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Der Zweite ist der Richtige (fm:Romantisch, 13435 Wörter)

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Veröffentlicht: Jul 16 2026 Gesehen / Gelesen: 1174 / 885 [75%] Bewertung Geschichte: 8.97 (30 Stimmen)
Beate, die mit einem Familienfluch kämpfen muss, sucht sich einen ersten Ehemann, um mit dem Zweiten dann glücklich zu werden.

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Das Netz ist ausgeworfen

Beate stand vor dem Spiegel ihres Hotelzimmers in Marrakesch. Das Seidenkleid, das sie trug, war von einem tiefen Smaragdgrün, hauchdünn und schmiegte sich an jede Kurve ihres Körpers. Darunter trug sie nichts als einen Hauch von Parfüm mit Noten von Jasmin und schwerem Amber.

Ihr Plan war absolut hieb- und stichfest. Der Fluch ihrer Familie – die unvermeidliche Scheidung der ersten Ehe – sollte heute Nacht sein Opfer finden. Und das Opfer hatte bereits einen Namen: Julien.

Julien war Reisejournalist, ein ungebundener Freigeist mit verwuscheltem dunklen Haar, Dreitagebart und Augen, die so dunkel und tief waren, dass Beate schon beim ersten Blick auf sein Profilbild im Internet ein leichtes Ziehen im Unterleib verspürt hatte. Er war perfekt. Unkompliziert, abenteuerlustig und vor allem: leicht zu verführen. Sie würde ihn heiraten, die Scheidung am nächsten Morgen einreichen und dann endlich frei sein für ihre „wahre“ Liebe. So zumindest die Theorie.

Die erste Begegnung im Riad

Als Beate die private, von Fackeln erleuchtete Dachterrasse des Riads betrat, stand Julien am Geländer. Er hatte die Ärmel seines weißen Leinenhemdes hochgekrempelt, die Brust stand leicht offen und gab den Blick auf gebräunte Haut frei.

„Du musst Beate sein“, seine Stimme war ein tiefes, raues Raunen, das eine angenehme Gänsehaut auf ihren Armen hinterließ. Er drehte sich um und seine Augen glitten langsam, fast greifbar, an ihr herab. „Das Grün steht dir. Es bringt deine Augen zum Leuchten... und macht Lust auf mehr.“

Beate schluckte trocken. Die kühle, kalkulierende Geschäftsfrau in ihr geriet augenblicklich ins Wanken. Dieser Mann strahlte eine animalische, ungezwungene Maskulinität aus, die die Luft zwischen ihnen sofort elektrisierte.

„Julien“, hauchte sie und trat einen Schritt näher, sodass sie die Hitze spüren konnte, die von seinem Körper ausging. „Ich hoffe, du bist bereit für ein Abenteuer. Ich bin nicht für langweilige Smalltalks hergekommen.“

Julien lächelte langsam. Ein verwegener Zug umspielte seine Lippen. Er hob sein Glas mit eisgekühltem Champagner und hielt es an ihre Lippen. „Ich war noch nie im Leben langweilig, ma chérie. Erzähl mir, was du begehrst.“

Als Beate den ersten Schluck nahm, tropfte ein winziger perlender Tropfen des Champagners über ihr Kinn und ihren Hals hinab, direkt in das Dekolleté ihres Kleides. Juliens Blick folgte dem Tropfen wie gebannt. Ohne ein Wort zu sagen, trat er so nah an sie heran, dass sich ihre Körper fast berührten. Sie konnte das rhythmische Heben und Senken seiner Brust sehen.

Mit langsamen, unendlich sanften Bewegungen hob er seine Hand, strich mit dem Daumen über ihre feuchte Haut am Schlüsselbein und sah ihr dabei tief in die Augen.

„Wir sollten diesen edlen Tropfen nicht verschwenden“, flüsterte er, beugte sich vor und seine Lippen waren nur noch Millimeter von ihrer Haut entfernt…

Der Champagner auf ihrer Haut war kühl, doch Juliens Lippen, die der feuchten Spur an ihrem Schlüsselbein folgten, brannten wie pures Feuer. Ein leises, unwillkürliches Keuchen entwich Beates Kehle, als seine Zunge die empfindliche Stelle am Übergang zu ihrem Hals berührte.

Ihr Verstand schrie nach Vorsicht, doch ihr Körper hatte längst die Kontrolle übernommen. Um diesen wilden, ungezähmten Mann morgen vor den Altar zu zerren, brauchte sie ein unschlagbares Argument. Sie musste ihn süchtig machen – und, so redete sie sich ein, sie musste selbst herausfinden, wie es sich anfühlte, mit dem Feuer zu spielen. Der familiäre Fluch war in diesem Moment die perfekte Ausrede für die

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