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Die einsame Highland Farm - März 2026 (fm:Romantisch, 9445 Wörter)

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Veröffentlicht: Mar 24 2026 Gesehen / Gelesen: 2067 / 1640 [79%] Bewertung Geschichte: 9.86 (81 Stimmen)
Die vergrößerte Community der Durran Farm erlebt das Leben in seiner prallen Breite.

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© JoeMo619 Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

Die beiden Frauen sind wegen ihrer abgeschlossenen beziehungsweise laufenden Schwangerschaften bei uns in der Praxis seit ihrer Umsiedlung auf ihre Farm registriert. Für diese Registrierung im NHS Scotland gibt es eine einwandfreie Rechtsgrundlage. Um ihr Problem zu lösen, müssten wir aus ihrer Marja auf dem Registrierungsformular eine Ukrainerin machen.“ Er drehte sich wieder zu mir hin und schaute mich nachdenklich an. „Ich denke, das Problem bekommen wir auf diesem Weg am einfachsten gelöst. Diese Registrierung würde dann auch von der Hebamme als auch vom Krankenhaus ohne weitere Rückfragen übernommen werden.“

Er stand auf und ging mit mir zur Rezeptionistin. „Ich brauche ein Antragsformular für Neupatienten, die aus der Ukraine hierher geflüchtet sind.“

Die Rezeptionistin ging zu ihrem PC und hatte das fragliche Formular nach wenigen Augenblicken ausgedruckt. Dr. Duncan nahm es aus dem Drucker und reichte es mir. „Das müsste ihre Marja Ivanauskas ausfüllen und dann einen persönlichen Termin hier in der Praxis vereinbaren. Um den Rest kümmere ich mich dann.“

Eine Woche später war Marja in Dr. Duncans Praxis und wurde offiziell im NHS registriert.

Überraschenderweise sahen wir Dr. Duncan wenige Tage später, diesmal auf Durran Farm. Ilja, Amy und ich hatten gerade unsere Arbeit in der neuen Tannery beendet und waren auf dem Weg ins Farmhaus, als in der frühen Abenddämmerung des November zwei Land Rover des Mountain Rescue-Teams auf unseren Hof fuhren, in dem Dr. Duncan auch als Notarzt fungierte.

„Wir haben von der Polizei einen sehr schwachen Notruf weitergeleitet bekommen, der von zwei Bergwanderern abgesetzt wurde. Man hat diesen Notruf auf eine Position südlich der Durran Farm lokalisiert“, erläuterte der Führer des örtlichen Mountain Rescue Teams, der mich zusammen mit Dr. Duncan begrüßte und kurz und knapp ins Bild setzte. Er deutete mit ausgestrecktem Arm Richtung Süden, südlich von Loch Durran das Gelände über mehr als 300 Meter beständig anstieg. „Wie kommen wir am besten dorthin?“

Der Lärm der ankommenden Fahrzeuge hatte einen Teil der Community auf den Hof vor dem Farmhaus gelockt. Auch Mary, die durch ihre Farm- und Jagdausflüge unsere Estate am besten kannte, war herausgekommen und hatte den Lagebericht bereits mitbekommen.

„Ausschließlich zu Fuß. Der Weg am Westufer vom Loch biegt auf halber Höhe Richtung Crask Inn ab, nach Süden geht es auf beiden Seiten des Lochs nur querfeldein. Da kommt nach dem vielen Regen der letzten Wochen noch nicht einmal ein Quad durch.“

„Und Kettenfahrzeuge besitzt die Farm nicht“, ergänzte ich.

„Aber wir haben zwei Highland-Ponys“, ergriff Mary wieder das Wort. „Für den Fall, dass wir irgendjemanden abtransportieren müssen, ist das unsere beste Möglichkeit.“

„Haben Sie eine Beschreibung der beiden Wanderer, wo sie sich aufhalten?“ Malcolm, der in der fraglichen Gegend öfter nach eindringenden Wildschweinen auf die Jagd ging, überlegte bereits unser weiteres Vorgehen.

„Eigentlich nein. Aber wir haben von dem Notruf die Geodaten der Position, an der der Hilferuf abgesandt wurde.“ Er griff zu einem iPad und rief eine Karte auf, auf der ein blauer Punkt aufblinkte. „Wir hoffen, dass die Wanderer an diesem Punkt geblieben sind und auf uns warten.“

Wir beugten uns alle über die iPad-Karte, vergrößerten sie zunächst und verkleinerten sie dann, um unseren Weg festzulegen. „Gut!“ sagte Mary schließlich und klatschte in ihre Hände. „Wir verstärken ihren Trupp mit vier Mann von uns sowie unseren beiden Highland Ponys. Wir sind in 15 Minuten abmarschbereit.“ Mary schaute einmal in die Runde. „Unsere Mannschaft besteht aus Walter, Malcolm, Andrew und mir. Wir machen uns jetzt schnell einsatzfähig.“ Dann schaute sie Amy an. „Kannst Du bitte den Ponys die Halfter und die Transportsättel überziehen und beide hierher bringen.“ Amy befolgte Marys Anweisung umgehend.

Exakt eine Viertelstunde später machte sich unser jetzt achtköpfiger Trupp auf den Weg. Mit guten Stirn- und Handlampen ausgestattet marschierten wir in Reihe am Ostufer von Loch Durran entlang, durchquerten zwei kleine Bäche als Zulauf und waren dann auf dem ansteigenden Gelände.

Wir hatten Glück. Die beiden Bergwanderer hatten die Anweisung aus dem kurzen Notrufgespräch befolgt und waren an ihrer Position verblieben. Unsere in die totale Dunkelheit des Novemberabends marschierende beleuchtete Kolonne hatten sie bereits von Weitem ausgemacht und ihre Position mit ihren blinkenden Lampen deutlich gemacht. Trotzdem dauerte unser Anmarsch in dem mit viel verblühtem Heidekraut und kleinen Büschen schwer zu durchquerenden, manchmal fast unwegsamen Gelände mehr als eine Dreiviertelstunde.

Am Notrufort angekommen, fanden wir ein etwa dreißigjähriges Paar vor. Der Mann war trotz professionellem Schuhwerk in dem dichten Heidekrautbewuchs hängengeblieben und dann gestolpert. Dr. Duncan und Mary kümmerten sich zunächst um ihn, während seine Begleiterin in einem ununterbrochenen Wortschwall von sich, ihrem Freund, ihrer Wanderung und seinem Sturz erzählte. „Jeremy klagte sofort nach seinem Sturz über heftige Schmerzen an seinem Knöchel und seinem rechten Bein. Und er ist zu groß und schwer für mich, dass ich ihm überhaupt auf seine Beine helfen konnte, geschweige denn ihn stützend weitermarschieren lassen konnte“, entschuldigte sie sich mehrfach bei uns. „Ich bin ja so erleichtert, dass sie uns gefunden haben und helfen können.“

„Was machen Sie eigentlich mitten im November in dieser gottverlassenen Gegend?“ fragte Malcolm schließlich in einem ziemlich barschen Ton.

„Auf unserer Karte war hier ein Weg eingezeichnet“, antwortete die Frau, deren Vorname sich als Eloise herausgestellt hatte. Sie griff zu ihrer herkömmlichen Wanderkarte, auf der in der Tat mit gestrichelten Linien ein Weg eingezeichnet war. „Anfangs liefen wir tatsächlich auf einem ziemlich überwucherten Weg, bis es immer mehr reine Natur wurde. Als wir über den Bergkamm kamen, sahen wir in der Ferne die Farmgebäude und wollten diese bis zur Dunkelheit erreichen. Wir sind ja gut gekleidet und professionell für solche Wanderungen ausgerüstet.“ Sie zuckte entschuldigend mit ihren Schultern. „Wir waren nur nicht auf einen Sturz und eine solche Verletzung eingerichtet.“

In der Zwischenzeit hatten Dr. Duncan und Mary als Schnelldiagnose einen Bein- und Knöchelbruch ermittelt und Erste Hilfe geleistet. Die Bruchstelle war mit einer aufblasbaren provisorischen Schiene gesichert. Offene Wunder gab es Gott sei Dank nicht.

„Haben Sie schon einmal auf einem Pferd gesessen?“ fragte Mary den verunfallten Wanderer direkt.

„Ja. Aber ich bin ein absolut ungeübter Reiter.“ Jeremy war inzwischen von drei Männern aufgerichtet worden, stand nun auf seinem gesunden Bein und stützte sich auf einen der professionellen Retter ab.

„Reiten müssen Sie auch nicht. Wir wuchten Sie jetzt auf ein Pony. Und dann müssen Sie sich nur noch oben halten. Die Ponys sind sehr geübt und geschickt im Gelände und werden am Strick geführt. Da dürfte nichts passieren.“

Marys Anweisung war dann etwas schwieriger und mühsamer auszuführen. ‚Wuchten‘ hatte sie gesagt und damit den Kraftakt, Jeremy aufs Pferd zu bringen, richtig beschrieben. Aber mit geeinten Kräften war es uns letztendlich gelungen, wenn auch mit einigen Schmerzensschreien und Stöhnen seitens Jeremys begleitet. Der Rückweg nach Durran Farm nahm mehr als eine Stunde in Anspruch. Es war eine klare Nacht kurz vor Vollmond. Insofern hatten wir nicht nur unsere Lampen, sondern auch erstaunlich viel natürliches Nachtlicht, was unsere Marschkolonne in ein ganz merkwürdig romantisches Bild eintauchte.

Auf der Farm angekommen, untersuchten Dr. Duncan, sein Rettungssanitäter und Mary noch einmal das Unfallopfer. Dann brachten sie ihn mit dem Rettungs-Land Rover in einer eineinhalbstündigen Fahrt ins Krankenhaus nach Wick, wobei seine Freundin mitfuhr.

Wir Durran-Bewohner saßen noch eine Stunde ziemlich abgekämpft an unserem Esstisch und diskutierten bei warmem Tee und einigem Rotwein den abenteuerlichen Rettungsabend. „Erfreulicherweise hat es nicht auch noch geschüttet“, murmelte Malcolm. „Das hätte die ganze Aktion noch schwieriger gemacht.“

„Schnee und Eis wären auch nicht schlecht gewesen“, spottete Mary ergänzend. „Aber ich frage mich immer noch, was zwei Bergwanderer Mitte November in der Einöde unserer südlichen Estate zu suchen hatten?“

„Ist halt manchmal so, dass selbst geübte Bergwanderer schwere Fehler machen“, brummte Malcolm. „Darum passieren am Ben Nevis-Massiv und in den Cairngorms jeden Herbst und Winter immer wieder tödliche Unfälle.“

„Dann freuen wir uns, dass dieser Rettungseinsatz in unseren Bergen mit nur einem Knöchel- und Beinbruch ausgegangen ist.“ Mary hob ihr Rotweinglas. „Darauf lasst uns einen trinken.“

Ilja, Marja, Amy und ich arbeiteten von morgens bis abends an der Tannery und der Hatchery. Der entscheidende Baufortschritt war die Installation der Abwasserreinigungsanlage gewesen, die durch entsprechende Vorfluter und Abscheider das sehr fetthaltige Wasser der Schafsfellwäsche reinigen musste. Die Anlage war vollständig ins Erdreich eingelassen, technisch wurde sie durch entsprechende Elektronik in der Tannery überwacht. Jetzt stand die interne wasserseitige Verrohrung der beiden Zweckgebäude an, dazu wurden der Fußboden gefliest, die Vollholzwände mit wasserfester Farbe gestrichen und die Heizständer, auf denen die Felle nach dem Waschen trocknen sollten, aufgestellt. Die ersten Bearbeitungsmaschinen, insbesondere die große Fellwaschtrommel, waren in Teilen angeliefert worden und warteten in der Maschinenscheune auf ihre Montage.

Nach meiner Berechnung war Amy jetzt in der sechzehnten Schwangerschaftswoche, Marja vermutlich vier Wochen später. Trotzdem merkte man beiden Frauen nicht die geringste Arbeitseinschränkung an, lediglich zur Hebung schwerer Lasten baten sie uns Männer um Hilfe. Für mich war es faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich unsere vier Schwangeren mit fortschreitender Schwangerschaftsdauer auf die Veränderungen in ihrem Körper reagierten. Marja war unglaublich fröhlich und ausgeglichen geworden, dazu ausgesprochen zärtlichkeitsbedürftig. Meine Mary hingegen war von morgendlicher Übelkeit geplagt und in allen Dingen deutlich ungeduldiger als vorher. Auch beim unverändert stattfindenden, aber seltener gewordenen abendlichen Sex war sie aggressiver und fordernder, als ich das bisher kannte.

Genauso unterschiedlich war das Verhalten von Amy und Ekatarina. Die kleine Ex-Polizistin sprühte geradezu vor Energie und guter Laune, wohingegen Ekaterina zwar unverändert ihrer Arbeit in der Pie-Bäckerei nachging, sich aber ansonsten stark zurückgezogen hatte. „Sie brütet gleich zwei Babys aus“, kommentierte John Ekatarinas Situation. „Das nimmt sie voll in Anspruch.“

Anfang Dezember, wir waren jetzt in der Tannery bei der Maschinenmontage angekommen, platzte es in einer Teepause aus Amy heraus. „Meine Schwangerschaft hat in mir ein unglaubliches Verlangen nach Sex ausgelöst. Ich war ja schon vorher kein Kind von Traurigkeit, aber jetzt ist es kaum auszuhalten“, grinste sie uns drei an. „Ich würde am liebsten dreimal am Tag richtig durchgevögelt werden. Aber Andrew ist lange Tage im Kraftwerk und nur abends verfügbar.“ Amy holte tief Luft und gab sich dann sichtbar einen Ruck. „Und ich träume manchmal sogar tagsüber hier auf der Arbeit davon, dass mich meine Freunde auf Durran Farm so richtig in einem Gangbang herannehmen; Männer wie Frauen.“

Wir drei lachten, teilweise etwas verlegen auf. „Wir haben ja schon viel gemacht in unserer Community“, sagte ich schließlich. „Auch und gerade mit Dir als Teilnehmer. Aber einen Wunsch-Gangbang haben wir hier noch nicht veranstaltet.“

„Hast Du in Deinem Liebesleben mal an einem Gangbang teilgenommen?“ fragte Amy mich neugierig.

„Nein“, schüttelte ich meinen Kopf. „Von Dreiern bis zum Gruppensex war alles bereits dabei, sowohl hier auf Durran als auch in meinem vorherigen Leben. Aber Dein Wunsch wäre auch für mich eine Premiere.“

„Und Mary?“ Amy blieb hartnäckig beim Thema.

„Wenn ich das richtig weiß, hat sie entsprechende Erfahrungen aus ihrer Armyzeit. Ich glaube, in den Camps im Kriegsgebiet gehen auch die Sex-Uhren anders.“ Ich schaute der kleinen, sportlich durchtrainierten Frau direkt in die Augen. „Du solltest sie direkt danach fragen. Vielleicht hat sie eine Idee, wie wir Deinen Wunsch problemlos erfüllen können.“

Damit war das Thema in unserer Teepause vorerst beendet. Aber ich sollte bereits am Abend erfahren, dass Amy meinen Vorschlag unmittelbar aufgegriffen und mit Mary über ihre Erfahrungen gesprochen hatte.

„Unsere kleine Polizistin möchte mal voll rangenommen werden“, grinste Mary hintergründig, als wir nur noch im kleinen Kreis der drei Farmhausbewohner zusammen mit Greta und meiner Mutter noch beim Rotwein zusammensaßen.

„Einen Gangbang wünscht sich unsere kleine Polizistin?“ lachte ausgerechnet meine Mutter spontan laut auf. „Ist ja richtig geil.“

Ich schaute sie vollkommen verblüfft an. Eine solche Reaktion hatte ich gerade von ihr nicht unbedingt erwartet.

Meine Mutter ließ sich aber nicht beirren und beugte sich vor, so als ob sie nun etwas Vertrauliches und Konspiratives sagen wollte. „Das wird jetzt meinen guten Walter vielleicht ein wenig schockieren. Aber ich habe in meinen Hippiekommunezeiten und auch noch danach ein paar Gangbangs in vollen Zügen genossen.“ Sie lachte jetzt sehr hintergründig auf. „Auch wenn ich hinterher tagelang kaum laufen oder sitzen konnte.“ Sie streckte sich und klatschte in ihre Hände. „Ich hätte keine größere Lust, zusammen mit Mary und Greta ein solches Event für unsere liebe Amy zu organisieren.“

Ich war absolut baff. Aber die vier Frauen an unserem Esstisch griffen den Vorschlag Margrets direkt auf und begannen, mit ihr entsprechende Pläne zu machen.

„Dritter Adventssonntag“, schlug schließlich Mary vor. „Da sind alle entspannt und ausgeruht. Ich rede mit Amy und dann mit jedem Communitybewohner persönlich und lade ihn beziehungsweise sie ein. Ich bin mir sicher, dass einige mit Freude mitmachen werden, andere werden vielleicht nur zuschauen oder gar nicht dabei sein wollen. Logischerweise ist das jedem freigestellt.“

Meine Mutter kam noch mit einem zusätzlichen Punkt. „Nach meiner, jetzt ein paar Jahrzehnte zurückliegenden Erfahrung kann ein lustvoll anzuschauender Gangbang dazu führen, dass auch andere Frauen Lust verspüren, sich selbst einzubringen. Aktiv, was für Amy bestimmt unproblematisch ist, aber auch passiv.“ Sie kicherte. „Praktisch als Ergänzung oder auch als Konkurrenz.“ Das sollte vorher geklärt sein, weil es sonst zu emotionalen Ausbrüchen führen kann. Wie unkontrollierte Vulkanausbrüche, man weiß nie, wo und in welche Richtung dieser Emotionsvulkan ausbricht.“

Ich schaute wieder vollkommen verblüfft meine Mutter an. „Was für tiefe Geheimnisse und Erfahrungen verbarg sie noch in ihrem Lebenslauf?“ Seit ich sie unerkannt mit Greta auf dem Sofa beobachtet hatte, war ich aus meinem Staunen über sie nicht herausgekommen.

Überhaupt waren meine Mutter, Margret Hamsun, und ihre problemlose Integration in unsere Community für mich wie ein Wunder. Sie war mehr als zwanzig Jahre älter als jeder andere Durran Farm-Bewohner, aber dieser Altersunterschied machte sich weder in ihrer Liebesbeziehung zu Greta als auch in unserer Gemeinschaft irgendwie negativ bemerkbar. Im Gegenteil: sie hatte sich, aufbauend auf dem Versprechen, jeden Communitybewohner mit Schafsfellschuhen auszustatten, mit Feuereifer an das Thema der Schuhproduktion gemacht und diesen Aspekt von Gretas Modeproduktion schnell professionalisiert. Greta hatte ihr die Zuschnitte erläutert, angepasst an die jeweilige Schuhgröße, und sie hatte sich am Computer entsprechende Zuschnittsschablonen konstruiert. Dann hatte sie sich auf den benachbarten Farmen und Estates drei Frauen gesucht, die die Schafslederstücke nach Vorgabe zusammennähten. Für die Schuhe, die zum Abschluss eine feste Profilsohle bekommen sollten, kamen diese zurück ins Studio, die letzte Naht machte dann meine Mutter mit einer uralten Spezialnähmaschine, die Greta bei ihrem Umzug mitgebracht hatte.

Zum Start produzierte unser Schafsfellmodestudio nur Schuhe in Whiskyfarbe, was sehr schön mit dem hellbeigen Schafsfell auf der Innenseite harmonierte. Weitere Ledereinfärbungen hatten Greta und Margret auf das kommende Jahr verschoben, da durch die Färberei ein weiteres Abwasserproblem entstehen würde, welches unsere Abwasserreinigungsanlagen nicht lösen konnten.

Die Woche vor dem dritten Advent war Amy wie aufgedreht. In unseren Teepausen während unserer Montagearbeit in der Tannery sprach sie ohne Scheu über ihre gespannte Vorfreude auf den Sonntag. Mary hatte in Vorbereitung des Events in der Tat mit jedem Communitybewohner direkt gesprochen und in aller Offenheit die unterschiedlichsten Antworten bekommen.

Andrew und Ludmilla hatten sich entschieden, noch nicht einmal als Zuschauer dabei zu sein. „Wir haben uns und unsere kleine Familie“, hatte Ludmilla geantwortet. „Ich kenne die Freizügigkeit unserer Community bestens und weiß sie sehr zu schätzen. Aber Amys Wunsch geht ein wenig über unseren Horizont hinaus.“ Beim Marys Abschied waren die beiden Frauen kurz miteinander allein, als Ludmilla noch einmal eine Antwort nachsetzte. „Ich habe bei der Flucht aus Mariupol zu viel sexuelle Gewalt am eigenen Leib erlebt und erlitten. Ich will diese Erinnerungen nicht wieder aus meinem Erinnerungsmülleimer herauskommen lassen.“

Auch unsere neu hinzugezogene Lehrerin lehnte Marys Einladung mit freundlichen Worten ab. „Ich lebe im Moment ganz gut enthaltsam“, hatte sie im persönlichen Gespräch geantwortet. „Es ist wunderschön hier auf der Estate und ich liebe die kleine Schule und unsere Kinder. Aber ich habe noch nicht wieder zu mir selbst gefunden, dass ich mich so weit öffnen kann und möchte.“ Sie hatte mit den Schultern gezuckt. „Vielleicht im nächsten Jahr, was immer dann ansteht.“

Ekatarina, Ludmillas Schwester, hatte hingegen zugesagt, dabei zu sein. „Ich selbst werde mich mit Rücksicht auf meine Schwangerschaftsprobleme bestimmt nicht aktiv beteiligen“, hatte sie geantwortet, „aber Amy und John in einem Gangbang zu beobachten, lasse ich mir nicht entgehen. Die beiden waren schon im kleinen Kreis geil zu beobachten.“

Amy hatte für das Ereignis sehr verführerisch aussehende, bordeauxrote Lingerie angezogen, die wir zunächst ausführlich bewunderten, nachdem sie in unserer Mitte sich ihrer Oberbekleidung entledigt hatte. Was stand ihr bevor: wir waren fünf aktive Männer, das allein hätte schon für einen intensiven und lang andauernden Gangbang ausgereicht. Aber mit Mary, Gwen, Vicky und Betty hatten wir auch vier aktive Frauen, während sich die restlichen Frauen, darunter auch meine Mutter, zunächst auf die rein neugierige Zuschauerfunktion beschränkten. Jedenfalls war unser eigentlich geräumiges Schlafzimmer proppenvoll. Amy und die vier aktiven Frauen nahmen sich zunächst unserer Schwänze an, um uns in einsatzfähige Form zu bringen.

Wenn ihr so weit seid, gehe ich auf alle Viere und möchte von hinten in meiner Pussy und von vorn in meinem Mund bedient werden“, hatte Amy noch einen klaren Regiewunsch geäußert. John und ich erfüllten ihr diesen Wunsch zum Start, während Gwen und Mary sie gleichzeitig vierhändigen Streicheleinheiten unterzogen und dabei insbesondere ihre hochsensiblen Brustwarzen druckvoll und ziehend behandelten. Wir Männer nahmen schnell Fahrt auf, insbesondere weil unsere kleine Geliebte ebenfalls schnell auf Touren kam. Durch die Mischung von Massageöl, das die Frauen reichlich auf ihr verteilt hatten, und ihrem sich schnell entwickelnden Schweißfilm glänzte Amy bereits nach zehn Minuten am ganzen Körper. Wir Männer arbeiteten im fliegenden Wechsel, was Amy hörbar gefiel, denn sie feuerte jeden neuen Liebhaber mit stimulierenden, auffordernden Worten an. Um nicht abzuschlaffen, griffen in den nicht aktiven Pausenzeiten Vicky und Betty mit Hand und Mund ein.

„Ich sehe, hier ist eine Unterbesetzung und zusätzliche Betreuung gefordert“, hörte ich plötzlich meine Mutter, die sich den in Warteposition zuschauenden Andrew griff und dessen dreiviertelharten Schwanz an der Eichel mit ihrer Zungenspitze umspielte und dann seinen Schwanz in mehreren Kopfbewegungen Stück für Stück tiefer in ihrem Mund und Rachen aufnahm. Ich bin ganz ehrlich, in diesem Augenblick fand ich es interessanter und stimulierender, Margret und Andrew beim Deep Throat Mundfick zuzuschauen, als Amys Aktionen zu verfolgen.

Erst der wirklich laute Orgasmus unserer kleinen Ex-Polizistin ließ sie wieder ins Zentrum unseres und meines Interesses gleiten. Der Vorteil der fliegenden Wechsel zwischen uns Männern und der begleitenden oralen Zwischendurchbehandlung war, dass wir alle fünf lange durchhielten.

Nach dem zweiten lautstarken Orgasmus forderte uns Amy zum Stellungswechsel auf. „Ich weiß nicht, ob es funktioniert, aber ich möchte drei Schwänze gleichzeitig in meinen drei Eingängen verwöhnen“, verkündete sie, ein wenig nach Atem ringend. „John soll unter mir liegen und meine Pussy verwöhnen, Walter ist der beste Analficker, den ich kenne. Er kommt also an meinen Po. Und Malcolm fickt meinen Mund, bitte.“

Wir brachten uns wunschgemäß in Position. Es funktionierte tatsächlich, ihr Bauch war halt noch so klein, dass er nicht hinderlich im Weg war.

Amy ging darob des Dreilochficks ab, wie eine Rakete und schrie in höchsten Tönen zwei sie durchschüttelnde Orgasmen heraus, die so intensiv auf uns Männer wirkten, dass auch wir uns nicht mehr zurückhalten konnten. John und ich pumpten sie direkt mit unserem Sperma in Pussy und Po voll. Malcolm zog sich abspritzend ein wenig zurück und verteilte seine Sahne in ihrem Gesicht. Dann brach die Kleine wie ein Hund heftig hechelnd auf John zusammen und murmelte nur noch ein paar zusammenhanglose Worte.

Amy brauchte mehrere Minuten, bis sie sich von ihrer maximalen inneren Erregung abgekühlt hatte. Dann rollte sie von John herunter, legte sich mit zusammengekniffenen Knien auf den Rücken und strahlte uns mit ihrem spermaverschmierten Gesicht nacheinander an. „Das war gewaltig. So hatte ich das nicht erwartet, aber es war unendlich geil und schön. Dann blickte sie in die Gesichter von Ilja und ihrem Freund, die bei der letzten Runde nicht direkt beteiligt gewesen waren. „Und ihr? Habt ihr Euren eigenen Spaß gehabt? Oder muss ich noch einmal in Aktion treten?“

Die beiden Angesprochenen lachten synchron. „Nein, wir sind voll auf unsere Kosten gekommen“, antwortete schließlich Andrew. „Ich durfte Dir zuschauen und bekam gleichzeitig von Gwen einen wunderbaren Titten- und Mundfick.“ Er lachte verschmitzt. „Sie hat wirklich die prachtvollsten Titten auf Durran.“

Er schaute nach rechts zu Ilja, der seine Arme um die Hüften meiner Mutter und Greta gelegt hatte, die während unseres Gangbangs gemeinsam aus ihrer Zuschauerrolle herausgeschlüpft waren. „Und ich hatte das gigantische Vergnügen eines doppelten Mundficks“, grinste er. „Einschließlich Schlucken und Sauberlecken.“

Amy richtete sich auf und strahlte immer noch übers ganze Gesicht wie ein Honigkuchenpferd. „Dann haben wir einen gigantischen Adventssonntag erlebt. Danke, dass ihr mir meinen Wunsch erfüllt habt.“ Mit diesen Worten stand sie auf, umarmte jeden von uns und spendierte jedem und jeder einen Spermakuss. Dann verschwand sie als Erste in unserem Luxusbad. „Wer nachkommen will, ist herzlich willkommen.“

Elf Tage später war Weihnachten. Übers Jahr war unsere Community noch einmal deutlich gewachsen, fünf Erwachsene und ein Baby waren hinzugekommen, auch für das kommende Jahr war weiteres Wachstum durch die zahlreichen Schwangerschaften vorgezeichnet. Einen großen Unterschied gab es jedoch zu den Vorjahren: das gemeinsame Weihnachtsessen war diesmal echt schottisch. Die Cullen Skink, eine überaus leckere und gehaltvolle schottische Fischsuppe mit in Milch gekochtem, geräuchertem Haddock, wurde in aller Kunst von Gwen gezaubert, danach gab es nach Art des Filet Wellington Rehrückenfilet in Blätterteig als Hauptgang mit Mary als Küchenchefin, und zum Schluss zelebrierten wir mit den Kindern eine skandinavische Nachspeise, Risalamande.

Das in den Vorjahren noch vorherrschende Ukraine-Thema war fast vollständig verschwunden. „Ludmilla und ich haben jetzt schottische Familiennamen“, hatte Ekatarina bereits in der Adventszeit erklärt, „wir haben uns in diesen zwölf Monaten sowohl im Kopf als auch im Herzen weit von unserer Heimat entfernt. Sie existiert ohnehin nur noch in unserer Erinnerung, alles andere ist kaputtgebombt.“ Auch die politisch-militärischen Diskussionen, die noch im Vorjahr immer wieder heftig geführt worden waren, waren praktisch verschwunden. Auch unsere beiden litauischen Handwerker verspürten keinerlei Lust, das Thema Russland in irgendeiner Form zu diskutieren, es war zu einem Nicht-Thema geworden.

Überhaupt bot die Politik keinen Diskussionsstoff. Das peinliche Bemühen des US-amerikanischen Präsidenten, sich zum Friedensfürsten zu deklarieren, um den Friedensnobelpreis zu erhalten, wurde von den ehemaligen Armyangehörigen mit viel Spott bedacht. Aber ansonsten war die große Weltpolitik sehr weit von der Einsamkeit der schottischen Highlands entfernt. Selbst die Aktion der USA im venezolanischen Caracas mit der Verhaftung und Verschleppung des Staatspräsidenten nach New York wurde auf Durran Farm achselzuckend zur Kenntnis genommen. Lediglich Ludmilla und Andrew hatten einen bissigen Kommentar: „Schade, dass Donald Trump nicht den Mut hat, die wirklichen Übeltäter anzugehen. Der Krieg in unserer Heimat wäre sonst an einem Tag beendet, so wie er das vollmundig vor einem Jahr angekündigt hat.“

Wir hatten vielmehr nach Weihnachten zum ersten Mal seit vielen Jahren mit richtig winterlichen Phasen zu kämpfen. Direkt nach Neujahr und dann noch einmal Mitte Januar ging zweimal für fast eine Woche aufgrund kräftigen Schneefalls fast gar nichts mehr. Unser Traktor mit Schneeschieber musste an manchen Tagen zweimal die lange Strecke bis zur ‚Hauptstraße‘ nach Kinbrace freiräumen, auch unsere Pie-Auslieferungen mussten in diesen Perioden für einige Tage pausieren. Ansonsten verlief das Leben der Durran Estate-Bewohner in altmodisch winterlicher Ruhe.

Meine Mutter war seit Anfang Oktober ohne Unterbrechung auf Durran Farm gewesen und lebte und arbeitete mit Greta in enger, liebender Verbindung, in jeglicher Hinsicht. Die Tannery im neuen Mehrzweckgebäude neben ihrer Wohnung und dem Schafsfellmodestudio wurde von uns im Januar fertig montiert, die Inbetriebnahme war jedoch aufs Frühjahr verschoben, wenn die ersten neuen Felle zur Verfügung stehen würden.

„Wie soll denn die Tannery betrieben werden?“ fragte meine Mutter an einem Januarwochenende Mary und mich. „Und insbesondere stellt sich für Greta und mich die Frage, wer sie denn betreiben soll?“

„Hm“, antworteten wir beide. „So richtig haben wir dies noch nicht diskutiert und entschieden. Amy hatte als ‚Mädchen für alles‘ ihre Mitarbeit in der Tannery angeboten. Aber sie wird diese Arbeit sicherlich nicht allein bewältigen können. Erst recht nicht, wenn sie ihr Baby zur Welt gebracht hat.“

„So wie ich das sehe, können einige Arbeitsschritte durchaus von Frauen gemacht werden“, gab uns Margret ihre Einschätzung. „Andere Produktionsschritte, insbesondere die manuelle Entfettung der Felle auf der ledernen Innenseite, erfordern mehr Kraft.“ Sie blickte wechselweise Mary und mich an. „Ich würde gern in der Tannery mitarbeiten, weil dann kann ich auch gleich die richtigen Felle für die Zuschnitte im Modestudio auswählen. Aber was uns meiner Meinung nach fehlt, ist ein zupackender Mann, der auch die Abholung der Rohfelle am Schlachthof als auch die Auslieferung der fertigen Felle beispielsweise in den Shop nach Armadale übernimmt.“

„Hast Du eine Idee für diesen Mann?“ schaute ich Mary an. „Außerdem müssten wir dann das Wohnproblem lösen. Im Moment ist Durran Farm voll.“

Mary hatte uns bis dahin weitgehend schweigend zugehört. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine konkrete Idee. Ich kann natürlich wieder bei ‚Help for Heroes‘ vorstellig werden. Es gibt eigentlich immer Veteranen in unseren Streitkräften, die einen Neustart im Zivilleben suchen.“ Sie lachte leise. „Sind ja schon genügend Menschen mit dieser Vergangenheit hier.“

„Dann hätten wir also das Wohnproblem zu lösen.“

„Und wir müssen darauf achten, dass ein einzelner Mann hier in unsere Community hineinpasst und nicht zum Störenfried wird.“

„Wichtiges Argument. Unser Zusammenleben funktioniert so wunderbar, dass ich keinen Spaltpilz hier haben will.

„Richtig“, nickte Mary. „Aber ich kann mich mal umhören und ein paar Recherchen anstellen. Wir haben ja noch ein wenig Zeit.“

Wir konnten uns an diesem Winterabend noch nicht vorstellen, dass sich in den darauffolgenden Wochen eine vollkommen andere Lösung dieses Mitarbeiterproblems ergeben würde.

Mitten im friedlich-trägen Winterleben mit seinen langen dunklen Stunden und vollkommen unerwartet gab es drei dramatische Ereignisse auf Durran Estate, die unser Leben gehörig durcheinanderwirbelten.

Donnerstag, der 22. Januar 2026, sollte sich in mehrfacher Hinsicht als Datum in unseren Köpfen festmachen. Zunächst begann der Tag ganz normal: der letzte Schneefall bedeckte noch die Weiden und die Natur, war aber durch tagsüber einsetzendes Tauwetter verharscht und ziemlich glatt geworden. Diese Bodenverhältnisse machten es sowohl für unsere Schafe als auch für das Rotwild fast unmöglich, auf natürlichem Weg Futter zu finden.

„Ich nehme jetzt den Traktor und fahre Rundballen mit frischer Silage auf die Futterplätze“, kündigte ich am Frühstückstisch an und stand auf, um mich für den winterlichen Open-Air-Einsatz anzuziehen.

„Du musst alle drei Futterplätze versorgen“, gab mir Mary noch mit auf den Weg. „Sowohl auf der Schafsweide als auch auf beiden Wildfutterplätzen.“

„Hatte ich auch so geplant“, war mein Kommentar, während ich mir meine gefütterten Winterstiefel anzog. In unserer Maschinenscheune angekommen, montierte ich das Frontgeschirr mit den beiden langen, spitz zulaufenden Speeren an unseren Traktor, holte den ersten Rundballen aus unserem Vorratslager und brachte ihn auf die Hausweide. Ich hatte gerade den zweiten Rundballen aus dem etwas zurückliegenden Lager geholt und bog gerade auf unsere Zufahrtsstraße ein, um zum ersten Wildfutterplatz zu fahren, als es einen unglaublich lauten und harten Schlag an meinem Traktor gab. Ich sah nur noch, wie das Frontgeschirr mit dem Rundballen sich nach links verbog, dann flog ein weißer PKW von der Zufahrtsstraße in die Botanik, überschlug sich mehrfach und blieb auf der Seite liegen.

Im ersten Moment saß ich schockstarr auf meinem Fahrersitz und schaute ungläubig auf das an der Vorderseite total zerstörte Auto, aus dessen geplatztem Kühler eine Wasserdampfwolke austrat. Dann streifte ich mit meinen Händen entlang meiner Ober- und Unterschenkel, die bei dem Aufprall einen richtigen Schlag abbekommen hatten. Es schien aber alles heil geblieben zu sein.

Dann wachte ich aus meiner Schockstarre auf. Der Knall des Unfalls hatte Amy und Marja alarmiert, die gerade auf dem Weg zur Tannery gewesen waren und zumindest den spektakulären Abflug des Unfallwagens live verfolgt hatten. Ich stieg von meinem Traktor, während unsere Ex-Polizistin bereits den Unfallwagen erreicht hatte und erste Anweisungen herausrief. „Herkommen! Wir müssen den Wagen auf seine Räder kippen, damit wir an die Insassen rankommen.“

Da durch den Unfallknall auch Mary und Malcolm alarmiert worden waren, war es für uns fünf kein Problem, den zerstörten Vauxhall Grandland in die richtige Lage umzukippen. Amy versuchte vergeblich, die Fahrertür aufzuziehen. „Verklemmt“, fluchte sie nur, während ich durch die Autofenster wahrnahm, dass zwei Menschen in bizarrer Haltung regungslos auf den Vordersitzen saßen. Alle Airbags des Vauxhall waren bei dem Unfall aufgegangen und hingen jetzt schlaff herab. Amy wusste anscheinend genau, was sie jetzt tun musste. Sie trat einen etwas größeren Stein aus dem verharschten Schnee und schlug mit ihm die immer noch intakte Scheibe der Fahrertür ein. Dann lehnte sie sich zunächst ins Auto hinein, ertastete den Autoschlüssel und schaltete die Zündung aus.

Mary war ihrem Vorbild gefolgt und hatte ebenfalls das Fenster der Beifahrerseite zerstört. Aber auch diese Aktion löste bei den beiden Wageninsassen keinerlei Bewegung aus. „Checke, ob der Fahrer noch einen Pulsschlag hat“, rief sie Amy zu, während sie dasselbe bei dem Mann auf dem Beifahrersitz machte, dessen Kopf merkwürdig unnatürlich vom Hals baumelte. „Der hier ist tot!“ rief sie schließlich, als sie sich aufrichtete und ihre blutverschmierten Hände in die Höhe hob.

„Der hier auch“, war Amys erstaunlich nüchterne Antwort. Auch sie hatte sich aufgerichtet und schaute uns an. „Den Männern können wir nicht mehr helfen.“ Jetzt bewährten sich ihre Ausbildung und ihre Berufserfahrung. „Tretet zurück. Dies ist ein tödlicher Verkehrsunfall. Wir müssen jetzt die Polizei und die Staatsanwaltschaft alarmieren.“ Sie holte ihr Mobiltelefon aus ihrer Jackentasche und wusste genau, welche Telefonnummern sie zu wählen hatte.

Wir standen immer noch an dem Autowrack, als wir zu unserer großen Überraschung bereits ein Martinshorn von unserer langen Zufahrtsstraße hörten, das sich unserer Farm näherte.

Wir schauten uns mehr als überrascht an. „Haben die hier irgendwo gewartet?“ fragte ich schließlich Amy. „So schnell können die gar nicht hierherkommen.“

Auch Amy war überrascht. „Erst recht nicht bei diesen Straßenverhältnissen.“

Wenige Augenblicke später kam der Polizeiwagen vor meinem Traktor zum Stehen und zwei Beamte sprangen aus ihm heraus. Amy erkannte ihre zwei Kollegen aus ihrer alten Dienststelle. „Ihr wart aber superschnell“, war ihr anerkennender Kommentar. „Ich habe doch erst vor zehn Minuten den Alarm ausgelöst.“

Ihr ehemaliger Kollege grinste schwach. „Wir hatten hinter Badenloch bereits eine Straßensperre aufgebaut. Auch Richtung Helmsdale war die Straße gesperrt. Als dieses verdächtige Auto nicht bei uns auftauchte, blieb als einzige Alternative nur eure lange Zufahrtsstraße, die ja bei besseren Straßenverhältnissen bis zum Crask Inn führt.“ Der Sergeant war mittlerweile um das Wrack herumgegangen und inspizierte die beiden Unfallopfer selbst. Dann streckte er sich aus. „Die beiden Herren haben ihre Flucht und den Unfall nicht überlebt.“ Er nickte und blickte in unsere Runde. „Wer von Ihnen hat den Traktor gefahren?“

Ich hob meine Hand. „Ich. Ich hatte einen Futtersilageballen geladen und war gerade auf die Straße eingebogen, als dies Auto blitzschnell aus dem Nichts auftauchte, in meine Frontgabel knallte und dann abflog.“

„Danke. Damit wissen wir schon einmal, wie sich der Unfall zugetragen hat.“

„Was geht hier vor?“ fragte schließlich Mary. „Warum sind die mit dieser Geschwindigkeit über unsere schneebedeckte Zufahrtsstraße gekachelt, um ihren Straßensperren auszuweichen?“

„Das können wir ihnen nachher erklären“, antwortete der Sergeant. „Können wir nachher zu einer Vernehmung in ihr Farmhaus kommen? Wir müssen angesichts dieses tödlichen Unfalls alle Zeugenaussagen protokollieren.“ Er registrierte, dass mittlerweile auch ein weiteres Polizeifahrzeug mit Martinshorn sich unserer Farm näherte. „Zunächst müssen wir uns um dieses Fahrzeug und die beiden Insassen kümmern und beweissichernde Maßnahmen ergreifen. Solange können sie zur Farm zurückgehen und ihrem Tagwerk nachgehen. Wir melden uns nachher.“

„Soll ich den Traktor von der Straße fahren?“ fragte ich noch etwas naiv.

„Bitte nicht. Wir müssen erst die Position des Traktors dokumentieren.“ Damit waren wir von der Unfallstelle entlassen.

„Bin ich nun an diesem tödlichen Unfall schuld?“ fragte ich schließlich Amy, als wir an unserem großen Esstisch mit heißem Tee und frischen Pfannkuchen, die Mary herbeigezaubert hatte, Platz genommen hatten.

„Schuld ist hier nicht die richtige Frage“, antwortete unsere kleine Ex-Polizistin ausweichend. „Das hängt von der Beurteilung durch die aufnehmenden Polizeibeamten und die sicherlich in zwei, drei Stunden eintreffende Staatsanwaltschaft ab. Das Gute ist, dass Marja und ich als Zeuginnen den wesentlichen Teil des Unfalls gesehen haben und Deine Aussage nicht allein dasteht. Der Vauxhall war wirklich verdammt schnell, erst recht bei diesen Straßenverhältnissen.“

Amys Prognose war richtig. Zwei Stunden später waren zusätzliche Polizeiwagen und Beamte in Zivil an der Unfallstelle erschienen und untersuchten die Unfallopfer und das Unfallfahrzeug. Dann erschien auch ein Funeral Director mit zwei Fahrzeugen, um die Leichen abzutransportieren, wohin auch immer.

„Die fahren mit Sicherheit erst einmal in die Gerichtsmedizin nach Inverness“, klärte uns Amy auf. „Schließlich müssen wir auf amtliche Weise die Todesursache auch gerichtsmedizinisch dokumentieren und feststellen, ob die Insassen Alkohol und/oder Drogen im Blut hatten.“

Es war schon nach der mittäglichen Lunchtime, als der Ex-Kollege von Amy mit einem jüngeren Polizeibeamten ins Farmhaus kam, um unsere Aussagen aufzunehmen.

„Warum sind die beiden Männer wie die Vollidioten auf unserer Zufahrtsstraße entlanggekachelt?“ Ich konnte mir nicht verkneifen, diese in mir brennende Frage direkt auszusprechen.

Der Sergeant nickte bedächtig. „Wir beobachten diese Gruppe schon eine ganze Weile. Die übernehmen an der Nordküste in dunklen Morgenstunden dort anlandende Drogenlieferungen, insbesondere Kokain, und bringen die Ware nach Glasgow und nach England. Die ganze Ladefläche bis zur umgekippten Rücksitzbank von diesem Vauxhall war voll, ich schätze mal fast eine halbe Tonne. Hat einen Marktwert von rund acht Millionen Pfund.“

„Und auf ihrer Flucht vor der Polizei sind sie dann in meinen Traktor gekracht.“

„Sieht so aus. Der Fahrer ist aus Reay, der kennt sich also hier aus. Und deshalb hat er versucht, über ihre Zufahrtsstraße, die dann weiter zum Crask Inn führt, die Straßensperren zu umgehen.“ Der Sergeant zuckte mit seinen Schultern. „Wäre ihm vermutlich auch gelungen, wenn er nicht auf ihren Traktor getroffen wäre.“

„Glaube ich nicht“, schüttelte ich meinen Kopf. „Selbst bei gefrorenem Untergrund hätte dieser Vauxhall nicht die Steigung hinter Loch Durran hinaufgeschafft. Dazu braucht man mindestens einen Allradantrieb und gute Reifen.“

„Die Panik eines Flüchtenden schaltet manchmal das rationale Denken aus.“ Der Sergeant grinste schwach. „Sonst wäre er auch nicht so schnell gewesen. Wir waren zwar da, aber ihm nicht direkt auf den Fersen. Und dass er zur Durran Farm unterwegs war, war reine Spekulation für uns. Er war einfach nicht an unserer Straßensperre aufgetaucht. Mit mehr Vorsicht wäre er vielleicht doch an sein Ziel gekommen.“ Der Sergeant füllte den Zeugenbefragungsbogen jetzt vollständig aus. „Ich bin mir sicher, Sie werden noch etwas von der Staatsanwaltschaft hören. Ist immerhin ein tödlicher Unfall. Aber sie sollten sich dazu keine unnötigen Sorgen machen.“

Wir bekamen die Erlaubnis, unseren Traktor von der Zufahrtsstraße zu nehmen und in der Maschinenscheune abzustellen. Dann konnte die aufgestaute Fahrzeugkolonne bis auf unseren Farmhof fahren, dort wenden und wieder Richtung Norden abfahren. Es war mittlerweile Nachmittag geworden und die Dämmerung setzte bereits ein. „Ich hole jetzt unser altes Arbeitstier und versorge mit ihm die Wildfutterplätze.“

„Gute Idee“, kommentierte Mary. „Vielleicht hilft Dir die frische Luft, auf andere Gedanken zu kommen.“

Mary hatte nur teilweise recht. Zwar war die kühle Winterluft auf dem ungeschützten Fahrersitz des alten Massey-Ferguson Traktors tatsächlich sehr erfrischend, aber das Bild der beiden toten Autoinsassen ließ mich nicht los. Auch nicht nach meiner Rückkehr ins Farmhaus, es beschäftigte mich auch den ganzen Abend.

„Ich kann Dich gut verstehen“, tröstete mich Mary noch im Bett. „Mir ging das bei meinen ersten Einsätzen im Feldlazarett auch nicht anders.“ Dann nahmen mich meine beiden schwangeren Geliebten in die Mitte und brachten mich mit ihrer Liebe zumindest für eine Stunde auf andere Gedanken.

Die Turbulenzen dieses Tages hatten alle Communitybewohner davon abgehalten, Internetzeitungen zu lesen und Nachrichten wahrzunehmen. Insofern platzte die nächste Bombe erst am kommenden Tag. „Donald Trump hat gestern gesagt, dass unser Einsatz in Afghanistan nur zweitrangig und minderwertig gewesen ist“, regten sich Andrew und Malcolm vormittags bei uns auf dem Farmhof im Gespräch zurecht lautstark auf. „Dies ist die größte Unverschämtheit, die sich dieser orangene Affe bisher geleistet hat.“

„Der hat sich selbst vor jedem Dienst auf unwürdigste Weise gedrückt“, pflichtete ihm Gwen bei, die Andrews Schimpftiraden in der Piebäckerei aufschnappte. „Dieser Feigling zieht über unsere Opfer in diesem verfluchten Krieg am Hindukusch her. Dabei haben wir diesen Greenhorns erst einmal beibringen müssen, wie man sich auf feindlichem Gebiet bewegt.“

Unsere vier Afghanistan-Veteranen diskutierten den ganzen Tag über Donald Trumps unverschämte Äußerung. „Und für diese Scheiß-Amerikaner hat John Fitzroy sein Leben geopfert!“ kommentierte Mary mit hörbarem Zorn in der Stimme. „Und mich für Jahre in ein tiefes, dunkles Tal gestürzt. Mich mental richtig krank gemacht. Bis Du mich aus diesem Dunkel erlöst und meinem Leben einen neuen Sinn gegeben hast. Und jetzt kommt dieses ungediente Monster und reißt bei mir wieder alle Wunden auf.“ Sie begann bitterlich zu weinen. Ich nahm Mary tröstend in meinen Arm, aber sie bekam einen richtigen Weinkrampf und brauchte lange, bis sie sich wieder beruhigt hatte.

„Endgültig!“ beschlossen die vier Army-Veteranen mit unser aller Unterstützung. „Solange dieser Mann amerikanischer Präsident ist, wollen wir nichts US-amerikanisches auf dieser Estate sehen und nutzen.“

Ich dachte über die Konsequenzen dieses Beschlusses nach. „Der neue Traktor braucht ohnehin eine umfassende Reparatur“, sagte ich schließlich. „Der gesamte Vorbau und die Vorderachse sind durch den Unfall verzogen.“ Ich nickte und schaute Mary an. „Ich schaue mal, ob wir den in Zahlung geben können. Mit JCB gibt es eine britische und mit Deutz-Fahr und Claas zwei deutsche Alternativen.“

„Tu das“, forderte mich Mary auf. „Nur unser alter Traktor darf unverändert hierbleiben. Der gehört für immer auf diese Farm.“ Ich musste in meinem Inneren gestehen, dass mich diese Entscheidung Marys erleichterte. Ich hatte den alten Traktor, der unsere Beziehung überhaupt erst ermöglicht hatte, lieb gewonnen.

Die allgemeine Aufregung über den Unfall und die provozierenden, unberechtigt verachtenden Äußerungen des amerikanischen Präsidenten hatte sich noch nicht gelegt, als unsere Distrikt-Hebamme zu ihrem monatlichen Schwangerschaftsvorsorgetermin nach Durran Farm kam. Während die Untersuchungen bei Mary, Marja und Betty nur normale, also positive Ergebnisse erzielten, war die Hebamme bei Ekatarina sehr sorgenvoll geworden. „Sie sind jetzt in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche“, erklärte sie der werdenden Zwillingsmutter. „Aber der Muttermund ihrer Gebärmutter ist bereits weich und hat sich ein wenig geöffnet.“

Ekatarina war schockiert. „Was heißt das?“

„Soviel ich weiß, arbeiten Sie den ganzen Tag in Ihrer Bäckerei im Stehen und heben auch schwerere Lasten.“

„Ja“, nickte Ekatarina leise. „Und es fällt mir langsam auch schwer.“

„Wir müssen dafür sorgen, dass Ihre beiden Babys so lange wie möglich in ihrem Bauch zu Hause sind und weiterwachsen“, sagte die Hebamme ganz ruhig. „Sie sollten bis auf Weiteres nicht mehr in ihrem stehenden Beruf arbeiten. Und ich weise sie noch heute in die Gynäkologie im Raigmore Hospital ein, damit die Fachärzte möglicherweise ihre Schwangerschaft mit einer Cerclage unterstützen.“

„Was ist das?“

„Eine ganz harmlose Maßnahme, die ihren Muttermund wieder verschließt und somit verhindert, dass ihre Fruchtblase vorzeitig platzt. Jeder Tag, an dem ihre Zwillinge in ihrem Bauch wachsen dürfen, ist ein Gewinn.“

Ekatarina hatte verstanden. Nachdem die Hebamme mit dem Raigmore Krankenhaus in Inverness telefoniert hatte, rief Ekatarina nach John, der von ihr und der Hebamme noch einmal in Kenntnis gesetzt wurde.

„Wann soll meine Frau im Krankenhaus sein?“ fragte John ohne Umschweife.

„Noch heute Nachmittag.“ Die Hebamme schrieb die Überweisung aus und reichte sie Ekatarina. „Hier steht alles Wichtige drauf. Gehen Sie zur zentralen Rezeption, dort werden Sie weitergeleitet. Ansonsten ist im Raigmore alles für Sie vorbereitet. Sie werden erst einmal für ein paar Tage stationär aufgenommen.“

Eine Stunde später hatte Ekatarina einen kleinen Koffer gepackt, kurz Mary, Ludmilla, Gwen und mich informiert, und fuhr mit John Richtung Inverness.

Neben der Sorge um eine mögliche zu frühe Frühgeburt der Zwillinge erzeugte Ekatarinas Einlieferung ins Krankenhaus noch ein zweites Problem, auf das wir im Prinzip nicht vorbereitet waren. „Sie ist unsere Haupt-Piebäckerin“, stellte ich nach ihrer Abfahrt in einer kleinen, mittäglichen Runde an unserem Esstisch fest. „Wir müssen ihre Arbeit irgendwie anders verteilen, wenn wir die Piebäckerei nicht für Wochen, gar Monate, einstellen wollen.“

Die Übergangslösung kam vollkommen überraschend. „Greta hat mir berichtet, dass Ekatarina Probleme mit ihren Zwillingen hat und deshalb für länger ausfällt“, sprach meine Mutter noch im Stehen, als sie zur Teatime in unsere große Essküche kam.

Mary und ich schauten sie verdutzt an. Der Buschfunk auf Durran Farm funktionierte anscheinend mit herausragender Geschwindigkeit. „Wir haben noch nichts von John oder Ekatarina aus dem Krankenhaus gehört“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Wir wissen es im Moment noch nicht.“

„Trotzdem sollten wir vorsichtigerweise einen Ersatzplan machen“, antwortete meine Mutter mit klarer Entschlossenheit und setzte sich an den Tisch. „Kann ich bitte auch einen Becher Tee mit Milch haben?“

Mary holte einen weiteren Becher aus der Küche und schenkte ihr aus der großen Kanne, die auf einem Stövchen mitten auf dem Esstisch stand, ein. Während sie die Milch in ihrem Teebecher umrührte, schaute meine Mutter wechselweise mich und Mary an. „Ich habe mit Greta Folgendes abgesprochen: solange wir noch keine eigenen Schafsfelle aus unserer Tannery verarbeiten, ist meine Arbeitsauslastung für die Schuhzuschnitte ziemlich übersichtlich. Und die Auslieferung der zugeschnittenen Felle und die Abholung der halbfertig zusammengenähten Schuhe bei unseren Helferinnen kann beispielsweise auch von Betty auf dem täglichen Rückweg erledigt werden. Ich kann backen und ich habe Zeit. Ich brauche nur jemanden, der die Teigknetmaschine bedient und die richtigen Teigzutaten mischt. Davon habe ich keine Ahnung.“

Gesagt, getan. Am nächsten Morgen standen meine Mutter und ich in unserer Piebäckerei, ich befüllte die Teigknetmaschine nach der vorliegenden Rezeptur und nahm sie in Betrieb. Währenddessen ließ sich Margret von Gwen in die Geheimnisse der verschiedenen Füllungen einführen und probte mit ihrer Hilfe die Herstellung der ersten Pies und die Bedienung des mehrlagigen, industriellen Backofens. Drei Tage später, nachdem wir ein paar Chargen fertiger Pies lieber für die Eigenversorgung beiseite gelegt hatten, lief alles wie vorher. Die Riesenlücke, die Ekatarinas Ausfall unvorbereitet gerissen hatte, war provisorisch gefüllt.

Am Ende der Woche kam ich nicht umhin, vor versammelter Mannschaft meiner Mutter zu danken. „Ich war am Anfang ziemlich skeptisch, ob es gut ist, ein Familienmitglied hier bei uns mit aufzunehmen“, gestand ich beim gemeinsamen Freitagabendessen. „Aber heute kann ich voller Stolz verkünden, dass meine Mutter absolut großartig ist. Sie hat mit ihrer mütterlich-hausfraulichen Erfahrung fürs Erste unsere Pie-Produktion und damit eine wesentliche Erlösquelle unserer Estate gerettet. Ganz lieben Dank.“ Die Community stimmte in meinen Toast auf meine Mutter mit ein, die vor lauter Freude und Stolz einen richtig roten Kopf bekommen hatte.

„Ich bin solche Lobpreisungen nicht gewohnt“, antwortete sie schließlich und lachte. „Erst recht nicht von Walter.“ Dann wurde sie wieder etwas ernster. „Ihr alle auf Durran Farm habt mich trotz unseres großen Altersunterschiedes willkommen geheißen und in Eurer Mitte aufgenommen. Ihr habt meinem Leben für seinen dritten Lebensabschnitt einen neuen Sinn gegeben und Greta schenkt mir so viel Liebe, wie ich es in meinem Leben nicht mehr erwartet hätte. Das Leben und Arbeiten in dieser Community fordert viel Toleranz und Solidarität. Meinen Beitrag hierzu leiste ich gerne.“ Sie hob ihr Glas und schaute einmal über die ganze versammelte Gesellschaft. „Ich trinke auf unser aller Wohl.“

Ekatarina blieb drei Wochen im Raigmore Hospital, bevor John sie wieder nach Hause holte. „Tut mir leid“, sagte sie bei ihrer Rückkehr zu Mary und mir. „Aber der Arzt und die Chef-Hebamme im Krankenhaus haben mir sehr präzise Vorgaben mitgegeben, damit ich meine beiden Babys wenigstens noch sechs Wochen in meinem Bauch ausbrüten kann. Ich möchte wenigstens die dreißigste Woche erreichen, dann haben die beiden gute Chancen.“

Somit blieb Ekatarina in den kommenden Wochen sehr passiv, lag viel im Bett oder saß in einem sehr bequemen Stuhl, las ununterbrochen ein Buch nach dem anderen und hörte mit Kopfhörern Musik. „Ich habe die klassische Musik entdeckt“, gestand sie uns bei einem Besuch in ihrem Haus. „Ich wusste nicht, dass es so viel schöne Klaviermusik gibt.“ Sie lächelte. „John hat mir versprochen, dass er mir ein Klavier schenkt, wenn ich unsere Zwillinge schließlich zur Welt gebracht habe.“

„Und wie willst Du dann das Klavierspielen lernen?“ fragte Mary erstaunt. „Hier gibt es im Umkreis von 60 Meilen garantiert keinen Klavierlehrer.“

„Du glaubst gar nicht, was es mittlerweile für phantastische Möglichkeiten gibt, ein Instrument durch Online-Unterricht zu erlernen. Und dann muss man üben und regelmäßig Onlinestunden nehmen. Der Unterricht geht wie eine Videokonferenz, hat mir John erklärt.“

„Neue Zeiten“, stellte ich auf unserem Rückweg zum Farmhaus fest. „Online Klavierunterricht. Ich bin gespannt, ob Ekatarina dies mit ihrer neuen Kinderschar und ihrer Rückkehr in die Backstube wirklich macht.“

Ekatarina musste Ende Februar wieder ins Raigmore Hospital, wo man mit einer Reihe von medizinischen Maßnahmen und intensiver Überwachung die Geburt ihrer Zwillinge noch um zwei Wochen hinauszögerte. Unser guter John war in dieser Zeit ein echtes Nervenwrack und mietete sich für die entscheidenden Tage bei einem Freund in Inverness ein. Zum täglichen Pendeln war der Weg von Durran Farm zu weit. Dann, am 9. März, brachte Ekatarina als Frühgeburt zwei kleine, aber gesunde Jungen zur Welt, die jeder mehr als vier Pfund auf die Waage brachten und eine gute Lebensprognose hatten.

Dass dieses wunderbare Ereignis von einem neuen Krieg überschattet wurde, beeinträchtigte die Freude unserer Community über die Geburt von Victor und Nikolas nicht im Geringsten. „Ich hoffe, die drei anderen Schwangerschaften auf Durran enden genauso erfolgreich“, kommentierte Mary zugleich nachdenklich und hoffnungsvoll, während sie mit einer Hand über ihren eigenen, jetzt deutlich sichtbaren Bauch strich. „Unter normalen Umständen haben wir ja noch ein paar Wochen Zeit.“

Überhaupt hatten der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran am 28. Februar und die überraschend massive Antwort des Iran mittels allumfassender Raketen- und Dronenangriffe viele Diskussionen zwischen uns ausgelöst. In einer Hinsicht waren sich insbesondere die Community-Mitglieder mit Army-Vergangenheit einig. „Dies unmögliche Mensch im Weißen Haus lässt nichts unversucht, von seinen persönlichen Fehlern und Handlungen in der Vergangenheit abzulenken“, stellte Andrew mit Verachtung fest. „Ausgerechnet ein Feigling, der sich mit fadenscheinigen Attesten um seinen eigenen Kriegsdienst in Vietnam gedrückt hat, spielt jetzt den großen Feldherren. Ich finde das unerträglich.“

Andrew war von dieser Kriegsentwicklung im Mittleren Osten mental am meisten beeindruckt. Er hatte, genauso wie Mary, beide Kriege im Irak und in Afghanistan mitgemacht, letzteres sogar auf zwei ausführlichen Touren. Er und Malcom, der sich aber weniger beeindruckt zeigte, hatten beide insgesamt drei Touren im Irak und in Afghanistan absolviert und ihre persönlichen Wunden an Körper und Seele mitgebracht. So saßen unsere vier Army-Veteranen seit Kriegsbeginn jeden Abend zusammen und diskutierten ausführlich die Kriegsnachrichten und Internet-Videos.

„Was mich am meisten irritiert“, gestand Malcolm irgendwann. „Ich bin mir bei keiner Meldung und keinem Foto oder Video mehr sicher, ob dieses korrekt oder Fake beziehungsweise künstlich manipuliert ist.“

„Der Nebel des Krieges ist ein anderer geworden“, stimmten die anderen drei mit ihm überein. „Nur eines ist nach meinen Erfahrungen gerade im Irak sicher. Es wird gelogen und manipuliert, dass sich die Balken biegen.“

Ansonsten vergrub sich Andrew entweder im Schlachthaus und assistierte seiner Ludmilla oder in seinen Gewächshäusern. Seine Hochbeete und seine Tomaten wuchsen prächtig, nur seine Hydroponicsbecken arbeiteten aus seiner Sicht nicht so gut, wie er sich das vorstellte. Trotz einer Vielzahl von Videocalls mit seinen Beratern von der Universität im holländischen Wageningen und seinem Hydroponics-Lieferanten wuchsen die Salate, blättrigen Gemüse und Kräuter langsamer und kleiner, als er sich das vorgestellt hatte. „Ich glaube, die müssen uns mal besuchen und unsere Verhältnisse persönlich vor Ort studieren“, erklärte er mir Anfang März. „Jedenfalls habe ich mit meinem Vorschlag erreicht, dass Dr. Marion van Pelt und Dr. Jan Drakenshorst nächste Woche hierher kommen. Ich hole sie am Montag, den 16. vom Flughafen in Inverness ab. Sie kommen mit dem KLM-Direktflug aus Amsterdam.”

„Wie lange soll der Besuch dauern?” war Marys präzise Frage. Irgendwie mussten wir die Unterbringungsfrage lösen.

„Zwei volle Arbeitstage. Sie fliegen am Donnerstag wieder zurück.”

Die beiden erstaunlich jungen Wissenschaftler der berühmten niederländischen Agraruniversität waren erfreulich unkompliziert und anpassungsfähig. Dabei stellte sich bei ihrer Ankunft heraus, dass wir uns viel zu viele Gedanken um die Unterbringung gemacht hatten. „Wir sind ein Paar und leben seit ein paar Jahren zusammen“, reagierte Jan auf unser Betten- und Unterbringungsangebot. „Euer Gästezimmer im Farmhaus ist wunderbar für uns.“ Er lachte laut und anziehend fröhlich auf. „Und das Bett ist für uns beide lang genug, das ist das Wichtigste.“ In der Tat war Jan fast zwei Meter hoch und auch Marion war mit mehr als 1,80 Metern von überragender Länge.

Nach zwei langen Arbeitstagen für alle saßen wir Mittwochabends noch mit unseren holländischen Gästen bei Wein und Bier zusammen. Andrew und Ludmilla hatten sich bereits zu ihren Kindern in ihr eigenes Zuhause zurückgezogen, als Marion urplötzlich und ohne Scheu eine ganz direkte Frage stellte: „Wir haben mitbekommen, dass ihr euer Schlafzimmer zu dritt teilt. Und beide Frauen sind sichtbar schwanger. Die ganze Farm hier wirkt unglaublich friedlich und harmonisch. Was ist das für eine Community hier? So etwas wie eine Sekte mit freier Liebe und so?“

Mary und ich lachten als Antwort zunächst laut los. „So haben wir uns noch nie betrachtet“, antwortete Mary schließlich. „Nein, eine Sekte sind wir wahrhaftig nicht. Aber wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, die alle mehr oder weniger traumatische Erlebnisse hinter sich haben und nach Wegen gesucht haben, diese für sich zu überwinden und zu verarbeiten.“

„Was meinst Du mit ‚traumatischen Erlebnissen‘?“ Jetzt war auch Jans Neugierde geweckt.

„Ist eine sehr große Spannbreite. Hier leben vier Army-Veteranen, die alle im Irak und in Afghanistan die schlimmen Seiten vom Krieg erlebt haben. Andere Traumata sind Konkurs, Scheidung, Verrat durch Lebenspartner und so weiter. Dazu die Flucht von zwei ukrainischen Müttern mit ihren Töchtern vor den angreifenden russischen Truppen, Eine wirklich bunte Mischung.“

„Puh“, atmeten unsere beiden Gäste tief durch. „Das sind wahrhaftig wilde Erlebnisse.“

„Genau. Und darum sind in unserer kleinen, Schritt für Schritt gewachsenen Gemeinschaft auch die Liebesbeziehungen freier und unkonventioneller“, fügte ich hinzu. „Hier kann jeder beziehungsweise jede entscheiden, was, wann und wie er oder sie will. Wir haben hier Hetero-Paare, die teilweise sogar miteinander verheiratet sind. Dazu kommen lesbische Liebesbeziehungen, zwei echte MFF-Dreier-Beziehungen, aber auch eine als unberührbare Single lebende Frau.“

„Stark“, antworteten Marion und Jan im Chor. „Wir haben noch nie eine solche Community beobachtet oder erlebt.“

„Das ist der Vorteil unserer Alleinlage hier in den Highlands. Wir stören niemanden und es stört sich niemand an uns. Für die Bewohner unserer Nachbar-Estates sind wir ein ganz normales Völkchen. Ein bisschen exotisch, aber für jeden sichtbar hart arbeitend.“

„Und unsere Pies und unser Wildfleisch werden überall geliebt“, fügte Mary hinzu.

Marion schaute kurz zu ihrem Partner und drehte sich dann wieder uns zu. „Und wer möchte mit uns den Abend lustvoll beenden? Wir hätten beide sehr viel Lust.“

Das war in der Tat eine unverhoffte und sehr direkte Einladung. Die erste Antwort kam von unserer kleinen Litauerin. „Ich finde das sehr anziehend und verführerisch. Aber mir geht es seit ein paar Tagen nicht besonders gut.“ Sie strich sich dabei über ihren Bauch, um den Grund für ihren Rückzug deutlich zu machen.

Meine Mary hingegen war richtig aufgekratzt. „Mir dafür umso besser. Ich bin ohnehin seit Wochen ständig auf Strom, ich hätte Lust und kann auch.“

Das war ein klares Signal. Marja grinste schwach. „Ich setze mich in den großen Sessel und schaue euch zu. Ist bestimmt spannend.“

Eine Viertelstunde später hatten Jan und ich unsere Partnerinnen getauscht. Die Frauen hatten sich auf unserem großen King-Size-Bett Kopf an Kopf gegenüber auf allen Vieren positioniert, sodass sie sich gegenseitig küssen konnten. Jan und ich bearbeiteten unsere Liebespartnerinnen doggy-style, was den Vorteil hatte, dass wir uns auch gegenseitig zuschauen konnten. Es wurde in vergnüglicher und spritziger Vierer, der den beiden Frauen je zwei und uns Männern je einen kräftigen Orgasmus bescherte.

Erst spät am Abend trennten wir uns wieder in die normale Zimmeraufteilung. Jan legte mir beim Hinausgehen noch seine Hand auf die Schulter. „Das war wahrhaftig ein geiler Abend. Danke.“

Nachdem Andrew unsere beiden Besucher wieder zum Flughafen nach Inverness gebracht hatte, kam er noch einmal direkt zu mir. „Unsere Hydroponicsanlage habe ich jetzt im Griff. Ich denke, dass wir ab Mai deutlich größere und bessere Salate auf dem Tisch haben werden, dazu werden wir auch die Produktion von Frühlingszwiebeln ausprobieren, wofür mir die beiden nach ihrer Rückkehr das Saatgut zuschicken werden.“ Andrew holte tief Luft. Die Hochbeete und die Tomaten in den Polytunneln haben die Prüfung der Experten bestanden, da können wir ungestört weitermachen.“

„Dann hat sich der Besuch ja gelohnt.“ Ich schaute Andrew betont freundlich und aufmunternd an. „Du wirst noch unser Gartenbau-Papst.“

Andrew lachte herzhaft. „Gerne. Und wenn wir unser jetziges Hydroponics richtig auf Touren gebracht haben, müssen wir über eine Erweiterung nachdenken. Wir könnten mit den frischen Salaten genauso gut wie mit den Pies und dem Wildfleisch richtig gutes Geld verdienen.“

„Dann schauen wir mal“, wiegelte ich zunächst freundlich ab. Insgeheim machte ich aber bereits im Kopf eine Investitions- und Wirtschaftlichkeitsberechnung, aber das entscheidende Problem war die Investitionsfinanzierung. Wir hatten keinen weiteren Wald mit Sturmschäden mehr auf der Verkaufsliste. Und mit Banken wollte ich unter keinen Umständen über eine solche Kapazitätserweiterung verhandeln.

Nachwort: Mit dieser zehnten Teilgeschichte ist der Echtzeitroman „Die einsame Highland Farm“ wieder in der jetzigen Tagesaktualität angekommen. Ich möchte bereits an dieser Stelle ankündigen, dass mit der nächsten Folge im Sommer 2026, die als Höhepunkt die drei neugeborenen Bewohner der Durran Estate hat, der erste Band dieses Romans fertig ist und zeitgleich mit der elften Folge in kompletter Form als E-Book und als Taschenbuch bei Amazon erscheinen wird.

Aber meine lieben Leser und Freunde der einsamen Highland Farm können unbesorgt sein. Mir selbst bereitet dieses als Fortsetzungsroman in Echtzeit entstehende Werk so viel Spaß, dass es weiter fortgesetzt wird. Ich weiß nicht, wann, wie und wo diese Geschichte enden wird. Das muss die Zukunft erst bringen. Und da ich keinen DeLorean besitze und leider auch nicht Dr. Emmett Brown kenne, kann ich nicht in die Zukunft reisen.



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