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An Sandras Seite (Teil 18): Verführung (fm:Cuckold, 5652 Wörter) [18/18] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jul 27 2026 Gesehen / Gelesen: 226 / 177 [78%] Bewertung Teil: 9.00 (2 Stimmen)
Entspannung nach dem Wellness?

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Ein kaum wahrnehmbares Lächeln lag in der Art, wie sie sich minimal bewegte, als würde sie testen, wie empfindlich ich geworden war.

Langsam begann sie, sich zu wiegen. Nicht hastig, nicht gierig. Ein ruhiges, gleichmäßiges Kreisen, das mich spüren ließ, wie nah ich ihr war – und wie sehr sie zugleich die Grenze hielt. Jede Bewegung ließ mein Verlangen anwachsen, ohne ihm einen Ausweg zu geben.

Meine Hände hoben sich wie von selbst, wollten sie an den Hüften fassen, näher ziehen, den letzten Abstand auflösen.

Sanft, aber bestimmt griff sie nach meinen Handgelenken.

„Nein“, sagte sie ruhig.

Kein Lächeln. Kein Tadel. Nur Klarheit.

Sie führte meine Hände zurück, legte sie neben meine Schenkel. Ihre Bewegung blieb fließend, als wäre nichts geschehen. Und doch hatte sie mir gerade unmissverständlich gezeigt, wer jetzt führte.

„So“, murmelte sie. „Bleib genau da.“

Ihre Bewegungen wurden bewusster. Tiefer, nicht schneller. Ich spürte, wie sehr sie selbst erregt war, wie ihr Atem sich veränderte, wie ihr Körper reagierte – und wie sie dennoch alles in der Hand behielt. Ich war Teil dieses Spiels und zugleich derjenige, dem der entscheidende Schritt verwehrt blieb.

Dann griff sie nach meiner Hand.

Diesmal ließ sie keinen Zweifel. Sie nahm sie, führte sie nach vorn, lenkte sie mit ruhiger Selbstverständlichkeit. Ihre Finger schlossen sich über meine, bestimmten den Druck, den Rhythmus, den Ort.

„Genau so“, flüsterte sie. „Nicht mehr.“

Ich folgte. Nicht, weil ich musste – sondern weil ich wollte. Weil ich spürte, wie sie sich unter meiner Hand öffnete, wie ihre Atmung schneller wurde, wie sie sich mir entgegenbewegte, ohne mir die Kontrolle zu geben.

Mein eigenes Verlangen stand längst kurz vor dem Überlaufen. Jeder Nerv drängte nach Auflösung, nach mehr. Doch sie hielt mich genau dort fest – im brennenden Dazwischen. Ihre Atmung wurde flacher. Ihr Rücken drückte sich fester an mich. Ein leiser Laut entwich ihr, kaum hörbar im Holzraum der Sauna, aber für mich alles.

Als sie schließlich innehielt, bebte sie noch einen Moment nach. Sie lehnte den Kopf zurück gegen meine Schulter, schloss die Augen. Ich spürte jede kleine Bewegung – und zugleich die Spannung in mir, ungelöst, schmerzhaft süß.

Nach einem Moment drehte sie den Kopf leicht, so dass ich ihre Stimme dicht an meinem Ohr hörte.

„Heb dir das auf“, sagte sie leise.

„Ich brauche dich später noch.“

Sie nahm meine Hand, legte sie zurück, ordnete mich wieder ein – und löste sich dann langsam von mir. Sie stand auf, als hätte sie mir gerade nicht den Boden unter den Füßen weggezogen.

Bevor sie sich abwandte, sah sie mich noch einmal an. Diesmal ohne Spiel, ohne Koketterie.

„Weißt du“, sagte sie ruhig, „so etwas wie eben … diese Ruhe, diese Geborgenheit, dieses tiefe Wohlfühlen – das gibt es für mich nur hier.“ Sie legte kurz die Hand auf meine Brust. „Bei dir. Bei meinem Mann.“

Ein sanftes Lächeln.

„Das bekomme ich nicht bei irgendeinem Frank.“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Oder wie auch immer dieser unverschämte Typ wirklich heißt.“

Dann beugte sie sich vor, küsste mich kurz, zärtlich – und verließ die Sauna.

Ich blieb zurück.

Mit der Wärme auf der Haut.

Mit dem Verlangen im Körper.

Und mit der Gewissheit, dass das, was sie mir gerade gegeben hatte, tiefer ging als jede schnelle Erfüllung.

Wir trafen uns im Ruheraum wieder und blieben noch eine Weile liegen. Nur ein paar Minuten. Genug, damit sich der Puls beruhigte. Das Licht war gedämpft, die Geräusche weich. Sandra lag neben mir, die Augen geschlossen, ein zufriedenes, entspanntes Lächeln auf den Lippen. Ihre Hand ruhte locker auf meinem Bauch, das Natürlichste auf der Welt.

Ich spürte alles. Ihre Nähe. Ihre Wärme.

Und dieses Ziehen in mir, das sich nicht beruhigen wollte.

Schließlich richtete sie sich auf, streckte sich langsam, wie eine Katze.

„Komm“, sagte sie leise. „Lass uns fahren.“

Wir packten unsere Sachen, ruhig und routiniert. Duschen. Anziehen. Kein Wort über das, was eben gewesen war. Und genau das machte es schlimmer – oder besser. Ich wusste es nicht.

Im Auto war es zunächst still. Der Motor summte, draußen glitten die Lichter vorbei. Sandra sah aus dem Fenster, ein Knie angezogen, ganz bei sich.

Das Steuern durch den Verkehr machte mich wieder wach, und damit begannen meine Gedanken wieder zu kreisen. Ich hielt es eine Weile aus. Dann nicht mehr.

„Sandra“, sagte ich schließlich.

Sie drehte den Kopf leicht zu mir, ein schmales Lächeln. „Hm?“

„Dieser Mann …“ Ich stockte. „Der aus der Sauna.“

Sie hob eine Augenbraue. „Welcher Mann?“

„Du weißt genau, welchen ich meine.“

Ein kurzes Schweigen. Dann zuckte sie mit den Schultern.

„Vielleicht.“

Ich war irritiert. „Hast du mit ihm gesprochen?“

„Vielleicht ein bisschen.“

„Und mehr?“

Sie sah mich jetzt an. Ruhig. Wach. Fast neugierig.

„Was wäre denn ‚mehr‘ für dich?“

Ich schluckte. Bilder drängten sich auf, ungefragt. Nähe. Körper. Eine Situation, in der ich nicht dabei war – und doch alles spürte.

„Ich will wissen, ob da … Kontakt war.“

Sie lächelte.

„Warum?“

„Weil es mich fertig macht.“

„Oder geil?“ fragte sie sanft.

Ich schwieg. Das war Antwort genug.

Sandra nickte langsam. „Siehst du. Darum geht es.“

Sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, leicht, kaum spürbar.

„Nicht darum, ob ich mit ihm gesprochen habe. Nicht darum, wie er hieß. Oder ob das überhaupt sein richtiger Name war.“

Mein Herz schlug schneller.

„Du weißt also nicht einmal sicher, wie er heißt?“

Sie lachte leise. „Vielleicht weiß ich es. Vielleicht war es egal.“

Dieser Satz ließ etwas in mir kippen.

„Und wenn ich mir vorstelle“, setzte ich an, zögernd, „dass du … dass er dir sehr nahe gekommen ist?“

Sie drückte kurz ihre Finger in meinen Oberschenkel.

„Dann passiert genau das, was ich möchte“, sagte sie ruhig. „Du wirst heiß auf mich.“

Ich atmete scharf aus.

„Wenn deine Fantasie dich erregt“, fuhr sie fort, „dann ist sie richtig. Egal, ob sie wahr ist oder nicht.“

Ein kurzer Blick. Prüfend.

„Und wenn du dir dabei vorstellst, dass ein fremder Mann mir näher war, als du es sehen konntest – dann ist das eben dein Weg zu mir.“

Ich wusste nicht, ob mich dieser Gedanke beunruhigte oder berauschte. Wahrscheinlich beides.

„Aber vergiss eins nicht“, sagte sie nun, weicher.

„Diese Ruhe. Diese Geborgenheit. Dieses tiefe Wohlfühlen – das gibt es für mich nur bei dir. Bei meinem Mann.“

Der Satz setzte sich fest. Tief. Tröstend. Und gleichzeitig scharf wie ein Kontrastmittel zu all den Bildern in meinem Kopf.

Als wir zu Hause ankamen, stieg sie aus, ging vor mir zur Tür. Drinnen stellte sie ihre Tasche ab, zog langsam die Schuhe aus. Dann drehte sie sich zu mir um.

Ihr Blick hatte sich verändert.

Klar. Bestimmend.

„Geh ins Schlafzimmer“, sagte sie.

Kein Lächeln. Kein Spielton.

„Zieh dich dort ganz aus. Leg dich aufs Bett. Und warte auf mich.“

Ich blieb einen Moment im Flur stehen, nachdem sie gesprochen hatte. Diese Anweisung musste ich erstmal verarbeiten und einordnen. Der Tonfall. Die Klarheit. Diese selbstverständliche Autorität in ihrem Ton. Ein kurzer Stich von Überraschung, dann dieses leise, fast erleichterte Erkennen: Sie spielt.

Und sie will, dass ich mitspiele.

Ich ging ins Schlafzimmer, schloss die Tür hinter mir nicht ganz, als würde ich ihr damit signalisieren, dass ich bereit war. Während ich mich auszog, spürte ich, wie mein Körper schneller reagierte als mein Kopf. Die letzten Tage hatten Spuren hinterlassen. Dieses ständige Anheizen, dieses bewusste Zurückhalten. Ich war nicht nur erregt – ich war gespannt, fast überdehnt vor Erwartung.

Als ich nackt auf dem Bett lag, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, kam mir der Gedanke, wie exponiert diese Haltung war. Offen. Wehrlos vielleicht. Und doch freiwillig.

Ich hörte Schritte im Flur. Langsam. Unaufgeregt. Sie ließ sich Zeit. Dann öffnete sich die Tür.

Sandra trat ein, blieb einen Moment stehen. Sie sagte nichts. Ihr Blick glitt über mich, wie von jemandem, der sich etwas ansieht, das ihm gehört und das er sehr genau kennt. Und doch lag etwas Neues darin. Eine Schärfe. Eine bewusste Distanz.

Sie kam näher, umrundete das Bett. Ich folgte ihr mit den Augen, spürte, wie sich mein Körper noch deutlicher meldete. Dieses Gefühl, gesehen zu werden. Nicht begehrt im klassischen Sinn – sondern eingeschätzt. Abgewogen.

Ihre Haltung hatte etwas Raubtierhaftes. Geschmeidiges. Waches. Jeder Schritt kontrolliert, als wüsste sie genau, welche Wirkung er hatte. Sie blieb neben mir stehen, beugte sich leicht vor, ohne mich zu berühren. Ihr Duft, vertraut und doch intensiver, erreichte mich sofort.

Ich wollte etwas sagen. Irgendetwas Leichtes. Ein Scherz vielleicht. Aber sie ließ mir keinen Raum dafür.

Stattdessen begann sie, sich auszuziehen. Langsam. Ohne Hast. Als wäre das kein Vorspiel, sondern eine Demonstration. Sie hielt den Blick auf mir, während sie Schicht um Schicht ablegte, als wollte sie sehen, wie ich darauf reagierte. Und ich reagierte. Unverkennbar. Mein Körper verriet mich mühelos.

In mir stieg diese vertraute Mischung aus Lust und Unsicherheit auf. Ich wollte sie. Dringend. Und gleichzeitig fragte ich mich, ob sie mich heute endlich lassen würde. Oder ob sie wieder noch etwas anderes vorhatte.

Was, wenn auch das wieder nur ein weiteres Spiel ist?

Was, wenn sie mich noch einmal warten lässt?

Als sie nackt war, blieb sie stehen, musterte mich erneut. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht, verschwand aber sofort wieder. Dann setzte sie sich auf die Bettkante, nicht zu mir gewandt, sondern leicht seitlich. Nah genug, dass ich die Wärme ihrer Haut spürte. Fern genug, dass keine Berührung stattfand.

„Du bist sehr brav“, sagte sie ruhig.

Die Worte waren nicht herablassend oder spöttisch; eher feststellend. Und mich erfüllte eine Art von Spannung – auf eine Weise, die mir gefiel.

Sie drehte den Kopf zu mir, sah mir direkt in die Augen. Dieser Blick ließ keinen Zweifel: Sie wusste genau, was sie mit mir gemacht hatte. Die Sauna. Die Heimfahrt. Die Andeutungen. Die Verweigerung.

Meine Lust war kein Zufall. Sie war ihr Werk.

„Du hast lange gewartet“, fuhr sie fort. „Sehr lange.“

Ich schluckte. Mein Körper war angespannt bis in die Fingerspitzen. Jeder Teil von mir hoffte, dass sie sich gleich zu mir legen würde. Dass sie mich berühren würde. Endlich.

Doch sie tat es nicht.

Stattdessen stand sie wieder auf, ging noch einmal um das Bett herum. Ihre Hand strich kurz über die Matratze, dicht an meinem Körper vorbei, ohne mich zu berühren. Diese absichtliche Nähe ohne Kontakt war fast schlimmer als jede Zurückweisung zuvor.

In meinem Kopf wirbelten Gedanken durcheinander. Will sie mich kontrollieren? Mich prüfen? Mich noch weiter treiben?

Und gleichzeitig dieses andere Gefühl in mir, leiser, aber deutlich: Ich will genau das.

Sie blieb schließlich stehen, direkt vor mir. Sah auf mich herab. Ruhig. Souverän. Und in diesem Moment verstand ich: Was auch immer jetzt kommen würde – es würde nach ihren Regeln geschehen.

Sandra setzte einen Fuß links von mir auf die Matratze, dann den anderen rechts. Mit einer selbstverständlichen Bewegung stieg sie über mich, breitbeinig, aufrecht, so dass ihr Körper meinen vollständig einrahmte. Ich lag unter ihr, reglos, mein Blick zwangsläufig nach oben gerichtet.

Sie sah auf mich herab. Ernst. Bewusst.

Dann begann sie, sich zu berühren.

Langsam zuerst, fast beiläufig. Ihre Hände glitten über ihre Flanken, zeichneten die Linie ihrer Hüften nach, fuhren über die langen Oberschenkel. Ich spürte, wie mein Atem flacher wurde. Sie wusste genau, was sie tat. Jeder Griff, jede Verzögerung war kalkuliert.

Ihre Hände wanderten wieder nach oben, über ihren Bauch, zu ihren Brüsten, hielten dort einen Moment inne, als würde sie mir Zeit geben, den Anblick in mich aufzunehmen. Dann senkten sie sich wieder, tiefer, zwischen ihre Beine. Ohne Eile. Ohne Scham. Und ganz nebenbei öffnete sie sich mir, zeigte mir genau das, wonach mein Körper seit Stunden verlangte.

Dabei ließ sie mich nicht aus den Augen.

Dieser Blick war es, der mich am meisten traf. Prüfend. Wach. Als würde sie jede Regung in mir registrieren, jede kleinste Veränderung.

„Gefalle ich dir?“, fragte sie ruhig.

Die Frage traf mich fast unvorbereitet, obwohl sie unausweichlich gewesen war.

„Ja“, sagte ich sofort. Zu schnell vielleicht. Zu ehrlich. „Sehr.“

Ein kaum merkliches Zucken um ihre Lippen.

„Dann zeig es mir.“

Ich stockte. Mein Kopf suchte nach einer Antwort, während mein Körper längst wusste, was sie meinte. Trotzdem blieb diese kurze Unsicherheit. Wie?

Sie bemerkte sie sofort.

Sandra ging in die Hocke, beugte sich zu mir herab. Ihre Nähe war plötzlich überwältigend. Sie griff nach meiner rechten Hand, fest, selbstverständlich, und führte sie dorthin, wo meine Erregung längst unübersehbar war. Sie schloss meine Finger darum, bestimmte den Rhythmus, den Druck, die Bewegung. Nur ein paar Atemzüge lang.

Dann ließ sie los.

Ich hatte verstanden.

Sie richtete sich wieder auf, nahm ihre Position über mir ein, während ich langsam weiter machte, vorsichtig zunächst, dann sicherer. Ihr Körper bewegte sich erneut unter ihren eigenen Händen, als würde sie mir zeigen wollen, was mein Begehren mit ihr machte.

„Wie sehr gefalle ich dir?“, fragte sie.

Meine Stimme klang rauer als beabsichtigt. „Du bist für mich die schönste Frau auf der Welt.“

Sie neigte den Kopf leicht. „Begehrst du mich?“

Ich musste nicht überlegen. „Ja.“

„Dann“, sagte sie leise, „zeig es mir.“

Diesmal wusste ich, was sie wollte.

Ich verstärkte die Bewegung, ließ sie nicht mehr nur mechanisch geschehen, sondern legte all das hinein, was sich in mir angestaut hatte: Die Sauna, das Warten, die Verweigerung, ihre Worte, ihre Nähe. Sie fixierte mich mit ihrem Blick, ließ mich nicht aus. Unsere Augen hielten sich fest, als wäre da eine unsichtbare Verbindung zwischen uns gespannt.

In mir baute sich etwas auf. Eine kritische Grenze, die ich sehr genau kannte. Ein Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab.

Wenn ich jetzt nachlasse, dachte ich panisch, sieht sie das als Zögern? Als weniger Begehren?

Also hielt ich durch. Ging weiter. Mein Atem ging stoßweise. Mein Körper spannte sich an, unwillkürlich, unaufhaltsam. Ich war kurz davor, die Kontrolle zu verlieren.

Da hob sie die Hand.

„Stopp.“

Das Wort fiel ruhig. Klar. Unverhandelbar.

Überrascht gehorchte ich.

Sofort.

Mein Körper protestierte, mein Geist stolperte, doch ich hielt inne. Und sie sah mich weiter an – wissend, ruhig, vollkommen im Griff der Situation.

Sandra lächelte gefällig.

„Schön“, sagte sie ruhig. „Du bist brav. Du hörst auf mich.“

Allein dieser Satz ließ etwas in mir nachziehen – eine Mischung aus Erleichterung und erneuter Spannung. Sie löste sich von mir, ging auf die Knie und setzte sich aufrecht über meine Oberschenkel. Ihre Haltung war gelassen, fast majestätisch. Sie hatte alle Zeit der Welt.

„Mach weiter.“

Ich gehorchte. Langsam zunächst, tastend, als müsste ich meinen eigenen Rhythmus erst wiederfinden. Dabei konnte ich den Blick nicht von ihr lösen. Ihre linke Hand umfasste ihre Brüste, knetete sie ruhig, beinahe meditativ, während die rechte sich zwischen ihren Beinen bewegte – nicht hastig, nicht fordernd, sondern mit einer Selbstverständlichkeit, die mir den Atem nahm.

„Schneller.“

Ich gehorchte wieder.

Mein Körper war längst nicht mehr mein eigener. Ich registrierte nur noch ihre Stimme, ihre Bewegungen, den Ausdruck in ihrem Gesicht. Ich wusste nicht, ob ich meine Frau jemals so gesehen hatte: So präsent, so souverän, so vollkommen bei sich – und zugleich ganz bewusst bei mir.

„Stopp.“

Ich hielt inne. Sofort.

Diesmal ließ sie mir keine Sekunde, um mich innerlich zu sammeln. Sie griff nach meinen Handgelenken, führte meine Arme über meinen Kopf, hielt sie dort fest. Ihr Körper kam mir näher, ihre Wärme, ihr Gewicht. Ihre Brüste streiften mein Gesicht, weich, lebendig. Sie stützte sich auf meine Hände, fixierte mich auf eine Weise, die keinen Widerstand duldete.

Ich spürte sie über mir, spürte jede kleine Bewegung, mit der sie sich neu positionierte. Konzentriert. Zielgerichtet. Ihr Becken suchte, tastete, fing mich ein. Ich wagte kaum zu atmen.

„So“, murmelte sie leise. „Jetzt hab ich dich.“

Mein Körper war vollkommen still. Ich ließ sie machen. Alles lag bei ihr.

Ganz langsam senkte sie sich, nicht wirklich weitergehend, sondern nur so nah, dass ich ihre Spannung spürte, ihren Atem, dieses kurze Innehalten, als würde sie prüfen, wie viel Nähe sie zulassen wollte. Ein leises, unwillkürliches Stöhnen entwich ihr – mehr Reaktion als Absicht.

„Ja“, sagte sie fast flüsternd. „Genau so.“

Sie blieb dort, hielt die Nähe, die Spannung, diesen schmalen Grat zwischen Haben und Nicht-Haben. Ihre Stirn legte sich kurz an meine, ihr Atem strich über meine Lippen.

„So will ich dich“, sagte sie ruhig.

Nicht als Versprechen. Als Feststellung. Und ich wusste: Sie bestimmte nicht nur, was geschah. Sondern auch, was noch nicht.

Sandra hielt die Spannung einen Atemzug lang.

Nur einen.

Dann veränderte sich ihr Blick. Aus dem Spiel wurde Entschlossenheit.

Langsam erhöhte sie den Druck ihrer Hüften. Zentimeter für Zentimeter ließ sie mich tiefer in ihre Wärme sinken, hielt dabei meinen Blick fest, als wolle sie genau beobachten, wann ich den Halt verlieren würde. Ein feines, beinahe grausames Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie wusste, was sie tat. Sie wusste, wie knapp ich war.

Meine Welt schrumpfte zusammen – auf ihre Augen, auf die pulsierende Empfindung zwischen uns, auf dieses kaum wahrnehmbare Zittern, das sich meinem Willen entzog. Ich wollte mich bewegen, wollte endlich selbst bestimmen, wollte in sie stoßen, sie festhalten, die Kontrolle zurückerobern.

Aber ich war wie gelähmt. Gefesselt nicht durch Kraft, sondern durch ihren Blick.

Dann ließ sie sich endgültig auf mich herab.

Eine gleitende Bewegung, ein dunkles Ausatmen aus ihrer Kehle, das mehr Bekenntnis als Laut war. Sie nahm mich vollständig auf, ohne Hast, aber ohne Zögern. Für einen Moment presste sich ihr Körper fest auf meinen, als wolle sie mich prüfen – oder sich selbst.

Doch sie blieb nicht. Sie hob sich wieder an. Und stieß erneut herab. Diesmal schneller. Fordernder. Ihr Atem wurde hörbar. Rhythmischer. Mit jedem Absenken entwich ihr ein gepresstes Geräusch, roh und ungeschönt. Es war kein zärtliches Verschmelzen – es war ein kraftvolles Aneignen. Sie ritt mich. Hart. Unmissverständlich.

Ich hatte keine Möglichkeit, ein Tempo zu wählen, keinen Raum, mich anzupassen. Sie bestimmte den Takt, die Tiefe, die Intensität. Und mein Körper war längst überreizt von allem, was sie in den letzten Stunden mit mir gemacht hatte. Dieses Warten. Dieses Stoppen. Dieses erneute Antreiben.

Die Spannung baute sich nicht mehr auf – sie war bereits da. Ein donnernder Druck in mir, der nur auf Entladung wartete. Ich spürte es kommen. Unaufhaltsam. Ein Moment klarer Erkenntnis blitzte auf: Jetzt nicht. Bitte nicht jetzt.

Doch mein Körper hörte nicht. Und dann kippte es.

Ich überschritt die Grenze, spürte das unwiderrufliche Einsetzen dieses Stroms, der sich nicht mehr zurückhalten ließ. Genau in diesem Augenblick verlor sie für einen Sekundenbruchteil den Rhythmus – ihr Stoß traf mich nicht mehr im gleichen Winkel, die Bewegung wurde zu wild.

Und ich entglitt ihr.

Sie sank noch einmal kraftvoll herab – ins Leere.

Mein Körper zuckte, krümmte sich, und ich konnte nichts mehr aufhalten. Ein heiseres Aufstöhnen entrang sich mir, während sich die aufgestaute Gewalt ungebremst entlud – nicht mehr in ihr, sondern hilflos, unkontrolliert.

Es dauerte nur Sekunden.

Dann war es vorbei.

Sandra verharrte einen Moment über mir. Ein enttäuschtes, dunkles „Ohh…“ entwich ihr. Kein Wutausbruch. Keine Beschimpfung. Nur dieses eine Lautwerden, in dem Frustration und unerfülltes Verlangen lagen.

Ich lag unter ihr, keuchend, leer, beschämt. Nicht nur, weil ich zu früh gekommen war. Sondern weil ich wieder nicht gehalten hatte. Nicht ihren Rhythmus. Nicht ihre Intensität. Nicht mich selbst.

Und in ihrem Blick – als sie langsam von mir herunterglitt – lag kein Spott. Nur diese stille, prüfende Erkenntnis, dass sie stärker gewesen war als ich.

Ich lag noch unter ihr, mein Atem unruhig, mein Körper seltsam wach trotz der eben erlebten Entladung. Es war kein befriedigtes Nachlassen. Kein Absinken.

Im Gegenteil. Da war Druck. Unruhe. Fast Zorn.

Was war das gerade gewesen? Ein Abbruch. Ein Versagen. Vielleicht sogar genau das, was sie wollte. Ein kontrollierter Zusammenbruch.

Und dann diese Erinnerung. Das Gespräch. Maria. Die Mailbox-Aufzeichnung.

‚Bei dir weiß ich immer, was kommt.‘

‚Ich will auch dieses andere Gefühl…‘

Dieses andere Gefühl.

Etwas in mir bäumte sich auf.

Gut. Dann sollte sie es bekommen.

Ich rollte mich zur Seite, nutzte den kurzen Moment ihrer Unaufmerksamkeit, drehte sie unter mich. Es war keine grobe Bewegung, aber entschlossen. Mein Körper über ihrem. Mein Gewicht auf ihr. Für einen Herzschlag sah ich Überraschung in ihren Augen.

Und das beflügelte mich. Ich wollte nicht mehr reagieren. Ich wollte handeln.

Meine Hand glitt über ihren Rücken, ich begann, sie auf den Bauch zu drehen. Der Impuls war klar. Direkt. Ich wollte sie anders. Wollte selbst die Führung. Wollte dieses animalische Bild erfüllen, das seit ihrem Vergleich mit Chris in mir brannte.

Doch ihr Körper wurde plötzlich fest. Kein spielerisches Zieren. Kein kokettes Sträuben. Widerstand.

„Andreas.“

Nur mein Name. Aber scharf. Klar.

Ich hielt inne.

Sie spannte sich unter mir an, stemmte sich gegen mich. Und in diesem Moment verstand ich: Das hier war keine Szene mehr. Das war eine Grenze.

Ich ließ nach. Nicht sofort aus Einsicht – sondern, weil ich ihren Widerstand spürte und wusste, dass ich ihn nicht brechen wollte. Nicht wirklich.

Sie nutzte diesen Moment. Drehte sich mit einer fließenden, kraftvollen Bewegung unter mir heraus und drückte mich zurück auf den Rücken. Bevor ich reagieren konnte, saß sie wieder über mir, ihre Hände um meine Handgelenke geschlossen.

Diesmal kein Spiel. Ihr Blick war ernst.

„Stop, Andreas. So geht das nicht.“

Ich spürte, wie mein Puls noch raste. Nicht nur vor Lust. Vor Trotz. Vor Verletztheit.

„Ich will nicht, dass du versuchst, den starken Mann zu spielen, der du nicht bist.“

Der Satz traf. Nicht, weil er laut war. Sondern weil er ruhig war.

„Ich will dich nicht so“, fuhr sie fort. „Ich will dich als den Mann, bei dem ich weiß, was kommt. Bei dem ich mich entspannen kann. Bei dem ich sicher bin.“

Ich wollte widersprechen. Wollte sagen, dass ich auch anders kann. Dass ich nicht berechenbar bin. Dass ich mehr bin als nur der sichere Hafen.

Aber sie sprach weiter.

„Du weißt genau, dass es mit dir Stellungen gibt, für die ich in der richtigen Stimmung sein muss. Und du weißt auch, dass ich es nicht mag, wenn du sie willst, ohne mich wahrzunehmen.“

Ich schluckte. Sie hatte recht. Und das war das Schlimmste.

„Du bist mein Liebhaber, bei dem ich mich fallen lasse. Bei dem ich mich entspannen will. Nicht der, der meine Grenzen verschiebt und bei dem ich nicht weiß, was als nächstes kommt.“

Dann kam der Name.

„Ja, Chris macht das.“

Ein kaum sichtbares Zucken ging durch mich.

„Und es ist sensationell“, sagte sie ruhig. „Ich habe es genossen. Und ich will es wieder.“

Kein Drama. Keine Provokation. Nur Wahrheit.

„Aber du…“

Sie beugte sich näher zu mir.

„Du bist der Mann, bei dem ich weiß, dass ich in Sicherheit bin. Du bist der Mann, der mich immer so respektiert, wie ich gerade bin. Der Mann, bei dem ich weiß, dass ich nicht in einen Strudel gerate, den ich nicht mehr kontrollieren kann, einen Strudel, dem ich mich nur noch ergeben kann. Sondern Du bist der zuverlässige Mann, den ich liebe, und mit dem ich mein Leben planen und aufbauen kann. Du bist der Mann dem ich alt werden will.“

Ich lag unter ihr. Nackt. Offen. Und merkte, wie mein Trotz langsam zu etwas anderem wurde.

Erkenntnis.

„Hast du das verstanden?“

Ich nickte. Nicht aus Unterwerfung. Sondern weil ich es begriff.

Sie hielt meinen Blick noch einen Moment, als prüfe sie, ob ich wirklich da war. Ob ich zugehört hatte.

Dann löste sich die Spannung in ihrem Gesicht ein wenig.

„Gut“, sagte sie leiser. „Wenn du noch so viel Druck hast…“

Ein Hauch von Wärme kehrte in ihre Stimme zurück.

„Dann darfst du mich jetzt noch einmal lieben.“

Sie beugte sich über mich, ihre Haare fielen wie ein warmer Schleier über mein Gesicht. Der eben noch so scharfe Ernst war nicht verschwunden – aber er hatte eine andere Qualität angenommen. Nicht mehr abwehrend. Sondern führend.

Ihre Hände glitten über meine Brust, drückten mich sanft, aber bestimmt ins Kissen.

„Hier bleibst du“, murmelte sie.

Ich spürte, wie sie sich neu ausrichtete, wie sie das Tempo bestimmte. Kein wilder Ritt mehr. Keine Trotzbewegung. Es war langsam. Kontrolliert. Fast quälend.

Ich wagte nicht, sie erneut zu überholen.

„Lass los“, flüsterte sie. „Aber bleib bei mir.“

Ich legte meine Hände an ihre Hüften – nicht um sie zu drehen, nicht um zu dominieren. Sondern um sie zu fühlen. Um ihr zu folgen.

Der Unterschied war spürbar.

Sie führte die Bewegung. Bestimmte Tiefe, Rhythmus, Intensität. Und ich reagierte – nicht unterwürfig, sondern aufmerksam. Jede kleine Veränderung ihres Atems wurde für mich ein Signal. Jede Muskelspannung ein Hinweis.

„So“, sagte sie leise. „Genau so.“

Ihr Blick war wieder weich, aber voller Souveränität.

„Das ist meine Freiheit.“

Die Worte trafen mich tiefer als jede Bewegung.

„Und du bist der Einzige, der sie möglich macht.“

In mir arbeitete noch immer dieses andere Verlangen. Der Impuls, sie zu packen, sie zu drehen, mich durchzusetzen. Aber ich hielt ihn. Nicht aus Schwäche. Sondern aus Entscheidung.

Sie beschleunigte leicht. Nur ein wenig. Ihr Atem wurde dichter. Ihre Fingernägel gruben sich in meine Schultern.

„Gib dich mir“, hauchte sie.

Und diesmal tat ich es. Nicht, weil ich überrollt wurde. Sondern weil ich verstand.

Die Spannung wuchs erneut. Anders als zuvor. Kein chaotischer Kontrollverlust, sondern ein gemeinsam gesteigerter Druck, den sie präzise lenkte.

Als ich merkte, dass ich wieder an die Grenze kam, sah ich sie an. Und sie sah es.

Sie nickte kaum merklich. Erlaubnis. Ich ließ los.

Mein Körper spannte sich, entlud sich – diesmal in ihrem Rhythmus, in ihrer Führung. Sie hielt mich fest, hielt das Tempo, nahm alles auf, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Als die Welle verebbte, blieb sie noch einen Moment über mir, ruhig, atmend, präsent.

Dann beugte sie sich herunter, legte ihre Stirn an meine.

„Jetzt verstehst du es“, sagte sie leise. „Ich liebe es, wenn wir eins sind.“

Ein Atemzug.

„Aber du kannst mir nicht dieses andere Verlangen geben.“

Kein Vorwurf. Nur Feststellung.

„Es gibt kein Zurück.“

Ich spürte keinen Trotz mehr. Nur eine tiefe, komplexe Mischung aus Liebe, Schmerz und Hingabe.

„Wir gehören uns“, sagte sie ruhig. „Aber nach meinen Regeln.“

Ich schloss die Augen.

~~~~~~~~~~

Aussichten

Am Morgen danach lag ich wach, noch bevor Sandra die Augen öffnete. Ihr Atem war ruhig und gleichmäßig. Sie lag mit dem Rücken zu mir, vollkommen entspannt. Ich betrachtete die Linie ihrer Schultern, den schmalen Streifen Haut zwischen Shirt und Decke.

In meinem Körper lag noch das Echo der Nacht. Keine reine Erfüllung. Eher eine Mischung aus Glut und Nachdenklichkeit.

Ich hatte mich ihr überlassen. Und sie hatte mich gehalten.

Der Gedanke ließ mein Ego noch immer zucken. Gleichzeitig spürte ich etwas anderes: eine seltsame, warme Sicherheit. Als hätte sie eine Entscheidung getroffen, die ich selbst nie klar hatte formulieren können.

Sandra drehte sich schließlich zu mir um. Ihre Augen trafen meine, noch weich vom Schlaf.

„Du bist schon wach“, sagte sie leise.

Ich nickte.

Sie lächelte – ein Lächeln, in dem lag, dass sie wusste, wie sehr ich innerlich noch mit dem gestrigen Abend beschäftigt war. Ihre Hand fand meine und drückte sie kurz.

„Frühstück?“, fragte sie. „Ein schönes Sonntagsfrühstück mit Rührei? Das wäre jetzt schön.“

„Bleib noch etwas liegen. Ich bereite es uns vor“, antwortete ich.

Sie ließ meine Hand los, kuschelte sich noch einmal in die Decke und beobachtete mich, als ich aufstand.

In der Küche bemühte ich mich, den Tisch besonders sorgfältig herzurichten. Die Tassen ordentlich, das Besteck ausgerichtet, alles ein wenig achtsamer als sonst. Es war mein Wunsch, es für sie schön zu machen. Ihr zu zeigen, wie sehr ich sie liebte.

Wenig später kam sie dazu, strich mir im Vorbeigehen mit den Fingerspitzen über den Rücken. Eine beiläufige Geste – und doch durchfuhr sie mich stark.

„Du hast dir heute besonders Mühe gegeben“, stellte sie fest. „Du brauchst aber kein schlechtes Gewissen zu haben.“

Ich erstarrte.

„Habe ich doch gar nicht“, erwiderte ich.

Ihr Blick hob sich, ruhig, durchdringend – aber nicht hart.

„Andreas“, sagte sie sanft. „Ich kenne dich.“

Der Satz war kein Vorwurf. Eher eine Feststellung.

Ich setzte mich ihr gegenüber und wusste, dass sie mich längst durchschaut hatte. Mein mangelndes Durchhaltevermögen in der letzten Nacht nagte noch an mir – ebenso meine überzogene Reaktion, mein unkontrolliertes Verlangen. Nicht, weil sie es noch einmal bewertet hätte. Sie hatte es nicht einmal erwähnt.

Sie hatte mich gereizt. Ich hatte ihre Grenzen nicht richtig wahrgenommen, und sie musste die Kontrolle wieder aufnehmen. Erst danach konnte ich ihr wieder folgen. Und ich wusste nicht, ob ich mich dafür schämen oder erleichtert fühlen sollte.

Die nächsten Tage verliefen ruhig. Sie waren geprägt von vielen kleinen Zärtlichkeiten. Ihre beiläufigen Berührungen im Alltag taten mir gut. Es waren Gesten, die unsere Zusammengehörigkeit unterstrichen – Gesten, die in der Zeit vor unseren neuen Erfahrungen, vor der Gefühlsachterbahn, in die wir uns gestürzt hatten, beinahe in Vergessenheit geraten waren.

Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass Sandra sich wieder bewusster in unsere Zweisamkeit einbrachte. Sie äußerte Essenswünsche, koordinierte kleine Aktivitäten, traf Entscheidungen, die uns beide betrafen. Es tat gut, ihre Anerkennung zu spüren – für Dinge, die sie in den vergangenen Jahren vielleicht als selbstverständlich betrachtet hatte.

An einem Abend saßen wir dicht nebeneinander auf dem Sofa. Ein Film lief, doch ich folgte der Handlung kaum. Ich war mir ihrer Nähe zu bewusst. Ihrer Wärme. Ihrem Atem.

Meine Hand wanderte wie von selbst über ihren Oberschenkel. Nicht fordernd. Nur suchend.

Sie legte ihre Hand darüber. Hielt sie fest. Nicht ablehnend – aber begrenzend.

„Nimm mich wahr“, sagte sie leise.

Ich verstand sofort.

Kein Weitergehen. Kein Drängen.

Ich nickte.

Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter. In dieser Haltung lag keine Zurückweisung. Es war eine klare Willensäußerung.

Später im Bett lag sie dicht bei mir. Ihr Bein über meinem, ihre Stirn an meinem Hals. Körperliche Nähe – intensiv, vertraut. Aber ohne Eskalation.

Mein Körper reagierte trotzdem. Und ich schämte mich ein wenig dafür, wie sehr allein ihre bloße Präsenz mich aufwühlte.

„Du bist noch scharf“, murmelte sie.

„Bin ich?“

„Ja.“

Ihre Hand glitt unter die Decke und legte sich warm auf meine erwachende Härte. Kein Spiel. Kein Versprechen. Nur Berührung.

„Es ist in Ordnung“, fügte sie hinzu.

Dieser Satz traf mich tiefer als alles andere.

Es ist in Ordnung.

Nicht: Ich will heute nicht.

Nicht: Du hättest anders sein müssen.

Nicht: Du warst zu schnell.

Sondern: Es ist in Ordnung.

Und dennoch erkannte ich, dass sich etwas zwischen uns einordnete. Ich nahm Sandra wahr, und sie ließ mich spüren, dass auch sie mich wahrnahm. Es war eine neue Form nonverbaler Kommunikation zwischen uns.

Einmal erwähnte sie beiläufig ein Gespräch aus dem Büro. Ein Kollege hatte mit ihr geflirtet. Sie erzählte es mit einem leichten Glanz in den Augen, den ich erst seit Kurzem bei ihr kannte. Ich fragte nicht nach Details. Aber ich spürte die feine Linie zwischen Bewunderung und Vergleich in mir aufsteigen. Da war dieser Gedanke in ihr – vage, namenlos – an jemanden, der sie anders berührte, anders forderte als ich.

Ich sagte nichts.

Sie sah mich trotzdem an.

„Du denkst zu viel“, sagte sie ruhig.

Vielleicht tat ich das.

Vielleicht dachte ich daran, dass es erregend war, wie sie inzwischen Möglichkeiten erkannte. Wir gaben uns einerseits Halt; andererseits war es aufregend, wie sie mir diesen Halt jederzeit wieder entziehen konnte.

Während ein Teil von mir sich dagegen sträubte, begriff ein anderer, leiserer Teil: Sie brauchte beides. Unsere verlässliche Zweisamkeit – und das Abenteuer, in das sie uns führen konnte. Und ich war derjenige, der uns beiden das möglich machte.

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