Liebe auf Umwegen (fm:Romantisch, 17543 Wörter) | ||
| Autor: Mr_Empire | ||
| Veröffentlicht: Jun 23 2026 | Gesehen / Gelesen: 143 / 91 [64%] | Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen) |
| Hat eine Liebe eine Chance wenn Sie ihn liebt, aber er Gay ist? | ||
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Kaum hat er das realisiert, rollen die Erinnerungen an den Streit, an seine Entscheidung, wie eine Welle über ihn hinweg. Sein Herz klopft schneller, während ihn eine Mischung aus Angst vor dem Neuanfang und einem leisen Hoffnungsschimmer bedrängt. Zweifel nagen an ihm: Bin ich wirklich bereit, alles hinter mir zu lassen? Habe ich gestern übertrieben oder ist das der richtige Weg für mich? Seine Unsicherheit macht sich körperlich bemerkbar – Björns Hände zittern leicht und er spürt einen kalten Schweißfilm auf seiner Stirn, als er versucht, sich zu sammeln.
Björn steht auf, streift sich etwas über und geht langsam in Richtung Küche. Der bittere Duft des Kaffees hängt schwer in der Luft, während draußen der Regen im gleichmäßigen Rhythmus gegen die Scheiben prasselt. Das fahle Morgenlicht fällt durch das Fenster und taucht den Raum in ein blasses Grau. Nadja sitzt zusammengesackt am Tisch, die Hände fest um eine Tasse Kaffee gekrallt, ihr Gesicht verquollen, die Augen rot und müde. Sie spielt fahrig mit dem Löffel in ihrer Tasse als Björn eintritt. Für einen Moment verharrt er in der Tür, fährt sich nervös durch das Haar und blickt auf die Szene vor sich. Nadja hebt langsam den Blick, ihre Stimme bricht leise durch das Schweigen. „Es tut mir leid“, flüstert sie, noch bevor er etwas sagen kann. Björn spürt einen kurzen Stich Mitleid, aber auch Wut, die in ihm brodelt. Er antwortet – leise, aber bestimmt, während er die Hände in die Taschen schiebt: „Das hilft mir jetzt auch nicht weiter, Nadja.“ Die Worte wirken kalt, doch sie spiegeln seine Erschöpfung wider. Nadja ringt um Fassung, ihr Blick wandert hilflos durch die Küche, während die Regenstreifen am Fenster verlaufen. „Björn, bitte, ich liebe dich.“ Ihre Stimme zittert, Tränen laufen über ihre Wangen. Björn sieht, wie Nadja ihre Tasse noch fester umklammert und er fühlt die Zerrissenheit in sich: Ein Teil seiner selbst will ihr glauben, hofft, dass Liebe allein genügen könnte, doch die Erfahrungen der letzten Wochen und Monate schreien das Gegenteil.
E betrachtet Nadja wie sie vor ihm sitzt – verletzlich, völlig aufgelöst, die Hände um die Tasse geklammert. In seinem Inneren tobt ein Sturm: Er spürt Mitleid und gleichzeitig eine tiefe Erschöpfung, als hätte er all das nicht schon unzählige Male durchlebt. Einen Moment lang hadert er mit sich, fragt sich, ob es einen anderen Weg geben könnte. Doch sofort steigen Erinnerungen an alte Verletzungen in ihm auf, die immer wieder zwischen ihnen standen. Er weiß, wie nach einer Versöhnung stets die Enttäuschung folgte und er fragt sich, ob er je wieder echtes Vertrauen fassen könnte – selbst wenn Nadja sich von Grund auf ändern wollte. Björn meidet Nadjas Blick, seine Hände zittern leicht, während er nach Worten ringt. „Nadja, ich...“, setzt er an, doch seine Stimme versagt kurz. Er atmet tief durch und spricht leise weiter: „Ich glaube einfach nicht daran, dass sich zwischen uns wirklich etwas ändern würde. Vielleicht klappt es ein paar Tage, vielleicht auch etwas länger, aber am Ende stehen wir wieder an genau diesem Punkt. Ich kann das nicht mehr. Ich will nicht mehr warten bis alles von vorne losgeht.“ Während er spricht, merkt er, wie sich sein Brustkorb schmerzlich zusammenzieht – er sehnt sich nach einem Ausweg aus dieser Sackgasse, nach Luft zum Atmen. Nadja schluchzt leise, ihre Schultern zucken. „Aber wir könnten es doch versuchen, Björn! Bitte, gib uns noch eine Chance... Ich verspreche dir, ich werde alles tun, um dir zu zeigen, dass es sich lohnt.“ Ihre Stimme klingt brüchig, voller Hoffnung und Verzweiflung. In ihren Augen schimmern Tränen und Björn sieht darin nicht nur Hoffnung, sondern auch Angst vor dem Alleinsein. Er weiß in diesem Moment, dass er ihr diese Hoffnung diesmal nicht geben kann – zu sehr wiegt die Vergangenheit, zu groß ist die Unsicherheit, ob er ihr je wieder vertrauen könnte.
Björn presst die Lippen zusammen, sein Blick wandert zum Fenster hinaus, als könnte er dem Schmerz entkommen. „Nadja, ich kann dir nicht glauben... Deine beste Freundin würde dir immer ein Alibi geben, wenn du es brauchst.“ Während er das sagt, spürt er, wie seine Stimme zittert und er zwingt sich, ruhig zu bleiben. In seinem Innersten zieht sich alles zusammen: Die Bilder von vergangenen Lügen, von enttäuschtem Vertrauen, tauchen vor seinem inneren Auge auf. „Es tut mir leid, aber ich kann und will so nicht mehr weitermachen.“ Er meidet weiter Nadjas Blick, seine Finger trommeln nervös auf der Tischkante. Nadja beginnt stärker zu schluchzen, ihre Tränen laufen unaufhaltsam über ihr Gesicht. „Willst du wirklich alles hinschmeißen, Björn?“ Ihre Verzweiflung liegt förmlich in der Luft. „Ich liebe dich… Sicher habe ich Fehler gemacht, aber so schlimm waren die doch nicht, oder? Es muss doch einen Weg geben, das zu retten. Bitte – gib mir noch eine Chance.“ Ihre Hände zittern, während sie sich mit flehendem Blick an ihn wendet. In Björns Kopf rauschen die Gedanken: Soll er ihr noch einmal vertrauen? Wäre es überhaupt möglich, das alles zu vergessen? Doch die Kluft zwischen ihnen ist zu groß – voller Schuld und Enttäuschung. Die Worte, die er schließlich hervorbringt, sind schwer und ehrlich: „Sorry, Nadja, aber mein Entschluss steht fest. Ich glaube einfach nicht, dass du dich ändern kannst. Und ehrlich gesagt – ich will das auch gar nicht mehr. Ich habe mich in dich verliebt, so wie du bist. Aber wir passen einfach nicht zusammen, das merken wir doch beide.“ Während er spricht, spürt er, wie eine Mischung aus Traurigkeit und Erleichterung in ihm aufsteigt. Nadja senkt den Kopf, ihr ganzer Körper wirkt gebrochen, als wäre mit seinen Worten endgültig etwas kaputt gegangen.
Björn blickt Nadja an, während feines Morgenlicht durch die halb geöffneten Vorhänge fällt und Staubpartikel in der Luft tanzen lässt. Die Stille wirkt fast drückend, nur das leise Ticken der Uhr im Hintergrund und das entfernte Rauschen des Regens sind zu hören. „Du kannst hier bleiben, bis du eine eigene Wohnung hast… oder woanders unterkommst“, sagt Björn mit ruhiger, aber fester Stimme. Sein Blick wandert einen Moment zum Fenster, dann zurück zu Nadja. „Mehr wird nicht mehr gehen. Vielleicht können wir irgendwann freundschaftlich miteinander umgehen… aber das muss sich zeigen.“ Seine Worte wirken ernst und seine Entschlossenheit mischt sich mit einer spürbaren Traurigkeit. Ein schwacher Kaffeeduft liegt in der Luft, vermischt mit dem kalten Aroma des Regens, der draußen gegen die Scheiben prasselt.
Nadja sieht Björn an, Tränen laufen über ihre Wangen. Ihre Stimme bricht, als sie leise und fast flüsternd fragt: „Gibt’s denn wirklich keinen Weg mehr?“ Björn spürt, wie das letzte bisschen Mitgefühl in ihm verblasst – das Bedürfnis, einfach auf sich selbst zu achten, ist jetzt stärker. „Nein, Nadja… ich will, dass du so bald wie möglich ausziehst.“
Nadja stellt ihre Tasse ab, bewegt sich langsam Richtung Flur. Ihre Schritte wirken schwer, fast wie im Nebel, und das sanfte Geräusch des Türschlosses klingt in der Stille nach. Björn bleibt zurück, allein, und die Wohnung fühlt sich plötzlich größer an – die Geräusche von draußen dringen dumpf durch die Wände, während die Stille im Raum sich wie eine unsichtbare Decke über alles legt.
Björn nimmt sich eine Tasse Kaffee, setzt sich an den Tisch. Das Licht im Raum ist matt, die Schatten an den Wänden scheinen still zu stehen. Er fühlt die Leere in sich, fast bedrohlich. War das richtig? Können Menschen sich überhaupt ändern, wenn sie es versprechen? Die Zweifel kreisen, doch der Kater und die Müdigkeit machen es leicht, diese Gedanken einfach wegzuschieben. Aus dem Wohnzimmer hört er Nadja leise telefonieren - „Hallo Marion … nein, es … Björn glaubt … ich war bei dir … doch auch … kann ich … danke Marion“ - und das Geräusch, als sie ihre Tasche packt. Nach einer Weile erscheint sie wieder in der Küche, wirkt unsicher. „Ist es okay, wenn ich meine Sachen abhole, sobald ich eine Wohnung habe?“ fragt sie vorsichtig, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ich bleib solange bei Marion. Ich nehme nur das Nötigste mit wie Klamotten und so.“ Björn nickt. „Ja… das ist in Ordnung. Deine Sachen können bis zum Auszug hier bleiben.“ Die Abschiedsworte hängen schwer im Raum, als Nadja ihn noch einmal ansieht. „Björn… denk nochmal nach, bitte. Ich lieb dich wirklich. Du weißt, wo du mich findest.“
Dann verlässt sie die Wohnung – das leise Schnappen der Tür klingt fast wie ein Schlussakkord. Björn bleibt allein zurück, umgeben von Kaffeeduft, schwachem Licht, dem Ticken der Uhr und seinen Gedanken. Ein letzter Gedanke bleibt: Mach es gut, Nadja. Und plötzlich ist er allein – mit seinen Entscheidungen, seinen Zweifeln und der Hoffnung, dass die Zukunft irgendwann leichter wird.
Mit jedem Tag, den Nadja fern ist und ihre Dinge aus der gemeinsamen Wohnung verschwinden, fühlt sich die Leere, die Björn bleibt, auf seltsame Weise vertraut an. Die Wochen ziehen vorbei, träge und voller kleiner Momente, in denen Björn sich neu entdecken will. Er stürzt sich ins Nachtleben, zunächst ziellos, dann immer bewusster – Discos, Bars, manchmal treibt es ihn in die Schwulenszene, wo die Musik lauter und die Blicke unverhohlener sind. In den Bars dröhnt die Musik so laut, dass Björn das Vibrieren in seiner Brust spürt. Der Geruch von verschüttetem Bier vermischt sich mit dem süßen Parfüm der Gäste, während draußen Regen gegen die Fenster prasselt. Ein paar Bekanntschaften entstehen, flüchtig, manchmal bleibt es bei einer netten Nacht, selten bei mehr. Aber in all diesen Begegnungen sucht Björn nicht nur Ablenkung, sondern auch ein neues Gefühl von Zugehörigkeit und Freiheit. Oft fragt er sich, ob er wirklich auf dem richtigen Weg ist oder ob er nur vor sich selbst davonläuft.
Wieder steht Björn an der Theke, das kühle Bier in der Hand. Die Musik vibrierte durch den Raum, bunte Lichter spiegelten sich auf den verschwitzten Gesichtern der Tänzer, während er das Glas fest umfasst und mit den Augen über die Tanzfläche gleitet. Die Luft ist schwer, vermischt mit Parfüm und dem Duft von Alkohol und die Energie der Bar pulsiert wie ein Herzschlag – alles scheint in Bewegung, nur Björn fühlt sich für einen Moment wie festgewachsen. Von seinem Platz aus kann er die Eingangstür sehen. Das ist ihm wichtig, irgendwie gibt es ihm das Gefühl, den Überblick zu behalten, vielleicht auch Kontrolle. Als die Tür aufschwingt, tritt ein junger Mann herein, knapp zwanzig, voller Unsicherheit und Neugier. Direkt dahinter eine Frau, etwas älter, deren Ausstrahlung Björn früher sofort fasziniert hätte. Sie trägt einen knallroten Schal, der sich lebhaft von ihrem ansonsten schlichten Outfit abhebt und wirkt nervös, als sie sich an die Theke stellt – ihre Finger spielen unruhig mit dem Stoff des Schals. Jetzt, da seine Perspektive sich verschoben hat, nimmt er sie nur noch als Teil des bunten Treibens wahr – eine fremde Frau in einer Schwulenbar. Ihre Anwesenheit irritiert ihn kurz, das Gefühl bleibt aber oberflächlich, die Frage, ob sie sich wohl verirrt hat, verliert schnell an Bedeutung. Er spürt, dass sich in ihm etwas verändert hat.
Björn dreht sich zurück zur Theke, nimmt einen Schluck Bier. Plötzlich spürt er eine vertraute Präsenz neben sich – Tom, mit dem er vor zwei Wochen eine intensive Nacht verbracht hat, steht neben ihm und begrüßt ihn herzlich mit einem sanften Kuss. Tom trägt ein auffälliges Tattoo am Handgelenk, das Björn sofort ins Auge fällt – feine Linien, die sich wie Wellen um den Arm legen und im bunten Licht der Bar fast zu tanzen scheinen. „Hey Björn, schön dich wieder zu sehen!“ Björn lächelt leicht, sucht nach den richtigen Worten. „Hey Tom, ja, die letzten Wochen waren irgendwie… turbulent.“ Tom lacht leise. „Kein Stress, Hauptsache du bist wieder hier.“
Björn atmet tief durch, die Musik dringt dumpf zu ihm durch. „Tom, die Nacht war echt schön – aber lass uns einfach schauen, was draus wird, okay?“ Ein ehrlicher Satz, der ihm leichter über die Lippen kommt, als er erwartet hatte. Tom nickt, doch Björn sieht, dass eine leise Enttäuschung in den Augen seines Gegenübers aufblitzt. „Dann sollten wir uns echt öfter treffen!“ schlägt Tom vor und Björn spürt, wie eine Unsicherheit in ihm aufsteigt – das Gefühl, jemanden nicht verletzen zu wollen. „Ja, ich meld mich bei dir“, sagt er beiläufig und merkt, dass diese Floskel eine Distanz schafft, die er gerade braucht.
In diesem Moment stellt sich die junge Frau mit dem roten Schal neben Björn und Tom. Tom wirft einen kurzen Blick auf sie und sagt: „Ich drehe mal eine Runde, bis später“, gibt Björn noch einen schnellen Kuss auf die Lippen und verschwindet in der Menge. Während er geht, blitzt das Tattoo noch einmal im Licht auf.
Björn blickt ihm nach, das Glas noch immer in der Hand. Warum fällt es mir so schwer, Tom ehrlich zu sagen, was ich fühle? Dass zwischen uns nicht mehr entstehen wird. Während die Musik ihn fast körperlich durchdringt und das Licht auf die Tanzenden fällt, fragt er sich, ob er überhaupt schon bereit ist für echte Nähe. Die Unsicherheit bleibt, doch in ihrem Schatten wächst langsam die Hoffnung, dass er sich selbst besser kennenlernen kann.
Er dreht sich ein wenig und sieht die junge Frau an – bereit, der nächsten Begegnung offen entgegenzutreten?
Die steht unsicher neben Björn, ihre Finger kreisen immer wieder am Rand des Glases, als wolle sie sich daran festhalten. Ihr Blick gleitet kurz über den Raum, verharrt dann auf dem Boden, bevor sie sich mit einem zaghaften Lächeln zu ihm wendet. „Hey… ähm, ich bin Jenny“, sagt sie, ihre Stimme klingt leise und unsicher – als hätte sie Angst vor dem Echo ihrer eigenen Worte.
Björn erwidert ihr Lächeln, spürt die Unsicherheit, die wie ein zarter Nebel zwischen ihnen aufsteigt. Er wirft einen kurzen Blick in die Menge, bevor er sich etwas näher zu Jenny beugt – seine Stimme wird automatisch leiser, fast vertraulich. „Hi, ich bin Björn. Darf ich fragen, warum du gerade in einer solchen Bar unterwegs bist?“ Seine Frage klingt behutsam, als wolle er ihr signalisieren, dass sie nichts zu befürchten hat.
Jenny zuckt leicht mit den Schultern, ein schüchternes Schmunzeln huscht über ihr Gesicht. Sie spielt nervös mit dem Glas, als würde sie darin etwas Bestimmtes suchen. „Meinst du, warum ich ausgerechnet in einer Schwulenbar bin?“ Ihr Ton ist zögerlich, fast entschuldigend. Die Leute starren sicher gleich – aber vielleicht ist das einfach nur meine Unsicherheit, denkt sie, und ihre Finger gleiten kurz zittrig am Glas entlang. „Ja, das ist vielleicht die merkwürdigste Frage, die man hätte stellen können“, murmelt sie, und ihre Wangen glühen ein wenig.
Björn lächelt aufmunternd, bemerkt, wie Jenny sich hinter ihrem Glas beinahe versteckt. Vielleicht sollte ich das Eis brechen. Sie wirkt so, als hätte sie Angst, etwas Falsches zu sagen. „Ja, das meine ich. Du bist halt eine Frau – und die sieht man hier eher selten“, sagt er, lehnt sich ein wenig vor und gibt seiner Stimme einen warmen Ton, um ihre Nervosität zu dämpfen.
Jenny grinst plötzlich, ihre Augenbrauen schnellen in die Höhe. „Ist dir das aufgefallen?“ Sie wirkt erleichtert, dass ein Hauch Leichtigkeit ins Gespräch kommt und ihr Lächeln wird breiter.
„Meinst du, ich bemerke nur Männern?“ Björn zwinkert ihr zu und die Stimmung wird lockerer.
Jenny lacht leise, schüttelt den Kopf und legt den Daumen für einen Moment auf das Glas, als wolle sie so ihre Unsicherheit wegdrücken. „Nein, natürlich nicht. Ich wollte dich nur ein bisschen aufziehen.“ Ich mag, dass er nicht gleich eingeschnappt ist – vielleicht kann ich einfach ehrlich sein.
Björn lehnt sich entspannter zurück. „Also, wie kommt’s, dass du heute ausgerechnet hier bist?“ Jetzt klingt seine Stimme offener, weniger vorsichtig und er schenkt Jenny echtes Interesse.
„Ich bin mit meinem Bruder David hier. Er hatte gerade sein Coming-out und hat sich nicht getraut, allein zu kommen. Da dachte ich, ich begleite ihn einfach.“ Für einen Moment sieht sie Björn direkt an, ihre Augen glänzen vor Stolz. David hat sich endlich getraut – ich hätte das früher nie von ihm erwartet. Irgendwie bewundere ich ihn dafür, dass er es schafft, so offen zu sein.
Björn nickt anerkennend. „Das ist echt ein guter Grund – ich finde es klasse, wie du deinen Bruder unterstützt.“ Seine Worte sind ehrlich und er merkt, wie Jenny aufatmet.
Jenny lächelt und streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Es ist nicht so die typische Bruder-Schwester-Geschichte. Normalerweise wäre ja der große Bruder für die kleine Schwester da – aber diesmal bin ich eben die Große.“ Sie schmunzelt, doch ihre Finger spielen weiter nervös mit dem Glas. Vielleicht ist das alles gar nicht so ungewöhnlich, wie ich immer dachte. Vielleicht gibt es gar kein richtig oder falsch.
Björn winkt ab und grinst. „Hey, ich hab das nicht böse gemeint – im Gegenteil, ich finde es wirklich stark, dass du so zu ihm stehst und ihn auch noch unterstützt.“
Jenny blickt kurz zur Seite und nimmt einen Schluck. „Schon gut, ich bin dir nicht böse. Eigentlich…“ Sie bricht ab, ihre Unsicherheit ist spürbar und ein Schatten von Zweifel huscht über ihr Gesicht.
Björn bemerkt ihre Zurückhaltung, aber das Gespräch verliert nicht an Wärme – beide wissen, dass es manchmal mehr braucht als Worte, um Vertrauen zu fassen. Er legt vorsichtig seine Hand auf ihren Arm – eine Geste, die mehr sagt als viele Worte. „Mach dir keinen Kopf“, sagt er leise, seine Stimme fast ein Flüstern. „Weißt du, viele Leute glauben an diese Klischees über Schwule – wie sie sich geben oder wie sie aussehen sollen. Aber ehrlich… ich kenne einen, der ist im Fußballverein und keiner würde je vermuten, dass er schwul ist. Jeder ist anders, das merkt man ja auch hier.“ Er lächelt Jenny an und für einen Moment weicht die Unsicherheit, macht Platz für gegenseitige Anerkennung.
Die Musik in der Bar wabert durch den Raum, ein wummernder Bass vermischt sich mit dem dumpfen Stimmengewirr und dem gelegentlichen Klirren von Gläsern. Über den Tresen zieht eine warme Lichtspur, die die Gesichter der Gäste in flackerndes Gold taucht, während irgendwo eine Zigarette verglimmt und der herbe Duft sich mit süßem Parfüm vermischt. Jenny sitzt da, ihren Blick auf das Glas gerichtet, das von ihren Fingerkuppen umschlossen wird, als wäre es ein Rettungsanker. Ihr Daumen fährt unablässig über den Rand, eine kleine, fahrige Bewegung, die ihre Nervosität verrät. Sie spürt, wie die Worte in ihrem Hals steckenbleiben, wie ein Knoten, der sich nur langsam löst. Ein dunkler Schatten huscht über ihr Gesicht, als sie einen letzten Rest Mut sammelt und Björn ansieht. Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Hauch, ein zitterndes Echo ihrer Unsicherheit: „Sorry… das war echt blöd von mir. Ich wollte dich nicht verletzen.“ Sekunden vergehen, die Luft zwischen ihnen prickelt und steht voller unausgesprochener Fragen.
Björn lehnt sich zurück, sein Blick streift die bunten Lichtflecken auf dem Tisch, dann wieder Jennys Gesicht. Er spürt, wie die Worte in ihm nachhallen. „Mach dir keinen Kopf, Jenny.“ Ein leises, aber ehrliches Lächeln blitzt auf, gefolgt von einem kurzen Schulterzucken. „Ich glaube, du musst das alles erstmal sortieren. Ist ja auch nicht ohne, so eine neue Welt, oder?“ Während er spricht, trommelt er unmerklich mit den Fingern auf den Tresen, als müsste er seine eigenen Gedanken ordnen. Für einen Moment lässt Björn die Stille stehen, die von der Musik und dem Stimmenchaos überlagert wird..
Jenny versucht ein Lächeln, doch es bleibt unsicher und flackert. Ihre Finger schlingen sich nervös ineinander und sie spielt mit einer Haarsträhne, die ihr ins Gesicht gefallen ist. Ihre Stimme ist ein zartes Flüstern: „Kann sein… vielleicht kannst du mir ein bisschen helfen?“ Sie sieht Björn an, macht eine kurze Pause, als müsste sie den Mut sortieren, den sie gerade aufbringt. Ihr Blick huscht kurz zur Seite.
Björn runzelt leicht die Stirn, neigt sich ein Stück vor und fixiert Jenny, als wolle er in ihrem Gesicht eine versteckte Botschaft entziffern. „Wie meinst du das? Dir ist doch klar…“ Er bricht ab, schnauft durch und lehnt sich zurück. Ein ironischer Zug huscht über seine Lippen, doch seine Augen bleiben weich. Die Pause zwischen ihnen ist voller Spannung, die Musik aus den Lautsprechern scheint für einen Moment leiser, als würde selbst die Bar lauschen.
Jenny schüttelt den Kopf, eine kleine, fast hilflose Geste, die mehr sagt als tausend Worte. „Nein, keine Sorge. Ich weiß, dass du auf Männer stehst – so wie David.“ Sie bemüht sich um ein schiefes Lächeln, das ihre Unsicherheit jedoch nicht ganz kaschieren kann. „Ich respektier das. Ist halt schade auf eine Art…“ Sie zieht die Schultern hoch und blickt Björn aus großen, fragenden Augen an, als hoffe sie auf einen Trost, den es gar nicht geben kann.
Björn grinst, doch das Grinsen ist sanft, fast nachdenklich. In seinen Augen liegt Wärme, aber auch eine Spur Melancholie, die nur aufblitzt. „Danke… aber sag mal, wie soll ich dir denn helfen? Ich bin ja kein Guru oder so.“ Seine Stimme ist ironisch, aber nicht kühl und während er spricht, fährt er sich durch das Haar, als müsse er sich selbst versichern, dass er wirklich so anders ist. Wäre leichter, wenn die Menschen einfach mal zuhören würden. Aber Jenny scheint ehrlich interessiert.
Jenny legt zögernd ihre Hand auf Björns, ihre Finger zittern leicht, als würde jede Berührung sie Überwindung kosten. „Du bist einfach… anders. Ich mag es, mit dir zu reden.“ Ihr Blick schweift für einen Moment ins Leere, dann zurück zu Björn. „Vielleicht, wenn wir uns öfter treffen – rein freundschaftlich – verstehe ich besser, wie das für dich und David ist. Was an den Vorurteilen stimmt und was nicht.“ Die Geräusche der Bar drängen sich heran – Gläser klirren, ein Lachen schallt herüber – und ihre Stimme scheint darin beinahe verloren. Doch sie hält den Blick, als wolle sie sich an ihm festhalten.
Björn schmunzelt, lehnt sich zurück und kreuzt die Arme locker vor der Brust. „Ich mag dich auch, Jenny. Es spricht nichts dagegen und vielleicht wird dann alles ein bisschen leichter für dich.“ Er zwinkert ihr zu, eine kleine, verspielte Geste, die die Atmosphäre auflockert. Die Bar wirkt plötzlich heller und lebendiger, Stimmen und Licht tanzen um die beiden wie ein Versprechen auf Normalität.
Jenny lacht, ein leiser, befreiender Ton, der für einen Moment die Unsicherheit vertreibt. Sie fährt sich durchs Haar und zwinkert. „Du bist wirklich anders als die Typen, die ich sonst so treffe. Schade, dass ihr immer dafür schwul sein müsst!“ Ihre Worte sind ironisch, aber liebevoll gemeint, ein Versuch, die Schwere aus dem Gespräch zu nehmen. „Hoffe, du nimmst mir das nicht übel.“
Björn lacht offen, seine Stimme klingt warm und herzlich. „Ach, Jenny, das wär doch echt ein schlechter Start für eine Freundschaft, wenn ich dir das übel nehme, oder?“ Er hebt das Glas, prostet ihr zu und sucht für einen Moment ihren Blick. „Und ich weiß ja, dass du noch ein paar Klischees im Kopf hast – aber das kriegen wir hin.“ Seine Augen blitzen auf, und während er das Glas zum Mund führt, denkt er: Vielleicht kann ich ihr wirklich zeigen, dass anders sein nichts mit Vorurteilen zu tun hat.
Jenny nickt, ein entschlossenes Glimmen in den Augen. „Danke, Björn. Und falls ich wieder so einen Aussetzer hab – sorry schon mal. Ich geb mir Mühe, die Klischees zu killen. Zumindest die, bei denen du mir das Gegenteil zeigen kannst.“ Sie schiebt das Glas ein Stück weg, als wolle sie ihre Unsicherheiten mit der Bewegung vertreiben. Er gibt mir das Gefühl, dass ich mich nicht verstecken muss. Vielleicht kann ich wirklich lernen, anders zu denken.
Björn grinst, legt die Hand auf Jennys Schulter und drückt sie sanft. „Deal. Ich geb dir Bedenkzeit und du versuchst, die Vorurteile abzubauen. Klingt fair, oder?“ Jenny beugt sich vor, gibt ihm einen schnellen, aber innigen Kuss auf die Wange – eine Geste, die mehr sagt als Worte. Der Moment fühlt sich vertraut an, fast wie zwischen alten Freunden und für einen Augenblick verschwinden die Unterschiede im warmen Licht der Bar.
„Abgemacht!“ Jennys Stimme klingt jetzt kräftiger, ihre Augen leuchten. In diesem Augenblick tritt David an die Bar, sein Gang leicht unsicher, als taste er die Atmosphäre ab. Sein Blick streift Jenny und Björn, ein Hauch von Erleichterung in seinen Zügen.
„Hey, Jenny – du suchst aber am falschen Ort!“ Davids Stimme ist neckisch und doch vorsichtig, als wolle er mit dem Scherz testen, ob wirklich alles okay ist. Er schiebt sich an den Tresen, die Hände in den Taschen vergraben, ein unsicheres Lächeln umspielt seine Lippen.
Jenny winkt ab, ihre Stimme jetzt spielerisch und voller Leben. „Keine Sorge, ich spann dir keinen Typen aus. Und ich weiß, dass ich hier eh keine Chance hab.“ Sie zwinkert David zu, das Licht fängt sich in ihren Augen. „Aber was machst du hier? Auf der Tanzfläche könntest du doch besser punkten. Oder bist du jetzt scharf auf Björn?“ Ihre Worte sind ein Versuch, die Stimmung wieder leichter zu machen, und in ihrem Inneren spürt sie, wie die Anspannung nachlässt. Es ist schön, ihn so zu sehen – endlich kann er einfach sein, wie er ist.
David schüttelt den Kopf, seine Hände bleiben in den Taschen, als schütze er sich vor dem Trubel der Bar. „Nee, keine Sorge. Ich hab genug für heute… reicht fürs erste Mal.“ Seine Stimme ist leise, fast erschöpft, und ein Funken Stolz blitzt in seinem Blick. Für einen Moment schweigt er, als überlege er, ob er noch etwas sagen sollte – doch die Erleichterung, es endlich gewagt zu haben, ist spürbar.
Jenny dreht sich zu Björn, ihr Blick offen, ein fragendes Funkeln darin. „Bist du sauer, wenn wir gehen?“ Das Licht in der Bar wird dunkler, Stimmen vermischen sich zu einem dichten Hintergrundrauschen, das die kleine Runde wie einen sicheren Hafen erscheinen lässt
Björn zuckt mit den Schultern, ein gelassenes Lächeln auf den Lippen. „Alles gut, Jenny. Klar, geh ruhig.“ Seine Stimme ist ruhig, voller Verständnis und er legt eine kurze Pause ein, bevor er sich von ihr verabschiedet.
David geht voraus, die Tür fällt ins Schloss und lässt einen kurzen Luftzug zurück, der den Bier- und Parfümduft aufwirbelt. Jenny und Björn stehen einen Moment in der warmen Bar, die Lichter flackern über ihre Gesichter, während der Rest der Welt in den Hintergrund tritt. Jenny zückt ihr Handy, sie tauschen Nummern aus, ihre Hände berühren sich flüchtig – ein kurzer Stromstoß, der durch Jennys Arm läuft. Ein letzter Blick, ein Lächeln – dann verschwindet Jenny in der Menge..
Die Bar ist jetzt voller, das Stimmengewirr wird lauter und Björn bestellt sich noch ein Bier. Das Glas ist kalt, ein angenehmes Gegengewicht zur warmen Luft. Plötzlich taucht Tom neben ihm auf, dessen Blick rastlos und forsch wirkt – die Augen wandern über die Gäste, dann zurück zu Björn. Man spürt, dass Tom etwas auf dem Herzen hat: Sein Hemd ist zerknittert, ein kleines Tattoo blitzt am Handgelenk hervor und eine nervöse Unruhe treibt ihn. „Sag mal, was war das grad? Ich dachte, du stehst auf Männer!“ Seine Stimme ist spitz, aber darunter liegt ein Hauch Unsicherheit, den Björn sofort spürt
Björn dreht sich zu Tom, hebt die Augenbrauen und sein Blick ist fest, aber nicht hart. „Was soll das? Darf man jetzt nicht mal mehr mit einer Frau reden?“ Seine Stimme ist rau und hart.
Tom schaut verlegen zur Seite, kratzt sich am Ohr, der Blick streift die Neonlichter an der Decke. „Klar… sorry. Aber ihr habt Nummern getauscht, und – mir fällt auf, du hast mir deine Nummer noch nicht gegeben.“ Jetzt klingt die Stimme brüchig und Björn erkennt die Eifersucht, aber auch die Verletzlichkeit dahinter. Das Licht der Bar wirft einen Schatten über sein Gesicht, der für einen Moment seine Unsicherheit betont.
Björn schüttelt den Kopf, nimmt einen tiefen Schluck, das Bier schmeckt plötzlich bitter. „Vergiss es, Tom. So läuft das nicht.“ Er lässt Tom stehen, sein Blick schweift über die Bar, wo das Leben pulsiert und die Gespräche im Hintergrund zu einem gedämpften Murmeln verschwimmen. Björn macht sich auf den Heimweg, ein warmes Gefühl im Bauch und so viele neue Gedanken im Kopf, dass er kaum weiß, wo er anfangen soll.
Seit zwei Monaten treffen sich Björn und Jenny regelmäßig. Ihre Freundschaft ist gewachsen, das Vertrauen tiefer geworden. Heute will Björn Jenny abholen – gemeinsam essen und ein Filmabend stehen auf dem Programm. Als Björn vor Jennys Haustür parkt, spürt er Vorfreude.
Nach dem dritten Klingeln springt die Tür auf. Björn tritt zögernd ein und ruft vorsichtig: „Jenny, bist du da?“
„Ja, komm rein, ich bin gleich fertig“, schallt es aus dem Bad zurück. Björn setzt sich ins Wohnzimmer, die vertraute Atmosphäre lässt ihn schmunzeln. Seine Gedanken schweifen zurück zu alten Zeiten, als er seine Ex-Freundinnen abgeholt hat, um gemeinsam auszugehen. Damals war vieles einfacher. Nie hat er seine Entscheidung bereut, aber manchmal fühlt sich alles noch seltsam neu an. Er merkt, wie in seiner Brust ein Ziehen entsteht, als würde seine Vergangenheit ihn festhalten und gleichzeitig vorwärts schieben. Die Erinnerungen sind so präsent, dass sie fast greifbar scheinen.
Er erinnert sich an die flüchtigen Begegnungen mit anderen Männern – aufregende Nächte, aber keine echte Beziehung. Die Unsicherheit bleibt, insbesondere, wenn er mit Jenny zusammen ist. Sie betritt das Wohnzimmer, dreht sich lächelnd um die eigene Achse. „Geht das klar so oder bring ich deinen Ruf als Schwuler in Gefahr?“, fragt sie augenzwinkernd.
Björn grinst und antwortet trocken: „Wenn ich dich mitnehme, denken alle, klar das er schwul ist, er bekommt ja nichts Besseres.“
Jenny lacht, stürzt sich auf ihn – ein spontaner Ringkampf beginnt. Die beiden ringen und kitzeln sich, ausgelassen wie zwei Kinder. Björn fühlt Jennys Berührungen und jedes Mal, wenn seine Hand aus Versehen ihre Brust streift, zuckt er innerlich zusammen. Ein Schreck fährt durch ihn, als wäre er plötzlich wieder der Junge, der sich nicht sicher ist, wohin er gehört. Ein bittersüßes Gefühl breitet sich in ihm aus, seine Vergangenheit mischt sich mit der Gegenwart. Nähe war früher einfach, jetzt ist sie kompliziert. Seine Gedanken wirbeln durcheinander. Einerseits genießt er Jennys Nähe, andererseits fürchtet er, etwas falsch zu machen und seine Rolle als Freund zu gefährden. Der Ringkampf verliert für ihn an Leichtigkeit und ein bitterer Nachgeschmack bleibt.
Als der Ringkampf zu Ende ist, gibt Björn auf – nicht weil er besiegt wurde, sondern weil er spürt, dass ihm die Kontrolle entgleitet. Er setzt sich schwer atmend neben Jenny. In seinem Inneren brodelt es. Ein Teil von ihm genießt die Nähe, ein anderer fühlt sich schuldig, fast wie ein Verräter an seiner eigenen Entscheidung. Seine Gedanken sind ein wildes Durcheinander aus Unsicherheit, Sehnsucht und Angst, Jenny zu verletzen. Die Vergangenheit, die Unsicherheit über seine Orientierung und die Angst, Jenny zu enttäuschen, stehen zwischen ihnen. Björn weiß, er muss sich wieder sammeln, bevor er zur nächsten Situation übergehen kann. Triumphierend setzt sich Jenny auf die Couch. „Ha, was bist du doch für ein Weichei, typisch Sch… “, beginnt Jenny lachend und merkt zu spät, was sie da eigentlich grade am sagen war.
Jenny merkt, dass sie im Überschwang eine Grenze überschritten hat und flüchtet sich aus dem Raum. Björn bleibt kurz sitzen, atmet tief durch, versucht, seine Gefühle zu ordnen. Dann folgt er ihr langsam durch die Wohnung.
Jenny sitzt auf dem Bett, die Knie angezogen, das Gesicht verborgen. Björn setzt sich zu ihr, legt beruhigend die Hand auf ihren Kopf. „Du hast es nicht böse gemeint“, sagt er leise.
Jenny blickt auf, Tränen im Gesicht. „Manchmal sage ich Sachen, die ich gar nicht so meine. Es tut mir leid.“
Björn hält sie fest. „Das gehört dazu. Du lernst ja noch.“
Jenny schlingt die Arme um ihn, sucht Trost. Für Björn ist es eine seltsame Mischung aus Nähe und Fremdheit – er fühlt Jennys Wärme, ihr Parfüm und fragt sich, wie weit er gehen darf. Er flüstert: „Ich bin ja da.“
Jenny lächelt schwach. „Schade, dass du nicht auf Frauen stehst – du bist echt was Besonderes.“
Björn stockt. Was soll er darauf erwidern? Nach kurzem Zögern sagt er: „Ich bin, wie ich bin.“ Seine Gedanken drehen sich im Kreis: Die Sehnsucht, einfach zu sein und die Klarheit, dass er seinen Weg gehen muss.
Jenny seufzt. „Alle guten Männer scheinen schwul zu sein.“
Björn lächelt, drückt ihr einen Kuss auf die Wange. „Du bist wunderbar, Jenny. Irgendwann findest du den einen Menschen.“
Jenny lehnt sich zurück und sieht Björn direkt an. Ein sanftes, fast scheues Lächeln umspielt ihre Lippen, während sie ihren Blick kurz auf seine Hände und dann wieder in seine Augen richtet. „Danke, du bist echt süß“, sagt sie leise, wobei ihre Stimme einen leicht zitternden Unterton hat. Während sie ihn ansieht, bemerkt Jenny, wie sich ihre Schultern langsam lockern und ein warmes Gefühl in ihrer Brust ausbreitet. Sie fühlt, wie das Chaos der letzten Minuten sich langsam legt und eine neue Ruhe einkehrt.
Björn grinst zurück, seine Augen funkeln – aber er verrät mit einem kurzen, verlegenen Kratzen am Kopf, dass ihn die Situation ebenfalls nicht ganz kalt lässt. „Na, meinst du, wir können noch essen gehen oder brauchst du zu lange, um deine Kriegsbemalung wieder aufzufrischen?“ fragt er, wobei er Jenny ein augenzwinkerndes Lächeln schenkt. Jenny lacht darauf – das Lachen klingt befreiend und sie schüttelt kurz den Kopf, spielt nervös mit ihrem Schlüsselbund und genießt den Moment zwischen ihnen.
Jenny spürt, wie die Anspannung langsam von ihr abfällt. „Gib mir ein paar Minuten – zum Essen schaffen wir's locker, fürs Kino wird’s heute wohl knapp!“, antwortet Jenny, diesmal ganz entspannt. Während sie spricht, streicht sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und wirft Björn einen offenen Blick zu.
„Kein Ding – dann gehen wir das nächste Mal ins Kino. Oder soll das heute unsere letzte Verabredung sein?“ Björn schaut sie an, sein Blick bleibt einen Moment länger auf Jennys Gesicht, in seinen Augen liegt ein ehrliches Versprechen.
Jenny wischt sich die letzte Träne aus dem Gesicht und hält den Blickkontakt. Sie spürt, wie ihr Herz erneut schneller schlägt – vor Aufregung, aber auch vor Freude. „Das hoffe ich doch nicht, Björn. Ich mag dich total und ohne dich wäre alles irgendwie weniger bunt.“ Während sie spricht, wird ihr klar, wie viel ihr seine Freundschaft bedeutet. Sie lächelt sanft und zieht die Knie ein wenig an sich heran.
„Das kann ich nur zurückgeben – ich würde dich auch wirklich vermissen, Jenny“, sagt Björn und spürt, wie ehrlich sein Gefühl ist. Er rutscht ein wenig näher, seine Hand streift unauffällig den Stoff von Jennys Ärmel, während er ihr einen warmen Blick schenkt.
„Dann ist ja gut.“ Jenny steht auf, gibt Björn einen sanften Kuss auf die Wange. Dann zwinkert sie ihm zu und sagt: „Ich verschwinde kurz – muss schließlich meine Kriegsbemalung auffrischen.“ Als sie das Zimmer verlässt, bleibt ihr Blick einen Moment länger an Björn hängen und ein kleines Lächeln tanzt auf ihren Lippen.
Rund eine Viertelstunde später kommt Jenny frisch und strahlend zurück. Gemeinsam gehen sie hinaus, steigen in Björns Wagen und fahren zu dem kleinen Restaurant, das Björn ausgesucht hat. Als sie eintreten, empfängt sie ein warmer Duft nach frischem Brot und würzigen Kräutern. Das Licht wirft goldene Flecken auf den Tisch und die gedämpfte Musik vermischt sich mit dem leisen Klirren von Gläsern. Draußen glitzert die Stadt im Abendlicht und als beide aus dem Auto steigen, spüren sie die frische Nachtluft auf ihrer Haut. Beim Essen unterhalten sie sich entspannt, lachen viel und lassen sich von der Atmosphäre treiben – Jenny genießt das weiche Polster der Bank, Björn lehnt sich zurück und beobachtet, wie Jenny ihre Fingerspitzen spielerisch am Rand ihres Glases entlanggleiten lässt. Gegen halb elf sind sie wieder bei Jenny. Die Verabschiedung ist herzlich: ein Kuss auf die Wange, ein Händedruck und ein langer, stiller Blick, in dem beide spüren, wie viel ihnen dieser Abend bedeutet. Björn steigt in seinen Wagen, startet den Motor und fährt los. Jenny bleibt in der Haustür stehen, nimmt einen tiefen Atemzug der kühlen Nacht und sieht ihm nach, bis er um die Ecke verschwunden ist.
Mit jedem Schritt die Treppe hinauf spürt Jenny, wie die Wärme des gerade verlebten Abends langsam von ihr abgleitet – wie Sonnenstrahlen, die mit dem letzten Licht des Tages auf den Flur fallen und dann verschwinden. In ihrem Inneren breitet sich eine stille, bittersüße Melancholie aus, während sie ihre Wohnung erreicht. Der Gedanke, wie kostbar ihr die Freundschaft zu Björn geworden ist, legt sich schwer und zugleich tröstlich auf ihr Herz. Sie fragt sich, ob diese Offenheit zwischen ihnen auch dann möglich wäre, wenn Björn nicht schwul wäre – ob die Leichtigkeit, mit der sie ihm ihre verborgenen Gedanken anvertraut, dann nicht von Erwartung und Angst überschattet wäre. Die Gewissheit, dass sie bei ihm sie selbst sein kann, ohne fürchten zu müssen, missverstanden oder ausgenutzt zu werden, erfüllt sie mit tiefer Geborgenheit. Für Jenny ist Björn mittlerweile zu einem Anker geworden, einem Menschen, dem sie Dinge gesteht, die selbst ihrer besten Freundin verborgen bleiben. Doch je deutlicher sie diese Nähe spürt, desto stärker wird auch das leise Ziehen in ihrer Brust: eine Sehnsucht nach mehr, die sie nicht recht benennen kann.
Während Jenny die Wohnungstür aufschließt, huscht ein leises Schmunzeln über ihr Gesicht, doch es bleibt wie ein kurzer Widerschein im Spiegel der Nacht. Sie weiß, wie prickelnd und verlockend es wäre, mit Björn eine Nacht zu teilen – doch gerade weil er schwul ist, kann sie sicher sein, dass ihr Wert für ihn nichts mit Äußerlichkeiten zu tun hat. Es ist diese paradoxe Sicherheit, die sie gleichermaßen froh und melancholisch stimmt: Nähe ohne Gefahr, Vertrautheit ohne Risiko. Immer wieder durchzuckt sie die Vorstellung einer gemeinsamen Nacht – flackernd und flüchtig wie ein Lichtschein im Dunkeln – doch viel wichtiger bleibt das Vertrauen, das Björn ihr schenkt. Seine ehrliche Zuneigung ist ihr Schutzraum, ein Ort, an dem sie sich zeigen darf, ohne Maske, ohne Angst. Gleichzeitig spürt Jenny aber auch, wie sie in diesem Schutzraum manchmal an die Grenzen ihrer eigenen Sehnsucht stößt, wie ihr Herz in der Stille der Wohnung leise pocht vor unerfülltem Wunsch.
Mit jedem Schritt ins Schlafzimmer verblasst die Wärme des Abends weiter – die heitere Nähe und das Lachen mit Björn weichen einer leisen, nachklingenden Traurigkeit. Jenny streift gedankenverloren über die frisch bezogene Bettwäsche, als wollte sie die letzten Reste des Glücks festhalten. Sie sinkt in das breite Bett, dessen Leere sich wie ein Schatten neben sie legt. Im Dunkel des Zimmers werden die Erinnerungen an Björns vertraute Stimme und das Gefühl von Geborgenheit zu einem fernen Echo. Die Stille breitet sich aus, hüllt Jenny ein wie ein sanftes Tuch – und darin liegt nicht nur Dankbarkeit, sondern auch eine kleine, stechende Enttäuschung, die wie ein Riss durch ihre Seele zieht. So schön der Abend war, denkt Jenny und blickt an die Zimmerdecke, manchmal fühlt sich die Einsamkeit so laut an, dass sie neben ihr zu liegen scheint.
In den nächsten zwei Wochen sehen sich Björn und Jenny zwar nicht, doch telefonieren sie fast jeden Abend miteinander – eine liebgewonnene Routine, bei der beide das Gefühl haben, dass ihnen etwas fehlen würde, sollte diese irgendwann wegfallen. Jenny merkt dabei immer deutlicher, wie ihre Gefühle für Björn sich verändern. Da ist ein Kribbeln, das sie nicht benennen kann – ist es Sehnsucht, Hoffnung oder die Angst, ihn eines Tages zu verlieren? Ihre Gedanken drehen sich immer häufiger um ihn und die Unsicherheit wächst. Doch eines weiß sie mit absoluter Sicherheit: Björns Freundschaft ist ihr kostbarster Schatz, den sie unter keinen Umständen missen möchte.
Gerade als Jenny sich entspannt zurücklehnen will, unterbricht das erneute Klingeln des Telefons ihre Gedanken. Mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen geht sie ins Wohnzimmer. Na, Björn, hast du noch was vergessen? Schnell nimmt sie den Hörer ab. „Ja, Björn?“, sagt sie fast ein wenig aufgeregt. „Entschuldige, dass ich es nur bin“, meldet sich jedoch ihre enge Freundin Saskia. „Entschuldigung angenommen“, lacht Jenny und fügt hinzu: „Hab gerade mit ihm gesprochen und dachte, er hätte was vergessen!“
„Sag mal, kann es sein, dass es dich erwischt hat?“, fragt Saskia Jenny und bleibt dabei ungewöhnlich ernst.„Ach Saskia, das will ich mal nicht hoffen. Ich hab dir ja erzählt, dass Björn sich nichts aus Frauen macht!“ seufzt Jenny. Während sie spricht, spürt sie, wie sich ein bittersüßer Druck in ihrer Brust breitmacht – ein Gefühl von Nähe, die niemals mehr sein kann als Freundschaft.
„Hm, stimmt, das hast du erwähnt und somit wäre es wohl vergebliche Liebesmüh.“ pflichtet ihr Saskia bei und bringt dabei einen nachdenklichen Ton in die Unterhaltung.
„Eben, aber solang ich seine Freundschaft halten kann, reicht mir das schon vollkommen.“ meint Jenny. Doch tief in ihrem Inneren spürt sie einen leisen Schmerz, der sie begleitet – die Sehnsucht nach mehr, die sie weder zulassen noch ignorieren kann.
„Ein wenig Enttäuschung hör ich da aber doch oder irre ich mich da?“ will Saskia von ihr wissen und trifft dabei Jennys Unsicherheit.
„Na ja, was soll ich sagen, die eine oder andere schöne Nacht könnte ich mir schon mit ihm vorstellen. Aber hätte ich da auch etwas Angst vor?“ erwidert Jenny.
„Angst, wieso denn das nun? Wie Du einen Kerl heiß machst und ins Bett kriegst weißt Du doch und was dann Sache ist doch auch“ meint Saskia leicht provozierend.
Doch Jenny spürt, dass diese Erfahrung diesmal anders wäre, sie fürchtet, dass sie am Ende mit gebrochenem Herzen dastehen könnte. „Du weißt doch, immer wieder hört man, dass gute Freundschaften in die Brüche gegangen sind, nachdem diese zusammen im Bett waren und das ist wiederum etwas, was ich ja überhaupt nicht möchte. Ich denke mal, es ist vielleicht sogar gut, dass Björn andersrum ist!“ erklärt Jenny Saskia und versucht, das Unbehagen in ihrem Inneren mit einem halbherzigen Lächeln zu überspielen.
„Hm, da ist zwar was dran, andererseits könnte das auch grade den Anfang einer Beziehung bedeuten. Ist schon verzwickt, die Lage bei euch“, meint Saskia darauf und lässt die beiden in einen Moment der Reflexion eintauchen.
„Eben, nur mal angenommen, ich würde ihn für eine Nacht rum bekommen, so könnte es in beide Richtungen gehen. Aber jetzt mal was anderes, warum hast du eigentlich angerufen oder hast du nur einfach so meine Nummer gewählt?“ erkundigt sich Jenny bei ihrer Freundin, froh über die Ablenkung.
„Ich wollte eigentlich fragen, ob du morgen schon was vorhast. Durch Björn sind unsere Streifzüge durch die Kneipen und Bars in letzter Zeit ja was weniger geworden!“ gesteht Saskia Jenny und erinnert dabei an früher, als sie gemeinsam bis zum Morgengrauen um die Häuser gezogen sind.
„Ja, das stimmt. Allerdings liegt das nicht nur an Björn!“, lacht Jenny und für einen Moment wird die Stimmung wieder leichter. „Also von mir aus können wir morgen gerne wieder die Stadt unsicher machen.“
„Klasse, du, da freu ich mich richtig drauf. Dann bis morgen. Uhrzeit wie immer?“ will Saskia noch von ihr wissen, während sie in Gedanken bereits Pläne schmiedet.„Ja klar, wie immer, bis morgen dann!“ Die beiden legen auf und Jenny geht ins Badezimmer, um sich endlich in die Wanne zu legen. Während sie im warmen Wasser versinkt, denkt sie über das Gespräch nach – und darüber, wie fragil und wertvoll die Freundschaft zu Björn für sie inzwischen geworden ist.
Pünktlich um acht Uhr abends klingelt Saskia am nächsten Tag bei Jenny. Die beiden Freundinnen begrüßen sich herzlich und mit einer spürbaren Vorfreude auf den gemeinsamen Abend. Saskia mustert Jenny mit einem breiten Lächeln. „Wow, heute willst du es wohl wissen, was?
„Wieso, so sehr hab ich mich doch gar nicht zurechtgemacht“, verteidigt sich Jenny, während sie gleichzeitig hofft, dass ihre Unsicherheit nicht zu deutlich wird. Ihr Herz schlägt etwas schneller – die Aufregung mischt sich mit einer unterschwelligen Nervosität, denn sie weiß, dass der Abend auch unerwartete Wendungen bringen könnte.
Saskia grinst und erwidert: „Ach nicht? Also, wenn ich dich nicht besser kennen würde, würde ich sagen, dass du diese Nacht wohl auf keinen Fall alleine verbringen willst.“
Jenny lächelt verlegen, wobeiJennys Wangen leicht rot anlaufen. „Ok, wenn sich was ergibt, vielleicht! Du hast dich ja auch total raus geputzt!
Mit einem verschmitzten Grinsen antwortet Saskia: „Ich denke schon, heute jemand kennenzulernen. Du weißt doch, manchmal brauche ich einfach ein Abenteuer abseits von Stefan.“
„Ja, ja, du und dein Spiel mit dem Feuer. Dass Stefan das noch nicht bemerkt hat, ist wirklich erstaunlich“, entgegnet Jenny und schüttelt leicht den Kopf. Sie denkt kurz darüber nach, wie schnell das Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Geheimnissen kippen kann.
„Vertrau mir, er weiß von nichts. Für ihn bin ich die absolut treue Freundin und bald Ehefrau. Aber bevor ich ihm wegen unserer Hochzeit vielleicht wirklich treu werde, möchte ich vorher noch ein paar Abenteuer erleben und mich austoben.“ Saskia spürt dabei, wie sie zwischen Rebellion und Verantwortung hin- und hergerissen ist. Ein kurzer Anflug von Zweifel blitzt in ihren Augen auf, bevor sie wieder entschlossen lächelt.
Vergnügt und voller Erwartungen machen sich die beiden auf den Weg. Nachdem Jenny das Auto in der Stadt geparkt hat, schlendern sie gemeinsam durch die belebten Straßen – das Licht der Laternen und das Stimmengewirr der vorbeiziehenden Passanten sorgen für eine lebendige Atmosphäre. Bald erreichen sie ihre erste Kneipe, in der sie traditionell ihre Runde beginnen. Beim Eintreten werden ihnen erwartungsvolle Blicke zugeworfen, was ihre Stimmung weiter hebt.
Die beiden lassen sich an einem der wenigen freien Tische nieder, bestellen sich ein Getränk und sind bester Laune, während sie gemütlich an ihren Gläsern nippen. Die Atmosphäre in der Kneipe ist entspannt und beide genießen den Moment. Jenny spürt, wie sich die Anspannung allmählich löst – ihre Sorgen treten in den Hintergrund, während das Lachen ihrer Freundin und die Musik im Hintergrund für Leichtigkeit sorgen. Nach etwa einer drei Viertelstunde bezahlen sie und verlassen die Kneipe. Draußen schlägt Saskia lachend einen Schaufensterbummel vor, doch Jenny bleibt etwas zurück und blickt in die dunkle Nacht. Gemütlich gehen sie die Straßen zu ihrem nächsten Ziel entlang. Nach ein paar Minuten stehen sie auf der anderen Straßenseite etwa 50 Meter entfernt gegenüber jener Schwulenbar, in der Jenny Björn kennengelernt hat. Jenny bleibt abrupt stehen – ein inneres Ziehen in der Brust lässt sie stocken. Einerseits spürt sie Erleichterung, nicht direkt mit Björn konfrontiert zu werden, andererseits macht sich Wehmut breit, als sie die Bar betrachtet und die Erinnerung an vergangene Momente sie einholt. Die Mischung aus Hoffnung und Traurigkeit lässt sie einen Moment lang inne halten, bevor sie sich langsam wieder fängt.
Saskia bemerkt Jennys plötzliche Unsicherheit und fragt: „Ist er heute hier, weißt du das?“
„Nein, keine Ahnung, was Björn heute Abend macht“, erwidert Jenny und beide bleiben noch einen Moment stehen. Jenny ringt mit ihren Gefühlen, während ihre Gedanken um Björn kreisen – die Sehnsucht nach Nähe, aber auch die Angst vor Enttäuschung sind plötzlich ganz deutlich zu spüren. Schließlich entscheidet sie, dass es besser ist, weiterzugehen, bevor die Unsicherheit überhand nimmt: „Ok, komm, lass uns weitergehen.“ Jenny dreht sich um, sie will nicht direkt an der Bar vorbei, sondern lieber einen kleinen Umweg gehen.
Saskia will sich ebenfalls gerade umdrehen, als ihr ein erstauntes: „Hallo, schöner Mann – und du bist wirklich schwul? Was für eine Verschwendung“ ans Ohr dringt. Sofort dreht sich Jenny wieder um und schaut noch einmal zur Eingangstüre der Schwulenbar.
Ihr Herz macht einen Sprung – vor der Tür stehen Björn und ein anderer Typ. Die beiden küssen sich leidenschaftlich. Ein stechender Schmerz durchfährt Jenny, als hätte jemand plötzlich das Licht in ihr gelöscht. Saskia blickt zu Jenny und merkt sofort, dass deren Stimmung auf Null ist. "Sag bloß, das ist Björn?", flüstert sie, fast schon vorsichtig. Während sie spricht, spielt Saskia leicht nervös mit ihrem Armband, ein typischer Reflex, wenn sie nicht weiß, wie sie helfen soll.
Jenny bekommt kein Wort heraus, ihr Blick ist leer, ihr Atmem stockt. Sie fühlt sich wie gelähmt, ihr Herz pocht wild und sie spürt einen Kloß im Hals, der sie am Sprechen hindert. Unbewusst wendet sie sich ein wenig von Saskia ab, als wollte sie sich vor der Welt verstecken. Saskia nimmt Jennys Hand, deren Finger kalt und feucht sind und zieht sie entschieden von der Stelle weg. Erst hinter der nächsten Ecke wird Saskia langsamer, schließlich bleiben sie stehen. Jenny wirkt blass und zittert . Saskia legt vorsichtig einen Arm um Jenny und zieht sie sanft zu sich – ihre Hand streichelt dabei beruhigend über Jennys Rücken. Nach einem Moment löst sie die Umarmung und sieht Jenny direkt an. "Alles okay bei dir?" Ein kurzer Blick in Jennys feuchte Augen reicht. "Verdammt, Süße, dich hat es ja wirklich voll erwischt."
"Ich... Ich kann nichts dafür, was mein Herz macht", flüstert Jenny, ihre Stimme bricht und sie schaut zur Seite, um Saskias Blick zu entgehen. Sie nestelt nervös an ihrem Jackenärmel, als würde sie darin Halt finden.
"Das weiß ich. Aber weiß Björn das auch?" Saskia schaut Jenny fragend an, ihre Finger spielen immer noch unruhig mit dem Armband.
"Nein, und das darf er nie erfahren", sagt Jenny schnell. Dabei verschränkt sie die Arme fest vor der Brust und blickt Saskia nur kurz an, bevor sie den Blick wieder abwendet.
"Warum nicht, Jenny?" Saskia bleibt dran, lehnt sich leicht zu Jenny und tippt unbewusst mit den Fingern gegen ihre Jeans.
"Muss ich das wirklich erklären? Wenn ich ihn nicht als Partner haben kann, will ich wenigstens nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzen. Deshalb darf Björn das nie erfahren, Saskia. Verstehst du?" Jenny spricht leise, ihre Stimme zittert und sie blickt dabei auf ihre eigenen Hände, die sich ineinander verkrampfen.
"Aber warum solltest du ihn deswegen als Freund verlieren? Wenn er nicht schwul wäre und es einfach so zwischen euch passiert, wäre die Gefahr viel größer, dass eure Freundschaft zerbricht. Glaubst du nicht?" Saskia versucht Jenny zu beruhigen, ihre Stimme sanft, während sie Jenny vorsichtig an der Schulter berührt.
"Ja, klar, das hört man ja immer wieder, dass eine Nacht alles zerstören kann. Trotzdem will ich nicht, dass Björn es erfährt. Bitte, versprich mir, dass du nichts machst." Jenny sieht Saskia fest an, ihre Augen flehen und sie drückt Saskias Hand wie ein Rettungsanker.
"Okay, okay, wenn du es so willst. Ich finde es zwar falsch, aber ich halte mich dran", verspricht Saskia und nickt dabei. Sie atmet tief durch und lächelt Jenny zaghaft zu, um ihr Mut zu machen.
"Danke, Saskia", sagt Jenny leise und drückt ihre Freundin kurz. Die beiden verweilen einen Moment – Jenny lehnt sich leicht gegen Saskia, sucht ihre Nähe, egal was die Leute um sie herum denken. Jenny löst sich, wischt sich schnell die Wangen, während Saskia vorsichtig fragt: "Und, sollen wir unsere Runde weitermachen oder lieber nicht?"
Saskia erwartet eigentlich das Gegenteil, doch Jenny sagt nach kurzem Zögern: "Von mir aus kann es weitergehen." Sie ringt sich ein Lächeln ab und lässt Saskia nicht los.
"Na dann, bevor der Abend vorbei ist", meint Saskia und versucht zu grinsen, auch wenn es ihr nicht ganz gelingt. "Okay, dann los", erwidert Jenny und beide machen sich wieder auf den Weg – Saskia schneidet eine ihrer typischen, aufmunternden Grimassen und Jenny atmet tief durch, als würde sie sich neu sammeln.
Sie erreichen ihr nächstes Ziel, den ersten Tanztempel, den sie an diesem Abend erkunden wollen. Nachdem der Eintritt bezahlt ist, eilen Saskia und Jenny zu den Toiletten, damit Jenny nach dem Vorfall ihr Make-up überprüfen und auffrischen kann. Sie wirft einen kurzen Blick in den Spiegel und fragt sich, ob man ihr die Enttäuschung von eben noch ansieht. In ihrem Inneren brodelt es. Die Unsicherheit, die sie gerade fühlt, mischt sich mit einem leisen Wunsch nach mehr – nach Nähe, nach jemandem, der ihre Gefühle erwidert. Kurz erinnert sie sich daran, wie sie und Saskia früher oft gemeinsam losgezogen sind und Saskia mit ihrer offenen Art immer schnell neue Leute kennengelernt hat, während Jenny sich meist zurückhielt.
Wenige Minuten später verlassen sie die Toilette wieder und beginnen eine erste Runde durch die verschiedenen Säle. Die Atmosphäre gefällt ihnen, besonders Saskia ist begeistert von der Vielfalt der Gästen – zahlreiche attraktive Männer sind anwesend und sorgen für einen lebendigen Abend.
Kurz darauf suchen Saskia und Jenny einen freien Platz an einer der Theken, bestellen Drinks und lassen sich von der Musik treiben. Der Rhythmus zieht sie schon nach wenigen Minuten auf die Tanzfläche. Sie bewegen sich voller Energie und Ausstrahlung zur Musik. Während die Freundinnen tanzen, werden sie immer wieder von verschiedenen Männern umkreist, die sich in die Nähe wagen. Jenny fühlt sich plötzlich einsam, als sie Saskia beim Flirten beobachtet. Ein bittersüßer Schmerz zieht durch sie hindurch – sie wünscht sich Nähe, aber die Enttäuschung über den vorigen Moment hält sie zurück. Saskia, fest entschlossen, ihren Abend zu genießen, dreht sich bald zu einem der Männer um und tanzt eng mit ihm. Jenny hingegen achtet darauf, dass ihr niemand zu nahe kommt und bleibt lieber für sich.
Als Saskia sich schließlich einem Typen noch deutlicher zuwendet, beschließt Jenny, zur Theke zurück zu kehren. Sie informiert kurz ihre Freundin und zieht sich zurück. Während Jenny ihren Drink genießt, beobachtet sie das Treiben auf der Tanzfläche und fühlt sich für einen Moment von der bunten Szenerie abgelenkt. Dennoch bleibt das Gefühl, außen vor zu sein, wie ein Schatten in ihr zurück.
Von ihrem Platz an der Theke kann Jenny ihre Freundin und deren Tanzpartner weiter beobachten. Nach einigen Minuten kommen Saskia und der Typ Hand in Hand zurück. „Wir sind in einer knappen halben Stunde wieder zurück“, raunt Saskia Jenny ins Ohr, zwinkert ihr zu und verschwindet erneut. Jenny muss schmunzeln – sie kennt Saskias Vorhaben schon zu gut und weiß, dass sich diese jetzt ihre kleine Auszeit von Stefan gönnen wird. Jenny bestellt sich noch einen Drink, lässt den Blick schweifen und genießt für einen Moment die Freiheit – auch wenn sie sich innerlich nach Björn sehnt.
Es vergeht etwas mehr Zeit, bis Saskia wieder zu Jenny zurückkehrt. Ein Blick in Saskias Augen verrät Jenny sofort, dass ihre Freundin ihr Ziel erreicht hat. „Na, alles klar bei dir?“, fragt Saskia, dabei funkelt ihr ein schelmisches Grinsen entgegen.
„Ja, alles klar – bei dir ja offenbar auch!“, erwidert Jenny und kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Insgeheim wünscht sie sich, heute auch so unbeschwert sein zu können wie Saskia.
„War ganz ordentlich, aber bei weitem nicht der Beste, den ich hatte“, gibt Saskia dann offen zu.
Jenny lacht und schüttelt den Kopf: „Na, du bist heute echt auf Beutezug, was?“
Saskia wirft Jenny einen lasziven Blick zu. „Ich hab doch gesagt, dass ich heute Nacht richtig was erleben will!“
Beide müssen herzlich lachen. „Lass uns jetzt aber erst mal wieder unter die Tanzenden mischen“, schlägt Saskia vor. Jenny stimmt gerne zu und wenig später gleiten sie erneut auf die Tanzfläche. Wie die Motten ums Licht – so kommen Jenny die Männer vor, die sie und ihre Freundin sofort umkreisen. Saskia entscheidet sich wieder schnell für einen neuen Tanzpartner, während Jenny das Treiben beobachtet und sich fragt, ob sie heute Nacht noch einen Weg zu sich selbst findet – vielleicht, vielleicht auch nicht.
Während die beiden tanzen spürt Jenny plötzlich, wie zwei kräftige Hände sie an ihrer Taille greifen. Für einen Wimpernschlag friert die Welt um sie herum ein – sie spürt, wie sie sanft, aber bestimmt nach hinten gezogen wird. Noch bevor sie sich gegen diesen übergriffigen Fremden wehren kann, wirbelt sie herum, bereit, dem Kerl ihre Meinung entgegen zu schleudern. Doch als ihr Blick in das Gesicht ihres Gegenübers fällt, bleibt ihr die Luft weg. Ihre Knie werden weich, als hätten sie sich in geschmolzene Butter verwandelt. Es ist Björn. Ausgerechnet er. Ihr Herz überschlägt sich – eine wilde Mischung aus Schreck, Freude und Hoffnung flammt in ihr auf.
„Hallo, schöne Frau“, flüstert Björn mit einem verschmitzten Lächeln und drückt sie noch ein wenig fester an sich. Für einen Moment scheint die Zeit den Atem anzuhalten. Jenny spürt den Herzschlag in ihrer Brust und ist gleichermaßen überwältigt wie verunsichert. Ihre Gedanken tanzen wie Motten um eine Kerzenflamme – so nah, dass sie sich verbrennen könnte.
Sie fängt sich langsam wieder, ringt um Fassung und schaut ihn lachend an – doch in ihrem Lächeln liegt auch ein Hauch von Unsicherheit. „Oh, hallo, hübscher Mann.“ Kurz hält sie inne, sucht nach Worten. „Was... was machst du denn hier? Und musst du dich so anschleichen?“ Während sie spricht, spielt sie verlegen mit einer Haarsträhne, ihre Stimme klingt wärmer, als sie es beabsichtigt hatte – doch ihr Blick verrät ihre Freude über sein unerwartetes Auftauchen.
Björn grinst frech, seine Augen funkeln im schummrigen Licht. Er beugt sich ein wenig vor, als wolle er ein Geheimnis verraten. „Nun, ich wollte eine umwerfend schöne Frau aufreißen und vielleicht sogar verführen.“ Er zwinkert, doch in seinem Tonfall schwingt ein Hauch von Ironie mit – als wolle er testen, wie weit er gehen darf.
Jenny lacht, doch ihre Unsicherheit bleibt. „Ach Björn, hör auf, mich immer so auf den Arm zu nehmen“, sagt sie und stößt ihn leicht an die Schulter, ihre Stimme klingt neckisch, aber ihre Augen suchen nach einer Antwort. „Komm schon, was machst du wirklich hier?“
Einen Moment lang sieht er sie nachdenklich an, dann zuckt er mit den Schultern. „Warum soll ich nicht auch mal hier reinkommen und meinen Spaß haben? Nur weil ich manchmal in andere Bars gehe, muss ich mich doch nicht nur an Schwulenbars festhalten, oder?“ Seine Worte hängen einen Moment in der Luft, als wolle er abwarten, wie Jenny darauf reagiert.
Jenny ist kurz sprachlos. Um sie herum brandet das Leben weiter, Musik und Lachen, doch in ihrem Kopf rauscht es. „Nein, natürlich hast du Recht“, sagt sie schließlich leise, ein zaghaftes Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Ich hatte nur nicht mit dir gerechnet... aber ich freue mich, dich hier zu sehen.“ Sie nimmt seinen Arm und zieht ihn sanft in Richtung Theke. „Komm, lass uns was trinken.“ Im Hintergrund verschmelzen die bunten Lichter der Tanzfläche zu einem unscharfen Kaleidoskop, während sie nebeneinander durch die Menge gleiten.
Bevor sie ankommen, dreht sich Jenny noch einmal um, entdeckt Saskia auf der Tanzfläche, eng an einen Fremden geschmiegt. Sie winkt ihrer Freundin zu, gibt ihr mit einem kurzen Kopfnicken Bescheid, während Saskia – ein Hauch von Überraschung in den Augen – sofort den Tanz beendet. Mit schwungvollen Schritten folgt sie den beiden, der Klang ihrer Absätze mischt sich mit dem Beat der Musik. An der Theke angekommen, mustert sie Björn neugierig, fährt sich durch die Haare, als wolle sie einen Moment sammeln. „Du bist also der berühmte Björn“, sagt sie, ihre Stimme schwingt leicht, ein Lächeln umspielt ihre Lippen. „Freut mich, dich endlich kennenzulernen, ich bin Saskia, Jennys Freundin.“
Björn runzelt kurz die Stirn, wirft erst Jenny, dann Saskia einen verwirrten Blick zu. „Berühmt?“, fragt er, als wüsste er nicht, ob er lachen oder sich geschmeichelt fühlen soll.
Saskia sieht Jenny an, ihr Grinsen wird breiter. „War nicht böse gemeint...“, sagt sie, wobei sie die Worte sanft betont. „Jenny hat einfach schon viel von dir erzählt.“ In dem kurzen Blick, den die beiden Frauen wechseln, mischt sich Vertrautheit mit unausgesprochenem Verstehen. Jenny fühlt, wie ihre Wangen leicht glühen, sie spürt die Wärme von Björns Nähe, aber auch einen Anflug von Unsicherheit – wie viel sie von ihren Gefühlen preisgeben will.
„So, so, hast du das...“, stichelt Björn in Jennys Richtung, legt dabei spielerisch einen Arm um ihre Hüfte und zieht sie sanft an sich. Jenny spürt seinen Atem an ihrem Haar, ihr Herz schlägt schneller, ein bittersüßer Schmerz mischt sich mit dem aufkeimenden Glück. Sie seufzt leise, lässt sich an ihn sinken, auch wenn sie ahnt, dass dieses Glück vielleicht nur ein flüchtiger Moment sein wird.
„Hey!“, ruft Jenny lachend, ihre Stimme überschlägt sich fast vor gespielter Empörung, „was denkst du denn von mir? Natürlich habe ich nur deine schlimmsten Seiten hervorgehoben.“ Während sie spricht, lehnt sie sich noch ein wenig enger an Björn – halb im Scherz, halb aus einem tiefen Bedürfnis nach Nähe, das sie nicht ganz unterdrücken kann. Ihre Augen suchen kurz den Blick von Saskia, als könnte sie dort Trost oder Bestätigung finden.
Saskia beobachtet die beiden, fühlt sich plötzlich wie eine Seiltänzerin über einem Abgrund aus Sehnsüchten und unausgesprochenen Versprechen. Sie erkennt, wie Jennys Augen vor Glück leuchten, wie jede Geste, jede Berührung von Björn für ihre Freundin wie ein Tropfen Wasser in der Wüste ist. Gleichzeitig erinnert sie sich an ihr eigenes Versprechen: Sie darf nichts unternehmen, Jenny nicht drängen, sie nicht verkuppeln – selbst wenn sie meint zu spüren, dass zwischen den beiden mehr liegt als nur Freundschaft. Ein Moment voller Spannung, der in der Luft hängt wie der Blitz vor dem Donner.
Doch als sie sieht, wie Jennys Augen von Glück und Hoffnung strahlen, sticht es Saskia ins Herz. Ein Teil von ihr will ihre Freundin beschützen, der andere will ihr dieses kleine Glück nicht nehmen, auch wenn es nur von kurzer Dauer sein sollte. Doch Björn bleibt – er macht keine Anstalten, sich zurück zu ziehen oder den Moment zu zerstören. Im Gegenteil, er hält Jenny weiterhin im Arm, so selbstverständlich, als gehöre sie genau dorthin.
Nach einer Weile lehnt sich Saskia zu Björn rüber, ihre Stimme ist sanft, fast verschwörerisch. „Darf ich dir Jenny mal kurz entführen?“ fragt sie, ein leichtes Zögern in der Stimme. Jenny nickt und folgt ihr, beide verschwinden Richtung Toiletten. Dort angekommen, fällt für einen Moment die Atmosphäre des Tanzschuppens ab, das Dröhnen der Musik klingt nur noch gedämpft durch die Wände. Das Licht ist grell, die Spiegel beschlagen leicht vom feuchten Atem der Tänzerinnen.
Saskia stellt sich vor einen Spiegel, tupft sich das Make-up, ihr Blick sucht den von Jenny im Spiegel. Die Sekunden dehnen sich, bevor Saskia leise sagt: „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich wetten, dass du Chancen bei Björn hast. Im Gegenteil – ich glaube, er würde nur zu gern mit dir...“ Sie lässt die Worte unvollendet, die Luft zwischen ihnen flirrt.
Jenny hält für einen Moment den Atem an, doch dann schüttelt sie kaum merklich den Kopf, ein Schatten legt sich über ihr Gesicht. Ihre Hoffnung, die eben noch wie ein zartes Pflänzchen aufblühte, wird vom eisigen Hauch der Realität fortgerissen. „Quatsch, Björn ist schwul, das hast du doch selbst gesehen. Für ihn ist es nichts Besonderes, auch mal eine Frau im Arm zu halten... Es ist einfach seine Art, mehr nicht.“ Ihre Stimme klingt leise, fast gebrochen. Sie spürt, wie ein innerer Knoten sich zuzieht, Traurigkeit kriecht langsam durch ihre Gedanken.
Saskia betrachtet Jenny einen Moment lang nachdenklich, dann fragt sie vorsichtig, als wolle sie die Hoffnung nicht ganz sterben lassen: „Bist du dir sicher, dass er nicht auch mal... na ja, in anderen Gewässern fischt?“ Ihre Stimme ist ein leises Hoffen, ein Versuch, Jenny einen Funken Zuversicht zurückzugeben.
Jenny blickt erschöpft auf, ihre Augen spiegeln den Schmerz einer Hoffnung, die immer wieder enttäuscht wurde. Sie seufzt schwer. „Sicher bin ich nicht... Aber, seit wir uns kennen, habe ich ihn nie mit einer Frau gesehen, nicht einmal andeutungsweise. Er macht da auch kein Geheimnis draus, dass er schwul ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich für ihn mehr sein könnte.“ Sie schluckt, eine Träne droht, über ihre Wange zu laufen, doch sie blinzelt sie tapfer fort und zwingt sich zu einem Lächeln. „Lass uns bitte über was anderes reden und wieder zu ihm zurückgehen.“ In ihrem Innersten wünscht sie sich nichts sehnlicher, als dass Björn sie eines Tages so sieht, wie sie ihn sieht – doch der Schmerz darüber, dass es vielleicht nie so sein wird, liegt wie Nebel auf ihrem Gemüt.
Gemeinsam verlassen sie den hellen Raum, tauchen wieder ein in die warme, flirrende Atmosphäre. Die Musik, die Stimmen, das Licht – alles wirkt für Jenny nun etwas ferner, als würde sie durch einen Schleier gehen.
Saskia und Jenny schlängeln sich durch das Gedränge zurück zur Theke. Björn steht noch immer dort, den Blick entspannt auf das bunte Treiben gerichtet. Jenny schiebt sich sofort wieder an seine Seite, ein Funkeln in ihren Augen – das Bedürfnis nach seiner Nähe ist beinahe greifbar. Saskia positioniert sich so, dass sie die beiden gut im Blick hat. Die Gespräche fließen wieder, lebendig und mit neuem Schwung. Björn legt wie selbstverständlich den Arm um Jenny, seine Geste ist locker, doch Jenny spürt jedes Detail, den Druck, die Wärme.
Plötzlich knistert es aus den Lautsprechern. Der DJ greift zum Mikrofon, seine Stimme schwingt durch den Raum: „Die bezaubernde Jenny sucht immer noch einen treuen, liebevollen Partner fürs Leben – aber keine Sorge, auch wenn sie gerade von mir umarmt wird, bin ich keine Gefahr. Ich stehe nicht auf Frauen.“ Ein knalliger Suchscheinwerfer leuchtet auf die drei. Jenny fühlt, wie der Fokus auf ihr liegt – und Björn grinst unschuldig. „Also Männer, traut euch! Für diese junge Frau wird sich doch jemand finden!“ Die Musik dröhnt weiter, der Scheinwerfer erlischt.
Jenny funkelt Björn an, ihre Stimme schneidet durch die Luft: „Sag mal, Björn, muss das sein? Ich kann mir durchaus selbst einen Typen suchen!“ Ihr Stolz blitzt auf, doch darunter brodelt Unsicherheit. Zudem hält der, den mein Herz ausgesucht hat, mich ja gerade in seinem Arm, überlegt sie stumm.
Björn zieht die Augenbrauen hoch, sein Grinsen unverkennbar: „Das weiß ich, aber ein bisschen Auswahl schadet doch nie, oder?“ Er zwinkert, als wolle er die Stimmung auflockern.
Jenny stößt ein ungläubiges Lachen aus: „Blöder Kerl! Wer sagt denn, dass ich überhaupt einen Mann suche? Vielleicht genieße ich mein Singleleben gerade.“ Ihr Ton ist trotzig – aber die Sehnsucht nach Bestätigung bleibt.
Björn wird ernst, seine Stimme weich: „Das mag sein, aber ich kenne dich inzwischen ziemlich gut. Du musst mir nichts vormachen, Jenny. Aber – falls ich dir auf die Füße getreten bin: Sorry.“ Das Verständnis in seinem Blick trifft sie unerwartet tief.
Jenny atmet durch, ihre Hände umklammern das Glas: „Schon gut. Aber mach das bitte nicht noch einmal.“ Sie lächelt gezwungen, der Moment ist angespannt, bis sie sich wieder fängt.
Björns Aufruf lockt tatsächlich einige Männer an – aber fast alle suchen nur ein Abenteuer für die Nacht. Jenny lässt alle abblitzen, doch innerlich wächst das Gefühl der Leere. Wie absurd, denkt sie, während sie von Björn umarmt wird – gerade er ist der Grund, dass ihr Herz wild schlägt. Schließlich erhebt sie sich, ihre Stimme verrät Entschlossenheit: „Ich hab keine Lust mehr. Kommt ihr mit oder bleibt ihr?“
Saskia erkennt sofort, wie ernst Jenny es meint – und entscheidet sich ohne Zögern: „Klar, ich fahr mit dir.“ Ihr Blick ist voller Loyalität.
Björn zögert einen Moment, wägt ab. „Eigentlich ist es noch früh, aber ich bin ja schuld an dem Trubel. Also – ich komm mit.“ Jenny spürt ein warmes Aufglühen in sich. Er hat sich für sie entschieden.
„Björn, ich will dich von nichts abhalten, wenn du noch hier bleiben willst, dann bleib. Wir sehen uns ja wieder und telefonieren auch wieder!“ sagt Jenny und hofft dennoch insgeheim, dass er mitkommen wird.
Mit diesem sanften Lächeln, welches Jenny schon vom ersten Moment an fasziniert hat und in das sie sich verliebt hat, sagt Björn dann: „Nein, ich komme mit, so ganz allein bzw. ohne eure charmante Begleitung macht es dann doch keinen richtigen Bock!“ Jenny lächelt ihn ebenfalls an und schon machen sich die Drei gemeinsam auf den Weg nach draußen und fahren zu Jennys Wohnung.
Als sie das Auto parkten, herrschte für einen Moment Stille. Jeder schien in Gedanken versunken, bis Saskia schließlich ihre Entscheidung traf. Beim Aussteigen verabschiedet sich Saskia dann plötzlich von den beiden mit der Begründung, dass sie doch müder sei, als sie zuerst angenommen hatte.
„Wenn es wegen mir ist, dann geh du mit hoch und ich ruf mir ein Taxi und fahr zu mir“, erwidert darauf Björn.
„Quatsch, du bleibst, ich bin wirklich nur müde, aber ich wünsche euch viel Spaß“, erklärt Saskia nun, bemüht gelassen.
„Man, das ist aber schade, komm aber gut nach Hause, ja“, verabschiedet sich Jenny von Saskia, bevor diese zu ihrem Wagen geht und die beiden zusammen das Treppenhaus betreten und hoch zu Jennys Wohnung gehen.
Sie betreten die Wohnung und Björn folgt Jenny ins Wohnzimmer. Jenny bleibt einen Moment stehen, schaut Björn an und fragt schließlich, fast ein wenig schüchtern: „Und was machen wir beide nun noch?“ Ihre Stimme klingt unsicher, während in ihrem Inneren ein Sturm tobt. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch lassen sie nicht zur Ruhe kommen – ein Zustand, den sie eigentlich nicht mag, denn er gibt ihr das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Sie spürt, wie sich ihr Wunsch nach Nähe und ihrem Bedürfnis, Björn endlich zu zeigen, was sie für ihn empfindet, gegen die Angst stellt, ihn durch einen falschen Schritt zu verlieren. Immer wieder gehen ihr Gedanken durch den Kopf – was, wenn er sich zurückzieht, wenn sie zu direkt ist? Die Freundschaft zu Björn bedeutet ihr so viel, sie ist wie ein sicherer Hafen, in dem sie sich geborgen fühlt. Doch zugleich wächst der Drang, herauszufinden, ob ihre weibliche Ausstrahlung ihn tatsächlich so berührt, wie sie sich erhofft. Jenny ringt mit sich. Soll sie den nächsten Schritt wagen oder lieber die Sicherheit ihrer Freundschaft bewahren?
„Also auf Fernsehen habe ich keine Lust, nicht mit einer so tollen, jungen und attraktiven Frau, wie du eine bist“, antwortet Björn und lächelt Jenny an. In ihm arbeitet es: Er will ehrlich sein, aber weiß auch, dass seine Worte sie aufwühlen könnten. Björn empfindet Jennys Nähe als aufregend – sie bringt etwas in ihm zum Schwingen, das er längst vergessen glaubte. Ihre Anwesenheit ist für ihn keine Selbstverständlichkeit und ihre Unsicherheit berührt ihn auf eine ganz neue Weise.
Wie wild beginnt Jennys Herz zu pochen, als er das sagt. „Meinst du das ehrlich?“ fragt sie, in der Hoffnung, dass hinter Björns Worten tatsächlich mehr steckt. Ihre Unsicherheit vermischt sich noch stärker mit dem Wunsch, ihm näher zu kommen, gleichzeitig spürt sie, wie die Angst vor Ablehnung sie wieder zurückhält. Zugleich hofft sie, dass Björn ihre Gefühle erkennt, auch wenn sie sich nicht traut, es auszusprechen.
Björn, der sich bereits auf die Couch gesetzt hatte, steht wieder auf, geht zu Jenny und nimmt sie sanft in seine Arme. „Natürlich meine ich es ehrlich, warum sollte ich dir etwas vormachen?“ Die Nähe zu Jenny ist für ihn angenehm und zugleich verwirrend – sie löst in ihm Gefühle aus, mit denen er nicht gerechnet hatte.
„Nun, ich dachte nur, weil du …, ach vergiss es und danke für das Kompliment!“ erwidert Jenny schnell, denn sie merkt, wie sie wieder in bekannte Muster verfällt.
„Was dachtest du?“ hakt Björn nach.
„Nichts, vergiss es einfach bitte!“ windet sich Jenny und schaut verlegen zu Boden. Sie fühlt sich ertappt, ihre Angst vor Zurückweisung ist stärker als der Wunsch, offen zu sprechen. Die Unsicherheit nimmt Überhand – und sie fragt sich, ob Björn wirklich merkt, wie sehr sie gerade mit sich selbst kämpft.
„Nein, Jenny, so nicht! Verfällst du wieder in dein Klischeedenken? Nur weil ich mich für Männer interessiere, bin ich doch deshalb nicht blind. Wenn ich auf Frauen stehen würde, ich glaube, dann hätten wir eine heiße Nacht vor uns!“ Björns Aussage trifft Jenny wie ein Schlag.
Wenn er nicht schwul wäre, dann … verdammt Björn, ich liebe dich. „Bitte entschuldige mich kurz, ich möchte mir nur eben was bequemeres anziehen“, sagt Jenny und befreit sich aus seiner Umarmung. Während sie das Zimmer verlässt, spürt sie, wie schwer es ihr fällt, diese Gefühle nicht auszusprechen.
Während Jenny sich umzieht, sucht Björn eine CD aus und legt sie in die Anlage. Die Musik schafft eine neue Stimmung – und Björn nutzt die Zeit, um Jennys Verhalten zu reflektieren. Er fragt sich, warum ihre Worte ihn so tief berühren und warum er sich so sehr zu ihr hingezogen fühlt, obwohl er glaubt, seine Gefühle klar einordnen zu können. Die Unsicherheit zwischen den beiden ist greifbar, und Björn findet keinen klaren Weg, damit umzugehen. Dann erscheint Jenny wieder und schaut Björn lächelnd an.
„Lust zu tanzen?“ fragt Björn, und Jenny Lächeln wird noch wärmer
„Gerne!“, strahlt ihn Jenny sofort an. Da Björn etwas Ruhiges und Langsames ausgesucht hat, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als eng aneinander zu tanzen. Jenny weiß gar nicht so recht, wie ihr geschieht. Spielt er mit mir oder will er mich testen? Björn, was machst du mit mir? Ihr Herz pocht schneller und sie spürt, wie sie sich trotz ihrer Unsicherheit noch enger an ihn schmiegt. Soll ich ihm meine Gefühle zeigen? Was, wenn er mich zurückweist?
Björn spürt den festen Druck ihrer Brüste, wie sie sich während des Tanzens mal etwas fester, mal etwas leichter gegen seine Brust drücken. Ein vertrautes, aber zugleich befremdliches Gefühl breitet sich in ihm aus. Darf ich ihre Nähe genießen? Oder sollte ich mich zurückziehen? Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Erinnerungen an alte Zeiten blitzen auf – er denkt an die vielen Male, in denen er so mit einer seinen Ex-Freundinnen getanzt hat. Doch jetzt ist alles anders. Warum fühlt sich das plötzlich so richtig und zugleich so falsch an?
Doch jetzt und hier? Jennys Parfüm, welches immer noch betörend süßlich von ihrem Hals duftet, ihr warmer Körper, der sich so eng, so fest und dennoch zu sanft an ihn drückt! Habe ich wirklich mit meiner Vergangenheit abgeschlossen? Er spürt, dass Jennys Nähe ihn mehr verwirrt als ihm lieb ist. Soll ich ehrlich zu ihr sein oder einfach den Moment genießen?
Auch in Jenny fahren die Gefühle und Emotionen wie in einer Achterbahn auf und ab. Sie genießt seine Nähe, die Wärme seiner Hände und den Duft seines markanten Aftershaves. Warum kann ich ihm nicht einfach sagen, was ich fühle? Die Sehnsucht, ihm ihre Liebe zu gestehen, ist groß – doch die Angst hält sie davon ab.
Björn beendet den Tanz. „Ich glaube es wird Zeit für mich, ich sollte mich wohl besser auch langsam auf den Weg machen!“
„Aber wir sind doch gerade erst zurück, habe ich irgendwas falsch gemacht?“ erkundigt sich Jenny, während ihr Herz beim Gedanken an den Abschied schwerer wird. Bitte geh nicht, Björn. Warum ziehst du dich zurück?
„Nein natürlich nicht, denk nicht immer so negativ Jenny!“ sagt Björn sanft und streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Ich will dich nicht verletzen, aber ich weiß nicht, was ich tun soll.
„Aber wieso willst du dann gehen? Es ist gerade so schön mit dir zu tanzen und wenn du willst, kannst du auch gerne hier übernachten“, sagt Jenny und fügt nach einer kleinen Pause lasziv lächelnd hinzu: „Ich denke mal, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, dass du…?“ Jenny versucht mit einem Scherz die Atmosphäre zu lockern.
„Du kleines Luder“, grinst Björn breit. Soll ich auf ihr Angebot eingehen? Was erwartet sie von mir?
Auch Jenny muss nun breit grinsen. „Also bleibst du? Wir sind beide erwachsen, zudem machst du dir nichts aus Frauen, sodass du sogar neben mir in meinem Bett übernachten könntest, anstatt auf der Couch hier, wenn du magst.“
„Hm, als gute Freunde sollte man wirklich auch bei dem anderen übernachten können, ohne dass was geschieht, egal ob schwul oder nicht“, überlegt Björn mehr vor sich hin, als es zu Jenny zu sagen.
„Na siehst du, also besteht überhaupt kein Grund, dass du schon gehst. Ob du nun nachher hier auf der Couch oder neben mir in meinem Bett schläfst, das kannst du ja entscheiden. Aber bis dahin würde ich gerne einfach mit dir noch weiter tanzen!“ strahlt ihn Jenny an.
„Ok, ich bleibe noch etwas, aber ich verspreche nicht, dass ich auch aus diesem Grund hier übernachten werde. Ok?“ meint darauf Björn zu ihr.
„Ok, du brauchst wirklich nicht zu fahren, du kannst gerne hier übernachten. Aber es ist natürlich deine Entscheidung. Jetzt lass uns aber weiter tanzen“, meint Jenny darauf und schmiegt sich wieder eng an Björn an.
Ganz ruhig und langsam beginnen die beiden, sich wieder im Takt der Musik zu bewegen. Die Melodie schwebt zart durch den Raum, ihre Klänge vermischen sich mit dem leisen Schimmer des Lichtes, das durch den Vorhang fällt und sanft auf Jennys Haut schimmert. Sie tanzen noch eine ganze Weile, eng aneinander geschmiegt und beider Herzschlag scheint sich mit dem Rhythmus der Musik zu verbinden. Jenny spürt Björns Wärme durch die dünne Kleidung, nimmt den Duft seines Aftershaves wahr, der sich mit der frischen Luft im Wohnzimmer vermischt. Ihre Gedanken rasen. Soll ich ihm sagen, wie sehr ich ihn mag? Was, wenn er mich ablehnt – oder sich zurückzieht? Die Unsicherheit lässt ihren Puls schneller schlagen, ihre Hände zittern leicht, während sie sich an Björn festhält. Sie genießt das Gefühl der Geborgenheit und gleichzeitig kämpft sie gegen den Wunsch, ihm ihre Gefühle zu gestehen. Für einen Moment wird sie fast mutig, doch dann schweigen ihre Lippen und ihr Herz schlägt noch heftiger vor Nervosität.
„Ich finde auch, dass es ein wunderschöner Abend ist und ich freue mich, dass es dir genauso geht!“ erwidert Björn und streicht sanft über ihren Arm. Während er Jennys Haut berührt, spürt er, wie eine Unruhe in ihm aufsteigt. Sein Blick wandert durch den Raum, sieht die Schatten, die das flackernde Licht auf ihre Gesichter wirft. Dabei genießt er den Moment, aber eine innere Spannung bleibt, als hätte sich zwischen ihnen eine unsichtbare Wand aufgebaut.
„Oh ja, es ist einfach wunderbar, sich mal fallen lassen zu können und in den Armen eines starken Mannes den ganzen Alltagsstress zu vergessen. Ich wünschte, er würde nie vergehen, Björn!“ Jenny lehnt sich enger an ihn, genießt das sanfte Streicheln seiner Finger auf ihrer Haut, die von den goldenen Lichtreflexen noch wärmer wirkt. Das Wohnzimmer ist erfüllt von leiser Musik und dem Duft einiger entzündeter Kerzen. Fast hätte Jenny sich verplappert, fast wäre das Geständnis über ihre Lippen gekommen, doch die Unsicherheit hält sie zurück. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch werden zu einem wilden Schwarm und tief in ihrem Schoß kribbelt die Sehnsucht so intensiv, dass sie beinahe den Mut verliert, sich an ihn zu schmiegen.
Die beiden setzen sich auf das Sofa. Jenny fällt es immer schwerer, Björn ihre Gefühle nicht zu gestehen. In ihr wächst der Wunsch, zusammen mit Björn in ihr Bett zu gehen, ihn – wenn schon nichts passieren wird – zumindest dort zu wissen. Ihn zu beobachten, wie er im Licht der Nacht auf den Kissen liegt und vielleicht ruhig schläft. Während Björns Finger weiterhin sanft über ihren Arm gleiten, schließt Jenny die Augen. Sie konzentriert sich auf seinen Atem, der gleichmäßig und ruhig klingt, auf die sanften Klänge der Musik und das leise Knacken des alten Holzbodens. Ihre Gedanken wirbeln durcheinander: Sag ich es ihm, jetzt – oder schweige für immer? Sie spürt Björns Unsicherheit, die sich in seiner Berührung verbirgt und ahnt, dass auch seine Gedanken wild durcheinanderlaufen. Noch bevor sie sich entscheiden kann, überwältigt sie der Schlaf – ganz plötzlich, wie ein sanfter Nebel, der ihre Sorgen fortträgt. Björn merkt, wie Jennys Körper schwer in seinen Armen wird und ihr Atem ganz ruhig und entspannt ist.
Vorsichtig gleiten Björns Hände unter Jennys Nacken und Beine, während er bemüht ist, sie nicht aufzuwecken. Mit sanften Bewegungen trägt er sie durch die Wohnung und legt sie behutsam auf das große Bett. Für einen Moment verharrt er, sein Blick ruht auf Jennys entspanntem Gesicht. Soll er sie ausziehen? Gedanken wirbeln in seinem Kopf, ein Gefühl der Verantwortung mischt sich mit Unsicherheit. „Was macht diesen Moment so besonders für mich? Ist es die Angst, Jenny zu verletzen oder die Hoffnung, ihr Vertrauen zu spüren?“, fragt er sich. Er bemerkt, wie wichtig ihm ihr Wohlbefinden ist – viel mehr, als er es sich je hätte vorstellen können. Für einen Moment streicht Björn Jenny sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelt dabei unwillkürlich, in dieser Geste liegt seine ganze Zuneigung.
Er möchte ihr diesen Komfort schenken, doch die Situation ist neu und ungewohnt intim für ihn. Während er sich vorsichtig auf die Matratze setzt und beginnt, langsam die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, bemerkt Björn, wie seine Hände leicht zittern – ein untrügliches Zeichen seiner inneren Aufregung. Beim dritten Knopf, als sich der Stoff ein Stück öffnet und mehr von Jennys zartem Oberkörper sichtbar wird, breitet sich eine angenehme Wärme in ihm aus. Er fragt sich, ob es Jennys Nähe ist, die diese besondere Verbindung erzeugt, oder der Wunsch, ihr Vertrauen zu verdienen. Immer wieder wandert sein Blick zu ihrem Gesicht, um sicherzugehen, dass sie sich wohlfühlt. Die Bluse gibt nach und Stück für Stück wird mehr von ihrer Haut und ihren feinen Rundungen auf ihrem Brustkorb sichtbar. Jede Berührung ist getragen von Achtsamkeit und dem Bedürfnis, Jenny nicht zu verletzen. Am Ende braucht Björn über fünf Minuten, um die Bluse vollständig zu öffnen. Er atmet tief durch, spürt, wie die Mischung aus Fürsorge, Nervosität und Zuneigung sein Herz bewegen.
Noch während er sich innerlich zur Ruhe mahnt, gleitet sein Blick über Jennys Gesicht. Eine kleine Geste – ein leises Streicheln über ihre Wange – gibt seiner Zuneigung Ausdruck. In diesem Moment spürt Björn, dass nicht Unsicherheit, sondern ehrliche Wertschätzung und Fürsorge ihn leiten. Der Zauber der Intimität liegt in den kleinen Handlungen und Blicken, die zwischen ihnen unausgesprochen Raum einnehmen.
Vorsichtig nimmt Björn Jenny in den Arm, sein Herz pocht laut in seiner Brust, als wolle es die Stille durchbrechen. Er bemüht sich, sanft und achtsam zu sein. Doch als der Stoff schließlich von ihrer Schulter gleitet, spürt Jenny einen Lufthauch und lässt sich nichts anmerken, obwohl sie längst wieder wach ist. Ihre Lider bleiben geschlossen, ihre Atmung ruhig, als spiele sie dem Moment zuliebe weiter die Schlafende. Fass mich an, Björn … erlöse mich aus dieser Unsicherheit, befreie mich von allem, was mich zurückhält. Ich will dir so nah sein – näher als je zuvor. Doch ihre Worte bleiben unausgesprochen und tanzen stattdessen wild durch ihren Kopf. Sag es ihm, flüstert ein Gedanke. Nein, warte. Nicht jetzt …
Björn betrachtet die scheinbar Schlafende, sein Blick bleibt an der zarten Linie ihres Schlüsselbeins hängen, wandert weiter zu dem weißen Spitzen-BH, in dem sich Jennys Brüste im Rhythmus ihres Atems heben und senken. Für einen Moment hält die Welt den Atem an. Sanft legt er seine Hand auf ihren Bauch, spürt die Wärme ihrer Haut, ihren Herzschlag, den er unter seinen Fingern zu fühlen glaubt. Seine Hand gleitet tiefer, bis zum Bund ihrer Jeans und ein Schauer läuft ihm über den Rücken. In ihm tobt ein Sturm – Lust, Sehnsucht, Unsicherheit. Ich habe versprochen, mich nicht mehr hinzugeben. Nicht wieder so tief zu fühlen. Nicht nach damals, nicht nach dem Schmerz, den Nadja hinterlassen hat. Doch Jennys Nähe, ihr Vertrauen, ihr Duft – all das bricht durch seine Mauern. Sein innerer Widerstand gerät ins Wanken, während sein Verlangen sich Bahn bricht.
Die Unsicherheit in seinen Bewegungen spiegelt Jennys Anspannung wider. Ihr Herz rast, ihre Gedanken überschlagen sich – Trau dich, Jenny. Lass ihn wissen, was du fühlst! Doch das Schweigen bleibt. Björns Finger spielen am Bund ihrer Jeans, fahren auf und ab, verharren am Knopfloch. Er zögert, ringt innerlich, taucht einen Moment ab in die Erinnerung: der letzte Kuss, das leere Versprechen nach Nadja, dass nie wieder eine Frau so nah kommen darf. Jetzt ist da Jenny, mit ihrem offenen Lachen, ihrer Wärme, ihrer Verletzlichkeit – und zum ersten Mal seit langer Zeit spürt er, wie sich die Sehnsucht nach Nähe gegen die Angst behauptet. „Vielleicht will sie es gar nicht … vielleicht sollte ich sie einfach schlafen lassen. Die Spannung wächst, als er schließlich, mit einem kurzen, zögernden Atemzug, den Knopf öffnet. Ihre Nähe elektrisiert ihn, seine Hand zittert, ihr Atem wird schneller.
Jennys Herz pocht so heftig, dass sie glaubt, es würde bis in ihren Hals schlagen. Jeder Gedanke ist ein Blitz, Hoffnung und Unsicherheit wechseln hin und her. Ja, Björn ... jahaa. Ritsch. Mit zitternden Fingern zieht Björn den Zipp des Reißverschlusses langsam nach unten. Das leise Rascheln des Stoffes, das warme Licht auf Jennys Haut – alles scheint für einen Moment stillzustehen. Er greift die Jeans an den Seiten und schiebt sie behutsam, aber bestimmt hinab. Ohne dass Björn es merkt, hebt Jenny ihren Körper ein klein wenig an, um ihm zu helfen. Ihr Atem wird flach. Als das Kleidungsstück ihre Füße passiert, liegt Jenny schließlich nur noch in BH und Slip da, ihr Körper angespannt, voller Erwartung. Stille. Björn bleibt am Fußende stehen. Sein Blick wandert langsam von ihren Knöcheln über die langen Beine, den zarten Bogen ihrer Hüften und verweilt an ihrem Slip und verharrt. Der Anblick versetzt sein Innerstes in Aufruhr, sein Herz schlägt schneller, sein Atem stockt. Doch bevor sein Blick weiter nach oben gleiten kann, bleibt er an einem dunklen, feuchten Fleck über Jennys Zwickel hängen – ein sichtbares Zeichen ihrer Sehnsucht, das ihn für einen Moment sprachlos macht. Jenny spürt die Hitze in ihren Wangen. Im selben Augenblick öffnet sie, getrieben von Unsicherheit, ihre Augen einen winzigen Spalt, gerade so, dass sie Björns Gesicht sehen kann. Nichts geschieht.
Komm zu mir, Björn, bitte, fleht Jenny ihn stumm an, während sie ihn mit kaum geöffneten Augen beobachtet. Die Spannung zwischen ihnen ist greifbar, die Luft knistert, jeder Gedanke, jede Bewegung ein Drahtseilakt zwischen Hoffnung und Angst. Björn setzt sich langsam in Bewegung, umrundet das Bett mit vorsichtigen Schritten. Jennys Nacken prickelt, als sie den Luftzug seiner Bewegung spürt. Sie schließt schnell die Augen, spielt weiter die Schlafende, doch in ihrem Inneren tobt das Chaos. Björn beugt sich über sie, seine Hand verharrt für einen Moment an ihrem Brustkorb. Jennys Herz schlägt wild. Jetzt! Fiebernde Erwartung. Doch dann – ein sanftes Streicheln, eine Haarsträhne, die aus ihrem Gesicht gestrichen wird. Ein Kuss auf die Stirn. Jenny hält den Atem an. Nichts passiert. Alles in ihr schreit nach Nähe. Doch Björn richtet sich langsam auf und verlässt das Zimmer. Seine Schritte sind leise, aber schwer von innerer Anspannung.
Für einen Moment versteht Jenny nicht, was passiert ist. Ihr Körper bebt vor ungestillter Sehnsucht. In ihrer Vorstellung ist Björn bereits bei ihr, zieht sich aus, legt sich an ihre Seite, berührt sie, spendet ihr die ersehnte Nähe und Wärme. Doch die Realität bleibt aus – kein weiteres Geräusch, keine Bewegung im Raum. Enttäuschung und Schmerz breiten sich in ihr aus. Ein Kloß im Hals. Tränen bahnen sich ihren Weg über ihre Wangen, heiß und unaufhaltsam. Die Angst, dass Björn ihr Weinen bemerken könnte, lässt sie das Gesicht tief ins Kissen drücken. Sie hält sich krampfhaft an der Bettdecke fest. Ihre Sehnsucht nach seiner Nähe ist überwältigend, doch sie respektiert seine Entscheidung – auch wenn sich die Einsamkeit wie eine schwere Decke über sie legt.
Während Jenny im Dunkeln liegt und versucht, ihre Enttäuschung zu verbergen, denkt Björn auf der Couch über das Geschehene nach. Seine Gedanken rasen. Herzschlag in den Ohren. Jennys Nähe hallt in ihm nach. Für einen Moment scheint die Welt stillzustehen, als er Jennys Blick in Erinnerung ruft. Immer und immer wieder fragt er sich, was mit ihm los ist, warum ihn Jennys Nähe so tief berührt. Es ist mehr als Freundschaft, mehr als bloßes Verlangen. Der Schmerz und die Unsicherheit, die die Vergangenheit mit Nadja hinterlassen haben, kämpfen mit dem wachsenden Wunsch, Jenny näher zu kommen. Noch nicht einmal ein Jahr ist vergangen, seit er sich geschworen hat, keine Frau mehr so nah an sich heranzulassen. Trotzdem fühlt er, dass Jennys Wärme und ihre Verletzlichkeit etwas in ihm berühren, das er längst verloren glaubte. Erst als die Müdigkeit langsam über ihn kommt, werden seine Gedanken leiser. Björn sinkt erschöpft in den Schlaf – während Jenny auf der anderen Seite der Wohnung in ihr Kissen weint und beide sich nach der Nähe des anderen sehnen.
Der Duft von frischem Kaffee und das leise Klirren von Geschirr dringen an Björns Ohren, als er am nächsten Morgen langsam erwacht. Er richtet sich müde auf, streckt die Glieder und das Knacken seiner Gelenke erinnert ihn an die unbequeme Nacht auf der Couch. Der verlockende Geruch zieht ihn endgültig aus dem Halbschlaf, die Erinnerungen an die vergangene Nacht sind noch wie Schatten in seinen Gedanken, aber er schiebt sie beiseite und betritt mit ruhigem Schritt die Küche. Dort findet er Jenny, wie sie mit dem Rücken zu ihm am Küchentisch steht und Teller anordnet. Ihr Körper ist von einem leicht durchsichtigen Morgenmantel umhüllt, durch dessen Stoff ihr weißer Slip und die zarten Träger des BHs schimmern. Björn merkt, wie seine Gedanken zurück zu gestern Nacht treiben, als er am Fußende des Bettes Jennys Körper betrachtete und sein Verlangen in ihm erwachte. Doch er lässt sich nichts anmerken und bleibt einen Moment im Türrahmen stehen.
Jenny dreht sich um und entdeckt Björn. „Guten Morgen“, sagt sie mit einem sanften Lächeln. „Du bist schon wach?“ Ihre Stimme klingt weich und holt ihn zurück ins Jetzt.
Björn lächelt leicht und erwidert: „Der Kaffeeduft hat mich aus dem Schlaf gelockt – ich konnte einfach nicht widerstehen.“ Ihre Blicke treffen sich für einen Moment und das Knistern zwischen ihnen ist wieder fast greifbar.
Jenny denkt einen Augenblick enttäuscht: Ach, Björn, es hätte so wunderbar sein können diese Nacht. Björn löst den Blickkontakt, tritt an den gedeckten Tisch und nimmt Platz. Jenny schenkt Kaffee ein und setzt sich ihm gegenüber. Für einen Moment schweigen beide und konzentrieren sich auf das Frühstück, während die Stimmung zwischen ihnen von zarter Spannung getragen wird.
Mit leiser Stimme fragt Björn: „Hast du gut geschlafen?“ Er bemüht sich, die Unsicherheit in seiner Stimme zu überspielen und doch klingt seine Frage eher nach echtem Interesse als nach Smalltalk.
Jenny lächelt sanft. „Ja, danke. Und du?“ Ihre Worte sind leise, doch in ihrem Blick liegt Wärme.
„Ich will mich nicht beschweren, den Umständen entsprechend“, antwortet Björn und zuckt mit den Schultern. Seine Worte schweben für einen Moment zwischen ihnen, als ob sie sich nicht trauen, das eigentliche Thema anzusprechen, das in der Luft liegt.
„Du hast es dir ja selbst ausgesucht … ich hatte dir angeboten, bei mir im Bett zu schlafen.“ Jenny schaut ihm direkt in die Augen und reicht ihm eine Scheibe Brot. Ihre Hände berühren sich dabei zufällig und ein elektrisches Knistern durchströmt beide. Doch anstatt darüber zu sprechen, schweigen sie. Jenny lenkt das Gespräch sanft: „Hast du heute was vor?“
„Mal sehen, ich habe noch nichts geplant“, erwidert Björn. Sein Blick wandert von Jennys Gesicht langsam abwärts, bleibt an dem durchscheinenden Stoff ihres Morgenmantels und dem weißen Spitzen-BH hängen. Mit jedem Moment scheint die Spannung unterschwellig zu wachsen, als würde die Luft im Raum mit Erwartung aufgeladen. Doch Björn bemüht sich, nicht zu direkt zu wirken und lenkt seinen Blick wieder auf den Tisch. Auch weil sein kleiner Freund aufzuwachen droht.
Björn betrachtet Jenny stumm. Seine Augen wandern immer wieder zu ihr, als könne er nicht anders. Wie sie ihr Brot abbeißt, wie ihre Lippen sich um die Kaffeetasse schmiegen, wenn sie einen Schluck nimmt. Ihr Lachen klingt hell, ihren Kopf wirft sie nach hinten, die blonden Haare tanzen im Licht. Ihre Brüste heben und senken sich mit jedem Atemzug, gebändigt von dem verführerischen BH, der seine Gedanken immer wieder zu ihr zurück lenkt.
Björn spürt ein Ziehen in der Brust. Er weiß nicht, was er sagen oder tun soll. Unsicherheit macht sich breit – ist es nur körperliche Anziehung, was ihn zu ihr hinzieht, oder steckt da mehr dahinter? Er erinnert sich an die letzte Nacht, an die Nähe und plötzlich fühlt er sich wie ein Schüler, ertappt beim Spannen.
Die beiden sind längst fertig mit dem Frühstück und reden nur noch, das Essen vergessen. Jenny bemerkt, dass Björns Blick immer wieder zu ihr zurückkehrt, vor allem zu ihrer Brust. Plötzlich wird ihr heiß und kalt zugleich. Sie fragt sich, ob er wirklich Interesse an ihr hat oder ob es ihm unangenehm ist, sie so vor sich sitzen zu sehen – im durchsichtigen Morgenmantel, der kaum etwas verbirgt.
Jenny entscheidet sich, erst einmal so zu tun, als ob sie nicht bemerkt, wohin Björns Blick wandert. Doch sie beobachtet ihn nun aufmerksamer, merkt, wie sein Blick zwischen ihrem Gesicht und ihren Brüsten pendelt.
Beim Abräumen des Tisches beugt sie sich immer wieder leicht vor. Sie weiß genau, was das für Björn bedeutet. Beim dritten Mal sucht sie den Blickkontakt, wagt es, ihm direkt in die Augen zu sehen – und sieht, dass sein Blick tatsächlich auf ihrer Brust ruht. Innerlich jubiliert sie, fühlt aber auch, wie Unsicherheit und Nervosität in ihr aufsteigen. Auf Björns Stirn glitzern Schweißperlen. Jenny fragt sich: Ist es wirklich Verlangen, das ihn packt, oder ist ihm die Situation unangenehm? Ihre Gedanken überschlagen sich, sie spürt das Kribbeln, das zwischen ihnen entsteht.
„Entschuldige, Björn. Ich hab einfach den Morgenmantel angezogen, weil du mich letzte Nacht sowieso schon… ich dachte, es wäre okay.“ Jennys Stimme ist leise, fast etwas schüchtern. Ihre Worte verharren in der Luft, sie wagt es nicht, ihn direkt anzusehen.
Björn hebt den Kopf, errötet leicht, fühlt sich ertappt. Unsicherheit breitet sich in ihm aus, doch als er Jennys Blick trifft, fühlt er einen Impuls, ehrlich zu sein. „Alles gut, Jenny. Du siehst… wunderschön aus. Viele Männer wären jetzt garantiert verrückt nach dir.“ Seine Stimme ist leiser als sonst und im Inneren fragt er sich, ob er zu direkt war. Aber er kann nicht anders. Er spürt das Bedürfnis, ihr seine Bewunderung zu zeigen ohne zu übertreiben.
Die Worte hängen zwischen ihnen – nicht laut, aber klar genug, dass Jenny sie hört und spürt.
Jenny hatte gehofft, dass Björn sie wahrnimmt – nicht nur als Frau, sondern als Mensch. Ihre Augen füllen sich mit Tränen, sie wendet sich hastig ab und geht zur Spüle. „Danke“, sagt sie mit zittriger Stimme, „aber ich will gar nicht alle Männer verrückt machen… nur einen.“ Sie hält einen Moment inne, ringt mit sich selbst.
Björn kann nicht länger sitzen bleiben. Er steht auf, geht zu Jenny und dreht sie vorsichtig zu sich um. Sein Herz schlägt schneller, Unsicherheit und Verlangen vermischen sich. „Jenny, bitte. Du bist… du bist wunderbar. Niemand könnte das übersehen.“
„Das sagst du doch nur, um mich aufzumuntern.“ Jenny lehnt sich an ihn, legt ihre Stirn auf seine Brust. Stille, Nähe. Björn legt eine Hand unter ihr Kinn, hebt ihren Kopf und sieht sie an. Ihre Augen treffen sich, Unsicherheit und Hoffnung spiegeln sich darin. Für einen Moment zählt nur das, was zwischen ihnen ist – alles andere verschwindet.
Mit einem leicht verschwommenen Blick sieht Jenny, wie sich Björns Kopf ihrem nähert. Seine Lippen kommen näher und für einen Moment fühlt sie sich, als wäre sie in einem Traum, aus dem sie nicht aufwachen möchte. Endlich berühren sich ihre Lippen. Für Jenny ist es ein sehr intensiver Moment, viel mehr als bloße Nähe – sie spürt ein prickelndes Kribbeln auf ihrer Haut, das sich wie ein warmer Strom durch ihren Körper zieht. Der vertraute Duft von Björns Haut, leicht warm und nach Morgen riechend, steigt ihr in die Nase und macht sie noch sehnsüchtiger. Sein leiser, schneller werdender Atmen dringt zu ihr und alles um sie herum rückt in den Hintergrund. Jenny öffnet sich Björn, ihre Zunge sucht seine und je tiefer sie sich in den Kuss fallen lässt, desto stärker wächst das Bedürfnis, sich ihm ganz hinzugeben – ihre aufgestaute Lust und Liebe entladen sich plötzlich. Sie umarmt ihn, drückt sich fest an ihn und ein Gedanke schießt ihr durch den Kopf: Endlich gehört dieser Moment nur uns. Gleichzeitig spürt sie ein Flattern – ist Björn wirklich so voller Verlangen wie sie? Ein kurzer Zweifel huscht durch ihre Gedanken, ob er ihre Gefühle erwidert und ihr Herz schlägt schneller zwischen Aufregung und Unsicherheit.
Björn schlingt ebenfalls seine Arme um Jenny. Seine Zunge begegnet der ihren, das wilde Spiel zwischen ihnen ist voller Leidenschaft und Intensität. Sie stehen eng umschlungen in dem kleinen Raum und Jenny nimmt jede Berührung auf ihrer Haut wahr. Für beide zählt nur das Hier und Jetzt – alles andere verschwindet. Jenny spürt die Wärme von Björns Körper, sein Herz, das schneller schlägt, und ihr eigener Puls rast vor Aufregung. Die Nähe, die Zärtlichkeit und das Vertrauen, das sie einander schenken, machen diesen Moment einzigartig und lassen Jennys innere Welt vibrieren.
Während sie sich wild küssen, spürt Jenny ein aufregendes Kribbeln auf ihrer Haut – jede Berührung von Björn fühlt sich intensiver an, als sie je erwartet hätte. Die Wärme seines Körpers und der Duft seiner Haut umhüllen sie wie eine sanfte Wolke und das leise, rhythmische Geräusch seines Atems verstärkt ihre Sehnsucht. Dabei öffnet sie, von Sinneseindrücken überwältigt, seine Jeans und lässt ihre Hand sanft und langsam unter den Bund seines Slips wandern. Die Nähe und das Verlangen zwischen ihnen werden mit jedem Moment greifbarer, fast elektrisierend. Jenny ertastet erfreut seinen schon halb erwachten Freund, ihr Puls hämmert in den Ohren. Geschickt umschließt sie ihn mit ihrer Hand, drückt ihn sanft und ihre Unsicherheiten werden von ihrer Lust überlagert – sie will Björn zeigen, wie groß ihr Verlangen und ihre Liebe zu ihm sind und genießt jeden sinnlichen Moment, der sie tiefer in seine Nähe zieht.
Björn kann an nichts anderes mehr denken, seine Gedanken kreisen nur noch um Jenny und das Verlangen, ihr nahe zu sein. Wild und leidenschaftlich drängt er Jenny rückwärts zum Küchentisch. Kaum haben sie diesen erreicht, fegt Björn mit einer schnellen Bewegung alles vom Tisch, Geschirr und Gläser scheppern auf den Boden und zersplittern.
Mit zitternden Fingern greift Jenny nach Björns T-Shirt. Während sie es ihm langsam und voller Vorfreude über den Kopf zieht, spürt sie ein prickelndes Kribbeln auf ihrer Haut – die Spannung zwischen ihnen steigt spürbar. Als er ihren Morgenmantel aufreißt, überkommt Jenny eine Welle von Wärme und Nähe. Gleichzeitig schiebt sie seine Jeans samt Slip so tief hinunter wie sie es schafft und ihre Bewegungen werden entschlossener, angetrieben von dem Wunsch, ihm noch näher zu sein. Jenny merkt erfreut, wie Björns Freund ihr voller Tatendrang begegnet.
Björn packt sich Jenny, hebt sie kurz an und setzt sie dann auf dem Tisch ab. Während er sie in seinen Armen hält, spürt er ihren schnellen Herzschlag und das leichte Zittern, das durch ihren Körper läuft. Ein kurzer, intensiver Blick zwischen ihnen verrät Vorfreude und Nervosität; ür einen Moment. Die Geräusche des zerbrochenen Geschirrs verschwimmnden im Hintergrund, und es zählt nur noch die Nähe. Jenny lächelt erwartungsvoll, ihr Blick sucht Bestätigung bei Björn – sie fühlt sich ihm ganz nah. Blitzschnell öffnen sich ihre Beine, ihr Slip, einfach und schnell zur Seite geschoben.
Nur ein kleiner Schritt reicht ihm aus, um mit seiner Spitze ihr Lustzentrum zu erreichen.
Schon diese leichte Berührung lässt eine wohlige Wärme durch Jennys Körper strömen, ihr Herz beginnt schneller zu schlagen und eine Gänsehaut breitet sich über ihren Körper aus. Ein leises, lustvolles Stöhnen entweicht ihrer Kehle, während Björn sanft ihre Seiten packt und sie ein wenig zur Tischkante zieht. Jenny spürt, wie seine Nähe sie fast überwältigt – ihre Gedanken kreisen nur noch darum, ihm ganz nah zu sein „Bist du bereit, willst du es auch?“, flüstert Björn ihr leise ins Ohr. Jenny nickt kaum merklich, ihr Blick voller Erwartung und Sehnsucht. Heiß und eng schmiegen sich ihre Liebeslippen um ihn, was beide lustvoll aufstöhnen lässt.
Jenny zieht Björn noch näher zu sich, ihre Arme legen sich fest um seinen Hals. Ihr Mund sucht seinen, als würde sie darin Halt finden. Während Björn sich sanft und dann immer leidenschaftlicher bewegt, vertiefen sie ihren Kuss – zuerst tastend und zart, dann immer intensiver, bis beide fast außer Atem sind. Jennys Herz schlägt wild und ihr Körper vibriert vor Aufregung. Sie genießt das Zusammensein und hofft, dass dieser erste Moment mit Björn nicht nur körperlich, sondern auch emotional besonders bleibt. In ihrem Inneren hadert sie kurz. Eigentlich hatte sie sich diesen Moment etwas romantischer vorgestellt, nicht zwischen zersplittertem Geschirr und auf dem Küchentisch. Doch das Gefühl, Björn so nahe zu sein, lässt alles andere unwichtig erscheinen.
Nach einiger Zeit wird es Jenny dann zu unbequem. Sie löst den Kuss, drückt Björn sanft zurück und gleitet dann vom Tisch. Ohne ein Wort zu sagen, dreht sie sich um, beugt sich auf den Küchentisch und streckt Björn ihren Hintern entgegen. Dieser versteht sofort, so dass er Jenny nun von hinten liebt und verwöhnt. Immer wieder gleitet er in ihr ein und aus, bis sie gemeinsam ihren Höhepunkt erreichen. Björn entzieht sich ihr dafür, was Jenny im ersten Moment sehr bedauert. Doch schon einen Moment fühlt sie, wie seine warme Flüssigkeit auf ihrem Steiß und Rücken landet. Die Freude und Gewissheit, dass Björn ebenfalls gekommen ist, wiegt nun alles auf.
Ihre Blicke treffen sich und in den Augen des jeweils anderen spiegelt sich die erfüllte Lust und eine tiefe Zufriedenheit wider. Jenny lächelt zögernd, nimmt einen tiefen Atemzug und haucht: „Ich liebe dich, Björn.“ Während sie die Worte ausspricht, spürt sie, wie ihr Herz schneller schlägt und eine Welle aus Unsicherheit und Hoffnung zugleich sie durchströmt. Jetzt ist es raus – denkt sie nervös und hält gespannt den Atem an, wartet auf seine Antwort.
Björn lächelt warm, seine Stimme klingt ruhig und ehrlich: „Ich liebe dich auch, Jenny.“ Für einen Moment schweigt er, dann blitzt ein Hauch von Melancholie in seinen Augen auf.
Jenny hört seine Worte, doch sie kann kaum glauben, was sie da vernimmt. Mit einem leicht fragenden Lächeln sagt sie: „Aber wie ist das möglich? Du warst doch immer...“ Ihr Blick sucht nach einer Erklärung in seinen Augen, während Unsicherheit und Staunen sich in ihrem Gesicht abzeichnen.
Björn beugt sich wieder zu ihr vor, gibt ihr einen sanften Kuss und blickt ihr tief in die Augen. „Jenny, ich habe nie behauptet, dass ich immer schwul war. Ich habe nur die Zeit, in der ich Frauen geliebt habe, bewusst ausgelassen.“ Während er spricht, spürt er, wie es ihm gut tut, endlich ehrlich über seine Vergangenheit zu reden – ein Gefühl von Befreiung macht sich in ihm breit.
„Und warum? War diese Zeit so schlimm für dich?“, fragt Jenny sanft, ihre Stimme voller Mitgefühl und Neugier.
Björn hält einen Moment inne, seine Augen werden nachdenklich. „Weißt du, Jenny, es war wirklich eine schwere Zeit für mich... Ich konnte mir lange nicht vorstellen, mich noch einmal auf eine Frau einzulassen.“ Seine Stimme klingt ruhig, aber man spürt, dass ihn die Erinnerung noch immer bewegt.
Björns Blick wandert zum Boden neben dem Tisch, wo das zerbrochene Geschirr liegt. Mit einem verschmitzten Grinsen sagt er: „Ich glaube, wir sollten demnächst einkaufen gehen, mein Schatz. Da ist einiges zu Bruch gegangen.“ Er schaut wieder zu Jenny, ein warmes Lächeln auf den Lippen.
Auch Jenny muss lachen. „Das wäre wohl besser. Aber ehrlich gesagt, bereue ich nichts – wäre das Geschirr noch heil, wären wir jetzt nicht zusammen, mein Schatz!“
Ende
© 2007/26 – Alle Hauptfiguren sind volljährig. Der Inhalt dieser Reihe ist einzig und allein mein geistiges Eigentum. Er darf ohne meine Ausdrückliche Genehmigung in keiner Weise verändert, kopiert oder anderswo veröffentlicht werden.
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