebenbenommen", meint der Kommandant kleinlaut.

"Weit daneben", stimme ich ihm zu.

"Da sind wohl die Triebe mit uns durchgegangen. Sie haben die animalischen Seiten in uns geweckt."

"Jetzt wäre ich schuld?"

"Nein, nein, so war das nicht gemeint", verteidigt er sich sofort.

"So etwas darf nicht passieren!", stelle ich noch einmal dezidiert klar.

"Sie haben absolut recht."

In dem Moment kommt der Vizekommandant zurück. Er hat tatsächlich eine Uniform gefunden. Ich frage mich nur, ob sie mir auch passt. Er hingegen scheint ein anderes Problem zu haben, denn er schaut sich ratlos um.

"Was ist?", will auch der Kommandant wissen. Er hat wohl ebenfalls bemerkt, dass sein Stellvertreter nicht weiß, was er tun soll.

"Wo kann sich Frau Serinskaya umziehen?"

"Wir werden ihr eine Kajüte zuweisen."

"Wir haben keine freie mehr."

"Dann wird jemand die seine räumen müssen", meint der Kommandant locker. "Nimm doch die von Samuel, der sitzt in der Arrestzelle und braucht sie eh nicht, im Moment zumindest."

"Und seine Sachen?"

"Die wirfst du über Bord oder machst damit, was du willst."

"Kommen sie", wendet sich der Vizekommandant an mich.

Er wartet noch darauf, dass ich mich in Bewegung setze, dann geht er zur Tür hinaus und ich folge ihm. Wir gehen durch die Gänge und erreichen eine Tür, die ähnlich aussieht wie jene, die zur Kabine geführt hat, in der ich mit Viktor übernachtet habe. Als die Tür geöffnet wird und ich hineinschauen kann, stelle ich fest, dass diese deutlich größer ist.

"Ich schlage vor, sie ziehen sich erst einmal um und dann räume ich die Sachen von Samuel weg."

"Wie heißen sie?", frage ich.

"Ich?", ist er überrascht. "George Ferrigan."

"Gut, ich bin Anastasia."

"Ich darf sie beim Vornamen nennen?"

"Sie dürfen auch du sagen, wenn ich das auch darf", grinse ich.

"Natürlich, das würde mich sehr freuen", ereifert er sich.

"Na dann, George, gehe ich mich, mal umziehen."

Ich betrete die Kabine und schließe die Tür hinter mir. Ich schaue mir die Uniform an und stelle fest, dass sie tatsächlich passen könnte. Hastig schlüpfe ich aus meinen Klamotten und lasse nur das Höschen an. Dann ziehe ich mir die Sachen über, die mir George gegeben hat und kann erfreut feststellen, dass alles fast perfekt passt. Die Hose könnte zwei Zentimeter länger sein, aber daran soll es nun wirklich nicht scheitern.

Als ich die Jacke überziehe, stelle ich schmunzelnd fest, dass darauf die Schulterstücke zwar nicht original sind, aber er muss die Abzeichen für einen General auf ein Stück Stoff gemalt haben. Sie sind kaum von den echten zu unterscheiden.

Als ich die Tür wieder öffne, steht George an die Wand des Ganges gelehnt da und scheint auf mich zu warten. Deshalb lächle ich ihn an und auch er schenkt mir ein Lächeln.

"Könnte ich etwas zu Essen bekommen? Auf dem russischen U-Boot war die Verpflegung nicht besonders."

"Hunger brauchst du bei uns sicher nicht leiden", meint er vergnügt.

Er führt mich in die Kombüse und gibt dem Koch Anweisung, mir etwas zu Essen zu machen. Dieser schaut zunächst etwas verwirrt auf meine Uniform und die Schulterstücke, dann aber knallt er die Hacken zusammen und macht sich eilig an die Arbeit.

Wenig später steht auch schon ein Teller mit dampfenden Nudeln auf dem Tisch und ich mache mich mit Heißhunger daran, diese zu verschlingen. Sie schmecken echt köstlich.

Kapitel 18

Drei Tage habe ich inzwischen auf dem US-U-Boot zugebracht. Es waren drei entspannte Tage. Mir wird nun der Respekt entgegengebracht, wie ich mir das von Anfang an gewünscht hätte. Ich bin mir sicher, die Uniform und die von George gemalten Schulterstücke tragen maßgeblich dazu bei.

"In etwa einer Stunde landet der Hubschauer, der dich zur nächsten Militärbasis bringen wird", informiert mich George. Er scheint mich gesucht zu haben.

"Du kommst mit mir mit!", sage ich.

"Ich, warum?"

"Weil ich das so haben möchte."

"Ich frage nach", sagt er nur und ist schon wieder weg.

Wenig später ist er zurück und erklärt mir, dass meinem Wunsch stattgegeben wurde und er mich begleiten wird.

Das U-Boot ist inzwischen aufgetaucht und wir sind ausgestiegen. Es dauert einige Zeit, bis wir in der Ferne das typische Geräusch eines Hubschraubers wahrnehmen. Wenig später kann ich dann auch am Himmel einen Punkt ausmachen, der auf uns zu hält.

Es dauert noch eine knappe halbe Stunde, bis er auf dem Rumpf des Bootes vorsichtig aufgesetzt hat und wir einsteigen. Der Pilot und der Bordmechaniker schauen neugierig, als sie mich sehen. Ich weiß nicht, wie viel sie über mich wissen. Auf jeden Fall scheinen auch sie die Uniform und die Schulterstücke zu beeindrucken.

Ich lehne mich im Sitz zurück, setze die Kopfhörer auf und entspanne mich. Wenig später hebt der Vogel auch schon wieder ab und steigt in den Himmel. Der Flug dauert einige Zeit. Unter uns ist lange Zeit nur Wasser, dann aber taucht eine Küste auf und wir fliegen schließlich über Land.

Als wir auf eine Militärbasis zuhalten, wird mir etwas flau im Magen. Ich bin auf mir völlig unbekanntem Terrain. Eine ukrainische Militärbasis oder auch eine russische kenne ich. Dies hier muss eine US-Basis in der Türkei sein. Vermutlich handelt es sich um eine Einrichtung im Rahmen der NATO.

Als der Heli dabei ist, am Boden aufzusetzen, starten bereits drei Männer am nahegelegenen Hangar und kommen auf uns zu. Wie ich an den Schulterstücken und den Medaillen an der Brust erkennen kann, müssen es hoch dekorierte Offiziere sein.

"Das Empfangskomitee ist nicht schlecht", grinst George.

"Wer ist das?"

"Das sind der Kommandant der Flotte im Mittelmeer, der Kommandant dieser Basis und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Bereich Europa Süd."

"Alles wegen mir?", frage ich beinahe geschockt.

"Wegen mir sind die drei ganz sicher nicht da", grinst George.

Sein Scherz bringt auch mich zum Lachen und so kommt es, dass ich recht vergnügt aussteige, da mir einer der drei Herren die Tür des Hubschraubers öffnet und die Hand entgegenreckt. Ich nehme sie aus reiner Höflichkeit. Der Mann will vermutlich nur galant sein.

Dass ich als 23-jährige Agentin ohne Probleme in der Lage bin, allein aus einem Heli zu springen, dürfte zwar auf der Hand liegen, aber ich will an seine guten Absichten glauben.

Während ich aus dem Heli steige, mustert mich der Typ von oben bis unten. Ich kann die lüsternen Gedanken in seinem Blick erkennen. Außerdem hält er meine Hand deutlich länger, als dies notwendig gewesen wäre. Ich mag den Mann nicht. Das ist mir sofort klar.

"Willkommen bei uns. Ich hoffe, sie sprengen nicht gleich auch unser Hauptquartier Süd-Ost in die Luft", grinst er.

"Soll ich ihnen ein Geheimnis verraten?", frage ich ihn bewusst leise in verschwörerischem Ton.

"Ja, gern."

"Ich habe das nur gemacht, weil der Kommandant der russischen Schwarzmeerflotte, General Nikita Semeronov dumme Sprüche von sich gegeben hat. Auch seine Blicke haben mir nicht gefallen, sie waren zu anzüglich."

Mit einem Schlag ist das dämliche Grinsen aus seinem Gesicht verschwunden. Er schaut mich an, als wüsste er nicht, ob ich einen Scherz mache oder ob ich es ernst meine.

George neben mir, das bekomme ich aus dem Augenwinkel heraus mit, huscht ein Grinsen über das Gesicht. Er muss meine Worte gehört haben und weiß vermutlich genau, was ich meine.

"Wir sollten hineingehen und nicht hier herumstehen. Man kann nie wissen", meint der Rear Admiral.

"Ich hoffe doch, dass ich hier sicher bin", stelle ich etwas überrascht fest.

"Die Russen wollen sie um jeden Preis in die Finger bekommen. Sie haben herausgefunden, dass sie hinter den Angriffen auf die Flugabwehranlage und auf das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte stecken. Ich möchte nicht wissen, was die mit ihnen machen, sollten sie sie in die Finger bekommen."

"Eine Ahnung davon, was mir blühen könnte, habe ich durchaus."

"Deshalb werden wir sie noch heute in die USA fliegen. Da dürften sie sicher sein", mischt sich nun der Kommandant der Luftwaffe ein.

"Gut, wann geht der Flug?", erkundige ich mich.

"Wir bringen sie mit einem Kampfjet in die USA."

"Mit einem Kampfjet?", erkundige ich mich.

"Um genau zu sein, wird es ein Tarnkappenbomber sein."

"Der, den man nicht sieht?"

"Genau den. Damit können die Russen, sofern sie wissen, dass sie hier sind, den Weiterflug nur schwer verfolgen."

"Ist in solchen Jets Platz für Passagiere?"

"Sie werden der Copilot sein."

"Ich? Ich kenne diesen Vogel doch gar nicht."

"Sie wurden als Pilotin ausgebildet, habe ich in Erfahrung gebracht. Meinen Quellen zufolge waren sie die Beste unter allen Auszubildenden und immer mit voller Begeisterung bei der Sache."

"Ja, aber für kleine Maschinen. Ein Tarnkappenbomber ist ganz etwas anderes."

"Im Prinzip sind alle Flugzeuge ähnlich", meint er.

"Ja klar!"

"Sie schaffen das", beruhigt er mich. "Ich habe ihnen den fähigsten Piloten zur Seite gestellt, den wir haben. Er kann sich eventuell auch gegen Angreifer verteidigen."

"Wir haben scharfe Munition an Bord?"

"Das Flugzeug ist bis an die Zähne bewaffnet."

"Nur wegen mir?"

"Der Verteidigungsminister persönlich hat dies angeordnet. Er ist ein großer Fan von ihnen. Deshalb wollen wir nichts dem Zufall überlassen."

"Aber, schafft es so ein Tarnkappenbomber, ohne aufzutanken, bis in die USA?"

"Ich sehe, sie kennen sich aus. Ein Überflug, ohne aufzutanken, ist bei optimalen Bedingungen machbar. Wir wollen jedoch vorsichtig sein. Über Spanien wird zur Sicherheit nachgetankt."

"Wir landen in Spanien?"

"Getankt wird bei uns in der Luft", grinst er.

"Und das fällt nicht auf?"

"Nicht, wenn man die richtigen Vorkehrungen trifft."

"Sie werden schon wissen, was sie tun", sage ich, um die Diskussion zu beenden.

Dabei hebe ich abwehrend die Hände. Mir ist klar, dass bereits alles genau geplant ist. Ich muss nicht jedes Detail kennen. Die Information, dass der amerikanische Verteidigungsminister ein Fan von mir ist, überrascht mich. Ich hätte nicht gedacht, dass er überhaupt weiß, dass es mich gibt. Aber, wenn er so begeistert von mir ist, dann gehe ich davon aus, dass ich ihn treffen werde.

Wir sind inzwischen in einem Bürogebäude verschwunden. Wir betreten einen Raum, der wie ein Besprechungszimmer ausgestattet ist. Der Rear Admiral bietet mir und George Platz an und wir setzen uns. Erst nach uns lassen sich auch die anderen auf einem Stuhl nieder.

"Sie werden sich fragen, warum wir sie in die USA bringen", meint der Rear Admiral. Er scheint hier das Sagen zu haben.

"In der Tat. Warum werde ich nicht zurück in meine Heimat gebracht?"

"Das ist mit ihrem Präsidenten und ihren Vorgesetzten abgesprochen. Wir würden sie bitten in die USA zu kommen, um uns Informationen über die russische Seite zu geben. Außerdem würden wir sie zur Beraterin des Außenministeriums für alle Angelegenheiten rund um die Ukraine ernennen."

"Ich soll beraten? Ich weiß doch nicht viel."

"Das kann schon sein. Aber die Russen haben mindestens genauso viel Respekt vor ihnen, wie unser Verteidigungsminister ihr Fan ist. Sie haben der gegnerischen Seite schwere Schläge zugefügt. Sie haben das geschafft, was vor ihnen niemand für möglich gehalten hätte."

"So schwierig war das auch wieder nicht. Das hätte jemand anderes auch geschafft."

"Für sie vielleicht, war es nicht so schwierig, andere haben das, was sie gemacht haben, immer für unmöglich gehalten."

"Ich hatte Glück."

"Das braucht es auch, aber solche Erfolge kommen nicht von ungefähr."

"Ich bin also zur Abschreckung oder Provokation gedacht. Ich bin eine Trophäe", grinse ich.

"So in etwa", lacht nun auch der Rear Admiral.

Es entsteht eine kleine Pause. Mir fällt eine junge Frau auf, die in der Ecke steht. Sie muss eine einfache Soldatin sein oder einen nur niederen Dienstgrad bekleiden. So genau kann ich das von meinem Platz aus nicht erkennen.

Wenn ich mir die junge Frau, die ausgesprochen hübsch ist, so anschaue, kommt mir wieder in den Sinn, dass ich mir noch etwas vorgenommen habe.

"Ich hätte eine Bitte", sage ich.

"Das wäre?"

"Ich würde darum bitten, dass Lieutenant George Ferrigan zum Commander befördert wird und auf diese Weise das Kommando auf dem U-Boot, das mich an Bord genommen hat, übernimmt."

Alle schauen mich betreten an. George jedoch dreht sich zu mir um und starrt mich an, als würde ich nicht mehr ganz bei Sinnen sein.

"Das ist eine ungewöhnliche Bitte."

"Ich habe meine Gründe."

"Mir ist nicht klar, ob ich dieser Bitte so einfach stattgeben kann."

"Ich kann auch den Verteidigungsminister fragen? Ich denke, in den USA werde ich ihm begegnen. Dann werde ich ihm allerdings auch erklären müssen, warum ich eine so ungewöhnliche Bitte äußere und das könnte dann auch für sie unangenehm werden", sage ich entschlossen.

Mein Blick bohrt sich in jenen des Rear Admirals. Meine Augen sind verengt. Es muss aussehen, als würde ich lauernd abwarten, wie er sich entscheidet.

"Was sind diese Gründe?", will er wissen.

"Besser, sie wissen es nicht."

"Ich muss eine solche Beförderung aber rechtfertigen."

"Seine Verdienste um meine Rettung."

"Ich dachte das war der Kommandant des U-Bootes."

"Der hat es für sich reklamiert. Der wahre Held war Lieutenant Ferrigan."

"Ihnen ist schon klar, dass sie zwar vom Dienstgrad über mir stehen, dass sie aber einer anderen Nation angehören."

"Das ist mir durchaus klar. Deshalb habe ich es als Bitte formuliert und ihnen keinen Befehl erteilt."

"Kann ich dich einen Moment sprechen?", flüstert mir George zu.

"Wir müssen nur kurz reden. Inzwischen können sie überlegen", sage ich zum Rear Admiral.

Ich stehe auf und George tut es mir gleich. Ich gehe in eine Ecke des Raumes und er folgt mir.

"Warum diese Beförderung?"

"Hast du gesehen, wie lüstern mich der Rear Admiral gemustert hat, als ich aus dem Heli geklettert bin? Er hat mich mit den Augen beinahe ausgezogen."

"Ja und?"

"Glaubst du, dieser Mann unternimmt etwas gegen das Verhalten der Mannschaft an Bord des U-Bootes, wenn ich einmal weg bin, weit weg in den USA?"

"Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wenn du mich jetzt aber danach fragst, so muss ich dir zustimmen."

"Siehst du. Deshalb möchte ich, dass du befördert wirst. Du bist ein guter Mann. Du wirst alles unternehmen, was auf dem Boot notwendig ist, und noch einiges darüber hinaus."

"Was soll das sein?"

"Du wirst Karriere machen und aufsteigen. Du wirst zunehmend mehr Verantwortung übernehmen und damit auch immer mehr Einfluss darauf haben, dass sich die Offiziere korrekt verhalten."

"Es sind wohl nur einige schwarze Schafe dabei."

"Das kann schon sein. Aber sie müssen auf die richtige Bahn gebracht oder aussortiert werden. Schau dir das Mädchen dort drüben an. Wenn sie auf euer U-Boot versetzt wird und kein Wechsel im Kommando erfolgt, kannst du dir in etwa ausmalen, was sie durchmachen wird?"

Nachdenklich schaut George zur jungen Frau hinüber. Dann wandert sein Blick wieder zu mir.

"Danke, dass du so viel Vertrauen in mich hast."

"Du hast bewiesen, dass du es wert bist, dass ich Vertrauen in dich habe. Du hast von dir aus nachgefragt, ob ich die bin, die ich angegeben habe, zu sein. Nur du hast mich damit davor bewahrt, dass die anderen mit mir machen konnten, was sie geplant hatten."

"Aber das war doch meine Pflicht."

"Ohne Anweisung deines Vorgesetzten?"

"Ich dachte, es wäre auch in seinem Sinn."

"Du hast seine Pläne arg durchkreuzt", grinse ich.

"Im Endeffekt schon", grinst nun auch er.

"Sind wir uns einig?"

"Ja, danke."

"Du hast es dir verdient."

"Und wenn er sich dagegen entscheidet?"

"Dann treffe ich in den nächsten Tagen den Verteidigungsminister", grinse ich.

"Du lässt nicht locker?"

"Niemals, wenn ich von einer Sache überzeugt bin."

Mit diesen Worten drehe ich mich wieder um und kehre zu meinem Stuhl zurück. Auch George kommt mir hinterher. Wir setzen uns und ich schaue den Rear Admiral fragend an.

"Ja, ja, schon gut. Ich lasse gerade die Beförderungsurkunde vorbereiten."

"Danke. Sie haben keine Ahnung, welche Freude sie mir damit bereiten und welchen Dienst sie damit ihrem Land erweisen."

"Bis die Unterlagen vorbereitet sind machen wir weiter. Mia, komm her!"

Die junge Frau strafft ihre Haltung und kommt zackig zu uns herüber. Sie hält dabei eine Sporttasche in der Hand.

"Ich habe Mia angewiesen, alles einzupacken, was eine Frau auf einer Reise benötigt. Ich hoffe es ist alles drinnen, was sie brauchen könnten", meint der Rear Admiral.

Mia kommt auf mich zu und reicht mir die Sporttasche. Sie hat einen ängstlichen Blick drauf und ich verstehe nicht ganz warum. Als ihr Blick von mir zu ihrem Vorgesetzten wandert, wird mir bewusst, dass er kein angenehmer Chef ist. Die Kleine hat es vermutlich nicht leicht.

"Danke Mia, das ist aber sehr lieb von ihnen", sage ich.

Dabei nehme ich sie in den Arm und drücke sie an mich. Die junge Frau ist im ersten Moment wie versteinert. Sie ist es wahrscheinlich nicht gewohnt, dass man sich bei ihr bedankt.

"Ach, noch etwas", sage ich wieder an ihren Vorgesetzten gewandt. "Weil wir schon dabei sind, Bitten zu erfüllen. Lieutenant Ferrigan bräuchte noch einen fähigen Adjutanten oder eine Adjutantin. Ich denke, wenn sie ihm Mia zur Seite stellen, müsste das passen."

"Ich soll was?", meint der Rear Admiral etwas aufbrausend.

"Ich kann auch den Verteidigungsminister fragen", grinse ich.

"Von mir aus", lenkt er nach einer kurzen Pause ein. Sein Blick sagt allerdings etwas anderes. Er ist alles andere als glücklich, kann aber andererseits auch nichts dagegen sagen.

Ich aber tue, als ob nichts wäre, bedanke mich höflich und blicke zunächst zu George. Dieser schaut mich glückselig an. Ich habe bemerkt, dass er ein Auge auf die junge Soldatin geworfen hat, und ich will ihm eine Freude machen. Gleichzeitig weiß ich, dass sie es bei ihm gut hat. Dann aber nehme ich Mia noch einmal in den Arm.

"Bei George wirst du es gut haben. Er ist ein toller Vorgesetzter", flüstere ich ihr ins Ohr.

"Danke. Der Rear Admiral ist ein alter Lustmolch."

"Er hat dich angefasst?"

"Das nicht, aber es gab immer wieder angeblich ungewollte Berührungen und anzügliche Worte oder Blicke."

"Das hat nun ein Ende."

"Gott sei Dank."

Wir lösen und wieder voneinander und ich schaue den Rear Admiral an. Er mustert mich mit einem etwas bösen Blick. Ich denke, er ist froh, wenn ich endlich weg bin.

"Ein Hubschrauber bringt die beiden zurück zum U-Boot?"

In dem Moment geht die Tür auf und ein Offizier kommt herein, um Unterlagen zu bringen. Ich nehme an, es sind die Beförderung und die Ernennung zum Kommandanten von George.

"Mia, geh packen!", weist ihr Vorgesetzter sie an. "Abflug in einer Viertelstunde."

"Jawohl, Sir!", sagt sie.

Dann macht sie sich auf den Weg. Als nur ich es sehen kann, formt sie ein tonloses Danke mit den Lippen. Ich nicke ihr zu. Dann ist sie aus dem Raum verschwunden.

Der Rear Admiral unterzeichnet die Papiere und überreicht sie George. Dieser bedankt sich zackig, wie es sich gehört.

"Sie machen sich wieder auf den Weg zurück?"

"Jawohl, Sir!", antwortet George.

Er kommt auf mich zu, bleibt aber stehen und schaut mir in die Augen. Er ist unsicher. Deshalb mache ich den letzten Schritt und umarme ihn.

"Danke für alles!", sage ich. "Du bist mein Held!"

"Danke dir. Ich hoffe, wir werden uns wiedersehen."

"Ich weiß es nicht, wohin das Schicksal uns verschlägt. Ich werde dich aber immer in Erinnerung behalten. Bleib wie du bist!", sage ich.

Dann lösen wir uns voneinander und er verschwindet zur Tür hinaus.

Kapitel 19

Mit einem Jeep werde ich zum Flugplatz gebracht. Vor einem Hangar steht ein Tarnkappenbomber. Ich habe bisher nur Bilder von diesem Flugzeug gesehen, war aber bereits davon beeindruckt. Dieses Meisterwerk der Technik nun in Natura zu sehen, ist einfach überwältigend.

Der Kommandant der Luftwaffe, ein Major General, begleitet mich zum Flieger, wo ein anderer Mann steht, ein Colonel.

"Das ist Ben, ihr Pilot."

"Ben, das ist deine Copilotin für den Flug nach Washington. Pass gut auf sie auf und liefere sie heil ab."

"Ich bin doch kein Paket von Amazon", grinse ich.

"Sie wissen, wie ich das meine", protestiert er.

"Ich denke schon."

Ich stehe im Kampfanzug eines Piloten neben dem Flieger. Meine US-Uniform habe ich in die Sporttasche gestopft, die ich bei mir trage.

"Gepäck auch noch?", meint Ben.

"Eine Handtasche?", grinse ich. "Eine Frau braucht so etwas."

"Frauen und ihre Handtaschen. Da kann man wohl nichts machen. Hinter dem Sitz müsste Platz genug sein. Da kannst du sie hineinstopfen."

"Ben, Frau Serinskaya ist im Dienstgrad eines Generals. Du kannst sie nicht einfach mit du ansprechen."

"Das ist aber unter Piloten so üblich", antworte ich an Bens Stelle. Er schaut etwas unsicher drein. "Zumindest bei uns in der Ukraine ist das so. Ich bin Anastasia und es freut mich, mit dir fliegen zu dürfen."

"Siehst du!", meint nun Ben spitzbübisch zu seinem Vorgesetzten. "Bei uns ist es doch auch so. Sonst dürfte ich dich auch nicht mit du ansprechen."

"Ruhe jetzt!", sage ich, muss dabei aber lächeln. "Ihr benehmt euch, wie kleine Kinder im Sandkasten. Wollen wir?"

Die letzten Worte sind an Ben gerichtet und ich mache dabei eine Kopfbewegung in Richtung des Fliegers. Ich will hier endlich weg. Mir ist zwar noch nicht klar, was ich in den USA machen soll und was mich dort erwartet, aber das hier ist definitiv nur eine Zwischenstation und ich kann es kaum erwarten, wegzukommen.

Da George und Mia schon vor einer Stunde mit dem Hubschrauber gestartet sind, hält mich hier nichts mehr. Ich habe meine Mission erfüllt und freue mich auf meine neue Aufgabe, wie immer die auch ausschauen mag.

"Ja, von mir aus kann es losgehen. Alles einsteigen!"

Er grinst dabei und deutet auf die Leiter, die an das Flugzeug gelehnt ist. Ich klettere sie hoch und schaue dann unsicher nach unten, weil ich nicht weiß, ob ich den Sitz hinten oder den vorne nehmen soll. Normalerweise ist das egal, weil man von beiden aus das Flugzeug steuern kann. Ich will mich aber den Gepflogenheiten anpassen.

"Nimm du den vorderen Sitz, da hat man die bessere Aussicht", grinst Ben. "Touristenbonus sozusagen."

"Ich zeig dir, den Touristenbonus!", grinse ich zurück.

"Du kannst gerne den Vogel fliegen. Lass aber die Finger von den roten Knöpfen. Die könnten Schaden anrichten", neckt er mich.

"Ich schau dir erst einmal zu. Den Start überlasse ich dir gerne."

"Das glaube ich", kontert er.

Das Fliegen selbst ist tatsächlich bei den meisten Flugzeugen ähnlich. Allerdings braucht es für den Start und die Landung ein gewisses Gefühl, das man erst mit der Zeit für ein Flugzeug entwickeln kann, vor allem bei einem so speziellen Vogel.

Ich setze mich also auf den vorderen Sitz, Ben nimmt hinten Platz. Kaum sind wir angeschnallt, betätigt er den Knopf, damit sich die Haube schließt. Ich sitze in einem Tarnkappenbomber und wir werden gleich starten. Ich kann es immer noch nicht glauben und bin fürchterlich aufgeregt. Die einfache Agentin aus einem Dorf in der Nähe von Kiew sitzt in einem amerikanischen Tarnkappenbomber, und zwar als Copilotin.

Über Kopfhörer bekommen wir die Freigabe, zur Startbahn zu rollen. Langsam setzt sich das Flugzeug in Bewegung und ich beobachte die Instrumente. Ich will mir ein Bild davon machen, sollte Ben tatsächlich auf die Idee kommen, auch mich einen Teil der Strecke fliegen zu lassen.

"Du hast schon einmal ein Flugzeug geflogen?", will er wissen.

"Das gehört bei uns zur Ausbildung."

"Nicht schlecht."

"Was man kann, das kann man."

Wir haben inzwischen die Startbahn erreicht und biegen darauf ein. Vor uns liegt die lange und breite Asphaltbahn, die in der Mittagshitze flimmert. In dem Moment bekommen wir über Kopfhörer auch schon die Startfreigabe, Ben lässt die Triebwerke aufheulen und schon rollen wir an. Der Vogel beschleunigt unglaublich und schon bald jagen wir mit einem Affenzahn über das Rollfeld.

Es dauert dann auch nicht lange und schon erheben wir uns in die Lüfte. Es ist immer wieder ein beeindruckendes Gefühl, das ich schon längere Zeit nicht mehr erleben durfte.

Mit diesem Flieger allerdings ist es noch eindrucksvoller als sonst. Mit beachtlichem Schub schieben uns die Triebwerke nach vorne und wir gewinnen schnell an Höhe. Zu wissen, dass wir am Radar so gut wie nicht zu erkennen sind, finde ich einfach genial.

"Bis Spanien fliege ich, dann übernimmst du", meint Ben.

"Was soll ich?"

"Übernehmen!"

"Und das Auftanken in der Luft? Das kann ich nicht, habe ich auch noch nie gemacht."

"Das mache ich noch, dann bist du an der Reihe."

"Du hast aber viel Vertrauen in mich."

"Ich bin mir sicher, du wirst mich nicht enttäuschen", grinst er.

"Die Landung übernimmst dann aber wieder du."

"Nur, wenn du dich nicht darüber aussiehst."

"Schauen wir mal."

Wir jagen über den Himmel. Da wir höher fliegen als der normale Reiseverkehr, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass uns ein ziviles Flugzeug in die Quere kommen könnte. Zudem, das habe ich mitbekommen, überwacht die US-Air Force unseren Flug genau.

Ich frage mich, warum ich unter solch strenger Geheimhaltung in die USA gebracht werde. Es ist ein Vorteil, dass ich den Pilotenschein besitze und bereits ähnliche, wenn auch ältere Kampfjets geflogen bin. Der Transport ist dennoch ungewöhnlich, sehr ungewöhnlich sogar.

Da ich dieses Rätsel aber nicht lösen werde, zumindest nicht hier und jetzt, lehne ich mich zurück und genieße es, mit beinahe Schallgeschwindigkeit unterwegs zu sein. Es ist für mich immer wieder faszinierend, dass so etwas möglich ist. Erst als Ben deutlich verlangsamt, kehre ich aus meinen Tagträumen zurück.

"Was ist?"

"Wir tanken!"

"Jetzt schon?"

"Wir sind über Spanien."

In dem Moment bemerke ich eine zweite Maschine, die sich über uns setzt und ein Rohr zu uns herablässt. Ich weiß natürlich, dass es möglich ist, Flugzeuge in der Luft zu betanken. Allerdings habe ich so etwas nie gemacht und auch nie in der Luft selbst miterlebt. Ich bin fasziniert.

Ben bedankt sich beim Piloten der anderen Maschine und wir lösen die Verbindung. Ein kurzes Schwenken mit dem Flügel als Pilotengruß und schon dreht das Flugzeug, das uns eben noch betankt hat, ab und verschwindet zwischen den Wolken.

"So, jetzt übernimmst du."

"Ok!"

Etwas nervös nehme ich das Steuer in die Hand und beschleunige wieder. Die Maschine reagiert wunderbar. Aus der anfänglichen Vorsicht wird zunehmend Spaß und am Ende bin ich beinahe übermütig. Ben hinter mir lacht vergnügt, als ich eine Schraube drehe und eine Schleife fliege.

"Du bist verdammt gut. Meine Schüler würden sich beim ersten Mal niemals trauen, solche Manöver zu fliegen."

"Ich bin schon mit anderen Maschinen geflogen."

"Das sind meine Schüler auch."

"Dann weiß ich nicht, woran es liegt. Mir macht das Fliegen einfach Spaß und ich habe schon bei der Ausbildung immer wieder Einlagen gemacht."

"Dann kannst du sicher auch das Landen übernehmen."

"Soll ich das echt?"

"Mach nur!"

Wir sind inzwischen nur noch eine halbe Stunde von unserem Ziel entfernt. Deshalb übernehme ich von Ben den Funkkontakt mit dem Tower. Der Typ dort, erkundigt sich, ob ich schon in der Lage bin, den Vogel sicher auf den Boden zu bringen, wird aber von Ben sofort ausgebremst.

"Sie kann das, dafür bürge ich."

"Nimm den Mund nicht zu voll", grinse ich. Er aber lacht nur vergnügt auf.

Ich habe inzwischen die Geschwindigkeit reduziert und bin in den Sinkflug übergegangen. Unser Ziel ist eine Militärbasis nahe Washington. Das hat mir Ben bereits nach unserem Start eröffnet, weil ich schließlich wissen wollte, wohin ich gebracht werde.

Als wir die Wolkendecke durchbrechen, sehe ich bereits in der Ferne die Landebahn. Ich bekomme die Landeerlaubnis vom Tower und setze dazu an, den Vogel auf den Boden zu bringen.

Etwas mulmig bei der Sache ist mir schon, aber ich weiß auch, dass ich es kann. Würde ich mir die Landung nicht zutrauen, würde ich Ben sagen, er solle übernehmen.

Trotzdem ist es immer ein wenig aufregend, wenn man mit einem Flugzeugtyp zum ersten Mal diesen doch eher heiklen Vorgang durchführt. Da es sich hierbei aber um eine völlig neue Art von Flugzeug handelt, die auch von der Form her erheblich anders ist, bin ich noch etwas mehr aufgeregt, als ich es bei jedem anderen Flieger wäre.

Ich halte auf die Landebahn zu und setzte dann ganz nach Gefühl auf. Man könnte zwar auch den Autopiloten landen lassen, das ist aber zum einen etwas ruppig und zum anderen würde dies mein Ehrgeiz nie und nimmer zulassen. Was ein richtiger Pilot ist, der bringt den Vogel selbst auf die Erde.

Und so mache ich es auch. Fast butterweich setzen die Reifen auf der Piste auf und ich bremse nun mit der Schubumkehr kräftig ab. Als wir nur noch langsam zum Standplatz rollen, bin ich froh, dass alles so perfekt gelaufen ist.

"Alle Achtung, besser könnte ich es auch nicht. Und das beim ersten Mal", lobt Ben. "Du hättest nicht Lust, zu uns zu wechseln."

"Danke für das Angebot. Ich überlege es mir. Mal schauen, was deine Regierung mit mir vorhat", antworte ich.

"Du kannst dich jederzeit bei mir melden", versichert er.

Inzwischen steht die Maschine und wir klettern heraus. Mir fällt auf, dass in der Nähe drei schwarze SUVs mit abgedunkelten Scheiben warten. Ich frage mich, ob es sich dabei um das Empfangskomitee für eine hochgestellte Persönlichkeit handelt. Könnte gut sein, dass nach uns noch jemand landet.

"Wer ist denn das da drüben?", frage ich Ben.

"Das ist deine Mitfahrgelegenheit", meint er.

"Meine? Ich dachte, da kommt ein ganz normales Auto."

"Du bist eine hochgestellte Persönlichkeit."

"Ich doch nicht", wehre ich ab.

Zusammen mit Ben stehe ich neben der Maschine, als die Wagentüren beim Konvoi geöffnet werden und fünf Männer auf uns zukommen. Einer geht voraus, die anderen halten Abstand und bilden hinter ihm eine Linie. Es sieht so aus, als würde es sich dabei um Leibwächter handeln. Andererseits sind vier etwas viel. Normalerweise sind nur zwei Agenten zum Schutz einer Person abgestellt. Eine Ausnahme dabei bildet natürlich der Präsident, bei uns zumindest.

"Nicht schlecht! Der Verteidigungsminister persönlich kommt dich abholen", staunt Ben.

"Er ist Fan von mir", grinse ich etwas verlegen.

Inzwischen hat uns der Mann vorne fast erreicht. Er strahlt über das ganze Gesicht und kommt mir beinahe wie ein kleines Kind vor, das ein Geschenk bekommen hat.

"Frau Anastasia Serinskaya?", erkundigt er sich.

"Ja, das bin ich."

"Es ist mir eine Ehre, sie zu treffen. Ich bin William Fraser, der Verteidigungsminister."

"Die Ehre ist ganz auf meiner Seite", antworte ich verlegen. "Ich weiß jetzt nicht, wie ich sie richtig begrüßen soll."

Ich halte ihm etwas verlegen die Hand hin, die er auch nimmt. Allerdings zieht er mich daran zu sich und umarmt mich. Er ist nicht aufdringlich, er wirkt auf mich eher sehr gerührt. Deshalb erwidere ich die Umarmung. Frazer ist auch sehr korrekt und löst sich wieder von mir.

"Ich darf sie ins Weiße Haus begleiten, wo sie untergebracht sind."

"Im Weißen Haus?"

"Sie sind ein Staatsgast."

"Ich bin doch nur eine unbedeutende Agentin."

"Machen sie Witze? Sie haben allein und ohne Hilfe den Russen schwere Niederlagen beigebracht, sowohl strategischer Natur als auch von deren Bedeutung für die Öffentlichkeit."

"Ich habe nur meine Pflicht erfüllt."

"Trotzdem, drei derart erfolgreiche Aktionen innerhalb kürzester Zeit durchzuziehen, braucht Können."

"Eher Glück."

"Stellen sie ihr Licht nicht unter den Scheffel", meint er. "Die Russen unternehmen alles, um ihrer habhaft zu werden. Deshalb haben wir uns überlegt, sie in die USA zu holen."

"Muss ich dann gleich im Weißen Haus wohnen?"

"Wir möchten sie etwas bitten."

"Das wäre?"

"Das wird ihnen unser Präsident persönlich erklären", weicht er aus.

Inzwischen sind wir zur Fahrzeugkolonne gegangen. Zwei Männer halten beim mittleren Fahrzeug beide Türen hinten auf und so können wir einsteigen. Die vier Männer, die uns begleitet haben, verteilen sich auf die übrigen beiden Autos und schon geht es los.

Der Verteidigungsminister erkundigt sich, wie der Flug war und als ich ihm voller Begeisterung erzähle, dass ich selbst fliegen und auch landen durfte, mustert er mich mit noch mehr Bewunderung als vorher, wenn das überhaupt möglich ist.

Wir verlassen das Gelände der Air Force-Basis und sofort gesellen sich acht Motorräder der Polizei zu uns und eskortieren uns. Ich bin froh, dass sie auf eine Sirene verzichten. Es ist so schon ungewohnt genug. Ich bin doch nur eine kleine Agentin.

Da der Verteidigungsminister mich in ein Gespräch verwickelt, kann ich nicht auf die Umgebung achten. Die stark abgedunkelten Scheiben erschweren es zudem, mitzubekommen, was draußen ist.

Als der Wagen hält und die Tür aufgemacht wird, kommt mir das Gebäude bekannt vor. Ich habe bereits Bilder davon gesehen.

"Willkommen im Weißen Haus", meint Frazer.

Wir steigen beide aus und betreten das Gebäude. Es muss ein Nebentrakt sein, denn es ist nicht der übliche, im Fernsehen gezeigte Bereich, der wohl zentraler liegt.

"Dies ist der Gästetrakt. Die Hausdame wird ihnen gleich ihre Räume zeigen. Diese beiden Agenten des Secret Service sind für ihre Sicherheit verantwortlich."

"Ich bekomme Personenschutz?"

"Das ist Vorschrift."

"Es kommt mir nur komisch vor, wenn ich als Agentin von Agenten bewacht werden muss", grinse ich.

"Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wenn sie etwas brauchen, helfen ihnen die Bediensteten des Hauses aber auch ihre Sicherheitsleute gerne weiter. Ich muss jetzt weiter. Wir sehen uns morgen beim Empfang."

"Welchen Empfang?"

"Den Empfang der Regierung."

"Für wen?"

"Für sie natürlich", meint er überrascht.

"Nur für mich?", bin diesmal ich irritiert.

"Ja, sie sind so wichtig", grinst er nun.

Kapitel 20

Ich habe herrlich geschlafen und in meinen Räumen gefrühstückt. Man hat mir auch ein Kleid, ein wunderschönes Kleid sogar, bereitgelegt. Offenbar hatte man der Schneiderei bereits meine Maße durchgegeben. Ich frage mich jedoch, woher man diese kannte.

In einer Viertelstunde soll ich in einem Saal sein, dessen Name ich schon wieder vergessen habe. Ich werde jedoch abgeholt und dorthin gebracht. Deshalb mache ich mir auch keine Gedanken, ich könnte den Raum nicht finden.

Die Männer des Secret Service folgen mir mit etwa einem Meter Abstand. Ich komme mir ein wenig fehl am Platz vor. Wäre ich nicht für diesen speziellen Einsatz abkommandiert worden, hätte ich vermutlich einen ähnlichen Auftrag als Sicherheitspersonal in der Ukraine ausführen müssen. Nun aber habe ich selbst zwei Aufpasser. Ich kann es immer noch nicht glauben.

Ich werde durch die Gänge des Weißen Hauses geführt und schaue mich verstohlen neugierig um. Ich hätte nie gedacht, jemals in dieses Gebäude zu kommen, obwohl ich es als Kind immer wegen seiner Bauweise bewundert habe. Es strahlt große Macht aus.

"Halt, der Empfang ist nur für geladene Gäste, Miss", bremst uns ein Beamter des Secret Service aus. Er steht am Eingang zu einem Saal.

Noch bevor mein Führer oder meine Sicherheitsleute, die der andere offenbar noch nicht bemerkt hat, weil sie die Tür noch nicht erreicht haben, etwas sagen können, meldet sich schon ein mir unbekannter Mann.

"Das ist der Ehrengast, Anastasia Serinskaya, die sie nicht durchlassen wollen", grinst er den Mann an.

"Oh, Verzeihung, Sir!", meint der Mann am Eingang zackig.

"Sie müssen sich bei Frau Serinskaya und nicht bei mir entschuldigen", stellt der Mann klar. Der Beamte wird daraufhin sogar leicht rot.

"Verzeihen sie!", wendet er sich dann doch an mich.

Der Mann, der sich für mich eingesetzt hat, sieht verdammt gut aus. Er ist um die 30, ausgesprochen gepflegt und trägt einen perfekt sitzenden Anzug, der verdächtig nach Maßanzug aussieht. Da sich alle anderen zurückhalten, nehme ich an, dass der Mann zwar vom Secret Service ist, dort aber eine gehobenere Position einnimmt.

"Darf ich sie zu ihrem Platz begleiten?", erkundigt er sich.

"Das dürfen sie. Ich würde aber vorschlagen, wir sagen du zueinander. Immerhin üben wir einen ähnlichen Beruf aus."

Er schaut mich etwas verwirrt an. Das fällt mir aber nicht wirklich auf, da ich mich neugierig umschaue.

"Einen ähnlichen Beruf?", erkundigt er sich.

"Wir sind beides Agenten, wenn ich mich nicht täusche."

"Ach so, wir können gern du sagen. Ich bin Sam."

"Freut mich Sam, ich bin Anastasia."

"Nennt man dich Ana?"

"Wieso sollte man?"

"Kennst du nicht das Buch oder den Film Fifty shades of grey?"

"Nein, sollte ich?"

"Das hat fast jeder gelesen."

"Ich bin während der Ausbildung nicht zum Lesen gekommen. Aber warum sollte ich dieses Buch kennen."

"Die Hauptfigur heißt Anastasia, nennt sich aber Ana."

"Ach so. Das muss dann wohl eher eine Erfindung des Autors sein."

"Der Autorin", stellt er klar.

"Das Buch hat eine Frau geschrieben?"

"Ja, sie wurde damit berühmt. Bei uns hat fast jeder dieses Buch gelesen oder den Film gesehen."

"Wovon handelt es?"

"Von einer eher komplizierten Liebesbeziehung."

"Sind Liebesbeziehungen nicht meistens kompliziert?", halte ich dagegen.

"Ja, aber in diesem Fall kommt noch etwas dazu."

"Das wäre?"

"Er ist ...", stottert Sam. "... er ist dominant."

"Und sie unterwirft sich ihm?"

"Nicht wirklich", grinst er.

"Das könnte ich sein", grinse nun auch ich.

"Komm, ich bringe dich zu deinem Platz", meint er schmunzelnd. Ich würde gerne wissen, was er denkt, aber ich traue mich nicht, ihn zu fragen.

Vor einem kleinen Podest sind einige Stuhlreihen aufgestellt. Er führt mich bis zur ersten Reihe und deutet auf einen Stuhl.

"Hier sind wir. Das ist dein Platz."

"Danke!", sage ich.

Während ich mich hinsetze, frage ich mich, wo er sitzen wird, wenn er überhaupt sitzen darf. Dabei würde ich mich wohler fühlen, würde er bei mir bleiben. Ich finde ihn sympathisch, sehr sogar.

Zu meiner Überraschung nimmt er tatsächlich direkt neben mir Platz. Entspannt schlägt er ein Bein über das andere und lehnt sich gelassen zurück.

"Du siehst übrigens umwerfend aus. Das Kleid steht dir sensationell gut. Aber ich denke, du würdest selbst in einem Kartoffelsack zum Anbeißen aussehen."

"Du findest mich zum Anbeißen?", frage ich ihn neckend.

"Äh, war das zu aufdringlich?"

"Nein, ich finde es süß. Aufdringlich sieht bei mir anders aus."

"Wenn das so ist, dann kann ich es ja zugeben, ich finde tatsächlich, du siehst zum Anbeißen aus."

Weiter kommen wir mit unserem Gespräch nicht, denn es wird eine Seitentür geöffnet und ein Mann kommt in den Saal, den ich auf Anhieb erkenne. Immerhin habe ich ihn schon oft genug im Fernsehen gesehen, es ist der amerikanische Präsident.

Seine Augen suchen die erste Reihe ab und bleiben dann an mir hängen. Er mustert mich von Kopf bis Fuß und kommt dann entschlossen auf mich zu. Als er vor mir steht, streckt er die Hand aus.

"Guten Tag, Frau Serinskaya, es ist mir eine große Freude, sie im Weißen Haus begrüßen zu dürfen."

"Die Ehre ist ganz meinerseits", antworte ich.

Dabei nehme ich die Hand und mache einen Knicks. Wie bitte verhält man sich dem amerikanischen Präsidenten gegenüber? Ich habe keine Ahnung und bin völlig verunsichert und überfordert.

"Aber nicht doch, ich muss mich vor ihnen und ihren Leistungen verbeugen, nicht umgekehrt."

"Ich habe nur meine Pflicht getan."

"Das aber ausgesprochen gut", grinst er aufmunternd.

Der US-Präsident setzt sich neben mich. Ich kann es nicht glauben. Aus einem Instinkt heraus greife ich neben mich und nehme Sams Hand, um mich daran festzuhalten. Als ich ihn anschaue, wird mir klar, dass er mich fragend anschaut.

"Ich sitze neben dem amerikanischen Präsidenten", flüstere ich ihm voller Ehrfurcht zu.

"Na und? Er hat dich eingeladen."

"Verstehst du mich nicht? Ich bin ein ganz normales Mädchen aus der Ukraine. Wie komme ich zu so einer Ehre? Ich bin nicht wichtig."

"Oh doch, du bist wichtig und wirst gleich erfahren, warum."

"Woher weißt du das?"

"Ich weiß es eben", meint er ausweichend. "Es ist mein Job, dies zu wissen."

Eines wird mir in dem Moment klar, Sam ist ganz sicher kein normaler Agent des Secret Service, auch kein höherer Dienstgrad. Er muss schon verdammt weit oben sein, um diese Informationen zu bekommen.

Mir fällt in diesem Moment auch auf, dass der Präsident ihm zum Gruß zugenickt hat. Das macht er sicher nicht bei jedem Agenten, da kann er noch so freundlich und volksnah sein.

"Was sind das für Leute hinter uns?", frage ich Sam. Ich will mich ablenken.

"Das sind Presseleute."

"Von wo?"

"Aus der ganzen Welt. Die wichtigsten Medien zumindest. Im Weißen Haus können sich nicht alle akkreditieren lassen. Sonst würde der Saal aus allen Nähten platzen."

"Fangen wir an", raunt mir der Präsident zu.

Damit unterbricht er mein Gespräch mit Sam und ich konzentriere mich wieder auf das Geschehen in Saal. Dieser hat sich in der Zwischenzeit bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Fernsehkameras und Fotoapparate sind auf das Rednerpult gerichtet, zu dem sich nun der Präsident begibt.

"Meine Damen und Herren. Sie werden sich fragen, warum wir sie zusammengerufen haben und dabei so geheimnisvoll getan haben. Es war eine Frage der Sicherheit.

Sie erinnern sich, dass vor ein paar Wochen auf der Krim eine russische Anlage zur Abwehr von Raketen zerstört wurde. Sie erinnern sich sicher, dass wenig später das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte von Raketen aus der Ukraine schwer getroffen und nahezu vollständig zerstört wurde. Es gab dann noch einen Vorfall, bei dem eine Ölplattform im Schwarzen Meer zerstört wurde, die den Russen als Basis für die Raketenabwehr diente.

Sie werden sich jetzt fragen, was diese Ereignisse miteinander zu tun haben. Ganz einfach, sie waren nur möglich, weil eine unglaublich fähige, ukrainische Agentin den Grundstein für alle drei Operationen gelegt hat und diese mutige, junge Frau ist heute bei uns, Anastasia Serinskaya."

Einige Leute in der ersten und zweiten Reihe applaudieren, die Presseleute hingegen schauen sich neugierig um.

"Kommen sie doch zu mir!", fordert er mich auf.

Unsicher erhebe ich mich von meinem Stuhl. Ich bin es nicht gewohnt, so viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen und dermaßen im Mittelpunkt zu stehen. Mein Job verlangt eigentlich genau das Gegenteil.

"Du schaffst das!", ermutigt mich Sam.

Ich gehe zum Podium, klettere hinauf und stelle mich neben den Präsidenten. Ich bekomme mit, wie die Kameras mich dabei verfolgen und wie die Fotografen drauflos knipsen.

Während ich unsicher in das Blitzlichtgewitter schaue, kommt ein Mann mit einer Schatulle zu uns und überreicht diese dem Präsidenten. Er lächelt mich an.

"Zum Zeichen unserer Anerkennung überreiche ich Frau Serinskaya, die übrigens den Dienstgrad eines Generals bekleidet, den Silver Star. Es ist nicht üblich, dass jemand, der nicht amerikanischer Staatsbürger ist, diese Auszeichnung verliehen bekommt. Aber Frau Serinskaya hat sich weit über die Grenzen ihres Landes hinaus verdient gemacht und ein Zeichen außergewöhnlicher Tapferkeit gesetzt."

Er überreicht mir die Schatulle, die nun geöffnet ist. Der Stern am Band strahlt mir entgegen. Ohne lange nachzudenken, halte ich die Auszeichnung so, dass die Leute im Publikum sie sehen können. Erneut gibt es ein Blitzlichtgewitter.

"Würden sie ein paar Worte an uns richten?", wendet sich der Präsident wieder an mich.

Er tritt zur Seite. Ich zögere einen Moment. Was soll ich sagen? Als ich aber zu Sam blicke und er mir aufmunternd zulächelt, trete ich trotz aller Bedenken hinter das Mikrofon.

"Meine Damen und Herren, ich weiß eigentlich nicht genau, warum ich diese Auszeichnung bekomme. Ich habe nur meine Pflicht erfüllt, wie so viele meiner Landsleute auch. Wenn ich ehrlich bin, würde ich es vorziehen, nicht zu kämpfen, weil Frieden herrscht. Aber wir wurden nun einmal angegriffen und müssen uns verteidigen. Eine andere Option gibt es für uns nicht. Wir verteidigen unser Vaterland. Ich widme deshalb diesen Silver star allen, die sich für den Frieden und die Freiheit einsetzen."

Einen Moment herrscht absolute Stille im Saal. Dann aber kommt Applaus auf. Selbst Presseleute klatschen. Gleichzeitig bricht erneut ein Blitzlichtgewitter los. Ich aber blicke in die Menge und frage mich, was ich Außergewöhnliches gesagt habe.

"Ich habe noch eine Ankündigung zu machen", unterbricht nach einiger Zeit der Präsident. "Frau Serinskaya wird in Zukunft unseren Außenminister in allen Belangen beraten, welche die Ukraine betreffen."

Wie bitte? Ich schaue ihn fassungslos an. Für einen kurzen Moment sind mir sicher sämtliche Gesichtszüge entglitten. Ich versuche mich zu fangen und so zu tun, als wäre nichts passiert. Ich nehme mir aber vor, danach ein ernstes Wörtchen mit ihm zu reden.

Die Überraschungen hören aber offenbar nicht auf. Bei der Ankündigung des Präsidenten erhebt sich Sam von seinem Platz und kommt zu uns herauf. Mit einem Lächeln im Gesicht, stellt er sich ans Mikrofon.

"Auch ich möchte Frau Serinskaya zur Auszeichnung gratulieren und ihr danken, dass sie uns dabei unterstützen wird, die Seiten in diesem Konflikt besser zu verstehen", sagt er. Er wirkt unglaublich souverän und ich bin beeindruckt.

"Du bist der Außenminister?", raune ich ihm zu. "Warum hast du das nicht gesagt?"

"Es war lustiger so."

"Lustiger? Für wen?"

"Ich konnte dich besser kennenlernen, wie du wirklich bist."

"Ich bin so, wie ich bin", stelle ich klar.

"Das weiß ich jetzt auch und das gefällt mir."

Wir warten den Applaus noch ab und stellen uns dann Fragen der Presse. Ich werde dabei von Sam weitgehend abgeschirmt und, wenn ich nicht auskomme, hilft er mir. Schon bald habe ich den Dreh heraus, so unverbindlich wie möglich zu antworten.

Als der Rummel langsam abflaut und der letzte Journalist seine Fragen gestellt hat, verlassen wir zusammen den Saal über den Eingang, durch den der Präsident gekommen ist. Er plaudert noch etwas mit mir und geht dann seiner Wege.

"Ich habe noch einen Termin. Ich würde dich aber gerne zum Abendessen einladen, dann können wir über alles reden. Ich sehe dir an, dass du eine Menge Fragen hast."

"Die habe ich tatsächlich."

"Also, nimmst du meine Einladung an?"

"Gerne."

Kapitel 21

Pünktlich um 19 Uhr trete ich vor den Gästeeingang des Weißen Hauses, wo Sam bereits auf mich wartet. Ich gehe sofort auf ihn zu. Ich muss lächeln, weil ich mich ehrlich freue, ihn zu sehen.

"Darf ich noch immer Sam sagen, oder muss ich dich ab sofort mit Herr Außenminister ansprechen?", necke ich ihn.

"Wenn du das möchtest", kontert er.

"Gut, Herr Außenminister, wo fahren wir hin?"

"Ich habe einen kleinen Italiener ausgesucht. Dort kocht die Mama und es ist unglaublich gut."

"Dann wollen wir aber los, Herr Außenminister, ich habe Hunger."

Er schaut mich an und verdreht die Augen. Ich muss schelmisch lachen, weil ich genau weiß, dass er den Titel nicht mag. Er ist aber selbst schuld, warum hat er nicht klar geantwortet.

"Danke, Herr Außenminister", sage ich, als er mir die Tür aufhält.

"Lass den Außenminister", knurrt er.

"Wenn du das möchtest", grinse ich schelmisch.

"Ja, das möchte ich."

"Dann sag es doch gleich, Sam."

Vergnügt springe ich in den Fond des Wagens und er kommt mir hinterher. Wenig später setzt sich die Wagenkolonne in Bewegung.

"Muss das sein, mit den drei Autos? Da fällt man doch nur noch mehr auf."

"Jeder Minister und einige hochgestellte Persönlichkeiten sind mit einem solchen Konvoi unterwegs, der Präsident sogar mit noch mehr Fahrzeugen. Da fallen wir zwei nicht auf, zumindest nicht in Washington."

"Aber ich mag das nicht."

"Es ist Vorschrift."

"Für dich als Minister, aber bei mir muss der Aufwand nicht sein."

"Und ob. Du bist wichtig."

"Ich?"

"Ja, du! Ich werde es dir beim Essen erklären."

"Dann muss das Essen aber besonders gut sein", grinse ich.

"Das ist es, dafür bürge ich."

Den restlichen Weg legen wir schweigend zurück. Jeder von uns hängt seinen eigenen Gedanken nach. Bei mir ist das zumindest der Fall, ich denke Sam geht es ähnlich.

Bei mir dreht sich alles darum, wie sich mein Leben verändert hat. Wenn ich ehrlich bin, ist mir das alles viel zu viel Aufwand für meine Person. Meine Pflichten als Agentin bzw. Model waren nicht sonderlich berauschend, aber ich habe es für mein Land gemacht und eingesehen, dass es eben meine Pflicht war.

Aber jetzt in diesem Luxus zu schwelgen und nichts Produktives zu leisten, das widerstrebt mir. Ich wohne nicht in einem Zimmer, es ist eine ganze Wohnung. So groß war nicht einmal die Wohnung, in der ich zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder gewohnt habe, bevor ich meine Ausbildung zur Agentin begonnen habe.

Vor allem aber war die Wohnung nicht so luxuriös ausgestattet und ich hatte nicht fünf Bedienstete, die sich nur um mich zu kümmern haben. Dazu kommen noch die beiden Sicherheitsleute, die vor meiner Tür Posten beziehen.

"Wir sind da", reißt mich Sam aus meinen Gedanken.

In dem Moment wird auch schon meine Tür geöffnet. Ich steige auf der einen Seite aus, Sam auf der anderen. Von zwei Sicherheitsleuten geschützt gehen wir auf die Tür eines kleinen Restaurants zu. Dabei frage ich mich, ob ich als Agentin auch so auffällig die Gegend beobachtet habe. Ich war immer der Meinung, ich würde das deutlich diskreter machen.

Einer der Sicherheitsleute öffnet die Tür und tritt ein. Ich gehe davon aus, dass er drinnen nachschaut, ob alles in Ordnung ist. So habe ich es zumindest gelernt. Wir übrigen warten draußen und als er wieder zur Tür kommt und diese aufhält, können auch wir eintreten.

Das Lokal wirkt auf mich auf Anhieb sehr heimelig. Drinnen befinden sich etwa 10 bis 12 Tische, keiner davon ist besetzt. An der Tür, das fällt mir erst jetzt auf, war ein Schild auf dem stand "Geschlossene Gesellschaft". Wir sind also allein.

"Du hast das ganze Lokal reserviert?", frage ich Sam.

"Das mache ich immer so."

"Und das rechnet sich für den Inhaber?"

"Er verdient mit einem solchen Abend mehr, als wenn er die Bude gerammelt voll hätte."

"Und er hat nur einen Bruchteil an Arbeit", ergänze ich.

"So ist es. Wo möchtest du sitzen?"

"Ich kann wählen?", grinse ich.

"Das kannst du."

Ich nehme einen Tisch in der Ecke. Er ist groß und steht an der Wand. Ohne noch weiter zu fragen, gehe ich darauf zu und setze mich hin. Sam folgt mir und setzt sich neben mir an den Tisch. Die Sicherheitsleute hingegen bleiben zwei an der Tür und zwei neben dem Tisch stehen. Was soll das denn?

"Setzt euch an den Nebentisch und steht nicht in der Gegend herum. Esst etwas und tut so, als wärt ihr normale Gäste", fordere ich die Sicherheitsleute auf.

Sie schauen zuerst mich erstaunt und dann Sam etwas unsicher an. Offenbar ist es nicht üblich, dass sie eine solche Anweisung bekommen. Mir ist schon klar, dass dies andere Leute nicht machen. Auch bei den wenigen Einsätzen zum Personenschutz, die ich absolvieren musste, war es ähnlich. Aber warum muss das bei mir sein. Ich will Normalität.

"Sag ihnen, dass sie sich hinsetzen sollen. Sonst machen sie mich nervös."

"Aber die Vorschrift?", meint einer der Männer.

"Ach was Vorschrift. Ich habe eine ähnliche Ausbildung, wie ihr. Im Notfall weiß ich, wie ich zu reagieren habe."

"Macht, was sie sagt. Sie hat recht", gibt sich Sam geschlagen.

Die Männer schauen sich etwas unsicher an, dann setzen sie sich zwei und zwei an jeweils einen Tisch in unserer Nähe. Das ist nicht unklug, weil sie sich damit aufteilen und das Lokal aus zwei verschiedenen Perspektiven im Blick haben.

"Danke!", sage ich. "Bestellt euch auch etwas zu essen."

"Danke!", meint der Mann von vorhin. Ich aber wende mich nun an Sam.

"Nun sag schon. Was hat das alles zu bedeuten, was habt ihr mit mir vor?"

"Du hast es möglicherweise nicht so mitbekommen, aber die oberste Führung Russlands ... "

"Präsident Wasili Popov, meinst du", unterbreche ich ihn.

"Genau, Popov will unbedingt deinen Kopf. In der Ukraine und auch in der westlichen Welt bist du zum Symbol für Widerstand, Mut und Entschlossenheit geworden. Das will er brechen."

"Ich bin ein Symbol?"

"Das, was du getan hast, hat alles, was eine gute Heldengeschichte ausmacht. Das einfache Mädchen stellt sich allein und entschlossen dem allmächtigen Feind und fügt ihm schwere Niederlagen zu. Du allein gegen die Staatsmacht des Feindes. Wenn das keine Bedeutung hat."

"Mann, wie oft soll ich es noch sagen, ich hatte Glück."

"Das mag schon sein, es zählt aber das Ergebnis und das ist vernichtend für den großen Präsidenten Wasili Popov."

"Ich bin also eine Heldin und was habe ich davon."

"Du nichts, du musst aufpassen, dass du nicht zur tragischen Heldin wirst. Wenn dich die Russen in die Finger kriegen, dann ..."

"Möchtest du nicht in meiner Haut stecken", vollende ich seinen Satz. "Das wolltest du doch sagen."

"Genau das wollte ich sagen", antwortet er lächelnd. "Verstehst du jetzt, warum wir dich so schützen?"

"Na gut, das ergibt Sinn. Aber warum bin ich in den USA und nicht in meiner Heimat. Nur, weil ihr mich besser schützen könnt?"

"Nein, wir haben noch Hintergedanken."

"Unanständige?"

"Nein, wo denkst du hin", grinst er. "Obwohl ein wenig gemein sind sie, aber nicht dir gegenüber."

"Den Russen gegenüber."

"Wir haben ganz bewusst verkündet, dass du mich in allen Angelegenheiten, die mit deinem Land zu tun haben, beraten wirst. Mir ist schon klar, dass du wenig Einblick hast, was die Politik deines Landes und was Russland angeht, es geht aber vor allem um das Bild."

"Die Heldin der Ukraine an der Seite des mächtigsten Verbündeten. Verstehe."

"Ich habe sogar noch einen weiteren Gedanken. Sollte es zu einem Treffen mit meinem russischen Amtskollegen Labradorov kommen, dann bist du an meiner Seite und genießt dabei als Diplomatin einen besonderen Schutz. Die Staatsfeindin Nummer 1 darf unbehelligt nach Russland ein- und ausreisen. Weißt du, was das für eine Blamage ist?"

"Du bist mir aber ein Schlingel", grinse ich. "Wenn es ganz gut läuft, dann kommt es sogar zum direkten Aufeinandertreffen mit Popov, nehme ich an."

"Du sagst es. Wenn es besonders gut läuft."

"Das ist dann wohl psychologische Kriegsführung, nehme ich an."

"Es geht darum, den Feind zu ärgern, ihn aus der Reserve zu locken. Könnte sein, dass er sich zu etwas hinreißen lässt, was er nachher bereut."

"Ich soll ihn provozieren? Wie denn?"

"Das besprechen wir, wenn es so weit ist."

"Was machen wir bis dahin?"

"Ich denke, du könntest ein wenig Urlaub vertragen."

"Urlaub? Eine Agentin?"

"Naja, du warst nun einige Zeit im Dauereinsatz. Ein paar Tage ausspannen, um den Kopf freizubekommen, wäre doch nicht schlecht?"

"An was hast du dabei gedacht?"

"Es ist dein Urlaub. Aber ich könnte eine Reise quer durch die USA organisieren lassen."

"Mit Sicherheitsleuten?

"Natürlich, was sonst?"

"Quer durch die USA", sage ich nachdenklich, eigentlich eher für mich.

"Hast du eine bessere Idee?"

"Ich träume schon seit Jahren davon, eine Wildwasser-Kanu-Tour durch Alaska zu unternehmen."

"Eine Wildwasser-Kanu-Tour, du hast ja Wünsche."

"Ein Mädchen wird wohl noch träumen dürfen", grinse ich ihn schelmisch an.

"Ein Mädchen?", grinst er frech.

"Wie würdest du mich sonst bezeichnen?", frage ich mit einem warnenden Unterton.

"Nun ja, man müsste genauer kontrollieren ..."

"Du Sittenstrolch!", unterbreche ich ihn gespielt aufgebracht.

"Lass mich bitte ausreden", grinst er. "... aber auch schon so, gefällt mir sehr, was ich sehe."

"Jetzt ist nur noch die Frage, ob du hetero oder homo bist?", lache ich breit.

Sam wirft einen Blick zu unseren Sicherheitsleuten, die uns, wie ich nun auch sehe, weil ich hinschaue, überrascht mustern. Ich muss kichern.

"Sie sind es wohl nicht gewohnt, dass es bei einem Minister so entspannt, zugeht", flüstere ich Sam zu.

"Da geht es tatsächlich meist ernst zu. Das sind dann aber immer ältere Männer, mit denen ich es zu tun habe."

"Sorry, dass ich damit nicht dienen kann", lache ich erneut.

"Du kannst mir glauben, ich bin mehr als zufrieden damit, wie es gerade ist."

"Also bist du hetero", necke ich ihn weiter.

"Aber so was von", grinst nun auch er.

"Und dir gefällt, was du siehst? Hast du das gesagt?"

"Das habe ich gesagt und auch so gemeint."

"Flirten sie mit mir, Herr Minister?"

"Ist das verboten?"

"Ich weiß nicht. Spricht etwas dagegen?"

"Ich bin nicht dein Vorgesetzter, du bist ja nicht einmal amerikanische Staatsbürgerin. So gesehen, darf ich."

"Ich bin aber deine Beraterin."

"Ja, das könnte ein Problem sein. Aber du bist bald auf Urlaub."

"In Alaska?"

"Willst du das wirklich oder hast du mich nur necken wollen?"

"Ich meine das ernst."

"Allein?"

"Du kannst mich ja begleiten."

"Durch Alaska?"

"Warum nicht?"

"Es ist tatsächlich verlockend. Kann ich dir morgen eine Antwort geben. Ich muss schauen, ob ich mich freimachen kann."

"Aber ohne Sicherheitsleute!"

"Das geht nicht!"

"Warum nicht? Glaubst du, in der Wildnis Alaskas lauert uns jemand auf?"

"Es ist Vorschrift."

"Pfeif doch einmal auf die Vorschrift. Ich will die Natur erleben, ich will mich endlich wieder einmal frei und selbstbestimmt fühlen. Da kann ich doch nicht vier Aufpasser um mich haben."

"Ich schaue, was sich machen lässt. Aber einfach wird das nicht, wenn niemand auf den Außenminister aufpasst."

"Es passt doch jemand auf dich auf."

"Wer denn?"

"Ich!"

"Du?"

"Ich bin auch für den Personenschutz ausgebildet."

"Aber du bist keine amerikanische Agentin."

"Ich gehöre aber einer befreundeten Nation an."

"Mal sehen."

Kapitel 22

Vier Tage später ist es schon soweit. Wir brechen auf. Sam hat es geschafft, sich eine Woche freizuschaufeln und kommt tatsächlich mit. Ihn scheint die Abenteuerlust gepackt zu haben, denn er ist sichtlich aufgeregt. Ich habe allerdings den Verdacht, dass er es auch macht, um bei mir zu sein.

Die vier Tage sind allerdings sehr schleppend vorbeigegangen. Sam musste mehr als sonst arbeiten, weil er die Arbeit, die für die Zeit seiner Abwesenheit eingeplant war, zum Teil ausgleichen musste. Vor allem ging es um Termine und Besprechungen. Zu meinem Leidwesen haben wir uns aus diesem Grund nur einmal kurz gesehen, um einen Kaffee zu trinken. Dabei hat er mich über die Planung unserer Reise informiert.

Ansonsten haben wir nur telefoniert. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich zwischen uns eine Vertrautheit aufgebaut hat, die ich bisher bei kaum einem anderen Menschen so empfunden habe. Ich finde es aber sehr schön, jemandem so nahe zu sein.

Von Washington aus fliegen wir nach Anchorage in Alaska. Dort steigen wir in einen Hubschrauber und schon geht es weiter. Da wir mit Militärmaschinen fliegen, sind wir allein an Bord, allein mit den Sicherheitsleuten. Ich habe zwar Sam gegenüber anfangs meinen Wunsch geäußert, allein gehen zu dürfen, habe darauf aber keine konkrete Antwort bekommen und die Anwesenheit der Männer während der Anreise lässt mich vermuten, dass mein Wunsch nicht in Erfüllung geht. Das ist für mich der einzige Wehrmutstropfen.

"Da sind wir", ruft uns der Pilot zu.

Irgendwo mitten in der Wildnis setzt er zur Landung an. Neben einem Fluss, der sich perfekt für eine Kanufahrt eignet, liegt eine Lichtung, auf der er den Vogel gekonnt zu Boden bringt. Als die Rotoren stehen, steigen wir aus. Die Sicherheitsleute holen aus einem Gepäckfach zwei große Rucksäcke, zwei Kajaks und die Paddel heraus.

"Wir haben alles besorgt, was sie uns aufgetragen haben", sagt einer der Sicherheitsleute zu mir. Er scheint das Sagen zu haben.

"Nur zwei?", frage ich überrascht.

"Du wolltest doch allein sein - mit mir", grinst Sam.

"Passen sie mir aber gut auf den Herrn Außenminister auf", meint der Sicherheitsmann ernst.

"Bekomme ich Waffen?", frage ich. "Darauf bin ich nicht vorbereitet."

"Was brauchen sie?", will der Sicherheitsmann wissen.

"Ein Messer für den Stiefel, eines am Gürtel und eine Pistole."

"Das reicht? Wir hätten noch ein Gewehr."

"Das ist zu sperrig."

"Gut, wenn sie meinen."

Er reicht mir das Gewünschte. Ein Messer mit einer 30 cm langen Klinge verschwindet mit einem passenden Schutz in meinem Stiefel. An einem Gürtel befinden sich ein kleineres Messer und ein Revolver. Dieser ist klein, handlich und einfacher in der Anwendung als eine Dienstwaffe des Secret Service. Er ist zudem nicht so empfindlich, wie eine moderne Pistole. Ein Revolver funktioniert auch dann noch, wenn er im Wasser lag.

"Wem glaubst du, dass wir in dieser Wildnis begegnen?", will Sam überrascht wissen.

"Man muss auf alles vorbereitet sein", sagen ich und der Mann vom Secret Service wie aus einem Mund.

Wir schauen uns an und brechen in Lachen aus. Sam grinst auch.

"Darin seid ihr euch jetzt einig", meint er lachend.

"Sicherheitsleute sind überall gleich", antworte ich vergnügt. Dafür ernte ich einen belustigten Blick des Mannes vom Secret Service.

"Was?", frage ich.

"Bei uns sind die Frauen nicht so hübsch", antwortet er. Dabei wird er sogar etwas rot. Deshalb belasse ich es dabei und antworte nicht darauf.

"Wir gehen also allein?"

"Ja, du wolltest deine Ruhe haben."

"Zu zweit macht es einfach mehr Spaß. Wie willst du mit dem Kajak einen wilden Fluss hinunterfahren und hast vier Sicherheitsleute hinter dir?"

"Da muss ich ihr recht geben", meint der Sicherheitsmann.

"Du hast, wie immer recht", grinst nun auch Sam. "Dann wollen wir mal!"

"Von mir aus können wir los", antworte ich.

"Machts gut, Leute!", ruft er den Sicherheitsleuten und dem Piloten zu. "Wir sehen uns dann weiter unten am See."

Er winkt noch einmal schnell den anderen zu und legt seinen Arm um meine Taille. Dann will er losmarschieren.

"Halt, mein Freund!", bremse ich ihn aus. "Jeder nimmt seinen Rucksack und sein Kajak."

Etwas irritiert schaut er sich um. Er ist es offenbar gewohnt, dass man ihm seine Sachen hinterherträgt. Hier wird draus natürlich nichts!

"Oh, sorry!"

Es ist ihm sichtlich peinlich. Deshalb nimmt er hastig seine Sachen und macht sich auf zum Fluss. Ich nehme meinen Rucksack in aller Ruhe auf die Schultern und lass ihn etwas vorgehen.

"Danke für das Vertrauen", sage ich zu den Sicherheitsleuten.

"Es hätte eh keiner von uns mitkommen wollen. Wer stürzt sich schon freiwillig einen wilden Fluss hinab", grinst ihr Chef. "Mach´s gut und pass auf ihn auf."

"Das mache ich. Versprochen!"

Damit setze ich mich in Bewegung. Ich bin froh, endlich ein wenig Normalität und Ruhe zu haben. Seit ich meine Ausbildung begonnen habe, bin ich so gut wie ständig unter Beobachtung. Hier werde ich endlich abschalten können.

Ich hole Sam ein, der am Ufer sein Kajak absetzt und sich etwas fragend nach mir umschaut.

"Du hast das aber schon einmal gemacht?", frage ich.

"Ja, aber es ist einige Zeit her."

"Gut, dann bist du zumindest kein völliger Neuling."

"Das nicht", lacht er.

Auch ich setze mein Kajak ab und nehme die Karte zur Hand. Ich schaue sie mir an, studiere die Route und lege mir einen Plan zurecht.

"Heute sollten wir mindestens bis hierher kommen", sage ich und zeige auf eine Stelle auf der Karte.

"Das ist eine ganz schöne Strecke", meint er.

"Wenn wir innerhalb der geplanten Woche ans Ziel kommen wollen, müssen wir uns ranhalten."

"Ich dachte, es wäre Urlaub und kein Wettrennen."

"Deine Leute haben die Strecke ausgesucht", halte ich dagegen.

"Auch wieder wahr", grinst er.

Inzwischen haben wir die Boote zu Wasser gelassen und steigen ein. Der Rucksack am Rücken ist etwas hinderlich, aber anders können wir unser Gepäck nicht mitnehmen.

"Bist du soweit?", rufe ich Sam zu.

"So bereit, wie man sein kann."

Damit stoße ich mich ab und er tut es mir gleich. Ich suche die Ideallinie und lasse mich zunächst vom Wasser treiben. Ich will mir anschauen, wie er sich schlägt.

Am Anfang hat er sichtlich Mühe, sein Kajak zu steuern. Er kann aber offenbar recht schnell seine früheren Erfahrungen abrufen und verbessert sich zusehends. Ein echter Profi ist er allerdings noch nicht.

Immer wieder schaue ich zurück und kontrolliere, was er macht. Ich bin in einem Dilemma. Wenn ich mich hinter ihn zurückfallen lasse, könnte ich ihn besser im Auge behalten, wenn ich aber vorne bin, kann ich die Ideallinie suchen und vorgeben. Außerdem kann ihn dann besser retten, sollte er ins Wasser fallen und abgetrieben werden.

Ich entscheide mich, vorne zu bleiben und drehe mich eben öfter mal um. Das fällt irgendwann auch ihm auf.

"Du musst nicht ständig schauen, was ich mache und wo ich bleibe", beklagt er sich.

"Ich schaue dich nur so gerne an", gebe ich Kontra.

"Ja, ja! Sicher!", lacht er.

Es ist für mich zwar etwas anstrengend, weil ich auch voll konzentriert bleiben muss, aber ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen einfacher wird.

Zu Mittag suche ich eine seichtere Stelle und lasse mich ans Ufer treiben, um an Land zu gehen. Sam schafft es auch und wir setzen uns ins Gras. Ich hole etwas zu Essen aus meinem Rucksack und bereite ein einfaches Mahl vor. Sam wirkt etwas müde.

"Wie geht es dir?", frage ich vorsichtig.

"Wenn ich gewusst hätte, wie anstrengend das ist, hätte ich es mir vermutlich noch einmal überlegt."

"Weichei!", necke ich ihn.

"Dass dir so etwas nichts ausmacht, das ist mir klar. Du bist trainiert."

"Bei meinem Beruf ist das wichtig."

"Warum lasse ich mich auch mit einer Agentin ein."

"Du hast dich mit mir eingelassen?", frage ich süffisant lachend.

"Sind wir nicht Freunde?", kontert er.

"Was verstehst du darunter?"

"Jetzt sind wir auf schwierigem Terrain", meint er ausweichend.

"Was bin ich für dich?", bleibe ich beim Thema.

"Können wir das heute Abend am Lagerfeuer in Ruhe besprechen? Ich denke, dafür ist die Mittagspause zu kurz, wenn wir das Ziel erreichen wollen, das du vorgegeben hast."

"Ist die Frage so schwierig?"

"Eigentlich ist sie einfach, aber ich weiß noch nicht, wie ich es ausdrücken soll und wie du reagierst."

"Gut, dann ab ins Wasser und weiter! Wir reden heute Abend."

Mich würde tatsächlich interessieren, was das zwischen uns ist. So, wie er sich abmüht, muss es ihm wichtig sein, Zeit mit mir zu verbringen. Dafür bringt er ein großes Opfer, wie ich sehe.

Der Nachmittag verläuft ähnlich, wie der Vormittag. Da er aber zusehends sicherer wird, muss ich mich nicht mehr so oft umdrehen und kann mich mehr auf den Fluss konzentrieren. Dieser ist gar nicht so schlecht ausgewählt, denn der Teil, den wir am ersten Tag zurücklegen müssen, ist relativ einfach und damit ideal, um sich an die Herausforderung zu gewöhnen.

Ich hoffe allerdings, dass es weiter flussabwärts anspruchsvoller wird. Ich mache mir zwar ein wenig Sorgen, ob Sam dann nicht doch überfordert sein könnte, für mich aber brauche ich einen Teil, der eine Herausforderung darstellt, wo ich ordentlich gefordert werde.

Als wir unser Tagesziel erreichen, ist es noch hell. Wir hätten noch etwa eine Stunde weiterfahren können. Ich bin aber froh, dass wir uns ausruhen können. Für Sam war der Tag auch so schon lang und anstrengend genug.

Da wir Zeit haben, hole ich einen Angelhaken und eine passende Schnur heraus und werfe einen Köder aus. Schon kurze Zeit später spüre ich, wie an der Schnur gezogen wird und ziehe sie heraus. Am Haken zappelt ein Fisch, der für uns beide reichen müsste.

Ich nehme ihn aus, besorge mir einen passenden Ast, auf dem ich ihn aufspieße und lege ihn über das Feuer, das Sam inzwischen entfacht hat. Ich bin positiv überrascht, dass er dies aus eigener Initiative gemacht hat.

Da nicht mehr viel zu tun ist, setze ich mich neben dem Feuer ins Gras. Der Fluss ist etwa 10 Meter von uns entfernt, die Luft ist etwas frisch, aber immer noch angenehm. Sam scheint unsicher zu sein, setzt sich dann aber direkt neben mich.

"Du willst wissen, was du für mich bist", beginnt er.

Ich bin überrascht, dass er von sich aus das Thema wieder anspricht. Ich hätte erwartet, dass ich ihn darauf bringen müsste. Er ist also nicht der typische Mann, der nicht über seine Gefühle sprechen will.

"Ja, das würde mich interessieren."

"Was bin ich für dich?", kontert er.

"Ich fühle mich in deiner Nähe wohl, sehr wohl sogar. Ich spüre zwischen uns eine Vertrautheit, die sehr angenehm ist. Ich war noch nie wirklich verliebt, aber ich denke, das könnte es sein."

"Du bist in mich verliebt?", erkundigt er sich überrascht.

"Ja, warum nicht?"

"Du in mich?"

"Ja, warum bist du so überrascht?"

"Du bist die absolute Traumfrau und verliebst dich in einen durchschnittlichen Mann, wie mich?"

"Du bist ganz und gar nicht durchschnittlich und ob ich die Traumfrau bin, kann ich nicht beurteilen. Hat nicht jeder eine andere Vorstellung von seinem Traumpartner?"

"Du bist hübsch, du bist klug, du stahlst eine Wärme aus, wie ich sie selten bei einer Frau gesehen habe."

"Ich strahle Wärme aus? Ich?"

"Ja! Warum bist du so überrascht?"

"Man nannte mich bei der Ausbildung den Eisblock."

"Warum?"

"Weil ich keine Emotionen gezeigt habe und bei keiner Aktion habe Mitleid aufkommen lassen. Ich habe einfach nur mein Ding durchgezogen, behaupten zumindest die anderen."

"Dann bist du entweder mir gegenüber anders oder sie haben dich nicht mit meinen Augen gesehen."

Ich bin gerührt. Ich habe mich auch selbst immer für wenig empathisch gehalten. Immerhin habe ich, ohne mit der Wimper zu zucken, dafür gesorgt, dass Raketen in das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte einschlagen und ich habe den Peilsender an der Plattform im Schwarzen Meer angebracht. Mir war dabei egal, ob Menschen sterben. Ich hatte eine Mission und habe diese durchgezogen.

"Aber ich habe, ohne zu zögern, in Kauf genommen, dass Menschen sterben, viele Menschen sogar."

Er legt den Arm um mich und zieht mich zu sich. Ich lasse es widerstandslos geschehen und lege meinen Kopf auf seine Schulter, dankbar für seine Nähe.

"Du warst im Krieg. Da ist manches anders", meint er tröstend. "Außerdem zeigt mir der Umstand, dass du es erwähnst, dass es doch nicht so spurlos an dir vorüber gegangen ist. Du bist kein Eisblock."

"So habe ich das noch nie gesehen."

"Du musstest funktionieren und das hast du. Dabei hast du deine Gefühle zurückgedrängt, aber nicht ausgeschaltet. Du bist ein mitfühlender Mensch und ja, ich liebe dich auch."

Als er dies sagt, hebe ich überrascht meinen Kopf und schaue ihn an. Ich fixiere seine Augen und sehe darin unglaublich viel Wärme und Nähe. Wie ferngesteuert, aus einem inneren Bedürfnis heraus, bewegen sich meine Lippen auf seine zu. Auch er bleibt nicht untätig und kommt mir entgegen.

Als sich unsere Lippen begegnen und aneinander festsaugen, ist es das schönste Gefühl, das ich je erlebt habe. Ich lasse mich bereitwillig auf den Kuss ein, der sehr zaghaft beginnt. Sam aber wird zunehmend fordernder und verlangt auch Einlass mit seiner Zunge, den ich ihm bereitwillig gewähre.

Die Welt um uns herum verschwimmt, mir ist egal, wo wir sind. Es gibt nur noch Sam und mich. Vorsichtig streicht eine seiner Hände über meinen Rücken, meine hingegen liegt auf seiner Brust.

Erst nach einer ewig langen Zeit lösen wir uns voneinander. Der Duft von gebratenem Fisch steigt uns in die Nase und das Knurren unsere Mägen ist auch kaum noch zu überhören.

"Wir sollten zunächst essen", meint Sam.

"Der Hunger siegt?", grinse ich.

"Beides ist Hunger", kichert er. "Hunger nach Nahrung und Hunger nach dir!"

Wir machen uns über den Fisch her. Er schmeckt köstlich und wir genießen ihn. Dabei schauen wir uns ständig an und lächeln ein wenig dümmlich. Ein Außenstehender würde kaum glauben, dass wir zwei erwachsene Menschen und keine Teenager mehr sind.

Wir waschen unsere fettigen Finger im Fluss ab und kehren zur Feuerstelle zurück. Sam scheint etwas unsicher zu sein.

"Wir können die Schlafsäcke zusammenhängen, dann ist es, wie ein Doppelbett", schlage ich vor.

"Bist du dir sicher?"

"Ich habe ein Modell ausgewählt, von dem ich weiß, dass man das machen kann", grinse ich.

"Du hattest schon immer vor, dass wir die Schlafsäcke zusammenhängen?"

"Es war nicht geplant, aber ich wollte mir diese Möglichkeit offen lassen. Ich habe auf meine Gefühle gehört."

"Das hast du gut gemacht", grinst er.

Wir kontrollieren noch einmal das Feuer und beschließen, es einfach niederbrennen zu lassen. Da wir die Feuerstelle mit Steinen ausgelegt haben, besteht keine Gefahr, dass etwas passieren könnte.

Wir bereiten die Schlafsäcke vor und beginnen uns auszuziehen. Ich lasse nur noch mein Höschen an und schlüpfe hinein. Belustigt beobachte ich, wie sich auch Sam die letzten Kleider auszieht und ebenfalls nur mit der Unterhose bekleidet zu mir in den Schlafsack kommt.

Es ist zwar genügend Platz, aber unsere Körper berühren sich, weil wir uns suchen. Erneut finden sich unsere Lippen und wir versinken sofort wieder in einem sehr innigen Kuss. Diesmal allerdings schlingen sich auch unsere Beine um den Körper des anderen, unsere Hände streichen über die nackte Haut und rufen damit sehr intensive Empfindungen hervor.

Schon bald könnte man meinen, wir seien ein einziger Knoten, ein in sich verschlungener Körper. Als ich seine Hand an meinem Hintern spüre, drücke ich ihm meinen Po entgegen und fasse dadurch den Mut, meine Hand hinter seine Short gleiten zu lassen.

Langsam und voller Erwartung schieben sich meine Finger weiter hinein. Mit Spannung warte ich auf den Moment, in dem ich endlich seine Männlichkeit berühre. Zuerst spüre ich nur eine runzelige Haut, an der ich mich entlangtaste und schließlich den gesamten Schwanz in der Hand halte.

Als ich ihn berühre, spüre ich, wie er zuckt, vor Erregung. Wenig später beginnt er auch schon zu wachsen. Hastig ziehe ich seine Short nach unten, damit ich Platz bekomme und er nicht mehr so eingeengt ist. Sam hilft mir dabei und zieht die Unterhose ganz aus.

Nun aber macht sich seine Hand auch an meinem Höschen zu schaffen und auch ich komme ihm zu Hilfe. Wenig später sind wir beide nackt. Noch bevor ich den Tanga über den zweiten Fuß streifen kann, spüre ich bereits seine Finger zwischen meinen Beinen. Sie erkunden meine Scham und beginnen sanft, meinen Kitzler zu stimulieren.

Sam scheint es nicht mehr erwarten zu können. Er reizt mich und hat damit auch Erfolg. Im Nu bin ich feucht und voller Erwartung. Er versteht es, mich zu erregen und mein Verlangen zu wecken und zu steigern.

Ich stöhne erregt auf, als er einen Finger in mich gleiten lässt. Ganz automatisch presse ich die Schenkel zusammen, weil ich ihn festhalten will. Er soll nie mehr aus mir herausrutschen.

Er schafft es allerdings doch und ich fühle mich augenblicklich leer und verlassen. Zum Glück schiebt er den Finger sofort wieder tief in mein Inneres und verschafft mir damit erneut wunderbare Empfindungen. Gierig recke ich ihm mein Becken entgegen.

Ich hingegen wichse seinen inzwischen hammerharten Schwanz. Auch er drückt mir sein Becken entgegen und bietet sich mir bereitwillig an.

"Ich kann mich nicht mehr zurückhalten", knurrt er schließlich.

"Dann tu´s nicht!", antworte ich.

"Echt?"

"Ja, echt!", grinse ich.

Er wälzt sich mühsam über mich und schiebt mir langsam und vorsichtig seinen Prügel in die Spalte. Es fühlte sich herrlich an, von ihm erobert, von ihm geweitet und ausgefüllt zu werden. Er dringt tief in mich ein und presst damit sämtliche Luft aus meinen Lungen. Aber ich genieße es, wie selten zuvor. Es ist so unglaublich schön und erregend.

Ich versuche, so gut es im Schlafsack geht, die Beine um seine Hüfte zu schlingen, und gebe mich seinen süßen Stößen hin. Diese sind zunächst vorsichtig und sachte, werden aber zunehmend entschlossener und am Ende hämmert er voller Lust und Verlangen seinen Schwanz tief in meinen Unterleib.

Mit jedem Stoß steigt auch bei mir die Erregung. Ich habe es noch nie derart genossen, gevögelt zu werden. Aber auch Sam scheint im siebten Himmel zu sein. Er gibt sich seiner Lust hin und in seinem Gesicht kann ich deutlich erkennen, wie er es in vollen Zügen genießt.

Ich überlege, ob wir einen Stellungswechsel probieren sollten, aber aufgrund der Enge im Schlafsack verzichte ich drauf und lasse ihn weitermachen, wie bisher.

Es dauert dann auch nicht mehr lange und er presst sich ein letztes Mal tief in mich hinein. Dort verharrt er und flutet wenig später meinen Körper. Es ist eine beachtliche Menge, die er Schub um Schub in mein Inneres pumpt.

Damit aber reißt er auch mich mit und auch ich komme zum Höhepunkt. Ein gewaltiger Orgasmus baut sich auf und rollt über mich drüber Er lässt meinen Körper unter heftigen Kontraktionen erzittern. Eine gefühlte Ewigkeit bin ich wie weggetreten und lasse mich einfach fallen. Ich bekomme nichts mehr mit, was um mich herum geschieht.

Als die Nachbeben langsam nachlassen, kehre ich allmählich in die Realität zurück. Sam liegt neben mir und schaut mich lächelnd an. Er stützt den Kopf dabei auf seinem Ellbogen auf.

"Erde an Ana, Erde an Ana", grinst er.

"Bin ja wieder da."

"Du warst komplett weggetreten."

"Du hast mich in eine andere Galaxie gevögelt."

Er lacht und küsst mich. Als ich aber spüre, wie seine Säfte aus mir herausfließen, löse ich mich von ihm, klettere schnell aus dem Schlafsack und eile zum Fluss, um mich zu waschen.

Als ich zurückkomme, schaut mich Sam schmunzelnd an und mustert mich von oben bis unten. Ich weiß genau, was er denkt.

"Hier kann mich keiner sehen", lache ich.

"Doch ich und ich genieße es."

"Gefällt dir der Urlaub?"

"Und wie!", bestätigt er.

"Siehst du, wie gut es ist, dass wir auf Sicherheitsleute verzichtet haben?", kichere ich.

"Es hat seine Vorteile", grinst auch er.

Wir krabben erneut in den Schlafsack und kuscheln uns eng aneinander. Ich genieße die Zweisamkeit und gleite schließlich in einen angenehmen Schlaf.

Kapitel 23

Ich erwache eng umschlungen. Was ist hier los? Ich bin sofort angespannt. Etwas stimmt nicht. Als ich aber sehe, auf wem ich liege und wer mich festhält, entlockt mir das ein zufriedenes Lächeln und ich entspanne mich augenblicklich. Sams Brust hebt und senkt sich regelmäßig. Es ist klar, er schläft noch.

Vorsichtig löse ich mich aus seiner Umklammerung, öffne vorsichtig den Schlafsack und schlage ihn zurück, um den nötigen Freiraum zu haben. Dann krabble ich vorsichtig zu seiner Körpermitte und betrachte seinen noch schlafenden Freund.

Ganz sachte fahre ich mit der Zunge darüber. Als Sam sich nicht rührt, werde ich mutiger und wiederhole mein Tun, erst einmal, dann ein zweites Mal und dann immer öfter. Sein Bolzen fängt langsam an, zu wachsen. Mein Tun bleibt also nicht ohne Wirkung.

Als ich seine Eichel in den Mund gleiten lasse und daran nuckle, entlocke ich Sam damit ein leises Stöhnen. Daraufhin sauge ich etwas stärker und auch sein Stöhnen wird lauter. Sein bestes Stück stellt sich immer weiter auf und ragt schließlich senkrecht in die Höhe.

Nun kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich lasse seinen Pfahl tiefer in meinen Mund gleiten und als ich spüre, dass eine Hand sich auf meinen Hinterkopf legt, mich auf seinen Prügel drückt und er damit noch tiefer in meinen Rachen eindringt, ist mir klar, dass Sam nun wach ist.

Einen Moment warte ich, ob er mich vögeln will, mache aber trotzdem langsam weiter. Als er jedoch ruhig liegen bleibt, ist mir klar, dass er mein Tun genießt und sich einfach nur, mir hingeben will. Ich bemühe mich nun deutlich mehr, ich sauge stärker und lasse ihn tiefer in meinen Schlund hinab.

Das alles zeigt Wirkung. Sam wird zusehends erregter, sein Stöhnen geht in ein Keuchen über, er richtet sich etwas auf und schließlich packt er meinen Kopf, drückt ihn auf seinen Steifen und entlädt sich auch schon wenig später tief in meinen Schlund.

Keuchend fällt er auf den Schlafsack zurück und auch ich muss erst einmal wieder Luft holen. Wir sind beide ein wenig außer Atem. Aber ich kuschle mich an ihn und wir küssen uns. Dass ich noch nach seinem Sperma schmecken muss, scheint ihm nichts auszumachen. Zumindest sagt er nichts.

"Wir sollten uns langsam wieder auf den Weg machen", sage ich nach einer Weile. "Wir haben auch heute eine beachtliche Strecke vor uns."

"Am liebsten würde ich die ganze Woche hierbleiben", meint er verträumt.

"Und vögeln, was das Zeug hält", lache ich.

"Wenn du es so sagst, klingt das fast schon unanständig", kichert er. "Ist es aber nicht."

"Natürlich ist es das nicht", grinse auch ich.

Schlussendlich machen wir uns dann doch auf den Weg. Die Tagesetappe, die ich eingeplant habe, ist ganz schön lang. Aber wir kommen gut voran. Sam wird immer sicherer mit dem Kajak und übernimmt zeitweise sogar die Führung.

Zu Mittag suchen wir eine passende Stelle, um eine Pause einzulegen. Wir sind gut vorangekommen und können es uns leisten. Trotzdem machen wir uns bereits eine halbe Stunde später wieder auf den Weg.

Wir müssen zunächst eine Stromschnelle überwinden, die uns einiges an Kraft und Konzentration abverlangt. Dann aber wird der Fluss ruhiger und es geht entspannt weiter. Sam ist nur knapp vor mir. Immer wieder schaut er sich zu mir um und lächelt mich an.

Ich lächle dann zurück, halte meine Augen aber ständig auf den Fluss gerichtet. Ich will mir keine Unachtsamkeit leisten.

Als sich mein Begleiter wieder einmal umdreht und wir uns zulächeln, wird mir schlagartig bewusst, dass weiter vorne etwas nicht stimmt. Ich wittere die Gefahr förmlich. Alle Haare an meinem Körper stellen sich auf.

"Fahr sofort rechts ran!", rufe ich ihm zu.

Er aber scheint mich nicht zu verstehen und winkt mir sogar noch übermütig zu. Langsam werde ich unruhig. Ich winke mit den Armen und deute auf die rechte Seite. Inzwischen ist mir klar, was nicht stimmt. Vor uns taucht ein Wasserfall auf.

"Fahr sofort rechts ran!", wiederhole ich mich.

Obwohl ich brülle, so laut ich kann, hört er mich offenbar nicht. Das Getöse des Wassers ist lauter als sonst, viel zu laut. Mich wundert, dass ihn das nicht stutzig macht.

Ich beschleunige, was ich kann, und schließe allmählich zu ihm auf. Aber da sind wir schon gefährlich nahe an der Kante des Wasserfalls, der vor uns in die Tiefe donnert. Als Sam das endlich bemerkt, gefriert ihm das Lachen im Gesicht.

Verzweifelt versucht er gegen die Strömung anzurudern, es hilft aber nur wenig. Scheiße, was mache ich jetzt? Ich sehe keinen anderen Ausweg, als in den Fluss zu springen, mein Boot an einem Stein notdürftig zu befestigen und zu ihm zu schwimmen.

Ich gebe alles und erreiche ihn kurz vor der Kante, an der das Wasser mit viel Getöse in die Tiefe donnert. Der Wasserfall ist ganz schön hoch. Wenn wir da hinabstürzen, wäre es fraglich, ob wir überleben.

Ich packe beherzt die kurze Kette an der Spitze des Kajaks und halte es daran fest, so gut ich kann. Wenn ich es jetzt nicht schaffe, sind wir beide weg.

Mit letzter Kraft halte ich mich an einem größeren Stein fest. Das Kajak dreht sich um und die hintere Spitze ragt bereits über den Abgrund hinaus.

"Komm vorsichtig zu mir!", fordere ich Sam auf.

"Ich soll aussteigen?"

"Ja, aber so, dass du dich an mir festhalten und zum Stein klettern kannst", fordere ich ihn auf.

Er schaut mich äußerst unsicher an. Ein ängstlicher Blick hinaus über die Kante überzeugt ihn dann aber. Er klettert vorsichtig aus dem Boot, hangelt sich daran bis zu mir und schaut mich ratsuchend an.

"Halte dich an mir fest, versuch auf meine andere Seite zu kommen und strecke deine Hand nach dem Stein aus. Versuch dort Halt zu finden und hochzuklettern", fordere ich ihn auf.

"Das wird zu viel für dich!"

"Nein, das schaffe ich. Wir haben keine andere Möglichkeit. Aber beeile dich!"

Etwas skeptisch dreinschauend macht er, was ich ihm sage. Er hält sich an meinem Arm fest und hangelt sich daran bis zu meinem Körper und von dort aus an meinem zweiten Arm weiter, bis zum Stein. Ich muss die Zähne zusammenbeißen und zeitweise habe ich den Eindruck, dass ich es tatsächlich nicht mehr schaffe. Aber ich kralle mich mit aller Kraft am Stein fest und halte Gott sei Dank durch.

Als Sam sich endlich am Stein festhält, kann auch ich mich näher heranziehen und das Boot mit Mühe zwischen zwei Steine klemmen. Wir klettern aus dem Wasser und bleiben auf dem Felsbrocken sitzen, um den herum der Wildbach tobt.

Wir brauchen beide ein paar Minuten, um wieder zu Atem zu kommen. Dabei sagt keiner von uns beiden ein Wort. Es ist nicht die Zeit, darüber zu reden. Wir sind noch nicht in Sicherheit. Deshalb schaue ich mich suchend um, wie wir ans Ufer gelangen könnten.

Es wird nicht leicht, aber wir haben eine Chance. Zum Glück habe ich in meinen Rucksack, der mich bei meiner Aktion im Wasser zwar etwas behindert hat, nun aber wichtig ist, ein Kletterseil eingepackt. Ich hole es nun hervor und befestige das eine Ende am Stein. Dann ziehe ich den Rucksack aus.

"Ich schwimme jetzt zum Ufer und befestige das andere Ende des Seils an einem Baum. Dann komme ich wieder hierher und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zurück ans Ufer", weise ich Sam an.

"Das ist zu gefährlich."

"Schwierig ist nur der erste Teil", halte ich dagegen.

"Aber ich habe Angst um dich!"

"Wir haben keine andere Wahl! Oder willst du hier im Fluss sitzen und warten?"

Sein Blick spricht Bände. Ihm ist klar, dass wir hier wegkommen müssen und, dass er es allein nicht schaffen kann. Wenn, dann kriege ich es hin und er kann dann mit Hilfe des Seiles ans Ufer.

"Keine Sorge, ich bin auch darauf trainiert", versuche ich ihn zu beruhigen.

Ein wenig habe ich geflunkert. Wir wurden nicht auf eine solche Situation trainiert, aber wir haben einige Stunden Klettertraining in zum Teil extremen Situationen absolviert. Mit diesem Training habe ich eine reelle Chance, den Weg ans Ufer zu schaffen.

Ich drücke ihm das Seil in die Hand, binde mir das Ende, das um den Baum muss, um den Bauch und weise ihn an, langsam das Seil abzuwickeln, damit es nicht zu weit durchhängt, mich aber auch nicht behindert.

"Das wird schon gutgehen", beruhige ich ihn noch einmal.

Ich drücke ihm einen Kuss auf die Lippen und springe in die Fluten. Ich muss alle Kraft aufbringen, gegen die reißende Strömung anzukämpfen und, um nicht abgetrieben zu werden, aber ich schaffe es. Ich lege die Strecke in Teilen zurück, indem ich mich von Stein zu Stein weiterarbeite. Es ist ausgesprochen anstrengend aber nach einer gefühlten Ewigkeit erreiche ich das Ufer.

Ich klettere an Land und befestige das Seil an einem dicken Baum. Ich prüfe dreimal, ob der Knoten auch fest genug ist. Ich will nicht, dass eine Nachlässigkeit uns das Leben kostet.

Da Sam sicher auf dem Stein hockt, erlaube ich mir den Luxus, eine kleine Pause einzulegen. Ich setze mich ins Gras und versuche mich erneut zu fokussieren. Dann erst mache ich mich an den Rückweg.

Da das Seil perfekt gespannt ist, stellt die Rückkehr zu Sam keine größeren Probleme dar. Als ich ihn erreiche, zieht er mich in eine feste Umarmung.

"Ich hatte solche Angst um dich!", flüstert er. Ich kann die Panik noch spüren, die ihn zuvor noch gelähmt haben muss.

"Und ich vorhin um dich!", sage ich. "Du warst dem Abgrund ganz schön nahe."

"Ich verdanke dir mein Leben", stellt er trocken fest. "Nicht mehr und nicht weniger."

"Ich habe ja versprochen, auf dich Acht zu geben", grinse ich.

"Und alles nur, weil ich nicht aufgepasst habe."

"Das ist bei Anfängern so", grinse ich.

"Du bezeichnest mich als Anfänger?"

"Als was sonst?", lache ich noch etwas lauter.

Ich küsse ihn, um zu zeigen, dass ich es nicht so ernst meine. Ich liebe diesen Mann und mir wird erst jetzt klar, ich möchte ihn um nichts auf der Welt verlieren. Meine Aktion war echt riskant, aber ich musste es machen. Eine andere Möglichkeit hätte es nicht gegeben.

"Du schaffst es, am Seil an Land zu kommen?", frage ich, nachdem wir uns gelöst haben.

"Das schaffe ich."

"Dann los."

Er nimmt seinen Rucksack wieder auf den Rücken und macht sich auf den Weg an Land. Schwierig ist das nicht, da das Seil perfekt gespannt ist und er daran ausreichend Halt findet, um nicht abgetrieben zu werden.

Als er endlich drüben ist, bringe ich die Kajaks einzeln an Land. Zum Glück kann ich mich am Seil festhalten. Anders wäre es nicht zu schaffen. Auch, wenn ich die Kajaks fest in meiner Hand halte, so versucht die Strömung doch immer wieder, sie mir zu entreißen. Es ist ein schönes Stück Arbeit, aber ich muss die Boote in Sicherheit bringen. Sie mitten im Fluss zu lassen, ist keine Option. Wir brauchen sie noch.

Erst nach der Bergung der Kajaks klettere ich noch einmal zurück, um das Seil vom Stein loszumachen. Zunächst schaut Sam etwas irritiert. Ich glaube, er checkt nicht ganz, was ich mache. Dann aber scheint es ihm bewusst zu werden.

"Spinnst du, was machst du da?"

"Ich löse das Seil."

"Wozu?"

"Wir brauchen es noch."

"Ach was, lass es zurück!"

"Wir brauchen es sicher noch, wenn wir sicher zum Fuß des Wasserfalls gelangen wollen."

"Scheiße!", meint Sam. "Das steht uns ja auch noch bevor."

Endlich habe ich das Seil, das nass ist und den Knoten, der sich wegen des Gewichtes noch enger zugezogen hat, gelöst. Ich knote es mir zur Sicherheit um die Taille und mache mich auf den Weg. Diesmal ist es leichter als das erste Mal, es ist aber schwerer als der Rückweg zum Stein, weil ich mich am Seil näher ans Ufer ziehen muss und mich nicht nur einfach daran festhalten kann.

Das Problem ist auch, dass es nicht mehr fest ist und sich damit bewegt. Ich muss darauf achten, nicht gegen Steine oder in größere Wassertiefen geschleudert zu werden.

Mit einiger Anstrengung schaffe ich es dann aber doch, an Land zu kommen. Diesmal lasse ich den Rucksack von meinen Schultern gleiten und mich ins Gras fallen. Ich bin fix und fertig.

Sam kommt zu mir und schaut mich voller Liebe an. Er lässt mir aber die Zeit, mich erst einmal zu sammeln. Nach so viel Anspannung, Kraftaufwand und Angst um ihn, brauche ich ein wenig Ruhe.

"Wir sollten heute hier lagern und morgen schauen, wie wir an den Fuß des Wasserfalls gelangen", schlage ich vor.

"Und unser Zeitplan?"

"Vergiss für heute den Zeitplan. Das wird sowieso schwierig, diesen einzuhalten. Ich hoffe nur, wir treffen nicht auf weitere Probleme dieser Art. Morgen werden wir mit dem Abstieg einiges an Zeit verlieren. Es hilft jedoch nichts, heute bereits damit zu beginnen. Das wäre unvernünftig."

"Warum?"

"Weil wir müde sind und es auch nicht mehr lang dauert, bis es dunkel wird. Ich möchte ausgeruht den Abstieg in Angriff nehmen und Zeit genug haben. Würden wir jetzt absteigen, müssten wir irgendwo auf halben Weg kampieren, vermutlich mehr recht als schlecht. Ich glaube nicht, dass das Gelände ideal dazu wäre."

Kapitel 24

Als ich am nächsten Morgen erwache, schläft Sam noch selenruhig neben mir. Wir haben die Schlafsäcke wieder zusammengefügt, an Sex war gestern allerdings nicht mehr zu denken. Ich war zu müde und er zu aufgewühlt vom Erlebten.

Ich habe nur noch schnell zwei Fische gefangen, während Sam ein Feuer entfacht hat. Während des Bratens und des Essens hätten wir Zeit genug gehabt, über das Erlebte zu reden, aber Sam ging mit keinem Wort darauf ein. Er war ausgesprochen schweigsam, vor allem für einen Politiker.

Ich nehme an, er musste das Erlebte selbst erst einmal verarbeiten. Man hängt schließlich nicht jeden Tag über einem Wasserfall und droht diesen hinabzustürzen. Aber zum Glück ist ja noch einmal alles gut ausgegangen.

"Guten Morgen, meine Schöne", reißt mich Sam aus meinen Gedanken.

"Guten Morgen", antworte ich kurz und bündig.

"Ich weiß nicht, wie ich dir danken kann."

"Wofür?"

"Du hast mir das Leben gerettet!"

"Ach das, dein Leben zu retten gehört zu meinen Aufgaben", schmunzle ich.

"Nein, Ana, mal im Ernst. Du hast mich vor dem sicheren Tod bewahrt. Du warst mutig, hast die ganze Zeit über genau gewusst, was du tun musst und was du tust. Ich bin immer noch fasziniert."

"Dafür bin ich ausgebildet."

"Das wären meine Leute auch. Aber ich bin mir sicher, keiner von denen wäre in der Lage gewesen, so effizient zu reagieren. Ich traue keinem von ihnen zu, diese Situation zu meistern."

"Reden wir nicht mehr davon. Ich habe es gern gemacht. Nicht nur weil ich es versprochen haben, sondern vor allem, weil ich dich liebe. Das ist eine Motivation, welche die anderen wohl nicht haben", antworte ich lachend.

Ich beuge mich zu ihm hinüber und gebe ihm einen Kuss. Wir lösen uns erst nach einer Weile voneinander. Sam hat mich während des Kusses fest an sich gezogen. Ich habe den Eindruck, er musste meine Nähe spüren.

"Wir sollten frühstücken und danach weiter. Wir haben einen beschwerlichen Abstieg vor uns."

"Gibt es einen Weg?", will er wissen.

"Wohl kaum. Wir befinden uns in der Wildnis."

"Schaffen wir es dann überhaupt?"

"Haben wir eine andere Möglichkeit?"

"Wir könnten uns mit dem Hubschrauber holen lassen. Wozu haben wir das Satellitentelefon?"

"Kommt nicht in Frage", wehre ich ab. "Damit ich mich nachher von deinen Leuten aufziehen lassen muss?"

"Wer hat denn die Route ausgesucht?"

"Das waren deine Leute. Von einem Wasserfall haben sie allerdings nichts gesagt."

"Das sieht ihnen wieder einmal ähnlich. Suchen sich eine Strecke auf der Karte aus und schauen nicht, ob man sie überhaupt bewältigen kann", meint er genervt.

"Ein Beamter in Washington hat doch keine Ahnung von Wildwasserkajak."

"Dann sollten sie einen Fachmann ranlassen."

"Nicht jammern, die Herausforderung annehmen. Wir schaffen das!", versuche ich ihn aufzumuntern.

"Ach, und wie? Ich bin mir nicht sicher, dass wir es zu Fuß schaffen. Die Kajaks müssen wir hier zurücklassen."

"Kommt nicht in die Tüte", protestiere ich.

"Was willst du dann machen?"

Ohne eine Antwort zu geben, gehe ich vor, bis zur Kante und schaue den Wasserfall hinab. Ich überlege einen Moment, dann mache ich mich ans Werk. Ich binde mein Kletterseil um einen Baum, fädle es bei dem Ring ein, der sich am Kajak ganz vorne befindet und mit dem man es festmachen kann. Dann lasse ich es über die Felskante rutschen und mit Hilfe des Seiles langsam nach unten.

Da ich das Seil so eingefädelt habe, dass es doppelt ist, kann ich eine Seite loslassen und es wieder hochziehen, weil es dann problemlos durch den Ring rutscht, und das Kajak von allein ausfädelt. Das war zumindest mein Plan.

Allerdings ist das Seil nicht lang genug, weil ich es doppelt nehmen muss. Als ich hinabschaue, kann ich zu meiner Erleichterung feststellen, dass das Kajak nur etwa zwei oder drei Meter über der Oberfläche des Sees baumelt, der sich am Fuße des Wasserfalls erstreckt.

Deshalb lasse ich das Ende des Seiles, das nicht um den Baum gewickelt ist, los, das Seil fädelt sich beim Ring des Kajaks aus und wenig später höre ich das Geräusch eines schwereren Gegenstandes, der ins Wasser platscht. Ich hoffe nur, dass das Kajak so auf dem Wasser auftrifft, dass es schwimmt und nicht absäuft.

Ich hole schnell das Seil ein und schaue gespannt nach unten. Es ist alles gut gegangen. Das Kajak schaukelt auf der Wasseroberfläche. Also kann ich mit dem zweiten Kajak gleich verfahren.

Zum Glück schwimmt das erste, getrieben von der Strömung, die der Wasserfall erzeugt, von der Stelle weg, an der ich es abgeseilt habe, sodass keine Gefahr besteht, dass es vom zweiten getroffen wird. Auch dieses platscht in den See und ich hole das Seil erneut ein und packe es weg.

"Jetzt können wir den Abstieg wagen", sage ich.

Sam schaut mich ein wenig unsicher an. Er hat mich die ganze Zeit beobachtet. Er war neugierig, was ich mache. Er hat mir zwar nicht geholfen, er hat mich aber auch nicht mit Fragen oder gutgemeinten Ratschlägen genervt.

Wir packen nach einem kurzen Frühstück unsere Rucksäcke zusammen und machen uns an den Abstieg. Wir müssen über eine steile Wand neben dem Wasserfall nach unten. Er ist bewaldet und teilweise müssen wir über kleinere Felswände absteigen. Wegen der Gischt, die vom Wasserfall herübergeweht wird, werden wir nass und der Boden ist rutschig.

Während des Abstieges kommt erneut das Seil zum Einsatz. Ich hänge Sam fest an ein Ende und lasse ihn langsam nach unten. Seine bergsteigerischen Kenntnisse sind nicht besonders ausgeprägt. Trotzdem schaffen wir es, indem wir die Strecke in Etappen aufteilen. Immer dann, wenn er einen sicheren Stand hat, komme ich nach. Auf diese Weise halten wir ständig Sichtkontakt und können uns durch Zurufen verständigen.

Es dauert zwar viel länger, als wenn ich allein den Hang hätte hinabsteigen müssen, aber wir schaffen es. Gegen Mittag erreichen wir den See. Sam ist ganz schön geschafft.

"Eins ist abgehauen", sagt er das, was offensichtlich ist.

Auf dem See schaukelt nur noch ein Kajak. Das andere muss von der Strömung zum Abfluss und damit den Fluss weiter abwärts getrieben sein.

"Wir müssen hoffen, dass es irgendwo hängen geblieben ist", sage ich nur lapidar. Wozu soll ich mich aufregen. Damit ändere ich doch nichts an unserer Situation. Natürlich wäre es saublöd, hätten wir nur noch ein Kajak, aber so weit will ich im Moment noch gar nicht denken und bleibe positiv.

Da das Kajak, das noch da ist, in der Mitte des Sees schaukelt, ziehe ich mich aus und springe nackt ins Wasser. Die Zeit, einen Badeanzug anzuziehen, nehme ich mir nicht. Wozu auch?

"Ist das nicht saukalt?", will Sam wissen.

"Es ist kalt, aber anders kommen wir nicht hin", rufe ich ihm über die Schulter hinweg zu. "Oder kannst du wie Jeus über das Wasser gehen?"

"Du Scherzbold!", kontert er.

Ich erreiche schwimmend das Kajak und zieh es ans Ufer. Es ist ein ordentliches Stück Arbeit. Aber es geht. Als ich abgemüht und nackt aus dem Wasser klettere, schaut mich Sam bewundernd an.

"Was ist?", frage ich leicht genervt.

"Ich könnte dich jetzt auf der Stelle vernaschen."

"Träum weiter!", grinse ich. "Wir müssen das zweite Boot suchen."

"Wie machen wir das?", will er wissen.

Mir kommt der Mann ein wenig hilflos vor. Aber ich sage nichts. Immerhin ist er ein Großstadtmensch, der hier mitten in der Wildnis unterwegs ist. Das ist definitiv nicht seine Wohlfühlzone. Ich muss ihm auch zugutehalten, dass er die Tortur nur meinetwegen auf sich genommen hat.

"Du nimmst das Kajak und ich laufe am Ufer entlang", schlage ich vor.

"Ich halte es auf", versichert er mir.

"Ich gehe schon vor, während du dich fertig machst, einzusteigen."

Da ich mich bereits wieder angezogen und den Rucksack aufgeladen habe, winke ich ihm kurz zu und laufe los. Es ist etwas beschwerlich, weil das Ufer mit Steinen gesäumt ist und ich vorsichtig sein muss, nicht mit dem Fuß umzuknicken oder sogar zwischen den Steinen hängen zu bleiben. Beides könnte zu einem größeren Problem werden.

Zum Glück sehe ich schon hinter der nächsten Flussbiegung etwas Rotes leuchten. Es kann eigentlich nur das verlorene Kajak sein. Deshalb beschleunige ich meine Schritte.

Als ich näherkomme, wird mir klar, dass es sich genau in der Mitte des Flusses zwischen zwei Steinen verkeilt hat. Das wird nicht einfach werden, überlege ich. Genau in dem Moment kommt auch Sam auf dem Fluss daher.

"Mach dort am Ufer fest", schreie ich ihm zu.

"Warum, ich hole das Kajak!"

"Das machst du nicht! Ich hole es!"

"Ich bin schon im Wasser", verteidigt er sich.

"Aber vom Boot aus hast du keine Chance. Da riskierst du nur, abzusaufen und sonst nichts."

Mit sichtlichem Ärger, weil ich ihm nichts zutraue, macht er am Ufer fest. Ich bin froh, dass er zumindest das tut, was man ihm sagt. Nun kann ich mich in den Fluss wagen und mich zum Kajak durchkämpfen. Zum Glück fließt das Wasser an dieser Stelle recht ruhig dahin, sodass ich keine allzu große Mühe habe.

Ich erreiche die Steine und überlege, wie ich das Kajak am besten frei bekomme. Ich versuche es, einfach gegen die Strömung zurückzuziehen und dann zur Seite zu drehen. Es kostet mich einiges an Anstrengung, aber ich schaffe es schließlich doch. Die Strömung ist nicht zu stark, sodass ich gegen sie ankomme.

Mit dem Kajak dann weiter ans Ufer zu kommen, ist eine etwas schwierigere Nummer. Die Strömung versucht es mir ständig aus der Hand zu reißen, aber auch das kriege ich nach einiger Zeit und einer gehörigen Portion Anstrengung hin. Als ich endlich wieder an Land bin, lasse ich mich ins Gras fallen.

"Willst du nicht die nassen Sachen ausziehen?", ermahnt mich Sam.

"Du willst mich nur nackig sehen", necke ich ihn.

"Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt."

"Lustmolch!"

"Wenn du wüsstest, worauf ich jetzt Lust hätte."

"Das kann ich mir sehr gut vorstellen, aber das muss vorerst warten. Wir müssen heute noch weiter. Unser Zeitplan ist völlig durcheinander."

Mit sichtlichem Missfallen gibt er sich geschlagen, wir steigen in die Kajaks und fahren weiter flussabwärts. Auch wenn Sam mit der Zeit anfängt zu quengeln wie ein kleines Kind, halte ich durch, bis uns die Dämmerung dazu zwingt, einen Rastplatz zu suchen. Zum Glück finden wir ihn bald und gehen an Land.

Erneut werfe ich die Angel aus und schon wenig später habe ich zwei ordentliche Brocken an Land gezogen. Ich nehme sie geschickt aus, stecke sie auf zwei Äste und hänge die Fische über das Feuer, das Sam gemacht hat. Feuermachen ist offenbar seine Stärke.

"Wie weit sind wir hinter dem Zeitplan?", will er wissen als wir am Feuer sitzen und warten, bis die Fische durch sind.

"Etwa einen halben Tag, oder auch etwas mehr."

"Können wir die Zeit wieder gutmachen?"

"Das hängt davon ab, wie wir vorankommen."

"Was passiert, wenn wir nicht rechtzeitig am vereinbarten Ort eintreffen?"

"Dann warten sie."

"Bist du dir sicher?"

"Das macht man immer so. Man kann doch nicht davon ausgehen, dass immer alles nach Plan läuft. Das hast du doch gestern selbst gesehen."

"Bist du sicher, dass meine Leute das auch wissen?"

"Glaubst du, die lassen ihren Außenminister einfach in der Wildnis zurück, überlassen ihn einfach seinem Schicksal?"

"Du hast recht! Das kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen", grinst er.

"Außerdem haben wir ein Satellitentelefon."

"Du wolltest es nicht benutzen."

"Ich wollte nicht abbrechen. Das ist etwas anderes. Wir können aber gerne anrufen und sagen, wir haben uns etwas verbummelt."

"Verbummelt ist aber schön gesagt", meint er leicht schnaubend.

Ich lege eine Hand auf seine Schulter und schaue ihm tief in die Augen. Im Schein des Feuers leuchten sie wunderschön dunkel. Inzwischen ist die Nacht über uns hereingebrochen und der Schein des Lagerfeuers ist die einzige, flackernde Lichtquelle.

"Gefällt dir unser Urlaub?"

"Er ist aufregend."

"Aber gefällt er dir?"

"Mir gefällt es dort, wo du bist", antwortet er.

Dann beugt er sich zu mir und legt seine Lippen sanft auf die meinen. Aus einem anfänglich sanften Kuss entwickelt sich auch dieses Mal ein leidenschaftliches Ringen unserer Zungen. Es ist ein sinnliches Spiel um die Vorherrschaft.

Ich genieße die Zärtlichkeiten, die wir uns gegenseitig schenken. Unsere Hände streichen über den Körper des anderen und auch, wenn uns die Kleider etwas behindern, ist es wunderschön.

Wir werden wieder einmal vom Duft der gebratenen Fische unterbrochen und machen uns über das Essen her. Wir haben beide Hunger. Die Anstrengung und die Aufregung haben uns einiges an Kraft abverlangt und der Körper signalisiert uns, dass er Nachschub braucht.

Satt und träge lasse ich mich schließlich rückwärts ins Gras fallen und strecke die Arme über den Kopf. Sam scheint nicht so müde zu sein, er stützt sich auf dem Ellbogen auf und beugt sich über mich.

Knapp vor meinem Gesicht hält er inne und schaut mir tief in die Augen. Ich kann die Liebe darin erkennen und schmelze dahin.

Als er sieht, dass ich lächle und mich auf den Kuss freue, überbrückt er den letzten Abstand und erneut berühren sich unsere Lippen. Diesmal hält er sich aber nicht lange mit Zärtlichkeiten auf. Diesmal will er mehr, viel mehr.

Er zerrt mir die Kleider vom Leib und versucht auch sich selbst der Kleider zu entledigen. Währenddessen sind seine Hände gefühlt überall auf meinem Körper und ich genieße es in vollen Zügen.

Er ist heute ungestümer als sonst. Ich habe den Eindruck, als würden seine animalischen Instinkte an die Oberhand drängen. Da ich es aber zwischendurch auch etwas wilder mag, bremse ich ihn nicht ein. Ich lasse ihn gewähren, auch als er fordernd meine Schenkel auseinander drängt und mich mit der Hand stimuliert.

Seine Berührungen sind nicht zärtlich, sie sind nur darauf ausgerichtet, mich zu erregen, damit ich feucht werde und er mich endlich nehmen kann. Jegliche Zurückhaltung ist verschwunden, der Gentleman wurde zum Raubtier und will nur noch eins, er will mich vögeln.

Das erwartungsvolle Leuchten in seinen Augen, seine hektischen Bemühungen, die nur ein Ziel haben und seine deutlich erhöhte Atemfrequenz lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass seine Instinkte übernommen haben.

"Ich will dich", brummt er.

"Du bekommst mich", grinse ich.

In dem Moment entscheidet er, dass ich feucht genug bin, wälzt er sich über mich und dringt auch schon in mich ein. Es ist eine einzige fließende Bewegung und ich kann die Glückseligkeit in seinem Gesichtsausdruck erkennen, als er bis zum Anschlag meinen Körper erobert.

"Du gehörst mir!", knurrt er.

Bevor ich etwas erwidern kann, legt er auch schon los. Er fickt mich, wie ein Besessener und presst mir immer und immer wieder seinen Schwanz zwischen die Beine, tief hinein in mein Inneres. Dabei schenkt er mir unglaublich starke Empfindungen. Seine entschlossenen Stöße sind besitzergreifend und lassen keinen Zweifel zu, dass er das Alfa-Tier ist.

Ich genieße es, wie er mich nimmt, wie er in mich stößt und wie er mich erregt. In diesem Moment gebe ich mich ihm gerne hin und überlasse ihm bereitwillig die Führung. Es ist wunderschön, wie die Lust in mir beginnt, langsam ansteigt und immer mehr Raum in mir einnimmt. Am Ende vergesse ich alles um mich herum und nehme nur noch die Erregung und das Verlangen wahr, die meinen Körper durchströmen.

Es dauert einige Zeit, dann aber zieht sich mein Körper auf ausgesprochen wohlige Art zusammen, verharrt einen Moment still und dann bricht der Höhepunkt mit Urgewalt über mich herein. Ich bin nur noch ein zuckender, von Lust durchfluteter Körper. Nur am Rande bekomme ich mit, wie auch Sam kommt und mein Inneres mit seinem Samen flutet.

Kapitel 25

Als ich am nächsten Morgen erwache, liege ich nackt auf der kleinen Wiese am Ufer des Flusses. Niemand scheint in der Nähe zu sein. Alarmiert springe ich auf und schaue mich panisch um. Ich muss gestern Abend gleich nach dem Fick eingeschlafen und liegen geblieben sein. Aber wo ist Sam?

"Sam!", rufe ich.

"Ja?", höre ich aus dem Wald hinter mir.

Deshalb drehe ich mich um und sehe, wie er mit Holz auf dem Arm zwischen zwei Bäumen hervortritt.

"Was ist?", will er wissen.

"Du warst nicht da."

"Ich bin Holz holen gegangen."

"Ohne mir etwas zu sagen."

"Du hast geschlafen."

"Ich habe mir Sorgen gemacht", antworte ich schon deutlich versöhnlicher.

Allmählich beruhige ich mich. Ich bin fürchterlich erschrocken, als er nicht bei mir war. Nicht, weil ich geschworen hatte, auf ihn aufzupassen, ich habe ihn als meinen Freund vermisst.

Er kommt zu mir, zieht mich nackt, wie ich immer noch bin, in seine Arme, nachdem er das Holz abgelegt hat.

"Ich laufe doch nicht davon. Hier nicht und auch sonst nicht", meint er beschwichtigend.

"Das will ich hoffen!", sage ich ernst.

Er aber lacht nur und küsst mich. Zunächst bin ich noch angespannt, aber als seine Zunge Einlass verlangt, beruhige ich mich zusehends und lasse mich fallen.

"Ich liebe dich auch", meint er grinsend.

Ich löse mich nur mit Widerwillen von ihm. Uns ist aber beiden klar, dass wir weitermüssen. Deshalb bereiten wir ein schnelles Frühstück vor und machen uns auf den Weg.

Wir kommen dabei besser voran, als ich gedacht hätte. Der Fluss ist an dieser Stelle schnell, aber leicht. Da wir nur selten Steinen ausweichen und unseren Weg nur selten zwischen Hindernissen hindurch suchen müssen, kommen wir mit einer beachtlichen Geschwindigkeit vorwärts.

Erneut legen wir zu Mittag nur eine kurze Rast ein und setzten nach einem spärlichen Mahl die Fahrt fort. Als wir am Abend am Ufer einen schönen Platz entdecken und an Land gehen, bin ich mit unserem Tagespensum zufrieden.

Erneut werfe ich meine selbstgebaute Angel aus, während Sam das Feuer entfacht. Schon bald zappelt es an der Schnur. Ich beginne sie einzuziehen, bemerke aber schnell, dass am anderen Ende ein gewaltiger Brocken hängen muss.

Vorsichtig, damit die Schnur nicht reißt, hole ich den Fisch immer weiter ans Ufer. Je näher ich ihn zu mir herziehe, umso deutlicher kann ich erkennen, dass meinen Fang beachtlich ist. Es ist ein ausgewachsener Lachs, ein wunderschönes Exemplar.

Als er nur noch etwas zwei Meter vom Ufer entfernt ist, binde ich die Schnur an einem Baum fest. Ich muss überlegen, wie ich das Tier sicher an Land bekomme. Ihn einfach am Angelhakten aus dem Wasser zu ziehen, funktioniert nicht. Die Schnur ist auch so schon zum Zerreißen gespannt. Wenn dann auch noch der Auftrieb des Wassers fehlt, dann habe ich keine Chance mehr. Das Gewicht des Fisches wäre viel zu groß.

Deshalb steige ich ins Wasser, umrunde das Tier und nähere mich ihm von hinten. Abgelenkt vom Kampf gegen die Angel und wohl auch unfähig wegzuschwimmen, kann ich mich dem Fisch nähern, ihn packen und in einem weiten Bogen an Land werfen.

Sam springt erschrocken zur Seite, als der Fisch an ihm vorbei ins Gras fliegt. Als er aber sieht, was da an Land zappelt und sich windet, pfeift er anerkennend.

"Das nenne ich einen Fang!"

"Es beginnt offenbar die Laichzeit. Die Lachse sind unterwegs flussaufwärts."

"Das ist gut für uns."

"Ich hoffe es."

Ich packe nur mit Mühe den sich immer noch wehrenden Fisch und ramme ihm mit Kraft mein Messer ins Genick. Sofort erschlafft der muskulöse Körper. Ich habe keine Skrupel, ein Tier zu töten, wenn ich Nahrung brauche. Ich will aber nicht, dass es lange leidet und wähle daher immer den schnellsten Weg, der zudem so wenig wie möglich Schmerzen verursacht.

Als ich den toten Lachs in die Luft halte, bin ich sogar stolz auf meinen Fang. Ich nehme ihn aus und wenig später brutzelt er bereits über dem Feuer. Jetzt erst kann ich mich entspannt ins Gras setzen, Sam lässt sich neben mir nieder und küsst mich.

"Wir sind zwar den ganzen Tag zusammen, aber irgendwie auch wieder getrennt", meint er.

"Daran solltest du dich gewöhnen. Wir werden auch im wirklichen Leben nicht immer zusammen sein können. Auf dem Wasser bin ich zumindest in deiner Nähe."

"Ich wäre am liebsten die ganze Zeit bei dir", meint er. "Im Moment muss ich aber noch schnell Holz holen."

Sam erhebt sich und sucht den Waldrand ab. Ich bleibe sitzen und schaue ihm verträumt dabei zu. Dieser Mann hat eine Wirkung auf mich, die ich nicht beschreiben kann. Ich fühle mich zu ihm hingezogen und natürlich möchte auch ich so viel Zeit, wie nur möglich, mit ihm verbringen. Dass er sich auf diesen Urlaub eingelassen hat, rechne ich ihm ganz hoch an.

Natürlich wäre ich auch allein gefahren und hätte die Tour auch ohne Begleitung unternommen. Aber so ist es mir wirklich lieber.

Plötzlich vernehme ich ein Brummen und sofort sind meine Sinne auf die Umgebung gerichtet. Meine Überlegungen sind, wie weggewischt. Das Geräusch, das mir verdächtig erscheint und bei mir alle Alarmglocken schrillen lässt, kommt genau aus der Richtung, in die Sam gegangen ist.

Alarmiert springe ich auf und laufe in die Richtung, als ich erneut ein tiefes Brummen höre. Diesmal ist es lauter und bedrohlicher. Ich laufe noch schneller. Etwas stimmt da nicht! Bereits wenige Schritte weiter sehe ich Sam vor mir. Er scheint, wie erstarrt zu sein.

Er bewegt sich keinen Millimeter und schaut gebannt in eine Richtung. Als ich seinen Augen folge, erkenne ich zwischen zwei Bäumen einen Bären. Es muss ein Grizzly sein. Er steht aufrecht auf den Hinterbeinen und brüllt noch einmal bedrohlich. Seine Augen sind starr auf Sam gerichtet.

"Weg da, du Bestie!", brülle ich.

Ich hoffe, den Bären damit in die Flucht schlagen zu können oder ihn zumindest abzulenken, aber das Vieh nimmt von mir nicht einmal Notiz. Sam hingegen hat die Hosen gestrichen voll.

Langsam gehe ich auf ihn zu, halte dabei aber den Bären ständig im Auge. Im Gehen hole ich das lange Messer aus dem Stiefel und halte es in meiner rechten Hand, wobei ich den Arm gerade nach unten hängen lasse. Ich will im Moment noch nicht bedrohlich wirken.

Auch der Bär rührt sich nicht von der Stelle. Er brüllt noch einmal und bliebt in seiner aufrechten Haltung. Nur einmal schient er das Gleichgewicht etwas zu verlieren, lässt sich deshalb kurz auf seine Vorderbeine nieder, stellt sich dann aber sofort wieder aufrecht hin. Ich kann sehen, er will so bedrohlich wirken, wie nur möglich.

"Geh langsam rückwärts und versuche, dich gleichzeitig immer etwas kleiner werden zu lassen. Aufrecht sieht der Bär in dir eine Gefahr", weise ich Sam an.

"In mir? Lächerlich!", meint er.

Sam setzt dann aber vorsichtig einen Fuß zurück und verlagert nur sehr langsam sein Gewicht. Er ist vorsichtig, weil er Angst hat. Der Bär verfolgt seine Bewegung genau, reagiert aber nicht.

Ich habe bereits die Hoffnung, dass wir uns vorsichtig aus der Situation befreien können, ohne dass etwas passiert, werde aber wenig später enttäuscht. Schon bei der nächsten Bewegung brüllt der Bär bedrohlich und Sam macht sich automatisch etwas kleiner. Doch auch das scheint das Tier nicht zu besänftigen.

Als Sam kurz innehält und dann erneut einen Schritt rückwärts unternimmt, eskaliert die Lage. Der Bär geht nieder und läuft auf Sam zu. Dicht vor ihm stellt er sich erneut auf. Er will angreifen, das ist offensichtlich.

"Scheiße!", meint Sam.

"Weg da!", brülle ich.

Ich mache die drei Schritte vor, stelle mir neben Sam und gebe ihm einen Stoß, dass er zur Seite torkelt. Ich stelle mich dicht vor den Bären hin und ramme ihm das Messer in die Brust. Ich ziele auf das Herz und stoße mit aller Kraft, die ich aufbringen kann, zu. Dann springe auch ich sofort zur Seite und ziehe Sam noch etwas weiter mit mir mit.

Ich habe zwar gehört, dass man einen Bären töten kann, wenn man ihm das Messer in die Brust rammt und das Herz trifft. Allerdings muss man die Klinge genau zwischen zwei Rippen ansetzen, weil es sonst kein Durchkommen gibt. Aber wer weiß schon, wo bei einem Bären die Rippen sind. Bei so viel Fell und Fett ist es reine Glückssache.

Mein Versuch ist zwar eine Verzweiflungstat, aber eine andere Lösung hat es nicht gegeben. Die Entscheidung war: Entweder er oder wir. Ich hätte es bevorzugt, wenn er seiner Wege gegangen wäre und ich ihn nicht hätte, töten müssen. Aber es blieb mir nichts anderes übrig.

Der Bär brüllt erneut auf. Diesmal mit einer ungeheuren Lautstärke. Ich habe den Eindruck, als würde der Boden zittern. Das Tier ist verletzt, das hört man. Ob er auch tödlich getroffen ist, kann ich noch nicht sagen. Ich hoffe es. Ansonsten könnte es sehr gefährlich werden. Mit einem verletzten Bären ist nicht zu spaßen. Zudem habe ich kein langes Messer mehr, das einzige, das lang genug ist, steckt noch immer im Körper des mächtigen Tieres.

Sam schaut gebannt zu dem verletzten Fellknäuel. Dieses torkelt, dreht sich aber in unsere Richtung. Besorgt schiebe ich Sam hinter mich, um ihn in Sicherheit zu wissen. Dabei nehme ich das kleine Messer zur Hand. Mir ist klar, dass ich damit gegen einen Bären nicht viel ausrichten kann, aber besser als keine Waffe ist es allemal.

"Was jetzt?", will Sam hinter mir wissen.

Seine Stimme zittert, er hat Angst, große Angst. Mir ist klar, dass er befürchtet, dass ich den Bären nur verletzt, aber nicht tödlich getroffen habe. Ich bin da zuversichtlicher. Immerhin habe ich es geschafft, die Klinge bis zum Schaft in den Körper des Tieres zu rammen. Meine Hand ist dabei sogar tief im Fell verschwunden. Den Zwischenraum zwischen zwei Rippen habe ich garantiert getroffen. Die Frage ist nur, ob es die richtige Stelle war, genau die, hinter der sich das Herz befindet.

Ich schiebe Sam noch weiter zurück und stelle mich nach wie vor schützend vor ihn. Das gewaltige Tier schwankt einen weiteren Schritt auf uns zu und ist nur noch wenige Meter von uns entfernt, ich schätze drei. Seine Bewegungen sind allerdings nur noch langsam und träge. Ich hoffe, dass dies daran liegt, dass es tödlich verletzt ist.

Ich kann direkt in die Augen des Bären blicken. Die kleinen, schwarzen Knöpfe funkeln böse. Es scheint fast so, als würde er mich vorwurfsvoll anstarren. Ich kann mir das aber auch nur einbilden.

Die Zeit vergeht wie in Zeitlupe und ich kann nur abwarten, was passiert. Dabei ist Geduld nicht gerade meine Stärke. Aber in diesem Fall kann ich nichts anderes tun. Dabei schießen mir sonderbare Gedanken durch den Kopf. Ich spiele jede Möglichkeit durch, was nun passieren könnte. Ich will vorbereitet sein.

Plötzlich schwankt das Tier bedrohlich, der Bär kämpft um das Gleichgewicht und verliert. Mit lautem Getöse fällt der schwere Körper in unsere Richtung und, hätte mich Sam nicht noch ein Stück weggezogen, wäre er auf mich drauf gefallen.

Sofort bringe ich noch etwas mehr Abstand zwischen uns und beäuge den Körper mit Argwohn. Aber er rührt sich nicht mehr. Aus Vorsicht warte ich zehn Minuten, behalte dabei das Tier ständig im Auge. Ich will mich nicht von einem Angriff überraschen lassen.

Aber ich kann keine Bewegung mehr erkennen, auch nicht die kleinste. Auch kein Brummen oder sonst einen Laut kann ich vernehmen. Ich gehe davon aus, dass der Bär tatsächlich tot ist. Ich habe es geschafft!

"Ist er tot?", erkundigt sich Sam.

"Ich denke schon."

"Du hast ihn von Angesicht zu Angesicht erledigt?"

"Du warst dabei."

"Das ist ein gewaltiges Tier."

"Und ganz schön gefährlich."

"Was macht der hier?"

"Er wird es wohl auf die Lachse abgesehen haben", mutmaße ich.

"Sehe ich aus, wie ein Lachs", meint Sam empört. Ich muss lachen.

"Du riechst auch nicht wie einer", grinse ich. "Zum Glück!"

Nun wage ich mich zum Kadaver. Sam fordert mich zwar auf, vorsichtig zu sein und bleibt selbst an Ort und Stelle, aber ich will nun endlich wissen, was Sache ist.

Vorsichtig nähere ich mich dem Fellbündel und stoße mit dem Fuß vorsichtig dagegen, immer bereit wegzuspringen, sollte das Tier doch nicht tot sein. Aber nichts regt sich. Deshalb traue ich mich näher heran und rüttle mit dem Fuß erneut, diesmal an einem Bein. Aber auch diesmal gibt es keine Reaktion.

Als mir klar ist, dass alles Leben aus dem Bären gewichen ist, setze ich mich übermütig auf sein Genick, den Kopf des Tieres zwischen meinen Beinen.

"Mach ein Foto!", fordere ich Sam auf.

Er holt schnell sein Handy aus dem Rucksack und schießt mehrere Bilder. Dann will auch er sich auf den Bären setzen und ich muss dies für die Nachwelt festhalten. Er sitzt ausgesprochen stolz auf dem Tier und ich muss lachen.

"Was ist los?", will er wissen.

"Da gab es doch einmal einen russischen Präsidenten, der sich hoch zu Ross hat fotografieren lassen", grinse ich.

"Der war aber oberkörperfrei", verteidigt er sich.

"Du könntest dich ja noch ausziehen", scherze ich weiter.

Kurzerhand zieht Sam das Hemd aus und macht eine eindeutige Siegerpose. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen und knipse drauflos.

"Das wird aber nicht veröffentlicht!"

"Ich schicke es gleich der Pressestelle."

"Zum Glück haben wir hier keinen Empfang."

"Das ist wohl dein Glück."

"Du musst aber zugeben, das würde das Reiterfoto übertreffen."

"Um Längen."

Wir lachen beide. Das Lachen tut echt gut, um die angestaute Anspannung und Angst loszuwerden. Vor allem Sam sitzt der Schreck noch tief in den Knochen. Ich muss zugeben, auch ich hatte Angst, aber um ihn, nicht um mich.

"Was machen wir mit dem Bären?"

"Wir nehmen das Fell und die zartesten Stücke mit. Den Rest müssen wir leider hier zurücklassen. Wir können nicht auch noch einen ganzen Bären mittragen."

"Das ist schade, fast schon Verschwendung."

"Keine Sorge, lange liegt der Kadaver hier nicht herum. Das ist der Kreislauf der Natur."

"Ist so ein Bär nicht zäh?"

"Du meinst das Fleisch?"

"Ja, können wir das überhaupt Essen?"

"Es ist noch ein relativ junges Tier. Ich denke einige Teile schmecken lecker."

"Du willst dem Vieh das Fell über die Ohren ziehen?"

"Ich lasse doch ein Bärenfell nicht zurück. Stell dir vor, wir liegen irgendwann darauf, vor einem Kamin mit einem Glas Rotwein in der Hand."

"Nackt und ich ficke dich", überlegt er weiter.

"Ich sehe, du kannst dir das schon ganz gut vorstellen", grinse ich.

Kapitel 26

Bepackt mit dem Rucksack, auf den ich zusätzlich auch noch das Bärenfell gebunden habe, erreichen wir einen halben Tag früher als geplant den See, an dem wir abgeholt werden. Die Tage nach unserem Zusammentreffen mit dem Bären sind ohne größere Aufregungen verlaufen. Das war mir ehrlich gesagt auch lieber so. Dafür hatten wir mehr Zeit für uns.

Die Fahrt auf dem Fluss war stellenweise anspruchsvoll, da wir einige Stellen bewältigen mussten, an denen das Gefälle groß und die Steine viele waren. Sam hat sich auch dort inzwischen sehr geschickt durchgeschlängelt und ich bin mit seinen Fortschritten sehr zufrieden.

Es gab auch längere Abschnitte, an denen der Fluss ruhiger und damit auch die Fahrt entspannter war. Ich habe die Tage und das Alleinsein mit Sam in vollen Zügen genossen.

Wir konnten dank der Routine, die Sam sich in den Tagen angeeignet hat, einige schnellere Passagen in deutlich kürzerer Zeit zurücklegen, als ich ursprünglich eingeplant hatte. Ich war eben vorsichtig in meiner Schätzung gewesen.

Der letzte Flussabschnitt vor dem See verläuft nur noch sanft und wir lassen uns treiben, indem wir nebeneinander herfahren und uns zweitweise sogar bei der Hand halten. Wir plaudern über belanglose Dinge, erzählen uns Geschichten aus unserer Kindheit und ich erfahre dabei, dass der Herr Außenminister in seiner Zeit am College zwar sehr sportlich, aber auch ein ausgesprochener Weiberheld war.

Er war im Footballteam, ein hübscher Junge und damit bei den Damen sehr begehrt. Er hat sogar behauptet, am Anfang der Studienzeit schüchtern gewesen zu sein. Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, aber ich nehme an, dass ihn das Überangebot an Frauen im Laufe der Zeit selbstbewusster gemacht hat.

Als wir in den See hineinfahren, juchzen wir laut und vergnügt. Es ist Mittag und wir werden erst am nächsten Tag im Laufe des Vormittags abgeholt. So zumindest der Plan.

Deshalb steuern wir jenen Abschnitt des Seeufers an, der etwas abgelegen ist. Als ich darauf zufahre, zögert Sam.

"Ich denke, der Hubschrauber landet dort drüben", meint er.

Dabei zeigt er in die entgegengesetzte Richtung. Dort befindet sich eine größere und vor allem trockene Wiese. Dort ist ein Landen problemlos zu bewältigen, da hat er durchaus recht.

"Ja eben", antworte ich kurz und knapp.

"Ana, was hast du vor?"

"Dort drüben landet der Hubschrauber. Ich aber möchte bis dahin noch meine Ruhe haben."

"Ah, ich verstehe, du suchst ein lauschiges Plätzchen."

"Genau, weil es sich nicht schickt, dass man neben einem Außenminister landet, der mit nacktem Arsch über einer Frau liegt und sie fickt."

"Du willst morgen früh noch ..."

"Warum nicht? Wir wissen nicht genau, wann sie kommen und können uns die Zeit doch mit angenehmen Dingen vertreiben."

"Du bist ein kleiner Nimmersatt", neckt er mich.

"Warum?", spiele ich die Unschuldige.

"Weil wir bis auf einen Tag jeden Abend mindestens einmal gevögelt haben."

"Na hör mal, wenn du das nicht schaffst, dann muss ich es mir mit uns noch einmal überlegen", grinse ich.

"Ich schaffe es locker", meint er trotzig.

"Na dann ist doch alles gut. Warum willst du dann morgen nicht an Sex denken."

"Nur denken?"

"Im Moment schon", grinse ich.

Nun kommt er hinter mir her und wir gehen an einer Stelle an Land, wo wir von Büschen und Bäumen geschützt auf einer kleinen Wiese unser Lager aufschlagen können.

"Was machen wir jetzt?", will Sam wissen.

"Wir schwimmen, wir faulenzen und wir vergnügen uns", grinse ich.

"Vergnügen? Das klingt immer gut."

Ich lege meinen Rucksack ins Gras und ziehe mich nackt aus. Sam beobachtet mich mit einem leicht fragenden Gesichtsausdruck. Erst als ich zum See laufe und hineinspringe, erwacht er aus seiner Lethargie.

"Halt, ich komme mit!", ruft er.

Ich aber lache nur laut auf und schwimme los. Es ist herrlich. Das Wasser ist zwar etwas kühl, aber mit ein wenig Bewegung nimmt man dies schon bald nicht mehr wahr.

"Brrrr, ist das kalt!", höre ich Sam rufen.

Ich schaue zurück und sehe ihn, wie er bis zu den Hüften im Wasser steht und zittert. Er schaut leidend drein.

"Hat er sich wegen der Kälte zusammengezogen?", lache ich.

"Er ist ganz klein", lacht nun auch er.

"Komm rein, dann hast du schnell warm."

"Ich wüsste da etwas anderes, um einzuheizen."

"Aber doch nicht hier im Wasser", grinse ich.

Sam lacht auch und wirft sich in die Fluten. Er schwimmt zu mir und es entwickelt sich ein kleines Gerangel. Er versucht mich unter Wasser zu drücken, spritzt mich an und taucht mich von unten her an.

Er hat dabei nicht bedacht, dass das für ihn auch hätte gefährlich werden können. Eine Agentin ist schließlich ausgebildet, sich zu verteidigen und deshalb hätte ich ihn locker fertig machen können. Aber ich spiele mit ihm.

Ich lasse ihm die Genugtuung mich auch einmal unter Wasser zu drücken und anzuspritzen. Gleichzeitig mache ich auch ihm das Leben schwer und tauche auch ihn unter Wasser oder spritze ihn voll. Es ist ein herrliches Plantschen und Toben, das ich in vollen Zügen genieße.

Ich fühle mich in diesem Moment völlig frei und ungezwungen, ich genieße zum ersten Mal seit langem einfach nur die Unbeschwertheit. Dieser Ausflug war die beste Idee, die ich seit langen hatte. Genau genommen war ich das letzte Mal als Kind so unbekümmert.

Wir bleiben lange Zeit im relativ kühlen Wasser und als ich sehe, wie Sam am gesamten Körper zittert wie Espenlaub, entscheide ich mich, wieder an Land zu gehen.

"Kommst du mit? Ich lege mich in die Sonne. Ich will mich etwas aufwärmen", sage ich. Er soll nicht glauben, dass ich ihn für ein Weichei halte und nur seinetwegen ans Ufer will.

"Keine schlechte Idee", kommt von ihm.

Zusammen schwimmen wir ans Ufer und legen uns ins Gras. Mit ausgestreckten Gliedern liege ich auf dem Boden und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen.

Das Plätzchen, das wir uns für das Lager ausgesucht haben, ist gut versteckt. Hinter uns erhebt sich eine Felswand, die nicht so leicht zu bezwingen ist und vor uns schirmt uns ein halbhoher Schilfgürtel zum See hin vor neugierigen Blicken ab.

Ich habe diesen Platz bewusst gewählt. Auch, wenn hier in der Wildnis Alaskas wohl kaum jemand vorbeikommen wird, so bin ich trotz allem auf Sicherheit bedacht. Da wir erst morgen Mittag abgeholt werden, wenn alles nach Plan läuft, bin ich auch auf etwas Privatsphäre bedacht.

Ich bin beinahe eingeschlafen, da legt sich Sam auf mich drauf. Er blockiert mich dabei so, dass ich, wie ein Käfer auf dem Rücken, hilflos unter ihm liege. Er schaut mich herausfordernd an und grinst.

Er glaubt wohl, mich in der Hand zu haben. Auch, wenn ich ihn locker abschütteln könnte, tue ich es nicht. Ich will ihn im Glauben lassen, mir überlegen zu sein und außerdem bin ich neugierig, was er vorhat.

Zunächst schaut er mir nur tief in die Augen. Seine strahlen mit der Sonne um die Wette und mir ist klar, der Grund für dieses Leuchten bin ich. Er liebt mich und ich liebe ihn. Ob ich auch so ein Leuchten in meinen Augen habe?

Langsam senkt er seinen Kopf und seine Lippen nähern sich immer mehr den meinen. Ich schaue ihn gebannt an und warte sehnsüchtig darauf, dass sie sich treffen.

Als dies geschieht, gebe ich mich dem Kuss bereitwillig hin. Es entwickelt sich ein wunderbares, spielerisches Ringen unserer Zungen. Es ist ein sanftes und ausgesprochen liebevolles Spiel, ein wunderbarer Tanz, den sie vollführen.

Ich spüre aber auch, wie sich in seiner Körpermitte etwas aufrichtet. Er stößt immer wieder bei mir an und berührt dabei vor allem meine Schenkel und meine Schamgegend. Allein das Wissen, dass er erregt ist, lässt auch bei mir das Verlangen ansteigen und die Säfte fließen.

Ich will ihn und lege deshalb meine Schenkel um seine Hüften. Damit versuche ich ihm zu signalisieren, dass ich bereit bin, und er scheint mich perfekt zu verstehen. Er muss zwar mit einer Hand kurz nachhelfen, findet aber wenige Sekunden später meine heiße Grotte und versenkt sich spielend langsam darin.

Wir liegen im Gras, unter freiem Himmel und sein Schwanz steckt in mir. Ich kann mir nichts Schöneres im Moment vorstellen. Da er in mir verharrt und sich zunächst nicht bewegt, steigt mein Verlangen noch etwas weiter an. Weil er mich immer noch küsst, kann ich ihm nicht einmal sagen, dass er endlich loslegen soll.

Ich denke, er spürt es aber daran, dass ich den Kuss vernachlässige, weil ich mich nur noch auf meine Körpermitte konzentriere. Ich versuche selbst etwas Bewegung in die Sache zu bringen, indem ich mein Becken bewege, soweit ich das in meiner Lage kann.

Er löst den Kuss und schaut mich schelmisch grinsend an. Er weiß genau, was ich will, und lässt mich bewusst zappeln.

"Was ist?", erkundigt er sich süffisant grinsend.

"Fick mich endlich!", knurre ich mehr, als ich sage.

"Du willst, dass ich es dir besorge?", will er überheblich wissen.

"Mach weiter oder lass es!", antworte ich leicht verärgert.

Das scheint er zu bemerken und will nicht riskieren, dass ich die Sache beende. Deshalb zieht er sich langsam aus mir zurück und stößt sofort wieder zu. Augenblicklich wird mein Gesichtsausdruck weicher und ich genieße das Gefühl, von ihm gepfählt zu werden. Er dringt tief und entschlossen in mich ein, nur um sich gleich wieder zurückzuziehen. Dieses Spiel wiederholt er quälend langsam immer und immer wieder.

"Mach schneller!", bettle ich ihn an.

Er grinst und legt etwas an Geschwindigkeit zu. Meine Erregung steigt dadurch zwar an, wird aber nie reichen, mich zu einem Höhepunkt zu bringen. Das ist mir klar und deshalb bin ich immer noch frustriert.

Erst als ich mich fallen lasse, das genieße, was er mir gibt, entspanne ich und lasse mich unter diesen wunderschönen Empfindungen treiben. Ich entspanne sichtlich und biete mich ihm bereitwillig an.

Meine Taktik geht offenbar auf. Schon wenig später beschleunigt er weiter. Auch er stöhnt auf. Ich nehme an, er wollte mich hinhalten, mich zappeln oder gar betteln lassen und als ich nicht auf seine Provokation einsteige, sieht er keinen Grund mehr, sich zurückzuhalten.

Meine Erregung steigt nun deutlich an. Ich genieße jeden einzelnen seiner Stöße. Dann aber, ganz plötzlich, drehe ich uns herum, sodass nun er unter mir liegt. Ich drücke seine Arme ins Gras und beginne ihn zu reiten. Nun bin ich am Zug! Nun kann ich ihn hinhalten.

Provozierend langsam hebe ich mein Becken an, um es gleich wieder auf hin niedersinken zu lassen. Sein Prügel steht kerzengerade nach oben, er ist hart und ich kann die Lust in ihm spüren, wie sie pulsiert.

In Sams Augen spiegeln sich die Erregung, aber auch das Verlangen nach mehr. Sie haben etwas Flehendes an sich. Deshalb steige ich von ihm herab und gehe auf allen Vieren in Stellung. Sam versteht sofort, kommt hinter mich und versenkt seinen Harten in meinem Liebestunnel.

Nun aber gibt es für ihn kein Halten mehr. Er rammt sein Becken mit Kraft und Entschlossenheit gegen meinen Hintern und schiebt damit seinen Bolzen hart und tief in meinen Unterleib. Aufgeheizt von unserem Hinhalten, will er nun die Erlösung und das so schnell, wie nur möglich.

Seine Stöße sind so kraftvoll, dass ich mich ihnen entschlossen entgegenstemmen muss, um nicht nach vorne katapultiert zu werden. Als ich einen Moment unachtsam bin und er mir einen extra harten Stoß versetzt, lande ich der Länge nach im Gras. Davon lässt er sich nicht aufhalten und macht einfach weiter. Er hämmert seinen Prügel in meinen flach auf dem Boden liegenden Körper.

Die Lust hat von ihm Besitz ergriffen und bestimmt sein Handeln. Er stöhnt und keucht völlig enthemmt. Da er seinen Kopf nahe an meinem Ohr hat, bekomme ich alles genau mit. Aber auch an mir geht der, von unseren Trieben gesteuerte Fick nicht spurlos vorbei. Auch ich stöhne meine Lust in die Wildnis Alaskas.

So ist es dann auch kein Wunder, dass sich in mir immer stärker ein Orgasmus aufbaut und sich schließlich in einer gewaltigen Explosion entlädt. Mein Körper wird von einer riesigen Welle der Lust erfasst und gebeutelt. Aber auch Sam kommt zum Höhepunkt. Er presst seinen Schwanz noch tiefer und noch entschlossener in meinen Lustkanal und flutet mich mit seinem Sperma.

Kapitel 27

"Hörst du den Hubschrauber?", frage ich.

Sam schaut mich überrascht an, lauscht aber gleichzeitig und ich sehe es in seinen Gesichtszügen, sobald auch er das Geräusch erkennt.

Wir haben uns gestern Abend noch zweimal und heute früh noch ein Mal geliebt. Wir wollten nur noch kuscheln und vögeln. Dabei waren wir die ganze Zeit über nackt und es hat sich herrlich angefühlt. Es war ein Gefühl unbegrenzter Freiheit. Es gab nur uns zwei und die uns umgebende Natur.

Aber leider geht auch diese Zeit zu Ende. Kurz vor Mittag haben wir uns dann angezogen, unsere Sachen zusammengepackt und sind mit den Kanus zum anderen Ufer des Sees gepaddelt, um dort zu warten. Ein Hubschrauber kann nur auf dieser Seite landen. Hier gibt es genügend ebene Fläche.

"Jetzt höre ich ihn auch", bestätigt er.

"Bist du traurig?"

"Warum? Weil unsere Zeit vorbei ist?"

"Ich hoffe, wir bleiben auch weiterhin zusammen", antworte ich etwas unsicher lächelnd. "Aber die Zeit so ganz allein ist vorbei."

"Natürlich bleiben wir zusammen", versucht Sam sofort klarzustellen. "Was hast du gedacht?"

"Ich war mir etwas unsicher."

Liebevoll nimmt er mich in den Arm und drückt mich an sich. Ich hatte tatsächlich ein wenig Sorge, dass unsere Blase platzen könnte. Wer weiß, was der Alltag alles mit sich bringt. Der ist schon bei einem normalen Paar eine Herausforderung. Bei uns dürfte es noch um einiges komplizierter sein.

"Habe ich dir einen Grund gegeben, zu zweifeln?", meint er besorgt.

"Nein, das nicht. Aber wir sind schon ein etwas ungewöhnliches Paar."

"Wie meinst du das?"

"Du bist Außenminister und kein Handelsvertreter oder Handwerker und ich bin eine ausländische Agentin."

"... und keine typische Hausfrau", fügt er hinzu.

"Du hast es erfasst", bestätige ich.

"Kannst du kochen?"

"Jedes ukrainische Mädchen kann kochen. Das lernen wir von klein auf von der Mutter."

"Dann habe ich ja Glück", grinst er.

"Wie meinst du das?"

"Bei amerikanischen Frauen ist das nicht so sicher."

"Aber warum interessiert dich, ob ich kochen kann?"

"Weil ich gerne esse."

"Wo soll ich denn kochen?"

"In unserer Wohnung?"

"Wie meinst du das? Unsere Wohnung?"

"Ich dachte, du ziehst zu mir."

"Wir sind noch keine Woche zusammen. Anständige ukrainische Mädchen lassen sich etwas Zeit, bis sie zu ihrem Partner ziehen. Meistens tun sie das sogar erst nach der Hochzeit."

"So lange willst du warten?"

"Bin ich ein anständiges Mädchen? Ich bin immerhin eine Agentin", grinse ich

"Außerdem willst du sicher nicht länger als nötig im Weißen Haus wohnen bleiben?"

"Wie sieht denn meine Zukunft aus? Ich soll deine Beraterin werden. Bekomme ich dafür auch Geld, damit ich ein Auskommen habe?"

"Natürlich bekommst du dafür bezahlt."

"Dann könnte ich mir eine kleine Wohnung suchen?"

"Wozu?", meint er etwas überrascht von meinem Ansinnen. "Ich möchte mit dir zusammen sein. Mir ist durchaus klar, dass es bei uns etwas schnell geht und wir uns noch nicht gut kennen. Aber warum sollst du eine eigene Wohnung suchen, wenn du bei mir sein kannst?"

"Na gut, dann bin ich eben kein anständiges Mädchen und ziehe sofort zu dir", grinse ich.

"Anständig kann man das, was wir seit gestern Mittag getrieben haben, sowieso nicht bezeichnen", grinst auch er.

"Du meinst, dann kann es bei dir zu Hause so weitergehen?"

"Ich hätte nichts dagegen", grinst er schelmisch.

Wir müssen bereits lauter sprechen, weil die Hubschraubergeräusche sehr dominant sind. Zu meiner Überraschung sind gleich zwei Hubschrauber im Anflug. Sie setzen nebeneinander auf der Wiese auf. Wir beobachten das Manöver vom Ufer des Sees aus.

"Es geht zurück in den Alltag", meint Sam. Dabei glaube ich einen bedauernden Unterton mitschwingen zu hören.

"Wenn wir wollen, können wir gerne wieder eine Woche Auszeit nehmen", versuche ich ihn zu trösten.

"Das tun wir sicher."

Die Hubschrauber haben kaum den Boden berührt, da springt bereits ein Mann heraus und kommt gebückt auf uns zu. An Sams Gesichtsausdruck erkenne ich, dass das etwas ungewöhnlich ist und er sich Sorgen macht.

"Was will denn mein Sekretär hier?", wundert sich Sam.

"Herr Außenminister, Herr Außenminister, warum haben sie das Satellitentelefon nie eingeschaltet?", will er mit einem leicht vorwurfsvollen Ton wissen.

"Weil ich meine Ruhe haben wollte?", stellt der Angesprochene eine Gegenfrage.

"Sie müssen sofort aufbrechen?"

"Wohin?"

"Nach Moskau. Ihr Amtskollege möchte sie sprechen. Er hat eine formelle Einladung ausgesprochen."

"Für wann?"

"Ihre Maschine wartet bereits in Anchorage auf sie. Dieser Hubschrauber bringt sie direkt dorthin."

"Und was soll der zweite?", will Sam wissen.

"Der andere bringt Frau Serinskaya zu einem anderen Flughafen, von wo aus sie nach Washington zurückkehren kann."

"Sie kommt mit nach Moskau!", stellt Sam empört klar.

"Frau Serinskaya?"

"Wenn Labradorov mit mir sprechen will, dann geht es sicher auch um die Ukraine und Frau Serinskaya ist meine Beraterin in diesen Fragen."

"Aber wie sollen wir für ihre Sicherheit sorgen. Sie ist eine ukrainische Agentin und für Moskau der Staatsfeind Nummer 1."

"Als meine Beraterin genießt sie diplomatische Immunität."

"Ob die Russen das auch so sehen?"

"Da bin ich mir ziemlich sicher. Wenn sie den Diplomatenstatus eines Mitgliedes in der Delegation eines Außenministers nicht mehr respektieren, dann werden sie sich in Zukunft schwertun, Verhandlungen mit anderen Staaten aufzunehmen."

Der Sekretär schaut mich fragend an. Zunächst verstehe ich nicht, was er will. Doch dann wird mir klar, er möchte auch meine Meinung dazu hören.

"Ich tue das, was der Herr Außenminister von mir erwartet. Ich bin seine Beraterin und ihm damit unterstellt", antworte ich gelassen.

"Sie haben keine Angst?"

"Dieses Risiko gehe ich ein. Ich bin noch vor keinem Gegner davongelaufen."

"Dann fliegen wir beide nach Moskau", entscheidet Sam.

"Aber ich habe nichts anzuziehen", gebe ich zu bedenken. "Wir haben nur das, was wir im Rucksack haben."

"Keine Sorge, darum kümmere ich mich. Sie müssen mir nur die Maße und Größen aufschreiben", meint der Sekretär.

"Was passiert dann?", frage ich.

"Ich lasse von kompetenten Leuten die nötige Kleidung besorgen."

"Wenn das so ist, dann auf ins Land des Feindes", grinse ich.

"Ana, wir sind auf einer diplomatischen Mission", grinst Sam mit einem gespielt tadelnden Unterton.

"Warum nennst du mich immer Ana?"

"Weil es mir gefällt", antwortet er.

"Du bist der einzige, alle anderen nennen mich Anastasia."

"Das möchte ich hoffen. Als dein Freund habe ich bestimmte Privilegien", grinst er.

Während Sam und ich in einen der beiden Hubschrauber klettern, wird unsere Ausrüstung für den Urlaub im anderen verstaut und der Sekretär holt von dort eine kleine Tasche und reicht sie mir.

"Was ist das?", frage ich etwas irritiert.

"Ihre Kleidung für die Zivilisation", grinst der Sekretär. "Jene vom Herrn Außenminister haben wir bereits an Bord gebracht."

Ich schaue in die Tasche und finde dort die Kleidung, mit der wir von Washington aus nach Alaska aufgebrochen sind. Mir fällt auf, dass sie gewaschen und gebügelt ist. Sie ist zwar etwas salopp, aber nur für die Reise nach Moskau reicht sie aus. Darin dem russischen Außenminister gegenübertreten kann ich allerdings nicht.

Wir heben wenig später ab und nehmen Kurs auf Anchorage. Erst mit der Zeit wird mir klar, dass ich nun auf dem Weg nach Moskau bin, ich die Agentin.

"Mach dir keine Sorgen. Du gehörst zu meiner Delegation, keiner wird es wagen, dir auch nur ein Haar zu krümmen", versucht Sam mich zu beruhigen. Er scheint zu ahnen, was in mir vorgeht.

"Du hast leicht reden. Ich war noch vor wenigen Wochen eine kleine unscheinbare Agentin in Ausbildung. Ich bin losgezogen zu meiner ersten größeren Mission."

"Das nenne ich eine erfolgreiche Mission", grinst er.

"Sam, sei doch bitte ernst. Ich frage mich, ob ich der Situation gewachsen bin."

"Das bist du!"

"Was macht dich da so sicher?"

"Du bist gut ausgebildet, zielstrebig und mutig."

"Woher weißt du das?"

"Ich habe dich in Aktion gesehen. Du hast mir in nur einer Woche zweimal das Leben gerettet."

"Das war etwas anderes", winke ich ab.

"Das war nicht etwas anderes", beharrt er. "Das waren reale Situationen, auf die du dich nicht hast vorbereiten können und doch wusstest du sofort, was du machen musst."

"Das war in der Wildnis."

"Glaubst du, in Moskau ist es anders?"

"Da muss man sich an Gepflogenheiten halten, die ich nicht kenne. Man muss ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen, von dem ich keine Ahnung habe. Ich wurde nicht für solche Situationen ausgebildet."

"Aber du bist eine kluge, junge Frau."

"Was hat das jetzt damit zu tun?"

"Trau dir etwas zu", fordert er mich auf. "Außerdem bin ich immer an deiner Seite."

"Wir beziehen ein Doppelzimmer?"

"Ich lass dich doch nicht allein!", meint er. "Oder glaubst du, ich verzichte auf meinen Spaß?"

"Das beruhigt mich", gestehe ich. Wir lachen beide.

Kapitel 28

In Anchorage landen wir mit dem Hubschrauber direkt neben einem Flugzeug und steigen um. Als ich die Gangway neben Sam hinaufsteige, fällt mir das Wappen der USA auf, das seitlich am Rumpf angebracht ist. Auch die blau-weiße Lackierung ist auffällig.

"Ist das die Air Force one?"

"Die Maschine bekommt diese Kennzeichnung nur, wenn der Präsident sie nutzt. Aber diese Maschine ist eine von zwei, welche diesen Status bekommen würden. Sie sind auch entsprechend ausgestattet."

"Und wir dürfen mit dieser Maschine fliegen, die sonst der Präsident nutzt?"

"Eine davon", grinst er. "Da es sich um eine wichtige Mission handelt und mich ein relativ großer Stab begleitet, wurde beschlossen, dass wir dieses Flugzeug nehmen."

"Wir schmücken uns mit fremden Federn?"

"Nicht ganz", grinst er. "Es ist immer noch eine Maschine der US Air Force."

Als wir den Flieger betreten, höre ich bereits zahlreiche Stimmen. Wenig später sehe ich die vielen Menschen, die kreuz und quer laufen, um alles vorzubereiten und an Bord zu bringen.

"Wir gehen uns zunächst umziehen", raunt mir Sam zu.

"Gibt es ein Klo?", frage ich schüchtern.

"Wir haben ein eigenes Schlafzimmer", grinst er.

"Das Schlafzimmer des Präsidenten?", frage ich überrascht.

"Für diesen Flug ist es unseres", lacht er.

Sam setzt sich in Bewegung und steuert auf den hinteren Bereich des Flugzeuges zu. Ich will ihm folgen, als mir ein Agent des Secret Service den Weg versperrt.

"Der hintere Bereich ist nur für den Herrn Außenminister reserviert. Berater haben dort keinen Zutritt", stellt er entschlossen klar.

"Sam, sie wollen mich nicht durchlassen", rufe ich ihm hinterher.

Sam dreht sich um, erfasst sofort die Lage und kommt zu mir zurück. Demonstrativ legt er den Arm um meine Taille.

"Hört kurz alle her", ruft er mit lauter Stimme. "Frau Serinskaya gehört nicht nur zu meinem Beraterstab, sie ist auch meine Freundin. Als solche hat sie Zutritt zu allen Bereichen, egal ob hier an Bord, im Ministerium oder in der Botschaft."

Ein Raunen geht durch die Anwesenden. Ich bekomme mit, wie eine Frau neben mir einer anderen zuflüstert: "Seit wann hat der Außenminister eine Freundin?"

"Es kam etwas überraschend", antworte ich ihr und muss dabei über ihr überraschtes Gesicht grinsen. Sie hat wohl in der Aufregung nicht bedacht, dass ich sie hören könnte. Es ist ihr sichtlich peinlich.

Daraufhin folge ich Sam unbehelligt in den hinteren Bereich. Er öffnet eine Tür und dahinter verbirgt sich ein Büro, das er durchquert und die Tür zu einem Schlafzimmer öffnet. Ich bin überrascht, dass es an Bord ein perfekt eingerichtetes Doppelschlafzimmer gibt.

"Das nenne ich Luxus."

"Das ist kein Luxus, das ist eine Notwendigkeit", antwortet Sam. "So können wir ausgeruht in Moskau landen und können uns auf die Gespräche konzentrieren. Dem Land wäre nicht gedient, wenn wir verschlafen ankommen und so müde sind, dass wir bei schwierigen Verhandlungen nicht checken, worum es geht."

"Das leuchtet ein", gestehe ich.

"Hast du Hunger", wechselt Sam das Thema.

"Nicht besonders."

"Ein Sandwich?"

"Ja, bitte."

"Besondere Vorlieben?"

"Ich bin nicht wählerisch."

Sam telefoniert kurz und lässt vier Sandwiches und eine Flasche Wasser bringen. Wenig später klopft es an der Tür und eine Flugbegleiterin, oder was sie sonst ist, kommt herein, stellt ein Tablett mit dem Gewünschten auf einen Tisch und verschwindet wieder.

"Wollten wir uns nicht umziehen?", erkundige ich mich.

"Das zahlt sich nicht aus. Wegen der Zeitverschiebung sollten wir nach dem Essen schlafen gehen."

"Du willst schlafen?"

"Das auch."

"Wie auch?"

"Vorher könnten wir noch etwas ... Spaß haben."

"Du kleiner Nimmersatt", necke ich ihn.

Wir nehmen die Sandwiches und essen. Schon beim ersten Bissen wird mir klar, dass ich doch Hunger habe. Zum Glück hat Sam für jeden zwei Stück kommen lassen.

Nach dem Essen putzen wir die Zähne und ziehen uns aus. Ich kontrolliere noch einmal, dass die Kabine tatsächlich abgesperrt ist. Es wäre mir fürchterlich peinlich, wenn jemand sehen würde, dass ich in dieser Maschine nackt im Bett des Außenministers liege.

Wie ich aus dem Bad komme und auf das Bett zugehe, gibt mir Sam einen Schubs, als ich es fast erreicht habe, und ich plumpse drauf. Sofort ist er über mir und küsst mich leidenschaftlich. Unsere Zungen vollführen, wie immer, einen ausgesprochen erotischen Tanz. Ich genieße das Spiel und werde zunehmend erregt. Deshalb schlinge ich meine Beine um seine Mitte, was er wiederum als Aufforderung wertet, einen weiteren Schritt zu machen.

Er drängt sich gierig zwischen meine Schenkel, setzt seinen Prügel an meiner Pforte an und stößt zu. Da ich schon ausreichend feucht bin, kann er geschmeidig in mich hineingleiten. Es fühlt sich herrlich an.

Auch Sam muss sehr erregt sein. Er hält sich nicht lange mit Vorspiel oder Necken auf. Er fickt sofort los, gierig, hart und entschlossen. Er dringt immer und immer wieder in mich ein. Er schiebt sich tief in meinen Lustkanal und verschafft sich und mir göttliche Empfindungen. Wir keuchen beide vor Lust auf, jedes Mal, wenn er sich wieder in mich schiebt.

Er macht das so entschlossen, dass er sich schon nach wenigen Minuten aufbäumt, sich noch einmal tief in mich schiebt und in meinem Inneren loslässt. Ein gewaltiger Höhepunkt scheint ihn zu überrollen. Dies bringt auch mich über die Klippe und auch ich komme zum Höhepunkt.

Ich muss mich sehr konzentrieren, um meine Lust nicht laut hinauszuschreien. Ich weiß schließlich nicht, wie gut oder wie schlecht man die Geräusche nach außen hört. Es wäre mir ausgesprochen peinlich, wenn mich die gesamte Delegation hören könnte.

Der Nachteil dabei ist, dass ich aufgrund der Ablenkung nicht ganz auf meinen Orgasmus konzentriert bin und ihn deshalb auch nicht in vollem Umfang genießen kann.

Als mein Höhepunkt langsam abflaut, überfällt mich die Müdigkeit. Immerhin waren wir in der Früh noch irgendwo in der Wildnis Alaskas. Nun aber sind wir vermutlich irgendwo über dem Atlantik.

"Das habe ich gebraucht", grinst Sam.

"Hat in diesem Bett wirklich der Präsident geschlafen?"

"Nicht nur ein Präsident."

"Du meinst sein Vorgänger auch schon?"

"Nun ja, so oft werden solche Flieger nicht ausgemustert. Irgendwie muss sich der Umbau schließlich rechnen."

"Wir hatten also Sex in einem Bett, in dem schon mehrere US-Präsidenten geschlafen haben?"

"Ob alle geschlafen haben, kann ich nicht sagen", grinst er. "Mach dir aber keine Sorgen, vor jedem Flug wird der Raum gründlich gereinigt und die Bettwäsche gewechselt."

"Nun ja, ich hatte schon gehofft, dass die Laken nicht aus der Zeit Kennedys stammen", grinse nun auch ich.

Lachend lege ich mich ins Bett und Sam schmiegt sich eng an mich. Wir sind also beide müde und schlafen wohl auch deshalb rasch ein.

Kapitel 29

"Herr Außenminister, Herr Außenminister, wir landen in einer halben Stunde", ruft eine Frauenstimme. Sie klopft dabei energisch gegen die Tür.

Sie reißt mich damit aus einem angenehmen Traum. Ich lag mit Sam im Gras am Ufer des Sees in Alaska und wir wollten gerade wieder ins Wasser springen. Noch etwas verschlafen beobachte ich, wie auch Sam die Augen öffnet.

"Schon in einer halben Stunde?", wundert sich Sam.

"Ich habe sie vor einer halben Stunde bereits einmal geweckt", verteidigt sie sich.

"Oh, das müssen wir überhört haben", meint Sam versöhnlicher. "Wir kommen gleich!"

Schwerfällig krabbeln wir beide aus dem Bett und gehen gemeinsam ins Bad. Normalerweise habe ich es lieber, wenn ich dort meine Ruhe habe. Heute jedoch ist das nicht möglich. In einer halben Stunde müssen wir bereit sein.

"Hast du vorhin etwas gehört?"

"Du meinst den ersten Versuch?"

"Ja, ich habe davon nichts mitbekommen."

"Ich auch nicht."

"Solltest du nicht auf mich aufpassen?", neckt er mich. Das erkenne ich an seinem verschmitzten Lachen.

"An Bord einer Maschine der Air Force?"

"Ja, ja, du hast ja recht", grinst er. "Aber ich muss gestehen, der Tripp durch Alaska hat gutgetan. So gut geschlafen habe ich schon lange nicht mehr."

"Das lag möglicherweise auch an der Gesellschaft", necke ich ihn.

"Das kann auch sein", grinst er zurück.

"Was steht heute auf dem Programm?", erkundige ich mich.

"Wir fahren in die Botschaft, frühstücken und bereiten uns auf das Treffen mit meinem Amtskollegen vor. Mittags geht es dann in den Kreml."

"Du meinst, ich werde heute den Kreml betreten?"

"Sofern sie dich nicht daran hindern", meint er verschmitzt lächelnd.

"Kann das passieren?"

"Ich denke nicht. Labradorov hat um das Treffen gebeten. Also wird es um etwas Wichtiges gehen. Beim derzeitigen Verhältnis zwischen unseren Ländern, würde er mich sonst nicht nach Moskau einladen."

"Heißt das, wenn sie mich nicht hineinlassen, dann gehst du auch nicht hin?"

"Dich nicht in den Kreml zu lassen wäre ein Affront, den ich nicht hinnehmen könnte."

"Weil ich deine Beraterin bin, oder wegen der Freundin?"

"Beides!"

Wir müssen uns hinsetzen, weil die Maschine zur Landung ansetzt. Dazu verlassen wir das Schlafzimmer und setzen uns im Arbeitsbereich in zwei Sessel. Auch nachdem der Flieger bereits aufgesetzt hat und wir zur Parkposition rollen, bleiben wir weiterhin sitzen. Sam scheint es nicht eilig zu haben.

Erst als eine Mitarbeiterin kommt und ihn informiert, dass die Gangway steht und die Tür geöffnet werden kann, gibt mir Sam mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass wir aufstehen, was wir fast synchron hinkriegen. Als er nach meiner Hand greift und mit mir zum Ausgang geht, schauen uns alle hinterher.

"Ich habe ihnen gestern zwar gesagt, dass wir ein Paar sind, so ganz glauben können sie es offenbar nicht", raunt er mir belustigt zu.

"Ich denke, sie staunen, weil ein Außenminister händchenhaltend den Regierungsflieger verlässt", gebe ich Kontra.

"Sollen wir nicht?"

"Ich habe nichts dagegen."

"Na dann!"

Hand in Hand treten wir aus dem Flugzeug hinaus auf die Plattform oben an der Gangway. Unten wartet bereits eine Wagenkolonne. Eine kleine Delegation von fünf Männern und einer Frau wartet am Fuße.

"Das ist der Unterstaatssekretär oder so etwas ähnliches. Auf jeden Fall das Begrüßungskomitee", meint Sam.

"Die sind wegen dir da, nicht wegen mir", necke ich ihn.

"Ich bin mir da nicht so sicher. Nachdem ich dich zu meiner Beraterin berufen habe, können sie sich wohl denken, dass du mitkommst."

"Und nun stehe ich da, Hand in Hand mit dem Minister."

"Das wird lustig", meint er. "Also los, wir wollen sie doch nicht warten lassen."

Wie auf Kommando machen wir den ersten Schritt. Man könnte meinen, wir hätten das geübt. Aber mit Sam geht manches ganz einfach. Wir halten auch die gleiche Geschwindigkeit ein und lächeln beide der kleinen Gruppe zu.

Die Leute des Begrüßungskomitees schauen sich etwas verwundert an, als sie mich erkennen. Sie sind wohl überrascht, dass ich mit dem amerikanischen Außenminister zusammen die Treppe herunterkomme und, dass wir noch dazu Händchen halten.

"Herr Außenminister, ich heiße sie herzlich in Moskau willkommen", sagt der Mann, den Sam für den Unterstaatssekretär gehalten hat.

"Danke für die Einladung. Darf ich ihnen meine Freundin vorstellen, Frau Anastasia Serinskaya."

"Wir haben schon von ihnen gehört", meint der Mann etwas unfreundlich in meine richtung.

Sam schaut ihn leicht verärgert an und wendet sich, ohne etwas zu sagen, dem Wagen zu, der vermutlich für uns bestimmt ist.

"Warum so unfreundlich?", raune ich ihm zu.

"Er hat dich nicht begrüßt."

"Das kann ich verstehen. Ich bin nicht gerade beliebt in Russland. Zumindest habe ich alles getan, um mich unbeliebt zu machen", grinse ich.

"Du darfst das nicht so locker sehen. So etwas ist ein Affront. Du bist immerhin meine Freundin und als solche müsste er dich begrüßen. Ob er dich mag oder nicht, spielt dabei keine Rolle."

Wir gehen also weiter und als wir zum Wagen kommen, springt sofort einer unserer Männer vom Secret Service herbei und öffnet die Tür. Wir steigen ein und als ich einen Blick zur Delegation werfe, sehe ich in betretene Gesichter.

Als auch die anderen Mitglieder der Delegation in den anderen Fahrzeugen der Kolonne Platz genommen haben, fahren wir los. Polizisten auf Motorrädern begleiten uns und räumen die Straßen frei. Wir kommen unbehelligt zu einem ansehnlichen Ansitz, an dem die US-Flagge weht.

Eine hohe, mit Stacheldraht gesicherte Mauer umgibt ein größeres Gelände. Es muss einen Park oder zumindest eine ganz schön große freie Fläche geben. Vom Auto aus sehe ich nur ein größeres Gebäude, als wir durch ein eisernes Tor fahren, das hinter uns sofort wieder geschlossen wird.

Der Wagen hält genau vor dem Eingang des Gebäudes und die Türen zur Rechten und zur Linken werden aufgemacht. Sam und ich steigen aus. Da ich auf der Seite bin, die dem Haus abgewandt ist, muss ich um den Wagen herumlaufen. Sam wartet auf mich und hält mir sofort die Hand entgegen, damit ich sie ergreife.

In der Eingangshalle begrüßt uns ein etwa 60 Jahre alter Mann. Sam stellt ihn mir als den Botschafter vor und wir schütteln uns die Hände. Dann werden wir ins Haus begleitet. In einem Raum, der wohl als Speisezimmer dient, ist ein herrliches Frühstücksbuffet aufgebaut.

"Ich habe Hunger", raune ich Sam zu.

"Ich auch, aber auf dich", grinst er verschmitzt.

"Das wird wohl etwas warten müssen, die Hörnchen nicht", grinse ich zurück.

Wir setzen uns und ich nehme mir Brot, Butter, Schinken und Käse. Heute habe ich das Verlangen nach etwas Sättigendem. Immerhin musste ich mich gestern Abend mit zwei Sandwiches zufriedengeben. Eine Bedienung schenkt mir Kaffee ein.

"Danke", sage ich freundlich. "Sie retten mir das Leben."

Während wir essen, plaudern Sam und der Botschafter über alle möglichen Dinge. Ich habe den Eindruck, die beiden kennen sich besser. Es geht um gemeinsame Freunde und Leute, mit denen sie beruflich zu tun haben.

Als ich als letzte mein Besteck auf den Teller lege und damit signalisiere, dass ich satt bin, wird abgeräumt. Wir aber bleiben sitzen.

"Was könnte Labradorov von uns wollen?", erkundigt sich Sam.

"Ich habe Gerüchte gehört, dass er einen Waffenstillstand vorschlagen will."

"Können wir uns darauf einlassen?", will Sam wissen. "Nur, wenn sich der Feind vollständig von ukrainischem Grund und Boden zurückzieht", stelle ich sofort klar.

"Das werden sie nicht", hält der Botschafter dagegen.

"Dann sind wir umsonst nach Moskau geflogen", bringe ich meine Haltung zum Ausdruck.

"Wir machen es so", meint Sam zu mir. "Du bist die Harte, ich gebe mich etwas versöhnlicher. Schauen, was wir damit herausholen können."

"Braver Bulle, böser Bulle?"

"Man sagt nicht Bulle", grinst er. "Aber wir haben uns verstanden."

"Wann ist es soweit?", frage ich.

"In einer Stunde. Wir können uns noch etwas frisch machen."

"Ich kann aber nicht so gekleidet in den Kreml."

"Ach ja, das hätte ich fast vergessen. In euren Zimmern hängt eine Auswahl an Kleidern, die passen könnten", meint der Botschafter.

"In unseren Zimmern? Wir schlafen in einem Zimmer!", stellt Sam sofort klar.

"Oh, das wusste ich nicht. Ich lasse die Sachen sofort umräumen."

Zu meiner Überraschung verlassen wir auf der Rückseite das Gebäude und schlendern durch den Park. Etwa 40 bis 50 Meter entfernt entdecke ich eine kleine Villa. Sie ist im Jugendstil erbaut und ich finde sie schön und schnuckelig.

"Hier wohnen wir?", erkundige ich mich.

"Das ist das Gästehaus der Botschaft", bestätigt Sam.

"Dass ich einmal Gast in der US-Botschaft in Moskau sein werde, hätte ich mir bis vor wenigen Stunden nicht einmal träumen lassen. Wenn meine Mutter mich sehen könnte, die wäre stolz auf mich."

"Nur deine Mutter?"

"Nein, auch mein Vater, meine Ausbildner und sicher auch Ekaterina."

"Wer ist das denn?"

"Mein Verbindungsoffizier damals auf der Krim."

"Sie werden es vermutlich mitkriegen, dass du für ihr Land in Moskau Verhandlungen führst."

"Ich, ich soll Verhandlungen führen?"

"Was denn sonst. Dazu sind wir doch hier."

"Aber wie sollen sie es sehen?"

"Ich denke, das russische Fernsehen und sicher auch einige westliche Kanäle werden darüber berichten. Hast du nicht die Kameras im Hintergrund bemerkt, als wir aus dem Flugzeug gestiegen sind."

"Die waren vom Fernsehen?"

"Was denn sonst?"

"Mein Gott, dann sehen alle, dass wir Hand in Hand die Gangway herabgegangen sind."

"Ist dir das peinlich?", grinst er.

"Nein, das nicht", stelle ich sofort klar. "Schließlich habe ich einen guten Fang gemacht. Ich hätte es meiner Familie allerdings lieber persönlich erzählt. So erfahren sie aus dem Fernsehen, mit wem ihre Tochter oder Schwester zusammen ist. Das finde ich nicht sonderlich schön."

"Du bist nun eine bekannte Persönlichkeit. Daran wirst du dich gewöhnen müssen", lacht er.

"Lachst du mich etwa aus?"

"Das würde ich mich nie trauen. Sonst ergeht es mir noch wie dem Bären in Alaska", lacht er noch lauter.

Wir betreten das Haus und werden in den ersten Stock geführt. Dort gehen zwei Türen ab. Eine führt nach rechts, die andere nach links.

"Hier sind ihre Räume", meint der Bedienstete, der uns begleitet.

Er öffnet die Tür und lässt uns eintreten. Mir lassen die beiden Herren den Vortritt. Kaum stehe ich in der Tür, blicke ich mich erst einmal staunend um. Das ist kein Zimmer, das ist eine ganze Wohnung. Noch dazu scheint sie sehr luxuriös zu sein.

"Komm!", meint Sam. "Ich zeige dir alles."

Er legt den Arm um meine Taille und führt mich in den Raum hinein. Der Bedienstete, der uns begleitet hat, stellt das wenige Gepäck, das wir bei uns haben, auf einen Tisch und verschwindet. Als die Tür ins Schloss fällt, sind wir allein.

Sam dreht sich zu mir um, beugt sich etwas herab und küsst mich. Ich lasse mich darauf ein und erwidere den Kuss. Bei allem Neuen gibt mir der Kuss die Sicherheit, dass alles noch so ist, wie es sein soll. Erst nach einiger Zeit lösen wir uns wieder voneinander.

"Das habe ich gebraucht", meint er zufrieden lächelnd.

"So viel zum Zeigen der Räume", necke ich ihn.

"Meine Liebe, ein Mann hat eben seine Prioritäten", grinst er frech zurück.

"Die sind nun befriedigt, also können wir uns die Räume ansehen", gebe ich Kontra.

Er lacht belustigt, führt mich dann aber in ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, ein großes Schlafzimmer, ein luxuriöses Bad und ein Ankleidezimmer. Alles zusammen hat eine beachtliche Größe.

"Wie lange haben wir Zeit?", frage ich.

"Nun, ja. Wir müssen in einer halben Stunde wieder aufbrechen", meint er.

"Wir treffen den Außenminister. Habe ich das richtig verstanden?"

"Ja, genau den."

"Da kann ich unmöglich so antanzen", sage ich geschockt. Dabei deute ich mit den Händen auf meinen Körper.

"Du wirst dich umziehen müssen", grinst Sam.

"Wo sind unsere Rucksäcke?"

"Darin wirst du sicher nicht das Passende finden. Außerdem wurden diese nach Washington geflogen", grinst er.

"Was nun?"

"Schau in den Schrank!"

"In welchen Schrank?"

"In den im Ankleidezimmer."

"Und was glaubst du, was ich dort finde?"

"Schau doch einfach nach!", beharrt er.

Etwas irritiert aber auch verärgert, weil er so ein Geheimnis um die Sache macht, gehe ich ins Ankleidezimmer und öffne den erstbesten Schrank. Er ist leer.

"Da ist nichts drinnen!"

"Schau weiter!"

Er bekommt zwar einen bösen Blick von mir, ich mache aber, was er sagt. Ich reiße eine Schranktür nach der anderen auf. Bei der dritten bleibe ich wie angewurzelt stehen.

"Was ist das?"

"Kleider, Hosen, Mäntel, was eine Frau halt so braucht", grinst er.

"Von wem sind die Sachen?"

"Von dir!"

"Wie von mir?"

"Die wurden für dich gekauft."

"Von wem?"

"Du stellst aber viele Fragen", grinst er schelmisch.

"Wenn ich dir alles aus der Nase ziehen muss!", beschwere ich mich.

"Gut, als wir in Alaska erfahren haben, dass wir nach Moskau fliegen müssen, hat dich mein Sekretär doch um deine Maße gebeten."

"Ja, daran kann ich mich erinnern."

"Diese hat er an die Botschaft hier in Moskau weitergegeben, es wurde eine Personal Shopperin beauftragt, alles zu besorgen, was du brauchen könntest und es wurde dann hier in den Schrank gehängt."

"Kleidung?"

"Kleidung, Unterwäsche, Schmuck, Schminke alles, was eine Frau eben braucht. Du musst nur nachschauen. Aber beeile dich."

"Ich muss ja noch duschen!", kommt mir in den Sinn.

Hastig entledige ich mich meiner Kleider, eile ins Bad und stelle mich unter die Dusche. Zu meiner Verwunderung stehen dort ein Duschgel für Männer und eines für Frauen. Ich nehme das zur Hand, das vermutlich für mich bestimmt ist und rieche daran. Es ist mir zu blumig. Deshalb nehme ich das Duschgel für Herren und diesmal bin ich zufrieden. Der leicht herbe Duft ist super.

Ich dusche mich mit Sams Duschgel und trockne mich anschließend ab. Mit einem Handtuch um den Körper gewickelt eile ich ins Ankleidezimmer, öffne alle Schränke und Schulladen und finde alles, was ich brauche.

Die Unterwäsche ist von den bekanntesten Designern und unglaublich sexy. Die Kleider sind von bester Qualität und ausgesprochen modern. Sie sind außergewöhnlich und doch schick. Alles, was eine Frau braucht, befindet sich in den Schränken. Von einem Reitausflug bis zum Galadiner, ich wäre immer bestens gekleidet.

Für den Besuch bei Labradorov nehme ich einen pfiffig geschnittenen Hosenanzug in einem wunderschönen Weinrot und wähle dazu einen leichten Mantel, der mir auf Anhieb gefällt. Er ist außergewöhnlich und ist genau nach meinem Geschmack.

Vornehm, aber auch etwas lässig komme ich mir vor, als ich im Spiegel das Ergebnis meiner Wahl begutachte. Die Frau, die meine Sachen eingekauft hat, muss verdammt gut sein.

Ich suche noch etwas Schmuck, den ich bald zusammen habe. Eine schicke Kette, pfiffige Ohrringe und ein auffallender Ring sind das, was ich brauche und auch auf Anhieb finde. Die Auswahl ist gut und ich gehe davon aus, dass er echt ist. Die Sachen müssen ein Vermögen gekostet haben.

Während ich jeweils überlegen muss, was ich nehme, hat es Sam einfach. Er schnappt sich einen der vielen Maßanzüge und ist kurze Zeit später auch schon fertig. Gemütlich setzt er sich in einen Sessel im Ankleidezimmer und beobachtet mich, ohne auch nur ein Wort zu sagen.

"Gefällt dir, was ich ausgesucht habe?"

"Du siehst zum Anbeißen aus. Wenn wir nicht zum Außenminister müssten, würde ich dich auf der Stelle wieder ausziehen und vernaschen."

"Wozu hätte ich mir dann die ganze Mühe gemacht?", grinse ich.

"Ja, ja. Dann also los!", grinst auch er. Ich habe den Eindruck, es kostet ihn tatsächlich einiges an Überwindung.

Kapitel 30

Unsere Wagenkolonne setzt sich in Bewegung. Unser Ziel ist der Kreml. Labradorov empfängt uns dort. Ob er damit seine Macht demonstrieren will oder es ein Entgegenkommen und eine Würdigung uns gegenüber ist, wüsste er nicht, hat Sam gemeint. So wie ich die Russen einschätze, ist es wohl eher eine Machtdemonstration.

Trotzdem lasse ich das Treffen gelassen auf mich zukommen, auch wenn ich ganz schön aufgeregt bin. Ich bin auf dem Weg in den Kreml. Wenn mir das jemand noch vor wenigen Wochen gesagt hätte, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Erneut werden wir von Polizisten auf Motorrädern eskortiert. Mit Blaulicht und Sirene verscheuchen sie alle, die auf den Straßen unterwegs sind, und wir haben freie Fahrt. Selbst im dichtesten Moskauer Stadtverkehr werden wir nicht eingebremst.

"Das ist beeindruckend, dass alle ausstellen", sage ich.

"Ich denke, wer sich weigert, kommt in ein Lager."

"Darauf kannst du dich verlassen", bestätige ich.

Es dauert nicht lange und wir fahren beim Kreml vor. Es muss ein Nebeneingang sein, denn ich kann den Roten Platz nicht sehen. Der Außenminister ist wohl nur über den Dienstboteneingang zu erreichen, überlege ich schmunzelnd.

Unsere Kolonne hält an, wie steigen aus und werden von einem hoch dekorierten Mann empfangen. Er trägt eine Uniform und scheint wohl vom Geheimdienst zu sein.

"Wenn mir die Herrschaften folgen würden", meint er emotionslos.

Als er mich jedoch erblickt, erstarrt er sofort. Er fängt sich zwar schnell wieder, aber ich habe sein Zögern bemerkt. Allerdings ist mir im ersten Moment nicht klar, was dies zu bedeuten hat.

"Ich denke die junge Dame bleibt beim Wagen", meint er. Oha, man mag mich hier nicht.

"Dann steigen wir alle wieder ein", kontert Sam sofort. "Frau Serinskaya gehört zu meiner Delegation und genießt den Status einer Diplomatin."

Sein Ton ist schneidig und ich kann ihm deutlich ansehen, dass er verärgert ist, sehr sogar. Um ehrlich zu sein, habe ich ihn so noch nie erlebt. Als er auch noch Anstalten macht, sich wieder umzudrehen, lenkt der Mann sofort ein.

"Wenn das so ist. Kommen sie!"

Er raunt einem anderen Mann etwas zu, der davoneilt. Dann führt er uns durch lange Gänge zu einem Konferenzraum. Dieser ist leer und wir werden aufgefordert, uns zu setzen.

"Der Herr Außenminister kommt sofort", meint der Mann.

Er wirft mir noch einen Blick zu, als wollte er mich mit Haut und Haar auffressen, dann aber dreht er sich um und verschwindet.

"Sind die immer so unfreundlich?", frage ich.

"Beste Freunde waren wir noch nie, aber das heute hat alles in den Schatten gestellt, was ich je erlebt habe", grinst Sam.

"Das liegt dann wohl doch an mir", antworte ich belustigt. Auch Sam lächelt mich an.

Ich bin froh, dass er schon wieder lachen kann. Wir setzen uns an den Tisch, warten aber nur kurz. Wenige Minuten nach uns betritt der russische Außenminister mit Begleitern den Raum.

"Herr Peterson, seien sie mir gegrüßt", meint er und streckt Sam die Hand entgegen.

"Herr Labradorov, ich danke für die Einladung. Darf ich ihnen meine Beraterin und Freundin, Frau Serinskaya vorstellen."

"Willkommen", meint Labradorov nur in meine Richtung. Freundich ist der Empfang nicht, aber zumindest höflich.

"Sie müssen den kleinen Zwischenfall bei der Ankunft entschuldigen. Der Leiter des FSB hat beim Angriff auf die Ölplattform seinen Sohn verloren."

"Trotzdem sollte sich der Leiter des Geheimdienstes im Griff haben", antwortet Sam. Sein Ton ist sofort wieder schneidig.

"Aber setzen wir uns doch. Ich habe sie eingeladen, um über ein mögliches Friedensabkommen für die Ukraine zu verhandeln", wechselt der Russe das Thema.

"Wenn alle russischen Truppen ukrainischen Boden verlassen haben, dann können wir reden", platzt es aus mir heraus.

"Sie haben eine vorlaute Freundin oder Beraterin", meint Labradorov tadelnd.

"Anastasia ist nicht hier, um still zu sein", antwortet Sam gelassen.

"Wer führt die Verhandlungen?", will der russische Außenminister wissen.

"Wir beide", antwortet Sam.

Als er mich dabei anschaut, werfe ich ihm einen fragenden, aber auch einen dankbaren Blick zu. Ich bin überrascht, dass er mir so viel Mitsprache zugesteht.

"Sie können doch nicht irgendeine ukrainische Frau für Amerika sprechen lassen", meint Labradorov mit tadelndem Unterton.

"Anastasia ist nicht irgendeine ukrainische Frau. Sie kennt ihr Land, sie hat gekämpft und sie hat dem Gegner erhebliche Verluste beigebracht, vor allem strategisch wichtige Aktionen durchgeführt."

"Sie ist aber eine Frau!"

"Ist sie deshalb ein schlechterer Mensch?"

"Das wollte ich damit nicht sagen", wehrt Labradorov sofort ab.

"Sie kennen nun unseren Standpunkt."

"Lassen sie uns doch darüber reden."

Der Ton des russischen Außenministers ist beinahe flehend. Ich habe den Eindruck, als wäre ihm ein Waffenstillstand sehr wichtig, ja fast schon für ihn notwendig. Sam aber blickt nur zu mir und nickt mir aufmunternd zu.

"In diesem Punkt gibt es nichts zu verhandeln. Ich bin mir sicher, das gesamte Volk der Ukraine steht hinter dieser Forderung", stelle ich klar.

"Aber die Zivilbevölkerung leidet!"

"Herr Außenminister, ich darf sie daran erinnern, dass ihr Land die Ukraine angegriffen hat und damit der Aggressor ist. Auch, wenn sie dieses Wort nicht gerne hören, wir haben Krieg und keine Sonderoperation. In einem Krieg leiden Soldaten und die Zivilbevölkerung. Das ist leider so. Wenn wir aber klein beigeben, dann werden wir unterdrückt und das ist mit Sicherheit noch viel schlimmer als die Gräuel des Krieges. Sie gehen hoffentlich irgendwann vorbei, das Joch einer Fremdherrschaft wäre hingegen für eine ganz lange Zeit."

"Wir könnten dem Blutvergießen ein Ende setzen", hält Labradorov dagegen.

"Das könnten wir, das könnten sie sogar ganz allein. Sie bräuchten sich nur zurückziehen."

"So einfach ist das nicht."

"Genau genommen ist es so einfach. Das Problem ist nur, dass sie es nicht wollen."

"Sie bleiben bei der Forderung nach einem Rückzug?"

"Solange auch nur ein russischer Soldat auf ukrainischem Territorium ist, wird es keine Waffenruhe und keine Verhandlungen geben", sage ich entschlossen.

Labradorov schaut mich nachdenklich an. Dann wendet er sich an Sam.

"Ist das euer letztes Wort?"

"Sie haben Frau Serinskaya gehört."

"Dann müssen wir morgen ein Treffen mit Präsident Popov anstreben. Nur er kann eine solche Entscheidung treffen."

"Wir bleiben bis morgen in Moskau. Geben sie uns Bescheid", meint Sam trocken.

Kaum hat er das gesagt, steht er auf und ich sowie der Rest unserer Delegation tut es ihm gleich. Labradorov bleibt noch einen Moment sitzen und schaut mich nachdenklich an.

Ich habe das Gefühl, er konzentriert im Moment seinen gesamten Hass auf mich. Ich stehe seinem Erfolg im Weg, nur ich. Ich bezweifle zwar, dass Sam nachgeben würde, aber in den Augen des Russen, bin ich die Böse.

Wir werden verabschiedet und wieder zu unseren Autos begleitet. Sam hält mir galant die Tür auf und ich steige ein. Wir machen uns auf den Weg zurück in die Botschaft.

"Was machen wir mit dem angebrochenen Nachmittag?", will Sam wissen.

"Können wir uns die Stadt anschauen oder essen gehen?"

"Wir machen eine Stadtrunde und fahren dann zu einem kleinen Lokal, wo man köstliche Spezialitäten der Gegend bekommt", antwortet er.

Die Stadttour ist wirklich schön. Ich kenne von Moskau nur den Bahnhof und auch den nur von innen, und zwar auch nur deshalb, weil ich auf meiner Irrfahrt auf die Krim hier Halt gemacht habe.

Ich habe mich damals nicht lange in der Stadt aufhalten wollen. Moskau war mir zu unsicher und ich war auf mein Ziel fokussiert. In den weniger bewohnten Gegenden fällt man als Agent vermutlich weniger auf. Das zumindest habe ich mir eingebildet.

Jetzt, wo ich die vielen Menschen in den Straßen sehe, frage ich mich, ob es nicht sogar leichter wäre, hier unterzutauchen und in der großen, grauen Masse zu verschwinden.

Ich mache mir darüber aber nur kurz Gedanken und genieße die Besichtigung. Vor dem Abendessen kehren wir in die Botschaft zurück, um uns noch schnell frisch zu machen. Ich ziehe mir auch etwas Legereres an, auch wenn ich immer noch ausgesprochen schick bin, zumindest für meine Verhältnisse.

"Herr Außenminister, das müssen sie sich anschauen", empfängt uns ein Mitarbeiter, kaum, dass wir die Botschaft betreten.

"Was ist denn?", will Sam wissen.

"Das russische Fernsehen hat einen Bericht über ihren Besuch beim Außenministerium ausgestrahlt."

Wir gehen in einen Raum, in dem sich ein riesiger Fernseher befindet und der Mann spielt den Bericht, den er vermutlich aufgezeichnet hat, ab. Tatsächlich wird über unseren Besuch bei Labradorov berichtet.

Allerdings wird es so dargestellt, als sei ich es, die sich vehement gegen einen Waffenstillstand und Verhandlungen stellt. Es werden sogar Ausschnitte aus meinem Gespräch mit dem russischen Außenminister eingespielt. Sie sind aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen und zeichnen ein komplett falsches Bild davon, was ich wirklich gesagt habe.

"Solche Schweine!", braust Sam auf.

"Was hast du dir erwartet?", frage ich gelassen.

"Dass du so ruhig bleiben kannst? Das ist doch alles gelogen."

"Was soll ich denn dagegen tun. Jeder kennt die russische Propaganda."

"Aber diesen Beitrag wird man auch bei euch in der Ukraine sehen."

"Ja, ich gehe davon aus."

"Die müssen doch böse auf dich sein."

"Ich habe nur das gesagt, was alle zu Hause denken."

"Bist du dir da sicher?"

"Das bin ich."

"Ich lasse trotzdem unsere Kommunikationsabteilung eine Gegendarstellung verfassen."

"Lass das. Damit gibst du den Russen mehr Bedeutung, als sie haben."

Kapitel 31

Wir betreten das Restaurant. Wie Sam gesagt hat, ist es tatsächlich klein und sehr traditionell eingerichtet. Es gefällt mir auf Anhieb.

Sam hat über die Botschaft einen Tisch reservieren lassen und wir werden von einer sehr freundlichen Kellnerin zu diesem begleitet. Zwei weitere Tische drum herum sind für unsere Sicherheitsleute sowie für andere Begleiter bestimmt. Ich stelle schmunzelnd fest, dass Sam dazugelernt hat.

Als wir sitzen, entspanne ich mich sichtlich. Wir plaudern, wir turteln ein wenig, auch wenn ich es noch nicht gewohnt bin, dies in aller Öffentlichkeit zu tun. Immerhin hat sich unsere Beziehung in der Wildnis Alaskas entwickelt und dort konnten wir uns völlig unbeobachtet geben, ganz so, wie es uns passte.

Doch nun bewegen wir uns in der Öffentlichkeit und stehen dabei unter besonderer Beobachtung. Immerhin ist Sam eine Person des öffentlichen Lebens. Dies ist für mich noch sehr ungewohnt.

Wir nehmen gerade ein Glas Wein zur Hand, um anzustoßen. Wir warten schon hungrig, bis das Essen kommt, da stürmen drei Kamerateams ins Lokal. Zwei Reporterinnen und ein Reporter mit ihren Kameraleuten, alle von US-Fernsehsendern, schauen sich um und entdecken uns sofort. Hastig kommen sie auf uns zu.

Gleichzeitig springen aber auch die Leute vom Secret Service auf und stellen sich ihnen in den Weg. Die Reporter wollen allerdings nicht aufgeben.

"Frau Serinskaya, Frau Serinskaya, nur zwei Fragen, bitte!", fleht eine der Reporterinnen. Sie wird jedoch von einem der Sicherheitsleute zurückgehalten und beugt sich über dessen Arm in meine Richtung.

Ich überlege kurz, schaue Sam an und stehe dann auf, um auf die Gruppe zuzugehen. Die Frau, die gefragt hat, scheint von CNN zu sein. Zumindest hält sie ein Mikrophon mit dem entsprechenden Logo in der Hand.

"Lasst die Leute bitte durch", wende ich mich an die Sicherheitsleute.

Diese schauen mich irritiert an, dann blicken sie zu Sam. Dieser scheint genauso überrumpelt zu sein und zuckt nur mit den Schultern. Daraufhin treten die Männer zur Seite. Ihr Blick ist auf mich gerichtet und zeigt mir, dass sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.

"Kommt, setzt euch zu uns", biete ich an.

"Wie? Sie laden uns ein, uns zu euch zu setzen?", will die Frau von vorhin wissen.

"Ja, wir lassen einen weiteren Tisch hinzustellen, dann haben wir schon Platz. Wir müssen eben etwas enger zusammenrücken, aber das passt doch, hoffe ich?"

"Natürlich passt das", meint die Frau immer noch beinahe sprachlos. Sie schaut hilfesuchend zu ihren Kollegen. Diese zucken auch nur mit den Schultern.

"Könnt ihr einen Tisch dazustellen und etwas Platz machen?", frage ich die Sicherheitsleute.

"Äh, ja", meint einer von ihnen. Ich glaube, er hat das Kommando. "Das ist aber nicht üblich."

"Nicht üblich vielleicht, aber spricht etwas dagegen?"

"Es könnte ein Risiko darstellen."

"Was? Dass sich Reporter an unseren Tisch setzen? Das sind doch keine Terroristen."

Er schaut die Gruppe ein wenig skeptisch an, gibt sich dann aber einen Ruck und erteilt Anweisung, meine Wünsche in die Tat umzusetzen. Wenig später sitzen wir alle zusammen an einem Tisch. Sam und ich sind von den Reportern umringt. Der Botschafter hat sich zu den Sicherheitsleuten geflüchtet.

"Es ist tatsächlich ungewöhnlich, dass sich der US-Außenminister mit Reportern an einen Tisch setzt", wirft die Frau von CNN ein.

"Dann wird es Zeit, dies zu ändern. Möchtet ihr etwas essen. Wir haben bereits bestellt, aber ich lasse nochmal die Karte kommen."

"Frau Serinskaya, wir hätten ein paar Fragen zum Bericht im russischen Fernsehen."

"Anastasia bitte, nennen sie mich doch Anastasia. Was möchten sie denn wissen?"

"Ich bin Susan", meint sie schüchtern.

"Freut mich. Wollen sie nicht zuerst bestellen. Reden können wir dann immer noch."

Ich winke die Kellnerin herbei und lasse uns die Karte noch einmal bringen. Die Neuankömmlinge bestellten ausgesprochen zurückhaltend. Sie schauen immer wieder unsicher zu mir, zu Sam oder sich gegenseitig an.

"Das Essen zahlst du? Ansonsten musst du es mir von meinem ersten Lohn abziehen lassen", flüstere ich Sam zu.

"Das passt schon", flüstert er zurück. "Es ist nur so, dass es wirklich ungewöhnlich ist, wie du vorgehst."

"Ich bin nun mal so", sage ich beinahe entschuldigend.

"Genau das gefällt mir."

Als sich die Kellnerin mit den zusätzlichen Bestellungen entfernt, sitzen zunächst alle leicht betreten und still da. Ich sehe es Susan neben mir an, dass ihr Fragen auf der Zunge brennen.

"Susan, was möchten sie wissen?"

"Ich bin ein wenig verwirrt. Ich könnte mich nicht erinnern, dass es jemals eine solche Situation gegeben hat."

"Was für eine Situation? Jetzt verwirren sie mich."

"Ich glaube, das hat es noch nie gegeben, dass sich Presse und ein Minister zum Essen an einen Tisch gesetzt haben."

"Es gab sicher schon das eine oder das andere Galadiner."

"Das schon, aber sie haben uns eingeladen, damit wir sprechen können."

"Uns anzuschweigen hat doch keinen Sinn", halte ich schmunzelnd dagegen.

"Werden sie offen mit uns reden?", will Susan wissen.

"Ja, ich möchte ein lockeres Gespräch führen und ich werde ehrlich sein."

"Warum? Sonst gibt es meist nur Statements und die sind knapp."

"Sehen sie, genau da liegt doch das Problem. Wenn die Menschen offener miteinander kommunizieren würden, würden sie sich besser verstehen. Das gilt doch ganz besonders im Umgang mit der Presse.

Ihr seid das Sprachrohr für Millionen von Menschen, Menschen, die ein Recht darauf haben, zu verstehen, was die Politik und andere Leute tun und warum sie es tun. Erst dann können sie die Entscheidungen oder die Handlungen leichter verstehen oder zumindest nachvollziehen."

"Ich verstehe, keine Geheimnisse."

"Naja, ich will nicht ausschließen, dass es Situationen gibt, wo man aus triftigen Gründen nicht alles sagen kann oder darf. Aber wo immer es geht, sollten wir versuchen unser Vorgehen zu erklären."

"Sehen sie das auch so, Herr Minister?"

"Ich gestehe, auch ich war überrascht, als Anastasia sie einfach zu uns an den Tisch geben hat. Es ist in der Tat ungewöhnlich. Ich muss aber gestehen, dass meine Freundin öfters etwas ganz anders macht, als man dies gewohnt ist. Aber ich bin überzeugt, sie tut das Richtige und stehe deshalb voll hinter ihr."

"Sie wollten aber etwas anderes fragen, als sie ins Restaurant gekommen sind", wende ich mich wieder an Susan.

"Ach ja, genau. Ich habe im russischen Fernsehen, vermutlich wir alle, den Beitrag über die Gespräche mit Labradorov gesehen. Ist ihnen das Leid ihres Volkes wirklich egal?"

Ich muss lachen. Ganz so ist es im Beitrag nicht hinübergekommen, aber etwas zugespitzt formuliert, könnte es darauf hinauslaufen.

"Allein schon der Umstand, dass sie uns gesucht und diese Frage gestellt haben, zeigt mir, dass sie der russischen Propaganda nicht glauben und sie tun gut daran. Das Gespräch ging um die Frage, ob ein Waffenstillstand möglich ist", gibt Sam die Antwort. "Dabei wurde von russischer Seite das Leid der Zivilbevölkerung in der Ukraine angesprochen."

"Und genau das ist doch absurd", mische nun ich mich ein. "Russland greift die Ukraine an, beschießt bewusst zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser, Bahnhöfe und vieles mehr, nimmt damit ganz bewusst den Tod, das Leid und die Einschüchterung der Menschen in Kauf und gibt dann vor, sich Sorgen, um die Zivilbevölkerung zu machen. Ich finde, das ist verlogen, wenn nicht zynisch. Ich habe dem russischen Außenminister gesagt, das Leid ließe sich sofort lindern, mit dem Abzug seiner Soldaten."

"Aber auch schon ein Waffenstillstand würde helfen", wirft Susan ein.

"Den kann es geben, auch Verhandlungen. Dazu muss sich Russland aber vollständig von unserem Territorium zurückziehen."

"Kann man nicht vorher schon sprechen."

"Bei einem Waffenstillstand hätte die russische Seite Zeit, sich neu aufzustellen und Kräfte zu sammeln. Sie wollen doch nur Zeit gewinnen. Ich glaube nicht, dass sie es mit den Verhandlungen ehrlich meinen."

"Und ein Frieden aufgrund der heutigen Gebietssituation?"

"Wäre eine Katastrophe."

"Warum?", will Susan wissen.

"Zum Glück hat die Welt aus dem Krieg von 2014 gelernt. Der russische Präsident Popov wird nie Ruhe geben, solange er nicht besiegt oder zumindest gezwungen wird, sich zurückzuziehen. 2014 wurde ihm die Krim zugesprochen und was ist das Ergebnis? Er hat erneut angegriffen. Er wird nie genug haben, nicht bis er alles hat."

"Wäre es so schlimm, wenn die Ukraine wieder zu Russland gehören würde?"

"Sie würden für den Weltfrieden jedem Aggressor dieser Welt Land schenken?"

"Das nicht?"

"Aber die Ukraine? Wo bleibt der Glaube an Freiheit der Völker, an das Recht zur Selbstbestimmung? Das ist in unserer Welt eh schon ein sehr hohes Ziel, das viele Länder bis heute nicht erreicht haben."

"Sie glauben also, Popov würde nie Ruhe geben?"

"Ihm schwebt die alte Sowjetrepublik vor und wenn er dieses Ziel erreicht hat, so frage ich mich, wird er dann zufrieden sein?"

"Sie halten ihn für einen Machtmenschen?"

"Sie nicht?"

Wir plaudern noch eine ganze Weile. Dabei wollen die Reporter einiges über mein Leben wissen, wie ich aufgewachsen bin, wie ich zum Geheimdienst kam und wie ich nach Amerika gekommen bin.

Sam erzählt, wie ich ihm das Leben am Wasserfall gerettet und den Grizzly mit bloßen Händen und einem Messer getötet habe. Erst jetzt fällt mir auf, wie spannend er erzählen kann. Dementsprechend hängen die Reporter auch an seinen Lippen.

"Mit einem Messer? Ganz allein?", will Susan wissen.

"Ich hatte versprochen, auf den Außenminister aufzupassen. Wäre nicht gut gekommen, wenn er in meiner Begleitung von einem Bären zerfleischt worden wäre."

"Du hast es also nur wegen deiner Reputation gemacht?", grinst Sam.

"Was sonst?", necke ich ihn. Ich gebe ihm aber einen Kuss, um zu zeigen, dass die Sache nicht so gemeint ist.

Es wird ganz schön spät, bis wir in die Botschaft zurückkehren. Schon am Eingang kommt uns ein Sekretär entgegen und informiert uns, dass morgen um 10 Uhr ein Treffen mit Popov geplant sei. Wir sagen zu.

Kapitel 32

"Das Plaudern mit den Journalisten hat Spaß gemacht", meint Sam.

Wir sind im Bad und bereiten uns vor, zu Bett zu gehen. Ich habe den Mund noch voller Zahnpasta und Schaum, weshalb ich nicht sofort antworten kann.

"Das solltest du öfters machen. Dann lieben sie dich."

"Und wenn es unangenehm wird? Wenn ich etwas nicht sagen kann?"

"Dann sag ganz offen, dass du Gründe dafür hast, dass du es noch nicht sagen kannst."

"So einfach?"

"Wer will, der versteht das, weil er weiß, du würdest es sagen, wenn du könntest. Durch die Ehrlichkeit baust du Vertrauen auf. Wenn jemand das trotz allem nicht verstehen will, dann ist ihm sowieso nicht mehr zu helfen. Der würde dich so oder so zerlegen."

"Da könntest du auch wieder recht haben."

"Habe ich doch immer", grinste ich breit. Doch Sam wird ernst.

"Deutlich schwieriger wird es vermutlich morgen mit Popov", meint er. Ich muss laut loslachen.

"Was ist daran so lustig?"

"Wenn ich Popov höre, muss ich immer an ein bestimmtes Körperteil denken", lache ich.

"An was? An den Po?"

"An den Arsch!"

Wir prusten beide los und gehen zurück ins Schlafzimmer. Wir sind nackt und Sam gibt mir einen Klaps auf den Hintern.

"Aua!", beklage ich mich gespielt.

Mir ist klar, was er will. Sam will Sex. Das kann ich an seiner Gier in den Augen ablesen.

"Ich hätte Lust, etwas Neues auszuprobieren", sage ich frei heraus.

"Und das wäre?"

"Entweder ich darf heute über dich verfügen oder umgekehrt."

"Ich wäre dabei."

"Als was? Als Dom oder Sub?"

"Als Dom natürlich."

"Warum natürlich?"

"Weil der Mann von Natur aus, der dominante Teil ist."

"Ist das so?"

"Das war doch bei allen Völkern so."

"Das stimmt nicht ganz. Du vergisst die Amazonen."

"Das kann auch nur eine Legende sein, erfunden von Frauen, die nicht wahrhaben wollten, dass wir Männer überlegen sind."

"Ach ja? Wir können es gerne ausfechten."

"Mit dem Degen oder mit dem Schwert?

"Nein mit Armdrücken", grinse ich.

"Da gewinnst du, das zählt nicht."

"Beim Kampf mit dem Degen oder dem Schwert sicher auch."

"Das ist unfair", protestiert er.

"Dann losen wir es aus", schlage ich vor.

"Münze werfen?"

"Ja, warum nicht."

"Ich nehme Kopf."

"Ich Zahl."

Sam holt eine Münze aus seiner Geldtasche und lächelt mich an. Ich bin ein wenig nervös. Ich weiß nicht, ob ich mich unterordnen kann. Zwar musste ich das während meiner Ausbildung fast immer, allerdings nicht im Bett. Ich habe es noch nie zugelassen, dass dort ein Mann die Kontrolle übernimmt.

"Bereit?", erkundigt er sich. Mir kommt es so vor, als wüsste er um meine Sorgen.

"Bereit!", bestätige ich dann aber doch.

Er wirft die Münze in die Höhe, fängt sie und legt sie zugedeckt auf den freien Handrücken. Doch, anstatt die andere Hand wegzunehmen, lässt er die Münze bedeckt und hält die Spannung aufrecht.

"Ich gewinne", grinst er.

"Sei dir nicht so sicher."

"Ich spüre es und dann bringe ich dich zum Schreien vor Lust."

"Dann warte ab, was ich mit dir mache", grinse ich zurück.

Ich bin allerdings innerlich nicht so gelassen, wie ich mich nach außen gebe. Mich einem Mann einfach nur hinzugeben und er darf mit mir machen, was immer er will, wäre komplett neu für mich.

Langsam, ganz langsam zieht er seine Hand zur Seite. Die Spannung in mir ist unglaublich. Ich beschwöre diese blöde Münze, dass die Zahl obenauf liegen soll. Es muss einfach Zahl kommen!

Fast in Zeitlupe bewegt sich die Hand. Endlich wird der Rand der Münze sichtbar und noch einmal steigt die Spannung. Noch aber kann man nichts erkennen. Sam wirft mir einen belustigen Blick zu. Er scheint mich inzwischen gut zu kennen und weiß offenbar, wie es tief in mir drinnen aussieht.

Immer mehr von der Münze wird sichtbar. Verdammtes Ding! Sie liegt so, dass man noch immer nicht erkennen kann, was es ist.

"Auf was hoffst du?", lacht Sam.

"Natürlich auf Zahl. Dann mache ich dich fertig."

"Bitte keine leeren Drohungen", grinst er.

Dann zieht er die Hand rasch zur Seite. Kopf! Verdammte Scheiße!

"Du gehörst mir!", grinst er zufrieden.

"Ja, ich gehöre dir", bestätige ich.

"Du bist nicht so begeistert?"

"Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand über mich verfügen darf. Ich gebe nicht gern die Kontrolle ab, im Bett schon gar nicht."

"Dann werde ich es umso mehr genießen", grinst er verschmitzt.

Wir stehen uns gegenüber. Sam legt die Münze zur Seite. Er lässt dabei seinen Blick gierig über meinen Körper gleiten. Die Lust darin ist deutlich zu erkennen. Beinahe könnte man es als riesengroßes Verlangen bezeichnen.

Er macht den letzten Schritt auf mich zu und steht nun direkt vor mir. Ich komme mir ausgeliefert vor. Vermutlich ist es das Wissen, dass ich ihm gehöre. Womöglich ist das alles nur Kopfsache.

Sam lässt seine Hand provozierend langsam über meinen Po streichen, umrundet mich und legt seine beiden Hände von hinten über meine Brüste. Er beginnt sie sanft zu massieren. Auch, wenn es äußerst angenehm ist und meine Nippel sofort hart werden, ist es ein Zeichen, dass er von meinem Körper Besitz ergreift. Ich gehöre ihm, zumindest für diese Nacht.

Natürlich gehöre ich ihm, oder besser gesagt, ich will zu ihm gehören. Für mich ist es dabei nur ein Problem, keine Mitsprache zu haben, mich einfach nur hingeben zu müssen. Aber genau das erwartet er sich und das haben wir ja auch ausgemacht.

Während eine Hand auf meiner linken Brust bleibt, schiebt sich die andere über meinen Bauch in Richtung meiner Scham, legt sie über sie und beginnt mich auch dort zu verwöhnen. Es ist schön und ich genieße es.

Ich versuche auszublenden, dass ich tun muss, was er sagt, und es gelingt mir. Irgendwie schaffe ich es, Sam voll und ganz zu vertrauen und mich nur noch auf sein Tun zu konzentrieren. Es gibt nur noch die Erregung und ich blende alles andere aus. Ich spreize sogar bereitwillig die Beine, damit er leichter zukommt.

Ein Finger schiebt sich in meinen Lustkanal. Er bewegt sich langsam, aber stetig und treibt mein Verlangen immer weiter in die Höhe. Ich presse mein Becken seiner Hand entgegen, ich möchte, dass er tiefer in mich eindringt, mich ausfüllt, mich endlich vögelt, was das Zeug hält.

Aber er macht nichts dergleichen, er reizt mich weiterhin mit dem Finger, der bei weitem nicht ausreicht und sich viel zu langsam bewegt, um mein Verlangen auch nur im Ansatz zu stillen.

"Nichts so gierig", flüstert er mir von hinten ins Ohr. "Du gehörst mir."

"Ja, ja!", stöhne ich.

Zu meinem Leidwesen lässt Sam von mir ab und dirigiert mich zum Bett. Er weist mich an, mich auf den Rücken zu legen und die Glieder weit von mir zu strecken.

Er holt ein Handtuch und legt es mir über den Kopf. Nun sehe ich nichts mehr. Ich kann nicht einmal unter dem Rand hindurchblicken und zumindest einen ganz kleinen Ausschnitt erkennen. Nichts, absolut nichts, ist zu sehen.

"Beine spreizen!", befiehlt er.

Nur ungern komme ich dieser Aufforderung nach. Jetzt, wo ich nicht weiß, was um mich herum vor sich geht, zeige ich mich ungern so offen und verletzlich. Aber ich habe zugesagt, mich ihm hinzugeben und bemühe mich deshalb, es auch zu tun.

Eine längere Zeit lang passiert gar nichts. Ich bleibe einfach offen liegen und stelle mir vor, dass er meinen Körper betrachtet. Vermutlich lässt er seinen Blick genau in diesem Augenblick direkt zwischen meine Beine gleiten und studiert jeden Millimeter meiner Scham.

Allein der Gedanke von seinem direkten Blick auf meinem Körper bringt die Erregung zurück. Ich spüre, wie ich feucht werde und sich bereits ein erster kleiner Topfen am Ausgang meiner Scheide bildet.

Ich will gevögelt werden und Sam tut nichts dergleichen. Er lässt sich Zeit und scheint es zu genießen, über mich verfügen zu dürfen.

Erst nach einer ewig langen Zeit spüre ich, wie Finger meine Nippel berühren, sie sanft streicheln und wenig später zwischen sich nehmen. Sanft werden sie gerubbelt und stellen sich augenblicklich auf.

Überrascht werde ich, als ich eine hauchzarte Berührung an meinem Hals, knapp unterhalb meines Ohres spüre. Zunächst verstehe ich nicht, ob es Lippen sind, die mir einen ausgesprochen sanften Kuss auf die Haut hauchen oder ob es seine Zunge ist, die mir dieses Gefühl verschafft.

Als die Berührung wiederholt wird und diesmal stärker ist, weiß ich, womit ich es zu tun habe. Vor allem das sanfte Saugen lässt keine Zweifel offen.

"Mach mir keinen Knutschfleck", grinse ich.

"Ich darf auch das", neckt er mich.

"Wie soll ich dann morgen Popov gegenübertreten", lache ich.

"Kein Problem, er wird sehen, dass du leidenschaftlich geliebt worden bist", neckt er mich.

"Leidenschaftlich? Bisher hält sich das aber noch sehr in Grenzen", gebe ich Kontra.

"Noch ist der Abend nicht zu Ende."

Die Lippen machen sich saugend und küssend von meinem linken Ohr auf den Weg. Sie hauchen mir im Zentimeterabstand sanfte Küsse über meinen Unterkiefer entlang bis zum rechten Ohr. Dort wird mein Ohrläppchen eingesaugt und Zähne knabbern neckend daran. Eine unglaublich intensive Gänsehaut überzieht meinen gesamten Körper.

Doch die Lippen scheinen noch nicht am Ende ihrer Reise zu sein. Sie arbeiten sich nun weiter, über meine Schläfe zur Stirn, dann weiter, die Nase herunter bis zum Mund. Als ich versuche, sie mit meinen Lippen einzufangen und sie in einen sanften Kuss zu verwickeln, spüre ich nur, wie sie sich zu einem neckenden Lächeln verziehen und weiterwandern.

"Du Schuft!", entkommt mir.

"Du hast heute keine Rechte!"

"Aber Wünsche und Bedürfnisse."

"Ich habe auch Wünsche und Bedürfnisse", grinst er gemein.

Ich ergebe mich wieder meinem Schicksal, das allerdings so schlimm nicht ist. Sam kniet sich nun über mich, so dass ich seinen Schwanz mit dem Mund zu fassen bekomme. Dafür hat er das Handtuch entfernt. Auch, wenn ich nicht viel sehen kann und eigentlich nur auf seinen Bauch und den Beckenbereich blicken kann, bekomme ich zumindest sein bestes Stück zu Gesicht.

Kaum, dass er in Reichweite ist, sauge ich ihn ein und beginne, ihn zu verwöhnen. Ich lasse ihn so tief in meinen Rachen eindringen, wie es nur geht. Doch nach einiger Zeit reicht es Sam nicht mehr. Er beginnt sich zu bewegen, er vollführt Fickbewegungen, kommt mit seinem Schambereich meinem Gesicht immer näher und dringt dabei immer tiefer in meinen Rachen ein.

Erneut übernimmt er das Kommando. Er bestimmt, wie tief er eindringt und wie schnell seine Bewegungen sind. Ich kann nur mit geöffnetem Mund daliegen und seinen Prügel so gut und so tief es geht, in mich aufnehmen.

Sam ist dabei nicht brutal, das kann ich bestimmt nicht behaupten. Aber es ist für mich eine Herausforderung, einfach nur passiv, das über mich ergehen zu lassen, was er bestimmt.

Aber ich schaffe es trotzdem, mich ihm einfach nur hinzugeben. Von diesem Mundfick habe ich allerdings nicht viel. Sam hingegen beginnt schon bald zu stöhnen und ich überlege, wie es sein wird, wenn er sich in meinen Rachen ergießt.

Sam jedoch scheint andere Pläne zu haben und zieht sich rechtzeitig zurück. Ich frage mich, wie er so viel Zurückhaltung an den Tag legen kann. Sein Prügel ist steinhart, er stöhnt und die Erregung ist ihm anzusehen. Ich an seiner Stelle würde einfach nur noch weitermachen, bis ich erlöst werde.

Er jedoch schafft es sogar noch, zu grinsen. Er will mit mir spielen, das ist mir klar und ich fürchte, so schnell wird er mich nicht kommen lassen. Er will mir vielmehr klar machen, dass ich zu seinem Vergnügen da bin und nicht umgekehrt.

"Bleib so liegen!", weist er mich an.

Ich verstehe im ersten Moment nicht, was er mir damit sagen will. Zu meiner Verwunderung klettert er sogar vom Bett herunter und legt mir wieder das Handtuch über den Kopf.

Damit liege ich wieder blind und nackt auf dem Bett. Meine Beine sind nach wie vor obszön gespreizt. Erneut habe ich das Gefühl, als würde er mir genau zwischen meine Schenkel blicken. Ich kann mich aber auch täuschen. Ich habe keine Ahnung, wo er umgeht. Er bewegt sich offenbar lautlos.

Nach einer gefühlten Ewigkeit spüre ich eine sanfte Berührung an meinem linken Oberschenkel, knapp oberhalb des Knies. Es muss ein Kuss gewesen sein, denke ich noch, als ich bereits die nächste Berührung wahrnehme. Sie ist etwa einen Zentimeter weiter nach oben gerutscht. Es müssen Küsse sein. Ganz sanft und nur ein Hauch von Berührung, aber es sind ganz sicher Lippen, die mich berührt haben.

Als ich zudem auch einen Lufthauch spüre, bin ich mir sicher: Es waren Küsse. Sam muss den Atem angehalten und es nun nicht mehr geschafft haben, sich zurückzuhalten. Nach kurzem Luftholen geht er weniger sanft ans Werk. Er setzt seinen Weg zwar fort, seine Küsse sind nun aber auch, deutlich als solche zu erkennen.

Die Spur zieht sich meinen linken Oberschenkel nach oben. Die Spannung in mir steigt nahezu ins Unermessliche. Ich weiß ja, was das Ziel seiner Begierde ist, und kann es jedoch kaum mehr erwarten, dass er es endlich erreicht.

Er setzt Kuss um Kuss auf meine Haut, nähert sich quälend langsam meinem Schoß. Sein Kuss, den er genau in die Beuge meines Beines setzt, lässt mich laut aufstöhnen und angenehm erschaudern, Gänsehaut überzeiht meinen gesamten Körper.

Er macht weiter. Den nächsten Kuss setzt er ganz knapp daneben, zwischen der Furche und der äußeren Schamlippe. Meine Erregung steigt ins Unermessliche, gleich ist er am Ziel.

Einen weiteren Kuss spüre ich am Ansatz der äußeren Schamlippe, der nächste ist genau darauf. Ich stöhne heftig auf und warte nur noch, dass seine Lippen mich endlich dort berühren, wo ich es haben möchte, an der Stelle, die sich nach einer solchen Berührung verzehrt.

Aber der alles erlösende Kuss kommt nicht. Es passiert gar nichts und ich bin beinahe so weit, das Handtuch vom Kopf zu reißen und zu protestieren. Ich kann mich im letzten Moment gerade noch zurückhalten und zwinge mich zum Warten.

Eine Ewigkeit später nehme ich am rechten Knie eine Berührung wahr. Sie ist nur ein Hauch, aber ich erkenne sie sofort als Kuss. Ich fühle kaum etwas, trotzdem ist die Berührung unglaublich intensiv. Ich schaffe es nicht, mich zurückzuhalten und stöhne erneut laut auf.

Sam scheint zu kichern, weil ich einen entsprechenden Laut aber auch einen Lufthauch an meinem Oberschenkel spüre. Wenig später wiederholt sich das Gefühl, nur einen Zentimeter von der ersten Stelle entfernt.

Ich halte das nicht noch einmal durch. Wie kann man sich dermaßen zurückhalten? Ich verzehre mich nach intensiven Empfindungen und er arbeitet sich sanft und langsam vom Knie hinauf zu meiner Körpermitte. Ich kann es kaum glauben, welche Spannung sich in mir aufbaut, allein weil ich weiß, wo das enden könnte.

Es kostet mich sehr viel Zurückhaltung, ruhig liegen zu bleiben und seine Berührungen zu genießen. Ich muss mich in Geduld üben, etwas, das ich nicht wirklich gut kann. Und genau das nützt Sam aus.

Wieder wandern die Küsse den Oberschenkel hinauf, erreichen meine Beinbeuge und auch dieses Mal ist die Berührung an dieser sensiblen Stelle äußerst intensiv. Die Spannung steigt erneut an und ich bin nur noch ein Bündel aus Verlangen und Lust.

Sam küsst mich weiter, erklimmt die große Schamlippe und setzt seinen Weg oben an der Kante fort. Dabei kann ich seinen Atem spüren, der sanft, aber überdeutlich auf meine Spalte trifft. Da ich so feucht bin, wie selten zuvor, nehme ich den kühlenden Lufthauch deutlich wahr.

Der Schuft nimmt nicht den Weg nach oben, er küsst sich weiter zwischen meine Beine nach unten, erreicht den Damm und setzt seinen Weg fort. Als er meinen Anus erreicht und auch dort einen Kuss hinaufhaucht, reagiere ich aus einem Reflex heraus und verkrampfe mich. Sam aber lacht nur.

Ich bin es nicht gewohnt, an dieser Stelle berührt zu werden. Ich fühle mich dort unrein und schmutzig, egal wie gut ich mich gerade eben beim Duschen gewaschen habe. Sam aber scheint es nichts auszumachen. Er lässt sogar seine Zunge sanft über den faltigen Ringmuskel streichen. Ich würde am liebsten aufspringen.

Mir kommt sein Tun verrucht vor, schmutzig und verwegen, aber es fühlt sich auch gut an, verdammt gut. Die Berührungen an meinem Anus sind neu für mich. Noch nie hat mich dort ein Mann so intensiv und sanft liebkost.

Trotz meiner Anspannung bin ich beinahe enttäuscht, als sich seine Küsse wieder entfernen, den Damm zurück und nun auf der anderen Seite meiner Scham wieder nach oben. Auch dieses Mal trifft er die obere Kante meiner Schamlippe perfekt.

Gespannt warte ich darauf, wie er seinen Weg fortsetzen wird, sobald er die Spitze meiner Scham erreicht hat. Ich bin unglaublich erregt und am Ausrinnen. Ich zittere vor Verlangen nach Erlösung.

Mein Körper bäumt sich auf, als er nahezu zeitgleich mit einem Finger in mich eindringt und mich fickt, im selben Moment aber auch meinen Kitzler in den Mund saugt und kräftig daran nuckelt.

Ein gewaltiger Höhepunkt rollt über mich hinweg, eine alles verschlingende Welle von Lust und Erregung. Ich bin nur noch ein Spielball meiner intensiven Gefühle und nicht mehr Herrin meiner selbst.

Sam fickt mich mit dem Finger weiter und saugt nach wie vor an meiner Perle, er hält meine Anspannung aufrecht und quält mich mit meiner eigenen Lust, die nicht abzuebben scheint. Erst als sich mein Körper langsam entspannt und auf das Bett niedersackt, lässt er von mir ab. Doch Erholung gönnt er mir keine.

Ich muss mich auf den Bauch legen, bekomme ein Kissen unter das Becken geschoben und Sam ist wenige Sekunden später über mir. Fast gierig dringt er in mich ein und beginnt mich augenblicklich zu ficken, so hart und so tief er nur kann. Sein Becken klatscht immer und immer wieder gegen meinen Hintern und schon bald ist ein schmatzendes Geräusch zu hören, wenn er sich aus mir zurückzieht.

Ich kann seine ungestüme Art gut verstehen. Er hat sich bisher unglaublich zurückgehalten. Ich glaube nicht, dass ich so viel Beherrschung hätte an den Tag legen können. Er jedoch kann es! Doch nun scheinen auch bei ihm alle Dämme zu brechen und er fickt mich einfach nur noch mit dem einen Ziel, endlich auch selbst Erlösung zu finden.

Trotz der Härte und der Entschlossenheit, mit der er mich durchzieht, genieße ich es. Die Erregung steigt auch in mir schnell wieder an. Seine ungestüme Art erregt mich genauso wie die sanfte von vorhin, allerdings deutlich schneller.

Während meine Erregung vorhin quälend langsam angestiegen und zu immer höheren Sphären sich aufgestaut hat, so kommt sie diesmal beinahe explosionsartig und entlädt sich dann auch, wie ein gewaltiges Feuerwerk. Mir ist, als würden tausende Raketen mir um die Ohren sausen, als würde ich abheben und mein Körper nur noch schweben.

Erst als der Höhepunkt langsam abflaut, spüre ich die heftigen Kontraktionen, die ihn erschüttern. Ich keuche vor Anstrengung und meine Haut ist mit einer dicken Schweißschicht überzogen. Es ist anstrengend, aber auch wunderschön.

Was ich nicht für möglich gehalten habe, ist eingetreten. Der zweite Höhepunkt ist noch intensiver, noch gewaltiger als es bereits der erste war. Dabei hätte ich es kaum für möglich gehalten, dass es zu diesem noch eine Steigerung geben könnte.

Als ich langsam auf das Bett zurückfalle, wird mir allmählich klar, dass auch Sam seinen Höhepunkt erreicht haben muss. Er liegt keuchend über mir und klemmt mich unter sich ein.

"Das war der Wahnsinn", hauche ich. "Danke!"

"Siehst du, man muss nicht immer die Kontrolle haben", grinst er.

"Du hast mich fertig gemacht."

"Das war auch das Ziel", grinst er nun glucksend.

Nach einiger Zeit rollt er sich von mir herunter und wir gehen zusammen ins Bad, um uns zu waschen. Danach fallen wir ins Bett und schlafen eng aneinander gekuschelt ein.

Kapitel 33

Am nächsten Morgen erwache ich kurz vor Sam. Ich habe einige wenige, dafür aber sehr wertvolle Minuten, um ihm beim Schlafen zuzusehen. Er ist ein ausgesprochen schöner Mann und ich frage mich, warum er keine Freundin oder Frau hatte, als ich ihm begegnet bin. Er ist aber nicht nur ein stattlicher Mann, er hat auch die inneren Werte, wie man sie nennt, die sich eine Frau nur erträumen kann.

Ich frage mich, warum er sich ausgerechnet zu mir hingezogen fühlt, warum er sich auf mich so schnell eingelassen hat. Ich habe doch nichts an mir, was einen Mann wie ihn derart fesseln könnte. Ich bin keine Frau von Welt.

"Guten Morgen, meine Schöne", meint Sam.

Er muss erwacht sein und reißt mich nun aus meinen Gedanken. Er lächelt mich an und mir wird sofort wieder warm uns Herz.

"Guten Morgen, mein Prinz."

"Ein Königreich für deine Gedanken."

"Ich habe mich gefragt, warum du vor mir Single warst", antworte ich ehrlich.

"Weil ich dich noch nicht getroffen hatte."

"Was ist an mir so besonders?"

"Du!"

"Ich?"

"Wie soll ich das jetzt erklären", meint er und macht eine kurze Pause. "Dich muss man lieben!"

"Aber warum?"

"Du bist eine wunderschöne, kluge und starke Frau. Du bist loyal und zielorientiert. Du bist eine Mischung aus Stärke und doch bist du so anschmiegsam, wie ein Kätzchen."

"Ich anschmiegsam?"

"Wenn du an mich gekuschelt daliegst?", stellt er eine Gegenfrage.

Erst jetzt fällt mir auf, dass wir immer noch eng aneinander gekuschelt sind und ich mich in seinen Armen unaussprechbar wohl fühle. Mir wird bewusst, dass ich mich in einem solchen Moment auch verletzlich geben kann.

Mir ist aber auch klar, dass dies nur bei Sam der Fall ist. Noch bei keinem meiner bisherigen Freunde oder Sexualpartner hatte ich ein ähnliches Bedürfnis. Da bin ich immer nach dem Sex sofort auf Abstand gegangen.

"Ich liebe dich!", bringe ich nur hervor. Aber allein diese drei Worte sind in der Lage meine Empfindungen zusammenzufassen und korrekt auszudrücken.

"Ich liebe dich auch", bestätigt er. "Das sagt doch alles."

Er grinst und nun muss ich auch grinsen. Ich beuge mich zu ihm und küsse ihn, voller Leidenschaft und Hingabe. Dieser Mann ist mein Ein und Alles!

"Wir müssen uns langsam auf den Weg machen. Immerhin erwartet uns der russische Präsident", meint er mit hörbarem Bedauern in der Stimme.

"Popov!", schnaube ich.

"Ja, Popov", lacht er. "Der Arsch."

Wir schälen uns aus dem Bett und verschwinden zusammen im Bad. Sonst bin ich eher empfindlich, was meine Ruhe bei der Morgentoilette angeht. Das letzte Mal waren wir zusammen im Bad, weil wir es eilig hatten. Das ist dieses Mal nicht der Fall.

Doch bei Sam spüre ich nicht die Spur von Hemmungen. Das kann auch daran liegen, dass wir zusammen in der Wildnis waren und es dort wenig Privatsphäre gab. Ich glaube jedoch eher, es liegt an der Vertrautheit zwischen uns.

Kurz vor 10 Uhr fährt unsere Wagenkolonne vor dem Kreml vor. Diesmal ist es allerdings nicht mehr der Nebeneingang zum Außenminister, sondern der Haupteingang. Wir wollen schließlich zum großen Präsidenten.

Ich muss lachen. Ich, das kleine Mädchen aus einer unbedeutenden Ortschaft aus der Ukraine betrete den Kreml durch den Vordereingang, als Teil einer amerikanischen Delegation. Ich weiß aber auch, dass ich kein gern gesehener Gast bin.

Ich verkörpere, wie niemand anderes, den Widerstand meines Landes gegenüber dem Aggressor. Dass ich dabei nur Glück hatte, das spielt keine Rolle. Ich habe dem großen Reich nicht nur einmal einen schweren Schlag versetzt. Das wird man mir niemals verzeihen.

Das wird auch der Grund sein, warum mich selbst die Wache am Eingang hasserfüllt anschaut. Ich bin nicht willkommen, von niemand hier. Vermutlich kennen sie mich aus dem Fernsehbericht von gestern. Ich denke, den haben viele Russen, aber auch viele in meiner Heimat und in anderen Ländern der Welt gesehen. Ich bin keine Unbekannte mehr. Die Wachen aber müssen gute Miene zum bösen Spiel machen, weil ich diplomatischen Schutz genieße.

Am Eingang empfängt uns diesmal der Außenminister. Nach einer kurzen Begrüßung werden wir in das Gebäude geführt. Die Eingangshalle ist überwältigend schön. Ich würde mir den gesamten Komplex gerne einmal anschauen. Diese Burg- und Festungsanlage ist uralt. Die Mauern könnten Geschichten aus vielen Jahrhunderten erzählen.

Leider befinde ich mich nicht auf einer Besichtigungstour, ich bin hier, um Verhandlungen zu führen. Deshalb werden wir in einen Raum geführt, der wohl für Besprechungen genutzt wird. In der Mitte steht ein riesengroßer Konferenztisch. Wer hier von einem Ende zum anderen rufen will, tut sich schwer.

Als wir den Raum betreten, kommt durch eine andere Tür bereits Popov mit seinem Gefolge. Er sieht älter aus, als man ihn von Bildern her kennt. Hinter ihm dackeln drei ältere Herren sowie sieben jüngere Leute in den Raum. Bei den Jüngeren dürfte es sich um Sekretäre und Sekretärinnen handeln, da sie an der Tür zum Sitzungszimmer stehen bleiben und nur die Altersheim-Abteilung auf uns zukommt.

"Dieses Gespräch ist ihm wichtig. Er lässt uns keine Minute warten", raunt mir Sam zu.

"Trotzdem mag ich ihn nicht", flüstere ich genauso still zurück.

"Ich ihn auch nicht", bestätigt Sam. "Sei unbesorgt."

Ich fühle mich nicht wohl in diesem Raum. Ich frage mich, ob ich wirklich hier sein sollte, ob ich dem gewachsen bin, was uns bevorsteht. Aber an Flucht ist nun auch nicht mehr zu denken. Ich mache bestimmt keinen Rückzieher.

"Herr Außenminister", grüßt Popov übertrieben freundlich.

Obwohl er Sam begrüßt, liegen seine Augen musternd auf mir. Er versucht, mich einzuschätzen. Offenbar verlässt er sich nicht einfach auf die Informationen, die er von seinen Leuten bekommt.

Er gibt Sam auch nicht die Hand. Er bleibt etwa fünf Meter von uns entfernt stehen. Also stimmen offenbar die Gerüchte, dass er Abstand hält und dies bei ihm womöglich eine Phobie ist.

"Herr Präsident", antwortet Sam steif.

"Frau Serinskaya, wie fühlt es sich an, ins Zentrum der gegnerischen Macht vorgelassen zu werden?"

"Ungewohnt, sehr ungewohnt."

"Muss ich mich vor ihnen fürchten?", meint er und schmunzelt. "Sie sollen sehr gefährlich sein."

"Wir wurden eingeladen und solange wir nicht angegriffen werden, wissen wir uns sehr wohl zu benehmen, wie sich dies für Gäste gehört", antworte ich. Ich lächle gekünstelt und ich vermute, das sieht man auch.

"Dann lasst uns niedersitzen."

Popov macht eine einladende Handbewegung. Wie schon bei seinem Außenminister, sitzen sich die beiden Parteien gegenüber. Zu meiner Verwunderung sitzt Labradorov etwas weiter weg von Popov. In dessen unmittelbarer Nähe haben sich die drei älteren Begleiter niedergelassen. An den Rändern ganz außen sitzen die Sekretäre.

Bei uns sitzen Sam und ich in der Mitte, drei Beamte der Botschaft, die uns begleiten, nehmen neben uns Platz.

"Sie wissen, warum wir hier sind?", will Popov wissen.

"Das wissen wir", bestätigt Sam.

"Wir stellen für Verhandlungen die Vorbedingungen, die wir schon mehrfach dargelegt haben", stecke ich sofort die Fronten ab.

"Und genau da liegt offenbar das Problem, warum die Verhandlungen feststecken", antwortet Sam.

"Wäre es nicht an der Zeit, von starren Positionen abzulassen?", meint Popov süffisant und grinst.

"Genau diese Frage könnte ich auch ihnen stellen. Sie haben uns eingeladen, um auszuloten, ob die Möglichkeit zu Gesprächen bestehen. Wenn sie dabei aber nicht bereit sind, einen Schritt auf uns zuzumachen, dann frage ich mich, warum sie das von uns verlangen und wozu wir diesen weiten Weg auf uns genommen haben", antworte ich.

"Das Volk in der Ukraine leidet", wirft der Russe ein.

"Das tut es. Wir wissen aber alle, was der Grund dafür ist", halte ich dagegen.

"Ich nehme an, das Gespräch mit der Presse, war ihre Idee."

"Das hat sich so ergeben."

"Nicht so bescheiden", meint er.

"Es war aber so."

"Das war ein kluger Schachzug. Sie haben es geschafft, die Presseleute einzuseifen."

"Ich habe niemanden eingeseift. Ich habe nur versucht offen und ehrlich zu sein."

"Sie ehrlich?", lacht er auf.

"Ich zumindest rede von Krieg und nicht von einer Sonderoperation. Mein Volk beschießt keine Zivilisten und wir sehnen uns nach Frieden, aber nicht um jeden Preis."

"Warum wollen sie nicht verhandeln?"

"Wir würden verhandeln, aber nur, wenn sich kein russischer Soldat mehr auf ukrainischem Boden befindet."

"Wir drehen uns im Kreis."

"Das denke ich auch. Dieses Gespräch erscheint mir sinnlos. Wir sollten gehen", sage ich entschlossen.

"Können wir unter vier Augen sprechen?", meint plötzlich Popov.

"Warum nicht?", antwortet Sam. "Dabei wird sich aber nichts an unserer Position ändern."

"Ich meine Frau Serinskaya", stellt Popov klar.

"Wir zwei?", frage ich überrascht.

"Ja, wir zwei!"

Ich schaue Sam an. Er blickt nachdenklich zu Popov, dann zu mir.

"Wenn du ihm traust", raunt er mir zu.

"Angst habe ich nicht. Aber bin ich befugt?"

"Du bist Teil der Delegation und meine Beraterin."

"Gut, wenn es dir nichts ausmacht. Ich will dich aber nicht übergehen."

"Das ist mir klar. Ich teile alle deine Ansichten. Deshalb ist alles gut."

"Was ist nun?", will Popov wissen.

"Gut, von mir aus."

Er erhebt sich und ich folge seinem Beispiel. Er geht auf die Tür zu, durch die er den Raum zuvor mit seinem Gefolge betreten hat. Eine der Sekretärinnen eilt hinter uns her und hält uns die Tür auf.

Popov lässt mir den Vortritt und folgt mir. Ich schaue mich schnell um und stelle fest, dass wir uns auf einem Flur befinden. Diesen gehen wir etwa zehn Meter hinunter und dort öffnet die Sekretärin erneut eine Tür. Wieder lässt er mir den Vortritt.

"Danke meine Liebe", meint er.

Mir fällt aber auf, dass er ihr beim Vorbeigehen den Hintern tätschelt. Die junge Frau bemerkt, dass ich es gesehen habe und wird rot. Etwas zu sagen traut sie sich allerdings nicht.

"Sie sind ein altes Schwein, ein Macho. Ich nehme an, sie wollen mir bewusst zeigen, was sie von Frauen halten", sage ich gelassen, aber auch klar und deutlich.

"Zügeln sie ihre Worte!", fährt er mich an.

"Ich sage das, was ich denke. Und wenn ein Mann seine Macht ausnützt, um eine Frau zu begrapschen, dann nenne ich ihn ein Schwein."

Die junge Frau schaut mich mit großen Augen an. Ihr scheint die Sache mehr als peinlich zu sein.

"Das gefällt ihr doch, nicht wahr Kathinka?"

"Ja, Herr Präsident", meint sie kleinlaut.

"Dass ich nicht lache. Welche junge Frau mag es, wenn ihr ein alter Sack auf den Arsch fasst?"

"Verschwinde!", weist er die Frau an. "Wir haben etwas anderes zu besprechen."

Kathinka macht eine Verbeugung, wirft mir einen Blick zu, den ich nicht deuten kann und ist wenig später aus dem Raum verschwunden. Da sie die Tür hinter sich schließt, bin ich nun ganz allein mit Popov.

"Und nun zu dir, du Schlampe. Du willigst in Gespräche ein!"

"Glauben sie wirklich, dass ich mich so leicht einschüchtern lasse, wie Kathinka? Womit wollen sie mir drohen?"

Mir ist sehr wohl aufgefallen, dass er mich mit du anspricht. Ich entscheide mich aber vorerst noch beim Sie zu bleiben. Ich will mich mit dem russischen Präsidenten nicht zu vertraulich unterhalten. Ich mag ihn nicht und das soll er spüren.

Plötzlich packt er mich am Hals und drückt mich gegen die Wand. Ich will im ersten Moment reagieren, halte mich aber noch etwas zurück. Er ist ein alter Mann und diesen ringe ich problemlos nieder, auch wenn er mich am Hals gepackt hat. Ich warte vorerst ab und wiege ihn damit in Sicherheit. Ich will schauen, was er sich dabei gedacht hat und ob er vielleicht einen Fehler macht.

"Ich werde dich jagen lassen und, wenn dich meine Leute gefasst haben, dann lasse ich dich hierherbringen, du kleine Nutte", faucht er mich an.

Wie zur Bestätigung seiner Drohung fährt er mir mit der freien Hand zwischen die Beine und packt ausgesprochen hart zu.

"Ich werde dann mit dir machen, was man mit einer Hure, wie dir, so macht."

"Noch aber genieße ich diplomatische Immunität", grinse ich.

"Das wird aber nicht immer der Fall sein."

"Vor ihnen habe ich keine Angst", antworte ich und grinse dabei belustigt.

"Das solltest du aber. Ich habe Möglichkeiten, von denen hast du keine Ahnung."

"Ich sollte Angst vor einem alten Mann haben?", sage ich spöttisch.

Im selben Moment reiße ich mein Knie nach oben und ramme es ihm zwischen die Beine. Er wird von meiner Aktion komplett überrumpelt. Er hat offenbar nicht erwartet, dass ich mich gegen ihn wehre, dass ich ihn angreife.

Ich spüre deutlich, wie es den alten Mann ein ganzes Stück nach oben hebt, er meinen Hals und meinen Schritt loslässt, um das Gleichgewicht halten zu können. Er rudert zunächst mit den Armen in der Luft, um sich dann ganz automatisch zwischen die Beine zu fassen. Sein Gesicht ist zu einer Fratze verzogen.

Ich habe ihn perfekt getroffen und er geht keuchend zu Boden. Er ist nicht einmal mehr in der Lage, vor Schmerz zu schreien. Ihm ist komplett die Luft weggeblieben und er japst nur noch nach Sauerstoff.

Wie er so vor mir am Boden kauert, kommt mir eine Idee. Mir fällt ein, dass ich noch einen Peilsender besitze. Wer, wenn nicht Popov, ist ein würdiges Ziel. Ich hole das kleine Teil aus seinem Versteck in meinem Slip, aktiviere den Sender und lasse ihn in die Brusttasche seines Sakkos rutschen.

Popov ist dermaßen auf seinen Schmerz konzentriert, dass er davon nichts mitbekommt. Ich muss ihn wirklich perfekt getroffen habe, dass er so lange außer Gefecht ist. Es könnte aber auch an seinem Alter liegen.

"Steh auf, du Schwächling!", belle ich ihn an.

Ich behandle ihn bewusst von oben herab. Ich will ihm zeigen, dass ich keine Angst vor ihn habe und ihn nicht für etwas Besseres halte. Er soll sich mir unterlegen fühlen, denn das ist er auch.

"Das wirst du mir büßen!", faucht er. "Du verdammte Schlampe, das wirst du mir büßen, das schwöre ich."

"Ich würde an deiner Stelle den Mund nicht so voll nehmen. Bisher hast du mir gegenüber immer den Kürzeren gezogen", grinse ich breit. "Ich an deiner Stelle würde keine großen Sprüche klopfen."

"Ich lasse dich jagen und dann mache ich dich fertig. Dann wirst du dir wünschen, du wärst nie geboren worden."

"Leere Versprechungen", lache ich auf.

"Du hast keine Ahnung, mit wem du dich angelegt hast!"

"Leere Drohungen", halte ich erneut dagegen.

"Das wirst du schon noch sehen."

"Ich wette mit dir, dass du es nicht mehr erleben wirst. So schnell werden mich deine Leute nicht bekommen. Dazu bin ich zu geschickt", lache ich laut auf.

Ich bin mir der Zweideutigkeit meiner Aussage durchaus bewusst. Er aber erkennt darin keine Drohung und kann sich vermutlich auch nicht vorstellen, was in etwa drei Stunden geschehen wird.

Knurrend erhebt er sich und klopft sich den nicht vorhandenen Staub aus seiner Kleidung. Sein Gesicht ist immer noch vom Schmerz gezeichnet.

"Lass uns zurückgehen. Mit dir kann man nicht reden. Du wirst aber schon noch erleben, was es heißt, sich dem russischen Präsidenten zu widersetzen."

"Ja, ja, ich zittere schon ganz vor Angst", ärgere ich ihn weiter.

Es scheint zu wirken, denn er schaut mich voller Hass an. Dann geht er auf die Tür zu, das Gespräch ist eindeutig zu Ende. Ich wende mich auch zur Tür, gehe voraus, alle Höflichkeiten außer Acht lassend. Ich schaue mich nicht einmal nach meinem Gesprächspartner um.

Popov schleicht hinter mir her. Seinem Gang ist immer noch anzusehen, dass er versucht, möglichst jede Reibung der Schenkel von seinem Hoden fernzuhalten. Er sieht aus, wie ein Cowboy nach einem tagelangen Ritt.

Ich nehme jedoch keine Rücksicht auf seinen Zustand. Ich reiße auch die Tür zum Verhandlungsraum auf und gehe auf Sam zu.

"Lass uns gehen. Wir haben hier nichts mehr zu besprechen."

"Was ist geschehen?", will er wissen.

"Wir werden nie eine Einigung erreichen. Das ist sicher auch dem Herrn Präsidenten klar."

"Das ist es", faucht dieser. Er steht in der Tür.

Er hat seine Stimme noch immer nicht ganz unter Kontrolle, sie ist eindeutig zu hoch. Gegen Ende der wenigen Worte bricht sie ihm sogar.

Sam schaut mich überrascht an. Ich aber mache nur eine Bewegung mit dem Kopf in Richtung Tür. Sam versteht mich und erhebt sich.

"Auf wiedersehen!", meint er zur russischen Seite.

Ich sage gar nichts mehr und mache mich auf den Weg zum Ausgang. Sam und die Beamten der Botschaft folgen mir, Popov und seine Leute bleiben, wo sie sind. Als ich mich an der Tür noch einmal umdrehe, sehe ich den vernichtenden Blick des russischen Präsidenten, alle anderen schauen ratlos drein.

"Können wir gleich zum Flughafen?", frage ich Sam, als wir vor den Kreml treten.

"Warum hast du es so eilig?"

"Ich will hier weg!"

"Und unsere Sachen?"

"Können wir die nachkommen lassen?"

"Wenn du es so eilig hast."

Wir steigen in unseren Wagen. Der Konvoi setzt sich langsam in Bewegung. Sam nimmt meine Hand, er will mich beruhigen. Er ist ein sehr sensibler Mann und weiß, dass ich aufgewühlt bin.

"Wir fahren direkt zum Flughafen und geben sie Bescheid, dass die Maschine startklar gemacht werden soll", weist er über Funk jemand vom Secret Service an.

Immer noch mit Polizeieskorte fahren wir durch die Straßen Moskaus. Je weiter wir vom Kreml wegkommen, umso ruhiger werde ich. So viel Zeit ist noch nicht vergangen. Wir werden es schaffen.

Kapitel 34

Etwa zwei Stunden nach der Aktivierung des Peilsenders hält unsere Wagenkolonne in direkter Nähe unseres Flugzeuges. Wir steigen aus und gehen die Gangway hinauf. Oben erwartet uns eine Beamtin des Secret Service.

"Wir können in ein paar Minuten zur Startbahn rollen", meint sie.

"Danke!", antworte ich. "Das ist gut!"

"Was ist los mit dir?", will Sam wissen.

"Ich erzähle dir alles, wenn wir in der Luft sind. Ich will nur noch weg."

Sam schaut mich besorgt an, sagt aber nichts weiter. Er weiß, dass ich ihm alles erzählen werde, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Er hat großes Vertrauen in mich.

Als wir in den Wohnbereich der Maschine kommen, spüre ich, dass sie anrollt. Wir setzen uns hin und zum ersten Mal seit wir beim Kreml vorgefahren sind, kann ich ein wenig entspannen, endlich wieder frei atmen.

Sam neben mir, schaut mich zwar besorgt an und drückt meine Hand, er sagt aber immer noch nichts. Ich schließe aus den Geräuschen und Bewegungen, dass wir soeben auf die Startbahn rollen.

"Ich erzähle dir gleich alles. Lass uns nur vorher abheben", bitte ich ihn.

"Lass dir Zeit", antwortet er.

Ich gehe davon aus, dass er meint, ich bräuchte noch etwas Zeit. Dabei will ich nur sicher gehen, dass wir weg sind. Ich will nicht mehr auf russischem Territorium sein, wenn die Raketen einschlagen.

Die Motoren heulen auf und das Flugzeug rollt an, beschleunigt und wenig später sehe ich durch die Fenster, dass wir in der Luft sind. Wir haben russischen Boden verlassen.

"Was ist los?", will nun Sam wissen.

"Einen Moment", bitte ich.

Obwohl mich Sam etwas überrascht anschaut, winke ich einen Beamten des Secret Service zu mir, der gerade zur Tür hereinkommt.

"Warum mussten wir Moskau so überstürzt verlassen?", will er wissen.

"Später erkläre ich es", sage ich zu Sam. Dann wende ich mich dem Beamten zu. "Informieren sie bitte den Piloten, dass er den russischen Luftraum so schnell wie möglich verlassen soll und so hoch fliegen, wie nur möglich. In etwa einer halben Stunde werden Raketen in Moskau einschlagen."

"Was werden?", kommt es gleichzeitig von Sam und dem Beamten.

"Raketen werden den Kreml zerstören", sage ich ganz ruhig.

"Das ist nicht dein Ernst!", meint Sam.

"Wir haben nichts damit zu tun", grinse ich. "Wir sind ja schon weg."

"Bist du dir sicher?"

"Sie werden zwar vermuten, dass ich etwas damit zu tun haben könnte, aber Beweise dafür werden sie niemals finden."

"Dann ist ja gut. Es wäre gegen alle Gepflogenheiten der Diplomatie."

"Die beherrscht Popov auch nicht", stelle ich klar.

Der Beamte des Secret Service schaut Sam fragend an, macht sich dann aber auf den Weg zum Piloten, als der Außenminister zustimmend nickt.

"Was ist geschehen?", will nun Sam wissen.

"Popov wollte ja mit mir unter vier Augen sprechen", beginne ich.

"Ja, da war ich noch dabei,"

"Er hat in meiner Gegenwart einer Sekretärin auf den Hintern gefasst und ich habe ihn als Schwein bezeichnet. Das hat ihn geärgert", grinse ich.

"Das glaube ich."

"Er hat die Frau weggeschickt und mich gleich am Hals gepackt und gegen die Wand gedrückt."

"Was?!"

"Ich sage ja, er kennt die diplomatischen Gepflogenheiten auch nicht oder ignoriert sie bewusst", sage ich. "Er hat mir aber auch zwischen die Beine gefasst und mir gedroht, mich jagen zu lassen. Er würde mich wie eine Hure behandeln, weil ich auch eine sei, hat er gemeint."

"So ein Schwein!", empört sich Sam.

"Habe ich schon gesagt", grinse ich. "Auf jeden Fall habe ich ihm daraufhin mein Knie zwischen die Beine gerammt."

"Hast du getroffen?"

"Und wie!", lache ich. "Er ist zu Boden gegangen und hat nicht einen Ton mehr herausgebracht. Er hat nur noch nach Luft gejapst."

"Das kann ich mir vorstellen."

"Ich hatte noch einen Peilsender. Den habe ich aktiviert und ihm in den Anzug gesteckt."

"Wie funktionieren diese Peilsender?"

"Drei Stunden nach Aktivierung kommen unsere Raketen."

"Die fangen die Russen doch ab. Der Kreml ist so gut geschützt, wie sonst nichts in Russland."

"Das ist mir schon klar. Aber die kleinen Dinger sind echt fies. Sie ziehen nicht nur ukrainische Raketen an, sie leiten auch die russischen um. Wenn die Flugabwehr Raketen aufsteigen lässt, um die ukrainischen Raketen abzuschießen, werden diese umgeleitet und richten sich auf das gleiche Ziel."

"Das heißt?"

"Dort, wo sich der Peilsender befindet, schlagen nicht nur die ukrainischen Raketen ein, sondern auch die eigenen. Das wird ein Inferno."

"Du heilige Scheiße!", meint Sam.

"Ich konnte nicht anders."

"Hoffen wir, dass alles gut geht!", antwortet Sam.

Wir lassen und einen Drink bringen. Ich muss meine Nerven trotz allem noch etwas beruhigen. Man wird nicht jeden Tag vom russischen Präsidenten bedroht und macht ihn dann zur Zielscheibe.

Plötzlich geht ein leichter Ruck durch das Flugzeug. Alle schauen überrascht. Nur ich und Sam bleiben gelassen.

Kapitel 35

Wir landen in Washington. Erneut werden wir von einer Wagenkolonne erwartet, um zu Sams Wohnung gebracht zu werden. Noch bevor wir losfahren können, klingelt das Telefon. Sam hebt ab.

"Ja? ... Herr Präsident, was gibt es? ... Was? ... Nein! ... Das gibt es doch nicht. Wir haben noch vor wenigen Stunden mit ihm gesprochen ... jemand von uns wird zur Beerdigung müssen, wenn es soweit ist ... ich soll das übernehmen? ..., wenn sie das so wünschen. ... Ja, Herr Präsident ... Anastasia wird mich natürlich begleiten, als meine Freundin ... Wir hören uns, schönen Abend."

"Was ist los?"

"Popov ist tot."

"Oh, das überrascht mich", antworte ich gespielt bedauernd. Ich kann mir ein Grinsen aber nicht verkneifen.

"Du bist ein kleines Luder", grinst nun auch er.

"Nur ein kleines?", frage ich gespielt enttäuscht.

Sam aber grinst nur. Als wir in der Wohnung sind, geht er direkt zum Fernseher und sucht ein Programm, das Nachrichten bringt. Bei CNN bleibt er hängen.

"Die Ukraine hat einen überraschenden und perfekt geplanten Schlag gegen den russischen Präsidenten geführt", berichtet gerade Susan. "Popov und drei seiner Leibwächter sind dabei ums Leben gekommen."

Ich schaue Sam an. Ich überlege hastig, dann schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen. Ich hatte größere Verluste befürchtet. Vor allem hätte es mir leidgetan, wäre auch die junge Sekretärin unter den Opfern gewesen. Sie scheint aber Glück gehabt zu haben.

"Popov wollte nach einem Treffen mit dem amerikanischen Außenminister zum Sitz des Geheimdienstes FSB fahren. Er kam dort nie an. Etwas außerhalb von Moskau wurde sein Wagen von einer ukrainischen Rakete getroffen. Auch zahlreiche russische Abwehrraketen sollen den Wagen ins Visier genommen haben.

Es ist ein Rätsel, warum nur der Wagen des Präsidenten unter Beschuss genommen wurde und warum auch die eigenen Raketen, diesen zum Ziel auserkoren haben", berichtet Susan.

"Nur Popov und drei seiner Leibwächter. Das ist gut", sage ich.

"Es ist ein Rätsel, wie der ukrainische Geheimdienst das Ziel derart präzise hat treffen können. Dem Vernehmen nach war der Besuch beim Geheimdienst nicht geplant und Popov soll auch niemandem gesagt haben, was er dort wollte.

Warum die ukrainische Seite trotz der kurzfristigen Planänderung davon erfahren hat und dann einen derart gezielten Schlag hat, ausführen können, ist ein absolutes Rätsel. Wir sind im Augenblick nur auf Informationen aus dem Kreml angewiesen. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben bisher nicht verifiziert werden", fährt Susan fort.

"Der wollte den FSB auf mich ansetzen. So wie es aussieht, ist er aber nicht mehr dazu gekommen. Karma is a bitsch", lache ich.

"Wir werden gemeinsam zur Beisetzung fahren und die USA vertreten", meint Sam. "Mal schauen, wer sein Nachfolger wird und ob man mit dem reden kann."

ENDE



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