Wir suchen Geschichten! Hast du eine Geschichte geschrieben? Bitte hier einsenden! Danke schön!

Das Wunder der Sterne , Teil 12 (fm:Sonstige, 10281 Wörter) [12/12] alle Teile anzeigen

Autor:
Veröffentlicht: Aug 03 2026 Gesehen / Gelesen: 168 / 134 [80%] Bewertung Teil: 9.95 (21 Stimmen)
Auch hier mit wenig Sex und mit neuen Wegen im All, zurück auf die Erde. Viel Spaß

[ Werbung: ]
privatamateure
PrivatAmateure: Bilder, Videos, chatten, flirten, Leute treffen!


Breite der Text unten anpassen: (braucht 'cookies')
[ 10% ] [ 20% ] [ 30% ] [ 40% ] [ 50% ] [ 60% ] [ 70% ] [ 80% ] [ 90% ] [ 100% ]

© RalfB Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

Stan sah nach unten und war sich sicher:

„So wird das mal ganz sicher nichts mit einem Orden!“

Zu der kleinen Miezekatze, mit ihren sechs Augen und sechs Beinen sagte er ein klein bisschen verträumt:

„Dir ist klar, dass das hier ein verdammt intimer Moment ist, oder?“

Stattdessen saß er dort, auf dieser Toilette, mit herunter gelassenen Hosen und hatte eine sechsbeinige Mörder Baby Katze auf seinem Schoß, die erst mit seinem Streicheln und Halten aufgehört hatte zu zittern.

Ein Baby Camrati hatte zwar schon diese üblen Krallen und Zähne, es fehlten ihm aber noch die Panzerplatten auf dem Rücken, womit dieses ganze Tier einfach nur schmuse weich und flauschig war. Flauschig weich und brandgefährlich!

Die Prozedur, die er erledigen musste, um endlich wieder in Gefechtsbereitschaft zu kommen, die Maus wieder auf den Arm zu wuchten und schließlich wieder auf der Brücke aufzutauchen, sein Schiff wieder zu übernehmen, würde jetzt zu weit gehen und wird nicht näher beschrieben, jedoch hatte er mit dieser Panthermieze nicht das einzige Problem an Bord.

Auch wenn zerstörte Lüftungsgitter, wie hier auf seiner Toilette sicher nicht die einzigen Schäden waren, hatte er noch ganz andere Probleme.

Stan wurde schon als kleiner Junge von allen, die ihn kannten, als echter Spinner betitelt. Schon als Zwerg hatte er die Angewohnheit, einfach alles zu retten, was teilweise auch gar keine Rettung haben wollte. Er rettete Tiere, egal wie wehrhaft oder bissig. Erst mit etwas mehr Reife achtete er mehr darauf, ob diese Tiere seine Rettung auch wirklich wollten. Mit einem Elch Kalb, dass ihn fast in die Hauswand eingearbeitet hatte, schien er es endlich begriffen zu haben. Zumindest glaubte man das, da die eine Sache mit dem Braunbären nicht weiter bekannt war. Bis zu diesem schicksalhaften Moment, als er zu einem Einsatzkommando abkommandiert wurde, dass schlussendlich sein Leben so sehr in Schieflage bringen sollte.

Die Pathfinder 3 wurde zu einer Einsatzgruppe abgestellt, die unter Kommando von Admiralin Amber Buffet einen Piratenstützpunkt ausheben sollte. Eben diesen Piratenstützpunkt, den auch Admiral Andreas Müller schon besucht hatte, um dort sein zweites Drakonier Crewmitglied zu finden. So kam er das erste Mal überhaupt in Gesellschaft eines echten Admirals und entsprechend nervös stand er damals an eine Wand gedrückt in diesem Besprechungsraum der Sentinal, die sie zu dieser Zeit als Flaggschiff nutzten.

Er kam sich damals so sehr klein und unbedeutend vor. Insgesamt waren dort zwanzig alliierte Kapitäne und Kommandeure anwesend, jedoch auch Königin Kalytra, vom Vortak Kollektiv mit fünf ihrer Kommandeure waren anwesend und so hatte diese auf ihn eine Wirkung, die er nur sehr schwer beschreiben konnte. Besser beschreiben konnte er damals den Zustand seiner Beine, die so etwas von Pudding hatten.

Sein Selbstbild gewann erst ein paar neue Perspektiven, als er seinen Admiral sagen hörte:

„Unsere menschlichen Tarnkappenschiffe werden die Vorhut bilden, da diese nicht entdeckt werden können. Auf unser Zeichen werden die alliierten Schiffe vorrücken, aber vorrangig flüchtende-, oder zur Hilfe eilende Schiffe abfangen.

Unsere Pathfinder 3 wird ein gemischtes Spezialeinheitenteam auf der Station absetzen. Das ist unser fähigstes Schiff, dass selbst auf ihrem Esstisch landen könnte, ohne dass sie es merken würden.

Kapitän Laitinen? Sie werden den eigentlichen Einsatz beginnen, die Spezialisten absetzen und erst dann das Zeichen geben, dass alle Anderen mit ihren Aufgaben beginnen. Bitte denken sie daran, dass sie nicht andocken dürfen, da sie sonst bemerkt werden. Es darf absolut kein Signal zu unserer Ankunft ausgelöst werden. Also auch keine Andockklammern.

Haben alle ihre Aufgaben verstanden? Dann los!“

Dieser eine Moment, den Stan anfangs gar nicht so richtig verstanden hatte, machte ihm im Nachhinein klar, dass er wohl doch etwas wert sein musste. Nie hätte er gedacht, dass diese Frau Admiralin überhaupt seinen Namen kennen würde. Ein Wert, den er auch sehr eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

Stan bekam einen Trupp von vierzig Nahkampfspezialisten auf sein Schiff verfrachtet, die aus den beängstigendsten Lebensformen bestanden, die er je erlebt hatte. Es waren einige Vortak Krieger anwesend, die ihm alleine durch ihr Äußeres schon Angst machten. Große Käfer, deren Vier Arme in Scheren und Klingen endeten, die wirklich nicht lustig waren. Damit waren sie aber in passender, wenn auch gewohnterer Gesellschaft einiger Hewe Kämpfer, die ja etwas ähnlich aussahen. Hewe konnten auf Wunsch sogar an Wänden und Decken laufen. Gott, was für üble Gesellen, wenn die sauer waren. Crel und Menschen stellten den Rest der Gruppe, wobei aber alleine deren Augen schon für Gänsehaut sorgten. Stan und seine Mannschaft hatten jedenfalls konstant eine echte Gänsehaut.

Das hier waren Spezialeinheiten. Spezialkräfte, die nicht zum Karten spielen einluden.

Der eigentliche Einsatz war dann aber eher reine Gewohnheit. Auf seinem Kurs flog das Schiff in einer üblichen Formation zum Einsatzziel, dieser feindlichen Station. In angemessener Entfernung teilten sich die Angreifer auf und die menschlichen Schiffe näherten sich der Station. In Sichtweite erhielt Stan dann das vereinbarte Zeichen und damit näherte er sich mit nahezu kalten Triebwerken im Schneckentempo. Er hatte seine Triebwerke mit einem Kühlmittel gespült und somit seine Wärmeabstrahlung auf fast null reduziert. Erst dann startete er in ganz kleiner Fahrt zur Station, was von seiner Truppe beobachtet wurde.

Als er schließlich vor einer Andockbucht schwebte und hier nahezu festgenagelt in Position blieb, seine Kampfgruppe absetzte, ohne dass sie bemerkt wurden, sagte Admiral Amber Buffet zu ihren Offizieren:

„Bitte erinnern sie mich alle daran, dass ich mich mit all unseren Kapitänen und Steuerleuten vor diesem Finnen zu verbeugen habe. Hat irgendeiner von ihnen schon mal ein solches Manöver gesehen?“

Nein. Im Weltall, nur ein paar Zentimeter vor einer Stahlwand schwebend, ohne Kontakt aufzunehmen, oder zu schwingen, hatte das sicher sonst keiner je versucht. Man beachte, dass es im Weltall absolut schwerelos zugeht. Hier gibt es praktisch keine Widerstände, die eine Bewegung bremsen. Hier gibt es aber eine Fahrt, die du nicht mal eben so leicht stoppen kannst. Wenn du Gas wegnimmst, treibt die Büchse eben einfach weiter. Wenn du in die Nähe von Objekten kommst, musst du mit Anziehung oder Gegenteil rechnen.

Man konnte sehr gut verfolgen, wie die Einsatzkräfte mit lediglich einem minimal weiteren Schritt übersetzen konnten. Nur Augenblicke später kam dann auch das Go, für den Rest der Angreifer.

Als diese dann zügig in den Angriff mit einstiegen, war es für die Piraten praktisch schon gelaufen. Stans Kräfte setzen Alarm- und Verteidigungssysteme außer Kraft und bis man den Angriff bemerkt hatte, war es schon zu spät. Es wurden sehr brutale und harte Kämpfe. Da man die Sklaven und Gefangenen schützen wollte, aber auch Beweise und Spuren sichern musste, war ein orbitaler Angriff eben nicht möglich. Dieser fand zwar auch sehr schnell, mit flüchtenden Schiffen statt, aber die Station war ausschließlich im Nahkampf zu erobern.

Stan hatte sich mit seinem Schiff von der Station entfernt und begann, die Geschützanlagen zu eliminieren. Erst als er ein weiteres Zeichen bekommen hatte, dockte er schließlich an und kam nun selbst, zusammen mit seinen Leuten auf die Station.

Von den Kämpfen selbst hatte er somit nicht viel mitbekommen. Lediglich die Spuren und Opfer der Kämpfe waren nicht zu übersehen und einigen drehten sich die Mägen um. Auf einem Raumschiff, im Weltall sah man nun mal eher selten tote und zerfetzte Wesen herum liegen.

Stan und seine Techniker hatten die Station abzusichern. Im Wesentlichen kümmerten sie sich um die Lebenserhaltung. Sie sahen zu, wie Gefangene und Opfer befreit und versorgt wurden. Besiegte Feinde wurden sitzend in der Mitte eines recht großen Raums zusammengetrieben und bewacht. Jedoch wurden auch diese schon medizinisch versorgt.

Der Untergang des Stan Laitinen kam mit Ankunft in den Sklaveneinrichtungen. Hier beobachteten sie zusammen, wie die Käfige geöffnet wurden und Wesen der verschiedensten Arten gerettet wurden. Sehr schöne Bilder, mit denen jedem Sinn und Nutzen der Aktion bewusstwurde. Alles ging in die Hose, als Stan zu einer Ecke kam, wo etwas abseits diverse Käfige sauber gestapelt in einer Gruppe arrangiert standen. In diesen meist eher kleinen Käfigen kauerten Babys. Einfach nur Babys verschiedener Arten, die alle eines gemeinsam hatten. Riesige, von Angst geweitete Augen, mit denen man einen Stan Laitinen absolut nicht ansehen durfte.

Augen, die eben zu Wesen gehörten, die mit einem Camrati und ähnlichen Arten damit extrem bissig aussahen und aktuell eher verängstigt gemieden wurden. Diese frei zu lassen war nicht so ganz unbedenklich und so traute sich das wohl aktuell keiner. Stan und seine Leute hatten das schnell geklärt und so schafften sie diese Käfige, nebst Inhalt, auf Transportwagen, mit denen sie die Babys auf ihr Schiff schafften.

Eine Maßnahme, die in das allgemeine Bild passte und gehörte. Was nicht passte war, was auf der Pathfinder 3 passierte. Stan, Melanie, eine deutsche Ärztin und Clara, die Bordingenieurin aus Holland begannen sofort mit der Versorgung der Babys. Wasser, Futter und erste Schmuseeinheiten waren zu verteilen. Der meist geäußerte Satz, während diesem Kennenlernen?

„Och, wie süß!“

Die logische Konsequenz dieser unprofessionellen Einschätzung?

Die Pathfinder 3 war noch nicht ganz von der Station abgeflogen, da waren die ersten Käfige schon offen und die teilweise brandgefährlichen Insassen frei im Schiff verteilt. Nur ein paar Stunden später hatte jedes Besatzungsmitglied ein wirklich süßes, wenn auch schwieriges Baby an der Backe und alles ging den Bach hinunter.

Stan stand still im Orbit in seinem Schiff, am vereinbarten Sammelpunkt und wartete, da hatte er Cali, diese Camrati Mieze auf seinem Schoß, wo sie sich gegenseitig schmusten und warmhielten. Sie war eine derart süße Schmusekatze, aber verständlicherweise extrem verängstigt. Anfangs noch scheu und misstrauisch entschied sie sich aber zitternd und ängstlich sehr schnell für sicheren Körperkontakt. Erst damit ließ ihr Zittern nach und erst mit eben diesem Schmusen änderte sich die Körpersprache von ängstlicher Verteidigungsbereitschaft zu langsam entspanntem Erholen und Entspannen. Cali war sicher nicht der originellste Name, aber Stan war eben nichts Besseres eingefallen. Ähnlich wie ihm ging es seinen Leuten und keiner konnte sich den Babys entziehen.

Psychologische Kriegsführung eben, mit 100% Erfolg.

Als sich langsam die kleine Flotte eingefunden hatte und er schließlich zur Nachbesprechung auf die Sentinal befohlen wurde, war es also schon längst zu spät. Hier traf er mit Cali in seiner Jacke kauernd im Kommandoraum ein und schaffte es problemlos jeden anwesenden Mitstreiter sprachlos zu machen.

Admiral Amber Buffet hatte diese Situation natürlich auch direkt erfasst und fragte hilfesuchend:

„Kapitän Laitinen? Was haben sie denn da mitgebracht?“

Stan stotterte und bat um Entschuldigung, was mehr Gelächter auslöste, als Sorgen. Er blubberte hilflos daher:

„Frau Admiralin, ich entschuldige mich in aller Form, aber diese Kleine hier lässt mich aktuell nicht mehr los. Sie braucht eben einen Moment. Das wird aber sicher bald wieder werden!“

Amber hatte die Augenbraue hochgezogen und fragte nach:

„Ist das eines der Babys aus der Station? Welche Spezies ist das?“

Alles wäre gut geworden und Stans Stottern hätte nur für Lachen gesorgt, wenn nicht Cali in diesem Moment eine bequemere Position gesucht hätte und sich so komplett gezeigt hätte. Ab da waren zu den Augenbrauen auch die Augen vieler groß geworden und Amber keuchte:

„Kapitän! Bitte, bitte sagen sie mir, dass sie da kein Camrati Baby in ihrer Jacke spazieren tragen!“

Stan wollte weinen, als er verlegen jammerte:

„Würden sie es mir glauben, wenn ich behaupten würde, dass ich gar nicht weiß, was ein Camrati ist?“

Diese Situation konnte sicher nur Cali noch retten, die neugierig geworden ihr Gesicht und die Nase aus der Jacke streckte und alle Umstehenden neugierig mustern wollte. So sah dieses unglaublich süße Gesicht nur noch nach einem einzigen Ausruf des Admirals aus:

„Oh mein Gott, was ist das eine unglaublich süße kleine Maus!“

Camrati hin, oder her, man beließ es beim gelegentlichen Kraulen des Wollknäuels und fand zur Arbeit zurück. Amber wand sich zwischenzeitig an Stan und sagte ihm:

„Kapitän Laitinen, Ihre Leistung bei diesem Einsatz war einfach unglaublich. Sie haben uns mit dem Absetzen der Einsatzkräfte wirklich vom Hocker gehauen. Meinen absoluten Respekt. Das wird sicher eine Anerkennung wert sein. Aber wie viele Babys haben sie an Bord ihres Schiffes genommen und was haben sie mit den Kleinen vor? Ist überhaupt noch ein Wesen unter Verschluss, oder sind inzwischen alle frei?“

„Frau Admiral, ich bitte um Entschuldigung und es tut mir sehr leid, aber was sollten wir denn machen? Wir konnten sie doch nicht dort zurücklassen. Ich gestehe, dass aktuell alle Babys frei sind und meine Leute sich um deren Befinden kümmern. Was und wohin mit ihnen ist eine Frage, die ich noch nicht beantworten kann. Wir müssen uns etwas einfallen lassen!“

Der Kommentar der Admiralin fasste es wohl am besten zusammen:

„Ach du Sch…! Also gut. Dann gehen sie erst mal auf Heimatkurs und wir geben das Problem an das Kommando weiter. Sollen doch die sich was einfallen lassen. Sind es alles intelligente Spezies?“

Ja, es waren alles intelligente Spezies und so ging die Pathfinder 3 mit insgesamt zwölf außerirdischen Babys auf Heimatkurs. Eine Fahrt, die wohl auf keinem anderen Schiff jemals so unterhaltsam geworden war. Das Problem der Babys war zudem eines, dass absolut nicht leicht zu lösen war.

Cali, die Camrati Maus war sicher eines der gefährlichsten Wesen, dass im All bekannt war. Ihre Art war zwar bekannt und gefürchtet, jedoch tauchte ihre Art nur immer wieder mal auf, ohne dass bekannt war, woher sie stammte. Auf Nachfrage bei Nalkis, dem Camrati auf der Galaxy Hawk konnte das auch nicht näher geklärt werden, denn der war als Welpe ebenfalls mal verschleppt worden und ähnlich wie Cali in diese Welt gekommen. Er sagte aber auch, dass es schwer sein dürfte Cali jetzt noch von Stan zu trennen.

Ein Baby Drakonier war das nächste Problem, wenn auch ähnlich bekannt. Die Drakonier waren eine Spezies, die zwar riesig groß, stark und fliegend, zudem Feuer speiend eindrucksvoll waren, aber weitestgehend im All verstreut lebten. Ihre Heimatwelt war vor ewig langer Zeit untergegangen und so lebte ihre Art aktuell weit verstreut. Duglas lebte mit einigen anderen Babys im Maschinenraum, bei Clara und ihren beiden Helfern, weil es hier schön lecker warm war.

Hier gehörte Benny, ein Crel dazu, der sicher einfach bei seinen Leuten hätte abgegeben werden können, nur nicht wollte. Dazu zwei Wesen, deren Art überhaupt noch keiner kannte. Tom und Jerry waren zwei wieselflinke Echsen artige, die recht gut in diese Gruppe passten, aber eben nicht erkannt wurden. Sie waren etwas kräftiger als der Crel. Hatten nur zwei Arme, waren aber ähnlich gut bewaffnet. Sie schienen später sicher auch mal Panzerschuppen zu bekommen.

Zweifellos der Süßeste war Teddy, der sich an Melanie, die Schiffsärztin gehängt hatte. Teddy hatte seinen Namen nicht von ungefähr, denn er sah einfach auch aus, wie ein Teddy. Wie ein Erden Bär, war er einfach nur zu süß. Blöd waren seine zwei Beine, die vier Arme und die unglaublichen ausziehbaren Krallen, die er an allen sechs Gliedmaßen hatte. Er hatte knuddelige Finger, mit opponier baren Daumen. Hatte er auch diese runden und riesigen großen Augen und Ohren, durfte er aber ganz sicher nicht sein Maul aufmachen. Dieses hatte eine optische Anmutung wie das selbige eines weißen Hais. Sicher nichts für schwache Nerven, wenn auch Melanie offensichtlich neben sich gestanden hatte, als die Zwei sich kennenlernten.

Melanie war als die zuständige Bordärztin immer als ruhig, gewissenhaft und extrem pingelig bekannt gewesen. Niemals hätte jemals jemand geglaubt, dass sie sich von Teddy einfangen lassen würde. Als die Zwei sich trafen, lag Teddy extrem stark dehydriert und komatös in seinem Käfig. Er war der eigentliche Grund, warum die Käfige überhaupt geöffnet wurden. Melanie hatte alle Babys gecheckt und untersucht und erste medizinische Schritte durchgeführt. Als sie Teddy entdeckte, war es zu spät. Sie reagierte, wie eine richtige Mama. Ein:

„Oh du mein lieber Gott. Der Kleine hier braucht sofort Hilfe!“

Damit riss sie dessen Käfigtüre auf, schnappte den Floh und rannte auf ihre Krankenstation. Hier wurde der Zwerg intensiv versorgt und erst wieder losgelassen, als er über den Berg war. Naja, nur dass sich ab da beide gegenseitig nicht mehr losgelassen hatten. Melanie hatte es immer mit der professionellen ärztlichen Distanz zu ihren Patienten. Nur war sie dann wohl ab jetzt Mama. Was will man machen?

Ob die Pathfinder 3 auf ihrem Flug vergessen worden war?

Jedenfalls meldete sich niemand bei ihnen, um zu klären, was mit den Babys geschehen sollte. Eventuell hoffte man ja im Kommando, dass sich dieses Problem von selbst lösen würde. Oder es war aus Versehen unter den Tisch gefallen und so entschied Stan in Sichtweite zur Erde, sein iPhone aus seinem Fach zu holen und einen Anruf zu tätigen. Ein Anruf, der ihm sicher nicht leichtgefallen war. Ein Anruf, den er bis jetzt, zum aller letzten Schluss aufgeschoben hatte. So meldete sich am anderen Ende eine sanfte Frauenstimme:

„Hallo Schatz! Das ist ja jetzt eine Überraschung, dass du dich zuhause meldest. Wie geht es dir? Hast du was angestellt und wir müssen dich irgendwo rausholen?“

Mit Tränen in den Augen und einem riesigen Frosch im Hals antwortete Stan:

„Hallo Mama! Es ist so schön deine Stimme zu hören. Nein, ich habe nichts ausgefressen und eigentlich geht es mir richtig gut. Ich musste nur gerade nachdenken und habe ein Problem, wobei ihr mir eventuell ein bisschen helfen könntet. Nur wenn es Okay ist!“

„Na siehst du, wusste ich es doch! Also gut. Was willst du?“

„Mama, wir hatten einen Kampfeinsatz im All, wo wir Sklavenhändler und Piraten im Visier hatten. Mama, wir haben dort außerirdische Babys eingesammelt und die sind jetzt bei uns an Bord. Das sind Arten, die etwas problematisch sind und die wohl keiner haben will. Mama, meinst du, ich könnte die mal eine Zeit lang auf eure Insel bringen? Da könnten die sich mal austoben und wären sicher. Nur bis geklärt wäre, was aus ihnen werden soll?“

„Stan mein Schatz? Du hast jetzt auch im Weltall Tierbabys gerettet? Lernst du es denn nie?“

Stan stöhnte auf und jammerte:

„Mama, bitte!“

Aus Mamas Richtung kam aus etwas Entfernung:

„Schatz, lass den Jungen jetzt in Ruhe. Er soll herkommen. Dann sehen wir weiter!“

Etwas verächtlich reagierte die Mama nun:

„Hast ja gehört, was dein Vater gesagt hat. Jammert mir nur nachher nicht die Ohren voll, wenn sich wieder herausstellt, dass du wieder Mist gebaut hast!“

Als Stan nun mit einem Danke an seine Mama aufgelegt hatte und in die grinsenden Gesichter seiner Leute schaute, musste er dann doch selbst mal grinsen und so nahm die Pathfinder 3 Kurs auf eine einsame, wenn auch recht große Insel in Finnland. Voll getarnt trat das Schiff in die Atmosphäre der Erde ein und kam schließlich am Elternhaus von Stan Laitinen an.

Elisa und Marc Laitinen saßen gerade beim Abendessen und sahen dabei die Nachrichten, als sie ein komisches Brummen hörten, dass immer lauter wurde. Es war wie ein riesiger Ventilator, der Schwingungen an die Umgebung abgab, Alles vibrierte plötzlich und die Fernsehübertragung begann zu flimmern. Fragend sahen die Zwei sich an, als Marc sagte:

„Hört sich an, als wenn dein Sohn zuhause angekommen wäre. Hört sich nicht an, als wenn er mit einem Boot hier wäre!“

Damit standen die Zwei auf und gingen nach draußen, vor die Türe. Auf der Veranda stehend sahen sie nach oben, wo die blinkenden Positionslichter sicher nicht zu übersehen waren. Marc wollte gerade noch ein Stück Brot in seinen Mund stecken. Mit Blick auf dieses unglaubliche Raumschiff verließ ihn aber die Kraft und sein Brot fiel mit dem Fallenlassen der Arme aus seiner Hand.

Sichtlich geschockt antwortete Elisa:

„Sieht so aus, als wäre das Boot von unserem Sohn ein bisschen gewachsen!“

Womit sie nur noch kommentarlos zusahen, wie dieses riesige Raumschiff auf der Wiese vor ihrem Haus zur Landung ansetzte. Eine Landung, deren Eigenschaft sie nicht beurteilen konnten, die aber wieder genau so war, wie inzwischen in der Allianz gut bekannt. Keiner konnte diese Manöver so gut und sanft wie Stan. Der sah nur durch die Außenkameras, wie er beobachtet wurde und hatte ganz andere Sorgen.

Er musste sich jetzt seinen Eltern stellen und noch schlimmer… Er musste sich jetzt seiner Mama stellen. Trotzdem fuhr er nun alle Systeme herunter, ließ eine Rampe hinunter und kam nun als Erster aus seinem Schiff gekrochen. Naja, er konnte laufen, aber er hatte schon das Gefühl von Kriechen. So trat er das erste Mal seit drei Jahren wieder auf die heimische Wiese, vor seine Eltern. Er sah die Zwei dort stehen. Seinen Vater mit einem dicken Grinsen. Dessen Gesicht zeigte grinsend seine Anerkennung und sein Daumen hoch dessen Meinung.

Seine Mama stand dort. Die Arme hingen locker neben ihr und ihre Augen weinten. Sie weinten so dicke Tränen, dass sie Stan nur noch anstecken konnte. Den hielt jetzt nichts mehr und nur Augenblicke später hatte er seine Mama in seinen Armen. So heulten die Zwei sich gegenseitig die Ohren voll, bis Elisa die Augen öffnete und nur Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt in sechs riesige, rabenschwarze und zuckersüße Knopfaugen starrte.

Sie hatte nicht die Zeit zu entscheiden, wie sie reagieren sollte, da kam diese Nase fast bis auf Hautkontakt an sie heran und schnüffelte an ihr. Leicht kitzelte es schon an Mamas Nase, als diese vorsichtig fragte:

„Ist das da eines deiner Probleme?“

Bis Stan endlich antworten würde, hatte Cali schon ihr Gesicht über dieses dieser Mama gerieben und so sagte Stan sanft:

„Das ist Cali. Sie weicht mir nicht mehr von der Pelle, seitdem wir die Truppe aufgenommen haben. Ja Mama. Um sie und ihre Freunde geht es!“

Wie benehmen sich alle Mamas noch mal? Da sind alle Mamas gleich. Mit einem:

„Ach mein Junge…!“

richtete sie sich auf und griff, wie selbstverständlich nach dieser Miezekatze und übernahm sie schon drehend auf ihren Arm.

„Na dann kommt erst mal mit rein!“

Cali war nur sehr kurz verwundert, entschied aber direkt, dass Mama cool war und sie nun Mama erst mal untersuchen würde und Stan bremste lachend:

„Mama, warte! Dreh dich noch mal um. Wir sind zu viele Leute!“

Damit drehte sie sich mit dem schon nächsten Spruch auf den Lippen wieder um, nur um dann doch mal geschockt zu reagieren, als sie all die anderen Besucher endlich registrierte. So sah sie erst jetzt, wie ihr Mann durch unglaublich viele Leute ging, diese mit Handschlag begrüßte und direkt auf dieses Schiff zusteuerte. Staunend, wie ein kleiner Junge sah er sich alles an und untersuchte die vielen Details. Er umkreiste die ganzen dreihundert Meter mit sichtlicher Begeisterung und blieb dann schließlich an dieser Rampe stehen.

Fragend sah er seinen Sohn an und zeigte auf den hier geöffneten Eingang. Die beiden grinsten sich nur an und so ging ein sichtlich staunender und begeisterter Papa einfach mal diese Rampe hinauf. Nur Augenblicke später war der schon nicht mehr zu sehen und Elisa stöhnte nur resigniert:

„Na klasse. Den sehen wir heute nicht mehr!“

An die vielen anderen Leute gerichtet sagte Elisa:

„Hallo zusammen. Herzlich willkommen in Finnland!“

Was dann schließlich in einem herzlichen und lockeren Kennenlernen gipfelte. Man richtete sich auf dieser Wiese häuslich ein. Die Babys durften auf Erkundung gehen, da sie hier nicht nur sicher waren, sondern auch nur auf der Insel herumstreifen konnten. Wobei das „Sicher“ als „Relativ“ zu bezeichnen war, denn Elche und Bären konnten nicht nur schwimmen, sondern taten das auch sehr gerne, weil auf den Inseln nur selten gejagt wurde.

Wenn man bedachte, wie neu das hier nun alles war, hatten sich die beiden Eltern schon verdammt gut geschlagen. Sicher waren diese ganzen Kurzen schon sehr schwer zu ertragen. Deren Anblick wäre selbst in einem Sciences Fiction Film schon etwas viel gewesen, jedoch waren alle nun mal noch so klein und damit natürlich erst mal eines, nämlich süß. Immerhin konnten sich die Eltern hier erst mal an Cali gewöhnen. Mit Nalkis wäre das sicher etwas ganz was anderes gewesen. Bei all den anderen Babys galt sicher genau das Gleiche.

Inzwischen hatte Stan seinen Vater im Schiff herumgeführt und alles gezeigt. Sie waren nun auch bei all den anderen an einem gemütlichen Lagerfeuer aufgetaucht und hier saßen alle einfach gemütlich zusammen. Es war der absolute Hammer. Eltern lernten das Team ihres Sohnes kennen. Das Team fühlte sich sofort zuhause und um all diesen Menschen herum wuselten Kurze, die sich Schmusereien abholten, sich gegenseitig jagten, oder auf Menschen oder im Knäuel verknotet zusammen schliefen. Was für sich auch wieder komplett neu war, denn hier lagen ganz grundverschiedene Wesen beisammen und kuschelten.

Mama sagte schließlich:

„Wir haben alles gesehen, was in Fernsehen, oder Nachrichten so berichtet wurde. Wir haben auch den großen Krieg verfolgt, der ja am Ende wohl eher ein kleiner wurde. Es ist schon unglaublich, dass du in all dem mit dabei warst und dann in so einem riesigen Schiff!“

„Oh Mama, das ist nur ein kleiner Zerstörer. Der ist wirklich sehr klein. Die anderen Schiffstypen sind 1, 2 und 3 Kilometer lang. Wir haben inzwischen sogar fünf Kommandoschiffe, die wie eine Sternenfestung im All schweben und jeweils acht Kilometer lang, mal vier Kilometer breit sind. Aber doch, wir sind ziemlich stolz auf unsere Pathfinder und wir als Team sind extrem zufrieden. Wir fühlen uns wohl und da fallen einem die Aufgaben auch wirklich sehr leicht! So ein Zerstörer ist eben schön handlich und wendig. Ist übersichtlicher und wirklich auch nicht ohne!“

Schließlich wurde es etwas ruhiger. Einige hingen ihren Gedanken hinterher, oder dösten nur ein wenig. Andere beobachteten all die Babys. Elisa fragte schließlich:

„Und du willst diese Babys hierlassen, weil sie keiner will? Warum will sie keiner? Haben denn die kein Zuhause?“

„Mama, dass ist dort oben im All etwas kompliziert. Erstens sind das Babys von ganz unterschiedlichen Arten. Die sind dann weit über die Galaxy verstreut und teilweise nicht sehr bekannt. Dazu kommt dann noch, dass es sich um extrem gefährliche Arten handelt und keiner will sich wirklich mit ihnen beschäftigen. Das ist schon ziemlich kompliziert und wir müssen einfach warten, bis es eine Entscheidung geben wird!“

Mama lachte leicht auf und fragte ungläubig:

„Extrem gefährlich? Willst du deine alte Mutter auf den Arm nehmen?“

Das fragte sie, während sie Teddy auf ihrem Schoß hatte und diesem die Ohren kraulte. Stan wiegte gerade Cali, die auf seinem Schoß, in seinen Armen eingeschlafen war und antwortete:

„Mama, den Teddy, den du da schmust kannte bisher noch keiner. Niemand weiß, wie der ausgewachsen mal aussehen wird. Cali hier ist ein Camrati. Sie wird groß wie ein Lieferwagen und ist hoch intelligent. Sie wird mal eines der gefährlichsten und tödlichsten Wesen im ganzen Universum. Du hast mal Nalkis im Fernsehen gesehen. Der war in dieser Late Night Show mit unserem Admiral Andreas Müller. Kannst du dich noch erinnern? Dieser riesige schwarze Panter, mit den vielen Panzerplatten auf dem Rücken? Der, der die Leute so geschockt hat, weil er zu denen geredet hatte?“

Ja… Ihre riesigen Augen zeigten, dass sie sich sehr genau erinnerte.

Aktuell änderte das nichts an der Situation und daran, wie sich die nächsten Tage und Wochen entwickeln sollten. Stan achtete auf seinen Kommunikator, ging regelmäßig auf sein Schiff und machte Wartung und Service mit seinen Leuten zusammen. Sie gewannen langsam schon den Eindruck, als wenn sie vergessen worden wären.

Elisa und Marc hatten indes die Zeit ihres Lebens. Bei allem was sie taten. Im, oder um das Haus. Auf der ganzen Insel. Egal was sie taten. Immer war eine ganze Truppe von kleinen Monstern um sie herum. Immer gab es einen zu retten, zu schmusen, oder zu verwöhnen. Immer hatte eines Hunger, oder war eben nur neugierig. Nur ein paar Tage später hatte Elisa schon entdeckt, dass sie den Kleinen abends etwas vorlesen musste. Die Kurzen schliefen dann sehr einfach und schnell, vor allem aber sehr zufrieden ein.

Melanie hatte entdeckt, dass die Babys alle nicht doof waren und immer neugierig blieben. So begann schon schnell ein regelmäßiger Schulunterricht, den die Menschen, je nach Thema, abwechselnd hielten. Nein. Alle samt waren es Arten, die eben nicht mit einem Wolf, Elch, oder Bären zu vergleichen waren. Alle begannen mit Lautäußerungen, die sich immer mehr nach Sprache anhörten. Das waren Entwicklungen, die nur ein paar Wochen dauerten.

Nach zehn Wochen hatte das Kommando dann endlich entdeckt, dass ihnen ein Schiff abhandengekommen war und so kam eine ganz vorsichtige Anfrage, ob es die Pathfinder 3 denn noch geben würde und wo das Schiff eigentlich aktuell wäre. Hatte auch Stan anfangs schon wieder Bauchschmerzen und das Gefühl, richtig Mist gebaut zu haben, wurde das aber schnell geklärt und mit Kontakt zu Admiral Amber Buffet wurde endlich klar, wie die aktuelle Situation denn war. Es zeigte sich, dass man immer noch nicht wusste, was man mit den Babys machen sollte.

Zudem waren es eben langsam schon keine Babys mehr, sondern schon sehr unterschiedlich große Kleinkinder mit immer noch beängstigenden Waffen. Waffen, die nun mal auch nicht kleiner wurden. Zudem begannen diese Kleinkinder gerade das Sprechen zu lernen. Gingen zur Schule und hatten nur sehr wenige heimische Tiere erlegt. Na gut… Relativ wenige heimische Tiere…! Aber in ihrer Truppe hatte sich noch keiner mit Verletzungen herum ärgern müssen!

Man ließ sich Zeit, denn aktuell wurde die Pathfinder nicht dringend gebraucht. Aktuell war es überall ruhig und die Truppe, auf dieser Insel hatte doch so einige Probleme ganz gut im Griff. Ganz im Gegenteil. Auf diese Art sorgte das Kommando für vernünftige Versorgung via Hubschrauber. Eine junge Lehrerin und Xeno Biologin wurde eingeflogen, die die Jungen erforschen und beurteilen sollte. Sie sollte professionellen Unterricht geben und regelmäßig melden, was man hier zu erwarten hatte.

So lief es alles wie gewohnt und richtig gut. Mit Hilfe der Xenobiologin fand man sogar heraus, dass einige der vertretenen Spezies eigentlich verfeindet waren. Sogar biologische Rivalen waren. Hier wusste das bisher keiner und so funktionierte es eben einfach. Die außerirdischen Monster erforschten die Natur und ihre kleine Welt immer mehr im Rudel. Selbst Einzelgänger waren zumindest hier nicht feststellbar.

Das lief genau so, bis schließlich die Nachricht kam, dass dieses Thema nun offiziell zurück zur Chefsache erklärt worden wäre und nun wurde eine Besprechung auf der Insel geplant. Eine Besprechung, die die Eltern Elisa und Marc weit mehr nervös machte, als die inzwischen halbstarken Kriegsbestien, die schon in vorsichtigen Sätzen sprechen konnten. Lediglich Cali konnte schon recht gut sprechen, was klar machte, dass sie die cleverste Maus von allen war. Nervös machte, dass nun die Galaxy Hawk kommen würde. Die Admiräle Amber Buffet und Andreas Müller würden zusammen auf dem Schiff in den Orbit und mit einem Shuttle und ein paar Begleitern auf die Insel kommen.

Tja und damit war sie futsch, die idyllische Ruhe.

Schon mit dieser Ankündigung waren die Tage nicht mehr wie vorher. Allen war ein gewisser Stress unschwer anzumerken. Elisa versuchte verzweifelt das Haus auf Vordermann zu bringen. Mit aber immer einem, oder mehreren Wesen im Haus war das eine wirkliche Sträflingsarbeit. Die Nerven lagen blank und alle machten sich Sorgen. Marc hatte sich angewöhnt, regelmäßig mit Benny zum Fischen zu fahren. Er und dieser Crel hatten einen echten Narren aneinander gefressen. Papa dachte immer öfter an die Möglichkeit, dass man ihnen die Kinder eventuell wegnehmen würde und das passte ihm gar nicht.

Überhaupt hatten sich überall Routinen eingespielt, durch die sich immer wieder mischende Teams bildeten, in denen Alltagsarbeiten, oder verschiedene Projekte erledigt wurden. Die Pathfinder 3 war eigentlich aktuell nur eine schicke Jugendherberge.

Dann aber kam endlich der große Tag.

Per Übertragung kam die Meldung, dass die Galaxy Hawk getarnt im Orbit angekommen wäre. Man wollte niemanden auf die Insel aufmerksam machen. Für zehn Uhr am Morgen war die Ankunft des Shuttles angemeldet und damit war zumindest erst mal die Ungewissheit und das Warten beendet. Als dieses dann direkt neben der Pathfinder landete, war die Spannung auf dem Höchststand. Das Shuttle setzte sanft auf, die Rampe fuhr runter und die Gäste stiegen aus. Damit war es das dann aber auch mit der Fassung der Eltern, denn hier stiegen nicht nur Menschen aus, sondern auch einige, jetzt sehr erwachsene Außerirdische.

Andreas hatte sich sehr bemüht, die Gruppe so klein wie möglich zu halten. So klein wie möglich war dann aber schon fast eine Invasion. Neben ihm und Amber stieg Eva mit aus, die sich nicht zurückhalten ließ. Sie hatte eine Hand auf einem Bein von Nalkis, der seinen Artgenossen sehen musste. Ähnlich ging es Torel, der nicht ohne Belmaria losziehen konnte, einen kleinen Draconier jedoch auch nicht unbeachtet lassen wollte. Wenigstens hatte Andreas mit Gazel auf nur eine Crel reduzieren können. Die anderen würden dann eben später dazu stoßen dürfen.

Für Elisa hatte das gereicht. Sie sah zu ihrem Mann hinüber, der fassungslos seinen Kopf im Nacken hatte und zu Torel hochsah um diesem die Hand zu schütteln. Hand…? Lustig…! Er hatte seine Babyhand in einer Backblechgroßen Klaue liegen und konnte es nicht begreifen.

Schock hin, Schock her. Andreas war es wieder, der die Sache schon machte und mit seiner unbeschreiblichen Art die Stimmung schnell im Griff hatte. Die mit angereisten Außerirdischen waren sowieso nur Augenblicke später bei den Jünglingen ihrer Art und lernten diese kennen. Andreas, aber auch Amber hingegen beschäftigten sich mit ihren Gastgebern und stellten sich sehr schnell als überraschend umgängliche Admiräle heraus. Eva saß zudem auf Papas Schoß und so konnte es eh nicht so furchtbar steif werden.

Es wurden extrem freundliche und angenehme Gespräche. Nach und nach kamen zusätzliche Gäste auf die Insel. Alle wollten den Kindergarten hier kennen lernen und nach dem ersten Schreck war das dann auch schnell und einfach zu verdauen. Mittags wurde gegrillt, später gab es Kuchen und so merkte keiner, wie ernst eigentlich der Hintergrund dieser Gespräche hätte sein sollen.

Immerhin ging es um die Zukunft der diversen jungen Heimatlosen und so kam man natürlich immer wieder auf den Ernst der Sache zurück. Die Lösung, die sich am Abend abgezeichnet hatte, war dann aber leider auch wie immer nur ein Kompromiss und ließ erheblichen Raum für vereinzelte Begeisterung. Am härtesten würde es wohl Elisa und Marc treffen, denn die hatten sich unglaublich an diesen Trubel hier gewöhnt. Entsprechend dicke Tränen flossen dann auch gerade bei Elisa, denn die musste nun Abschied nehmen.

Auch Stan hatte seinen Drops zu lutschen, denn der würde seine Pathfinder vorerst auf der Luna Werft abgeben müssen. Schlussendlich würde die komplette Mannschaft auf der Galaxy Hawk anheuern und somit die Waisenkinder dort integrieren. Deren Bildung und Entwicklung war dort nun mal am besten gesichert. Die Pathfinder 3 wurde aktuell nicht mehr wirklich gebraucht und würde vorerst eingemottet werden. Deren gute Mannschaft war aber echtes Gold wert.

So hatte dieser Plan sicher eine Menge Sonnen und Schattenseiten, aber welcher Plan hat das eben nicht. Schatten hatte sicher der Abschied, der schon ein paar Tage später erfolgen musste. Jeder wusste, dass dieser kommen musste, aber keiner wollte, dass er kam. Ganz normal also. Zum Abschied sagte aber Elisa zu ihrem Sohn:

„Schatz, bitte komm uns wenigstens zukünftig ein Mal im Jahr besuchen. Geht das nicht? Wir werden dich unglaublich vermissen, aber ganz ehrlich? Du hast das doch richtig gemacht. Wir waren so unglaublich enttäuscht und sauer auf dich, als du dich dafür entschieden hattest, aber Junge, was sind wir jetzt stolz und neidisch auf dich. Wenn wir bloß noch etwas jünger wären und hier nicht so festgewachsen wären, würden wir sofort mit euch mitkommen. Genieß dein Abenteuer und vergiss uns nicht. Du darfst gerne auch wieder Gäste mitbringen. Das war klasse!“

Mit dem Abheben der ungewohnten Schiffe, die so ja eigentlich auf der Erde auch nichts zu suchen gehabt hatten, gab es dann wieder diese vielen Eindrücke, die wenigstens ein wenig Ablenkung boten.

Amber und Andreas beobachteten den kleinen Kapitän bei dessen Start und Andreas verkniff sich seinen Kommentar nicht, als er sagte:

„Junge, Junge, der Bursche kann fliegen. Guck dir das an, wie sanft der diese dreihundert Meter Büchse hier aus den Bäumen zirkelt und die Winde ausgleicht. Der ist ein echter Künstler mit diesen Schiffen!“

Amber antwortete darauf:

„Naja, der sollte eigentlich seine Beförderung zum Kommodore bekommen, weil der schon bei unserer Piratenaktion so sauber abgeliefert hatte. Jetzt wird es wohl erst Mal nur der Orden werden. Schon krass, wie leicht man echte Wunderkinder übersieht!“

Marc hatte seine Elisa in den Arm genommen und zusammen beobachteten die, wie ihr Junge dieses Wunderwerk der Technik in die Luft schweben ließ. Nur für sie ließ Stan eine echte Lichtershow über den Rumpf seines Schiffes laufen, als er schließlich in den Himmel abbog und langsam, aber sicher aus der Sicht verschwand. Eigentlich unerlaubt spät ging er erst auf Tarnmodus, aber wer sollte denn bitteschön jetzt meckern? Sollten die Leute doch sehen, dass dort ein Schiff am Himmel verschwand.

Marc sagte zu seiner Frau:

„Weißt du? Wir haben da, mit diesem Jungen, doch so einiges richtig gemacht. Ich bin gespannt, was er uns noch so alles erzählen wird. Komm, lass uns rein gehen!“

Stan hatte seine Befehle und flog nun direkt zur Luna Station, wo er sein Schiff abgeben musste. Mensch, was war das eine trübe Stimmung an Bord, nur war Duglas sicher nicht bei den Böse Denkern, denn der musste an Bord inzwischen den Kopf einziehen, weil er schon extrem an Länge zugelegt hatte. Böse Gedanken hatten aber die Menschen hier an Bord, denn sie würden nun ein Zuhause aufgeben müssen und wussten einfach nicht, was jetzt auf sie zukommen würde.

Als die Landgänger auf der Galaxy Hawk angekommen waren, war hier die Stimmung sicher etwas nachdenklich, aber bei weitem nicht negativ. Hier freute man sich auf die neuen Crew Mitglieder und besonders die außerirdischen waren schon sehr aufgeregt. Ein tolles Schiff und noch tollere Mannschaft eben, was auch Amber wieder mal feststellen musste. Sie sagte sogar mal im Vertrauen zu Andreas:

„Am liebsten würde ich mich selbst wieder degradieren. Was ist das doch unglaublich cool bei dir und mit deinen Leuten. Das vermisse ich schon immer, seit ich bei dir weg bin und jetzt noch viel mehr!“

Klar mussten sich die zwei Admiräle darauf erst mal Drücken und knuddeln, was sonst. Aber Livia und all die anderen sahen das völlig entspannt und fanden es einfach nur natürlich.

Nicht natürlich war die Laune auf Luna Station, als dort ein Zerstörer, mit der Bezeichnung Pathfinder 3 abgegeben wurde und die Mannschaft abtreten musste. Wieder gab es auf Station diese, die Angst vor den Halbstarken Bestien hatten. Aber die hatten eben auch genau so moralische Probleme, wie ihre Menschen, denn sie waren ja offensichtlich auch schuld an der aktuellen Trennung. Es war Mist und die Leute hier waren nur sachlich aber nicht gerade herzlich. Oh Mann, was eine miese Nummer gerade. Stan und einige andere dachten zwischenzeitig sogar mal an Kündigung. Bis dann schließlich die Galaxy Hawk in Formation mit der Sentinal in den Sichtfenstern erschien. Ab da war dann einfach mal Spannung und Ungeduld angesagt.

Die Sentinal zog direkt weiter, die Galaxy Hawk dockte an und so begann nun ein neuer Lebensabschnitt. Zumindest für die aktuell ausgemusterten. Das Schiff wurde wieder inspiziert und überholt, wobei das inzwischen eher einer TÜV-Abnahme glich. Die Kleinstadt Galaxy Hawk machte ihren Mist nämlich schon ganz gut alleine und unterwegs, zumal mit sehr vielen experimentellen Umbauten eh kein Techniker mehr durchblickte, der nicht zum Schiff gehörte.

Die neuen Crew Mitglieder bezogen ihre Quartiere und richteten sich ein.

Proviant, Materialien und Verbrauchsgüter wurden geladen und aufgefüllt. Eben all die Dinge, die immer üblich waren. In dieser Zeit trafen sich die Offiziere mit dem Oberbefehlshaber, Peter Hardwell, der höchstpersönlich einen Orden an Stan überreichte. Hier lernten sich Andreas und dieser Stan noch einmal besser kennen und fanden wieder eine weitere Gemeinsamkeit. Der Orden und die Zeremonie waren eigentlich nur nervig und ein Stan fand es genauso blöd, wie sein Admiral.

Natürlich wunderte sich somit auch keiner, dass die Galaxy Hawk nach kürzest möglichem Aufenthalt auch schon wieder loszog und ab da ging es nur noch aufwärts. Am schnellsten war Melanie, die Schiffsärztin glücklich und begeistert. Ihr Teddy stellte sich als extrem geschickt und lernfähig heraus. Er hatte mit seinem Fell sicher ein Hygieneproblem zu lösen, was aber einfach gelöst wurde. Melanie und ihr Teddy bekamen ihre Plätze auf der Krankenstation und trafen hier nicht nur auf Mikel und seine Crew, sondern auch auf die dort mitwirkenden Velori. Melanie war glücklich wie ein kleines Mädchen, als sie hier aufgenommen wurde und lernte, wie nie zuvor. Sie hatte ihren größten Spaß und Teddy mit dabei. Ein Teddy, der so mal eben eine echte medizinische Ausbildung bekam.

So erging es eigentlich den anderen Neuankömmlingen auch, wenn auch nicht alle so eindrucksvolle Veränderungen erleben konnten. Für alle waren es gerade am Anfang einfach auch viel zu viele Eindrücke und verschiedene Wesen an Bord. Das musste man schon ordentlich verdauen.

Stan aber machte eine sehr harte Zeit durch. Eine richtig harte Zeit, denn ihm zeigte Andreas schon kurz nach dem Abflug dessen neue Arbeitsstelle. Eine Arbeitsstelle, die Stan noch lange verdauen musste. Er war ja nun schon so einiges gewohnt. Er hatte schon sehr viel gesehen. Was er aber vorher noch nie gesehen hatte, war ein Schiff, wie die Sternschnuppe und die musste er schon schwer verarbeiten.

Die Sternschnuppe, das Geschenk der Solari, mit dem Eva ihre Besuche bei der Königin erledigte. Genau das Schiff aber, mit dem Elena Cruz ihre diplomatischen Fahrten unternahm. Andreas ging mit ihm in diese Hangar Bucht und stellte ihm diese Sternschnuppe erst mal vor. Sternschnuppe ist gut, dachte auch Stan als erstes. Hier stand ein Schiff auf dessen Stützen, in Klammern gesichert, dass mit nichts zu vergleichen war, was Stan je gesehen hatte. Sicher. Mit Tarnung hatte der Vogel mal gar nichts am Hut. Im Gegenteil.

Wie ein Tropfen Quecksilber im Luftleeren Raum schien die Hülle einfach zu fließen. Diese strahlend silberne Oberfläche wurde von unzähligen und edel anmutenden Verzierungen geschmückt. So sah dieses Schiff wie ein Juwel in Übergröße aus. Eine Form, wie ein fallender Wassertropfen. Vorne rundlich, nach hinten spitz auslaufend. In der Form bleibend war aber die Fläche permanent in Bewegung. Zumindest optisch. Dieses Schiff war an außerirdischer Eleganz kaum zu toppen, wobei es eine leicht aggressive Form in seiner Eleganz nicht leugnen konnte. Als Andreas ihn angrinste und sagte:

„Komm, lass mal testen gehen den Vogel!“

war es natürlich um Stan geschehen. Die zwei Piloten gingen auf Spritztour und bekamen gleich zu Beginn erst mal einen Dämpfer von Luna:

„Jungs, nicht übertreiben. Zum Essen seid ihr wieder zurück!“

Das gleichzeitige Stöhnen und Ausatmen der beiden Flüchtlinge, mit dem parallel gestöhnten:

„Ja Mama!“

passte ins Bild und schon waren sie weg.

Ja, die Solari waren keine Sesselpupser. Das waren keine Amateure und wussten seit tausenden von Jahren, wie man Schiffe baut. Entsprechend beeindruckend war dann auch dieser Flug. Die Steuerung war ja auf menschliche Bedürfnisse und Gewohnheiten angepasst worden und so war es nicht schwer, als Stan schließlich ans Steuer durfte. Die Sternschnuppe war schnell, wie ein Blitz. Fast so schnell, wie die Galaxy Hawk, aber sie war kleiner. Sehr viel kleiner und somit wendig wie ein Wiesel. Dieses Schiff ermöglichte Flugmanöver, die für Stan bis dahin undenkbar waren.

Waffen und Ausstattung waren dagegen schon fast normal. Als die Zwei schließlich notgedrungen wieder nach Hause mussten, sagte Andreas endlich:

„Ab jetzt bist du für dieses Schiff hier verantwortlich. Du wirst meine Tochter zu ihren Sitzungen auf Solaris Prime bringen und du wirst Elena zu ihren Terminen schippern. Zu tun hast du damit sicher genug. Deine Cali kommt mit, oder macht ihre Sachen auf der Hawk. Egal wie, ihr seid immer nur kurz getrennt. Bist du einverstanden?“

Seine Begeisterung war sicher logisch und das:

„Oh mein Gott ja. Was ein Hammer Job!“

Ein Hammer Job, mit dem es um das Fliegen im All ging. Ein Fliegen mit Lichtgeschwindigkeit und das stellt man sich immer so einfach vor. Für Stan hatte dieses Fliegen so seine Tücken.

Sein kleinstes Problem in dieser Sache war wohl anfangs Cali. Diese ungewöhnliche Katze wollte nämlich immer ihre Schmuse- und Kuscheleinheiten. Lag dazu über ihm und auf seinem Schoß, was die Sache, also das Fliegen, wirklich nicht leichter machte. Gut, sie wuchs verdammt schnell und damit hatte er etwas mehr Bewegungsfreiheit. An seinen Pflichten der lieben Cali gegenüber änderte das aber nur wenig. Mehr als eine Hand hatte er selten frei.

Dann das Fliegen mit Lichtgeschwindigkeit.

Nicht umsonst war der Handel mit Handelsrouten und Korridoren ein so umstrittenes Geschäft. Ein Geschäft, über das eben auch schon mal Kriege geführt worden war. Im normalen Leben konntest du nämlich nicht einfach mal so von A nach B springen. Ein Flug über lange Distanzen musste ohne diese erschlossenen Routen immer in Teilsprüngen erfolgen. Man hatte ein Ziel vor Augen. Erfasste mit seinen Sensoren ein möglichst langes Teilstück, dass gerade und ohne Hindernisse durchflogen werden konnte. Dann musste man wieder stoppen und neu ermitteln.

Je nach Region brauchte man da auch teilweise erst gar nicht in den Hyperraum springen, weil die ständigen Stopps und Starts einfach viel zu viel Energie kosteten und am Ende auch nicht viel schneller waren. Das Problem war ganz einfach, dass man um und über Lichtgeschwindigkeit so schnell war, dass die Sensoren keine Hindernisse voraus ermitteln, registrieren und verarbeiten konnten. In dieser Zeit war das liebe Schiff nämlich schon da.

Offizielle und gehandelte Routen waren dagegen voll erschlossen. Es gab dort Barken, Sensoreinheiten, die eine ermittelte Route permanent überwachten. Trieben dort Hindernisse herein, oder gab es Probleme, Asteroidenstürme, irgendwas, wurde Alarm geschlagen und weggeräumt.

Ein drittes und riesiges Problem waren die Passagiere. Stan war ja nun wohl so etwas wie ein Lufthansapilot auf Linienmission. Nur war die Sternschnuppe eben nicht so groß und damit der Kontakt zu den Passagieren immer sehr direkt. Konntest du dich nicht leiden, war die Stimmung hin. Das war genau so, wenn Stan jemanden leiden konnte und einen Passagier konnte Stan einfach viel zu gut leiden.

Also sicher verständlich, denn für Stan sollte das große Ding erst noch kommen.

Der liebe Stan hatte nämlich nicht mit seinen Gefühlen gerechnet. Gefühle, die nicht nur für Cali Platz hatten.

Die wurde langsam zur jungen und immer noch süßen Frau. Noch halbwüchsig war sie auf dem Schiff einfach angekommen und wie die anderen sichtlich glücklich und entspannt. Immerhin gab es bei all diesen gefährlichen Bestien ja auch noch nie einen echten Unfall, oder gar Konflikt. Cali war aber genau so schlau, wie Nalkis. Sie fraß den Lernstoff fast schon aus Lunas Händen. Sie war begierig zu lernen. Sie wollte alles wissen und erst wenn sie gar nicht mehr anders konnte, ging sie in den Freizeitbereich und tobte sich aus. Eine wirklich tolle kleine Maus. Na gut, eine Maus in guter Reitpferd Größe. Somit ließ sie schnell Stan auch alleine seine Flüge machen, denn der kam ja immer schnell wieder zurück. Dann machte das Kuscheln gleich noch mehr Spaß.

Der erste Flug des lieben Stan, den er für Elena machen musste, veränderte dann sein ganzes Leben. Cali lernte nicht nur ihren Stoff, in der Schule, sondern auch mit Nalkis, wie ein echter Camrati kämpfte. Damit wuchs sie nicht nur ordentlich, sondern konnte schon bald die Sicherheit auf den Flügen der Sternschnuppe übernehmen. Selbsterklärend, dass sie damit schon optisch mögliche Angreifer abschreckte. So waren es eigentlich sehr schnell immer diese Beiden, die die Sternschnuppe besetzten und wie bei der Lufthansa einfach nur ihre Fluggäste aufnahmen. Na gut. Cali war eine etwas gewöhnungsbedürftige Stewardess.

Eine Stewardess, die aber direkt merkte, was los war, als schließlich Elena Cruz an Bord erschien. Kaum war sie auf der Rampe nach oben gekommen, da stand sie auch schon ihrem Kapitän gegenüber. Einem Kapitän, dem dessen Kiefer nach unten fiel und augenblicklich die Fassung verlor. Eine Diplomatin, die sich nicht anders verhielt und sichtlich um Fassung bemüht war. Eine Cali, die laut lachte und sagte:

„Menschen, kriegt euch wieder ein. Ihr könnt euch später auffressen!“

So wurden die Zwei endlich wieder etwas wacher, was die Top Diplomatin zum Räuspern brachte und schließlich sagen ließ:

„Hallo, ich bin Elena. Es freut mich, dass du wohl mein neuer Begleiter sein sollst! Ach sorry, mein neuer Fahrer… Ach verdammt. Du weißt was ich meine. Hallo einfach. Ich bin Elena!“

Alle Drei lachten spontan los und Stan antwortete:

„Hallo Elena. Ich freue mich sehr und glaub mir, meine Cali und ich werden dich sehr gerne in der Galaxy herumfahren!“

Ja, das Problem war sicher offensichtlich und ganz eindeutig die Liebe auf den ersten Blick. Entsprechend intensiv waren auch die ersten Stunden, in denen sich die Zwei einfach nicht mehr aus den Augen ließen. Sie redeten viel und lachten häufig. Cali wurde nicht vergessen und bekam nun auch von Elena ihren Schmus. Das war dann schon ein Hammer Start.

Der erste Flug führte sie in einen ganz neuen Teil der Galaxy. Sie hatten einen Termin mit einer ganz neuen, aber überraschend großen Vereinigung von fremden Völkern. Sie hatten bei der Hegemonie anzutreten und hier diplomatischen Kontakt aufzunehmen. Dafür kamen noch fünf weitere Diplomaten und Spezialisten mit an Bord, die sie auf der Luna Station abzuholen hatten. Dieser Besuch und was passierte ist aber eine andere Geschichte und so bleibt es hier jetzt bei eben dieser Truppe.

Eine Truppe, die es schon mit der ersten Nachtruhe einfach klarstellte.

Stan war auf seinem Posten und überwachte den Flug. Auch er hatte eine KI zur Verfügung, aber eben keine Luna. In der Zwischenzeit führte Elena mit ihren Leuten Besprechungen und Planungen durch, wobei sie sich schon mit Stan abwechselte. Immer einer musste Cali kraulen und bespaßen. Das war doch dieser Katze egal wer…

Als es dann in die geplante Nachtzyklus ging, das Schiff etwas langsamer über Autopilot steuerte, kam Stan in den Aufenthaltsbereich der Sternschnuppe und fand dort Elena vor Cali auf dem Boden kauernd und mit einer Bürste deren Fell pflegend. Die anderen Gäste waren auf dem Schiff verteilt, entweder schon im Bett, oder in einem Sessel kauernd eigene Dinge machen. Cali streichelte dabei über Elena und mit ihren Krallen durch deren Haare, Elena pflegte das Fell und in dieser Zeit plapperten die zwei leise über Gott und die Welt.

Stan grinste, kniete sich einfach auf die andere Seite und übernahm nun zuhörend seinen Teil der Arbeit. Immer wieder sahen die drei sich dabei an, bis die Erzählereien eben zu dritt weiter gingen. So erfuhren sie von sich, von ihren Gedanken und hatten eine schöne Zeit für sich. Ganz leise und privat, ohne dass andere involviert waren. Als schließlich Schlafen angesagt war, machte es Elena ganz kurz. Immerhin, sie war auch wirklich nicht ohne und nahm sich, was sie wollte. So sagte sie ganz einfach:

„Ist bei euch, in eurer Kabine noch Platz für eine mehr?“

Stan stotterte verlegen und Cali antwortete:

„Das muss eng sein, sonst ist das nicht kuschelig!“

Es wurde eng und kuschelig, wenn auch ganz anders, als Elena das je erwartet hätte. Die Drei gingen zusammen in Stans Kabine und wussten ganz genau, was jetzt kommen würde. Man hätte sicher mal darüber nachdenken müssen, dass ja Cali dort nun überhaupt nichts zu suchen hatte, aber nein. Sie hatte ihre Schlafkule nun mal auch dort und sah ein Ausweichen überhaupt nicht ein.

Ganz im Gegenteil. Ganz sanft schmuste und kuschelte sie mit diesen beiden und unterstützte deren Ausziehen, während die sich überhaupt nicht stören ließen. Sich einfach beim Ausziehen erforschten. Elena hätte eigentlich geschockt, oder verstört sein müssen, aber nein. Es fühlte sich so unglaublich richtig an. Nackt nahmen sich die beiden Menschen in die Arme und genossen das zusätzliche Schmusen von Cali, die in diesem Moment einfach mal zu kurz kam.

Als Elena schließlich auf dem Rücken liegend auf das Bett kam, landete sie mit ihrem Kopf in der Obhut von Calis Umarmung. Hier wurde sie von Cali gestreichelt und geschmust und gleichzeitig von Stan am restlichen Körper geschmust und verwöhnt. Als der schlussendlich endlich in sie eindrang und sie in den Himmel stieß, konnte Elena keinen einzigen klaren Gedanken mehr formen. All diese Gefühle, diese vielen Impulse und der sanfte Blick von Cali machten sie wahnsinnig.

Es wurde das, wonach sich das hier auch anhört, oder liest.

Die wohl unglaublichste Beziehung begann sich gerade zu bilden, die so wohl kein zweites Mal zu finden war. Diese Nacht, in einem einzigen gemeinsamen Bett verbringend war so speziell, dass so wohl kein anderer etwas ähnliches hätte erzählen können. Auch wenn Cali nicht wirklich mit machen konnte, war sie doch unendlich glücklich, dass sie mit anwesend sein durfte. Sie genoss es mindestens so sehr, wie die beiden Menschen und das merkte man ab dem nächsten Morgen wohl sehr deutlich.

Mit Schmusen und Kuscheln aufstehen und für den Tag fertig machen. Zusammen frühstücken und die anderen Anwesenden sichtlich in Staunen versetzen. Wie eine echte Familie saßen die Drei hier zusammen, nur dass sie sich nicht zankten, sondern schmusten. Cali hatte ihr synthetisches Fleisch gegessen und etwas grob ihr Gesicht verschmiert. Ein Anblick, für den Beobachter sicher einen guten Magen brauchten. Heute war es nicht Stan, der ihr das Gesicht mit einem Tuch abwischte, sondern Elena, die die Panter Mieze nicht nur putzte, sondern auch neckte:

„Süße, an deinen Tischmanieren müssen wir noch etwas feilen, sonst wird das nichts mit den Männern. Die sind da empfindlich. Guck dir mal da die Menschen an. Denen hast du jetzt ganz schön Angst gemacht!“

Ein Stups auf Calis Nase und das Lachen der Drei zog Grenzen. Grenzen die klar machten:

Ihr seid hier im All. Hier sind alle unterschiedlich. Passt euch an und gewöhnt euch daran, oder bleibt besser auf der Erde. Diese fünf Diplomaten jedenfalls waren es nicht wert, über sie zu berichten. Einfach steife und bornierte möchtegern bessere Wesen, mit null Sinn für andere Wesen oder deren Eigenarten. Cali hingegen war eigentlich nicht anders, als ein etwas viel zu groß geratenes Haustier. Wenn auch hoch intelligent, mit einem Händchen für höhere Physik und Mathematik.

Sicher um einiges intelligenter, als der Durchschnitt anderer Wesen…

Sie übernahm die Sicherheit bei ihrem Treffen mit der Hegemonie, was leider sehr viel nötiger war, als erwartet. Sie übernahm die gewohnten Jobs auf der Sternschnuppe und sie ließ dem neuen Liebespaar auch etwas mehr Raum für sich. Zusammen lieferten sie die fünf Gäste ab, zu denen einfach kein Verhältnis entstehen wollte. Mit keinem einzigen, von ihnen wollte sich eine wenigstens annähernd warme Atmosphäre einstellen und so waren die Drei einfach nur noch froh, als sie die Typen wieder auf Luna Station abliefern konnten.

So sehr froh, dass die erste Kommunikation mit der Galaxy Hawk nur Audio erfolgen konnte. Andreas fragte entsprechend irritiert nach:

„Ähm Leute? Alles Okay bei euch? Ist eure optische Sensoreinheit defekt?“

Elena antwortete sehr verlegen:

„Ja also… Das geht gerade nicht. Sorry. Wir melden uns gleich noch mal!“

Ein guter und sicher sinniger Plan, der jedoch auch wieder in die Hose ging, als Cali lachend übernahm, die Kamera frei schaltete und ins Bild lachte:

„Admiral, du hast eben gerade mal gestört. Was verstehst du da denn nicht? Die Zwei laufen die ganze Zeit nur noch nackt hier rum, seid wir diese fünf Dünnbrettbohrer auf Luna Station losgeworden sind!“

Das sichtlich dumme Gesicht von Admiral Andreas Müller konnte nur noch getoppt werden, als eine sichtlich saure Chef Diplomatin Elena Cruz im Bild erschien, die sich einfach eine Jacke von Stan umgehängt hatte und schmollte:

„Cali, zum Thema Geheimhaltung halten wir zwei noch ein paar zusätzliche Schulungen ab. Also dann los Herr Admiral. Was gibt es denn so wichtiges?“

Nö, es gab absolut nichts wichtiges und Andreas würde mit den um ihn herumstehenden und lachenden Wesen erst mal die neuen Verhältnisse verdauen. Das verdaute er auch noch lange, bis schließlich ein wirklich großer Tag, ein einzigartiges Ereignis anstand und Stan seine Sternschnuppe das erste Mal überhaupt in die Erdatmosphäre eintauchte.

Gott, was war er aufgeregt, als er hier mit seinen liebsten eine ganz bestimmte Insel in Finnland ansteuerte. Es waren wieder ein paar zusätzliche Gäste mit an Bord. Einige der damals geretteten Babys wollten unbedingt mitkommen, wobei von Baby bei keinem mehr geredet werden konnte. Sie schwebten absichtlich in der Nacht, bei vollständiger Dunkelheit und ohne Positionsleuchten zur Erdoberfläche hinunter, wo sie erst ganz kurz vor dem Aufsetzen ein paar Lichter anmachten.

Das hier entstandene Bild erinnerte sehr stark an dieses, von vor etwas über einem Jahr. Hier standen zwei Menschen mit Tränen in den Augen vor einer abgelassenen Rampe. Oma Elisa weinte mit ihren Händen vor dem Mund. Ganz langsam und vorsichtig kam sie auf ihre Besucher zu und umarmte endlich wieder ihren Jungen. Sie küsste ihn links und rechts, drückte ihn fast kaputt vor Emotionen. Dann aber wand sie sich an Elena, die sie anlächelte und fassungslos deren Baby aus ihrem Arm nahm. Mit ausgestöhnten Worten:

„Oh du mein lieber Gott. Ich bin Oma!“

schmuste sie dieses süße kleine Baby. Mit diesem auf dem Arm küsste sie Elena und strahlte diese an:

„Hallo und herzlich willkommen. Was habt ihr nur für ein schönes Baby gebaut!“

So begrüßte sie nun all die anderen mit Kuss und vorsichtigem Drücken:

„Meine Güte, was seid ihr alle gewachsen! Herzlich willkommen ihr Lieben. Kommt erst mal an. Wir haben den Grill schon angeschmissen!“

Opa Marc nahm es hingegen deutlich entspannter, oder nicht? Auch er drückte seine Gäste. Elena musste einen lieben Kuss auf die Wange bekommen, war so ein Ehrending. Baby Lionel wurde gestreichelt und bewundert, dann war Opa aber weg und diesmal richtig weg. Stan lachte, wie alle anderen. Natürlich, aber diesmal ging er seinem Papa hinterher in das Innere der Sternschnuppe. Diesmal wurde die Rampe geschlossen, während die Anderen schon zu den vorbereiteten Plätzen am Grill gingen.

Hier konnten nun alle zusehen, wie die Sternschnuppe hochgefahren wurde und der Sohn mit seinem Vater zu dessen aller erster Spritztour ins weite Weltall abhob. Dieses unglaubliche Schiff schwenkte in den Himmel hinauf und wurde für gute zwei Stunden nicht mehr gesehen. Zwei Stunden, die Opa Marc so richtig ruhigstellten. Er lächelte verträumt und war den Rest des Abends nur noch anwesend. Opa Marc bekam von seinem eigenen Sohn einen unbezahlbaren Flug ins Weltall. Er wurde zum Mond geflogen, sah dort die Luna Station. Er erlebte einen Sprung zum Mars und dem Saturn und sah so aus nächster Nähe, was er sonst nicht mal richtig von der Erde aus sehen konnte.

Als die zwei Finnen wieder auf der Erde angekommen waren, war Opa Marc einfach nur noch leise und zu tiefst daneben. Daneben war auch dieser Besuch, der sich im Anschluss zu einer wunderbaren Tradition entwickelte. Einmal, jedes Jahr, immer mindestens in der Zeit vom 20. bis 26. Juni waren sie bei Oma und Opa. Hier feierten sie zusammen das Juhannus Fest, mit einem Riesen großen Feuer. Zusammen tanzten sie durch die Nacht, nahmen sich an den Händen und ließen einfach mal Weltall Weltall sein.



Teil 12 von 12 Teilen.
alle Teile anzeigen  



Autoren möchten gerne Feedback haben! Bitte stimmen Sie ab und schicken Sie dem Autor eine Nachricht
und schreiben Sie was Ihnen an der Geschichte (nicht) gefallen hat.
autor icon RalfB hat 21 Geschichte(n) auf diesen Seiten.
autor icon Profil für RalfB, inkl. aller Geschichten
email icon Email: RalfB1967@gmx.de
Ihre Beurteilung für diesen Teil:
(Sie können jeden Teil separat bewerten)
 
Privates Feedback zum Autor senden:

Ihre Name:
Ihre Email: (optional, aber ohne kann der Autor nicht antworten!)
Ihre PRIVATE Nachricht für RalfB:

Abstimmen und/oder Private Nachricht an Autor schicken:


Alle Geschichten in "Sonstige"   |   alle Geschichten von "RalfB"  





Kontakt: EroGeschichten webmaster Art (art@erogeschichten.com)
Datenschutz - Inhalte melden/entfernen lassen

Eroticstories.com: Sex Stories written in english