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Der heimliche Beobachter (fm:Verführung, 4169 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Aug 12 2026 Gesehen / Gelesen: 600 / 469 [78%] Bewertung Teil: 9.67 (15 Stimmen)
Jens überrascht Svenja mit Briefen, Parfüm & freizügigen Dessous. Er versteckt sich, beobachtet sie heimlich bei Bad, Outfit & Selbstbefriedigung… Alles aus Jens seiner Sicht und natürlich das Finale. Viel Freude beim lesen.


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Jens war viel zu früh wach.

Noch bevor der Wecker klingelte, lag er auf dem Rücken und starrte in die Dunkelheit des Schlafzimmers. Neben ihm schlief Svenja ruhig. Ihr Atem ging gleichmäßig, eine Haarsträhne lag quer über ihrer Wange, und unter der Decke zeichnete sich die weiche Kurve ihrer Hüfte ab. Er musste lächeln. Sie hatte keine Ahnung.

Seit Tagen arbeitete er an seinem Plan. Eigentlich war die Idee ganz harmlos entstanden. Ein Brief. Eine kleine Überraschung. Vielleicht ein Bad, ein Glas Wein und anschließend ein gemeinsamer Abend. Doch aus einem Brief waren mehrere geworden. Aus der kleinen Überraschung war ein Spiel entstanden. Und aus dem Spiel eine Inszenierung, die ihn inzwischen mehr beschäftigte, als er zugeben wollte.

Jens drehte den Kopf zu Svenja. In Gedanken sah er bereits ihr Gesicht, wenn sie im Büro den cremefarbenen Umschlag zwischen Rechnungen, Werbung und Geschäftspost entdeckte. Würde sie sofort seine Handschrift erkennen? Bestimmt. Noch besser gefiel ihm die Vorstellung von dem Augenblick, in dem sie den Umschlag an die Nase hob. Denn damit begann sein Spiel eigentlich schon.

Am Abend zuvor hatte er heimlich Svenjas Parfüm genommen. Nicht irgendeines. Genau jenes, das sie bevorzugt trug, wenn sie etwas Besonderes vorhatten – warm, vanillig, mit dieser dezenten holzigen Note, die ihn immer sofort hart machte. Er hatte den Umschlag nur ganz leicht damit besprüht. Gerade genug. Nicht zu viel. Sie sollte den Duft entdecken, bevor sie verstand, woher er kam. Allein bei der Vorstellung musste Jens grinsen, und unter der Decke spürte er, wie sich sein Schwanz leicht regte.

„Du wirst mich dafür lieben“, murmelte er kaum hörbar.

Svenja bewegte sich neben ihm. Jens verstummte sofort. Für einen Augenblick öffnete sie die Augen. „Wie spät?“ „Zu früh.“ „Dann schlaf.“ Sie drehte sich um. Jens wartete. Eine Minute. Zwei. Dann wurde ihr Atem wieder ruhig. Er dagegen konnte unmöglich schlafen. Heute war der Tag.

Später saß Jens allein am Küchentisch. Svenja war längst zur Arbeit gefahren. Vor ihm lagen schwarze und rote Umschläge, Satinband, eine Schere und die kleinen Karten mit seinen handgeschriebenen Nachrichten. Er ging den Ablauf noch einmal durch. Der erste Brief im Büro. Dann der Hinweis zuhause. Küche. Bad. Schlafzimmer. Wohnzimmer. Eigentlich kannte er jede Zeile auswendig. Trotzdem las er alles noch einmal.

Beim Satz „Sag heute alles ab. Du hast etwas Besseres vor.“ blieb sein Blick hängen. Er stellte sich vor, wie Svenja darauf reagierte. Vielleicht würde sie zuerst lachen. Dann diese kleine Falte zwischen ihren Augenbrauen bekommen, die immer entstand, wenn sie neugierig wurde. Und irgendwann würde sie verstehen, dass dies nicht einfach irgendeine Überraschung war. Heute bestimmte er das Tempo. Zumindest glaubte sie das.

Jens nahm den nächsten Umschlag. „Ich liebe dich.“ Darüber hatte er länger nachgedacht als über sämtliche anderen Anweisungen. Denn genau das sollte zwischen all der Spannung nicht verloren gehen. Es ging ihm nicht nur darum, Svenja zu reizen. Er wollte, dass sie sich begehrt fühlte. Gesehen. Geliebt. Nach all den Jahren noch immer so sehr gewollt, dass ihr Mann einen halben Tag damit verbrachte, kleine Umschläge in ihrem gemeinsamen Zuhause zu verstecken.

„Ganz schön bekloppt“, sagte Jens zu sich selbst. Aber er grinste dabei. Und seine Hose fühlte sich schon eng an, nur weil er sich vorstellte, wie sie später nackt in der Wanne lag, den Duft ihres Parfüms noch in der Nase, und sich fragte, ob er irgendwo in der Nähe war.

Am Vormittag bereitete er alles vor. Das Schlafzimmer bekam frische Bettwäsche. Die Vorhänge zog er so weit zu, dass später nur noch warmes Licht in den Raum fallen würde. Die Kerzen stellte er auf beide Nachttische. Das große Geschenk kam mitten aufs Bett. Daneben das kleine. Zweimal kontrollierte er die Schleifen. Dann noch einmal. „Jens, das ist ein Geschenk und keine Abschlussprüfung.“ Trotzdem korrigierte er die Schleife ein viertes Mal.

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