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Geheimnisse (fm:Romantisch, 4798 Wörter)

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Veröffentlicht: Aug 12 2026 Gesehen / Gelesen: 1785 / 1539 [86%] Bewertung Geschichte: 9.32 (53 Stimmen)
Es bringt nichts, Geheimnisse zu verbergen. Irgendwann kommt alles heraus.


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Geheimnisse

Vor drei Jahren war ich von Frankfurt aus nach Mallorca gestartet. Nun bin ich auf den Tag genau zurück gekehrt. Meine Geschäftsidee war nicht schlecht. Das glaube ich auch heute noch. Ich wollte von Haus zu Haus meine Dienste als Sanitärinstallateur anbieten. Die Menschen mussten nicht in ein Geschäft fahren oder sich gar einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben lassen. Alles sollte vor Ort und sofort erledigt werden.

Anfangs lief es ganz gut. Dann kam Corona. Und als dies endlich vorbei war, machte mir kaum mehr jemand auf. Es fehlte schlicht das Geld. Irgendwann verstand ich, dass die Menschen dort sich daran gewöhnt hatten, mit Notreparaturen oder Provisorien umzugehen. Einwandfreie Handwerkerleistungen waren nicht mehr gefragt.

So stand ich nun am Flughafen. Mein Fahrzeug samt aller Arbeitsmittel hatte ich noch verkaufen können. Ich schaffte es leider nicht, mit dem Vermieter eine Vereinbarung über ein vorzeitiges Mietende zu treffen. So ging der größte Teil des Verkaufserlöses für die Fünf-Jahres-Miete drauf.

Einige hundert Euro waren mir geblieben. Das reichte zunächst für eine billige Pension. Die Tage verbrachte ich nun mit Behördenkram und natürlich vor allem mit der Suche nach einer Arbeitsstelle, die ich zum Glück schnell fand.

Am nächsten Ersten konnte ich bei Fa. Fleischer anfangen. Trotz meines Meisterbriefs musste ich mich mit Gesellenlohn begnügen. Es würde gewiss noch einige Zeit dauern, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen haben würde. Deshalb war Sparen angesagt. Ich wollte mir zunächst keine Wohnung suchen. Ein kleines möbliertes Zimmer sollte mir genügen.

Es war das letzte freie Wochenende vor Arbeitsantritt. Ich musste unter Leute. Zum Tannenbaum hieß die Kneipe um die Ecke. Mehr als den witzigen Namen kannte ich nicht. Ich wusste nicht, wer dort verkehrt. Letztlich war es auch egal, wo ich mir einige Bier hinter die Binde kippte.

Der Laden war wie ich eine Kneipe aus meiner Jugendzeit kannte. Alles sah irgendwie schäbig, aber urgemütlich aus. Sogar ein Kicker stand mitten im Raum. Ich fühlte mich sogleich wohl.

Aus alter Gewohnheit war ich viel zu früh dort. Erst nach und nach füllte sich das Lokal. Es kamen beinahe ausschließlich junge Leute, stellte ich etwas ernüchtert fest. Ein älterer Mann oder gar eine reife Frau wären mir angenehmer gewesen. Mit den Jungen konnte ich wenig anfangen. Sie kamen mir irgendwie verwöhnt und zu sehr auf sich bezogen vor. Auch hatte ich Mühe, ihren Worten zu folgen. Manchmal kam mir ihr Deutsch wie eine fremde Sprache vor.

Es lief noch ein spätes Fußballspiel in dem uralten Fernseher, als sich eine junge Frau an meinen Tisch gesellte. Sie war recht klein. Ihr Bubikopf ließ sie mir deutlich jünger erscheinen als sie wohl tatsächlich war. Sie fragte mich sofort ohne jede Scham aus. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie bereits die Mitte zwanzig überschritten hatte. Ich gab ihr ohne Zögern Antwort. Wahrscheinlich machte das ihre Zutraulichkeit, die sie ausstrahlte. Das mochte ich. Dabei zeigte sie ein besonderes verschmitztes Lächeln, das mich sofort verzauberte.

Judith hatte gerade ihr Lehramtsstudium für Sonderschulpädagogik abgeschlossen. Ich war erstaunt. Denn zuvor hatte sie das Bierbrauen gelernt. Irgendwie überraschte mich ihr Lebenslauf und beschämte mich zugleich ein wenig. Bei mir war alles so glatt verlaufen. Nach dem Schulabschluss folgte die Ausbildung bei Firma Friedrich, dann die Meisterschule und schließlich die Tätigkeit bei verschiedenen kleineren Sanitärunternehmen.

Es wurde doch noch ein netter Abend. So wie ich ihn mir gewünscht hatte. Mit der jungen Frau, die meine Tochter hätte sein können, kam ich gut zurecht. Ich fand sie irgendwie niedlich. Ein enges Top spannte über der Brust und bedeckte zwei durchaus ansehnliche Hügel. Ihre hellen Jeanshosen waren weit ausgestellt. Nur hin und wieder schimmerten schwarze klobige Schuhe darunter hervor.

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