Mareike 4/4 Sand zwischen den Zehen, Rauch im Nacken (fm:Lesbisch, 4220 Wörter) [4/4] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Misttueck | ||
| Veröffentlicht: Jul 20 2026 | Gesehen / Gelesen: 477 / 439 [92%] | Bewertung Teil: 9.63 (8 Stimmen) |
| m abgelegenen Nordseestrand unter Sternenlicht steht Mareike nackt vor Claire, die ihr langsam Aufgaben stellt, die jede Scham und geheime Angst vor der eigenen Lust abbauen. Mit jeder entblößten Schicht ihrer Kleidung und jedem Befehl, den Mareike befolg | ||
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Das Meer rauscht dunkel vor uns, und Claires Arm liegt schwer um meine Schultern. Ich spüre die Kühle ihres Badeanzugs gegen meinen nackten Arm, den feinen Sand unter mir, und irgendwo in meiner Brust pulsiert etwas Warmes, das sich nicht beruhigen will. Ihr Daumen zeichnet langsame Kreise auf meiner Schulter, und jeder Kreis zieht einen Faden aus mir heraus, den sie still aufwickelt, ohne es zu zeigen.
„Du zitterst", sagt Claire. Keine Frage. Eine Feststellung, ruhig und trocken, mit diesem leichten flämischen Klang am Rand der Vokale.
„Ist kalt", sage ich, aber wir beide wissen, dass das nicht stimmt. Die Nachtluft liegt mild über den Dünen, und die Wärme ihres Körpers neben mir reicht eigentlich.
„Mareike." Sie sagt meinen Namen so, als wäre er ein Gegenstand, den sie gerade von allen Seiten betrachtet. „Schau mich an."
Ich drehe den Kopf. Ihr Gesicht ist nur ein Umriss im Sternenlicht, aber ich sehe, wie ihre Augen auf mir ruhen — nicht lächelnd, nicht fordernd, einfach da, mit einer Aufmerksamkeit, die mich kleiner macht, als ich sein will. Ihr dunkles Haar löst sich aus dem losen Zopf, und Strähnen wehen im Wind über ihre Wange.
„Du möchtest etwas sagen", murmelt sie. „Ich sehe es dir an."
Ich schlucke. Mein Mund öffnet sich, schließt sich wieder. Die Worte, die ich suche, liegen irgendwo zwischen meinem Hals und meinen Zähnen fest, und Claire wartet. Sie hat alle Zeit der Welt.
„Ich weiß nicht, was mit mir ist", flüstere ich. „Seit — seit eben. Ich fühle mich wie —"
„Wie aufgedreht?", fragt sie, und der Klang des Wortes in ihrem Mund, in diesem ruhigen Tonfall, trifft mich wie eine flache Hand. Mein Bauch zieht sich zusammen.
„Ja."
Sie nickt, als hätte ich ihr gerade eine Bestätigung gegeben, die sie längst erwartet hat. Ihr Daumen stoppt auf meiner Schulter. „Das ist ganz normal", sagt sie. „Du hast etwas probiert, und es hat dir gefallen, und jetzt weiß dein Körper mehr als dein Kopf, und dein Kopf versucht, aufzuholen." Eine Pause. „Das macht dich nervös."
„Ja", sage ich wieder, und es klingt diesmal dümmer, flacher.
„Du bist achtzehn", sagt Claire. „Du bist erwachsen. Du darfst Dinge mögen, ohne sie sofort zu erklären." Sie löst ihren Arm von meiner Schulter, und das plötzliche Fehlen ihrer Wärme lässt mich frösteln. Sie richtet sich auf, stützt sich auf beide Hände, und ich liege jetzt neben ihr, schaue zu ihr hoch. Vom Strand aus gesehen ist sie nur eine Silhouette gegen den Himmel, aber in der Nähe, in diesem schwachen Licht, sehe ich die Kontur ihrer Schlüsselbeine, die Art, wie ihr Badeanzug sich über ihre Brüste spannt, die muskulösen Waden, die im Sand vergraben sind.
Sie greift in die Tasche ihres Bademantels, der neben uns im Sand liegt, und zieht eine Schachtel hervor. Zigaretten. Sie klopft eine heraus, steckt sie zwischen die Lippen, und das Klicken des Feuerzeugs ist plötzlich das lauteste Geräusch am Strand. Die Flamme zuckt, beleuchtet ihr Gesicht für einen Moment — die scharfe Linie ihres Kiefers, die dunkle Wölbung ihrer Augen — und dann stirbt sie, und nur die Glut der Zigarette pulsiert orange im Dunkeln.
Sie zieht lang, und der Rauch sammelt sich in ihrer Brust, und wenn sie ausatmet, steigt er weiß und schwer in die Nachtluft, vermischt sich mit dem salzigen Wind vom Meer. Ich schaue ihr zu. Ich kann nicht anders. Die Art, wie ihre Lippen die Zigarette halten — nicht geklammert, sondern getragen, fast gelassen —, die Art, wie ihre Finger, lang und braun, den Filter umfassen, und der Rauch zwischen uns hindurchweht wie ein Vorhang, der sich immer wieder öffnet und schließt.
„Du starrst", sagt sie, ohne mich anzusehen.
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