Eine Spieleabend mit ungeahnten Folgen (fm:Fetisch, 4565 Wörter) | ||
| Autor: TinaWelt | ||
| Veröffentlicht: Jan 19 2026 | Gesehen / Gelesen: 1463 / 1179 [81%] | Bewertung Geschichte: 8.50 (16 Stimmen) |
| Ein Nerd findet seine wahre Bestimmung! Eine Geschichte in mehreren Kapiteln. | ||
![]() My Dirty Hobby: das soziale Netzwerk für Erwachsene |
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Der erste Eindruck war überwältigend und verwirrend zugleich. Es war eine großzügige, offene Loft-Wohnung mit hohen Decken und einem glänzenden, anthrazitfarbenen Estrichboden. Die Einrichtung war ein Mix aus hochwertigem, minimalistischem Design und... etwas ganz anderem. Eine riesige, schwarze Ledercouch dominierte das Wohnzimmer, vor einem Fernseher, der so groß wie ein kleines Kino war. Hochglanzregale aus Stahl beherbergten technisches Equipment und einige Bücher.
Aber die Wände. Die Wände waren das Entscheidende. Sie waren nicht weiß oder betongrau, wie man erwarten würde, sondern in einem warmen, dunklen Bordeauxrot gestrichen. Und an ihnen hingen, akkurat beleuchtet von schmalen Einbauspots, Dutzende von gerahmten Fotografien. Alle zeigten Frauen. Hübsche Frauen, makellos geschminkt, in verführerischen Posen. Doch was sofort auffiel: Die meisten hatten Brüste, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Perfekt rund, hochstehend, unmöglich groß für die schmalen Taillen darunter. Es waren klar und deutlich chirurgisch modellierte Brüste, die sich unter Seide, Spitze oder glänzendem Latek material abzeichneten.
In einer Ecke, separat beleuchtet wie ein Kunstwerk, stand eine freistehende Vitrine aus Glas und Chrom. Darin, auf einem schwarzen Sockel thronend, saß eine lebensgroße, realistische Puppe. Sie trug ein Outfit, das selbst für die Bilder an der Wand extrem war: ein winziger, schwarzer Latex-Bustier, der ihre übertrieben geformte Büste noch weiter in den Vordergrund presste, ein Mikro-Mini-Lederrock und darunter, das dominierende Element, ein Paar Stiefel. Es waren Overknee-Stiefel aus glänzendem, schwarzem Leder, mit einem Absatz, der schlank, lang und so hoch war, dass er das völlige Gegenteil von Alltagstauglichkeit darstellte. Der Schaft reichte weit über die Knie der Puppe hinaus, bis hoch zur Mitte der Oberschenkel, und war mit einer komplexen Schnürung aus dünnem, schwarzem Lederriemen versehen, die sich wie eine zweite Haut den Gliedmaßen anschmiegte.
"Ist das... deine Sammlung?", brachte ich hervor, versuchte, meine Verwunderung nicht allzu deutlich klingen zu lassen.
Gerd warf einen gleichgültigen Blick an die Wände. "Hobby. Ästhetik. Gefällt mir." Er ging zur einer unsichtbaren Minibar, die in eine Wandvertiefung eingelassen war. "Was trinkst du jetzt? Richtiges?"
Ich nickte zögernd. "Vielleicht ein Bier." Das Gefühl der Verwirrung wollte nicht weichen, aber die Aussicht aufs Zocken und die beeindruckende Technik lenkten ab. Wir setzten uns an seinen Gaming-Schreibtisch - ein monströser Flugzeugträger aus Holz - und starteten ein Rennspiel. Die Anlage war fantastisch, der Bildschirm ein Traum. Wir tranken, fuhren virtuelle Runden und unterhielten uns weiter. Die Atmosphäre war locker, fast brüderlich.
Bis er die Frage stellte. Plötzlich, zwischen zwei Runden, lehnte er sich zurück und musterte mich mit diesem analytischen Blick von vorhin. "Sag mal, Leon. Diese Bilder. Du hast sie gesehen. Stehst du eher auf diese Art... geformte Weiblichkeit? Oder bist du mehr der Typ für das Natürliche?"
Die Direktheit der Frage ließ mich erröten. Ich starrte auf meinen Controller. "Ich... ich weiß nicht. Natürlich ist schön, klar. Aber..." Ich warf einen kurzen Blick zu der Puppe in der Vitrine. Die makellose, künstliche Perfektion hatte etwas Faszinierendes. "...manchmal sind gemachte Brüste auch... eindrucksvoll. Ästhetisch."
Ein breites, langsames Grinsen breitete sich auf Gerds Gesicht aus. Es erreichte nicht ganz seine Augen. "Eindrucksvoll. Gut. Gefällt mir." Er nahm einen großen Schluck Whisky, den er sich inzwischen eingeschenkt hatte. "Dann machen wir eine kleine Wette. Nächste Runde. Wer verliert, muss ein Kostüm anprobieren. Nur zum Spaß. Die Stiefel da." Er deutete mit dem Kinn zur Vitrine.
Ich lachte nervös. "Die? Das ist doch ein Witz."
"Wieso? Nur Stiefel. Harmlos. Oder hast du Angst?"
Die Kombination aus Alkohol (das Bier wirkte auf meinen leeren Magen), dem Drang, nicht als Spielverderber dazustehen, und einer seltsamen, verborgenen Neugier auf diese absurden Objekte ließ mich zustimmen. "Okay. Aber nur die Stiefel. Und nur anprobieren."
"Natürlich." Sein Grinsen wurde noch breiter.
Ich verlor. Klar und deutlich. Fast, als hätte ich es darauf angelegt, oder als hätte er die Kontrolle über das Spiel gehabt, die er physisch über den Raum zu haben schien.
Ohne ein Wort stand Gerd auf, ging zur Vitrine und öffnete sie mit einem kleinen Schlüssel, den er aus der Hosentasche zog. Behutsam, fast ehrfürchtig, löste er die Stiefel von den Füßen der Puppe. Sie waren größer, als sie aussahen, und das Leder glänzte fett im Licht. "So", sagte er und stellte sie vor mich auf den glänzenden Boden. "Hose aus. Die Schäfte sind lang."
Zögernd, das lächerliche Gefühl der Situation wie einen Kloß im Hals, stand ich auf und schlüpfte aus meiner einfachen Jeans und meinen Socken. Meine blassen, dünnen Beine wirkten verloren in dem riesigen Raum. Gerd kniete sich vor mich, ein überraschend beweglicher Hüne. Er nahm meinen rechten Fuß, seine Hände waren warm und überraschend geschickt, und führte ihn in den Stiefel.
Das Gefühl war sofort intensiv. Das Leder innen war kühl und weich wie Butter, aber unnachgiebig. Mein Fuß glitt hinein, bis die Zehen an die enge Spitze stießen. Dann begann er, den Schaft hochzuziehen. Das kühle, glatte Material schmiegte sich eng an meine Wade, dann an mein Knie. Es ging weiter, weit darüber hinaus. Der Schaft bedeckte meinen gesamten Unterschenkel und den Oberschenkel bis fast zur Leiste. Der Druck war konstant, einengend, aber nicht schmerzhaft. Dann kam der Absatz. Als Gerd mich aufrichtete und ich das Gewicht auf den Fuß verlagerte, war die Transformation unmittelbar und erschütternd.
Mein ganzer Stand veränderte sich. Der hohe, schlanke Absetz zwang meinen Fuß in eine extreme Spitzung, hob meine Ferse beängstigend hoch und warf mein gesamtes Gewicht nach vorn auf den Ballen. Mein Bein wurde zur einer angespannten, gestreckten Linie. Die Wade wurde betont, das Knie durch die Haltung leicht durchgedrückt. Es fühlte sich an, als stünde ich auf zwei unsicheren, starren Säulen. Gerd wiederholte das Prozedere mit dem linken Fuß. Jetzt stand ich da, nur in meinem T-Shirt und Boxershorts, mit diesen monströsen, glänzenden schwarzen Stiefeln, die meine Beine bis hoch zum Schritt einschlossen.
Doch er war noch nicht fertig. An der Innenseite jedes Schaftes verlief die feine Lederschnürung. Mit ruhigen, präzisen Bewegungen begann Gerd, sie zu schließen. Kreuzweise zog er die Riemchen, beginnend am oberen Rand des Stiefels, knapp unter meinem Schritt. Mit jedem Zug, jedem neuen Kreuz wurde die Umhüllung enger, perfekter. Das Leder schmiegte sich nun nicht mehr nur an, es umschloss mich. Es war ein Gefühl totaler Immobilisierung. Als er oben ankam, direkt dort, wo der dünne Stoff meiner Boxershorts den Ansatz meines Penis bedeckte, zog er die letzten Riemchen besonders fest und verknotete sie zu einer komplexen, unerreichbaren Schleife. Der Druck war deutlich spürbar, ein beständiges, fremdes Zusammenschnüren meiner intimsten Zone. Ich konnte meine Beine kaum noch beugen. Jede Bewegung war eine wackelige Balanceübung.
"Komm", sagte Gerd und half mir, mit einer Hand unter meinem Ellenbogen, aufzustehen. Er führte mich - ich schob mich mehr, als dass ich ging, in einem steifen, klobigen Gang - zu einem großen, golden gerahmten Ganzkörperspiegel an einer Wand. "Sieh selbst."
Das Bild, das mir entgegenstarrte, war nicht ich. Es war eine Karikatur, eine bizarre Transformation. Meine schmächtige, obere Hälfte, das Nerd-T-Shirt mit dem verblassten Spiel-Logo, wirkte verloren und lächerlich über diesen zwei monolithischen, glänzenden schwarzen Säulen, die meine Beine waren. Die Höhe der Absätze katapultierte mich nach oben, machte mich größer, aber auch unendlich verletzlicher. Die Schnürung betonte die Form meiner eingeschlossenen Glieder bis ins Obszöne und endete dort, wo alles private begann. Mein Gesicht war gerötet, meine Augen hinter der Brille weit aufgerissen, ein Mix aus Schock, Verwirrung und... einer seltsamen Faszination. Ich sah aus wie ein unfertiges Kunstwerk, eine halb verwandelte Kreatur.
Gerd legte eine schweren Hand auf meine Schulter. Sein Spiegelbild grinste über meines. "Steht dir. Ungewöhnlich, aber ästhetisch." Er klang sachlich, fast bewundernd. Dann klopfte er mir zweimal auf den Rücken. "So. Jetzt zocken wir erstmal weiter. Du gewöhnst dich dran."
Und so saß ich dann, Minuten später, wieder vor dem riesigen Monitor, die Hände um den Controller geklammert. Unter dem Schreibtisch, unsichtbar für das Spiel, aber allgegenwärtig in meiner Wahrnehmung, umschlossen mich die kühlen, engen, unnachgiebigen Stiefel. Jede kleine Gewichtsverlagerung, jedes Zucken eines Beins erinnerte mich an ihre Präsenz, an den konstanten Druck, an die völlige Fremdheit dieses Kleidungsstücks an meinem Körper. Und doch, im Laufe der nächsten Stunde, während wir weiterspielten und tranken, begann das Gefühl sich zu wandeln. Vom reinen Schock zu einem prickelnden, beunruhigenden... Gewöhnungsprozess. Die Stiefel waren an. Ich hatte sie weiter an.
Kapitel 2: Der Preis der Niederlage
Die Zeit verlor in Gerds Loft ihre Bedeutung. Das gedämpfte Licht der Einbauleuchten blieb konstant, es gab kein Fenster, das den Übergang von Nacht zu Dämmerung gezeigt hätte. Nur der große Monitor vor uns warf sein flackerndes, buntes Licht auf unsere Gesichter. Ich, Leon, saß auf dem hochwertigen, aber harten Bürostuhl, der mir nicht die geringste Möglichkeit bot, meine Position wirklich zu verändern. Unter der massiven Holzplatte des Schreibtischs waren meine Beine zu zwei monumentalen, schwarzen Säulen erstarrt.
Jede Faser meines Seins konzentrierte sich auf dieses Gefühl der Einschließung. Das kühle Leder der Stiefel hatte nun die Temperatur meiner Haut angenommen, war aber nach wie vor eine fremde, unnachgiebige Hülle. Der hohe Absatz hielt meinen Fuß in einer dauerhaften, angespannten Spitzstellung. Die Wadenmuskulatur zitterte leicht vor Anstrengung. Doch das Intensivste war die Schnürung. Die feinen, schwarzen Lederriemen waren so eng gekreuzt und gezogen, dass sie sich wie das Skelett eines fremden Wesens in mein Fleisch gruben. Besonders dort, wo sie direkt unter meinem Schritt endeten und in einem kunstvollen Knoten verschwanden, spürte ich einen konstanten, subtilen Druck. Nicht schmerzhaft, aber unüberhörbar präsent. Jedes Mal, wenn ich mich im Sessel bewegte, rieb das glatte Innenfutter des Schafts an der empfindlichen Haut meiner Oberschenkelinnenseiten, ein seltsam sanftes, aber bestimmtes Streichen.
Mein Oberkörper fühlte sich daneben klein und entblößt an. Mein einfaches, graues Baumwoll-T-Shirt war an den Achseln leicht schweißfeucht. Die Brille drückte nach wie vor auf meine Nase. Meine Hände, schlank und mit schmalen Fingern, umklammerten den Controller mit einer nervösen Intensität, die in keinem Verhältnis zum lässigen Rennspiel auf dem Bildschirm stand.
Gerd neben mir war das Bild der Souveränität. Er saß breitbeinig da, sein massiver Oberkörper füllte den zweiten Gaming-Sessel vollständig aus. Sein schwarzes Hemd spannte über seinem Brustkorb. Sein Gesicht war konzentriert, aber entspannt, die kantigen Züge im bläulichen Licht des Monitors wirkten wie aus Stein gemeißelt. Seine großen, behaarten Hände lagen lässig auf seinem eigenen Controller. Ab und zu nahm er einen Schluck von dem goldenen Whisky in seinem schweren Kristallglas, das neben der Mauspad stand.
"Du fährst heute nicht mit der nötigen Präzision, Leon", brummte er, ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen. Seine Stimme durchschnitt die Stille des Raumes, die nur vom leisen Surren der Computerlüfter und den Soundeffekten des Spiels erfüllt war. "Die Kurven. Du bremst zu spät. Die Ideallinie ist alles."
Ich nickte stumm, versuchte, mich zu konzentrieren. Doch meine Gedanken kreisten um die Stiefel, um die absurde Situation. Ein Teil von mir schrie innerlich, diesen albernen Wettbewerb zu beenden, die Dinger auszuziehen und nach Hause zu gehen. Doch ein anderer Teil, ein kleiner, neugieriger und von Gerds ruhiger Dominanz eingelullter Teil, wollte bleiben. Wollte sehen, wohin das führte. Zudem hatte der Alkohol - das Bier in der Bar und das weitere hier - meine Hemmungen gelockert und eine dumpfe, träge Wärme in meinem Körper verbreitet.
"Noch eine Runde", sagte Gerd plötzlich, nachdem ich erneut als Letzter ins Ziel gerollt war. Er pausierte das Spiel und drehte seinen Stuhl zu mir. Seine dunklen Augen musterten mich, musterten die Art, wie ich steif auf dem Stuhl saß, wie meine nackten, von den Stiefeln verschlungenen Oberschenkel aus dem Bund meiner Boxershorts ragten. "Noch eine kleine Wette. Um die Atmosphäre aufzulockern."
Ich fühlte, wie mein Herz einen Schlag aussetzte. "Was... was denn?"
Ein langsames, berechnendes Lächeln erschien auf seinen Lippen. "Ganz einfach. Nächste Runde. Wenn du gewinnst - was unwahrscheinlich ist -, darfst du die Stiefel sofort ausziehen. Du gehst nach Hause, und das war's. Ein kurioses Erlebnis." Er machte eine kunstvolle Pause und nippte an seinem Whisky. "Wenn du verlierst - was wahrscheinlich ist -, ziehst du dich aus. Komplett. Bis auf die Stiefel. Du stehst vor mir. Nur die Stiefel an. Fünf Minuten. Dann ist die Sache vorbei."
Die Luft blieb mir weg. Mein Mund wurde trocken. Nackt. Vor diesem Mann. Nur in diesen lächerlichen, engen, fetischistischen Stiefeln. Die Scham, die Vorstellung, war überwältigend. Ich starrte ihn an, suchte in seinem Gesicht nach einem Anflug von Scherz. Doch da war nichts. Nur ruhige, erwartungsvolle Sachlichkeit.
"Das... das ist verrückt", brachte ich hervor, meine Stimme kaum mehr als ein Krächzen.
"Ist es das?", fragte er gelassen. "Es ist nur Haut. Muskeln. Knochen. Ästhetik. Und die Stiefel sind ohnehin schon da. Es ist die logische Konsequenz." Er lehnte sich zurück. "Oder hast du Angst vor der Niederlage? Oder vor dir selbst?"
Der Satz traf mich. Angst vor dir selbst. Was genau bedeutete das? Angst davor, was ich in diesem Moment empfand? Diese seltsame Mischung aus Abscheu und Faszination? Die Stiefel fühlten sich an meinen Beinen inzwischen fast... richtig an. Der Druck war zu einer Art Rückmeldung geworden, einer Bestätigung meiner Existenz in diesem Raum. Und ein kleiner, tief verborgener Teil von mir, der Teil, der die Puppe in der Vitrine heimlich bewundert hatte, wollte es ihm zeigen. Wollte beweisen, dass ich die Konsequenzen tragen konnte. Dass ich nicht nur ein schüchterner Nerd war.
Meine Gedanken wirbelten. Es ist ja nicht so schlimm, sagte ich mir. Es muss ja so kommen. Eine logische Eskalation. Nur fünf Minuten. Dann ist es vorbei. Und er scheint es wirklich nur als ästhetisches Experiment zu sehen. Nicht als etwas... Ekliges.
"Okay", sagte ich, und das Wort kam heraus, bevor ich es richtig durchdacht hatte. "Noch eine Runde."
Das Rennen war eine Farce. Meine Hände zitterten auf dem Controller. Ich fuhr wie ein Anfänger, schlitterte über die Strecke, prallte gegen Barrieren. Gerd fuhr mit der Präzision einer Maschine, jede Kurve perfekt, jede Beschleunigung im optimalen Moment. Der Abstand wurde immer größer. Als ich schließlich, lange nach ihm, über die Ziellinie kroch, war das Ergebnis keine Überraschung.
Stille.
Gerd schaltete den Monitor aus. Die plötzliche Dunkelheit war beklemmend. Nur die indirekte Beleuchtung der Wohnung blieb, warf lange, weiche Schatten. Er stand auf, sein großer Körper schob sich vom Stuhl, und stellte sich vor mich, die Arme vor der breiten Brust verschränkt.
"So", sagte er. Seine Stimme war leise, aber sie füllte den Raum. "Der Preis ist fällig."
Ich saß da, erstarrt. Die Realität der Situation schlug mit der Wucht eines Hammers auf mich ein. Ich sollte mich jetzt ausziehen. Vor ihm. Ich zögerte, mein Blick wanderte hilfesuchend durch den Raum, zu den Bildern der Frauen mit den unmöglichen Brüsten, zu der Puppe in der nun leeren Vitrine.
"Leon", sagte Gerd, und sein Ton war nicht unfreundlich, aber von einer unmissverständlichen, sanften Strenge. "Ein Mann steht zu seinem Wort. Oder ist keiner."
Dieser Satz, so klischeehaft er war, traf einen Nerv in mir. Ich wollte kein Feigling sein. Langsam, mit steifen Fingern, griff ich an den Saum meines T-Shirts. Die Baumwolle fühlte sich plötzlich rau an. Ich zog es über den Kopf. Die kühle Luft der Klimaanlage traf auf meine blasse, schmale Brust, auf meine kaum ausgeprägten Brustmuskeln und meine Rippen, die sich leicht abzeichneten. Ich ließ das Shirt auf den Boden fallen.
Dann kam der schwierigste Teil. Meine Boxershorts. Ein einfaches, blaues Baumwollmodell. Meine Hände zitterten unkontrolliert, als ich mich vom Stuhl erhob. Das Aufstehen war eine Qual. Die starren Stiefel erlaubten kaum Bewegung in den Knien. Ich wackelte, griff nach der Tischkante, um nicht umzufallen. Dann, mit geschlossenen Augen, schob ich die Shorts über meine Hüften, ließ sie über meine eingeschlossenen Oberschenkel gleiten und trat schließlich, mit einer unbeholfenen Bewegung, ganz aus ihnen heraus. Sie fielen zu einem kleinen, blauen Häufchen auf den glänzenden Estrichboden.
Jetzt stand ich da.
Nackt.
Bis auf die glänzenden, schwarzen Overknee-Stiefel, die meine Beine von den Zehen bis hoch zur Leiste in eine enge, schnürungsgeprägte schwarze Hülle zwängten. Die Stiefel endeten genau dort, wo mein Schamhaar begann, das jetzt kurz, dunkel und verwuschelt meinen Penis und meine Hoden umrahmte. Der Kontrast konnte nicht größer sein: die perfekte, künstliche, fetischistische Hülle der Stiefel gegen die völlige, verletzliche Blöße meines Körpers darüber. Mein Penis war klein, schlaff, zog sich vor Scham und Kälte fast ganz in meinen Körper zurück. Meine Hände hingen hilflos an meinen Seiten. Ich wagte es nicht, mich zu bedecken. Ich biss mir auf die Unterlippe und starrte auf den Boden, direkt vor Gerds eigene, in schwarzen Lederschuhen steckende Füße.
Ich wartete. Auf einen spöttischen Kommentar. Ein Lachen. Ein "Siehst du albern aus". Etwas, das mich in meiner Scham bestätigen würde.
Es kam nicht.
Stattdessen trat Gerd einen Schritt näher. Sein Schatten fiel auf mich. Ich spürte die Wärme, die von seinem Körper ausging. Dann hörte ich ein leises, fast nachdenkliches Geräusch.
"Hmm", machte er.
Vorsichtig hob ich den Blick. Er musterte mich nicht mit Geilheit oder Verachtung. Sein Blick war wieder analytisch, fast wie der eines Bildhauers, der ein Rohmaterial begutachtet. Seine Augen wanderten langsam von meinen eingeschlossenen Füßen, die auf den hohen Absätzen balancierten, meine angespannten Waden und Oberschenkel hinauf, verweilten kurz an meiner schmalen Hüfte, meinem flachen Bauch, meiner Brust, und trafen schließlich meinen Blick. In seinen Augen lag eine Art... Anerkennung.
"Du schaust recht süß aus", sagte er schließlich, und seine Stimme war überraschend weich, fast zärtlich. "Die Stiefel passen zu deiner schlanken Linie. Sie betonen, was da ist. Und verbergen, was nicht nötig ist. Es hat etwas... Ehrliches."
Ich war sprachlos. Ein Kompliment. In dieser absurden, entwürdigenden Situation ein Kompliment. Die Worte trafen mich völlig unvorbereitet. Eine Welle der Verwirrung, der Scham, aber auch eines seltsamen, winzigen Stolzes überflutete mich. Ich wusste nicht, ob ich mich schämen oder freuen sollte. Meine Wangen glühten. Ich war komplett überfordert. Ein leises, kehliges Geräusch entwich meiner Kehle, keine wirkliche Antwort.
Gerd schien meine Verwirrung zu bemerken. Ein leichtes Lächeln spielte um seine Lippen. "Entspann dich. Die fünf Minuten sind um. Du hast deinen Teil mehr als erfüllt." Er drehte sich um und ging weg von mir, Richtung einer schmalen, fast unsichtbaren Tür in der Bordeaux-roten Wand, die ich vorher nicht bemerkt hatte. "Komm. Ab in den Whirlpool. Wir entspannen uns. Das war jetzt anstrengend genug."
Whirlpool? Mein Gehirn, bereits überlastet, konnte diese neue Information kaum verarbeiten. Ich stand nackt und in Stiefeln da, und er lud mich in einen Whirlpool ein? Ich starrte ihm hinterher, unfähig, mich zu bewegen.
Er öffnete die Tür. Dahinter war ein luxuriöses, fensterloses Badezimmer zu sehen, komplett in schwarzem Marmor und mattem Chrom gehalten. In der Mitte des Raumes, eingelassen in einen erhöhten Podest, befand sich ein großer, runder Whirlpool. Das Wasser darin war kristallklar und brodelte leicht, von unsichtbaren Düsen in Bewegung gehalten. Der Raum war warm und feucht, erfüllt von dem leisen, beruhigenden Summen der Pumpe und dem sanften Blubbern des Wassers.
Gerd warf mir einen Blick über die Schulter zu. "Komm schon. Du siehst völlig verwirrt aus. Warmes Wasser und Massagestrahlen tun gut. Lockern die Muskeln. Auch die in den Stiefeln." Er begann, sich selbst auszuziehen. Mit der gleichen selbstverständlichen, effizienten Bewegung, die er in allem zeigte, knöpfte er sein schwarzes Hemd auf und warf es beiseite.
Und da stand er nun, komplett nackt, und ich sah ihn zum ersten Mal wirklich.
Sein Körper war wie aus Granit gemeißelt. Breite, muskulöse Schultern, eine behaarte, tonnenförmige Brust, auf der sich zwei dunkle, große Brustwarzen abzeichneten. In jeder von ihnen steckte ein kleiner, glänzender, silberner Ring - ein Nippel-Piercing. Sein Bauch war nicht washboard-flach, sondern kräftig, mit einem leichten Ansatz von Behaarung, die sich wie eine dunkle Linie bis hinunter zu seinem Schambein zog.
Und dort... dort war er beeindruckend. Sein Penis war lang, schwer und dick, auch im schlaffen Zustand. Und durch die Eichel, genau an der Unterseite, führte ein weiterer, dickerer silberner Ring - ein sogenannter Prinz Albert. Das Metall glitzerte im warmen Licht des Badezimmers. An seinen großen, an den Lappen befestigten Ohrringen blitzten winzige Diamanten. Er war das vollkommene Gegenteil von mir: rau, bearbeitet, dekoriert, selbstbewusst in seiner nackten, dominanten Männlichkeit. Er wirkte wie eine Gottheit eines seltsamen Kultes.
Ohne die geringste Scham stieg er die paar Stufen zum Whirlpool hinauf und ließ sich mit einem tiefen, zufriedenen Seufzer ins brodelnde Wasser sinken. Das Wasser reichte ihm bis zur Brust. Er lehnte den Kopf zurück, seine Augen schlossen sich einen Moment.
Dann öffnete er sie wieder und sah mich an, wo ich noch immer wie angewurzelt in der Türöffnung stand. "Komm schon, Leon. Das Wasser ist perfekt."
"Ich... mit den Stiefeln?", stammelte ich.
Ein kurzes, tiefes Lachen kam aus seiner Brust. "Denen macht das Wasser nichts aus. Qualitätsleder, richtig gepflegt. Die haben Schlimmeres überlebt. Komm rein."
Zögernd, immer noch unter dem Bann seiner Autorität und der völligen Absurdität der Lage, humpelte ich ins Badezimmer. Der marmorne Boden war warm unter den schmalen Absätzen der Stiefel. Der Dampf des Whirlpools legte sich wie ein Schleier auf meine Brille. Ich erreichte den Rand des Pools. Das Wasser sah einladend aus, warm und brodelnd.
"Rein mit dir", sagte Gerd, ohne sich aufzurichten.
Ich setzte mich auf den Rand, drehte mich um und ließ mich vorsichtig ins Wasser gleiten. Die Empfindung war überwältigend. Das heiße Wasser umspülte sofort meine eingeschlossenen Beine. Durch das Leder hindurch war die Wärme nur gedämpft zu spüren, aber der hydrostatische Druck des Wassers umschmeichelte die starren Schäfte von außen. Das Gewicht der nassen Stiefel wurde für einen Moment noch größer, dann schien es durch den Auftrieb zu schweben. Ich rutschte auf die Sitzbank im Pool, mir gegenüber von Gerd. Das Wasser reichte mir, aufgrund meiner geringeren Größe und der Höhe der Absätze, die mich aufrichteten, bis knapp unter die Brust. Die Stiefel ragten wie zwei schwarze Felsen aus dem brodelnden Wasser.
Ich saß da, steif, die Arme über der Brust verschränkt, versuchte, mich so klein wie möglich zu machen. Gerd dagegen war völlig gelöst. Seine massiven Arme lagen auf dem Rand des Pools, seine Beine waren weit von sich gestreckt. Sein Blick war auf die schwarze Marmordecke gerichtet.
"Entspann deine Schultern", sagte er nach einer Weile, ohne mich anzusehen. "Du bist wie ein Drahtseil. Das Wasser ist zum Genießen da." Er nahm einen kleinen, schwimmenden Kontroller, drückte eine Taste, und die Intensität der Düsen nahm zu. Starke Wasserstrahlen trafen meinen Rücken und meine eingeschlossenen Waden, ein angenehmes, massierendes Prickeln.
Langsam, sehr langsam, begann die Anspannung in mir nachzulassen. Die Wärme drang in meine Knochen. Das Blubbern des Wassers war beruhigend. Die Stiefel, nun im Element, fühlten sich weniger wie eine Fessel und mehr wie ein ungewöhnlicher, aber fester Teil meiner selbst an.
"Sag mal, Leon", begann Gerd das Gespräch, seine Stimme ruhig und gleichmäßig. "Was studierst du eigentlich?"
Die Frage war so normal, so alltäglich, dass sie mich völlig aus der Bahn warf. Ich starrte ihn an. "Äh... Informatik."
"Ah. Interessant." Er nickte. "Schweres Fach. Aber zukunftsträchtig. Ich habe früher im Maschinenbau gearbeitet. Jetzt... mache ich andere Dinge."
Er sprach. Über Technik, über den Wert von handwerklichem Können, über die Ästhetik von Präzision. Seine Stimme war tief und ruhig, sie vermittelte eine seltsame Sicherheit. Ich begann, leise zu antworten. Zuerst einsilbig, dann in ganzen Sätzen. Die absurde Umgebung - wir beide nackt in einem Whirlpool, ich bis zu den Hüften in glänzenden Latexstiefeln, er mit seinen Piercings und dem dominanten Auftreten - verschwand langsam aus meinem Fokus. Es wurde zu einem seltsamen, aber akzeptierten Hintergrund.
Ich entspannte mich. Wirklich. Meine Arme lösten sich von meiner Brust und lagen auf dem Rand des Pools. Ich lehnte meinen Kopf zurück und schloss die Augen. Die Wasserstrahlen massierten meine angespannte Rückenmuskulatur. Der Druck der Stiefel war noch da, aber er war Teil dieser neuen, surrealen Realität geworden. Ein Gefühl der Ergebnis, des sich Treibenlassens, breitete sich in mir aus. Die Scham war nicht verschwunden, aber sie war in den Hintergrund getreten, überlagert von Müdigkeit, Wärme und der seltsamen, nicht zu leugnenden Faszination dieser ganzen Nacht.
Ich wusste nicht, was als Nächstes kommen würde. Aber in diesem Moment, in dem brodelnden Wasser, dem gedämpften Licht und der ruhigen Stimme des Mannes gegenüber, hatte ich den Drang zu fliehen verloren.
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