Wann ist ein Mann ein Mann? (fm:Cuckold, 18311 Wörter) | ||
| Autor: derduke | ||
| Veröffentlicht: Aug 04 2026 | Gesehen / Gelesen: 1406 / 1077 [77%] | Bewertung Geschichte: 9.82 (34 Stimmen) |
| Eine Anti-Cuckold Story, mit freundlicher Genehmigung des Autors angelehnt an die Geschichte „An Sandras Seite“ | ||
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er das Kind als das seine Anerkennen würde. Auch dazu war er bereit gewesen, doch als er in die Klinik kam, war der Säugling, den man ihm präsentierte, kohlrabenschwarz.
Nun war Gregor kein Rassist, beileibe nicht, aber ihm sofort klar, dass er zum Gespött all seiner Geschäftspartner werden würde, wurde das ruchbar. Anstatt Glückwünsche zur Geburt eines Stammhalters würde es Hohngelächter geben, und dass ein Hahnrei auf der Liste der verachtenswerten Personen ganz unten stand – darunter rangierte nur noch der Cuckold – war ihm natürlich klar.
Fluchtartig verließ Gregor die Klinik und tat das einzig Richtige – er kam zu uns. Ich hörte mir seine Geschichte an und beriet ihn nach bestem Wissen und Gewissen. Als erstes fochten wir die Vaterschaft an, was wohl kein Problem werden würde. Dann wurden umgehend die Scheidungspapiere aufgesetzt und seiner Frau noch in der Klinik zugestellt. Nennt das seelische Grausamkeit, aber was hatte sie denn über Jahre hinweg ihrem Mann angetan?
Noch während Gregor in meinem Büro saß, schickten wir einen Schlüsseldienst, mit dem wir seit Langem zusammenarbeiteten, zu seinem Haus, der alle Schlösser auswechselte. Ein Feinmechaniker kam bei uns vorbei und nahm meinem Mandanten in unserer Toilette den grausamen KG fachgerecht ab.
Seit Jahren fühlte sich Gregor endlich wieder frei, atmete tief durch und konnte mir gar nicht genug danken. Ich verlangte ihm aber das Versprechen ab, umgehend einen Psychotherapeuten aufzusuchen und jeden Kontakt, auch telefonischen, mit seiner Frau zu vermeiden. Der Schriftverkehr mit dem Anwalt seiner Frau sollte ausschließlich über unsere Kanzlei erfolgen. Bei der Streitsumme – es gab zwar einen Ehevertrag, der aber so dilettantisch war, dass garantiert ein Gericht über den Zugewinn würde entscheiden müssen – würde ein nettes Honorar für uns abfallen.
Aber der fade Beigeschmack bei mir blieb. Warum taten Frauen das, warum ließen Männer sich das gefallen? Lebten wir nicht in einer Zeit, wo man sich auf Augenhöhe begegnen sollte? Ja, ich weiß, andersherum war es oft noch schlimmer, brachten Männer Frauen um, wenn sie sie verlassen wollten, aber damit beschäftigten sich andere. Und das ausreichend.
Wir hatten uns der gequälten männlichen Kreaturen angenommen und damit wahrlich genug zu tun. Schließlich wusste ich, worum es ging, hatte mir meine erste Frau doch ein ähnliches Schicksal zugedacht und mein damaliger Schwiegervater sich aufgehängt, als der Insolvenzverwalter an seine Tür klopfte. Er war seit der Hochzeit systematisch kleingemacht, später auch verschlossen worden, hatte sich nicht mehr als Mann gefühlt und war dadurch auch in der Geschäftswelt, die ein Haifischbecken ist, gescheitert (sieh „Ein Mann tut, was ein Mann tun muss …“).
Ich hatte für heute jedenfalls genug, es war auch schon spät. Auf dem Terminkalender stand nichts mehr, meine Sekretärin war schon gegangen, so verließ auch ich das Büro, meinen Kollegen, die noch länger arbeiteten, freundlich zunickend. Das war das Privileg des Chefs, und als in der Tiefgarage der V12 meines Aston Martin Vanquish brummelnd zum Leben erwachte, begann ich mich zu entspannen.
Die Fahrt nach Hause ging ohne Staus schnell vorüber, und als ich die Auffahrt zu unserer Villa im Grünen empor rollte, sah ich, dass das Haus dunkel und Charlene, meine zweite Frau und mein ganzes Glück, demzufolge noch nicht zu Hause war. Kein Wunder, leitete sie doch sehr erfolgreich ein größeres, aktiennotiertes Familienunternehmen, und das sehr erfolgreich.
Im Wohnzimmer entledigte ich mich meines Sakkos, lockerte die Krawatte, goss mir einen großen Macallan ein und schaltete die Nachrichten an, was ich sofort bereute. Es gab wieder nur deprimierende Berichte von Kriegen in der Ukraine und im Mittleren Osten und von Waldbränden in Spanien und Frankreich, was mich besonders deprimierte, weil ich am Golf von Arcachon mit Charlene traumhafte Austern gegessen hatte. Und dort hatte man jetzt die Bevölkerung und die Urlauber evakuieren müssen, es war ein Drama.
Sicherlich würde wohl bald wieder jemand mein Auto mit Farbe besprühen oder zerkratzen, weil ausgerechnet das an der Klimaerwärmung schuld war! Meine Werkstatt war mittlerweile Kummer gewohnt, aber ich dachte gar nicht daran, auf so eine Elektrokarre umzusteigen.
Ganz in Gedanken versunken merkte ich gar nicht, wie meine Frau nach Hause kam, bis ich ihren Duft wahrnahm. Charlene roch immer nach gutem, teurem Parfüm – diesmal war es wohl La Panthère von Cartier - , war stets perfekt, wenn auch dezent geschminkt und ihre Garderobe von ausgesuchter Eleganz.
Darunter trug sie – außer natürlich beim Sport, dem sie in verschiedenen Disziplinen wie Reiten, Tennis und Golf ausgiebig frönte – so gut wie immer aufreizende Dessous, auch und gerade im Büro. Das gab ihr, hatte sie mir einmal erklärt, ihre Sicherheit als Frau und ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber den männlichen Geschäftspartnern, die sie auch schon einmal die Strapse oder den Spitzenabschluss ihrer Halterlosen sehen ließ. Mehr bekamen sie allerdings nie, so sehr sie auch danach lechzten, das war ausschließlich mir vorbehalten. Aber das die Typen dann abgelenkt waren und nicht mehr konzentriert verhandelten, konnte ich mir gut vorstellen.
„Einen schweren Tag gehabt, Liebling?“ fragte meine Frau, fasste mich an den Schultern und begann mich sanft zu massieren. „Du siehst irgendwie so frustriert aus.“
„Ach, immer die gleiche Geschichte“, erwiderte ich angefressen, griff nach Charlenes Händen, zog sie zu mir und küsste sie. „Lass uns nicht darüber reden, sonst richte ich noch ein Massaker an. Dass Männer einfach nicht aufwachen und sich wehren, wenn sie so mies behandelt werden, wie mein Mandant heute. Ich versteh’s einfach nicht! Schließlich habe ich es doch auch getan.“
„Ja, du bist aber auch ein ganz besonders Kaliber!“ Charlene kam zu mir auf die Couch und strahlte mich an, während ich einfach ihre Schönheit genoss. „Beißt einem Typen den Schwanz ab und agierst danach als "Ihre Unternehmens- und Rechtsberatung mit Biss"! Darauf muss man erst einmal kommen. Aber lassen wir das. Mein Tag war auch anstrengend genug, und jetzt brauche ich etwas Entspannung. Ich gehe schon mal hoch.“
Da ich genau wusste, was Charlene damit meinte, folgte ich ihr wenig später in unser Schlafzimmer, nachdem ich eine Flasche Taittinger und zwei Champagnergläser geholt hatte. Und ich sollte mich nicht geirrt haben.
Meine Frau hatte ihr Chanel Kostüm, die Bluse, den BH und den Slip abgestreift, Straps-Gürtel, Seidenstrümpfe und die nudefarbenen Louboutins aber anbehalten. Sie lag in meinem Bett, das rechte Bein auf dem Boden, das linke auf der Matratze aufgestellt, sodass ihre dadurch offene, perfekt rasierte Muschi mich regelrecht anzulachen schien. Vor allem, weil sie den Spott der am Bettgiebel angeklippten Leselampe genau darauf ausgerichtet hatte.
„Gefällt dir, was du siehst?“, gurrte sie mich an, aber ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich riss den Staniolkappe des Champagners ab, rödelte den Verschluss des Korkens auf und ließ ihn aus der Flasche ploppen. Dann füllte ich die Gläser, trat zu Charlene, gab ihr einen kurzen Kuss und setzte ihr das Kelchglass an die Lippen. Sie nahm ebenso wie ich einen großen Schluck, beide Gläser mir danach aus den Händen, stellte sie ab und begann an meinem Hosengürtel zu nesteln.
„Lass, das kann ich schneller“, meinte ich nur, und ruck zuck war ich aus Hemd, Hose und Unterwäsche raus, die nun zusammengeknüllt auf dem Boden lagen. Gleich darauf lag ich zwischen Charlenes Beinen, schob meine Hände unter ihren knackigen Hintern, hob ihn leicht empor und begann hingebungsvoll ihre Spalte der ganzen Länge nach zu verwöhnen, bevor ich mich explizit ihrem Kitzler widmete. Als ich einen Finger in ihre Muschi einführte und nach oben bog, um ihren G-Punkt zu stimulieren, begann Charlene zu stöhnen.
Jetzt erhöhte ich den Zungenschlag und fickte sie mit zwei Fingern, nur um zu merken, wie meine Frau feuchter und feuchter und dabei immer lauter wurde. Auch mein Schwanz war mittlerweile angeschwollen, und es wurde Zeit für ein anderes Spiel. Ich richtete mich auf, kniete mich zwischen Charlenes bestrumpfte Beine, nahm meinen Freudenspender in die Hand und strich nun mit der Eichel durch die Spalte. Ich wusste, dass meine Frau es liebte, wenn der dicke Pimmelkopf ihre Schamlippen teilte, und strich genüsslich hoch und runter.
„Du Sadist!“, zischte Charlene mich an. „Fick mich endlich! Worauf wartest du? Schieb deinen Schwanz rein, oder willst du mich noch weiter quälen?“
Doch so leicht wollte ich es ihr nicht machen. Jetzt spreizte ich mit den Fingern der linken Hand ihre geschwollenen Labien, nahm meinen Schwanz in die Rechte und ließ die Eichel auf ihrem Kitzler tanzen. Dabei erfreute ich mich am Anblick meiner Frau, ihren sinnlichen, roten Lippen, dem seidig glänzenden Haar, den mich anschmachtenden Augen und ihrer samtweichen Haut.
Sie begann zu schwitzen, und das verstärkte den Duft von Cartier, den ich so mochte, wie sie natürlich wusste. Deshalb schenkte ich ihr auch seid wir uns kannten zu Weihnachten immer ein Schmuckstück der bekannten Juweliere, was ihr stets einen Entzückungsschrei entlockte und dass sie dann beim folgenden Liebesspiel trug oder manchmal sogar mit einbaute. So wie die Goldkette mit dem Panterkopf, die sie vor einem Jahr um meinen Schwanz gewickelt hatte, nur um ihn anschließend hingebungsvoll zu blasen. Dabei blickten mich ihre grünen Augen und die Smaragdaugen des Raubtieres gleichzeitig an, was dem Ganzen einen zusätzlichen Kick gab.
Charlene schnappte jetzt nach Luft wie ein Karpfen im Teich bei vierzig Grad, und ihr Stöhnen klang nun wie das von Rudersklaven auf einer algerischen Galeere, wenn sie die Peitsche spürten. Als ich dachte, dass es nun genug Vorspiel gewesen war, drang in endlich in die heiße, feuchte Lustgrotte meiner Frau ein und fickte sie mit langen, tiefen Stößen. Aber kurz bevor sie ihren Höhepunkt erreichte und weil ich noch nicht abspritzen wollte, zog ich meinen Schwanz wieder heraus und hielt ihn nur an ihre Möse. Ich wusste genau, was jetzt kommen würde, und sollte mich nicht getäuscht haben.
„Du Schuft!“, schimpfte mich Charlene liebevoll an. „Das sollst du nicht umsonst gemacht haben!“ Sie griff sich meine knochenharte Stange, umschloss sie mit ihren langen, schlanken Fingern mit den dunkelrot lackierten Nägeln, was ich unglaublich erregend fand und was mich unendlich geil machte, und führte die Eichel nun selbst an ihren Kitzler, um auf ihm ein regelrechtes Tremolo zu vollführen. Ich wusste, dass sie das liebte und so gern zum Orgasmus kam. Und richtig, schon bald verkrampfte sie sich und begann ihren Höhepunkt herauszuschreien. Glücklicherweise war unser Grundstück so groß, dass wir keine Nachbarn weckten, und keine Dienstboten im Haus.
Als die erste Welle abgeklungen war, ließ Charlene meinen Schwanz los und sank erschöpft zurück in die Kissen. Sie hatte die Entspannung, die sie gewollt hatte, aber ich noch nicht. Deshalb drehte ich meine Frau, die sich nicht sträubte, um. Sofort ging sie auf die Knie, hob damit ihren kleinen, knackigen Hintern an und drehte das Gesicht im Kissen zur Seite.
„Komm, gib’s mir, du Bastard!“, forderte sie mich auf. „Mach mich fertig und spritz mir deinen Saft ganz tief in die Muschi. Na los, worauf wartest du?“
Der Aufforderung hätte es gar nicht bedurft, denn genau das war der Plan, aber das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Jetzt kannte ich keine Gnade mehr, packte Charlene an den Hüften und fickte sie wie ein Rüde eine läufige Hündin. Nicht umsonst nannte man die Stellung ja Doggystyle.
Als ich mich dann nach einer gefühlten Ewigkeit und schweißnass in sie verströmte, verharrte ich noch etwas hinter ihr, bis der letzte Tropfen Samen aus mir herausgequollen war, und ließ mich dann mit einem zufriedenen Stoßseufzer zur Seite fallen.
Charlene gab einen ebensolchen von sich, drehte sich zu mir um und strich mir liebevoll über das Gesicht. „Ich liebe dich“, flüsterte sie dabei, und meine Antwort lautete wie immer: „Aber ich dich viel mehr!“, was mir einen sanften Rippenstoß einbrachte. Ich reichte ihr das Glas Champagner, nahm mir meins und stieß mit meiner Frau an. Der Taittinger hatte zwar nicht mehr 8 Grad – James Bond hatte mal empfohlen, ihn nur so temperiert zu trinken – schmeckte uns aber trotzdem und löschte vor allem den Durst.
Charlene rollte sich aus dem Bett, um Duschen zu gehen, und natürlich würde ich ihr ganz Gentleman den Vortritt lassen. Da hörte ich unten im Wohnzimmer mein Handy klingeln. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es noch vor 22.00 Uhr war, und ich entschloss mich, den Anruf anzunehmen, dem Störenfried aber einen Einlauf zu verpassen, wenn es nicht wirklich wichtig war.
Ich hetzte die Treppe hinunter, griff mir das unsägliche Smartphone und bellte ein unfreundliches „Ja“ in das Mikro.
„Georg, bist du’s?“, hörte ich gleich darauf eine bekannte, etwas gehetzte Stimme. „Hier ist Andreas. Störe ich?“
„Andreas! Nein, ganz und gar nicht. Wie geht’s, alter Freund? Wir haben ja lange nichts mehr voneinander gehört! Was verschafft mir zu nachtschlafender Zeit die Ehre?“
„Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dich anrufen soll, Georg, und mich leider erst jetzt dazu durchgerungen. Ich brauche einfach mal jemanden, mit dem ich reden und der mir vielleicht einen Rat geben kann. Am Telefon geht das aber schlecht. Hättest du eventuell mal ein bisschen Zeit für mich?“
„Jetzt, mitten in der Nacht? Aber gut. Kommst du zu mir oder soll ich zu dir kommen? Wohnst du noch in Bochum?“
Freunde fragten schließlich nicht nach der Uhrzeit. Brauchte einer Hilfe, war man da. Punkt. Aber sehr recht wäre es mir nicht gewesen jetzt noch ins Auto steigen zu müssen.
„Nein, nein“, beruhigte mich Andreas aber. „Das ist eine längere Geschichte. Ich würde gerne morgen nach Köln kommen, wenn du dich, sagen wir mal für ein bis zwei Stunden freimachen könntest. Sag mir nur, ob es dir recht ist und wenn ja, wann ich da sein soll.“
Sofort schossen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Wir suchten für unser Unternehmen seit Monaten händeringend einen begabten Mathematiker, der unsere Zahlen aufbereiten konnte – und Andreas wäre genau der richtige Mann dafür. Hatte er vielleicht unsere Stellenanzeige gelesen und wollte sich jetzt bewerben? Ich würde ihn mit Kusshand nehmen, denn ohne ihn hätte ich wahrscheinlich das Abi und später die ersten Semester des Studiums nicht geschafft.
Andreas war ein Schulfreund, und in Mathe und Physik einfach ein Ass. Was ich im Unterricht nicht begriff – wofür brauchte ich Logarithmen? – erklärte er mir später mit Engelgeduld und so, dass auch ich es verstand. Und wenn es ganz eng wurde, ließ er mich abschreiben. Später studierte er Mathematik, vor was es mir unendlich gegraust hätte, und schreib auch eine Dissertation, mit der wahrscheinlich nur fünf Menschen in unserem Land etwas anfangen konnten.
Wir hatten uns ein bisschen aus den Augen verloren, weil ich mit meiner ersten Frau und dem Aufbau der Firma alle Hände voll zu tun gehabt hatte, aber ich wusste, dass er verheiratet war und für einer Versicherungsmakler arbeitete. Dass er jetzt wieder Kontakt zu mir suchte, freute mich außerordentlich.
„Andreas, was hältst du von morgen um 10.00 Uhr bei mir im Büro?“, lautete deshalb auch meine Antwort. „Dann kannst du mir alles erzählen, und anschließend gehen wir zusammen zum Lunch. Einverstanden?“
Am anderen Ende – früher hätte man gesagt der Leitung, aber so etwas gab es ja nicht mehr – hörte ich einen Felsbrocken zu Boden fallen.
„Gerne. Ich werde da sein. Und entschuldige bitte noch einmal die späte Störung.“
„Keine Ursache, alter Freund. Dann bis morgen. Und danke für deinen Anruf.“ Als ich aufgelegt hatte, starte ich das Handy einen Moment lang an. Sachen gab’s!
Oben im Schlafzimmer erwartete mich meine Frau und wollte natürlich sofort wissen, mit wem ich telefoniert hatte.
„Stell dir vor, mein alter Schulfreund Andreas hat mich angerufen“, lautete meine Antwort. „Ich habe dir ja von ihm erzählt. Er muss irgendein Problem haben, über das er mit mir sprechen will, und kommt morgen ins Büro. Aber vielleicht hat er auch von der ausgeschriebenen Stelle gehört und will sich bewerben. Das Einstellungsgespräch dauert dann fünf Minuten, so sicher bin ich mir, dass er der richtige Mann für uns wäre.“
Charlene sah mich nachdenklich an.
„Heißt die Frau von Andreas nicht Sandra?“, wollte sie dann wissen.
„Ja, ich glaube“, antwortete ich ihr. „Warum?“
„Ich war heute mit einem Geschäftskunden Golfen und anschließend im Clubhaus essen“, erwiderte sie mir. „Notgedrungen musste ich dabei ein Gespräch mitanhören. Dieser widerwärtige Typ, dieser Chris irgendwer – du weißt, wen ich meine? – branste lauthals damit herum, dass er zusammen mit seiner Frau, diesem Flittchen, das keinen Pro in Ruhe lassen kann, eine gewisse Sandra nach Rosenheim gelockt und dort nach allen Regeln der Kunst durchgefickt hat, während ihr Ehemann gefesselt im Nebenraum lag und durch die dünnen Wände des Ferienhauses alles mitanhören musste. Und der hieß angeblich Andreas.
Ich hoffe nur für deinen Freund, dass es sich dabei um ein anderes Paar handelt, denn wen dieser Chris einmal in den Händen hat, den lässt er nicht so schnell wieder los.“
„Oh nein“, stöhnte ich. „Nicht Andreas! Der ist doch so sensibel. Betrügt ihn seine Frau, geht der ein wie eine Primel ohne Wasser. Aber gefesselt im Nebenzimmer? Das kann ich mir nicht vorstellen. Das ist doch nur was für Cuckolds! Aber das ist Andreas nicht, nie im Leben. Dafür denkt er als Mathematiker viel zu rational. Du musst dich geirrt haben, Charlene.“
„Du wirst es ja morgen hören, mein Schatz“, meinte sie, drehte ihr Gesicht zu meinem und gab mir einen liebevollen Gutenachtkuss. Kurz darauf hörte ich schon ihren gleichmäßigen Atem, während ich ewig nicht einschlafen konnte, weil mich der Gedanke beschäftigte, was Andreas wohl wirklich von mir wollte.
Am Morgen war ich um 9.00 Uhr im Büro, sagte meiner Sekretärin, dass sie alle Termine für den Tag absagen sollte, was sie mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nahm, weil sie sich auf lange Diskussionen mit Mandanten einstellte, und trug ihr auf, meinen Freund sofort und ohne die obligate Wartezeit zu mir zu bringen, wenn er auftauchte.
Andreas erschien, wie es sich für einen Mathematiker ziemte, auf die Minute pünktlich, und wurde von mir freudig und mit Handschlag begrüßt.
„Andreas, alter Junge, wie freue ich mich, dich zu sehen“, meinte ich, um das Eis zu brechen. „Es ist ja eine Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Nimm doch Platz, ich bitte dich. Kaffee?“
„Lieber ein Wasser, wenn du hast“, erwiderte mein Freund. „Mein Herz rast so schon genug. Stehle ich dir auch wirklich nicht deine Zeit? Ich weiß schließlich, wie schwer man bei dir einen Termin bekommt.“
„Ja, aber keine alten Freunde. Vor allem nicht solche, von denen ich früher abgeschrieben habe. Ich wäre auch gestern Nacht zu dir nach Bochum gekommen, wenn du mich darum gebeten hättest. Hier, dein Wasser.“ Ich hatte zwischenzeitlich zwei Flaschen, eine mit, eine ohne Sprudel, geöffnet. „Und nun erzähl mal, was dich bedrückt. Ich sehe dir doch an, dass dir was auf der Seele brennt.“
Andreas sah ausgesprochen mitgenommen und unausgeschlafen aus. Wahrscheinlich hatte er die ganze Nacht nicht geschlafen und mit sich gerungen, ob er zu mir kommen sollte. War er tatsächlich der Cuckold, von dem Charlene mir erzählt hatte, konnte ich das gut verstehen. Jedem meiner Mandanten aus diesem Milieu war es anfänglich schwergefallen, sich Hilfe zu holen, aber später umso befreiender für sie gewesen.
„Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“, gestand mein Freund ein. „Kannst du mir versichern, dass alles, was ich dir erzähle, auch wirklich unter uns bleibt? Das ist nämlich der Hauptgrund, warum ich zu dir gekommen bin.“
Statt einer Antwort klingelte ich nach meiner Sekretärin, die prompt erschien. „Hildegard, bereiten sie bitte eine Anwaltsvollmacht und einen Mandatsvertrag für meinen Freund vor“, ordnete ich an. „Er wird Ihnen später seine Daten geben. Keine Honorarvereinbarung. Wenn es nötig sein sollte, mache ich das persönlich Pro bono.“
„Ist recht“ bekam ich knapp zur Antwort, dann war die Frau, die mich vielleicht besser kannte als ich mich selbst, wieder verschwunden.
„So, Andreas“, erläuterte ich meinem Freund, „jetzt bist du mein Mandant, und ich unterliege der anwaltschaftlichen Schweigepflicht. Verletze ich sie, wird mir meine Zulassung entzogen. Und glaube mir, an ihr hänge ich. Also, schieß los.“
Als Erstes kam ein tiefer Seufzer, dann eine ellenlange Leidensgeschichte, die ihr unter „An Sandras Seite“ nachlesen könnt. Andreas hat sie auf mein Anraten hin später zu Papier gebracht, weil auch mir das einmal geholfen hatte, ein Trauma zu überwinden. Als er endlich nach fast zwei Stunden geendet hatte, sah ich ihn fassungslos an.
„Sag mal, Andreas, bist du Irre?“, entfuhr es mir, aber sofort bereute ich den Ausbruch.
Mein Freund war aufgesprungen und dabei, mein Büro zu verlassen.
„Vorwürfe mache ich mir selbst genug, da brauche ich nicht noch deine. Von dir wollte ich Rat und vielleicht Hilfe, aber wahrscheinlich waren meine Erwartungen wieder einmal zu groß“, rief er mir über die Schulter zu.
Blitzschnell war ich auf den Beinen, packte Andreas am Sakko und zog ihn mit sanfter Gewalt – er sträubte sich nicht sehr – zu der Couch zurück, auf der wir bisher gesessen hatte.
„Entschuldige, Andreas, es ist mir nur so rausgerutscht“, versuchte ich ihn zu beschwichtigen. „Wir versuchen das jetzt ganz analytisch anzugehen, womit du als Mathematiker wahrscheinlich am besten klarkommst. Einverstanden?“
Mein Freund nickte, und so begann ich das soeben Gehörte zusammenzufassen.
„Du sagst, eure Ehe ist glücklich, aber du warst mit eurem Sexualleben nicht zufrieden. Daraufhin hast du dir Pornos angeschaut, und wie bei dir üblich, gleich noch katalogisiert. Ersteres macht wahrscheinlich jeder Mann, dem es so geht wie dir, letzteres wahrscheinlich nur wenige. Aber gut.
Dann hörst du, wie sich deine Frau mit eurer Nachbarin über sexuelle Themen unterhält, wobei auch über euer Intimleben gesprochen wird, und sie sogar zeigt, wie groß dein Penis ist. Nebenbei, Andreas, er entspricht absolut europäischen Standard. Ich weiß das, denn wir haben ja schließlich nach dem Sport oft genug gemeinsam geduscht.
Hast du nicht manchmal auf die Schwänze der anderen Jungs geschaut? Nein? Ich schon, und ich kann dir versichern, du ragst da weder nach oben noch nach unten raus. Ich habe auch nicht mehr, falls dich das beruhigen sollte. Also, was soll der Scheiß? Und meine Frau hat mir mal erklärt, dass besonders große Pimmel nur eins tun – nämlich weh.
Um euer Sexleben aufzupeppen, weil deine Frau meint, die Pille würde sie hemmen, lässt du eine Vasektomie machen. Verändert hat es sich aber nicht, wohl eher ist das Gegenteil eingetreten. Sag ehrlich, fühlst du dich seit damals noch als ganzer Mann?“
Andreas senkte beschämt den Kopf, und das war mir Antwort genug. Diese Operation überstanden nur ausgesprochene Machos seelisch unbeschadet, und zu denen gehörte mein Freund ganz sicher nicht.
„Dann besorgt sich deine Frau einen Dildo. Gegen Sexspielzeug ist überhaupt nichts zu sagen, vorausgesetzt, man benutzt es gemeinsam. Gemeinsam! Hast du das verstanden?“
Wieder nickte Andreas mit gesenktem Haupt.
„Aber was macht deine Frau? Sie befriedigt sich erst heimlich, später mit deiner Kenntnis damit. Und du akzeptierst das, ohne auszurasten? Sie hat mit dir Sex, sagt, du konntest sie nicht befriedigen, und zieht sich auf eine neue Runde mit ihrem Dildo, den sie Bruno getauft hat, in dein Arbeitszimmer zurück. Warst du denn nach dem Sex befriedigt?“
„Nein“, gestand Andreas müde ein. „Das bin ich nur selten, und noch seltener kommt es überhaupt dazu.“
„Eben“, fuhr ich fort, „aber zu Letzterem komme ich noch. Jetzt stell dir das mal umgekehrt vor. Du besorgst dir eine künstliche Vagina oder sogar eine Sexpuppe, die saugen und blasen kann und sich in allen Stellungen ficken lässt – ja, so etwas gibt es -, nennst sie Angela und sagst nach dem Sex zu deiner Frau: „Also, für mich war das nicht genug, ich habe jetzt noch ein Rendezvous mit meiner Freundin. Wenn du uns bitte allein lassen würdest“. Was wäre denn dann?“
Andreas wurde regelrecht bleich.
„Aber ich kann doch nicht …“, begann er zu stottern, aber ich unterbrach ihn sofort.
„Warum denn nicht? Wo ist der Unterschied? Wir leben schließlich weder im Matriarchat noch im Patriarchat. Und jetzt zu eurem unterirdischen Sex.
Du kommst zu schnell? Nachdem dich die Frau, die du liebst und begehrst, wochenlang, manchmal monatelang hingehalten hat? Du bist doch ein Mann – trotz Vasektomie - voller Saft und Kraft in den besten Jahren! Hast du denn in Biologie und Sexualkunde überhaupt nicht aufgepasst?
Deine Spermien können zwar durch die Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr nach oben steigen, aber deine Eier und deine Prostata sind bis zum Platzen gefüllt. Das muss schließlich raus, und zwar schnell. Eine einfühlsame Frau nimmt es als Kompliment, so begehrt zu werden. Ich wüsste gar nicht, ob ich es überhaupt zwischen Charlenes Beine schaffen würde, wäre ich so lange auf Entzug, und nicht schon auf dem Weg zu ihr abspritzen würde.“
Jetzt sah mir Andreas das erste Mal in die Augen.
„Aber dann wäre meine Frau doch ewig unbefriedigt“, warf er ein. „Und ich, ehrlich gesagt, ebenso.“
So ein unbedarftes Schaf!
„Wo denkst du nur hin, Andreas!“, wie ich meinen Freund zurecht. „Eine liebende Frau, die Spaß am Sex hat, würde jetzt den Mann für eine zweite Runde stimulieren. Durch zärtliche, erregende Zungenküsse, mit ihren Händen, mit ihrem Mund an deinem Schwanz. Dann hältst du auch länger durch, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Tut Sandra das bei dir? Ehrlich!“
„Nur einmal kann ich mich daran erinnern. Und dann hatte auch ich einen richtig erfüllenden Orgasmus. Sonst übernimmt sie meist die Führung und setzt sich auf mich, sodass ich wehrlos bin. Ich kann mich schon glücklich schätzen, wenn ich sie mal in der Missionarstellung lieben darf. Geblasen hat sie mir noch nie einen, und von hinten darf ich sie auch nicht nehmen, obwohl ich mir das so wünsche. Doch das habe ich dir ja alles schon erzählt.“
„Aber bei Chris war das garantiert alles kein Problem“, konnte ich mir nicht verkneifen, vorzugreifen. „Doch dazu komme ich noch. Dich lässt sie am ausgestreckten Arm zappeln und zwingt dich, ihr deine Cuckold-Pornos zu zeigen. Und jetzt wird’s pikant: Sie wird dadurch so erregt, dass sie sich ihren Bruno holt und sich dabei selbst befriedigt. Von dem Moment an hattest du verloren.“
„Wieso? Das musst du mir erklären?“, verlangte Andreas zu wissen.
„Ganz einfach. Du hast dir die Pornos nur angesehen, vielleicht deine Fantasie bestätigt gesehen, aber nichts unternommen. Oder wärst du von dir aus zu Sandra gegangen und hättest ihr gesagt, dass du willst, dass sie mit einem anderen Mann schläft?“
„Nie im Leben“, protestierte Andreas energisch, und ich glaubte ihm das sofort.
„Siehst du, aber sie hat es getan. Es hat SIE erregt, SIE wollte es – und von dem Moment wurdest du nur noch manipuliert. Und du Schaf hast es nicht gemerkt. Aber tröste dich, das geht ganz vielen Männern so, die von ihren Frauen schamlos ausgenutzt werden. Willst du sehen, wohin das letztlich führt? Komm mal her, ich will dir was zeigen.“
Ich stand auf und trat zu einem Regal, auf dem eine Auswahl von Peniskäfigen lag, die die Mechaniker, mit denen wir zusammenarbeiteten, unseren Mandanten abgenommen hatten.
„Schau dir ruhig einmal an, wo Cuckolding letztlich in den meisten Fällen endet. Dann trägst du so ein Ding um deinen Penis, damit Sandra deine Sexualität vollständig kontrollieren kann und gibst dich letztlich völlig auf.“
Andreas war herangetreten und sah sich die Monstrositäten erschrocken an. Da lagen sie, aus Stahl und unzerstörbarem Kunststoff, gekrümmt und teilweise mit Analplug oder Dilator versehen. Mein Freund nahm ein besonders perfides Exemplar in die Hand und sah mich fassungslos an.
„Aber das würde doch Sandra niemals mit mir machen!“, stieß er hervor, aber ein Hauch von Unsicherheit schwang bereits in seiner Stimme mit.
„Sei versichert, mein Freund, jeder der Männer, denen wir die Dinger abgenommen haben, hätte genau das gleiche gesagt wie du jetzt. Der Prozess ist schleichend, sodass ihn der Betroffene oft gar nicht mitbekommt. Du jedenfalls befindest dich bereits in der letzten Stufe des Cuckoldings, so wie du mir deine Situation geschildert hast. Phase 1 und 2 hast du schon hinter dir. Da ist es nicht mehr weit bis zum Verschluss. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Mein erster Schwiegervater hat so ein Ding tragen müssen, bis er es nicht mehr ausgehalten und sich aufgehängt hat. Übrigens ist Selbstmord in der Cuckold-Szene eine weitverbreitete Art des Ablebens.“
„Es gibt Stufen für Cuckolds?“, fragte mich Andreas jetzt erschrocken. „Ich wusste gar nicht, dass man das unterteilen kann.“
„Googelst du eigentlich nie?“, fragte ich zurück, nur um danach zu dozieren. „Bei C 1 bist du als Mann noch in deiner klassischen Rolle, stellst vieles in Frage und testest deine Grenzen. Gleichzeitig genießt du es, deine Partnerin als Hotwife zu erleben. Du bist da meist ein Voyeur, schaust - oder in deinem Fall hörst - zu, wenn deine Partnerin Sex mit einem anderen Mann hat. Live, per Video oder in deinen Fantasien. Häufig entscheidest du noch mit, welchen Lover sie trifft und in welchem Rahmen das passiert.
Bei C 2 sucht sich deine Frau ihre Lover selbst aus, entscheidet über Zeit, Ort und Intensität – und du musst nicht immer dabei sein. Manchmal erfährst du nur im Nachhinein, was passiert ist. Dein Fokus verschiebt sich: Du bist Dienstleister, Unterstützer und devoter Partner. Haushalt, Vorbereitungen, Pflege der Beziehung und das „In-Szene-Setzen“ der Hotwife können zu festen Aufgaben werden. Sexentzug gehört häufig zum Alltag. Na, erkennst du dich wieder?“
Andreas hatte schwer zu schlucken, nickte aber zu meinen Worten.
„In der letzten Phase, in C 3, hast du als Mann sehr viele sexuelle Entscheidungsrechte abgegeben. Die Regeln deiner Partnerin gelten nicht nur im Schlafzimmer, sondern häufig auch im Alltag. Deine Frau steht im Zentrum. Du tust alles, um ihr Leben angenehmer, lustvoller und spannender zu machen. Deine eigenen sexuellen Wünsche rücken in den Hintergrund. Du wirst über längere Zeiträume auf Entzug gesetzt, während sie sich mit einem oder mehreren festen Liebhabern trifft, ausgeht oder eigene erotische Freiräume auslebt.
Und da, Andreas, bist du jetzt angelangt, wenn du ehrlich zu dir selbst bist. Das hat mir vor allem die Schilderung eures letzten Sex gezeigt. Du wolltest einmal auch deine Lust ausleben, deine Frau von hinten nehmen, aber ein einziges, scharfes „Andreas“ hat gereicht, damit du deine Bedürfnisse vollständig unterdrückst. Und dann noch der Verweis auf diesen unsäglichen Chris, ein gewissenloses Arschloch par excellence, der darf, was sie dir verwehrt.
Jeder“, ich wollte sagen normale Mann, schluckte es aber gerade noch herunter, „Ehemann, dem man nicht schon jede Selbstbestimmung genommen hat, wäre ausgerastet. Und du nimmst das einfach so hin. Was glaubst du, wie lange es dauert, bis du so ein Ding trägst?“
„Kennst du Chris und seine Frau Lisa?“, fragte Andreas nach, wohl um meine Frage nicht beantworten zu müssen. „Es klang gerade so.“
„Leider ja“, musste ich zugeben. „Beide sind Mitglied in unserem Golfclub, aber nicht mehr lange, kann ich dir versichern. Und ich muss dir leider sagen, dass er die Sache mit dir und deiner Frau in Rosenheim herumtratscht, inclusive der Nennung eurer Namen.“
„Das darf doch nicht wahr sein!“ Andreas sank erschüttert auf dem Sofa zusammen. „Ja, was hast du denn gedacht? Dass deine Ambitionen geheim bleiben, nach dem deine Frau sie in der Nachbarschaft herumerzählt, dich vor der Dessousverkäuferin und zufälligen Kunden als Cuckold hinstellt und dich sogar die Kondome für ihren Fick mit ihrem Liebhaber kaufen lässt und dass auch noch lauthals in der Apotheke verkündet?
Spätestens jetzt hätte ICH deine Sandra wahrscheinlich erschlagen und wäre mit Totschlag im Effekt und Bewährung davongekommen, weil jeder Richter für diese Handlung nach einer derartigen Provokation Verständnis aufgebracht hätte.
Oder das Chris und Lisa es für sich behalten und nicht damit herumprahlen? Diese Blender und Angeber? Dass ist durch, mein Lieber, und ich muss dir gleich eine Grausamkeit verkünden: Du kannst nur noch aus Bochum wegziehen, wenn du dir einen Rest von Würde bewahren willst.
Wie lange willst du die hämischen Blicke der Nachbarn ertragen, von Sandras Freundinnen, ihren Kolleginnen? Von ihren Männern? Ein Hahnrei, ein gehörnter Ehemann, wird belächelt und bemitleidet, ein Cuckold nur verlacht, das sollte dir doch wohl klar sein.“
Jetzt brach Andreas endgültig zusammen und Tränen traten in seine Augen.
„Was habe ich da nur angerichtet?“, fragte er rhetorisch. „Das habe ich alles so nicht gewollt! Ich habe doch nur die Absicht gehabt, ein bisschen frischen Wind in unsere Beziehung zu bringen und gehofft, auch davon profitieren zu können, wenn Sandra sich öffnet und selbstbewusster wird. Aber insgeheim habe ich das alles schon geahnt, was du mir gerade so schonungslos offenbarst hast. Ich wollte ihr doch nur schenken, was ich ihr nicht geben kann, eben gerade diese Nacht in Rosenheim, die mir jetzt wohl komplett auf die Füße fällt.“
„Wieso kannst du ihr nicht geben, was sie braucht?“, hakte ich nach. „Erklär mir das bitte.“
„Nun ja, ich habe es doch mit eigenen Ohren gehört, wie Chris sie rangenommen hat. Dazu wäre ich nie in der Lage und kann es ihr doch nicht vorenthalten, wenn sie es braucht.“
„So, kannst du nicht? Da bin ich aber ganz anderer Meinung.“ Jetzt kam der Part, Andreas wieder aufzurichten. „Du bist von Sandra, Chris und Lisa hemmungslos manipuliert und nach Strich und Faden betrogen worden. Chris ist so ein toller Kerl, ja? Und er kann so lange und mehrmals? Nun schalte mal deinen Verstand ein, Andreas! Du hast mir selbst erzählt, dass ihr durch die dünnen Wände gehört habt, wie er seine Frau im Nebenzimmer in der Nacht zuvor zwei oder sogar dreimal gefickt hat. Richtig?“
Andreas nickte wieder.
„Er hat also seine Eier entleert, nichts weiter. Und dann wahrscheinlich am nächsten Tag eine Sildenafil eingeworfen. Die wirkt im Gegensatz zu Viagra bis zu 36 Stunden und gibt Standfestigkeit. Wieviel Samen er noch abschießen konnte, ist eine andere Frage. Aber wer kontrolliert schon die Menge in einem Kondom?
Keine Kunst, so eine Frau zu beeindrucken. Sie muss nur noch seine Libido reizen, damit das Potenzmittel wirkt. Aber dafür hast du ja gesorgt. Kaufst deiner Frau Reizwäsche vom Feinsten für ihren Liebhaber und bezahlst sie auch noch. Ich fasse es nicht!
Denk mal an die Cuckoldkategorien. Kein Wunder, dass sich dieser Kerl die Lippen geleckt hat, als er DEINE Sandra so gesehen und sein Schwanz wie eine eins gestanden hat. Hätte es deiner nicht, wenn du an seiner Stelle gewesen wärst?“ „Doch, sicher“, gab Andreas zu, der langsam aufwachte, wie ich mit Freude registrierte. „So wie du es darstellst. Aber es bleibt die Tatsache bestehen, dass es mich erregt hat, als ich den beiden zugehört habe. Das kann ich doch nicht einfach vom Tisch wischen.“
Ich machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Du hast einen Porno gehört, noch dazu mit deiner Frau als Hauptdarstellerin. Da wird wohl jeder Mann scharf. Noch dazu, wo du gefesselt warst. Warum hast du dich denn eigentlich anketten lassen?“
„Das ging alles so schnell, und eine Zeitlang dachte ich, Lisa wollte sich mit mir Vergnügen, während ihr Mann mit meiner Frau zugange ist. Aber das war ein Irrtum, wie ich dann feststellen musste, und ehe ich mich versah, steckten meine Hände und Füße in Schellen. Was hättest du denn in meiner Situation getan?“
„Das kannst du in der Zeitung nachlesen, und sogar das Fernsehen hat darüber berichtet“, konnte ich verkünden. „Meine erste Frau wollte auch einen Cuckold aus mir machen und ließ mich fesseln, damit ich zusehen musste, wie sie sich von zwei Kerlen gleichzeitig ficken ließ.
Der eine von ihnen ist heute ein Krüppel, der andere mit einem Stummelschwanz zurück in Afrika. Die Dame, die das eingefädelt hat, sitzt im Knast und meine Ex-Frau putz bei Ford die Lagerhallen.
Noch Fragen? Das HABE ich getan, deshalb komm mir nicht so, Andreas. Du hättest dich auch wehren können, in jeder einzelnen Phase des Geschehens, gesteh dir das wenigstens ein.“
(Ich verweise hier noch einmal auf die Vorgängergeschichte „Ein Mann tut, was ein Mann tun muss“)
„Vielleicht habe ich einfach nicht die Eier dazu“, meinte er resigniert.
„Weil man sie dir regelrecht abgeschnitten hat“, konterte ich sofort. „Aber was kann ich denn nun konkret für dich tun? Du hast schon einmal einen wichtigen Schritt getan, den viele Cuckolds nicht schaffen: Du holst dir Hilfe. Und glaub mir, ich tue alles für dich, was ich nur kann. Weiß deine Frau übrigens, dass du hier bei mir bist?“
„Nein, um Gottes Willen“, entfuhr es Andreas. Solche Angst hatte er mittlerweile vor seiner Sandra, und daran musste sich schleunigst etwas ändern. „Sie ist mit ihrem Chef auf der Messe in Leipzig. Das war sie schon einmal, davon habe ich dir erzählt. Damals ist nichts passiert, sie hat mittels SMS nur so getan als ob. Aber diesmal, denke ich, ist es anders.
Sie hat mir gestern mitgeteilt, dass sie noch ein Wellness Wochenende mit ihm zusammen dranhängt und erst am Sonntagabend wieder nach Hause kommt. Und davor fürchte ich mich. Fickt sie mit ihm, ist das ganz schnell in ihrer Firma rum. Und dort habe ich öfters geschäftlich zu tun, weil alle Versicherungen über uns laufen.
Und du hast völlig recht, so etwas bleibt nie geheim, und ich kann doch dort nicht als Hahnrei oder gar Cuckold herumlaufen, von allen hinter vorgehaltener Hand verlacht. Nur habe ich das erst gestern erkannt, als mir die ganze Tragweite ihres Handelns bewusst wurde. Mein Chef meinte schon, es gäbe da so Gerüchte, und ich sollte das doch bitte in Ordnung bringen, sonst wäre ich für seine Agentur nicht mehr tragbar. Sag mir, was soll ich nur tun?“
„Wie ich das sehe, hast du zwei Möglichkeiten“, eröffnete ich meinem Freund. „Menschen definieren sich heute auf die unterschiedlichsten Arten. Die einen laufen mit Hundemasken herum, andere glauben Elfen aus dem Nebelwald zu sein und leben in einer Traumwelt. In Wien habe ich einmal einen Mann als Zebra verkleidet gesehen, der seine Frau im Sulky durch die Stadt gezogen und dafür auch noch ständig Schläge mit der Peitsche bezogen hat.
Du wirst mittlerweile ständig von deiner Frau gedemütigt. Ich habe dir schon etliche Dinge aufgezählt. Aber es geht ja weiter. Sie lässt dich mithören, wie sie ihrer Freundin von den Qualitäten ihres Liebhabers vorschwärmt und dich damit klein macht. Oder glaubst du ernsthaft, die Sache mit dem Handy was Zufall? So naiv kannst nicht einmal du sein.
In der Sauna stellt sie vor anderen die Größe deines Schwanzes in Frage und gibt dir Befehle. Von all den anderen Grausamkeiten einmal ganz abgesehen. Und dabei vermittelt sie dir auch noch das Gefühl, dass du das ja willst und dass es dich erregt. Wenn man das ununterbrochen gesagt bekommt, dann empfindet man irgendwann auch einmal so, dass haben mir viele Mandanten geschildert.
Im Bett dominiert sich dich ständig. Sie nimmt, wenn sie es will, aber sie gibt nicht. Weißt du, was du alles im Leben verpasst, wenn du das weiter mit dir geschehen lässt. Wie schön es ist, wenn eine Frau einem hingebungsvoll einen bläst? Von anderen Spielarten der körperlichen Liebe ganz zu schweigen! Willst du wirklich bis ans Ende deiner Tage darauf verzichten? Wenn du das möchtest, weiterhin der devote Putzlappen deiner Frau sein, dann kann ich dir nicht helfen.“
Andreas war devot, eindeutig. Und das machte ich mir jetzt zu Nutze, um die Richtung vorzugeben. Später konnte ein Psychologe das beheben, und wenn die Therapie erfolgreich beendet war, würde er sich fühlen wie King Kong im Dschungel, das hatte ich schon mehrfach erlebt.
„Aber wenn du das nicht willst“, fuhr ich fort, „dann müssen wir als aller Erstes dein Selbstbewusstsein wieder hervorholen. Und damit fangen wir am besten gleich einmal an. Einverstanden?“
Als Andreas nickte, wusste ich, dass ich gewonnen hatte.
„Zuerst einmal machen wir die Vasektomie rückgängig“, eröffnete ich ihm, und erwartungsgemäß kam Protest.
„Aber warum? Geht das überhaupt? Weißt du, was ich bei der Operation für Schmerzen hatte? Das brauche ich nicht noch einmal! Und wie soll ich das überhaupt meiner Frau erklären?“
Darauf hatte ich Antworten.
„Warum? Aus mindestens zwei Gründen. Erstens, weil du dich danach wieder als ganzer Mann fühlen wirst, und nicht als halber, wie jetzt, und anderen Kerlen unterlegen.
Und zweitens: Wer sagt dir denn, dass sich die Einstellung deiner Frau zu Kindern nicht auch mal ändert? Wenn sie eines Tages doch ein Baby haben will? Aber du kannst ja nicht mehr, also wird sie sich einen anderen dafür aussuchen. Vielleicht sogar diesen Chris, den sie ja für seine Männlichkeit so bewundert und wo sie schon bedauert hat, dass er ein Kondom benutzt und nicht in ihr abgespritzt hat.
Erinnere dich an Marias Worte, die du auf der Mailbox hattest. Sie sagte zu deiner Frau, dass sie dich als sicheren Halt, Chris aber als den Mann ansehen soll, den sie ganz tief in sich lassen soll, damit er ihr ein Kind macht, das ihre Gene weiterverbreiten wird.
Wohlgemerkt ihre, nicht deine. Aber du bist, wenn ihr noch verheiratet seid, der gesetzliche Vater. Und ich prophezeie dir – du wirst das Kind auch großziehen. Dass sie dich dazu bringt, daran habe ich keine Zweifel, wenn alles so bleibt wie jetzt.“
Ich sah Andreas an, dass ich seinen wunden Punkt getroffen hatte. Wahrscheinlich hatte er an der Sache mehr zu kauen als an allen anderen. Im Prinzip hatte er sich kastrieren lassen, und jetzt dachte seine Frau anscheinend darüber nach, sich von einem Alphamännchen ein Kind machen zu lassen. Zumindest hatte sie dieser unsäglich widerwärtigen Maria nicht widersprochen, und das sagte schon einiges.
„Und selbstverständlich kann man eine Vasektomie rückgängig machen, das ist nicht weiter kompliziert“, fuhr ich fort, um Andreas nicht weiter zum Nachdenken kommen zu lassen. „Ich habe einen guten Freund, Richard, der ist Inhaber einer Privatklinik. Da mache ich dir nachher – dein Einverständnis vorausgesetzt - für Montag gleich einen Termin.
Ich schwöre dir, du wirst nichts, aber auch gar nichts von dem kleinen, mikrochirurgischen Eingriff spüren und man dich mit größtem Respekt behandeln. Sollte es anders sein, verklagen wir die Klinik, aber das will Richard nicht wirklich. Dort bist du, das versichere ich dir, wirklich in den besten Händen. Die Erfolgschance liegt, da die Vasektomie bei dir ja noch keine drei Jahre her ist, bei 90 Prozent. Ich habe einen Mandanten, dem ist es ähnlich ergangen wie dir, der hat jetzt acht Kinder – allerdings mit einer anderen Frau.
Letzter Punkt. Was du deiner Frau sagen sollst? Dass du lange genug dafür gesorgt hast, damit sie nicht schwanger wird, einschließlich Kondomkauf für ihre Liebhaber. Darüber komme ich einfach nicht hinweg, das ist wirklich der Gipfel der Demütigung. Noch dazu, wo du ihr sogar Nachschub besorgen solltest!
Wenn sie nicht die Pille nehmen will, soll sie sich doch ihre Eileiter durchtrennen lassen. Das ist nichts anderes wie bei dir die Samenstränge, nur nach meinem Kenntnisstand nicht umkehrbar. Dann kannst du auch sicher sein, dass sie dir keinen Bastard anschleppt.“
Andreas schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, aber ich ließ ihn auch diesmal nicht zur Besinnung kommen.
„Außerdem haben sie in der Klinik einen ausgezeichneten Psychotherapeuten, der sich speziell mit Cuckolding befasst und mehrere Bücher darüber geschrieben hat. Einige meiner Mandanten waren bei ihm bereits in Behandlung, und er hat schon schwerere Fälle wie dich wieder hinbekommen.“
„Meinst du etwa, ich bin krank?“, wollte Andreas wissen. „Vielleicht sogar verrückt? Ich dachte, ich fröne nur einem Fetisch, wie viele andere auch.“
„Nenn es wie du willst“, mein Freund. „Nach Auffassung vieler Fachleute – und ich habe mich leider intensiv mit dem Thema beschäftigen müssen – ist Cuckolding eine psychische Störung. Oder, ganz ehrlich, wie würdest du es bezeichnen, wenn ein Mann seine Befriedigung darin findet, dass seine Frau mit anderen fickt und ihn demütigt? Die Seele spielt uns manchmal üble Streiche. Aber wie körperliche Krankheiten ist auch die Psyche heilbar. Nicht immer, zugegeben, wir haben schließlich den Krebs auch noch nicht besiegt, aber in den meisten Fällen. Bei dir ganz sicher, weil du zeitig genug gekommen bist. Ansonsten müsste ich mich sehr irren.“
Andreas überlegte und kämpfte mit sich. Aber dann hatte er einen Entschluss gefasst, hob den Kopf und sah mir geradewegs in die Augen.
„Ruf an“, meinte er knapp. „Es muss sich etwas ändern, und ohne Hilfe habe ich nicht mehr die Kraft, es allein durchzusetzen.“
Ich nickte, griff zum Hörer und hatte gleich darauf Richard am Apparat, dem ich kurz die Situation schilderte. Er war Kummer mit mir gewohnt und schob Andreas für Montag, 11.00 Uhr, zu einem Vorgespräch ein. Am Nachmittag sollte dann die OP stattfinden und am Dienstag das erste Gespräch mit dem Psychotherapeuten. Richard regte an, dass der Patient eine Woche zur Kontrolle und Therapie in der Klinik bleiben sollte. Danach konnten die Nachbehandlung und die Gespräche ambulant weitergeführt werden.
Andreas saß wie ein Häufchen Unglück auf der Couch, und deshalb ging ich zu meinem Barschrank und goss uns zwei Cognac ein. Es war schon Nachmittag, und die konnten wir jetzt vertragen. Meine Sekretärin, wirklich eine Perle, hatte schon vor einer Stunde Sandwichs mit Roastbeef gebracht, sodass wir eine Grundlage hatten und sie nicht auf leeren Magen kippen mussten.
„Und wie wird es nach der Klinik weitergehen?“, fragte mich Andreas, als wäre ich ein Prophet.
„Du wirst mit deiner Frau sprechen müssen, mein Freund“, antwortete ich und wog jedes weitere Wort ab. „Das kann ich dir nicht abnehmen. Wenn du willst, bin ich als dein Rechtsbeistand dabei. Aber das würde nur die Fronten verhärten, und ich denke, dass schaffst du nach der Therapie auch alleine.
An Sandra wird es dann liegen, ob sie mit dir gemeinsam den neuen Weg gehen will oder sich bereits so sehr verrannt hat, dass sie nicht mehr zurückkann. Das kann ich nicht einschätzen, Andreas, weil ich sie nicht kenne. Aber wenn das Ganze auf eine Scheidung hinauslaufen sollte, stehe ich dir natürlich zur Seite.“
„Weißt du, Georg, es ist doch alles meine Schuld“, fing mein Freund wieder an. „Wenn ich nicht diese Fantasien gehabt hätte, wäre das alles doch gar nicht passiert.“
Andreas brauchte dringend eine Therapie, und ich konnte ja schon einmal damit anfangen.
„Red‘ dir das nicht länger ein“, korrigierte ich meinen Freund. „Angefangen hat alles mit dieser Dildoparty und den Einflüsterungen durch diese Maria. Ohne die hätte deine Frau deine Videos gar nicht zu sehen bekommen. Und selbst danach hat sie nicht so reagiert, wie man es von einer liebenden Frau hätte erwarten können, die ihren Mann respektiert.“
„Dann sag du mir doch einmal, was sie deiner Meinung nach hätte tun sollen, nach dem sie mit meinen Fantasien konfrontiert worden ist.“
„Ganz einfach – Nein sagen. Nein, ich schlafe nicht mit anderen Männern, auch wenn das deine Fantasie ist. Dafür liebe ich dich viel zu sehr. Ja, an unserem Liebesleben muss sich etwas ändern. Lass es uns GEMEINSAM aufpeppen. Wir können einen Sexual- und Paartherapie machen, ich kümmere mich darum. Du wirst sehen, danach geht es uns beiden besser.
So hätte sie reagieren müssen und dich nicht immer weiter in denen Fetisch hineintreiben dürfen.
Oder von mir aus auch: Lass uns gemeinsam einen Swingerclub aufsuchen. Wir müssen ja nicht mit anderen rummachen, können aber mal sehen, was Paare so treiben. Vielleicht hätte auch das gemeinsame Schauen von Pornos schon geholfen. Aber den angeblich geliebten Ehemann demütigen, ihn vorführen wie einen Trottel, ihn zum Hahnrei, ja zum Cuckold machen, ihn gefesselt zuhören lassen, wie sie sich ihrer Lust hingibt, diese ihm aber verwehrt, das geht gar nicht. Punkt!
Und jetzt Schluss damit, lass uns mal über etwas anderes reden. Als du mich gestern angerufen hast, habe ich gedacht, dass du dich auf unsere ausgeschriebene Stelle bewerben willst. Sie ist wie auf dich zugeschnitten. Du hast nicht Lust, zu uns zu wechseln?“
„Ich weiß gar nichts von einem Stellenangebot“, gestand Andreas ein. „Worum geht es denn da?“
Ich griff nach der „Wirtschaftswoche“, die auf meinem Schreibtisch lag, und zeigte ihm die ganzseitige Annonce.
„Da, ließ dir das durch, und wenn du dich da wiederfindest, können wir die Konditionen gleich besprechen.“
Adreas las, und ich sah, wie es in ihm arbeitete. Es war ihm wahrscheinlich aufgegangen, dass er aus Bochum wegmusste, und hier bot sich ihm eine einmalige Gelegenheit.
„Was würde ich denn bei euch verdienen?“, wollte er wissen, und da hatte ich ihn. „Zwölf für den Anfang“, warf ich in den Raum.
„Im Monat?“, fragte Andreas verwirrt nach. Im Moment verdiente er ein Drittel der Summe brutto und war damit glücklich.
„Na, am Tag wäre vielleicht etwas happig. Und in der Woche? Darüber reden wir, wenn du Partner wirst. Ich denke, so in zwei Jahren, wenn du das hältst, was ich mir von dir verspreche – und da bin ich recht sicher – könnte es schon so weit sein.
Dazu kommt ein Aktienpaket wie bei allen unseren Mitarbeitern. Das ist so etwas wie eine Gewinnbeteiligung. Und in der Position natürlich ein Dienstwagen.“
„Was für einer?“ hakte Andreas gleich nach. Er war eben doch ein Mann.
„5er BMW. SUV oder Limousine, das kannst du selbst entscheiden. Ebenso die Ausstattung. Na, was sagst du zu dem Angebot?“
„Habe ich Bedenkzeit?“
„Ja, aber nicht zu lange. Sagen wir, bevor du aus der Klinik entlassen wirst, hätte ich gern eine Antwort. Ansonsten muss ich die Suche nach einem geeigneten Kandidaten intensivieren. So wie jetzt kann es bei uns jedenfalls nicht weitergehen. Wir brauchen dringend einen solchen Zahlenjongleur wie dich.“
„Da ist aber nichts Illegales dabei, oder?“, vergewisserte sich Andreas, worüber ich lachen musste.
„Nein, ganz sicher nicht. Wir machen keine Cum-Ex Geschäfte, falls du das befürchtest. Aber gut, dass du fragst. Doch jetzt hätte ich einmal eine Bitte an dich. Du könntest Charlene und mir aus einer großen Verlegenheit helfen.“
Andreas sah mich interessiert an. Er glaubte, jetzt würde ihm die Rechnung präsentiert werden, wenn auch nicht auf finanzielle Art, dafür kannte er mich zu gut.
„Raus damit! Ich denke, ich bin dir etwas schuldig“, lautete seine Antwort.
„Charlene und ich haben für morgen Abend eine Einladung zur Weinpreisverleihung im Schloss Berg. Das ist ein Top-Event, kann ich dir sagen, für das man nur sehr schwer Karten bekommt. Meine Frau hat eine Freundin nebst Partner dazu eingeladen, aber das Paar sich kurzfristig getrennt.
Jetzt steht die junge Dame ohne männliche Begleitung da, und das geht gar nicht. Sie wollte schon absagen, aber meine Frau hat sie gedrängt, doch zu kommen, damit sie etwas Ablenkung hat. Du wärst genau der richtige Tischherr für sie! Einen Smoking hast du doch, oder?“
„Schon, aber ich weiß nicht“, druckste Andreas herum. „Sandra ist nicht da, und …“
„Eben darum“, fiel ich meinem Freund ins Wort. „Du bist doch nicht verpflichtet zu Hause herumzusitzen, während deine Frau Wellness mit ihrem Chef macht. Komm, gib dir einen Ruck. Charlene, und ich im Übrigen auch, wären dir sehr verpflichtet. Ich verspreche dir, es wird dir gefallen. Spitzenköche veranstalten ein Running Dinner, die prämierten Weine werden ausgeschenkt, und ansonsten fließt der Champagner in Strömen. Glaub mir, es würde dir guttun.“
„Warum eigentlich nicht?“, rang sich Andreas durch. „Wann muss ich wo sein, und wie komme ich am Abend, wenn ich etwas getrunken habe, zurück?“
„Gar nicht, wir übernachten dort“, eröffnete ich meinem Freund. „Charlene und ich haben eine Suite mit zwei Zimmern, da kannst du in einem Schlafen. Und für Vanessa, so heißt die Freundin meiner Frau, ist natürlich auch eins gebucht.
Die Veranstaltung wird um 18.00 Uhr mit einem Champagnerempfang eröffnet. Danach moderiert Barbara Schöneberger durch die Preisverleihung. Anschließend kann man durch die Räumlichkeiten flanieren, hier und dort einen Happen essen oder den Wein verkosten. Mehrere Bands spielen zum Tanz, um Mitternacht gibt es Austern und wieder Champagner und ein großes Feuerwerk.
Sei also bitte spätestens um 17.00 Uhr da, besser etwas eher. Von Bochum sind es über die A 3 ja nur etwa 70 km. Dann kannst du dich in Ruhe frischmachen, und ich stelle dir die Damen vor. Lass mich nicht hängen, Andreas, ich bitte dich.“
„Gut, ich werde da sein“, bestätigte mein Freund. „Hoffentlich enttäusche ich diese Vanessa nicht, ich bin nämlich kein guter Unterhaltungskünstler und noch dazu ein schlechter Tänzer.“
„Das wird schon!“ Ich klopfte Andreas auf die Schulter und begleitete ihn zur Tür, um ihn herzlich zu verabschieden. Kaum hatte er mein Büro verlassen, hetzte ich zum Telefon und rief meine Frau an, die auch glücklicherweise erreichbar war.
„Charlene, ich habe ein Problem“, begann ich. Du musst mir helfen …“
Die Events auf Schloss Berg waren immer eine Klasse für sich. Nachdem ich hier einmal gewütet hatte (siehe: Ein Mann tut …), hatte eine bekannte Hotelgruppe das Barockschloss übernommen und zu einer Luxusdestination umgebaut. Im Restaurant kochte Jürgen Müller, der drei Sterne für seine Küche eingefahren hatte, es gab einen spektakulären Wellnessbereich, und die Zimmer waren mit allem erdenklichen Komfort ausgestattet.
Charlene und ich gehörten hier mittlerweile zu den Stammgästen, wenn wir mal kurz dem Alltag entfliehen wollten, denn es war nicht weit weg von unseren Arbeitsstellen und unserem zu Hause. Aus den Zimmern der oberen Etagen sah man sogar den Kölner Dom.
Dementsprechend empfing man uns auch, der Dorman nahm den Wagen ab, und Pagen brachten das Gepäck in die großzügige Suite. Pünktlich um 16.30 Uhr klopfte Chris, dessen Golf Variant man unten sicher mit einem Naserümpfen in Empfang genommen und verräumt hatte, und ich stellte ihm schon einmal meine Frau vor, von der er sichtlich beeindruckt war, aber glücklicherweise nicht ins Stottern kam. Was würde er da erst zu Vanessa sagen, wenn er vor ihr stand? Charlene und ich hatten beschlossen, ihn erst beim Champagnerempfang mit ihr bekannt zu machen, damit er nicht mehr flüchten konnte.
Die Suite hatte einen großen Wohnraum, ein Ankleidezimmer und zwei Schlafzimmer, jedes mit angrenzendem Bad, weil sie auch für Familien mit Kindern gedacht war. Charlene hatte in letzter Sekunde noch umbuchen können, denn für uns hätte auch eine kleinere gereicht. Aber wie hätte ich Andreas verklickern sollen, dass er sich das Zimmer mit Vanessa teilen sollte?
Als mein Freund sich geduscht und umgezogen hatte, war er in seinem zwar nicht ganz neuen, aber immer noch modischem Smoking eine durchaus respektable Erscheinung. Zum blütenweißen Hemd mit schwarzer Knopfleiste trug er eine schwarze Fliege und in der Brusttasche ein seidenes Einstecktuch. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er am Vormittag noch rasch einkaufen gewesen war.
Ich bat ihn, meine Frau nach unten zu begleiten, weil ich Vanessa abholen wollte. Als ich Andreas wenig später in der großen Lobby des Schlosshotels seine Begleitung für den Abend vorstellte, klappte dem fast der Unterkiefer nach unten.
Charlene war eine überaus aparte Erscheinung, hochelegant und dabei sexy ohne jemals vulgär zu wirken. Sie trug ein schwarzes Abendkleid von Versace, das hochgeschlitzt war und ihre schlanke Figur traumhaft zur Geltung brachte.
Aber ihre Freundin, das war uns vorher klar gewesen, stach sie glatt aus. Vanessa war ebenso schlank wie meine Frau, hatte aber eine Körbchengröße mehr. Ihre blonden Haare waren kunstvoll hochgesteckt, an den Ohren trug sie lange Diamanthänger, und um den Hals ein schlangenähnliches Weißgold-Collier von Bulgari, das den Weg in ihr Dekolleté wies – beides aus der Schmuckschatulle meiner Frau, die heute auf Gelbgold und Cartier setzte. Das dunkelblaue Seidenkleid umschmeichelte Vanessas Körper und war über und über mit silbernen Pailletten besetzt, die wie tropfende Eiszapfen nach unten ausliefen. Ihr Make up war wie das von Charlene dem Abend angemessen und betonte Augen und Lippen.
Ich trat mit Vanessa am Arm zu meiner Frau und Andreas, die miteinander plauderten, und stellte die junge Frau meinem Freund vor.
„Andreas, das ist Vanessa, deine Tischpartnerin heute Abend. Vanessa, darf ich dir meinen Freund Andreas vorstellen, der dich sicher charmant unterhalten wird.“
Auf das, was jetzt folgte, waren weder meine Frau noch ich vorbereitet, und mein Freund überraschte mich wieder einmal aufs Neue.
Andreas wurde nicht etwa rot oder begann herumzustottern, wie ich befürchtet hatte, sondern ergriff Vanessas Hand, führte sie zu einem angedeuteten Handkuss an die Lippen und meinte dann:
„Enchanté, Madame! Ich bin überaus erfreut, heute Abend Ihre Begleitung sein zu dürfen. Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Sie sehen einfach bezaubernd aus, und es ist mir völlig unverständlich, wie man eine so schöne Lady versetzen kann! Um so größer das Glück für mich, dieses Event mit Ihnen verbringen zu dürfen.“
Mich haute es fast um, und Charlene, der ich berichtet hatte, wie linkisch Andreas oft war, ging es nicht anders. Dafür rettete Vanessa die Situation.
„Sehr freundlich, mein Herr. Auch mir ist es eine große Ehre, einen solch ausgesuchten Gentleman als Begleitung zu haben. Ich freue mich schon sehr darauf, an ihrem Arm später das Schloss zu erkunden. Aber wollen wir nicht die allzu großen Förmlichkeiten lassen? Ich bin Vanessa.“
„Andreas“, erwiderte mein Freund und verbeugte sich. Gerade einmal, dass er nicht wie ein preußischer Gardeulan die Hacken zusammenschlug.
Kurz, der Abend wurde ein voller Erfolg. Der Champagner war vom Feinsten, Barbara Schöneberger führte wie erwartet überaus humorvoll durch das Programm, und als die Preise vergeben waren, löste sich die Veranstaltung auf und die Gäste flanierten durch die Räumlichkeiten auf der Suche nach den Leckereien und Weinen, die ihnen am besten mundeten.
Andreas und Vanessa hatten meine Frau und ich schon bald aus den Augen verloren. Manchmal sahen wir sie wieder, meist scherzend und lachend. Einmal fütterte die blonde Schönheit meinen Freund mit Scampis, einmal hielt er eine Auster für sie, damit sie sie ausschlürfen konnte.
Als die Bands aufspielten, waren sie die Ersten auf der Tanzfläche und ließen weder Rock’n’Roll noch Schmusesongs aus.
„Da hast du mir ja einen schönen Bären aufgebunden“ meinte meine Frau anzüglich zu mir. „Schlechter Tänzer, ja? Und der soll ein unterwürfiger Cuckold sein? Im Leben nicht! Komm, lass uns auch tanzen, Georg. In deinen Armen komme ich immer am besten in Stimmung, und ich habe mit dir diese Nacht noch viel vor. Die beiden da drüben aber miteinander auch, darauf verwette ich die Hälfte meiner Firma.“
Das konnte ich nur hoffen, denn dann wäre schon einmal ein wichtiger Schritt zu Andreas Rekonvaleszenz getan – und meine Frau konnte ihr geliebtes Familienunternehmen behalten.
Andreas
Nie hatte ich mich in den letzten Jahren so begehrt gefühlt wie an diesem Abend in Schloss Berg. Das bezaubernde Geschöpf an meiner Seite gab mir von Anfang an das Gefühl, dass unter den vielen, gutangezogenen und sicher sehr erfolgreichen Männern ich der Einzige war, für den sie sich interessierte. Mit Vanessa zu plaudern war eine einzige Freude, sie genoss die angebotenen Köstlichkeiten ohne jeden Hinweis auf irgendwelche Unverträglichkeiten ohne Zurückhaltung, war eine profunde Weinkennerin und eine hervorragende Tänzerin, die mir nie das Gefühl gab, es ihr nicht gleich tun zu können. Ob langsamer Walzer oder Rock`n`Roll, ich wusste nicht, ob sie mich geschickt führte, aber sie in den Armen zu halten, war einfach nur ein Gedicht! Bei langsamen Titeln schmiegte sie sich an mich, so dass ich ihren betörenden Duft aufnehmen und ihre zarte Haut an meiner Wange fühlen konnte.
Das blieb natürlich nicht ohne Wirkung. Als sie bei „Love me Tender“ von Elvis so auf Tuchfühlung ging und sanft hin und her bewegte, dass ich die Reibung an meinem Körper spürte, versteifte sich mein Glied. Das wäre wohl jedem Mann passiert, in dem noch ein Funken Leben war. Vanessa bemerkte das natürlich, so dicht wie sie bei mir war, doch anstatt etwas auf Abstand zu gehen, sah sie mir tief in die Augen und lächelte mich – ich möchte sagen verstehend – an und hauchte mir einen Kuss auf die Wange.
Natürlich dachte ich an dem Abend auch öfters an Sandra und was sie jetzt womöglich gerade trieb, aber je später es wurde, umso weniger. Dieses Fest wollte ich selbst genießen, denn es würde sich bestimmt nicht so schnell wiederholen.
Georg und Charlene sahen wir nur ab und zu. Die waren aber auch mit sich selbst beschäftigt und turtelten herum wie ein frischverliebtes Paar, wobei wir sie nicht stören wollten. Erst beim großen Feuerwerk standen wir dann wieder nebeneinander, und wenn ich gedacht hatte, vielleicht einen anzüglichen Kommentar bezüglich der Intimität zwischen Vanessa und mir zu hören, wurde ich glücklicherweise enttäuscht.
Nach dem die letzten Raketen zerplatzt waren, gab es im Festsaal ein großes Austernbuffet und Champagner satt. Vanessa und ich schlürften die Schalentiere um die Wette. Plötzlich kam meine entzückende Begleitung mir ganz nahe und flüsterte mir etwas ins Ohr, dass ich erst später verstand, nämlich: „Die hole ich mir später alle zurück.“
Aber auch der schönste Abend geht einmal zu Ende. Gegen halb zwei begann Vanessa verstohlen zu gähnen, und als ich sie fragte, ob ich sie nach oben zu ihrem Zimmer begleiten sollte, stimmte sie sofort zu, obwohl die Party noch weiterging. Meine Begleitung hatte ein Zimmer ganz oben, und im Fahrstuhl stand sie ganz züchtig neben mir. Vor der Tür nahm sie ihre Schlüsselkarte aus ihrer Clutch, und ich wollte mich höflich und galant mit einem Handkuss und einem tiefen Blick in ihre Augen verabschieden, aber Vanessa hatte wohl anderes im Sinn. Mit der einen Hand drückte sie hinter ihrem Rücken die Chipkarte gegen das elektrische Schloss und die Tür zu ihrem Zimmer auf, mit der anderen umfasste sie meinen Nacken, bog meinen Kopf etwas zu sich herab – und schon waren ihre Lippen auf den meinen und ihre Zunge begann wie wild in meinem Mund Tango zu tanzen. Gleichzeitig zog sie mich in ihr romantisch eingerichtetes Zimmer, das sogar ein Himmelbett hatte, hinein und warf die Tür mit dem Fuß hinter uns zu.
„Du glaubst doch nicht, dass ich dich so davonkommen lasse?“, hauchte sie mir zu. „Die Nacht ist schließlich noch jung!“
Für einen Moment war ich nahe daran, mich trotzdem zu verabschieden und zurückzuziehen, aber nur für einen ganz kleinen. Dann überfiel mich die Lust mit voller Gewalt, denn wann hatte mich das letzte Mal eine Frau mit einem derart verlockenden Angebot zu verführen gesucht. Zugegeben, vor etwa vier Wochen Sandra, aber auch da hatte meine Frau anschließend sehr dominant bestimmt, was ich machen durfte – und vor allem, was nicht, was mich überaus frustriert zurückgelassen hatte. Ob das hier und heute ebenso war? Und warum verschwendete ich überhaupt einen Gedanken an Sandra, die jetzt wahrscheinlich neben ihrem Liebhaber eingeschlafen war und sicher nicht von beglückendem Sex mit mir träumte.
Vanessa zog mich in Richtung ihres Bettes, aber plötzlich unterbrach sie den Kuss, trat einen Schritt zurück und öffnete geschickt den Reißverschluss am Rücken. Das Kleid glitt wie eine dunkelblaue Wolke nach unten, und sie stieg aus der Seide heraus wie einst die schaumgeborene Aphrodite aus den Wogen des Meeres.
Ich konnte es einfach nicht lassen und meinte wie Sean Connery als James Bond in „Diamantenfieber“ in Bezug auf den winzigen String, den sie noch trug: „Ein entzückendes kleines Nichts, dass du da beinahe anhast.“
Unsicher wie ich war, seit Sandra mich so klein machte, hoffte ich, mit dieser Bemerkung nicht zu weit gegangen zu sein, aber Vanessa lachte nur glockenhell auf.
„Und das darfst du mir gleich auch noch ausziehen“, meinte sie mit einem strahlenden Lächeln. „Aber einer von uns hat eindeutig mehr an. Der Smoking steht dir zwar ganz ausgezeichnet, aber meinst du nicht, dass du dich jetzt seiner Entledigen solltest?“
Blitzschnell war ich aus meinen Klamotten, während sich Vanessa bereits lasziv auf dem Bett rekelte. Und dann kam es, wie es kommen musste. Auf Grund der langen Enthaltsamkeit und der heutigen Reizüberflutung, schaffte ich es gerade einmal zwischen ihre gespreizte Beine und zog ihr den String herunter, da schoss mein unfruchtbarer Samen auch schon aus meinem steinharten Penis heraus auf ihre glattrasierte Pussy.
Das war mir so unendlich peinlich, dass ich auf der Stelle weg wollte, nur weg, um mich in irgendeiner Ecke des Schlosses zu verkriechen, mich zu betrinken, um danach vielleicht meinem verpfuschten Leben ein Ende zu bereiten.
Aber Vanessa hielt mich fest, und wieder hörte ich ihr herrliches Lachen, das keineswegs spöttisch oder gar herablassend klang.
„Nur allein mein Anblick hat dich so geil gemacht?“ hörte ich sie sagen. „Was für ein umwerfendes Kompliment! Ein schöneres kann eine Frau doch gar nicht bekommen. Und jetzt schauen wir mal, was wir mit dem anfangen können, was du mir soeben geschenkt hast.“
Vanessa umfasste meinen Schwanz mit der rechten Hand, mit der linken wieder meinen Nacken – und auf einmal war ich zweimal in ihr. Oben mit meiner Zunge, die sie tief in ihren Mund sog, unten mit meinem Schwanz, der auf Grund der Stimulation durch ihre geschickten Finger nichts an Härte verloren hatte. Sie führte ihn mehrmals durch die von mir verursachte Feuchtigkeit an ihrer Spalte auf und ab, stöhnte dabei in meinen Mund, ohne den Kuss zu unterbrechen, und ihn dann in sich ein. Gleichzeitig umschlang sie mich mit ihren langen Beinen, aber ohne dadurch meine Bewegungsfreiheit einzuengen, wie Sandra es immer tat, gestattete sie mir überhaupt einmal diese Stellung.
Und ich fickte los wie wohl noch nie in meinem Leben! Hier durfte ich den Rhythmus bestimmen und niemand gab mir Befehle wie „komm jetzt“ oder „tu jetzt das“, „tu jetzt dies“. Hier war ich ganz Mann, hier konnte ich es sein. Und Vanessa schien es offenbar zu genießen, denn sie flüsterte mir ständig kleine Schweinereien ins Ohr, warf ihren Kopf hin und her, klammert sich wie eine Ertrinkende an mich und suchte immer wieder meinen Mund, um ihre lange feuchte Zunge hineinzuschieben oder meine in den ihren zu saugen.
Es war zwar „nur“ die Missionarsstellung, in der wir uns liebten, aber ich genoss jeden Augenblick, hatte ich doch dadurch dieses wunderschöne Geschöpf ständig vor Augen, konnte, wenn ich mich etwas aufrichtete, ihre Brüste liebkosen oder mit heißen Küssen und Zungenschlägen bedecken, an ihrem Hals knabbern und ihren Duft tief in mir aufnehmen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schoss ich das zweite Mal ab, und Vanessa kam mit mir zusammen. Falls nicht, bot sie jedenfalls eine Oscarreife Leistung. Erschöpft nach dem wilden Ritt langen wir danach schwer atmend nebeneinander, und zugegeben, ich war rechtschaffen müde und noch dazu von einem unsagbaren Glücksgefühl erfüllt.
Aber Vanessa hatte offenbar noch nicht genug. Sie griff nach meiner Hand, kurz bevor ich entschlummerte, und zog mich hoch.
„Komm, du Faulpelz, wir gehen zusammen duschen. Schlafen kannst du morgen. Nein, stopp, übermorgen, denn der neue Tag ist ja schon ein paar Stunden alt.“
Ich folgte ihr widerspruchslos ins Bad und in die große, begehbare Dusche, wo wir uns gegenseitig wuschen und dabei ständig lachten und kicherten wie unreife Teenager. Vanessa hatte fast die ganze Zeit über meinen Schwanz in der Hand, von dem sie offenbar gar nicht genug bekommen konnte, und der unter dieser Behandlung schnell wieder zu wachsen begann.
Dann ging sie vor mir in die Hocke und begann ihn hingebungsvoll zu blasen. Während ihre Finger meine Eier kraulten, leckte sie genüsslich den Schaft auf und ab, reizte dann das empfindliche Bändchen an der Unterseite mit schnellen Zungenschlägen, bevor sie ihre weichen Lippen über meine Eichel stülpte. Ich stöhnte wie ein Ketzer im Mittelalter unter der Folter der Inquisition, und für einen klitzekleinen Augenblick dachte ich an Sandra und warum ich mit ihr nicht solche Sinnesfreuden erleben konnte. Aber dann konzentrierte ich mich ganz auf das überwältigende Gefühl in meiner Körpermitte und spürte erneut die Säfte in mir aufsteigen.
Doch das merkte offenbar auch Vanessa, die es nicht soweit kommen lassen wollte.
„Willst du dich revanchieren?“, fragte sie mit einem Augenaufschlag, der Gletscher zum Schmelzen hätte bringen können. „Aber dann gehen wir am besten wieder ins Bett, da ist es gemütlicher.“
Vanessa ging voran und drapierte sich auf dem von einem Baldachin überspannten Bett wie eine Liebesgöttin, die sie ja auch war. Die Beine gespreizt und angewinkelt, den Oberkörper gegen die mit weißem Leder bespannte Rückenpartie des Bettes gelehnt, war sie Versuchung pur.
„Komm, leck mich“ gurrte sie. „Ich brauch das jetzt. Später darfst du dann in meinem Mund kommen, und ich bringe zu Ende, was ich in der Dusche begonnen habe. Versprochen!“
Nun hatte ich nicht viel Erfahrung mit Cunnilingus, weil Sandra diese Form der Liebe, zumindest bei mir, so gut wie immer ablehnte. „Allein die Vorstellung, dass Andreas mich dort riecht, oder dass er mich dort mit seinem Mund berührt und mich danach küsst, war mir bisher immer unangenehm.“, hatte sie gegenüber Maria geäußert. Ganz im Gegensatz zu diesem Chris, den ich von Tag zu Tag mehr zu hassen begann. Aber da klang mir im Ohr, wie meine Frau ihrer Freundin beschrieben hatte, was ihr Lover mit ihr angestellt hatte, und das wollte ich jetzt auch tun.
Ich rutschte zwischen Vanessas Beine, nahm eins davon hoch und begann den Fuß zu küssen. Dann saugte ich an jedem einzelnen Zeh mit den rot lackierten Nägeln, was meiner Bettgespielin die ersten Entzückungsschreie entlockte. Schließlich arbeitete ich mich mit meinen Lippen Stück für Stück an dem Bein nach oben, bis ich schließlich an Vanessas Schoss anlangte. Ich teilte ihre Schamlippen mit meiner Zunge, was ihr Stöhnen vervielfachte, ließ sie dann um ihren Kitzler kreisen, bevor ich ihn mit meinen Lippen in meinen Mund sog und gleichzeitig mit meiner Zungenspitze bearbeitete.
Vanessa versuchte indes das ganze Schloss zusammenzuschreien, und ich hoffte nur, dass die Security nicht plötzlich die Tür eintrat. Sie umfasst mit beiden Händen meinen Kopf und drückte ihn ganz fest auf ihre Vulva. Als dann endlich ihr Orgasmus abebbte, sah sie mich ganz entgeistert an.
„Wo, zum Teufel, hast du das gelernt?“, wollte sie wissen. „Du fickst wie ein Gott! Kannst du noch? Ich will es jetzt von hinten. Richtig wild und schmutzig!“ Bei den Worten warf sie sich herum, streckte ihren knackigen Hintern meinem Schwanz entgegen, der nach dem soeben erlebten wieder stand wie eine eins, spreizte mit der einen Hand ihre Schamlippen und führte sich mit der anderen meinen Freudenspender ein.
Ich packte Vanessa bei den Hüften und stieß zu. Sie quittierte das mit einem leisen Quicken, aber dann schien sie den Fick mit jeder Phase ihres wunderschönen Körpers zu genießen. Bei der nun mittlerweile dritten Runde hatte ich keine Sorge mehr, zu früh zu kommen, eher im Gegenteil.
Aber irgendwann bahnte sich der Erguss dann doch an, was Vanessa allerdings nicht entging. Sie hatte mir etwas versprochen und gedachte es auch zu halten. Deshalb rutschte sie nach vorn, sodass mein Schwanz aus ihr herausploppte, drehte sich um und kam unter mir zu liegen. Sofort griff sie sich meinen Schwanz, wichste ihn und leckte meine Eier, bevor sie ihn sich tief in den Mund schob.
Der Anblick, wie sich die immer noch rotgeschminkten Lippen zuerst um meine Eichel, dann um die Hälfte meines Schaftes schlossen, war einfach zu viel für mich, und ich schoss ab. Es war mir wieder einmal peinlich, weil meine Frau das nie, niemals zugelassen oder mir eine mörderische Szene gemacht hätte, wäre es doch dazu gekommen.
Aber für Vanessa schien es das Selbstverständlichste auf der Welt zu sein meinen Samen zu schlucken. Sie nuckelte an meinem langsam erschlaffenden Schwanz wie ein Baby an der Flasche, und als sie ihn endlich aus ihrem Mund entließ, lächelte sie mich an und meinte: „Nicht schlecht für ein drittes Mal. Aber jetzt kann ich nicht mehr, du hast mich völlig geschafft. Ich geh noch mal ins Bad, aber dann sollten wir zusehen, dass wir noch eine Mütze voll Schlaf bekommen. Ich muss um 12.00 Uhr am Flughafen sein und nach Hamburg fliegen, weil ich am Montag dort einen neuen Job antrete. Da sollte ich vielleicht nicht völlig übernächtigt sein. Was würde das denn für einen Eindruck machen?“
Dem konnte ich nicht widersprechen, und ich sah Vanessa noch nach, wie sie sich aus dem Bett rollte und im Bad verschwand. Als sie zurückkam, schlief ich schon tief und fest.
Georg
Ich stand mit Charlene an meiner Seite an einem der bodentiefen Fenster unserer Suite und blickte auf den Ehrenhof des Schlosses hinab, wo gerade die Limousine vorgefahren war, die Vanessa zum Flughafen bringen sollte. Andreas, wieder im Smoking, denn seine anderen Sachen befanden sich ja bei uns, öffnete ihr galant die Tür und half ihr beim Einsteigen. Wenn das keine liebevollen Blicke waren, die die beiden sich zum Abschied zuwarfen, dann wusste ich auch nicht.
„Das war übrigens Vanessas letzter Job“, eröffnete mir meine Frau. „Sie hat ihr Studium der Journalistik und Kommunikationswissenschaften mit Summa cum laude abgeschlossen und fängt am Montag bei einem Nachrichtenmagazin in Hamburg als Volontärin an. Ihre Zeit als Callgirl, hat sie mir eröffnet, ist vorbei. Eigentlich schade. Wenn ich sie engagiert habe, um einen Kunden zu beglücken, war der immer sehr zufrieden, und der Geschäftsabschluss meistens schnell unter Dach und Fach. Deinem Andreas wird es bestimmt auch nicht anders ergehen. Aber weißt du, was dich der Spaß kostet? Allein Vanessas Honorar! Dazu ihr Zimmer, die Karten für das Event und unser upgrade auf diese Riesensuite. Denk nicht, dass das meine Firma übernimmt.“
„Schick mir die Rechnung, Charlene, kein Problem. Ich nehme an, dass Andreas demnächst bei uns einsteigt, dann setze ich das als Mitarbeiterakquise von der Steuer ab. Du musst es nur ein bisschen geschickt formulieren. Aber Andreas darf nie erfahren, mit wem er da die Nacht verbracht hat, hörst du? Das verzeiht er mir sonst nie. Aber wenn das nicht sein Selbstbewusstsein gestärkt hat, dann ist ihm sowieso nicht zu helfen. Komm, lass uns packen, er wird gleich hier sein.
Bei dem Gespräch heute Abend mit seiner Frau wäre ich gern Mäuschen. Apropos, wir sollten uns auf der Rückfahrt mal darüber unterhalten, was wir mit diesem Chris und seiner zuhälterischen Gemahlin machen. Niemand fickt ungestraft die Frau eines Freundes, selbst wenn der dem notgedrungen zugestimmt hat. Aber ich habe da schon so eine Idee.“
„Hoffentlich keine, die dich in den Knast bringt“, meinte Charlene, gab mir ein Kuss und begann dann ihre Sachen zusammenzusuchen, die auf dem Boden verstreut herumlagen, denn auch wir hatten uns nicht viel Zeit zum Ausziehen genommen, als wir heute Morgen wieder in unserer Suite waren.
Später, zum Abschied, gab ich meinem Freund, der sich überschwänglich bei Charlene und mit für die Einladung bedankte, noch eine kleine Drohung und einen Ratschlag mit auf den Weg.
„Andreas, wenn du morgen nicht in der Klinik aufschlägst, hole ich dich. Versprochen! Und das wird dann sehr unerfreulich.“
„Keine Sorge, ich werde da sein“, erwiderte er, ohne zu zögern. „Und halt mir bitte die angebotene Stelle frei. Ich muss zwar noch etwas abklären, aber ich denke, dass ich sie annehmen werde. Es sei denn, es erreicht mich noch ein Ruf aus dem Silicon Valley.“
Irgendwie wirkte Andreas heute um Längen selbstbewusster als noch vor zwei Tagen. Trotzdem konnte ich mir einen kleinen Rat zum Schluss nicht verkneifen.
„Ein altes persisches Sprichwort sagt: „Verlasse den Garten, in dem du nicht blühen kannst. Egal, wie schön er ist.“ Darüber solltest du mal nachdenken.“
Mein Freund nickte und stieg dann in seinen Golf, der wohl bald ein BMW sein würde. Charlene und ich zwängten uns dagegen in meinen Aston Martin, der zwar mehr hermachte, aber reichlich unbequem war. Nicht zum ersten Mal dachte ich darüber nach, ihn vielleicht gegen ein größeres Auto zu tauschen, in das man vor allem besser hinein und hinaus kam, was hier immer eine Tortour war. Man wurde ja schließlich auch nicht jünger.
Andreas
Ich fuhr beschwingt und beseelt nach Hause, doch als ich in unsere Straße einbog, kam sie mir auf einmal trist und trostlos vor. Wie meist stand Maria, dieses intrigante Luder, am Gartenzaun und tratschte mit einer anderen Nachbarin. Als sie mich sah, grüßte sie betont freundlich, beugte sich aber gleich wieder zu der anderen Klatschbase. Ob sie wohl über mich und meine Neigungen sprachen?
Auszuschließen war es jedenfalls nicht, und allein bei dem Gedanken wurde ich rot vor Scham.
Unser Reihenhaus, auf das wir so stolz waren, erschien mir heute klein und unbedeutend. Kein Wunder, kam ich doch aus dem prächtigen Schloss Berg und hatte dort einmal an richtigem Luxus schnuppern dürfen. Doch fing ich tatsächlich in Georgs Firma an, konnten wir uns bald etwas weitaus Besseres leisten, schoss es mir durch den Kopf. Aber gab es überhaupt noch ein wir? Nun, das würde sich bald herausstellen.
Mein Handy war voll von Nachrichten meiner Frau, auf die ich nicht geantwortet hatte und die nicht einmal lesen wollte. Als sie das letzte Mal mit ihrem Chef unterwegs gewesen war, hatte sie mich nach Strich und Faden an der Nase herumgeführt. Warum bitte sollte das heute anders sein? Ich machte mir einen Kaffee und setze mich ins Wohnzimmer, um Zeitung zu lesen. Darüber nickte ich ein, und als ich aufwachte, stand Sandra vor mir.
„Sag mal spinnst du?“, fuhr sie mich an. „Ich habe dir mehr als fünfzig WhatsApps geschickt, und du hast auf keine einzige geantwortet. Nicht einmal gelesen hast du sie, wie ich sehen konnte. Was ist denn mit dir los, Andreas? Stattdessen hängst du hier auf dem Sofa rum und pennst. Im Garten hast du auch nichts gemacht, obwohl wir doch besprochen hatten, was alles zu erledigen war.“
„Um mal eins klarzustellen, Sandra, ich bin nicht dein Arbeitssklave“, erwiderte ich, was meiner Frau glatt die Sprache verschlug. „Wenn, dann machen wir so etwas gemeinsam und ich nicht alleine, während du dir ein Wellnesswochende genehmigst. Nur, damit das mal klar ist.“
„Andreas, die Woche auf der Messe war wirklich äußerst anstrengend, da hatte ich mir ein bisschen Entspannung wohl verdient“, entgegnete meine Frau, die immer wütender wurde. „Wir haben jede Menge gute Abschlüsse gemacht, und da hat mich Reinhard auf zwei Tage Wellness eingeladen. Was ist daran so schlimm?“
„Und, was hat er dafür bekommen?“. äzte ich. „Hast du aus Dank wenigstens mit ihm geschlafen?“
Die Frage haute Sandra fast aus dem Schuhen, das sah ich ihr an, denn mit allem hatte sie gerechnet, aber nicht mit einer solchen Direktheit von mir. Schließlich hatte sie mich langsam, aber beständig zu einem devoten Cuckold erzogen, der nur erfuhr, was das Hotwife ihn wissen lassen wollte, und sonst gar nichts. Und auf einmal probte dieser Mann, den sie fest unter ihrer Kontrolle zu haben glaubte, den Aufstand und stellte ihre Freiheit, zu tun und zu lassen, was sie wollte, in Frage.
Das konnte sie auf gar keinen Fall durchgehen lassen und sprach mich deshalb genauso scharf an wie damals im Bett als ich versucht hatte, sie von hinten zu nehmen.
„Andreas! Ich dachte, wir sind uns einig darüber, dass ich dir erzähle, was ich dir erzählen will! Wenn ich der Meinung bin, dass du etwas wissen musst, dann werde ich es dir schon sagen. Aber so nicht, mein Lieber! Sei froh darüber, dass ich immer wieder zu dir zurückkehre, wie ich es dir versprochen habe. Schließlich bist du mein Fels in der Brandung der Gefühle, die mich da draußen überrollen. Stelle das bitte nicht in Frage!“
„Ja, dein sicherer Hafen, das hast du schon oft genug gesagt. Aber hast du dir mal überlegt, dass in so einen sicheren Hafen gern auch andere Schiffe einlaufen? Vor allem, wenn ein Liegeplatz frei geworden ist!“
Jetzt wurde Sandra bleich.
„Was soll das heißen?“, wollte sie wissen. „Willst du mir womöglich sagen, dass du etwas mit einer anderen Frau angefangen hast, während ich weg war? Sprich, Andreas, sag mir die Wahrheit. Hast du mich betrogen?“
Jetzt sprang ich vom Sofa hoch und baute mich vor Sandra auf, die erschrocken einen Schritt zurückwich.
„Sag mal, hörst du dich eigentlich selbst reden?“, fuhr ich sie jetzt meinerseits an. „Du fickst mit einem Mann, während ich gefesselt im Nebenraum liege. Rennst einem anderen in der Sauna hinterher und verbietest mir, dir zu folgen, und verweigerst die Auskunft, wenn ich dich frage, ob da etwas zwischen dir und deinem Chef gewesen ist.
Das Spiel, lass dir das gesagt sein, spiele ich nicht mehr mit, dass ist endgültig vorbei. Ich habe keine Lust mehr dein Hafen, besser gesagt dein Trottel zu sein. Du hast einmal zu mir gesagt, es wäre meine neue Position, keine Kontrolle mehr zu haben. Was du damit gemeint hast, ist mir erst später aufgegangen. Es macht mich zu deinem willfährigen Werkzeug, nur dazu da, deiner Lust zu dienen. Aber wenn du das weiter treiben willst, wirst du dir einen anderen suchen müssen. Ich stehe dafür ab sofort nicht mehr zur Verfügung.“
„Andreas, sag mal, wo warst du denn in meiner Abwesenheit? Du redest ja, als hätte man dich Gehirngewaschen! Vergiss nicht, dass ich das alles nur für dich getan habe, um letztlich deine Fantasien wahr werden zu lassen.“
„Meine, dass ich nicht lache! Es sind schon lange die deinen geworden. Dafür hast du mich mit Hilfe deiner Freundin Maria und dieser Lisa sehr geschickt manipuliert. Das würde ich Gehirnwäsche nennen! Und ich dummes Schaf habe es nicht einmal gemerkt, bis mir endlich die Augen aufgegangen sind.
Jahrelang hast du mir eingeredet, dass Oralsex etwas schreckliches für dich ist, hast mich dich nicht mit dem Mund verwöhnen lassen, obwohl ich das so gern wollte, geschweige denn mir einen geblasen. Nur die Stellungen sind dir beim Sex genehm, in denen du die Kontrolle über mich hast.
Bei Chris war das alles kein Problem. Wie du explodiert bist, als er deinen Kitzler zwischen seine Lippen genommen hat, hast du ja deiner Freundin Maria in aller Ausführlichkeit geschildert. Sie hat dir daraufhin auch gleich noch angeraten, dir ein Kind von ihm oder einem anderen Alphamännchen machen zu lassen, diese verkommene Schlampe.“
Jetzt musste Sandra sich setzen und sank in einen Sessel.
„Woher weißt du das, Andreas?“, fragte sie mich erschrocken. „Ich will es gar nicht leugnen, aber du warst doch nicht dabei, als wir darüber gesprochen haben.“
Ich nahm mein Handy in die Hand und spielte meiner Frau vor, was immer noch auf der Mailbox war.
„Oh“, war ihre einzige Reaktion, denn offenbar glaubte sie immer noch, das Heft des Handelns in der Hand zu haben. „Und wenn schon! Chris hat mich besser gefickt als du es je könntest! Finde dich mit dieser Rolle des Cuckolds ab, denn es ist nun einmal die deine. Das hat Lisa dir gesagt, dass hat Maria zu mir gesagt, und das sehe ich ebenfalls so.“
„Mag sein, dass ihr das so seht, und mag auch sein, dass ich das eine Zeitlang so gesehen habe. Aber ich habe dir schon gesagt, damit ist jetzt Schluss, weil ich gemerkt habe, dass nichts von dem stimmt, was du mir seit Jahren eingeredet hast. So wie du in Rosenheim von Chris gelernt hast, habe ich letzte Nacht von Vanessa gelernt!“
So, nun war es raus, obwohl ich es eigentlich hatte für mich behalten wollen. Aber Sandra hatte mich zu sehr gereizt und versucht, mich wieder in die devote Rolle zurückzudrängen. Da hatte ich einfach nicht mehr an mich halten können.
„Nämlich, dass ich Tanzen kann, wenn man mich nur lässt und nicht ständig an mir herumkritisiert“, eröffnete ich meiner Frau. „Dass ich ein gutaussehender, charmanter Gesellschafter und ein potenter Liebhaber bin. Vorausgesetzt, die Frau verhält sich wie eine liebende Frau, hat Verständnis für ihren Mann und rennt nicht, ihn unbefriedigt zurücklassend, mit einem Vibrator namens Bruno ins Arbeitszimmer, um sich dort weiter zu beglücken, statt ihren Mann zu einer zweiten Runde zu ermutigen und zu verhelfen.
Ja, in dem sie seinen Penis zum Beispiel mit dem Mund verwöhnt und so wieder aufrichtet, mit heißen Zungenküssen oder auch mit ihren Brüsten. Aber all das machst du ja nur bei anderen, nicht bei mir. Wann du dich von einem dieser Kerle schwängern lässt, ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Du hast Maria jedenfalls nicht widersprochen, als sie dir das angeraten hat.“
„Na und, du kannst es ja schließlich nicht mehr“, giftete mich Sandra an, die von meinen Worten, die für sie so unerwartet gekommen waren, völlig überfordert war.
„Ja, weil du mich zu dieser demütigenden Vasektomie bei deinem Frauenarzt gedrängt hast. Ich habe dem damals nur zugestimmt, weil ich hoffte, dass danach unser Sexleben besser werden würde. Aber Pustekuchen. Das gleiche bei der Sache mit Chris. Auch da habe ich gehofft, dass er dich vielleicht für andere Spielarten beim Sex öffnet und du sie dann mit mir auslebst. Mit MIR, hast du das verstanden?
Aber es ist viel schlimmer als vorher. Zugegeben, du hast mich mal in Dessous verführt. Doch nur, um mir dann wieder genau zu sagen, was ich darf und was nicht. Sex findet nur statt, wenn du es willst. Ob ich befriedigt bin oder nicht, interessiert dich einen feuchten Kehricht. Es geht ausschließlich um deine Lust. Überleg mal, wie oft du unseren Verkehr in letzter Zeit abgebrochen hast, obwohl ich kurz vor dem Kommen war. Oder du urplötzlich, nach dem du mich bis aufs Blut gereizt hast, aus dem Bett gesprungen bist, weil du meine Fragen nicht beantworten wolltest und Gartenarbeit plötzlich wichtiger war als unser Liebesleben. Kannst du dich erinnern?“
Wenn ich gedacht hatte, dass Sandra jetzt beschämt den Kopf senkte, sah ich mich getäuscht.
„Andreas“, begann sie wieder in diesem scharfen Ton, „ich liebe dich, und nur dich. Das habe ich dir oft genug gesagt. Aber in unserer Beziehung habe ich jetzt die Führung, das sollte dir klar sein und von dir akzeptiert werden. Das gilt auch und gerade für das Bett. Dass du mein Vertrauen in dich so enttäuscht und offenbar mit einem Flittchen geschlafen hast, werde ich dir so schnell nicht verzeihen. Ich dächte, wir hätten klare Regeln aufgestellt. Ich lasse nicht zu, dass du mit anderen Frauen rummachst, und du hast am Anfang auch gesagt, dass du kein Interesse daran hättest. Hast du mich schon damals belogen?“
„Nein, habe ich nicht. Wie du schon sagtest: Am Anfang. Aber seither entwickelst du dich in eine Richtung, die ich nicht mehr akzeptieren kann und will. Du bezeichnest mich in aller Öffentlichkeit als Cuckold und machst mir ein Weiterleben in Bochum damit unmöglich. Du besprichst unser Sexleben in aller Ausführlichkeit mit Maria, aber nicht mit mir. Du sagst mir nicht, ob du neben Chris noch mit anderen Männern ein Verhältnis angefangen hast und lässt mich im Unklaren. Hast du nun mit deinem Chef gevögelt oder nicht?“
„Ja, verdammt, das habe ich!“, brüllte Sandra plötzlich los. „Aber es geht dich, zum Teufel, überhaupt nichts an! Schließlich hat das mit unserem Verhältnis zueinander überhaupt nichts zu tun und du mir im Übrigen freie Hand gegeben, mich auszuleben. Ich dir hingegen nicht, das scheinst du zu vergessen.“
„Was glaubst du, wo wir leben? Im Matriarchat zu Zeiten der Amazonen?“, lautete meine müde Antwort, nur um Sandra danach meine Pläne für die nächste Zeit zu eröffnen.
„Ich bin ab morgen für eine Woche weg. In dieser Zeit kannst du dir überlegen, wie es mit uns weitergehen soll. So wie bisher jedenfalls nicht. Hier wohnen bleiben können wir auch nicht, dass ist mir inzwischen klar geworden. Ist dir bewusst, dass Chris und Lisa in den Golfclubs der Umgebung herumtratschen, was in Rosenheim passiert ist? Von Maria und den Dessous-Verkäufern einmal ganz abgesehen. Jetzt kommt auch noch dein Chef dazu, für den ich nun ein Hahnrei bin. Oder hast du mich womöglich auch ihm gegenüber als Cuckold geoutet?
Wir können gemeinsam woanders einen Neuanfang wagen - oder uns trennen. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht mehr für unsere Zukunft. Ja, ich gebe dir recht, ich habe dir meine Fantasien offenbart und damit wohl etwas in dir ausgelöst, was kaum mehr zu kontrollieren ist. Aber auch dieser verdammt Vibrator und diese unsägliche Maria, von Chris und Lisa ganz zu schweigen. Doch darüber reden können wir, wenn ich wieder zurück bin. Jetzt bin ich müde und gehe ins Bett.“
„Moment mal, Andreas, so geht das nicht“, meinte Sandra und sprang aus dem Sessel auf. „Wohin musst du denn in deinem Job so plötzlich? Anfang der Woche, als ich auf die Messe gefahren bin, war davon jedenfalls noch nicht die Rede.“ „Siehst du, und das geht dich nun gar nichts an“, erwiderte ich schnippisch. „Aber ich sage es dir trotzdem. Ich gehe in eine Klinik und lasse die Vasektomie rückgängig machen. Damit du nicht wieder behaupten kannst, ich könnte dir kein Kind machen.“
Jetzt schnappte Sandra nach Luft wie ein Ertrinkender, der in die Tiefe gezogen wird.
„Das ist doch ein Scherz, oder?“, stieß sie hervor. „Das meinst du doch nicht im Ernst?“
„Doch, damit ist es mir todernst“, konterte ich. „Wenn du weiterhin ohne Pille verhüten und auch auf Kondome verzichten willst, lass dir doch die Eileiter durchtrennen. Ich habe meinen Part geleistet, und was hat’s mir gebracht?“
Ich drehte mich um und wollte die Treppe zu unserem Schlafzimmer hinaufgehen als Sandra mir hinterherrief: „Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich unter diesen Umständen heute neben dir schlafe? Geh mir aus den Augen, pack dein Bettzeug und verzieh dich in dein Arbeitszimmer auf die Couch!“
Genau auf diese Reaktion war ich aber vorbereitet, denn Georg hatte sie mir prophezeit. Langsam wandte ich mich um und sah Sandra genau in die Augen.
„Das hier ist genauso mein Haus wie deins. Und ich lasse mich von dir gewiss nicht aus unserem Schlafzimmer hinauswerfen. Was wirfst du mir eigentlich vor, was du nicht ebenfalls getan hast? Wenn du meine Nähe nicht mehr erträgst, dann schlaf du doch woanders. Vielleicht gleich drüben bei deiner Freundin Maria. Da kannst du dich ausheulen und ihr gleich verklickern, wie falsch sie mit ihrer Einschätzung meiner Person gelegen hat.“
Sprachs, drehte mich um und schritt die Treppe empor, eine völlig fassungslose Sandra zurücklassend. Sie kam dann später doch ins Bett, drehte mir aber demonstrativ den Rücken zu, aber damit konnte ich leben.
Am nächsten Morgen rief ich mir ein Taxi, das mich in die Klinik bringen sollte, denn Sandra brauchte den Golf, um zur Arbeit zu kommen. Als ich vor die Tür trat, ein kleines Köfferchen in der Hand, stand Maria wie so oft am Gartenzaun und fragte auf ihre verschlagene Art, aber zuckersüß:
„Na, Andreas, wo soll es denn schon wieder hingehen? Du warst ja bereits das ganze Wochenende weg. Gestern Abend ist es aber bei euch drüben heiß hergegangen. Musstet ihr so laut euer Wiedersehen feiern?“
Jetzt reichte es mir. Ich trat an den Gartenzaun heran und fixierte Maria durch meine zusammengekniffenen Augen.
„Du gottverdammte, hinterhältige, intrigante Schlampe“, fuhr ich sie dann scharf und keineswegs leise an, sodass es die ganze Straße hören konnte. „Halt endlich dein übles Schandmaul! Ich verfluche dich und wünsche dir, dass deine Muschi so trocken wird wie die Kalahari und nie wieder jemand durch deine Spalte pflügt. Hex, hex!“
Bei den letzten Worten stieß ich meine Hände, die Finger wie Krallen gekrümmt vor, sodass Maria sprachlos und erschrocken zurücksprang. Ich lachte laut auf, als ich die Stimme meiner Frau hörte, die in dem ihr mittlerweile eigenen scharfen Tonfall „Andreas!“ rief, wahrscheinlich, um ihre Freundin vor mir zu schützen.
Ich wandte mich ihr zu und gab ebenso scharf, vielleicht sogar noch etwas mehr „Sandra!“ zurück. Dann stieg ich ins Taxi und ließ mich zu der Privatklinik bringen, wo mich Georgs Freund Richard bereits erwartete.
Georg
„Sag mal, wie hast du dir denn das jetzt mit Chris und seiner Tussi vorgestellt?“, fragte Charlene, als wir auf Köln zurollten. „Tu bitte nichts Unüberlegtes, hörst du? Ich habe wenig Lust, dich die nächsten Jahre im Gefängnis zu besuchen.“
„Keine Sorge“, versuchte ich meine Frau zu beruhigen. „Ich habe zwar keine Angst vor dem Knast als solches, aber vor den Typen, die da drin sind und sich bestimmt über Frischfleisch freuen würden. Pass auf, ich habe mir das so gedacht.
Du sprichst Chris oder auch dessen Frau an, sagst, du hättest unlängst ungewollt ein Gespräch mitgehört und wärst in der gleichen Situation wie diese Sandra, um die es dabei ging. Dein Mann würde gern auch einmal miterleben, wie du von einem anderen gefickt wirst. Zeit, um nach Rosenheim zu fahren, hast du aber keine. Zum Kennenlernen schlägst du deshalb eine Partie Golf auf unserem Platz vor. Den Rest erledige ich, wahrscheinlich am sexten Loch. Mehr verrate ich aber nicht, damit du dich nicht womöglich unbeabsichtigt verrätst.“
„Du hast wirklich eine eigenartige Art von Humor“, meinte Charlene, grinste aber dabei. „Ich mache aber nur mit, wenn du mir versprichst, ihm nicht mit den neuen Golfschlägern, die ich dir zu Weihnachten geschenkt habe, den Schädel einzuschlagen.“
„Dafür sind mir die Titleist, die du individuell für mich hast anfertigen lassen, wirklich zu schade. Fraglich, ob man Blut und Hirnmasse wieder völlig abbekommen würde. Außerdem gedenke ich das, was ich vorhabe, vor etlichen Zeugen zu machen. Jetzt zufrieden?“
Ich log meine Frau nicht an, aber etwas mit den Golfschlägern hatte ich schon vor.
„Dann bin ich ja beruhigt“, erwiderte Charlene, die mich gut kannte und deshalb gewisse Befürchtungen gehabt hatte. „Wann soll das Ganze denn steigen?“
„So schnell als möglich. Am besten, so lange Andreas in der Klinik noch ist.“
„Alos gut, ich werde sehen, was ich tun kann. Dieses saubere Pärchen hängt ja so gut wie jeden Tag im Club rum, da wird sich schon eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten.“
Damit war das Thema Chris zumindest vorläufig erledigt, und wir wandten uns wieder erfreulicheren zu. Hätte der gute Mann geahnt, was auf ihn zu kam, wäre er wahrscheinlich umgehend aus dem Land geflohen und hätte in Afghanistan um Asyl nachgesucht.
Charlene konnte das Treffen bereits für den Donnerstag arrangieren. Ich hatte schnell herausgefunden, warum das Pärchen unter der Woche Zeit hatte. Lisa konnte sich als Freiberuflerin ihre Arbeit einteilen, das war klar. Aber Chris war freigestellt, weil die Firma, für die er angeblich Großprojekte leitete, kurz vor dem Konkurs stand. Nicht zuletzt wegen dem Pfusch, den er in letzter Zeit abgeliefert hatte. Kein Wunder, wer nur noch mit seinem Schwanz dachte und daran, wann man das nächste Mäuschen aufreißen konnte, der hatte kaum noch Interesse an der termingerechten Fertigstellung von Staudämmen und Flughäfen. Auch seinen Q7, der Andreas so beeindruckt hatte, hatte er als Firmenfahrzeug abgeben müssen, und so rollte das Paar in einem gebrauchten Mazda auf den Clubhausparkplatz.
Charlene und ich hatten uns nur mit unseren Vornamen vorgestellt, und ich glaubte nicht, dass Chris und Lisa wirklich wussten, wer wir waren. Ansonsten wären sie bestimmt vorsichtiger vorgegangen, denn ich hatte schließlich einen gewissen Ruf, und es war bekannt, dass mit mir nicht gut Kirschen essen war.
Lisa gab sich bei der Begrüßung überaus freundlich, Chris meiner Frau gegenüber sehr charmant. Mir dagegen schenkte er ein mitleidiges Lächeln, auch wenn er bemüht war, seine Arroganz nicht zu deutlich heraushängen zu lassen. Allerdings beeindruckten ihn meine Golfschläger, mit denen seine, Massenware vom Sportcheck, nicht mithalten konnten.
„Schöne Schläger“, meinte er neidisch. „Bestimmt eine Einzelanfertigung. Darf ich mal sehen?“
„Bitte, nehmen Sie ruhig aus dem Bag heraus, was sie interessiert“, lud ich ihn ein. „Sie sind ein Geschenk meiner Frau. Darum will ich ihr auch einmal etwas Schönes gönnen.“
Chris grinste verstehend, nahm jeweils einen Driver und ein Eisen heraus, musterte die Schläger mit vorgeblicher Kennermiene und steckte sie dann wieder zurück. Ich war mir sicher, er wusste gar nicht, was er da in den Händen gehalten hatte.
„Wollen wir nicht die Förmlichkeiten lassen und Du zueinander sagen?“, fragte er mich dann. „Schließlich haben wir wohl bald etwas gemeinsam.“
„Später vielleicht“, wehrte ich ab, ohne weiter auf die Anzüglichkeit einzugehen. „Wenn ich weiß, wie Sie sich das mit meiner Frau so alles vorstellen. Jetzt sollten wir uns erst einmal dem Spiel widmen, und dabei können Sie mir ja mal ausführlich Ihre Pläne schildern.“
Das tat dieser arrogante Fatzke dann auch über 5 Löcher hinweg, was für mich schwer erträglich war. Vor allem, weil ich mich bemühte, wie ein Anfänger zu spielen und dafür meine ganze Konzentration brauchte und nicht groß antworten konnte. Mein Handicap lag im einstelligen Bereich – Charlene war noch etwas besser, aber sie spielte schließlich auch International auf Turnieren, wofür mir die Zeit fehlte – und wenn wir richtig losgelegt hätten, wäre bei unserer Begleitung garantiert das große Staunen angesagt gewesen.
Bis kurz vor dem sechsten Loch hielt ich mich zurück, aber dann reichte es mir. Ich nahm mein 9er Eisen aus dem Bag und ahnte schon, was jetzt kommen würde. Chris, der ob der Tatsache, dass ich so schlecht spielte, glaubte mich belehren zu müssen, runzelte die Stirn und kam näher.
„Also, das würde ich nicht machen“, meinte er gönnerhaft. “Das Eisen hat doch sogar einen Extra-Stiff Schaft, der kaum schwingt. Warum du mit solchen Profischlägern spielst, ist mir sowieso ein Rätsel. Nimm doch lieber einen biegsamen Driver, dann kommst du bestimmt näher an das Loch heran.“
„Wollten wir nicht beim „Sie“ bleiben“, gab ich zurück. „Aber gut, bei Arschlöchern wie dir ist jede Form von Höflichkeit wohl unangebracht.“
Chris sah mich verblüfft ob des Stimmungswandels an, und auch Lisa trat erstaunt näher. Bisher hatte ich mich devot und meiner Frau gegenüber sogar unterwürfig gegeben, aber das war jetzt vorbei.
„Was hast du da eben gesagt?“, fragte Chris drohend und trat auf mich zu.
„Du hast mich schon richtig verstanden, du Kotzbrocken“, antwortete ich ihm und bediente mich bewusst der Prolosprache, denn die verstanden Typen wie er am besten. „Glaubst du wirklich, eine Frau wie die meine würde mit dir Ficken und ich das vor allem zulassen? Dir haben sie wohl ins Gehirn geschissen! Du magst ja vielleicht bei unbedarften Hausfrauen erfolgreich sein, aber doch niemals bei einer Klassefrau wie Charlene. Die bekommt schon Ekelgrieben, wenn sie deinen Anblick noch weiter ertragen muss. Deshalb will ich sie auch davon befreien.“
„Was soll das hier eigentlich werden?“, mischte sich jetzt Lisa ein. „Warum beleidigst du meinen Mann, der dir doch nur einen Gefallen tun und deine Wünsche erfüllen wollte? Ich verstehe dich nicht! Ihr habt doch um diese Partie gebeten, nicht wir.“
Ich blickte nach unten, tat so, als würde ich mich ganz auf den Ball konzentrieren, den ich gleich schlagen wollte, und ließ das Eisen in meiner Hand leicht hin und her schwingen. Jetzt kam es darauf an, und ich hatte richtig kalkuliert. Chris trat weiter auf mich zu und nahm eine drohende Haltung ein.
„Antworte gefälligst, wenn meine Frau dich etwas fragt!“, fuhr er mich mit erhobener Stimme an. „Was wird hier gespielt?“
„Golf natürlich“, antwortete ich, tat so, als wich in vor dem aggressiven Grobian zurück, stolperte für alle sichtbar und ließ mich nach hinten fallen. Gleichzeitig riss ich aber den Golfschläger, den ich noch dazu mit beiden Händen gepackt hatte, nach oben und schmetterte das Eisen mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft Chris in den Schritt.
Der brüllte auf wie ein angeschossener Löwen, griff mit beiden Händen in sein Gemächt und stürzte dann schreiend und sich windend zu Boden. Ich hingegen erhob mich langsam wieder, so als müsste ich mich nach dem Sturz erst wieder fangen.
Jetzt kamen auch die Leute angelaufen, die ich gebeten hatte, sich in der Nähe des sechsten Loches zu positionieren, damit sie das Geschehen beobachten und später bezeugen konnten. Vom Hügel brauste der Platzwart mit seinem Gehilfen im Golfcar herunter, die ich brauchte, um Chris zum Clubhaus zu bringen. Ich wollte mir doch den schönen Rasen nicht von einem Rettungsfahrzeug platt machen lassen.
„Was ist denn passiert?“, fragte der Platzwart, worauf ich nur mit den Schultern zuckte.
„Genau weiß ich das auch nicht“, erwiderte ich nach kurzem Überlegen. „Mein Mitspieler kam mir zu nahe, da trat ich zurück, und was dann passierte, weiß ich nicht.“
Die Lüge kam mir absolut glatt und glaubhaft von den Lippen, und mein Angestellter – der Platz gehörte mir nämlich, ich hatte ihn aus der Insolvenzmasse eines Mandanten herausgekauft – würde das bei einer Vernehmung später wortwörtlich so wiederholen.
„Aha, ein Unfall also, weil der Herr die wichtigste Golfregel überhaupt nicht eingehalten hat: Nämlich immer genügend Abstand zum Abschlagenden zu halten.“
„Ja, so war es“, bestätigte jetzt meine Frau, und auch die anderen Umstehenden nickten. „Er trat auf meinen Mann drohend zu, weil der seine Ratschläge nicht befolgte. Georg wich zurück, stürzte und versuchte sich über den Schläger auszubalancieren. Dabei muss er den Herrn wohl unabsichtlich getroffen haben. Das können alle hier bezeugen, nicht wahr?“
Wieder zustimmendes Kopfnicken und Murmeln in der Runde, bis Lisa keifte:
„Das war kein Unfall, sondern eindeutig Absicht! Und will sich nicht mal jemand um meinen Mann kümmern? Er ist schwer verletzt und windet sich vor Schmerzen. Rufen Sie doch endlich einen Krankenwagen!“
„Besser, wir legen ihn auf die Rückbank des Golfcar und bringen ihn zum Clubhaus“, schaltete sich der Platzwart ein. „Da kommt der Rettungswagen leichter hin.“ Und dann an seinen Gehilfen gewandt: „Komm, laden wir ihn ein.“
Das Brüllen von Chris war in ein permanentes Stöhnen und Wimmern übergegangen. Er lag zusammengekrümmt am Boden, wälzte sich vor Schmerzen hin und her und hielt sich noch immer die Eier. Wenn ich richtig getroffen hatte, wovon ich ausging, denn schließlich beherrschte ich meine Schläger, waren die aber jetzt Matsch. Vielleicht auch sein Schwanz, zumindest an der Peniswurzel. Ob er ihn je wieder in eine Frau würde stecken können? Nun, es gab ja mittlerweile auch ganz gute Penisprothesen.
„Das werdet ihr bereuen!“, brüllte mich Lisa plötzlich an. „Ich zeige dich an, du mieser Cuckold. Das sollst du nicht umsonst getan haben.“
Ich trat ganz dicht an Chris Frau heran, damit niemand anderes hörte, was ich ihr zu sagen hatte, denn dafür brauchte ich keine Zeugen.
„Jetzt hör mir mal genau zu, du Flittchen“, wies ich sie zurecht. „Wenn hier jemand angezeigt wird, dann wohl eher du wegen Beleidigung und Ehrabschneidung. Niemand wird dir jemals die Geschichte glauben, die Charlene dir aufgetischt hat, dafür kennen uns alle hier zu gut.
Du und Chris, ihr habt meinem Freund die Frau genommen, du ihn sogar angekettet. Habt ihr wirklich geglaubt, ihr kommt damit unbeschadet durch? Sollte Andreas dich für die Freiheitsberaubung belangen wollen, stehe ich ihm anwaltlich zur Seite.
Hier meine Karte. Zeig sie auch deinem Anwalt. Er wird dir garantiert danach abraten, noch irgendwelche Lügen zu verbreiten oder gar gegen mich vorzugehen. Da holt ihr euch nur eine blutige Nase. Und eure Mitgliedschaft in unserem Club ist hiermit beendet. Ja, richtig gehört, unser Club, er gehört nämlich meiner Frau und mir. Und jetzt runter von meinem Green, aber etwas plötzlich. Sonst rufe nämlich ich die Polizei!“
Lisa war am Boden zerstört, Chris sowieso. Wie ich später erfuhr, mussten ihm beide Hoden und auch der Schwanz amputiert werden. Ich hatte ihm mit meinem Schlag nämlich sogar den Beckenboden gebrochen. Wofür so ein gut geschmiedetes 9er Eisen doch alles gut war.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte zwar, stellte aber nach den Zeugenbefragungen rasch ein. Schließlich gab es wichtigeres als einen Golfunfall.
Andreas besuchte ich noch am gleichen Tag in der Klinik. Er hatte wie erwartet nichts von der OP gespürt, die kleinen Wunden waren bereits gut verheilt, und nach Aussage von Richard stand wohl einem eventuellen Kinderwunsch nichts mehr im Wege. Zweimal täglich hatte mein Freund Therapiesitzungen, gestern sogar in der Gruppe mit ähnlich Betroffenen, und machte bereits einen ausgeglichenen und selbstbewussten Eindruck.
Als ich ihm von dem Vorfall auf dem Golfplatz berichtete, grinste er nur, nahm meine Hand, drückte sie ganz fest und murmelte ein verhaltenes „Danke“.
Gut zwei Jahre später
Georg
„So, Andreas, willkommen im elitären Club der Partner“, sagte ich zu meinem Freund und klopfte ihm auf die Schulter. „Wurde aber auch Zeit bei dem vielen Geld, was uns deine mathematischen Modellrechnungen eingebracht haben? Wie geht’s Frau und Kindern?“
„Danke der Nachfrage, bestens.“ Andreas strahlte über das ganze Gesicht. „Die Zwillinge sind einfach eine Wonne, und da ich ja oft im Homeoffice arbeite, kann ich mich auch um sie kümmern, wenn Marlene im Studio ist. Und das mache ich wirklich gern.
Ich kann dir gar nichts sagen, wie froh ich bin, dass du mich damals dazu überredet hast, die Vasektomie rückgängig zu machen. Dafür noch einmal von Herzen Danke! Erst jetzt weiß ich, was mir sonst entgangen wäre.“
„Da nicht für“, entgegnete ich lächelnd. Manchmal wandten sich die Dinge eben doch zum Guten. „Wie sieht’s aus, ihr habt doch auch einen Babysitter. Treffen wir uns am Sonntag auf eine Runde Golf? Deiner Frau könnten ein paar Trainingseinheiten mit meiner guttun, damit sie bald im Handicap nachzieht.“
„Gut, gerne“, erwiderte mein Freund. „Marlene wird sich freuen. Aber jetzt entschuldige mich bitte. Ich habe da so ein mathematisches Programm auf meinem Rechner laufen, dass viele betriebliche Vorgänge wesentlich vereinfachen würde, bekomme ich es so hin, wie ich es mir vorstelle. Also bis Sonntag!“
Die letzten Worte rief mir Andreas schon im Weggehen zu, und ich konnte nur darüber schmunzeln, wie der sich entwickelt hatte.
Marlene, die sich früher Vanessa genannt hatte, hatte erst nach der Heirat mit dem Golfspiel begonnen, war aber mit Begeisterung bei der Sache, und Charlene hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sie persönlich voranzubringen.
Die Ehe zwischen Andreas und Sandra war – ich möchte fast sagen erwartungsgemäß – in die Brüche gegangen. Er wollte nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr ihr willfähriger Cuckold sein, sie ihr gewonnenes, freies Leben nicht mehr aufgeben. Trotzdem bestand sie auf dem Trennungsjahr, weil sie immer noch hoffte, dass ihr Mann zu ihr zurückkehren würde.
Aber der hatte mittlerweile anderes im Sinn. Er war in meine Firma eingestiegen, und jedes Mal, wenn wir uns sahen, löcherte er mich mit Fragen nach Vanessa, denen ich immer versuchte, geschickt auszuweichen. Nach gut einem halben Jahr wurde mir das zu bunt und ich war der Meinung, dass er psychisch jetzt so stabil war, um auch die Wahrheit zu verkraften.
Als ich Andreas eröffnete, dass ich damals ein Callgirl für ihn engagiert hatte, rechnete ich mit einem Wutanfall, schlimmstenfalls sogar einem Zusammenbruch. Aber er zuckte nur mit den Schultern und meinte, er hätte sich schon so etwas gedacht. Der Kerl verblüffte mich immer wieder.
Er bat mich nachdrücklich, ihre Adresse zu eruieren, was ich zuerst ablehnte. Aber Andreas war hartnäckig, und irgendwann gab ich nach und ließ meine Verbindungen spielen. Gut, wenn er sich unbedingt einen Korb holen wollte, es war schließlich seine Beerdigung.
Kaum hatte Andreas den Zettel mit Marlenes Wohnanschrift in Hamburg in den Händen, raste er zum Flughafen und stand am Abend, als sie todmüde aus dem Verlag nach Hause kam, mit fünfzig roten Rosen vor ihrer Tür. Sechs Monate später – Andreas Scheidung war gerade einmal vier Wochen durch – heirateten die beiden. Charlene und ich waren Trauzeugen und fragten uns, ob das gutgehen konnte.
Und es funktionierte weit besser als wir angenommen hatten. Marlene war bei der Hochzeit schon schwanger gewesen, und nach ihrem unsteten Leben während des Studiums suchte sie einen sicheren Hafen, in dem sie vor Anker gehen konnte – für immer. Sie machten an der Andreaskaje fest und schlang ihre Leinen unauflösbar um seine Poller. Die beiden waren versorgt, um die mussten wir uns nicht mehr kümmern.
Marlene kündigte ihr Volontariat bei dem Magazin in Hamburg, dass ihr, die sie ein gesundes Verhältnis zum Geld hatte, zu linkslastig war. Sie bewarb sich stattdessen auf eine Stelle bei einem Kölner Fernsehsender, moderierte dort jetzt eine Nachmittagssendung und war bereits im Gespräch für einen abendlichen Politiktalk.
Von Sandra haben wir nichts mehr gehört. Ich hatte Andreas einmal auf sie angesprochen, er mir aber glaubhaft versichert, dass dieses Kapitel für ihn abgeschlossen war. Er widmete sich mit Haut und Haar seiner neuen Familie und hatte deshalb sogar ein Angebot aus dem Silicon Valles – ja, das hatte es tatsächlich gegeben – ausgeschlagen. Und Marlene hatte sich in ihrem vorherigen Leben ihre Hörner mehr als nur abgestoßen und sicher kein Bedarf mehr an sexuellen Eskapaden.
So, und jetzt ein letztes Wort an all die Cuckolds da draußen.
Eigentlich halte ich es mit dem Alten Fritz, der einmal sagte, jeder möge nach seiner eigenen Façon Seelig werden.
Wenn ihr euch in eurer Rolle wohlfühlt, ist gar nichts dagegen zu sagen.
Aber wenn das nicht oder nicht mehr der Fall ist, holt euch Hilfe! Und am besten nicht erst, wenn euer Schwanz verschlossen und euer gesamtes Vermögen an eure Frau und womöglich deren Liebhaber übertragen ist.
Sonst lernen wir uns womöglich doch noch persönlich kennen, aber glaubt mir, ich habe wahrlich genug und anderes zu tun.
Ende und Tschüss – vielleicht bis irgendwann wieder einmal, euer Duke.
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