Vier Stationen zu spät (fm:Dominanter Mann, 2486 Wörter) | ||
| Autor: Chronist | ||
| Veröffentlicht: Sep 08 2026 | Gesehen / Gelesen: 1459 / 1252 [86%] | Bewertung Geschichte: 9.33 (21 Stimmen) |
| Ein stummer Blick im U-Bahn-Gedränge genügt: Gegen jede Vernunft bricht eine treue Ehefrau aus ihrem Leben aus. Sie folgt einem dominanten Fremden nach Hause und verliert sich in einer atemberaubend intensiven, besitzergreifenden Leidenschaft. | ||
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Der Schweiß auf meiner Haut war nicht nur der drückenden Hitze im Waggon geschuldet. Ich bin das tägliche Pendeln in der Rushhour gewohnt – das dumpfe Starren auf die Displays, das unpersönliche Aneinanderpressen fremder Körper. Es ist eine lästige, fast mechanische Routine. Eigentlich trennten mich nur noch vier Stopps von meinem Mann, von der vertrauten, sicheren Routine, die zu Hause in Form des fertigen Abendessens auf mich wartete. Ein Leben, in dem jeder Ablauf vorhersehbar war. Doch dieses Mal fühlte sich das Gedränge anders an. Es war keine bloße Unbequemlichkeit mehr; im Nachhinein weiß ich, dass in diesem Moment ein leises, unsichtbares Beben begann, das mein geordnetes Leben mit einem Schlag ins Wanken bringen sollte.
Schon beim letzten Stopp hatten sich die Türen geöffnet und eine neue Welle von Pendlern hatte sich in den ohnehin schon überfüllten Waggon gedrängt. Die Menschen standen dicht an dicht, Millimeter an Millimeter. Als die U-Bahn schließlich anfuhr und sich kurz darauf schwer in eine Kurve legte, geriet die dichte Masse in Bewegung. Die Trägheit schob den Strom der Körper hinter mir unweigerlich nach vorne – und plötzlich wurde ein Körper direkt an meinen Rücken gepresst. Er war schwer, massiv und unglaublich präsent. Ein Mann, der mich um mindestens einen Kopf überragte, wurde durch die schiere Enge des Waggons nahtlos gegen mich gedrückt. Ich wollte instinktiv ein Stück ausweichen, Platz schaffen, wie ich es sonst immer tat, doch es gab keinen Zentimeter Raum. Die Menge wiegte sich im Rhythmus der Fahrt und die Enge des Waggons fügte unsere Körper fast nahtlos ineinander. Es war unmöglich, sich zu entziehen. Er versuchte gar nicht erst, krampfhaft auf Distanz zu gehen – was in diesem Gedränge ohnehin unmöglich gewesen wäre –, sondern überließ sich genau wie ich dem Rhythmus der Bahn, der uns mit jeder Kurve unweigerlich aneinanderpresste. Und da spürte ich es: eine unmissverständliche, drängende Härte zwischen seinen Oberschenkeln, die sich durch den dünnen Stoff meines Sommerkleides direkt an meinem Gesäß abzeichnete.
Überrascht und mit klopfendem Herzen hielt ich es nicht mehr aus. Ich musste wissen, wer mich da so besetzte. Mühsam drehte ich den Kopf, um über meine Schulter zu sehen. Er war ein klassischer Business-Typ – ein edler, dunkler Mantel hing offen über einem maßgeschneiderten Anzug, das Hemd am Kragen leicht geöffnet. Seine Statur war beeindruckend; seine Schultern wirkten im dichten Gedränge so breit und schützend, dass sie die Hektik des Waggons um mich herum fast komplett ausblendeten.
Als sich unsere Blicke trafen, sah er nicht weg. Seine Augen waren dunkel, fordernd und hielten meinem Blick stand. In diesem stummen Augenblick lag kein billiges Aufgeilen, sondern ein absolut ernster, unerschütterlicher Blick. Er spürte die Nähe, die das Gedränge uns aufgezwungen hatte, ganz genau – doch anstatt peinlich berührt wegzusehen, fixierte er mich einfach mit einer Ruhe, die mich völlig wehrlos machte. Erst jetzt, unter dieser lautlosen Herausforderung, breitete sich ein verräterisches, heißes Ziehen in meinem Unterleib aus.
Die Bremsen quietschten. Die Türen öffneten sich. Der Druck hinter mir ließ schlagartig nach, als er aus dem Waggon trat. Doch anstatt einfach im Strom der Menschen zu verschwinden, blieb er draußen auf dem Bahnsteig direkt vor dem Wagen stehen. Er drehte sich um und sah mich an.
Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Eigentlich war das noch lange nicht meine Station, ich hätte einfach stehen bleiben müssen, zurück in meine sichere Welt. Das Warnsignal der Türen begann bereits zu piepen. Es blieben nur Sekunden. Er rührte sich nicht, fixierte mich einfach nur mit einer Erwartung, die mich völlig gefangen nahm. Gegen jede Vernunft, wie ferngesteuert von diesem plötzlichen, unbändigen Impuls, drängte ich mich in der allerletzten Sekunde durch die schließenden Türen nach draußen auf den Bahnsteig.
Erst jetzt drehte er sich wortlos um und ging Richtung Ausgang. Er blickte sich kein einziges Mal um, als gäbe es für ihn keinen Zweifel daran, was ich tun würde. Und er hatte recht. Ich ließ mich von der Menge zur Rolltreppe tragen, den Blick fest auf seinen breiten Rücken im dunklen Mantel geheftet.
Als wir die Station verließen, hielt ich einen Abstand von ein paar Metern ein. Er gab das Tempo vor – seine Schritte waren schwer, ruhig
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