Feuriges Griechenland / Kapitel - BETA - "Ausbildung" (fm:1 auf 1, 12562 Wörter) [14/14] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Mr_Empire | ||
| Veröffentlicht: Jan 18 2026 | Gesehen / Gelesen: 296 / 227 [77%] | Bewertung Teil: 9.50 (4 Stimmen) |
| Episode 3 - Was sich regt, bleibt nicht verborgen | ||
Ersties, authentischer amateur Sex
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Stille des Schlafzimmers steht. Die Luft ist schwer, gesättigt mit dem bitteren Aroma von abgestandenem Kaffee, das sich hartnäckig hält wie ein Echo gestriger Gespräche. Jede Bewegung scheint die Gerüche und Geräusche intensiver zu machen - das leise Ticken der Wanduhr wird zum Puls der Räume, zu einem Takt, der ihre Gedanken aufwühlt. Ihre Hand gleitet über den Bauch, spürt die Wärme unter dem dünnen Stoff des Nachthemdes; mit jedem Atemzug vermischt sich ein feiner, säuerlicher Hauch von Kaffee mit einem Anflug von Unwohlsein, der wie ein Schatten in ihrer Kehle wächst. Ein leiser Würgereiz zieht langsam den Hals hinauf, nicht heftig, aber eindringlich genug, um sie für einen Moment innehalten zu lassen und den Blick ins diffuse Morgenlicht zu richten.
"Vielleicht habe ich mir etwas eingefangen...", denkt sie, während sich die Welt um sie herum in Details verliert - die scharfen Kanten des Fensters, das Zwitschern, das wie ein ferner Ruf klingt. Doch der Gedanke an Krankheit verblasst rasch, wird verdrängt von einer Erinnerung, die sich behutsam in die Gegenwart schiebt: Der Raum scheint sich zu verformen, das Licht wird matter, die Geräusche verschwimmen. Damals, in jener Nacht... Die Rückblende legt sich wie ein schwerer Vorhang über ihr Bewusstsein, und das Zimmer taucht ein in gedämpftes Licht und Momente der Vergangenheit.
Sie war ganz leise gewesen, als sie zurückkam - vorsichtig, fast schüchtern. Sie hatte das Licht ausgelassen, um die Ruhe nicht zu stören, und im Bad schnell die Kleidung gewechselt. Das kalte Fliesenmuster unter ihren Füßen brannte sich in ihre Erinnerung, während draußen die Stadt langsam verstummte. Dann glitt sie zu Sirius ins Bett, spürte das Laken, das warm war von seiner Anwesenheit, und den vertrauten Duft nach frischer Wäsche, gemischt mit seinem herb-sanften Aftershave. Ein Anflug von Wärme durchströmte sie, als sie Sirius' ruhigen Atem hörte - ein leiser, rhythmischer Klang, der ihr einen Moment Geborgenheit schenkte. In ihrer Brust flackerte ein zärtlicher Gedanke auf: Wie oft hatte sie sich in diese stille Sicherheit zurückgezogen, hatte seine kleine, fast unmerkliche Geste, das Zurechtrücken des Kissens oder das beruhigende Streichen über ihren Arm, als Zeichen seiner Zuneigung gedeutet? Trotz aller Zweifel wusste sie, dass ein Teil ihrer Sehnsucht immer bei ihm blieb - in jeder Berührung, in jeder stillen Nacht.
Kaum unter der Decke, spürte sie Sirius' Hand auf ihrem Bauch. Ein warmer Druck - fast wie ein Versprechen, das in der Stille zwischen ihnen schwebte. Sein Atem streifte ihre Wange, süßlich und vertraut. Für einen Moment blieb sie reglos liegen, überrascht von der Nähe, ertappt in ihrer inneren Zerrissenheit. Doch Sirius schwieg, sagte nur leise: "Ich liebe dich. Ich vermisse dich." Seine Stimme war weich, ein wenig brüchig, und in diesem Augenblick spürte Sofia das Bedürfnis, ihm zu antworten - ihm zu gestehen, dass auch sie ihn noch immer liebte. Aber gleichzeitig wusste sie: Ihr Herz gehörte ihm nicht mehr allein. Der Gedanke an Markus pochte in ihrer Brust, wild, ungestüm, wie ein zweiter Herzschlag, der ihren inneren Frieden aufwühlte.
Ein leiser Schmerz krampft sich in ihrem Magen zusammen. Sie atmet tief durch, suchte Halt im Rhythmus ihres Atems. "Das fühlt sich anders an... nicht wie eine Grippe", denkt sie, während eine unsichtbare Schwere sich auf ihre Brust legt. Ihre Gedanken wandern zurück in die jüngste Vergangenheit; das schwache Mondlicht fiel durch das Fenster, zeichnete silbrige Muster auf die Decke und tauchte das Zimmer in eine Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Erinnerungen vermischten sich mit dem Hier und Jetzt, überlagerten die Gegenwart wie der Hauch eines alten Parfums. Ihre Blicke trafen sich - ein Moment stiller Magnetismus, unausweichlich. Dann fanden ihre Lippen sich, suchten Halt und Vergewisserung im Anderen.
Was folgte, war rau, ehrlich - ein Ausdruck von aufgestauter Sehnsucht, Besitz, Verlangen. Nicht sanft, sondern wahrhaftig, beinahe roh in seiner Intensität. In seinem Stöhnen lag Erleichterung, die bittersüße Freude über ihre Rückkehr, eine tiefe Sehnsucht nach dem Vertrauten. "Meine Ehe-Stute", hatte er gesagt. Sofia lächelte schwach, nickte - während sie in Gedanken ergänzte, dass sie inzwischen auch einen zweiten Stall hatte: Markus, dessen Berührung noch wie ein Echo in ihr nachhallte.
Sie ließ es geschehen, nicht aus Pflicht oder Schuld, sondern weil sie ein tiefes, fast körperliches Gefühl von Zugehörigkeit durchströmte. Es war, als würde ihre Haut aufglühen, als würde ihre Brust sich weit öffnen für all das, was zwischen ihnen stand. Ihre Finger krallten sich ins Laken, ihr Atem wurde schneller, während die Nähe zwischen ihnen wuchs. Bilder flackerten auf: das Prasseln des Duschwassers, Markus' Hände auf ihrer Taille, die vielen Stunden zwischen Sehnsucht und schlechtem Gewissen - Erinnerungen, die sich in diesen Augenblick drängten und mit der Gegenwart verwoben.
Als Sirius in ihr kam, durchzog sie ein Gefühl, das wie ein Stromstoß durch ihren Körper fuhr. Sie spürte das Gewicht von zwei Leben in sich - das warme Nachbeben seiner Nähe, während Markus' Berührung noch als Echo unter ihrer Haut pulsierte. Zwei Geschichten, verflochten in ihrer Haut, zwei Wahrheiten, die sie zugleich erfüllten und erschütterten. Ein dumpfes Pochen mischte sich mit dem Kribbeln auf ihrer Haut, alles schien gleichzeitig fern und überdeutlich. Für einen Moment schien jede ihrer Zellen den Zwiespalt zu spüren, als würden ihre Gedanken sich in alle Richtungen verzweigen.
Ihr wurde plötzlich bewusst, dass die Nähe zweier Männer noch in ihr nachhallte - die Spuren von Markus, ihrem jungen, leidenschaftlichen Liebhaber, und von Sirius, ihrem Ehemann, der ihr seit Jahren vertraut war. Beiden waren in weniger als zwei Stunden in ihr gekommen. Hatten das Leben in ihren Leib gepumpt. Noch gestern hätte sie sich nicht vorstellen können, so zwischen zwei so verschiedenen Welten zu stehen. Sie spürte Schuld und Sehnsucht zugleich, unfähig zu entscheiden, welcher Teil von ihr heute stärker war. In ihr tobte ein leiser Zwiespalt, das Herz zerrissen zwischen dem Verlangen nach dem Neuen und dem Trost des Altvertrauten - und sie wusste, dass keiner der beiden Gefühle sich einfach abschütteln ließ.
Zwei Geschichten. Zwei Wahrheiten. Der Gedanke traf sie wie ein elektrischer Schlag - er ließ sie erstarren, als würde ihr Herz für einen Moment aussetzen. Etwas in ihr bäumte sich auf, ein Prickeln aus Unruhe und einer seltsamen, bittersüßen Erwartung, die sie selbst kaum verstand. "Wenn er wüsste, dass er gerade..." Der Satz blieb in ihrem Kopf hängen, unfertig, und zog eine Spur von Schuld nach sich, aber auch ein heimliches Aufbegehren. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, begleitet von der Erinnerung daran, was gerade vor wenigen Stunden geschehen war - an lüsterne Stimmen unter der Dusche, an Markus' Hände, an Sirius' Nähe. Die Angst, entdeckt zu werden.
Sofia springt auf. Die Decke fällt zurück. Ihre Füße berühren den kalten Boden - Kälte kriecht ihre Beinen empor, zieht sich wie ein dünner, eisiger Film über die Haut. Sie eilt ins Bad. Das grelle Licht sticht in ihre Augen, zwingt sie, blinzelnd innezuhalten. Im Spiegel sieht sie ihr blasses Gesicht, die Lippen trocken, die Augen weit aufgerissen. Sie kniet sich vor die Toilette, der Klodeckel knallt gegen die Wand, das Geräusch hallt in ihren Ohren nach. Sie würgt - aber nichts kommt. Nur das Gefühl bleibt zurück.
Langsam hebt sich Sofia vom gefliesten Badezimmerboden, spürt das raue, kühle Muster der Fliesen wie winzige Nadelstiche an den Fußsohlen. Ein Luftzug, der durch den Spalt am Fenster streicht, bringt den Geruch von feuchtem Asphalt und ein fernes Klingen, das von der Straße heraufweht. Aus dem Treppenhaus dringt dumpf das Klacken von Absätzen, Stimmengewirr, das durch die Wände dringt und im nächsten Moment wieder verstummt - als wäre die Welt draußen unwirklich und doch bedrohlich nah.
Sie drückt mechanisch die Spülung, das Wasser rauscht laut und kurz auf, ein Geräusch, das viel zu grell wirkt in diesem stillen, angespannten Morgen. Ihre Bewegungen sind schwer, fast geisterhaft, tastend wie im Nebel, während sie sich zur Küche schleppt. Die Morgendämmerung bricht durch die Fensterscheiben, malt fahle, bläuliche Schatten auf die weißen Wände, lässt das Licht in kalten Scherben auf dem Boden tanzen. Ein kurzer Schauer fährt über ihre nackten Arme.
Mit zittrigen Fingern stellt sie die Kaffeemaschine an. Das Brummen und Zischen des Geräts mischt sich mit dem dumpfen Pochen in Sofias Kopf. Aus dem Treppenhaus dringt gedämpft das Knarren einer Tür, gefolgt von schnellen, schlurfenden Schritten, die sich verlieren. Der Duft von gemahlenem Kaffee breitet sich aus, warm, würzig, fast tröstlich - und doch legt sich auf alles eine feine Schicht Fremdheit. "Kaffee am Morgen... meine Medizin", murmelt sie in den leeren Raum, aber ihre Stimme klingt brüchig, ein Abbild ihrer Hilflosigkeit.
Die Maschine arbeitet gewohnt routiniert. Sofia bewegt sich routiniert, deckt den Tisch, doch ihre Hände sind abwesend, jedes Geräusch wirkt fremd: das Knirschen der Brötchentüte, das leise Klicken der Marmeladengläser. Erinnerungen schieben sich zwischen die Sinne, Bilder flackern auf. Damals - alles war fremd, sogar ihr eigener Geruch, der Geschmack auf der Zunge, als hätte sich ihr Körper gegen sie verschworen.
Der Kaffee läuft durch, das feine Zischen klingt wie ein stetes Ticken, das an ihren Nerven zerrt. Sie gießt sich eine Tasse ein, nimmt das Brötchen, bestreicht es - das Messer gleitet kratzend über den Teig. Der erste Bissen bleibt ihr fast im Hals stecken, ein Würgen, als würde ihr Magen sich gegen jeden Versuch des Lebens wehren. Sie schnappt nach Luft, blickt auf das Marmeladenglas. "Noch über einen Monat haltbar", sagt sie und versucht, sich an diesem Rest von Normalität festzuhalten. Doch ihre Worte verhallen dumpf.
Der Geschmack bleibt fern. Ein Schluck Kaffee - zu bitter, zu heiß, ein unangenehmes Brennen. Sie stellt die Tasse ab, als hätte sie sich verbrannt. Alles ist falsch.
Was passiert mit mir? Ihr Kopf ist ein einziger Wirbel aus Fragen. Ein leises Klappern von Schlüsseln reißt sie für einen Moment aus der Starre, der Wind stößt gegen die Fensterscheibe, lässt ein Blatt über den Sims tanzen. Ein zweiter Bissen, doch nichts schmeckt. Alles ist fremd, alles abweisend, wie Watte. Es war damals genauso, als...
Nein, das ist unmöglich. Ich bin 45. Wechseljahre - das ist längst vorbei. Oder habe ich mich selbst belogen? Ein Ziehen in ihrem Bauch, dumpf und schwer. Wieder legt sie die Hand auf ihren Unterleib, spürt die Wärme unter dem dünnen Stoff, als könnte sie das Unvorstellbare ertasten. Erinnerungen an Kassandra, an die leise Übelkeit damals - nicht das Ausbleiben der Periode, sondern das Flattern am Morgen, das sie alles hatte erahnen lassen.
Angst steigt in ihr auf, zieht sich wie Eiskristalle bis in die Fingerspitzen. Ein Gefühl von Hilflosigkeit. Kann das wirklich sein? Hoffnung - klein, kaum greifbar, mischt sich darunter. Und wenn doch? Ein neues Leben, mit all seinen Möglichkeiten. Dann wieder Verzweiflung: Das alles würde alles verändern. Sirius, Kassandra, Sven, Markus, das ganze Hotel, sie alle wären betroffen.
Sofia hält inne, setzt sich langsam an den Tisch zurück, während von draußen das leise Quietschen einer alten Tür und das entfernte Lachen eines Kindes durch das offene Fenster dringen. Ihr Herz pocht zu laut. "Es darf nicht sein", flüstert sie, spürt, wie ihre Stimme zittert. Ihr Blick schweift durch die Küche, bleibt an alltäglichen Dingen hängen - und doch scheint alles fremd, als hätte ein anderer diesen Ort betreten.
Bin ich bereit für einen Neuanfang? Noch einmal Mutter, mit all der Müdigkeit, der Sorge, der Liebe? Kann ich das wirklich wollen, wenn Kassandra und Sven längst groß sind? Sie denkt an die schlaflosen Nächte, an Windeln, an Kindergarten und Schule, an Pubertät. Ein Lufthauch streicht an ihrem Ohr vorbei, lässt eine Gänsehaut zurück.
Sofia schließt die Augen, atmet tief ein. Sie fasst einen Entschluss: Noch ist nichts entschieden. Alles, was bleibt, ist Unsicherheit, und ein letzter stiller Moment, in dem Hoffnung und Angst nebeneinanderstehen. "Gut, Sofia, jetzt mal klaren Kopf bekommen", sagt sie zu sich selbst, als würde sie eine Grenze ziehen wollen, einen letzten Halt im Chaos ihrer Gefühle.
Unglaube: Das kann nicht sein. Ich bin zu alt. Das ist unmöglich.
Angst: Was, wenn doch? Was, wenn ich ein Leben in mir trage? Wie viel steht auf dem Spiel?
Hoffnung: Vielleicht... vielleicht ist es ein Zeichen. Ein später Neuanfang? Ein Wunder?
Verzweiflung: Was, wenn ich damit alles zerstöre? Familie, Zukunft, das fragile Gleichgewicht - alles droht zu kippen.
Ein letzter, ruhiger Atemzug. Aus dem Treppenhaus klingt ein leiser Ruf, dann kehrt Stille ein. Sofia öffnet die Augen, spürt den Luftzug am Fenster und weiß: Die Fragen bleiben - bis zur Antwort.
Doch so sehr sie auch grübelt - erst wenn sie Gewissheit hat, wird sie weitersehen können. Langsam erhebt sie sich. Ihre Hände sind kalt, zittern leicht; der Körper wirkt fremd. Sie geht ins Schlafzimmer, jeder Schritt schwer, als müsste sie sich durch Nebel tasten. Mit fahrigen Fingern sucht sie frische Wäsche heraus - Stoffe, die sich kühl und seltsam rau auf ihrer Haut anfühlen. Nichts passt. Alles ist fremd. Sie schlüpft in ein leichtes Sommerkleid. Doch selbst das lockere Gewebe scheint ihre innere Unruhe nicht zu verbergen. Ein letzter Blick in den Spiegel - das eigene Bild verschwimmt kurz im Sonnenlicht, als würde die Hitze selbst ihre Konturen auflösen. Unsicherheit blitzt in ihren Augen auf. Dann verlässt sie das Zimmer.
Jeder Schritt zur Apotheke ist wie ein Balanceakt. Nervöse Erwartung drückt auf ihre Schultern. Gedanken kreisen. Angst. Hoffnung. Wieder Angst. Die leise Angst sitzt ihr im Nacken; sie spürt, wie der Schweiß auf ihrer Haut einen dünnen Film hinterlässt, obwohl der Stoff kaum aufliegt.
Langsam und mit schwerem Schritt bewegt sich Sofia durch die Hotelflure. Angespannt bemüht sie sich, ganz normal zu wirken. Ihr Inneres brodelt. Um die Ecke - beinahe ein Zusammenstoß mit Kassandra.
"Morgen, Mama! Ist alles in Ordnung bei dir?" Kassandras Blick ist prüfend. Aufmerksam. Zu aufmerksam.
"Morgen, mein Schatz. Ja, alles gut." Die Worte klingen fest, aber innen ist alles weich, alles wankt. "Ich war nur ein bisschen in Gedanken, entschuldige."
Kassandra runzelt leicht die Stirn, bleibt freundlich. "Geht's dir wirklich gut, Mama? Du wirkst irgendwie abwesend."
Sofias Herz hämmert. Merkt sie etwas? Kann man mir meine Unsicherheit ansehen? Nein. Reiß dich zusammen, Sofia. Noch weiß sie nichts. Ein Lächeln. Unsicher. "Danke, dass du nachfragst. Ich fühl mich heute ein wenig schlapp. Ich geh gleich mal in die Apotheke, hol mir was zur Stärkung. Dann bin ich bestimmt bald wieder fit."
Ein nervöses Kribbeln im Magen. Sie versucht, Kassandra zu beruhigen, während das Chaos in ihr tobt.
"Mach das, Mama. Ruh dich aus - wir brauchen dich schließlich, und zwar nicht nur als Chefin, sondern auch als unsere Mutter." Wärme liegt weich wie Butter in Kassandras Stimme.
"Das ist lieb von dir. Ich gebe mir Mühe, versprochen. Ich geh jetzt aber schnell los, bevor zu viele Gäste unterwegs sind." Sanft drückt Sofia Kassandras Arm, ein kurzer Halt. Kassandra lächelt, aufmunternd, dann gehen beide weiter.
Sofia setzt ihren Weg fort. Immer wieder wird sie angesprochen, aufgehalten - Kleinigkeiten, die entschieden werden müssen. Alles rauscht an ihr vorbei, wie Stimmen in der Ferne. Endlich schafft sie es nach draußen, betritt den Parkplatz. Ihre Sandalen klacken auf dem heißen Teer. Die Hitze flimmert. Die Luft steht. Alles wirkt schwer.
Sie könnte auch das Auto nehmen. Doch zu Fuß - vielleicht bringt der Spaziergang Ruhe. Vielleicht. Sie hofft es. Kopf frei bekommen. Atmen. Die Sonne brennt, obwohl es erst kurz vor zehn ist. Es wird heiß. Mindestens dreißig Grad. Der Asphalt spiegelt die Umgebung, ihr verzerrtes Spiegelbild flackert auf der Oberfläche. Unter alten Platanen ein Hauch von Kühle. Kurz. Dann wieder Hitze, Licht, Lärm.
Die Gedanken reißen nicht ab. Was, wenn sie wirklich schwanger ist? Wie entscheiden - für oder gegen das Kind? Ihr Kopf ist laut. Fragmente: Angst. Verantwortung. Liebe? Scham. Hoffnung. Alles gleichzeitig.
Ein Gedanke schiebt sich nach vorn. Kann sie das allein entscheiden? Es ist ihr Körper. Aber... Eine Abtreibung, das würde nicht unbemerkt bleiben. Sie müsste mit Sirius sprechen. Sie bräuchte einen Grund für ihre Unpässlichkeit. Das alles. Zu viel.
"Gott, in welche Situation hat uns sein Spiel, sein Wunsch, mich so zu sehen, mich gebracht?" Der Gedanke fühlt sich an wie ein Stich. Sie bleibt an einer roten Ampel stehen, das Licht gleißt, der Schweiß rinnt ihr den Nacken hinab.
Würdest du es wieder tun? Mit dem Wissen von heute? Sie hört in sich hinein. "Ja. Ich würde es wieder tun. Aber... ich würde Markus nicht daran hindern, zu verhüten."
Die Ampel springt auf Grün. Das Licht flirrt auf der heißen Straße, ein grelles Leuchten, das sich in Sofias Augen brennt. Für einen Moment bleibt die Welt stehen. Der dumpfe Lärm der Stadt — das Hupen der Autos, das Rauschen der vorbeieilenden Menschen, das Klacken ihrer eigenen Schritte auf dem Teer — klingt wie fernes Donnergrollen, das noch nachhallt, obwohl alles vorwärtsdrängt. Ein säuerlicher Geruch von Abgasen mischt sich mit dem süßlichen Duft einer blühenden Linde am Straßenrand. Ihre Haut prickelt, der Schweiß rinnt ihr den Rücken hinab. Sie spürt, wie die Luft schwer auf ihren Schultern liegt.
Doch ein Gedanke bleibt wie ein Widerhaken in ihrem Bewusstsein: Aber das würde bedeuten, dass ich mir sicher bin, dass es von Markus ist ... Bin ich das wirklich? Ihr Herz schlägt schneller, als sie abrupt stehen bleibt. Sie sieht sich selbst im Schaufenster eines kleinen Ladens gegenüber. Das Licht drinnen ist kalt, flackernd, wirft seltsame Schatten auf ihr blasses Gesicht. Im Innern des Glases spiegeln sich ihre Augen — suchend, unsicher, beinahe panisch. Der Fremde, der ihr gegenübersteht, scheint sie aus einer anderen Welt zu betrachten.
Wer bist du? fragt sie sich. Bin ich noch Sofia, oder schon jemand, den ich nie sein wollte? Die Fragen schwirren wie Mücken um ihren Kopf, stechen und brennen. Sie möchte weglaufen, sich auflösen im Licht, im Geräusch der Stadt, im Duft nach Sommerregen, der irgendwo in der Ferne auf heißem Asphalt verdampft. Ihr Körper fühlt sich fremd an, als hätte sich ihr Inneres gegen sie verschworen.
Zwar gibt es keinen endgültigen Beweis, aber alles, was sich in der letzten Zeit abgespielt hat, deutet auf Markus hin. Nicht auf Sirius. Der Zufall, dass Sirius mich jetzt, nach all den Jahren ungeschützten Sexes, ausgerechnet in dem Moment schwängert, als ich auch mit Markus ohne Schutz schlafe ... das wäre doch fast zu unwahrscheinlich. Ihr Verstand kreist, sucht nach Logik, Halt, nach einer Antwort, die es nicht gibt. Der Geschmack von Unsicherheit ist bitter auf ihrer Zunge, als würde sie an rohem Kakao nagen.
Die Gedanken wirbeln wie dunkle Wolken durch ihren Kopf, vermengen sich mit der Hitze des Tages, mit dem Summen einer dicken Hummel, die über den Gehweg brummt. Sie zieht einen tiefen Atemzug durch die Nase, doch die Luft ist stickig, schmeckt nach Staub und Spannung. Ein leises Summen aus der Apotheke lockt sie weiter — das Klimpern einer Kasse, das Rascheln von Papiertüten, das monotone Murmeln der Kundschaft.
Mit einem unsicheren Schritt betritt sie die Apotheke; die Kühle der Klimaanlage streicht wie eine fremde Hand über ihre Haut, ein leichter Schauer, der sie für einen Moment aus ihren Gedanken reißt. Der Geruch nach Desinfektionsmittel, nach frischem Papier und kühlem Plastik steigt ihr in die Nase. Lichtreflexe tanzen auf den Regalen, spiegeln sich in bunten Verpackungen. Sie fühlt sich verloren in diesem Kosmos der Möglichkeiten. Zehn Schwangerschaftstests reihen sich vor ihr auf, wie Wächter einer Entscheidung, jede Packung ein Versprechen, eine Drohung, ein Sprung ins Ungewisse.
Welcher ist der richtige? fragt sie sich. Was, wenn keiner davon Klarheit bringt? Für einen Moment wird ihr schwindlig, als müsste sie sich festhalten, um nicht einfach zu verschwinden zwischen den Regalen. Ihre Finger zittern leicht, als sie nach einem Test greift. Das Plastik fühlt sich kühl und abweisend an, als wolle es ihr sagen: Du bist nicht bereit für die Wahrheit.
Doch sie hält inne, der Zweifel flammt erneut auf, greift nach ihr wie ein Schatten. Vielleicht sind zwei Tests besser ... nur zur Sicherheit. Der Gedanke gibt ihr Halt, ein winziger Anker inmitten des Sturms. Mit beiden Tests in der Tasche, das Papier knistert leise, verlässt sie die Apotheke. Ihre Schritte hallen im grellen Licht des Nachmittags, der Wind trägt Stimmen, Musikfetzen, das leise Scheppern eines entfernten Lastwagens.
Bei sich angekommen, begibt sich Sofia sofort ins Bad. Sie packt die Tests aus und setzt sich auf die Toilette. Doch sie muss feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, auf Kommando Wasser zu lassen, wie sie gedacht hatte. Entnervt legt sie die Tests auf das kleine Sideboard und verlässt das Bad.
"Dann halt später. Auf ein oder zwei Stunden kommt es jetzt eh nicht mehr an", denkt sie bei sich und kehrt ins Hotel zurück. Sie versucht, sich mit Arbeit abzulenken, doch ihre Gedanken schweifen immer wieder zu den Tests zurück. Immer wieder fragt sie sich: Was, wenn der Test positiv ist? Was würde das für mein Leben bedeuten? Was würde ich Markus sagen, was Sirius? Die Fragen kreisen in ihrem Kopf, lassen sie nicht los, als wäre die Ungewissheit ein unsichtbares Band, das sie festhält und nicht entkommen lässt. Jeder Versuch, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, scheitert am Zittern ihrer Gedanken.
Während die Stunden vergehen, spürt sie immer noch keinen Druck auf der Blase. Erst als sie zufällig auf die Uhr blickt, bemerkt sie überrascht, dass es bereits fast Abend ist. Ein Gefühl von Rastlosigkeit macht sich breit; die Zeit scheint gleichzeitig zu vergehen und stillzustehen. Sie beschließt, den Tag nun ausklingen zu lassen und drüben in ihrer Wohnung darauf zu warten, dass sie die Tests durchführen kann.
Als sie schließlich ihre Wohnung betritt, eilt sie ohne Umweg ins Bad. Schnell zieht sie ihr Höschen hinunter und setzt sich auf die Toilette. Ihr Herz klopft laut in ihrer Brust, als sie mit zitternder Hand zum Sideboard greift, tastend nach den Tests sucht. Doch da - Leere. Aufgeschreckt schaut sie hinüber, ihr Blick huscht nervös durch den Raum. Wo sind sie? Ihre Augen irren umher, finden aber nichts. Ein heißer Schauer der Panik fährt ihr durch den Körper, ihre Hände beginnen leicht zu zittern, während sie hektisch weitersucht. Habe ich sie verlegt? Bin ich so zerstreut, dass ich nicht mehr weiß, wo ich sie gelassen habe? Oder ist mir da etwas entgangen? Vielleicht sind sie hinter das Sideboard gefallen, ohne dass sie es bemerkt hat?
Sie steht auf, geht vor dem Board in die Hocke und späht darunter. Aber nichts. Nur Staubflusen und leere Fliesen. "Nein, nichts zu sehen", murmelt sie leise in den Raum, ihre Stimme klingt dünn vor Anspannung. Die Unsicherheit bleibt - jetzt noch verstärkt durch die Frage, ob sie überhaupt jemals eine Antwort bekommen wird.
Da durchbricht eine wohlvertraute Stimme die Stille, sanft und doch durchdringend: "Suchst du die hier?"
Sofia fährt herum. Ihr Herz hämmert so laut, dass sie meint, das Blut in ihren Ohren rauschen zu hören - dumpf, dröhnend, als würde es gleich explodieren. Sirius steht in der Tür, das schräg fallende Licht des frühen Abends zeichnet weiche Schatten auf seine Wangen. In seiner Hand glänzen die beiden Tests wie ein stummes Urteil. Ein unergründlicher Ausdruck in seinen Augen - Fürsorge, Unsicherheit, etwas wie Hoffnung, und ein Funken Angst - lässt sie den Blick kaum erwidern.
Sirius geht einen Schritt auf sie zu, bleibt dann stehen. Seine Schultern wirken breit unter dem Stoff seines Hemdes, doch sein Griff um die Tests ist vorsichtig, beinahe zart. "Wann wolltest du es mir sagen?" Seine Stimme bleibt leise, sanft - kein Vorwurf, nur ehrliches Interesse. Ein Hauch von Traurigkeit schwingt mit, kaum merklich, und doch trifft es Sofia empfindlich. Die Erinnerung flackert in ihr auf, wie sie vor Jahren Kassandra das erste Mal in den Armen hielt, voller Angst und Glück zugleich. Und dann: ein Bild von Markus, seine Hände, seine Nähe, das Zittern ihrer Haut nach jener Nacht.
Sie ringt um Worte, sucht Halt in seinem Blick, der jetzt weich und fragil wirkt, als hätte auch er Angst vor der Antwort. "Es gibt noch nichts zu sagen, Schatz", haucht sie. Ihre Stimme ist brüchig, ein Flüstern zwischen Atemzügen. Sie spürt, wie ihre Finger sich unruhig ineinander verkrallen.
Ein leises Schmunzeln huscht über Sirius' Lippen, doch seine Stirn bleibt angespannt. "Wirklich? Ich glaube kaum, dass die Tests für Kassandra bestimmt sind, oder?" Seine Stimme ist leicht, doch seine Augen behalten sie fest im Blick, suchen nach Wahrheit, nach Nähe.
Sofia atmet tief ein, spürt den kühl-sterilen Geruch von Desinfektionsmittel im Raum, das monotone Ticken der Uhr an der Wand, irgendwo draußen eine Kinderrufe. "Natürlich nicht. Es ist nur ein Verdacht, mehr nicht. Deswegen habe ich sie gekauft." Markus' Gesicht taucht vor ihrem inneren Auge auf: Seine lässige Art, das verwegene Lächeln, das alles in Bewegung gesetzt hat. Hätte es einen anderen Weg gegeben? Einen, ohne dieses Doppelleben, ohne Verrat? Sie weiß es nicht.
Sirius reicht ihr die Tests vorsichtig, sein Daumen streicht unwillkürlich über ihren Handrücken. Ein kurzer Funke, der ihr Herz aufschrecken lässt. "Dann... mach sie." Seine Stimme ist gedämpft, während sein Blick für einen Moment weich wird. In seinen Augen sieht sie den Schmerz der Ungewissheit, aber auch eine stille Entschlossenheit.
Sofia nimmt die Tests entgegen, ihre Finger zittern leicht. Sie bemüht sich um Fassung, doch sie kann seinen Blick nicht ertragen. "Willst du zusehen? Oder... könntest du mir ein paar Minuten Privatsphäre geben?" Ihre Worte sind vorsichtig, flehend fast - sie braucht einen Moment für sich, einen Moment, um zu begreifen, was auf dem Spiel steht.
Sirius nickt, legt ihr sanft eine Hand auf die Schulter, bleibt für einen Herzschlag stehen, als wolle er ihr die Last abnehmen. In seiner Berührung liegt ein Versprechen: Er ist da, egal, was passiert. "Schon gut, ich warte draußen." Seine Stimme ist ruhig, und als er hinausgeht, blickt er sich noch einmal um - ein stiller, fragender Blick, zwischen Hoffnung und Sorge.
Sie schließt die Tür, lehnt sich mit dem Rücken dagegen. Für einen Moment atmet sie tief durch, spürt die Kälte der Fliesen unter ihren Füßen, das Prickeln in den Fingerspitzen. Erinnerungen flackern auf, schnell und schmerzhaft: Kassandra als kleines Kind, das Lachen, das Weinen, die Angst, nicht genug zu sein. Markus' Stimme, heiser und nah, die Wärme jener Nacht, die alles verändert hat, und der Gedanke an ein anderes Leben, ein anderes Ich, das nicht zwischen zwei Männern und zwei Möglichkeiten steht.
Mit den Tests in der Hand, als wären sie der Schlüssel zu einer Tür, die sie nicht öffnen will, betritt Sofia das Wohnzimmer. Sirius sitzt auf dem Sofa, das Gesicht zum Fenster gewandt, sein Profil ist im Gegenlicht kaum zu erkennen - nur der Umriss, die gestrafften Schultern, sein Blick hinaus ins abendliche Licht. Für einen Moment bleibt sie an der Schwelle stehen, der Geruch von Kaffee und Seife mischt sich mit der frischen Luft, die durch die geöffnete Balkontür hereinströmt.
Sie setzt sich langsam neben ihn, stellt die Tests auf den Tisch. Die Zeit dehnt sich, jede Sekunde tropft zäh in die Stille. Ihre Hände gleiten fahrig über den Stoff ihres Kleides, sie spürt den Puls in ihren Schläfen pochen. Draußen ruft ein Vogel, jemand lacht, entferntes Klirren von Geschirr - das Leben geht weiter, während ihre Welt stillsteht.
Sofia streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht, ihr Blick bleibt zwischen den Tests und Sirius' Händen gefangen. "Hast du schon darüber nachgedacht?" Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Hauch, voller Furcht und Sehnsucht zugleich.
Sirius dreht sich zu ihr, sein Blick warm, aber ernst. Er atmet durch, verschränkt langsam die Finger. "Seit ich sie gefunden habe, denke ich an nichts anderes mehr." Die Worte kommen langsam, als müsse er sie aus einer Tiefe holen, aus der es kein Zurück gibt. Sein Daumen streicht unbewusst über seine Knöchel, eine Geste, die sie von ihm kennt, wenn er nervös ist - damals, als sie zum ersten Mal über Kassandra sprachen, damals, als sie noch nicht wussten, wie es ist, Eltern zu sein. Ein Bild von Kassandra, lachend im Sand, blitzt vor ihrem inneren Auge auf.
Sofia nickt, beißt sich auf die Lippe, ringt um Haltung. "Ich halte diese Ungewissheit kaum aus", wispert sie. "Ich habe mir den Kopf zerbrochen, aber eine Lösung... dafür fehlt die Zeit. Es gibt so vieles, das wir bedenken müssten." Erinnerungsfetzen: Markus' Stimme am Telefon, das schlechte Gewissen, das nachhallt. Ein anderes Leben, in dem sie vielleicht nie zwischen Markus und Sirius wählen musste.
Die Tests liegen vor ihr, unscheinbar, und doch wie ein Orakel. Noch sind die Fenster blass. Sie blickt starr darauf, sieht, wie sich langsam ein erster Hauch von Farbe zeigt. Ihr Atem geht flach, sie hört das eigene Herz, das Ticken der Uhr, den leisen Windzug durch die Tür. Ein Geruch von frischem Gras weht herein, vermischt mit dem scharfen Aroma des Plastiks. Ihr ganzer Körper spannt sich an - ein Prickeln auf der Haut, ein Frösteln, obwohl es nicht kalt ist.
Jede Sekunde zerrt an ihr. Die Welt scheint zu schweigen, selbst Sirius bewegt sich nicht, beobachtet sie, seine Augen voller Anteilnahme. Ihre Finger krallen sich in den Stoff des Sofas, Erinnerungen an den Abend mit Markus, ein anderer Kurs, den ihr Leben hätte nehmen können, flackern durch ihren Geist. Die Tests verzeichnen langsam ihre Botschaft. Ein Streifen - der Puls in ihren Ohren wird lauter, ein zweiter - ihr Magen zieht sich zusammen, alles verschwimmt für einen Moment.
Als sie endlich Klarheit erkennt, atmet sie keuchend aus. "Es ist wahr", sagt sie, kaum hörbar. Die Worte schmecken nach Angst, Hoffnung, Unsicherheit. Sie sieht Sirius an, sucht in seinem Blick nach Halt, nach einer Antwort. Seine Augen glänzen, ein Hauch von Traurigkeit und Liebe liegt darin. Für einen Moment berührt er sanft ihren Arm, sein Daumen streicht beruhigend über ihre Haut.
"Und was machen wir jetzt?" fragt sie, ihre Stimme leise, fast brüchig. Sirius' Blick bleibt fest, aber auch voller Mitgefühl. Für einen Moment herrscht Stille, nur unterbrochen vom Rauschen der Blätter draußen.
"Für mich ist die Sache klar", sagt er ruhig und nimmt dabei ihre Hand, drückt sie leicht. Ein Zeichen: Er ist bei ihr, auch jetzt.
Sofia schüttelt sanft den Kopf. "Sirius, so einfach ist das nicht mehr." Ein Hauch von Resignation schwingt mit. Sie sieht Kassandra vor sich, wie sie damals, noch ganz klein, in ihren Armen lag, und spürt, wie schwer die Verantwortung geworden ist. "Ich bin nicht mehr zweiundzwanzig wie damals. Heute bin ich doppelt so alt. Eine Schwangerschaft wäre schwerer... riskanter."
Sirius löst den Griff, steht auf, der Abendwind spielt in seinem Haar. Er tritt auf den Balkon, blickt in die Ferne, die Schultern hochgezogen, als müsse er ein Gewicht abwerfen. Sofia lässt ihn, spürt, dass diese Pause nötig ist.
Nach einigen Minuten kehrt Sirius zurück. Er setzt sich ihr gegenüber, streicht sich eine Haarsträhne aus der Stirn und legt beide Hände offen auf seine Knie - eine Geste, die sagt: Ich verberge nichts, ich bleibe. "Ich werde dich zu nichts drängen", sagt er sanft, sein Blick bleibt bei ihr, ruhig und offen. "Du weißt, wo ich stehe. Aber die Entscheidung - sie liegt bei dir."
Dankbarkeit flackert in Sofias Augen auf. Sie fühlt sich gesehen, verstanden. "Das ist ja auch nicht das Einzige, worüber wir nachdenken müssen", sagt sie leise. "Wir wissen nicht mal, wer der Vater ist. Markus... oder du. Und was ist mit Kassandra, mit Sven? Wie werden sie reagieren?"
Sirius' Züge werden weicher, doch ein Schatten flackert über sein Gesicht. "Ist es von ihm?" Seine Stimme vibriert leicht, als fürchte er die Antwort.
Sofia blickt zu Boden. "Ich weiß es nicht. Es war alles so nah beieinander..." Markus' Umarmung, Sirius' Nähe, die Überschneidungen der Nächte. "Es kann jeder von euch beiden sein."
Sirius nickt, nimmt ihre Hand wieder, hält sie fest, als wolle er sie verankern. "Ich bitte dich nur um eins: Mach es dir nicht zu leicht. Wir tragen Verantwortung. Wir müssen dazu stehen."
Sofia sieht ihn lange an, sucht nach dem richtigen Weg. "Komm?" Seine Einladung klingt wie ein Versprechen. Sie zögert, doch dann legt sie ihre Hand in seine.
Sirius' Lächeln ist schwach, aber ehrlich. "Jedes Leben verdient es, gefeiert zu werden - egal, wie kurz es ist." Seine Stimme ist weich, und in diesem Moment versteht Sofia: Es geht nicht nur um Entscheidung, sondern um Respekt vor dem, was ist.
Ein Moment der Stille, dicht und schwer, in dem Hoffnung und Angst nebeneinanderstehen. Sofia spürt Sirius' Hand, warm und verlässlich, und sie weiß: Sie geht diesen Weg nicht allein. Gemeinsam stehen sie auf, gehen ins Schlafzimmer - Schritt für Schritt, begleitet von Fragen, Erinnerungen und der leisen Ahnung, dass jede Entscheidung ein Anfang ist.
Langsam führt Sirius sie zum Bett. Kaum dass sie davor stehen, greift er an den Saum ihres Kleides und zieht es behutsam nach oben. Ein leiser Luftzug streift durch das Zimmer, trägt den Duft des Sommerabends herein und lässt Sofias Haut leicht erzittern. Für einen Moment hält sie den Atem an, spürt Nähe, Unsicherheit und Vertrautheit zugleich. Ihr Herz schlägt schneller. Ganz automatisch hebt Sofia die Arme und lässt sich das Kleid über den Kopf ziehen. Das Licht zeichnet die sanft geschwungenen Kurven ihres Körpers. Sein Blick verweilt einen Moment länger als gewohnt, sodass Sofia sich fragt, ob er bereits nach Unterschieden sucht.
"Zieh dich aus." Seine Stimme ist rau, bestimmt, voller Sehnsucht - und in ihrer Klarheit fast fordernd. Doch in seinem Blick blitzt für einen Moment Unsicherheit auf, als fürchte er, sie könnte ihm entgleiten. Für einen kurzen Moment zögert er, als habe er Angst, sie zu verlieren - dann jedoch legt er seine Hand sanft auf ihre Schulter, eine leise Bitte nach Nähe und ein Zeichen von Zärtlichkeit, das seine Dominanz durchbricht.
Sofia ringt in diesem Moment mit sich selbst; ihre Gedanken ziehen Kreise, in denen Schuld, Scham, Dankbarkeit und alte Sehnsucht miteinander ringen. Sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Sirius' Erwartungen zu entsprechen und dem Bedürfnis, sich selbst treu zu bleiben. Ein Teil von ihr gibt nach - vielleicht aus Schuldgefühl, vielleicht aus Dank für seine Geduld oder weil unausgesprochene Erwartungen wie unsichtbare Fäden zwischen ihnen liegen. Gleichzeitig schämt sie sich für das Chaos in ihrem Leben und die Unklarheit ihrer eigenen Wünsche. Doch während sie sich bewegt, spürt sie, wie die Unsicherheit in ihr arbeitet - ein Knoten aus Angst, aber auch eine zarte Hoffnung, dass Nähe vielleicht trösten kann. Wider Erwarten flackert in ihr eine Sehnsucht auf, die sie fast verschreckt, ein Verlangen, das sich nicht mehr leugnen lässt. Es ist mehr als nur ein dumpfes Brodeln; es kribbelt unter ihrer Haut, wächst behutsam, bis es für einen Moment Schuld und Scham verdrängt. So erkennt Sofia: Sie handelt nicht bloß - sie fühlt und ringt zugleich mit ihrer Entscheidung.
Nackt kriecht Sofia aufs Bett, sucht in jeder Bewegung einen Halt, den sie gerade nicht findet. Ihr Blick wandert zu Sirius, der hastig die letzten Kleidungsstücke abstreift - fast, als wollte er all das Vergangene abschütteln, das sich wie ein Schatten zwischen sie gestellt hat. Die Sicht auf seine offensichtliche Erregung lässt in ihr eine Mischung aus Unsicherheit und Faszination aufsteigen. Macht es ihn so an, dass sie schwanger ist? Oder steckt dahinter eine tiefergehende Sehnsucht nach Nähe, die alles andere überlagert?
Während diese Fragen in ihr kreisen, fühlt sie sich verletzlich und zugleich begehrt. Das Wissen um die eigene Veränderung verstärkt die Intensität der Situation - ihre Scham, ihre Neugier und das aufkeimende Verlangen treiben sie vorwärts, auch wenn ihr Herz immer noch zwischen Zweifel und Vorfreude taumelt.
War das vielleicht der Auslöser für ihr eigenes Verlangen? Das Bewusstsein, schwanger zu sein? Konnte es sein, dass ihre Hormone bereits jetzt alles durcheinandergebracht haben?
Damals, bei Kassandra...
Sie erinnert sich, wie sie sich fast wie eine Nymphe fühlte - als würde eine unablässige Glut in ihr lodern, die keinen Frieden fand. Dieses Verlangen war allgegenwärtig, zu jeder Zeit, an jedem Ort. "Bitte nicht ... diese brennende Sehnsucht halte ich bestimmt nicht noch einmal aus", denkt sie für einen Moment, während Sirius sich zu ihr legt.
Jetzt, in der Gegenwart, stockt Sofia. Ein Moment des Innehaltens. Hat sie sich gerade wirklich entschieden? Sie lauscht in sich hinein, sucht nach Halt - doch da ist nur das anhaltende Chaos dieses Tages, wie ein Nebel, der jeden klaren Gedanken verschluckt.
"Was will ich wirklich?" Die Frage hallt wie ein Echo in ihr nach, bleibt unbeantwortet und lässt sie noch ratloser zurück. Keine Klarheit, kein Entschluss - nur das Gefühl, auf einem Drahtseil zu balancieren, ohne zu wissen, ob sie springen oder verharren soll.
Ohne viele Worte bewegt sich Sirius langsam zwischen Sofias Beine. Sein Herz schlägt hörbar schneller, während eine dichte Mischung aus Nervosität, Hoffnung und Unsicherheit den Raum erfüllt. Sofia spürt sein warmes, unruhiges Atmen auf ihrer Haut, ihre eigenen Hände umklammern unbewusst das Laken - als könnte sie sich daran festhalten, um nicht in der Welle der Gefühle zu ertrinken. Für einen kurzen, intensiven Augenblick scheint die Zeit einzufrieren, und ein leiser Gedanke huscht durch ihren Kopf: Was, wenn ich ihm nicht genüge? Die Sehnsucht in der Luft ist fast greifbar, gepaart mit dem flackernden Zweifel, der sie beide begleitet. Ein Zittern läuft über Sofias Rücken, als Sirius' Finger sanft ihre Hüfte streifen, und sie hält unwillkürlich den Atem an.
Doch anstatt sie, wie von ihr erwartet, sofort zu nehmen, beugt Sirius sich nur weiter vor. Ganz nah ist sein Gesicht an ihrem, als suche sein Blick eine Antwort in Sofias Augen. Mit einem entschlossenen Zug presst er seine Lippen auf ihre, bittet stumm um Zugang zu ihrer Nähe. Als Sofia den Mund öffnet, taucht seine Zunge voller Verlangen und Ungeduld hinein - erforscht sie leidenschaftlich, jede Bewegung ungestüm. Die Intensität dieses Kusses schickt eine Welle aus Unsicherheit und gleichzeitiger Hingabe durch Sofia; fieberhafte Erwartung lässt ihr Herz pochen.
Früher liebte sie seine ungestüme Art. Doch jetzt bemerkt sie, wie Markus mit seiner sanften Zärtlichkeit alles verändert hat. In ihr tobt ein Zwiespalt: Markus hat ihr gezeigt, wie tief und ruhig Liebe sein kann, doch Sirius - mit diesem brennenden Funkeln in den Augen - entfacht in ihr ein Verlangen, das sie kaum bändigen kann. Noch während sie seinen Blick erwidert, denkt sie: "Obwohl Markus mein Herz mit Zärtlichkeit berührt hatte, spüre ich das alte Feuer in Sirius' Augen - diese Versuchung, der ich kaum widerstehen kann. Was zieht mich immer wieder zu ihm?"
Trotz aller Unsicherheit bietet sie Sirius den heißen Tango, den er sich wünscht. Dabei legt er eine Hand auf ihre Brust und beginnt, diese fest, aber nicht grob zu kneten. Sofort erblühen die beiden Knospen, verhärten sich und stehen leicht schmerzend von ihr ab.
Seine Hände werden immer unruhiger, das wachsende Verlangen ist in jeder Bewegung spürbar. Ein flüchtiger Blick zu ihr verrät seine Sorge, in ihren Augen nach Bestätigung suchend. Sein Atem stockt für einen Moment, als die Angst, sie zu verlieren, ihn überkommt. Doch trotz der steigenden Intensität hält er sich noch zurück - eine zarte Unsicherheit lässt ihn nicht ganz los. Immer wieder schwingt die leise Angst mit, dass sie ihm entgleiten könnte, gerade jetzt, da sie schwanger ist ... vielleicht sogar von ihm. Auch das Wissen um seine eigene Verantwortung daran, lässt ihn behutsamer werden. Es kommt ihm darauf an, sie an sich zu binden, ihr Nähe und Geborgenheit zu schenken - ihr zu zeigen wo ihr Stall steht.
Langsam, beinahe tastend wandernd seine Hand, an ihrer Seite entlang und gleitet hinab bis zu ihrer Hüfte. Ein leiser Schauer jagt dabei über Sofias Haut - sie spürt die Wärme seiner Berührung, das Gewicht seiner Finger, das einen ganz eigenen Rhythmus in ihrem Inneren anklingen lässt. Der Geruch von frischer Bettwäsche und Sirius' vertrautem Parfüm mischt sich mit der aufgeladenen Luft zwischen ihnen. Für einen Moment schließt Sofia die Augen; sie taucht ein in die Dämmerung des Zimmers, in das sanfte Licht, das durch die halbgeschlossenen Vorhänge fällt. In ihr brodelt ein Flirren zwischen Unsicherheit und Verlangen, als würde ihr Körper auf eine verborgene Sehnsucht antworten, die sie selbst kaum versteht. Ein Teil von ihr fragt sich, ob sie diese Nähe wirklich zulassen will, während der andere sich fast nach Auflösung sehnt. Das pochende Ziehen breitet sich wellenförmig von ihrer Mitte aus, überrascht sie durch seine Intensität.
Seine Hand gleitet weiter zu ihrem Bauch, verweilt einen Atemzug lang auf der warmen, leicht angespannten Haut, dann tiefer. Als seine Fingerspitzen ihren Venushügel erreichen und darauf verharren, hält Sofia unbewusst die Luft an. Jeder sanfte Druck lässt ihr Herz schneller schlagen, während draußen ein leises Knarren vom Wind durchs Fenster dringt - als würde die Welt für einen Moment stillstehen. Endlich gleitet seine Hand weiter, sucht die bereits Wärme ausstrahlende, empfindlichste Stelle ihres Körpers auf. Ihre Sinne sind geschärft: das leichte Knistern ihrer Haut, der Duft nach Sommerregen, Sirius' forschender Blick, der auf ihr ruht - all das verschmilzt in diesem Augenblick zu einem einzigen, überwältigenden Gefühl von Leben und Begehren.
Ein kaum hörbares, zittriges Stöhnen entrinnt ihren fast geschlossenen Lippen, als seine Fingerspitze ihren Lustknopf berührt. Wie elektrisiert durchzuckt sie ein sanftes, prickelndes Beben, ihre Haut scheint für einen Moment zu glühen. Die Welt um sie herum verschwimmt, alles rückt in weite Ferne, während jeder Gedanke in diesem einen Gefühl kulminiert: einer Mischung aus Erwartung, Sehnsucht und zaghaftem Staunen. Sie spürt, wie er sie mit sanften, kreisenden Bewegungen verwöhnt - immer wieder neu, mal zärtlich tastend, dann etwas fordernder, so dass ihr Atem sich in kleinen, stockenden Wellen hebt. In ihrem Innersten flackert Unsicherheit auf - darf sie dieses Verlangen zulassen, sich fallen lassen? Doch zugleich schwingt Hoffnung mit: Vielleicht gelingt es ihr, in dieser Berührung für einen Moment alles loszulassen. Ein bittersüßer Strudel aus Lust und Angst wirbelt durch ihre Gedanken, während ihre Sinne sich ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Sofia gibt sich der Hand voll hin, drängt mit ihren Becken ihr sogar entgegen und so schön es auch jetzt schon ist, so sehr wünscht sie sich den Finger woanders. Noch tiefer ... in ihr.
Doch während Sirius sie weiterhin auf diese für ihn ungewohnt sanfte Weise berührt, spürt er, wie in ihm ein vertrautes Feuer aufflackert. Ein Gedanke durchzuckt ihn: Warum halte ich mich zurück? Ist es Angst, sie zu verlieren - oder die alte Sehnsucht nach dem Rausch, der alles verzehrt? Er merkt, wie das Bedürfnis, alle Zweifel für einen Moment zu ersticken, sich Bahn bricht. Für einen Herzschlag kämpft in ihm noch die Unsicherheit gegen das Verlangen, doch dann gewinnt die unbändige Kraft der Begierde die Oberhand. Wie ein Sturm, der plötzlich das ruhige Meer aufpeitscht, werden seine Bewegungen wilder, drängender; die Zärtlichkeit vergeht wie Nebel im Licht eines lodernden Feuers. Ohne ein weiteres Wort zieht er seine Hand zurück, tauscht sie gegen seinen Schwanz aus - und gleitet in einem einzigen, entschlossenen Stoß in sie hinein.
"OOOUURRRGGGHHHH" entweicht es ihr. Natürlich war ihr klar gewesen das er nun in sie kommen würde, aber die Intensität ist dann doch ein wenig höher als sie erwartet hatte. Oder war die Intensität aus einem anderen Grund gesteigert. Sie schüttelte innerlich den Kopf. Kopf aus, Sofia, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt zu nachdenken, ermahnt sie sich selbst. Sofia bemüht sich zu fühlen wie die dicke Ader immer wieder an ihrer inneren Wand entlanggleitet. Oder auch seine Eichel. Genau das ist es, wonach sie sich in diesem Moment sehnt. Ablenkung - nichts wünscht sie sich mehr. Einfach nur weg von dem, was vor ihr liegt; und wenn das durch die schönste Nebensache der Welt geschieht, fühlt es sich umso besser an.
Im Rhythmus seiner Hingabe schaukeln ihre Brüste auf und ab, bis sich Sofia ihre zwei Freundinnen schnappt und die eine zu kneten beginnt. Während sie an der anderen an dem oben darauf thronenden Kirschkern - ihr Spitzname für die empfindliche Spitze der Brust - zieht. Ihn fest zwirbelt und drückt. Sofia drückt eine Brust in die Höhe, schiebt ihre Zunge aus dem Mund und leckt über den Kirschkern. Sofort fährt ihr ein Schauer über den Rücken. Sie spürt ein längst vergessenes Prickeln, das Erinnerungen an vergangene Sommer wachruft und sie für einen Moment ganz aus der Gegenwart reißt. Sie fragt sich, wann sie zuletzt so empfunden hatte.
Mit geschlossenen Augen lässt Sofia sich immer tiefer in das Wirrwarr ihrer Gefühle fallen. Zunächst trägt sie der Strom ihres Verlangens davon, bis sich plötzlich ein anderes Bild vor ihren inneren Augen formt - es drängt sich langsam aus der dichten Nebelschwade hervor, die alles zu umhüllen scheint. Der Nebel ist so kalt und feucht, dass sie meint, das Prickeln winziger Wassertropfen auf ihrer Haut zu spüren, während ein leicht modriger, erdiger Geruch ihre Sinne streift - wie ein ferner Hauch von nassem Laub nach Sommerregen. In die Stille mischt sich das leise Ticken der Uhr vom Nachttisch, stellenweise unterbrochen vom gedämpften Rauschen des Windes, der sacht an den Fensterläden zerrt und die Stille noch deutlicher macht.
Im diffusen Licht erkennt sie nur die vage Gestalt eines ungeborenen Fötus: keine Gesichtszüge, kein erkennbares Geschlecht - nur ein pulsierendes, lebendes Wesen, das in ihr wohnt. Ein unerwarteter Schauer läuft ihr über den Rücken, als ein dumpfer Herzschlag, nur eingebildet oder doch real, sich mit ihren eigenen pochenden Pulsschlägen vermischt. Die Sehnsucht nach diesem kleinen Leben vermischt sich mit einer tiefen, kaum greifbaren Angst - sie spürt, wie ihr Herz sich zusammenzieht, als wolle es sich schützend um das neue Leben in ihr legen, und gleichzeitig droht, unter der Last der Verantwortung zu zerbrechen.
Ihr innerer Konflikt wird noch schärfer, als ein kurzer Gedanke wie ein Blitz durch ihren Geist zuckt: Was, wenn sie nicht stark genug ist, dieses Leben zu schützen? Und doch pocht in ihrem Innersten eine neue Hoffnung gegen die Mauern ihrer Zweifel, leise, aber unermüdlich. Der Wunsch, sich darauf einzulassen, wechselt sich ab mit der Angst vor dem Unbekannten, während das Bild des Fötus in ihrem Nebel verschwimmt. Vielleicht spiegelt genau das ihren eigenen Zustand wider - zwischen Furcht und Sehnsucht, zwischen dem Wunsch, etwas Großem nahe zu sein, und der Sorge, daran zu zerbrechen. Ihr Atem geht flach, begleitet vom leisen Rascheln der Bettdecke, als der Nebel in ihrer Vorstellung langsam dichter wird und sie nach Halt in ihren widersprüchlichen Gefühlen sucht.
"WAS?" stößt sie mit einem erstickten Laut hervor und fährt unwillkürlich mit der Hand über ihren Bauch. Sirius hält sofort inne, seine Stirn legt sich in Falten, und mit einer Mischung aus Sorge und Unsicherheit sucht er ihren Blick. "Was ist los?" fragt er leise, seine Stimme fast ein Flüstern, als wolle er die Stille nicht stören.
Sofia sucht seinen Blick, zögert einen Moment und antwortet dann, bemüht, ihre Unsicherheit zu verbergen: "Nichts, Schatz. Fick mich weiter." Während sie die Worte ausspricht, spürt sie selbst, dass sie nicht so recht weiß, ob sie die Wahrheit sagt - oder ob sie die wahre Bedeutung ihrer eigenen Reaktion lieber nicht zulassen will. Auch Sirius spürt, dass etwas in der Luft liegt, wagt aber nicht nachzufragen; er beobachtet Sofia mit einer Mischung aus Sorge und vorsichtiger Zurückhaltung.
Sirius will gerade wieder beginnen, als Sofia ihn sanft, aber mit einer unerwarteten Entschlossenheit von sich drückt. "Ich will oben auf", sagt sie leise, doch mit einer Klarheit, die keinen Widerspruch zulässt. Für einen Moment treffen sich ihre Blicke - sie erkennt in seinen Augen ein Aufblitzen von Überraschung, aber auch ein stilles Einverständnis. Sofia spürt, wie ihr Herz schneller schlägt - sie weiß, dass sie ihm vertrauen kann. Ein leises Rascheln der Bettwäsche begleitet Sirius' Lächeln, während er ihren Blick nicht verliert. Mit einem zufriedenen Ausdruck legt er sich auf den Rücken und überlässt sich ihr ganz.
Mit pochendem Herzen und einem Hauch von Nervosität klettert Sofia über ihren Mann. Während sie ihre Mitte behutsam auf die richtige Höhe seines Körpers bringt, spürt sie die gespannte Erwartung in sich wachsen. Das gedämpfte Licht im Raum lässt ihren Schatten sanft über Sirius' Brust wandern, und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Ihr Atem geht schneller, während sie sich langsam und voller Vorfreude hinabgleiten lässt - getragen von einer Mischung aus Unsicherheit, Verlangen und dem leisen Knistern, das zwischen ihnen in der Luft liegt. Beide stöhnen auf als ihre Hitze sein Gemächt wieder umschlingt, während er tiefer und tiefer in ihren Körper eintaucht.
Immer wieder hebt und senkt sich ihr Becken. Ruhig und behutsam. Die Zeit vergeht, wodurch ihr Ritt an Intensität gewinnt. Ja, da ist sie wieder - seine Sofia. Genau so liebt Sirius sie und ihre gemeinsame Leidenschaft. Es gefällt ihm, zu beobachten, wie sie die Initiative ergreift, wenn er ihr die Kontrolle überlässt. Sie nimmt sich, was sie braucht, und zwar auf ihre eigene Art. Diese kurzen Momente schenkt er ihr gerne. Er tut es nicht nur, um ihr seine Liebe zu zeigen und zu verdeutlichen, dass sie ein Team sind. Nein, er weiß auch, dass sie danach kein Problem damit hat, wenn er sonst die Führung übernimmt. In ihm steckt eben auch ein kleiner Macho, ein Südländer - doch gerade weil sie sich gegenseitig vertrauen und aufeinander eingehen, genießen beide diese besonderen Momente umso mehr.
Unaufhörlich treibt sie sich und Sirius dem absoluten Höhepunkt ihrer Zusammenkunft entgegen. Ein warmes Kribbeln breitet sich von ihrem Bauch bis in jede Faser ihres Körpers aus, begleitet von einem Gefühl tiefer Verbundenheit." Ebenso wie das verräterische Zucken von Sirius in ihrem Körper. Das die Entladung seiner sich nun aufgebauten Lust ankündigt. Dann ist es soweit und Sofia spürt wie er in ihr kommt. Wie seine Liebe sie bis in ihr Innerstes ausfüllt und ein warmes Gefühl in ihr hinterlässt."
Laut stöhnen lässt sie nun ihren eigenen Orgasmus zu, so das sein Überfluten und ihr Orgasmus sie hinwegspülen ... raus aus Raum und Zeit. Es dauert fast eine Minute bis sich ihr Lustverzerrtes Gesicht wieder beruhigt, sich ihre Augen öffnen und sie Sirius mit glasigen Augen anschaut.
"Ich liebe dich", haucht sie, und diese drei Worte steigen aus ihrem Innersten auf wie ein warmer Windhauch, der zärtlich über ein weites Feld streicht. Für einen Herzschlag lang scheint es, als würde ihre Brust sich öffnen und sämtliche Sorgen wie Nebel davontragen. Sie lässt sich auf ihn sinken, ihr Körper schmiegt sich voller Vertrauen an den seinen und ihre Lippen finden sich in einem Kuss, der wie ein Versprechen an diese Nacht klingt. Die Berührung fühlt sich an, als würde ein weicher Mantel aus Licht sie beide umhüllen, Schutz und Geborgenheit spendend, während draußen die Welt im Ungefähren verblasst.
In Sofia brodelt ein gewaltiges Stromschnellen-Geflecht aus Erleichterung und Sehnsucht; sie spürt, wie ihr inneres Gleichgewicht ins Schwingen gerät, ein Tanz aus Mut und Verletzlichkeit. Während ihre Zungen sich begegnen - erst tastend, dann fordernd, wie zwei Tänzer, die sich dem Rhythmus des Augenblicks hingeben, mal Walzer, mal stürmischer Tango - verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Draußen und Drinnen. Jeder Hauch, den Sirius in ihren Nacken schickt, treibt eine Welle von Wärme über ihre Haut, lässt Funken aufsteigen, die in ihrem Innersten leise knistern.
Die Außenwelt verliert sich im schwankenden Halbschatten, während Sirius' Hand langsam über Sofias Rücken gleitet. Es ist ein Streicheln, das Erinnerungen wie goldenen Staub aufwirbelt; sie nimmt es gleichzeitig wie durch einen Schleier und doch mit jeder Faser wahr. Im Inneren wird Sofia sich der Tiefe ihrer Empfindungen bewusst - ein feines Zittern durchzieht sie, als würde ihr Herz eine geheime Melodie anstimmen, die nur sie zu hören vermag. In diesem Moment verschmelzen ihre Seelen für einen flüchtigen Augenblick zu einer Einheit aus Verlangen, Ruhe und Hoffnung, und Sofia lässt sich vertrauensvoll in das Mosaik ihrer Empfindungen fallen, den Blick nach innen gerichtet, berauscht vom Sog intensiver Nähe und Zärtlichkeit.
Wenn er doch immer so sanft wäre ... würde sich heute bestimmt nicht die Frage - vom wem - stellen. Der Gedanke schießt ihr durch den Kopf, während sie auf Sirius liegt, sein Körper noch eng mit ihrem verbunden.
" Stopp, was soll das jetzt? Sofia, du hast gerade mit Sirius, deinem Mann, geschlafen... er steckt noch in dir, sein Sperma ist in dir und du denkst an Markus?" Ungläubig liegt sie auf ihm und bemüht sich, ihre Fassung zu wahren. Trotzdem ist da ein Unbehagen tief in ihr. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Hatte sie wirklich geglaubt, dass sie ihre Gefühle einfach ausschalten konnte? Warum fühlt sich alles in ihr so widersprüchlich an - als würde sie sich selbst etwas vormachen? Sie spürt, wie sich Schuld in ihr breitmacht. Damals hatte sie Sirius aus ihrem Herzen ausgeschlossen, als sie mit Markus, wegen seinem Spiel, geschlafen hatte - nicht aus Verlangen, sondern um Markus nicht in Gedanken an Sirius zu verraten. Dabei war Markus immer derjenige gewesen, der ihr das Gefühl von Geborgenheit und Leichtigkeit schenkte, eine Vertrautheit, die sie oft vermisste, wenn sie allein war. Doch Sirius ist der Mann, der sie mit seiner leidenschaftlichen Art immer wieder herausfordert, sie liebt diese Intensität, aber manchmal fürchtet sie sich auch davor, ihm nicht gerecht zu werden. Nun fühlt sie sich erneut schuldig. Auch wenn Markus erst nach jenem Abend für sie eine intensive Rolle spielte, bleibt das Gefühl, Sirius hintergangen zu haben. Die Grenze zwischen Loyalität und Verrat verschwimmt. "Wie soll das nur weitergehen, Sofia?", fragt sie sich leise, während sie merkt, wie er langsam und kraftlos aus ihr gleitet.
Sie lässt sich an seine Seite sinken und dreht sich dann auf den Rücken. Noch schwingen die herrlichen Gefühle in ihr nach, die eben durch ihren Körper geströmt waren. Für einen Moment genießt sie das Nachbeben, doch dann spürt sie, wie sich die Wirklichkeit langsam zurückzieht - und etwas Neues Raum in ihrem Inneren einnimmt. Plötzlich ist sie nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern sieht das Bild des Fötus erneut vor sich. Es drängt sich in ihr Bewusstsein, überlagert das eben Erlebte.
Während sie versucht, sich wieder auf die Gegenwart zu konzentrieren, verändert sich die innere Szene: Aus der vagen Gestalt wird ein greifbares Bild. Sie erkennt sich selbst, einen Säugling im Arm haltend. Das sanfte Gewicht des Babys spürt sie beinahe körperlich, eine seltsame Wärme breitet sich in ihr aus. Doch die Gesichtszüge des Kindes bleiben weiterhin verschwommen, der Strampler ist neutral gehalten - nichts verrät, wer dieses kleine Wesen wirklich ist. Für einen Moment hält die Zeit den Atem an, als sie zwischen der Realität und ihrer Vorstellung hin- und hergerissen ist.
Wie durch eine unsichtbare Hand wird das zarte Bild in ihrem Kopf plötzlich zerstört - als würde jemand mit einer Nadel eine Seifenblase zum Platzen bringen. Die Szene zerreißt und lässt Sofia verwirrt und orientierungslos zurück. Erst nach einigen Atemzügen findet sie langsam ins Hier und Jetzt zurück, während die Fragen und Gefühle in ihr nachklingen.
Fast wie benommen liegt Sofia da, ihre Haut noch glühend von der Nähe zu Sirius, während seine Wärme in ihrem Inneren nachhallt. Doch unter der betörenden Hülle des Moments breitet sich ein aufgewühltes Meer aus Gedanken aus. Allmählich ordnet sich das Durcheinander: Die Gewissheit, in ihrem Alter noch einmal schwanger zu sein, ist greifbar - aber das Gefühl geht tiefer, schimmert unter der Oberfläche als etwas Unausgesprochenes. Sie fragt sich: "Kann ich mir dieses Leben wirklich vorstellen? Oder ist es nur ein Traum, der mir etwas sagen will?" Immer wieder steigen die Bilder des Fötus in ihr auf, begleiten sie wie Schatten durch den Tag.
Unwillkürlich schweifen ihre Gedanken zu Markus. Es ist nicht die Angst, er könnte von der Schwangerschaft erfahren, oder die Sorge, wie er reagieren würde - schließlich ist Sirius offiziell der Vater. Vielmehr spürt Sofia ein fast schmerzhaftes Verlangen nach Markus' Nähe, als fehle ihr plötzlich die Luft zum Atmen. Sie sehnt sich nach der Selbstverständlichkeit, mit der Markus, sie schon so oft gehalten hatte, ohne Worte, ohne Fragen, einfach da.
Die Beziehung zwischen den dreien war schon immer von einer subtilen Spannung durchzogen. Sirius, ihr Mann, war der Strahlende, Unberechenbare - voller Leidenschaft, mal einfühlsam, mal fordernd, der sie immer wieder mit seiner Intensität aus der Reserve lockte. manchmal jedoch auch überfordert. Markus dagegen - offiziell ein enger Freund, inoffiziell längst mehr - brachte in ihr eine andere Seite zum Klingen: Vertrauen, zärtliche Leichtigkeit, ein Gefühl von Angekommen-Sein, das sie bei Sirius oft suchte und doch nur selten fand. Zwischen den beiden Männern bewegte sie sich wie zwischen zwei Welten, zerrissen zwischen dem Verlangen nach Aufregung und dem Bedürfnis nach Ruhe.
Inmitten dieser Ambivalenz wird Sofia schmerzlich bewusst, wie sehr ihr die stillen Momente mit Markus fehlen. Leider hatten sie in letzter Zeit nicht so viel Zeit füreinander gehabt, wie sie es sich beide selber wünschten. Sie merkt, dass sie diesen Kontakt braucht, um für sich selbst Klarheit zu finden - über sich, ihr Kind, ihre Liebe.
Am nächsten Morgen
Sofia sitzt in ihrem Büro, dessen große Fenster das fahle Nachmittagslicht hereinlassen und feine Lichtstreifen auf den dunklen Holzboden werfen. Die Wände sind mit dezenten Gemälden verziert, in der Ecke steht eine kleine Pflanze, deren Blätter leise im Luftzug der Klimaanlage rascheln. Auf ihrem Schreibtisch liegen ordentlich gestapelte Unterlagen, ein marmorner Briefbeschwerer neben dem Tastatur und eine Tasse dampfender Kräutertee verbreitet einen feinen, beruhigenden Duft. Im Hintergrund erklingt leise klassische Musik, die den Raum mit einer sanften Atmosphäre füllt und die Hektik des Tages für einen Moment vergessen lässt.
Plötzlich klopft es an der Tür. "Herein", ruft Sofia, ihre Stimme klingt klar und bestimmt, obwohl ihr Herz einen Moment schneller schlägt. Als sich die Tür öffnet und Markus eintritt, spürt sie die Spannung in der Luft, die sich wie ein elektrischer Strom durch sie zieht. Sie hatte Kassandra angewiesen, Markus zu ihr zu schicken - offiziell, um mit ihm über seine Ausbildung zu sprechen. Doch während Markus die Tür hinter sich schließt, durchdringt ein Hauch von Parfüm den Raum, vermischt sich mit dem Teearoma und macht Sofia bewusst, wie sehr sie sich nach seiner Nähe sehnt.
Markus tritt zu ihr, und Sofia rollt ihren Stuhl zurück, um ihm entgegenzugehen. Für einen Moment stehen sie voreinander, fast regungslos, bis sich ihre Blicke treffen. In seinem Gesicht liest sie eine Mischung aus Erwartung und Unsicherheit, als würde er sich fragen, ob das, was gleich geschieht, wirklich richtig ist. Sie legt ihre Arme um seinen Hals, spürt die Wärme seiner Haut und den leichten Herzschlag, der durch ihn pulsiert.
"Küss mich", haucht sie, und während sie ihm den Kopf entgegenstreckt, bemerkt sie, wie ihre eigenen Gedanken kreisen: Wie oft hatte sie sich nach dieser Nähe gesehnt, nach dem Gefühl, einfach loslassen zu können? Ihr Herz pocht laut in ihrer Brust, während Markus ihre Bitte nur allzu gern erfüllt. Seine Lippen sind weich, seine Berührung sanft, aber in ihr tobt ein Sturm aus Vorfreude und Unsicherheit. Ihr Kuss schmeckt nach Sehnsucht und nach dem Wunsch, für einen Moment alles andere auszublenden.
Ihre Hände gleiten langsam über seinen Rücken, fahren die Konturen ab, als wolle sie sich vergewissern, dass Markus wirklich da ist - zum Greifen nah. Für Sofia vermischen sich Erleichterung und ein bittersüßer Zweifel, denn sie weiß um die Komplexität ihrer Gefühle. Sie genießt den Moment, doch in ihrem Inneren fragt sie sich, wie lange sie diese Nähe noch genießen darf, bevor die Realität sie wieder einholt.
Markus löst sich aus dem Kuss, schaut ihr mit leuchtenden Augen in das Gesicht. "Also solche Gespräche führe ich sehr gern", meint er mit einem breiten Grinsen.
"Dann wird dir der Rest garantiert auch ... oder noch besser gefallen", entgegnet Sofia, ihr Grinsen spiegelt die Mischung aus Spiel und Ernst wider, die gerade zwischen ihnen herrscht. Ihre Hand gleitet in seinen Schritt, und als sie mit sanftem, aber bestimmt geführtem Druck nachfasst, sieht sie, wie Markus kurz die Augen schließt. Für einen Moment spürt sie, wie ihn das Verlangen übermannt, und in ihr selbst lodert ein Feuer, das sie ebenso beunruhigt wie beflügelt.
Der Raum, das Licht, die Musik und die Gerüche vereinen sich mit den ungesagten Gedanken und Emotionen zu einem intensiven Augenblick - einem Moment, der alles verändert und in dem Sofia und Markus sich ein Stück mehr verlieren und finden.
Sofia sitzt in ihrem Büro, das im matten Nachmittagslicht beinahe schwerelos wirkt. Die großen Fenster tauchen den dunklen Holzboden in flackernde, helle Streifen, während die dezente Kunst an den Wänden ein feines Echo auf ihre Gedanken wirft. Die Klimaanlage lässt die Blätter der kleinen Pflanze in der Ecke leise zittern - ein kaum hörbares Wispern, das Markus sofort bemerkt, als er eintritt. Für einen Herzschlag scheint die Atmosphäre zu flirren: Der Duft nach Kräutertee vermischt sich mit dem Hauch von Parfüm, den Markus mitbringt - ein Duft, der Erinnerungen in Sofia weckt, an jenen späten Abend auf dem Balkon, als alles begann.
Markus' Blick wandert durch den Raum, bleibt einen Moment an Sofias Händen hängen, die sich nervös an der Teetasse festhalten. Die leise Musik im Hintergrund - Chopin, wie er kurz denkt - klingt wie ein Versprechen, das sich noch nicht ganz einlöst. "Ganz schön aufgeräumt heute", sagt er und seine Stimme durchbricht die Stille, lässt das Nachhallen von Gedanken für einen Moment verblassen.
"Ich musste mich ablenken", entgegnet Sofia, doch es klingt mehr nach einem Eingeständnis als einer Erklärung. In ihrem Inneren blitzen Bilder auf - die Erinnerung an Sirius, an die Nacht, in der alles zu einfach schien, und an Markus, dessen Nähe sie auf andere Weise herausfordert.
Markus zieht die Tür leise hinter sich ins Schloss. "Hast du mich wegen der Ausbildung herbestellt, oder ...?" Er lässt die Frage offen, ein Lächeln zuckt um seine Lippen. Sofia rollt mit dem Stuhl zurück, begegnet seinem Blick - und sieht darin nicht nur Erwartung, sondern auch Unsicherheit. Für einen Moment ist da die Versuchung, alles zu sagen: Dass sie sich verloren fühlt zwischen Sirius und ihm, dass sie Angst hat, dass das hier alles zerstören könnte. Doch sie schweigt. Stattdessen lehnt sie sich vor, legt die Arme um seinen Hals. Ihre Finger zittern leicht, als sie die Wärme seiner Haut spürt. Markus nimmt ihren Duft wahr, das feine Aroma nach Tee und etwas, das nur ihr eigen ist. Er merkt, dass Sofias Berührung heute vorsichtiger ist, fast suchend.
"Küss mich", flüstert sie. Der Wunsch klingt fast trotzig, als wolle sie ihre Zweifel für einen Moment fortküssen. Markus zögert kaum, seine Lippen finden die ihren, sanft, doch darunter spürt er die Spannung. Der Kuss ist wie ein Stromstoß, kurz und intensiv. Ihre Hände wandern über den Rücken des anderen.
"Irgendwie fühlst du dich heute anders an", murmelt Markus leise, seine Stirn an ihre gelehnt. "Ist alles okay?" Die Frage drängt sich zwischen ihre Körper, lässt Sofia kurz erstarren. Für einen Moment blitzt eine Erinnerung auf - an gestern als sie später allein am Fenster stand, mit den Bildern des ungeborenen Kindes im Kopf und der Angst, nicht zu wissen, wohin sie gehört.
"Ich ... weiß es nicht", haucht sie und lacht kurz, fast entschuldigend. "Vielleicht habe ich einfach Angst, dass das hier zu schön ist, um wahr zu sein." Ihre Stimme zittert nur für einen Herzschlag. Markus streicht ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Wir könnten einfach für einen Moment tun, als gäbe es nur uns", sagt er, leise, beinahe bittend. Sofia atmet tief durch, will antworten, doch stattdessen presst sie ihm erneut die Lippen auf den Mund, als wäre es das einzige Mittel gegen die aufsteigende Unsicherheit.
Ihre Hand gleitet sanft über seinen Schritt, drückt mit wohldosiertem Druck dagegen.
"Oh Sofia ..."
"Ja, mein Liebster?", antwortet sie leise und beginnt, ihre Hand behutsam und zugleich fordernd arbeiten zu lassen.
"Wenn du nicht aufhörst ... dann kann ich gleich nicht anders, als ..." raunt Markus, seine Stimme leicht brüchig.
Langsam, wie von einer unsichtbaren Kraft gebremst, dreht sie sich zum Schreibtisch. Ihre Bewegungen wirken zugleich entschlossen und von einem feinen, kaum sichtbaren Zögern durchzogen. Ein kurzer Blick über die Schulter trifft Markus' Augen - darin flackert Erwartung, aber auch ein Funken Angst, als wollte sie in seinem Ausdruck die Bestätigung suchen, dass nichts zwischen ihnen steht. Während Sofia ihr Kleid mit einem sachten Rascheln über die Hüften hebt, vermischt sich der Duft nach Tee und ihrem ganz eigenen Aroma mit dem herben Hauch von Papier, der in der Büroluft liegt. Ihre Finger zittern noch stärker, als das glatte, kühle Holz der Tischplatte ihre Handflächen berührt; das Geräusch ihrer sich abstützenden Hände klingt wie ein heimliches Versprechen im fast lautlosen Raum. Ein feiner Schauer läuft über ihren Rücken, der die Hitze in ihrem Innern nur noch entfacht - ihr Herz pocht wild, irgendwo zwischen dem Drang, sich fallen zu lassen.
Sofia hält inne, atmet tief durch, und hört für einen Moment das leise Klopfen ihres Pulses in den Ohren. Sie denkt an den gestrigen Abend, als sie allein am Fenster stand, das Bild des ungeborenen Kindes vor Augen, und sich fragte, ob solche Momente mehr sind als nur ein Fluchtpunkt. Die Erinnerung brennt wie ein ferner Blitz durch ihre Gedanken, während gleichzeitig die Sehnsucht nach Markus, nach Geborgenheit und Klarheit, in ihr aufsteigt. Die Geräusche - sein leiser Atem, das kaum hörbare Rascheln von Stoff, das dumpfe Pochen ihres eigenen Herzschlags - verschmelzen zu einer Symphonie aus Nähe und Verlangen.
"Ja, Liebster ... zeig mir, wie sehr ich dir gefehlt habe", haucht Sofia, bemüht, ihre Lautstärke zu zügeln, während sie sich der aufwühlenden Nähe hingibt. In ihren Worten schwingt eine tiefe Sehnsucht.
Markus spürt jeden Moment mit Sofia intensiv. Ihre Worte treffen ihn wie ein Stromschlag - er fühlt sich gleichermaßen begehrt und schuldig. Ist das richtig, was ich tue? Ist es das wert, Kassandra damit zu belügen? In seinem Kopf taucht wieder das Bild vom letzten Winter auf, als Kassandra ihm mitten durch den Schneefall eine kleine Schneekugel schenkte und sagte: "Darin kann man die schönsten Erinnerungen aufbewahren - für schlechte Tage." Während er Sofias Nähe genießt, keimt in ihm der Gedanke: Was, wenn Kassandra es erfährt? Wie wird sie mich ansehen, wenn sie von Sofia und mir wüsste? Dieser Moment ist so voller Leidenschaft, aber was bleibt danach? Die Schuld, die sich in ihm ausbreitet, ist wie ein Schatten, der selbst die schönsten Momente verdunkelt. Gleichzeitig durchströmt ihn das überwältigende Gefühl, wirklich gewollt zu werden - etwas, das ihn süchtig macht und ihm die Entscheidung noch schwerer fallen lässt. Doch jetzt, in dieser flüchtigen Intimität, will er alles vergessen, sich ganz dem Augenblick hingeben, auch wenn sein Herz unruhig pocht.
Währenddessen spürt Sofia, wie die Unsicherheit in Markus nachhallt. Sie hält dennoch an diesem Moment fest. Die Mischung aus Nähe und Begehren gibt ihr das Gefühl, für einen Augenblick die Kontrolle über ihr Leben zurückzuerlangen. Doch gleichzeitig schleicht sich ein Bild aus ihrer Vergangenheit in ihre Gedanken: Damals, als sie mit leerem Blick am Fenster saß, das Licht auf der Tapete betrachtete und sich fragte, ob sie je genug sein würde - für sich selbst, für ihre Familie, für ihre Kinder.
Plötzlich dringen Stimmen von draußen in den Raum - eine davon ist eindeutig Kassandras. Der Moment droht zu zerbrechen. Sofias Herz schlägt schneller, ein Schauer von Angst läuft ihr über den Rücken. Jetzt ist alles vorbei, wenn wir erwischt werden... "Mach schnell, Liebster ... beeil dich", flüstert sie, getrieben von der Sorge, entdeckt zu werden, und dem dringenden Wunsch, einen sicheren Abschluss zu finden, bevor die Tür sich öffnet. Vielleicht ist das unsere letzte Chance. Wäre ich bereit, alles zu riskieren?
Markus spürt jeden Moment mit Sofia intensiv, als würde jede Berührung einen Funken in ihm entzünden. Ihre Worte treffen ihn wie ein Stromschlag - er fühlt sich gleichermaßen begehrt und schuldig. Sein Blick schweift für einen Herzschlag durch den halbdunklen Raum, in dem das warme Licht der Schreibtischlampe sich mit dem Duft nach Tee, Papier und Sofias Parfum vermischt. Das leise Knarren der Dielen lässt Markus zusammenzucken.
Das Gefühl, wirklich gewollt zu werden, ist berauschend und macht die Entscheidung noch schwerer. Trotzdem will er in dieser flüchtigen Intimität für einen Moment alles vergessen und sich ganz dem Augenblick hingeben, auch wenn sein Herz unruhig pocht und die Angst vor Entdeckung die Luft im Raum verdichtet.
Währenddessen spürt Sofia die Unsicherheit, die in Markus nachhallt. Dennoch hält sie an diesem Moment fest, lässt sich von der Mischung aus Nähe und Begehren treiben, als ob sie so für einen Augenblick die Kontrolle über ihr Leben zurückerlangen könnte. Das Licht wirft weiche Schatten auf die Wände, und draußen verstummt für einen Moment das Treiben - nur das Summen der Klimaanlage und das entfernte Klappern von Geschirr dringen durch die Tür.
Die Tür öffnet sich. Kassandra steckt den Kopf herein: "Ich wollte nur mal schnell reinschauen und fragen, ob alles gut ist, Mama. Immerhin hatte ich bisher noch keine negativen Rückmeldungen von Cassio oder anderen bezüglich Markus bekommen." Erst jetzt bemerkt sie Markus.
"Oh, hallo Markus, ich wusste nicht, dass du noch hier bist."
"Hallo Kassandra ... schön, dich zu sehen." Markus ringt um Fassung; seine Stimme klingt ruhig, doch in ihm brodelt das Chaos. Als Kassandra ihn ansieht, spürt er, wie eine Welle aus Hitze seinen Körper durchströmt. Instinktiv senkt er den Blick, fixiert einen kleinen Kratzer auf der Tischplatte, zwingt sich zur Beherrschung. Er wagt nicht, ihr in die Augen zu sehen - zu groß die Angst, dass sie darin lesen könnte, was er verbirgt. Sein Herz hämmert, zu schnell, zu laut, als könne es die Stille durchbrechen. Der Drang, sich zu offenbaren, ringt mit der Scham, und ein dünner Schweißfilm legt sich auf seine Handflächen. Gleichzeitig sitzt Sofia, seine Geliebte, nur einen Atemzug entfernt - die Schuld presst ihm die Kehle zu, lässt seine Atmung flach werden. Er fühlt sich zerrissen zwischen Verlangen und Loyalität, zwischen Sehnsucht und Verrat.
"Alles bestens, Kass. Es ging gar nicht um dich oder Markus' Verhalten. Ich wollte nur wissen, ob er sich wohlfühlt, ob wir ihm irgendetwas erleichtern können. Deshalb nehme ich mir regelmäßig Zeit für solche Gespräche." Ihre Stimme ist weich, beinahe federleicht, doch in ihrem Innern windet sich ein nervöses Tier.
"Ich bin erleichtert. Ich hatte schon Angst, etwas übersehen zu haben", sagt Kassandra und schenkt Sofia ein Lächeln, das für einen Moment die beklemmende Stimmung mildert. Die drei tauschen noch ein paar Worte, bemüht um Normalität, dann verabschieden sich Kassandra und Markus. Sie lassen Sofia allein zurück - die Tür fällt ins Schloss, ein kurzes Echo von Stimmen im Flur, dann Stille.
Sofia bleibt wie versteinert sitzen. Ihr Atem geht stoßweise. Die Anspannung fällt ab, als sie leise denkt: Das war haarscharf. Ein Augenblick länger, und alles wäre zerbrochen ... Mit zittrigen Fingern fährt sie den PC herunter, lehnt sich zurück - und plötzlich, wie ein Blitz, das Bild: Ein Säugling, winzig, hilflos, in ihrem Arm. Die Vision ist scharf, unerwartet, reißt sie aus jedem Gedanken. Rette mich ... Mama.
Wie automatisch legt sie eine Hand auf ihren Bauch, die andere streicht über den Stoff. "Mama ist da", haucht sie. Ihre Stimme klingt fremd, fast erschrocken über die Klarheit ihres Wunsches. Sie weiß jetzt: Sie will dieses Kind. Sie will das Wunder, das Risiko, das Leben - und den Mut, es zu tragen.
Später, als sie mit Sirius im Bett liegt, ringt sie erneut um Worte. Die Nähe macht sie mutig: "Ich habe mich entschieden - ich möchte das Kind." Ihre Stimme ist leise, aber fest.
Sirius dreht sich zu ihr, sucht ihren Blick. "Bist du sicher? Ich stehe zu dir. Immer." Seine Worte sind offen, warm, ein leiser Schutzschild gegen die Unsicherheit.
"Ja. Aber ich brauche dich schon jetzt. Deine Liebe, deine Stärke - ich schaffe das nur mit dir." Sie lehnt sich an ihn, sucht Halt in seiner Umarmung.
Sirius legt die Arme um sie, zieht sie dicht an sich. "Ich bin bei dir. Für dich. Für unser Kind." Er betont das unser - das Wort klingt wie ein Versprechen.
"Hast du schon darüber nachgedacht, wann wir es sagen wollen?" Er streicht ihr über das Haar, sanft, vorsichtig.
"Noch nicht. Die ersten drei Monate ... ich möchte abwarten. Erst, wenn wir sicher sind, erzählen wir es den anderen. Es gibt keine Garantien, nicht in meinem Alter. Ich möchte sie nicht enttäuschen." Sie schmiegt sich an ihn, spürt seinen warmen Atem.
"Wie du willst. Ich liebe dich. Lass uns schlafen."
"Ich dich auch", flüstert Sofia und lässt sich in den Schutz dieser Nacht fallen - erschöpft, aber voller Hoffnung.
Ende der dritten Episode, des zweiten Kapitels.
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