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Madisons Phantasie (fm:1 auf 1, 13634 Wörter)

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Veröffentlicht: Oct 31 2026 Gesehen / Gelesen: 492 / 399 [81%] Bewertung Geschichte: 9.33 (6 Stimmen)
Madison ist fasziniert von Prostituierten. Heimlich übt sie im Schlafzimmer in sexy Outfits ihre Anmache. Als ihr Freund sie überrascht, kratzt sie allen Mut zusammen und schlägt ein prickelndes Rollenspiel vor.

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© antsadam98 Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

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hatte, den sie schon so lange suchte.

„Hi, Süßer! Willst du was zum Naschen?“, wiederholte sie.

Genau! Das war es. Der Signature-Spruch von ... ja, von wem?

Für einen Moment verlor sie den Fokus und dachte nach.

Vielleicht Bambi - nein, zu kindisch. Oder Candy - so hießen doch nur Pornostars. Tammy - warum endete alles, was sie bei der Recherche im Netz gefunden hatte, bloß auf einem I? Penelope - viel zu lang, außerdem irgendwie ein Zungenbrecher. Das konnte sie selbst kaum aussprechen.

Madison schmunzelte über sich selbst. Sie trieb ziemlich viel heimlichen Aufwand für eine imaginäre Figur, die es noch nie aus dem Schlafzimmer herausgeschafft hatte.

Doch kaum war dieser eine Gedanke da, keimte auch schon wieder dieser verrückte zweite Gedanke auf, der fast immer auf den ersten folgte. Noch nie-wie aufregend es wohl wäre, wenn ...

Rasch schob sie diese Phantasie zur Seite, zwang ihre Konzentration zurück auf ihren Anmachspruch und ihre Optik.

Ob sie vielleicht doch etwas anderes mit den Haaren machen sollte?

Madison zog den kurzen Pferdeschwanz nach vorne und biss mit den Lippen auf dem kupferfarben schimmernden kastanienbraunen Haar herum. Aufmerksam betrachtete sie sich im Spiegel. Doch nach ein paar Sekunden war ihr klar: das war zu schulmädchenhaft. So wollte sie nicht rüberkommen.

Aber die Richtung stimmte.

Sie lief zur kleinen Kommode neben ihrer Seite des Betts, zog die Schublade auf und kramte lautstark darin herum, bis sie das Päckchen Kaugummi fand. Rosa - genau richtig, grinste sie und schob sich einen der Würfel in den Mund.

Zurück vor dem Spiegel kaute sie ein wenig und versuchte, ob sie es noch konnte.

Ja, es klappte. Kaugummiblasenmachen war wohl wie Fahrradfahren, dachte sie verschmitzt. Dann schob sie den Kaugummi in die rechte Backentasche, legte wieder den Kopf schief und sagte erneut ihren Spruch auf: „Hi, Süßer! Willst du was zum Naschen?“

Madison drehte sich ins Profil. Die großen, billig aussehenden dünnen Kreolen aus pinkfarbenem Plastik reichten ihr fast bis auf die Schulter. Klasse sah das aus, fand sie. Viele Recherchefotos hatten auffällige Ohrringe gezeigt; und auffällig waren diese Riesendinger in jedem Fall.

Sie trat an die Wand zurück und holte tief Luft. Es war nur eine kurze Performance, die folgen sollte, aber sie enthielt alles, was Madison in den letzten Wochen gelesen, gehört oder geschaut hatte über das Thema, das sie so brennend interessierte.

Ihr Herz raste, als stünde sie gleich vor einer Prüfungskommission und müsste ein wichtiges Referat halten, das über ihre Zukunft entschied.

Nachdem sie noch einmal über den dünnen Stoff des Minis gestrichen hatte, obwohl nichts verrutscht war, ging sie los.

Ihre Hüften wiegten stark, das halbe Dutzend Armreife am linken Handgelenk klimperte laut, und auf ihrem Gesicht lag ein breites, verheißungsvolles Lächeln. Der Pferdeschwanz tanzte hin und her, der Rock flatterte, und dann stand Madison vor dem Spiegel und machte sich selbst an.

Als sie ihren Spruch aufsagte, hob sie blitzschnell für eine Zehntelsekunde den Mini an, sodass ihr schwarzer Spitzentanga zu erahnen war. Ein Slip war es nicht, verdeckte er doch kaum die Intimgegend.

Ja, dachte sie, und ihr Gesicht war vor Aufregung und Erregung rot geworden, ich würde mit mir gehen. Schon heiß, was mir da entgegenblickt. Richtig nuttig sehe ich aus.

Sie schürzte die übertrieben knallrot geschminkten Lippen und küsste ihr eigenes Spiegelbild, was sie sofort laut auflachen ließ.

Alles war perfekt, bis ...

*

... bis plötzlich die Musik mit einem Mal erstarb.

Im ersten Moment dröhnten die Beats noch in ihren Ohren nach, sodass Madison erst einige Sekunden später die Veränderung bewusst bemerkte. Sie drehte den Kopf und wollte zur Boombox auf dem Bett gehen, da fiel ihr Blick auf die Schlafzimmertür.

Sie war offen.

Ethan stand im Türrahmen, hielt die Fernbedienung der Boombox in der Hand, und schaute seine Freundin mit unübersehbarem Erstaunen an. „Maddie, was ...“

Nach einer Sekunde der Schreckstarre zerrte Madison das lange Schlafshirt vom Stuhl neben dem Fenster und hielt es sich vor den Körper. Es verdeckte Top und Mini, nicht aber die Heels oder die ungewöhnlichen Strümpfe.

Doch nach drei Sekunden schweigenden Anstarrens senkte sie das Shirt wieder. Es war eine Panikreaktion gewesen und lächerlich. Madison verstand sich selbst nicht so ganz. Ethan hatte sie mehr als einmal nackt gesehen-natürlich hatte er das, sie waren schließlich intim miteinander-, also warum wollte sie nun ihr Outfit vor ihm verbergen?

Vielleicht weil es mehr als eben nur ein Outfit war?

„Ethan, äh, hi!“, stotterte sie, trat zu ihrem Freund und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange.

Ethan legte die Hände an ihre Hüfte, dort, wo auch Madisons Hand in ihrer Pose gelegen hatte. „Schatz, was tust du hier?“

Madison löste sich aus seiner zarten Umarmung und machte einen Schritt zurück. Sie vermied es, ihn anzusehen. „Also, ähm, ich dachte, du kommst erst am Abend heim. Und da, also ...“ Sie stammelte, wusste nicht, was sie sagen sollte.

Als sie kurz aufblickte, gewahrte sie etwas in Ethans Augen, das sie nicht deuten konnte. Sie hob das Schlafshirt wieder vom Boden auf, griff nach der Leggings, die sie am Vormittag getragen hatte und drängte sich an ihrem Freund vorbei in Richtung Bad. Ihre Augen lagen auf Höhe der seinen, aber Madison senkte schnell den Blick, als könnte Ethan so nicht mehr sehen, wie aufreizend sie gekleidet war.

*

Zehn Minuten später stand Madison in Leggings und weitem Shirt in der kleinen Küche und bereitete ein frühes Abendessen vor. Das Fenster über dem Herd war gekippt, und ab und an kam der Ausläufer einer Windböe herein. Über der Tür zu ihrer Linken tickte die Wanduhr.

Madisons Herz wummerte weiter wild, diesmal aber nicht aufgrund von Erregung, sondern aufgrund von ... ja, was? Scham? Schuldgefühlen? Sie wusste es nicht. Gedankenverloren rührte sie mit dem Kochlöffel in dem Topf mit der Tomatensauce. Auf der danebenliegenden Herdplatte kochten die Spaghetti.

Im Bad hatte sie sich ihr nuttiges Kostüm fast vom Leib gerissen und sich rasch umgezogen. Der hochangesetzte straffe Pferdeschwanz war verschwunden, die Haare hingen glatt bis zur Schulter, nur von einem Haarreif nach hinten gebändigt. Mit einigen Kosmetiktüchern hatte sie hektisch den Lippenstift abgewischt und dann, als Ethan ins Arbeitszimmer gegangen war, ihre Kleidung und die Stripper-Heels zurück in die Kiste im Kleiderschrank geräumt.

Auch jetzt hörte sie ihn noch telefonieren.

Was sage ich, wenn er gleich reinkommt?, ging ihr immer wieder durch den Kopf.

Sie erschrak, als das Wasser im Nudeltopf überkochte. Rasch hob sie den Deckel, ließ ihn aber fluchend wieder fallen, als der metallene Rand ihren Arm traf.

Madison vernahm Schritte im Flur.

Oh Gott!, dachte sie und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Sie hatte keine Vorstellung, wie Ethan nun reagieren würde. Natürlich zog sich Madison auch sexy an, Miniröcke gehörten zum Alltag. Aber so kurze Teile-bessere Gürtel-, dazu die Heels, das Top, das ihre Brüste quetschte, die Nippel sichtbar werden ließ-das alles in Kombination, das war schon etwas anderes, als im Mini und einem Sweater einen Abendspaziergang im Park zu machen.

Die Küchentür öffnete sich.

Madison zwang ihren Blick auf die Töpfe vor sich. Vielleicht konnte sie das Thema einfach totschweigen, und morgen wäre alles wieder wie immer. Und dieses ‚Immer‘ gefiel ihr doch sehr. Das Zusammenziehen mit Ethan war die goldrichtige Entscheidung gewesen. Es war schön zu wissen, dass jemand da war, wenn man nach Hause kam, und auf einen wartete. Oder umgekehrt.

Madison spürte, wie Ethan hinter sie trat. Er legte seine Arme zärtlich um ihren Bauch, hauchte ihr einen Kuss auf den Nacken und sagte: „Du sahst unglaublich heiß aus in diesem Outfit eben.“

„Ich sah, ähm, was?“

Ethan nahm ihr den Löffel aus der Hand und legte ihn auf die Ablage neben dem Herd. Dann drehte er sie um, behielt aber die Hände weiter an ihrer Hüfte. Madison lehnte den Po an die Kante des Herds. Ihre Arme hingen schlaff herab. Immer noch wusste sie nicht, was sie tun oder sagen sollte.

„Du sahst absolut geil aus, Maddie. Sex-Appeal pur.“ Seine Stimme nahm einen unsicheren Klang an. „Das ... also, so würde ich dich gerne noch einmal sehen. Also ... öfter.“

Madison brauchte ein paar Sekunden, bis sie die Worte begriff. Da war kein Vorwurf, kein ‚Wie konntest du nur?‘, kein ‚Das bist doch nicht du‘. Da war nur-Zustimmung.

Die Anspannung fiel mit einem Mal vollständig von ihr ab. Sie lachte befreit auf und schlang die Arme um Ethans Hals. „Heiß sah ich aus? Danke.“

„Und die hier stehen dir auch“, meinte Ethan und berührte sanft die künstlichen Wimpern.

„Oops!“, erwiderte Madison verlegen. Offensichtlich hatte sie in der Hast im Bad ganz vergessen, die langen, schwarzen Wimpern wieder abzunehmen. Kokett lächelnd fügte sie an: „Hat dich das Outfit denn angeturnt?“

Madison drückte ihren Körper gegen seinen. Sofort spürte sie, wie sich etwas in seiner Hose regte. Sie lächelte zufrieden, löste die Umarmung und griff nach Ethans Hand. Nachdem sie mit der anderen Hand den Herd ausgeschaltet hatte, zog sie ihren Freund zurück ins Schlafzimmer.

*

Erschöpft lagen Madison und Ethan nackt in ihrem Doppelbett. Beide keuchten noch von dem wilden Liebesspiel, das sie hinter sich hatten. Händchenhaltend starrten sie zur Decke.

Nach einer kurzen Erholung rollte Madison zur Seite, kuschelte sich an Ethan und legte ihren Kopf auf seine Brust. Sanft strich sie ihm über den Bauch. „Das war herrlich“, sagte sie leise und ein wenig verträumt und küsste seine Brust.

„Mehr als das“, antwortete Ethan. „Du warst richtig ... wild heute.“

Madison hob den Kopf ein Stück. „Bin ich das sonst nicht?“

„Nicht so. Anders, eher zärtlich, verspielt, romantisch. Heute aber warst du ... rohe Lust.“

Für eine Weile schwiegen beide.

„Ich mochte das“, sagte Ethan in die Stille hinein.

„Ich auch“, gab Madison zurück, und auf einmal war dieser verrückte Gedanke wieder präsent. Vielleicht war nun die Zeit gekommen, aus dem ‚noch nie‘ ein ‚bald‘ zu machen. Sie musste es versuchen, denn im Moment fühlte sie sich mutig. „Also, Ethan, mir geht da schon länger eine Sache durch den Kopf.“

Ethan rückte ein Stück weg von ihr, um sie besser betrachten zu können, und legte Madisons Kopf auf das Kissen. „Was genau?“

„Mein Outfit, also, das ist ein Outfit für den Straßenstrich. Also für...Prostituierte.“

Ethan grinste. „Nutten, ja. Das dachte ich mir schon irgendwie.“ Er fuhr ihr liebevoll mit einem Finger über die Wange.

„Genau. Und, also weißt du, das wäre ich auch gerne einmal.“

„Was?“

„Na, eine Nutte.“

Ethans Gesicht fror ein, doch Madison, welche die Augen geschlossen hielt, sah es nicht, als sie fortfuhr: „Was hältst du davon? Wäre das okay für dich?“

Das Bett quietschte ein wenig, als Ethan aufstand und ohne weitere Worte im Bad verschwand. Madison blieb weiter im Bett liegen und ließ Phantasiefilme vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Sie sah sich selbst am Straßenrand auf und ab gehen in den freizügigsten Outfits, die sie sich vorstellen konnte. Und immer wieder huschten Namen durch ihre Gedanken.

Nach wenigen Minuten kam Ethan zurück. „Ich muss darüber nachdenken“, sagte er mit zittriger Stimme. „Gib mir ein paar Tage.“

Madison öffnete die Augen. „Klar, aber, also, es wäre wunderbar, wenn das ginge. Weißt du, dann wäre es nicht nur eine prickelnde Phantasie, sondern Realität.“

„Ich sagte ja, ich muss darüber nachdenken. Ich wusste nicht, dass du solche Wünsche hast. Aber ob ich mit einer offenen Beziehung leben kann, das kann ich nicht jetzt spontan entscheiden. Die Frage hat sich für mich überhaupt noch nie gestellt. Versteh das bitte.“

Madison hob erstaunt die Augenbrauen. „Was für eine offene Beziehung?“

Ethan zog seine Hose an und schloss den Gürtel. „Die Freier auf dem Strich, die du bedienst, das ist für mich wie Fremdgehen. Da muss ich erst mit klarkommen.“

Madisons Unverständnis wuchs. „Was für Freier?“ Sie setzte sich auf und blickte Ethan fragend an.

„Na, wenn du als Prostituierte arbeitest, auf dem Strich. Du wirst Freier kriegen, mit denen du Sex haben wirst. Das ...“

Madison sprang auf. Ihr Gesicht hatte sämtliche Farbe verloren, als ihr klar wurde, wie ungeschickt sie ihre Phantasie angesprochen hatte. Ethan hatte es ja nur falsch verstehen können. Unbekleidet und verschwitzt lief sie um das Bett und griff Ethans Handgelenk, bevor er das Zimmer verlassen konnte. „Schatz, ich will doch keine anderen Freier. Und ich will auch nicht wirklich als Prostituierte anschaffen gehen. Wovon ich schon lange träume, ist ...“

Ruhig erklärte sie ihm ihre Phantasie.

Ethans Gesicht entspannte sich mit jedem Wort. „Ein Rollenspiel also. Du die Nutte, ich der Freier, und danach haben wir wilden Sex.“

Madison lachte und schob einen übertriebenen Augenaufschlag hinterher. Und mit einem Mal hatte sie auch ihren Rollennamen gefunden. „Wilden Sex - das kann ich garantieren. Wer Scarlet abschleppt, der erlebt eine unvergessliche Zeit.“

Kapitel 2 - Das erste Mal

„Wo sind die Schlüssel?“, rief Madison aus dem Flur. Ihre Heels klackerten laut und dumpf, als sie das Parkett im Wohnzimmer betrat. Trotz der unverkennbaren Nervosität, die sie ergriffen hatte, strahlte ihr Gesicht vor Vorfreude. Hastig huschte ihr Blick über das Mobiliar, doch sie sah die Autoschlüssel nirgends.

Ethan kam aus der Küche. „Ich habe sie hier.“ Er holte einen Schlüsselbund aus der Hosentasche und klimperte damit. „Das habe ich dir schon zweimal gesagt.“

Madison runzelte die Stirn. „Echt?-Na gut. Aber komm endlich, wir müssen los!“

Ethan trat zu seiner Freundin und wollte sie kurz in den Arm nehmen, doch Madison schob ihn von sich. „Nicht. Du ruinierst mein Outfit.“ Ihre Hände glitten zum Hinterkopf und zogen den hohen Pferdeschwanz noch einmal ein Stück auseinander. Sie schob das Haargummi ein Stück näher an die Haarwurzeln heran und versuchte, eine weitere Umwickelung zu erreichen. Nach ein wenig Zerren klappte es auch. Dann pustete sie testweise links und rechts aus den Mundwinkeln. Die dünnen Strähnen, die ihr schmales Gesicht einrahmten, flogen zur Seite.

Schwungvoll drehte sie sich um und ging zurück in den Flur, wo sie den langen, beigefarbenen Mantel vom Garderobenhaken nahm, hineinschlüpfte, den Gürtel zuzog und sich im kleinen Spiegel über der Ablage, auf der normalerweise die Post und eben die Autoschlüssel lagen, kritisch musterte. Außer den Plateau-Heels und ein wenig von den Netzstrümpfen war nichts Auffälliges mehr zu erkennen, sah man von dem intensiven Rot auf ihren Lippen und dem starken smokey-eye-Make-up ab. Letzteres hatte sie mehr als zwei Stunden gekostet. Aber es hatte sich definitiv gelohnt.

Ethan bemerkte ihren verträumten Blick. „Du siehst toll aus, Schatz.“

Madison lächelte flüchtig, drängte dann aber wieder zum Aufbruch.

Sie verließen die Wohnung und stiegen die Stufen vom ersten Stock hinunter ins Erdgeschoss. Madisons Absätze hallten trocken und so laut im Treppenhaus, dass sie die Stilettos lieber bewusst sanft auf dem Plateau aufsetzte. Eine Hand ließ sie am Treppengeländer.

Als sie die Haustür öffneten, pfiff eine frische Brise herein. Madison schüttelte sich unwillkürlich trotz des Mantels. Die Meteorologen hatten für diesen Junitag 14 Grad in den Abendstunden gemeldet. Das würde sie auch in ihrem wenig wärmenden Outfit für eine Weile aushalten können.

Ethan betätigte den Funköffner. Die Blinker des kleinen, roten Zweitürers flackerten hektisch.

Als Madison die Beifahrertür öffnete, erinnerte sie sich sofort an das Video, das sie im Netz mehr als einmal geschaut hatte.

Sie hielt sich mit der linken Hand am Dach fest, setzte sich seitlich auf den Sitz, presste die Knie zusammen und schwang die Beine in einem engen Bogen ins Innere. Dann streckte sie die Beine aus und kippte die Füße zu sich. Die Absätze lagen nun fast in ganzer Länge auf der Bodenmatte auf, was das Sitzen in den 15-Zentimeter-Heels erträglich machte. Als Madison Platz genommen hatte, bemerkte sie, wie der Mantel von ihren Knien rutschte und ihr Outfit preisgab. Sofort schlug sie die Hälften wieder übereinander und hielt den Stoff mit einer Hand zusammen.

Ethan bemerkte es, sagte aber nichts. Er spürte, dass sie nun Ruhe wollte. So fuhr er schweigend los und ließ auch das Radio, das sonst immer lautstark die neuesten Hits spielte, ausgeschaltet.

Es war kurz vor 20Uhr an diesem Mittwoch. Die Straßen, denen sie folgten, waren um diese Zeit nur wenig befahren, fand das kulturelle Leben doch im Zentrum der Stadt und nicht hier in den Außenbezirken statt. Als Ethan auf die vierspurige Straße, welche die Stadt fast vertikal durchschnitt, nach Norden einbog, wurde es noch verkehrsärmer.

Nach einer Viertelstunde hatten sie das Industriegebiet erreicht. Tagsüber traf man hier vor allem Lastwagen an, jetzt am Abend war das Gebiet verwaist, die Firmen geschlossen.

Es war genau der richtige Ort für sie, um ihre Phantasie in der Öffentlichkeit auszuleben. Madison blickte stur geradeaus. Ihre Hände lagen ineinander verschränkt in ihrem Schoß. Ethan sah nach einem schnellen Kopfdrehen, dass die Haut ganz weiß war, so fest drückte Madison die Finger zusammen. Er glaubte sogar, ein schnelleres Atemgeräusch zu hören.

Als Madison das Achtung!-Schild der nächsten Kreuzung erblickte, richtete sie sich in ihrem Sitz auf und sog zischend die Luft ein.

Jetzt geht es wirklich los, dachte sie. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Gleich bin ich ... Scarlet.

Ethan bog ab, fuhr noch ein paar Meter und hielt am rechten Straßenrand. Den Motor schaltete er aus.

Niemand sprach, niemand bewegte sich.

Schließlich atmete Madison tief aus und sagte mit einer Stimme, in die sie Selbstbewusstsein und Coolness legen wollte, was aber misslang: „Bis gleich.“ Sie konnte ihre Aufgeregtheit nicht verbergen.

Ohne ihrem Freund noch einen Blick zuzuwerfen, öffnete sie die Beifahrertür, stieg aus und schaute sich rasch nach beiden Seiten um. Aber das Pärchen war allein. Madison zog den Mantel aus und warf ihn auf den Beifahrersitz. Sie drehte sich nach rechts in die Richtung, aus der sie gekommen waren, und verschwand kurz darauf um die Ecke.

Sie hatte völlig vergessen, die Autotür zu schließen.

Ethan startete den Timer auf seinem Handy, was synchron auch den Timer auf Madisons Smartphone auslöste: 20:00 Minuten. Eine App wählte ihm zufällig einen Zeitpunkt innerhalb dieser 20 Minuten aus. Dann erst würde seine Rolle als Freier beginnen. Er fuhr weiter.

Sie hatten ausgemacht, dass Madison nicht wusste, wo er warten würde. So konnte sie nicht einfach nach einer Minute schon abbrechen.

Manchmal muss ich mich zu meinem Glück zwingen, hatte sie Ethan erklärt.

*

Madison machte bewusst große Schritte, als sie rasch um die Ecke bog. Ihr Atem ging hektisch. Sie spürte, wie ihr Mut ein wenig sank.

Ob hier wirklich niemand vorbeikommen würde? Was, wenn sie jemanden traf? Vielleicht sogar jemanden, der sie kannte. Wie sollte sie erklären, warum sie abends allein in einem knappen Outfit hier herumlief? Man musste ja annehmen, dass sie anschaffen ging.

Oh Gott, dachte Madison. Jetzt ist es real.

Sie richtete ihren Blick nach vorn und fixierte eine Straßenlaterne neben dem großen Firmenschild einer Spedition und versuchte, alle zweifelnden Gedanken aus ihrem Kopf zu vertreiben und sich ganz auf das prickelnde Gefühl in ihrem Unterleib zu konzentrieren.

Sie passierte die Spedition, danach eine weitere Firma und erreichte schließlich ihren Standplatz-Scarlets Arbeitsplatz für die nächsten Minuten.

Als sie dieses Wort dachte, zitterte sie am ganzen Körper. Arbeitsplatz-das klang so schön. Nun gewann die Erregung immer mehr die Oberhand. Madison streckte den Oberkörper durch, um die Brüste zu präsentieren und Selbstbewusstsein auszustrahlen, und trat einen Schritt näher an die Bordsteinkante. Suchend blickte sie die Straße hinab.

Noch war nichts von Ethan zu sehen.

Kurz überlegte sie, ob sie auf den Smartphone-Timer schauen sollte und drehte den Kopf schon zu der kleinen, schwarzen Handtasche, die über ihrer Schulter hing, entschied sich dann aber dagegen. Zehn Minuten, nachdem sie aus dem Auto gestiegen war, würde es mindestens dauern, allerhöchstens aber zwanzig. Dazwischen würde Ethan irgendwann kommen.

Das Warten machte sie einerseits noch nervöser, andererseits war es auch wirklich ... geil. Diese Ungewissheit, wann genau sie als Scarlet offensiv werden musste, verursachte einen enormen Nervenkitzel.

Madison verschränkte die Hände vor dem Bauch, um das Zittern zu unterdrücken, das nur zum geringsten Teil von der kühlen Abendluft herrührte. Immer wieder pfiff eine lange Böe durch die schnurgerade Straße. In der Ferne hörte Madison die Schnellstraße, und irgendwo schrie ein Käuzchen. Der Himmel war bedeckt, das Licht trübe.

Für ein paar Minuten stand Madison einfach nur da und blickte die Straße in beide Richtungen entlang. In Gedanken ging sie die vielen Dokumentationen durch, die sie über Straßenprostitution regelrecht verschlungen hatte.

Eigentlich müsste sie sich ja, wenn hier Autos führen, bemerkbar machen, zumindest taten das Professionelle. Madison strich den Mini glatt, zupfte am Saum des Tops, warf den Pferdeschwanz nach hinten, und lief los. Erst machte sie nur ein paar kleine Schritte in Richtung der Ecke, aus der sie gekommen war, dann drehte sie um und schritt selbstbewusster aus. Der Faltenrock bauschte sich im Wind auf, und Madison gab ihm mit dem Oberschenkel noch ein wenig Zusatzschwung. Nach anfänglichem Zögern setzte sie die Absätze aktiv auf. Doch das Klackern war in der Stille der Straße so laut, dass sie schnell wieder Abstand davon nahm.

Madison bewegte die Hüften ein wenig ausladend und machte Blasen mit dem Kaugummi. In Gedanken ging sie wieder und wieder durch, was sie gleich sagen würde. Sie beherrschte den Text so gut, dass sie ihn fast rückwärts aufsagen konnte. Dutzende Male war die Begegnung mit einem Freier nachts vor ihrem inneren Auge abgelaufen, wenn sie in tiefster Nacht mal wieder wach neben Ethan im Bett gelegen hatte, und ihr Kopfkino sich nicht abschalten ließ. Aber sie hatte es auch nicht wirklich ernsthaft versucht.

Noch einmal drehte sie die Laufrichtung um, da sah sie zwei Scheinwerfer ein gutes Stück entfernt.

Sie kamen aus der Richtung, aus der Madison ihren Freund erwartete.

Das muss Ethan sein, dachte Madison, und ihr Herz machte einen Sprung. Oh Gott, lass es Ethan sein! Keinen Fremden!

Für einen Moment war Madison hin- und hergerissen. Sie konnte sich hinter die Eiche, deren Stamm halb in den Bürgersteig ragte, verstecken und vorsichtig darumlinsen, ob es wirklich ihr Freund war.

Oder sie konnte hier stehenbleiben.

Scarlet würde Letzteres tun.

In Madisons Vorstellung war es immer Ethan gewesen, der bei ihr hielt. Doch jetzt und hier?

Madison spürte, wie ihr am ganzen Körper Schweiß ausbrach.

Der Wagen kam immer näher. Die Windschutzscheibe war nun bereits in der Dunkelheit auszumachen. Aber sie konnte die Farbe des Wagens noch nicht richtig erkennen.

Oh Gott, dachte Madison, die sich immer noch nicht gerührt hatte, erneut. Was tue ich jetzt?

Mit einem tiefen Atemzug kratzte sie ihren gesamten noch vorhandenen Mut zusammen und machte zwei Schritte auf den Wagen zu. Das würde Scarlet tun, würde sie doch einen potenziellen Kunden sehen.

Sekunden später schälte sich die Farbe des Wagens aus dem Grau des Abends. Rot! Und kurz darauf konnte Madison auch Ethan hinter dem Steuer erkennen.

Ihre zusätzliche Anspannung verflog, Aufregung, Erregung und pochendes Herz blieben. Madison spürte, wie etwas Flüssigkeit an ihrem Oberschenkel herablief. Sie unterdrückte den Impuls, das Lustsekret wegzuwischen.

Sie schaltete das breite, verführerische Lächeln ein, das sie so oft vor dem Spiegel geübt hatte, ging einen Schritt näher an den Bordstein, und da hielt der Wagen auch schon.

Die Scheibe auf der Beifahrerseite fuhr herunter. Madison beugte den Oberkörper herab und blickte in das Fahrzeuginnere.

Ethan sah ihre langen, schlanken Beine, die sich unter dem superkurzen Mini nicht berührten, sah ihren durchtrainierten Oberkörper, wie er sich dem offenen Fenster näherte, sah, wie das Top sich ein wenig von der Brust löste und einen schönen Einblick in ihr Dekolleté erlaubte. Es war ein Anblick, der Lust auf mehr machen sollte. Madison hatte diesen Move bewusst gewählt und zu Hause unzählige Male geprobt.

Ethan sah verändert aus. Er hatte sein schwarzes Haar zurückgekämmt, eine Frisur, die Madison sonst an ihm nie sah. Das Haar glänzte, als habe er sich Gel hineingestrichen. Und er trug nun eine dunkle Lederjacke statt des Sommerblousons, mit dem er vorhin das Haus verlassen hatte.

Für einen Moment fragte sich Madison, warum sich ihr Freund umgezogen hatte, doch sie erkannte sofort, dass er es ihr zuliebe getan haben musste. Er wollte den Freier spielen, so wie sie die Prostituierte.

In Madisons Erregung mischte sich ein warmes Gefühl der Zuneigung. Fast wäre sie aus ihrer Rolle gefallen und hätte Ethan durch das offene Fenster geküsst-aus Dankbarkeit, dass er so in ihrem Spiel mitmachte-, doch sie bremste sich.

„Hi, Süßer!“, sagte sie mit der dunklen Stimmvariante.

Als sie sah, dass Ethans Blick länger auf ihren Brüsten liegen blieb, ging ihr der Gedanke durch den Kopf, dass ein lockerer sitzendes Top vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre, dann aber setzte sie ihren Anmachspruch fort: „Willst du was zum Naschen?“

„Das kommt auf dein Menü an. Was bietest du denn so?“

Ein koketter Augenaufschlag war Madisons erste Antwort. „Alles, was du dir erträumen kannst, Süßer. Wie wäre es mit Französisch als Vorspiel und dann einen schönen Fick? Für 180 kannst du das alles haben.“ Sie nahm den Ellenbogen vom Türrahmen, trat einen Schritt von der Autotür zurück und strich in einer lasziven Geste mit beiden Händen vom Hals über ihren Körper hinunter bis zu den Ansätzen der Halterlosen.

„Nicht schlecht. Aber dreh dich mal um. Ich will sehen, was du von hinten zu bieten hast.“

Madison vollführte eine langsame Drehung und strich dabei provozierend über ihren Po. Als die Finger halb auf dem Rock, halb auf den hinteren Oberschenkeln lagen, stoppte sie kurz, drehte den Kopf und warf ihrem Freier einen aufreizenden Blick zu, bevor sie wieder zum Wagen trat und sich nach vorn beugte. „Bist du überzeugt?“

„Wie heißt du?“

„Scarlet.“

Ethan machte ein nachdenkliches Gesicht. „150 - und wir sind im Geschäft, Scarlet.“

Madison schüttelte entrüstet den Kopf und blieb bei ihrem Preis. „180-und keinen Euro weniger. Aber dafür lasse ich dich ohne Kondom ran. Du gefällst mir, Süßer.“

„Einverstanden.“ Er öffnete die Beifahrertür, und Scarlet-Madison stieg ein.

Mit einem raschen Blick erfasste sie, dass der Mantel, den sie vorhin so sorglos in den Wagen geworfen hatte, nirgends zu sehen war. Als sie saß und die Tür geschlossen hatte, setzte sie die Beine so weit auseinander, wie es der Fußraum erlaubte, und ließ ihre Knie nach außen fallen. Den Rock zog sie so hoch, dass er gerade noch ihre Unterwäsche verbarg. Ethan wusste nicht, was sie darunter trug, denn um dieses Detail hatte Madison ein Geheimnis gemacht. Sie sah das Aufblitzen in seinen Augen, aber auch Ethan blieb in seiner Rolle.

Madison nahm den Kaugummi aus dem Mund und warf ihn aus dem Fenster. „Wo willst du es machen? Auto kostet einen Zwanziger extra.“

Ethan startete den Motor. „Wir können zu mir fahren. Ich wohne nicht weit entfernt.“

„Super“, meinte Madison und drehte, ohne zu fragen, das Radio an. Laute Dancemusik scholl aus dem Lautsprecher. „Hey, klasse! Das ist ein Beat!“

Danach schwiegen sie für ein paar Minuten, denn weitere Sätze hatten sie für das Sexanbahnungsgespräch vorab nicht geplant.

Madison überlegte fieberhaft. Was würde Scarlet nun sagen? Würde sie Smalltalk betreiben? Über Sex reden? Sich ausziehen? Warum hatte davon nichts in den Infos gestanden, die sie studiert hatte?

Oder würde eine Scarlet ...

Madison lächelte über ihren Einfall. Das gefiel ihr.

Als Ethan an der nächsten Ampel hielt, streckte sie ihre linke Hand aus und legte sie auf seinen Schritt. Sanft drückte sie zu. Ethan erschrak und drehte den Kopf.

Madison lächelte weiter. „Ich dachte, wir machen dich schon mal bereit. Das geht aufs Haus.“

Ethan räusperte sich, brachte aber kein Wort hervor. Er ließ seinen Blick auf die Straße gerichtet, und Madison hielt sich, während er fuhr, zurück, beließ aber die Hand auf seinem Schritt. Aber immer, wenn er an Ampeln stand, oder an einer Kreuzung warten musste, spielte ihre Hand durch den Hosenstoff mit dem Glied ihres ersten Freiers.

Schließlich erreichten sie die Straße, in der ihre Wohnung lag. Ethan fand einen Parkplatz nicht weit vom Hauseingang entfernt. Er riss den Schlüssel aus dem Schloss und sprang auf die Straße. Madison folgte etwas gelassener. Sie ging nun ganz in ihrer Rolle auf.

Sie fühlte sich super erregt. Und mutig. Und erfolgreich.

Ethan wollte zum Kofferraum gehen, doch Madison zog ihn weiter. Den Mantel, den er dort wohl herausholen wollte, brauchte sie im Moment nicht. Sie legte den Arm um seine Hüfte und ging mit großen Schritten los. Ethan wollte die Haustür aufsperren, doch seine zitternde Hand rutschte zweimal am Schloss ab, bis es endlich klappte.

Er ist geil, er will mich, dachte Madison und freute sich riesig darüber.

Rasch liefen sie die Treppe hinauf. Madison war es in diesem Augenblick egal, dass ihnen vielleicht jemand entgegenkommen könnte.

Auch sie war horny. Sie wollte Ethan in sich spüren.

Als die Wohnungstür hinter ihnen ins Schloss fiel, war es mit Madisons Zurückhaltung vorbei. Sie riss sich das Top vom Körper, zog den Mini aus, öffnete die Riemen der Heels und zog, auf einem Bein hüpfend, ihren Freund, der gerade dabei war, seine Jeans herunterzustreifen, ins Schlafzimmer, wo sie ihn aufs Bett drückte und sich selbst rittlings auf seine Oberschenkel setzte, das Gesicht zu ihm gerichtet. Die Netzstrümpfe trug sie noch, ebenso den knappsten Tanga, den sie online hatte finden können. Er wies noch weniger Stoff auf als derjenige, den sie in ihren heimlichen Proben getragen hatte, und bestand praktisch nur aus dünnen Bändchen.

Ethans Augen weiteten sich, als er das kaum verhüllte Schamhaar rechts und links herauslugen sah. Er streckte die Arme aus und zog Madison zu sich. Der Kuss, der folgte, war leidenschaftlich und wild, und die Hände beider konnten nicht stillhalten. Ethans Finger glitten über Madisons Schamlippen, die ebenfalls an den Seiten des Höschens hervorquollen. Sie waren prall gefüllt und nass. Madison unterbrach den Kuss, als Ethan ihren Kitzler berührte. Sie stöhnte laut auf, legte ihren Kopf auf seine Brust und begann zu keuchen.

„Ja, mach weiter“, hauchte sie zwischen zwei Atemzügen. Ihre Hände stoppten die Wanderung über Ethans Körper, als sie sich für einige Minuten ganz auf den Reiz an ihrer Intimzone konzentrierte.

Schließlich rollte sie sich auf den Rücken und spreizte die Beine weit. Ethan zog das Bändchen des Minislips zur Seite und legte ihren Lustkanal frei. Er beugte sich über Madison, stützte die Arme neben ihrer Hüfte ab und drang langsam und gefühlvoll in sie ein.

„Ja“, hauchte Madison. „Ich will dich. Ganz tief!“

Ethan begann mit leichten Stoßbewegungen, die er nach und nach vergrößerte und kraftvoller werden ließ. Madison krallte ihre Finger in seine Schulterblätter. Ethans Becken schlug bei jedem Stoß mit einem klatschenden Laut auf Madisons von Schweiß und Sekret klebrigen Oberschenkel.

Die junge Frau stöhnte, ächzte und wand sich in Lust, die Augen fest geschlossen. Ihr Kopf ruckte immer wieder hin und her. Dann winkelte sie die Beine an und presste Ethan noch stärker auf sich. Gleichzeitig hob sie den Kopf und suchte seinen Mund. Die Zungen spielten wild miteinander, das Glied füllte Madison in schneller Folge tief aus und zog sich rhythmisch zurück. Sie schob eine Hand zwischen sich und Ethan, glitt zu ihrer Klitoris und begann über diese zu kreisen. Mit der anderen Hand versuchte sie, immer wenn der Penis ihr nahe war, die Hoden zu streicheln, doch dieses Ansinnen misslang meist.

Madison erkannte, dass es bei ihr nicht mehr lange dauern würde. Sie zog den Kopf aus dem Kuss zurück und gab das Zeichen, damit Ethan sein Tempo an seinen Erregungszustand anpassen konnte und sie möglichst gleichzeitig kamen: „Ich komme gleich.“

Sie erreichte die Klimax nur wenig später.

Madison schrie ihre Lust heraus. Laut und anhaltend, und ohne darüber nachzudenken, ob jemand sie hören konnte.

„Oh Gott, ist das geil“, presste sie stockend über die Lippen. Ihre Hände krallten sich in das Bettlaken; die Finger öffneten und schlossen sich wiederholt. Eine Minute später erreichte auch Ethan seinen Höhepunkt und zog sich danach aus Madison heraus.

Madison nahm für einige Zeit nichts mehr um sich herum wahr und genoss die abebbende Woge des Höhepunkts. Die Bilder ihrer Rolle als Prostituierte an diesem Abend huschten vor ihrem inneren Auge vorbei.

Neben einer tiefen Befriedigung fühlte sie nun auch immer mehr Stolz auf sich selbst.

Sie hatte es wirklich getan.

Madison horchte in sich hinein. War die Realität so gut, so intensiv gewesen, wie sie es erwartet oder zumindest erhofft hatte?

Sie brauchte nicht lange zu überlegen. Die Antwort fiel klar aus: Ja. Es war ein unglaubliches Erlebnis gewesen.

Madison öffnete die Augen, als sie fühlte, wie sich die Matratze deutlich bewegte.

„Ich glaube, du willst jetzt allein sein“, sagte Ethan leise und zog die Decke über sie. Er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, und als Madison glücklich lächelnd die Augen wieder schloss, verließ er leise das Zimmer.

Sie träumte vor sich hin. Sie war nicht richtig müde, aber sie wollte auch nicht aufstehen und etwas tun, das sie aus diesem schönen Gefühl riss.

Doch plötzlich fiel ihr etwas auf.

Hatte Ethan nicht Französisch als Vorspiel und dann den Sex gekauft? Aber sie hatte ihn überhaupt nicht oral befriedigt.

Scarlet, dachte Madison, das war ein Vertragsbruch. Das muss besser werden.

Kapitel 3 - Ortstermin

Es war Freitag, kurz nach 18 Uhr, als der rote Wagen in die Bahnhofstraße in einem der nördlichen Randbezirke der Stadt einbog. Schon von weitem sah Madison den Straßenstrich. Ein halbes Dutzend Frauen, vielleicht auch ein paar mehr, schafften dort an. Ob für sich selbst oder einen Zuhälter, das wusste Madison nicht. Aber ihr ging es auch um etwas anderes.

Sie schaute kurz zu Ethan hinüber, der nur noch im Schritttempo rollte. Er legte ihr für einen Moment beruhigend die Hand auf die Knie.

Madison trug wieder ihre Arbeitsuniform, hatte dieses Mal allerdings komplett auf den Mantel verzichtet. Aufmerksam blickte sie durch die Windschutzscheibe über die Fahrbahnmitte nach links und beobachtete die Frauen.

„Freizügige Kleidung“, murmelte sie. Aber das hatte sie bereits in ihren Recherchen herausgefunden, das war Standard. Sie sah Miniröcke, Hotpants, Mikroröcke wie der ihrige, halterlose Strümpfe mit oder ohne Strapse, blanke Beine, Heels und einmal sogar oberschenkelhohe Stiefel und Sneakers. Auch die Oberbekleidung war freizügig: knappe Tops, enge Shirts, oder auch nur einen roten BH. Vielleicht aber war es auch ein Bikinioberteil, das hatte Madison nicht so genau erkennen können.

Ihre linke Hand drückte tief in den Oberschenkel ihres Freundes, so groß war ihre Aufregung, denn es war etwas anderes, Prostituierte live zu sehen und nicht nur darüber zu lesen oder Filme zu schauen.

Fast fühlte sich Madison, als gehöre sie zu diesen Frauen.

Aber dazu fehlte noch etwas. Dieser noch viel verrücktere Gedanke als der damalige, ihre Phantasie Wirklichkeit werden zu lassen, hatte in den letzten drei Wochen immer mehr Gestalt angenommen. Viermal hatten sie und Ethan das Rollenspiel gespielt und sich dabei an immer andere Orte gewagt, manchmal nur eine Straßenkreuzung von einem Hauptverkehrsweg entfernt. Aber immer waren es doch recht einsame Gegenden gewesen, an denen sie als Scarlet verkleidet auf ihren Freier gewartet hatte. Mit immer stärkerem Herzklopfen, denn das Spiel wurde, je öfter sie es spielte, immer anregender. Madison hatte eine gewisse Routine in den Preisverhandlungen entwickelt, fühlte sich nicht mehr unsicher, wenn sie und Ethan zu ihrer Wohnung fuhren, und selbst Smalltalk, der sich meist um Sex drehte, fiel ihr nun leicht.

Heute war noch ein Recherchetag, denn sie wollte die Örtlichkeiten erst einmal in Augenschein nehmen. Dann aber ... Madison bekam Gänsehaut, wenn sie an ihr baldiges Vorhaben dachte.

Sie konnte beobachten, wie immer wieder Autos auf der Gegenfahrbahn an den Rand fuhren und anhielten. Dann trat eine Frau auf den Wagen zu, lächelnd, hüftschwingend, und beugte sich zum Beifahrerfenster hinunter, so wie sie selbst es auch immer tat. Madison hätte gerne gehört, was gesprochen wurde, aber dafür gab es leider keine Möglichkeit.

Schließlich erreichten sie das Ende der Straße und bogen ab. Ethan wendete auf einem kleinen Parkplatz und hielt am Anfang der Bahnhofstraße, auf der Seite, auf der die Prostituierten standen. Der rote Wagen parkte nur rund zehn Meter von der ersten Nutte entfernt, und Madisons Herz wummerte wie wild, als sie die Frauen die nächsten Minuten bei ihrer Arbeit verfolgte. Sie achtete auf jedes Detail, jede Bewegung, jede Pose. Ab und an aber verlor sich ihr Geist in einem Tagtraum, wenn sich wieder eine Prostituierte einem Fahrzeug näherte und Madison sich vorstellte, genau diese Frau in diesem Moment zu sein.

Doch ein plötzliches Klopfen an ihrer Seitenscheibe ließ sie erschrocken hochfahren. Sie blickte nach rechts und sah das lächelnde Gesicht einer Frau, die sie auf Mitte dreißig schätzte. Die Frau trug starkes Makeup, hatte voluminöse, schmutzigblonde Haare, die sie gerade hinter ein Ohr schob, und deutete mit dem Zeigefinger an, dass Madison die Scheibe herunterfahren sollte.

Madison war so perplex, dass sie automatisch reagierte und den Schalter der Fensterautomatik in der Mittelkonsole drückte.

„Na, ihr beiden!“, sagte die Frau und stützte die Unterarme auf den Türrahmen. Ihr Gesicht ragte fast in den Wagen hinein. Madison bog sich unwillkürlich ein Stück zurück.

„Traut ihr euch noch nicht?“, fuhr die Frau fort. Ihr Lächeln richtete sich eindeutig auf Ethan. Langsam fuhr sie sich mit der Zunge über die violett geschminkten vollen Lippen. „Ich bin sicher, wir hätten Spaß miteinander.“

Dann blickte sie nach unten und sah Madisons gelben Mikrorock, die Netzstrümpfe und die Plateauheels. Ihr Lächeln fror für einen Moment ein, dann aber sprach sie unverändert freundlich weiter. „Ah, ich sehe, du hast schon jemanden für ein wenig Spaß organisiert.“

Madison war klar, dass die Frau mit Ethan sprach. Aber viel wichtiger war-und das ließ Madison beinahe das Atmen vergessen-, dass die Frau sie, Madison, ebenfalls für eine Nutte, wie sie selbst eine war, hielt.

Madison verspürte einen Rush nie gekannten Ausmaßes. Das war, was sie immer gewollt hatte. Sie spielte nicht nur die Nutte für Ethan, ihren Freier, sondern nun hielt sie auch eine Professionelle für eine Kollegin. Ihr Körper spannte sich vor Erregung und sie glaubte, ein paar Zentimeter zu wachsen. Unwillkürlich schloss sie die Beine und drückte sie eng aneinander.

„Na, Kleine, was will er denn von dir?“

„Äh, oral und vaginal, beides ohne“, antwortete Madison wieder automatisch. Die Worte flossen einfach aus ihr heraus.

Die Prostituierte lachte. „Du bist süß. Wohl noch nich’ lange im Geschäft, wie?“

Madison schüttelte den Kopf, brachte aber keine weiteren Worte hervor.

„Sucht ihr vielleicht noch jemanden als Extra? Ich bin für ‘nen Dreier immer zu haben. 250 für eine halbe Stunde, und wir machen es uns richtig gemütlich. Ich wette, Kleine, ich kann auch dir noch Dinge zeigen, die du noch nie gemacht hast.“

Ethan räusperte sich und sprach nun das erste Mal, seit Madison die Scheibe geöffnet hatte. „Danke, nein. Vielleicht ein anderes Mal.“

Die Frau nickte und zog die Hände zurück. Dann lief sie die Straße hinunter zu den anderen Prostituierten.

Madison fuhr rasch das Fenster hoch. Ihr Atem ging hektisch. Sie griff nach Ethans Hand, der sie fest drückte.

„Oh Gott, war das heiß“, sagte Madison. „Sie hat mit uns geredet, wollte dich als Freier haben, und mich hat sie für eine Kollegin gehalten. Das war ...“

Ethan fuhr ihr über die Wange. „Schatz, beruhige dich. So aufgebracht kenne ich dich ja gar nicht.“

„Das war ...“, wiederholte Madison. „An so etwas habe ich gar nicht gedacht. Ich wollte doch nur die Frauen live in Aktion sehen, bevor ich mich selbst hier hinstelle. Und jetzt ... vielleicht wollen sie ja dann mit mir reden? Was sage ich dann?“

„Psst“, machte Ethan, rückte ein wenig näher zu ihr, soweit es die Autositze zuließen, und nahm ihr Gesicht in beide Hände. „Das findet sich. Wir setzen uns nachher zusammen und überlegen.-Wollen wir hier weiter beobachten?“

Madison schüttelte vehement den Kopf. „Fahr nach Hause. Ich bin viel zu aufgeregt, um jetzt noch was Sinnvolles zu erkennen.“

Während der Fahrt schwieg Madison, und auch als sie zu Hause angekommen war, ging sie wortlos ins Bad und zog sich um. In Jeansshorts und einem Strickpullover, dessen Ärmel sie hochgeschoben hatte, setzte sie sich an den Schreibtisch im Schlafzimmer und nahm einen kleinen Notizblock zur Hand.

Ihr nächstes Rollenspiel stand fest: Sie würde nahe des Straßenstrichs als Prostituierte auf Ethan warten, nicht mehr an irgendwelchen verschwiegenen Orten. Es würde einiges mehr an Mut erfordern, aber Madison hatte Ethans Vorschlag, das Spiel in kleineren Schritten zu steigern, vielleicht zuerst einmal nur über die Sexmeile zu spazieren, abgelehnt. Sie wollte diesen Kick haben, zu den Frauen zu gehören. Und heute hatte sie einen ungeplanten Vorgeschmack dessen erhalten, wie es sich anfühlen konnte.

‚Heiß‘ war gar kein Ausdruck dafür.

Aber auch auf der rationalen Ebene war ihr etwas aufgefallen: Die Frauen waren zwar aufreizend gekleidet, aber auf eine andere Art als sie selbst. Madison wunderte sich, dass sie dies nicht schon zuvor bei der Recherche bemerkt hatte.

Auf ihren Notizblock schrieb sie ihr eigenes Outfit: Ultrahohe transparente Plattform-Heels; Netzstrümpfe, halterlos; flatternder Mikrorock; enges Top; Kreolen; Armreife; hoher Pferdeschwanz; intensives Makeup; Kaugummi; sexy Dessous.

In der Spalte daneben vermerkte sie, was sie heute an den einzelnen Frauen gesehen hatte.

Der Vergleich fiel eindeutig aus.

Die Tür zum Schlafzimmer öffnete sich, und Ethan kam herein. Er brachte ihr eine Tasse heißen Tee. Madison lächelte ihm dankbar zu und nahm einen kleinen Schluck.

„Outfitvergleich?“, fragte er und blickte auf den Notizzettel.

„So in etwa“, entgegnete Madison. „Mir ist nämlich etwas aufgefallen an meiner Arbeitskleidung.“

„Die ist sexy“, warf Ethan ein.

„Ich weiß. Das war auch der Grund, warum ich sie so zusammengestellt habe.-Aber sie ist auch in gewissem Sinne zu auffällig.“

„Wie soll das gehen?“ Ethan zog den zweiten Stuhl heran, der unter dem Fenster gestanden hatte, und setzte sich. „Prostituierte müssen doch auffallen, damit der Autofahrer sie sieht. Am besten eine auffälliger als die andere.“

„Schon. Aber schau mal.“ Sie schob ihm den Block zu. „Manche zeigen viel Bein, manche haben sexy Heels an, manche tragen Oberteile, bei denen ich mich frage, wie die bei den gewaltigen Brüsten halten. Aber keine zeigt alles.“

Ethan ging die Liste durch. Dann nickte er. „Du hast recht. Die Frauen fokussieren sich auf ein, zwei Features, die sie besonders herausstellen wollen.“

„Genau. Bei mir aber ist alles herausgestellt.“

„Scarlet hat ja auch einiges zu bieten“, grinste Ethan und bog schnell den Oberkörper zurück, als Madison ihm einen Klaps gegen die Rippen geben wollte.

Aber auch sie lachte. „Bleib ernst. Also weiter. Ich glaube, ich muss mein Outfit ein wenig verändern, damit es echter wird.“

„Und praktischer gestalten“, schlug Ethan vor und deutete auf einen Eintrag. „Hier, die Frau trägt einen Pelzmantel.“

„Was ist daran praktischer?“

„Na, es sieht toll aus, wenn sie ihn offen trägt und darunter nur einen BH anhat. Aber abends ist es jetzt doch manchmal noch recht frisch. Der Mantel hält geschlossen sicherlich warm. Und sie kann ihn ja schließen, wenn gerade kein Auto in der Nähe ist. Du in deinem engen Top und dem Rock, der kaum etwas bedeckt - da wird dir kalt, wenn du stundenlang auf Freier wartest. Also, theoretisch, meine ich.“

Madison schürzte nachdenklich die Lippen. „Ethan, da sprichst du etwas an, das mir noch gar nicht aufgefallen ist. Aber klar - das ist auch ein wichtiger Aspekt. Eine Prostituierte muss also sowohl sexy sein, als auch auffallen, aber auch die Witterung berücksichtigen.“

„Und nervige Freier abwehren. Gar nicht so einfach, der Job. Aber das musst du ja nicht alles auch sein. Du kannst dir ja die anregenden Dinge herauspicken. Länger als eine halbe Stunde habe ich dich ja noch nie warten lassen.“

Madison hob den Kopf. In ihren Augen stand ein wenig Ärger. „Ethan, ich will nicht nur eine halbe Prostituierte spielen, sondern eine richtige. Eine professionelle. Da muss alles stimmen.“

„Sorry, Schatz, so war das nicht gemeint.“

Madisons Ärger verflog so schnell, wie er gekommen war. Sie war dankbar für Ethans Unterstützung, da musste sie nicht jede winzige Kritik gleich als Angriff auf ihre Phantasie werten. „Tut mir auch leid.“ Sie wechselte das Thema. „Können wir Montag das neue Spiel in Angriff nehmen? Am Wochenende will ich nicht, da ist mir zuviel los auf dem Strich.“

Ethan schüttelte den Kopf. „Nein, das geht nicht. Ich muss doch zwei Tage weg auf so eine blöde Geschäftsreise. Vor Mittwoch habe ich keine Zeit.“

Madison nickte. „Klar, hast du ja erzählt. Hatte ich nur im Moment vergessen. Dann also Mittwoch, Bahnhofstraße, 18 Uhr.“

„Straßenstrich. Ich freue mich schon darauf, Scarlet wiederzusehen. Ich habe gehört, mit ihr kann man so richtig Spaß haben.“

Madison grinste. „Und ich freue mich darauf, Peter wiederzusehen.“

Ethan runzelte die Stirn. „Wer ist Peter?“

„Na, so ein Typ, der mich öfters besuchen kommt. Groß, schwarzhaarig, gutaussehend. Ist ein Stammkunde von mir. Wir duzen uns.“

Ethan lachte, stand auf und ging zur Tür.

„Du, Ethan, könntest du mich das nächste Mal überraschen? So ein klein wenig Abweichung von unserem Skript? Irgendetwas Kleines, das ins Prostituiertenleben passt?“

Ethan nickte. „Ich werde mir etwas einfallen lassen.“

Kapitel 4 - Auf der Sexmeile

Am Mittwoch, kurz nach halb sechs am Abend, spazierte Madison, verhüllt durch den langen Mantel, die Stichstraße hinunter und musste immer wieder Passanten ausweichen, die ihr entgegenkamen. An der nächsten Einmündung bog sie in die kleine Ladenpassage ein, die zur Bahnhofstraße führte. Das Kopfsteinpflaster machte das Gehen auf den roten Highheels gefährlicher, sodass sie peinlichst darauf achtete, die dünnen Absätze nicht in die Zwischenräume zu setzen.

Endlich wurde der Strom der Menschen dünner und versiegte schließlich ganz. Sie erreichte das nördliche Ende des Straßenstrichs und wandte sich nach rechts. Weit vor sich, am anderen Ende der Straße, sah sie den Parkplatz, an dem sie mit Ethan vor ein paar Tagen gewartet hatte, um die Szenerie zu beobachten.

In einiger Entfernung gingen die Prostituierten ihrer Arbeit nach. Zu dieser frühen Stunde waren es wie erhofft nur eine Handvoll, die bereits auf Kunden warteten. Zwei Frauen standen einzeln, den Rücken an eine Hauswand gelehnt, und rauchten. Drei andere unterhielten sich und lachten viel.

Madison blickte sich nach allen Seiten um, aber außer den Frauen war gerade niemand auf der Straße unterwegs. Hier fuhr nur durch, wer ein bestimmtes Anliegen hatte, ansonsten wurde der Straßenstrich von der Bevölkerung gemieden.

Madison zog die Handtasche aus der Seitentasche des Mantels und klemmte sie sich zwischen die Knie. Sie zog den Mantel rasch aus, faltete ihn zusammen und wollte die Handtasche greifen, da rutschte diese zu Boden. Madison unterdrückte einen Fluch, ging einen Schritt zur Seite, presste die Knie zusammen, ließ sich in die Hocke sinken und verlagerte das Gewicht so, dass sie stabil auf den Heels stand. Sie hob die Handtasche auf und richtete sich wieder auf. Zuhause hatte sie einmal mit den transparenten Plateauheels ganz normal durch Herunterbeugen des Oberkörpers versucht, etwas Heruntergefallenes wieder aufzuheben. Es hatte nicht funktioniert, und sie hatte das Gleichgewicht verloren.

Sie stopfte den Mantel in die Handtasche, die sich dadurch weit ausbeulte. Aber der Mantel passte hinein, und das war die Hauptsache. Madison schob die Kondompackungen an den Rand, damit sie nachher schnell an diese herankam. Denn nicht nur Ethan würde sie heute überraschen, auch Madison wollte von ihrem bisherigen Szenario ein wenig abweichen, um noch mehr ihrem Zielcharakter zu entsprechen.

Langsam und nun in ihrem neuzusammengestellten Nuttenoutfit ging sie weiter bis zur nächsten Straßenlaterne. Aus den Augenwinkeln betrachtete sie die anderen Frauen, doch noch schien sich niemand für sie zu interessieren.

Vielleicht würde es auch dabei bleiben.

Nervös lief sie ein wenig hin und her. Mit den zehn Zentimeter hohen Absätzen kam sie deutlich besser zurecht als mit den Plateau-Heels der ersten Versuche. Gerade bei längeren Schichten waren die neuen Stilettos sicherlich eine bessere Wahl. Und ihre Beine wurden auch in diesen Schuhen optisch ein gutes Stück länger.

Wie häufig in den letzten Wochen, so blies auch an diesem Abend ein schwacher, aber stetiger Wind. Madison freute sich trotz der Kühle einen Moment darüber, denn genau für diese Situation hatte sie sich gestylt. Immer noch war sie überaus aufreizend für den Freierfang gekleidet, hatte aber auch, ganz wie Ethan es vorgeschlagen hatte, praktische Erwägungen mit einbezogen. Die Höhe der Absätze war die erste bewusste Änderung gewesen. Die halbtransparenten schwarzen Halterlosen reichten diesmal höher, sogar bis unter den Saum des gelben Faltenminirocks. Es wärmte deutlich mehr als die Netzstrümpfe. Außerdem hob sich die Farbe ihrer Beine nun deutlich von den hellen Hauswänden ab.

Madison veränderte nach ein paar Minuten ihr Oberteil, öffnete den Knoten der pinkfarbenen, langärmeligen Bluse, die sie dicht unter den Brüsten gebunden hatte, und schob den Saum in den Minirock. Die Blusenknöpfe ließ sie offen, zog aber den Stoff ein wenig übereinander, um den Wind abzuhalten. Doch dass sie keinen BH trug, konnte jeder, der hinblickte, problemlos erkennen.

Madison fand es immer wieder faszinierend, wie sexy man gekleidet sein konnte, und dabei dennoch an so profane Dinge denken wie Wind abhalten.

Als sie wieder ein paar Meter in Richtung des Strichs ging, bemerkte sie, wie eine der Prostituierten auf sie wies und etwas zu einer Kollegin sagte. Madison zwang sich, die Richtung beizubehalten, wenn sie das Tempo auch sichtbar drosselte. Sie lächelte freundlich, aber nicht verführerisch, und überlegte, ob sie vielleicht eine Hand zum Gruß heben sollte.

Da löste sich die Frau mit den blonden Haaren von der Wand und kam auf Madison zu.

„Bist neu hier, was?“, fragte die Blondine und warf ihre Zigarette auf den Boden.

„Ja, nur für ‘ne Stunde“, erwiderte Madison. Sie und Ethan hatten lange überlegt, was sie in solch einem Fall erzählen sollten. Das Wort Rollenspiel wollte sie nicht erwähnen, denn dann hätte man sie nicht mehr als vermeintlich echte Prostituierte gesehen, und sie vielleicht sogar fortgejagt. Und gerade Letzteres wollte Madison unter allen Umständen vermeiden, denn der Wunsch, in dieser Umgebung anschaffen zu gehen, war in den letzten Tagen übermächtig geworden. Sie hatte die Stunden seit Montag, als Ethan zu seiner Geschäftsreise aufgebrochen war, gezählt. Zu viel mehr als Essen und Schlafen war sie kaum fähig gewesen.

„Privat oder haste ‘nen Macker?“, fragte die Blondine. Ihr rotes Lackminikleid knisterte, als sie das Gewicht auf den anderen Stiefel verlagerte.

„Privat. Muss ein wenig die Haushaltskasse aufbessern“, antwortete Madison mit einem Satz, den sie einmal in einem Fernsehkrimi gehört hatte.

„Na, dann ist’s gut. Dachte schon, wir kriegen Konkurrenz. Das würde dem Burschi gar nicht gefallen.“ Sie lachte bellend und hustete rau. „Na, machst ja ganz gut was her, so’n süßes junges Ding. Als Blickfang net schlecht. Falls ‘n Kerl Probleme macht, frag nach Daisy. Das bin ich.“

„Danke. Ich heiße Scarlet“, sagte Madison und bemühte sich um ein weiterhin freundliches Lächeln. Was sie nun aber hinzufügte, konnte sie selbst kaum glauben, als die Worte heraus waren. „Hast du heute schon Freier bedient?“

Daisy, die sich schon ein paar Schritte entfernt hatte, kam wieder zurück. „Klar, hatte zwei. Heute ist aber wenig los. Mitte der Woche ist meist tote Hose. Siehste ja an den paar Girls, die sich hier die Beine in den Bauch stehen. Freitag, ja, da musste kommen. Da kannste in ein paar Stunden gar nicht so oft die Beine breit machen, wie die Kerle Schlange stehen und da rein wollen.“ Wieder lachte sie trocken. „Da fühlste dich manchmal richtig ausgeleiert.“

„Nur ... normalen Verkehr?“, schob Madison nach und wurde ein wenig rot.

Daisy lachte wieder. Das schien sie häufig zu tun, wie die Fältchen um ihre Augen bewiesen. „Verkehr, Süße, ist das auf ‘m Asphalt. Was wir treiben, ist Ficken, Beine breitmachen, Schwänze lutschen.“ Sie zündete sich eine neue Zigarette an und bot Madison ebenfalls eine an, die aber mit einem Dankeschön ablehnte.

Ein Auto näherte sich langsam. Madison sah es aus den Augenwinkeln, und ihr Herz blieb für einen Moment stehen. Sie hörte Daisys Worte nur am Rand ihrer Aufmerksamkeit, aber der blaue Wagen, der gemächlich vorbeirollte, schien sich nicht für sie beide zu interessieren.

Madison atmete auf, als das Fahrzeug sie passiert hatte. Das Gespräch mit Daisy bot eine unerwartete Möglichkeit, nicht von potentiellen Freiern angesprochen zu werden.

„Nee, der wollte uns nicht. Das merkt man schon daran, wie die Kerle gucken. Der hat uns zwar angestarrt, aber viel zu flüchtig, um interessiert zu sein. Aber um auf deinen Verkehr“, sie sprach das Wort mit deutlicher Belustigung aus, „zurückzukommen: Ja, einmal hatte ich zwei Schwänze gleichzeitig in meiner Möse. Das war vielleicht eng da unten. Aber, heh, ging auch vorbei. Und brachte 200 extra. Musst halt was Besonderes anbieten, gibt ‘ne Menge Konkurrenz.“

„Wow! Aber, nee, das ist nix für mich. Ich bleibe beim Blasen und Vögeln. Es soll ja auch mir Spaß machen“, erwiderte Madison. Sie verspürte Stolz auf sich selbst, dass sie mit einer wildfremden Frau so freimütig über für die Prostituierte bestimmt völlig normale Dinge sprach.

„Ey, Daisy, du sollst Kohle ranschaffen! Dein Mund ist für was anderes da als Reden“, brüllte eine Männerstimme aus einem Hausflur in der Nähe.

Daisy hob die Hand über den Kopf und zeigte den Mittelfinger, grinste Madison zum Abschied zu und ging zurück zu ihrem Warteplatz.

Ein paar Minuten später sah Madison, wie die Frau nach kurzer Verhandlung in einen Kombi stieg.

Das Gespräch mit Daisy hatte Madisons Nervosität etwas beruhigt. Nun war sie wirklich am Straßenstrich angekommen, war ein Teil davon geworden und konnte sich auf ihre Rolle konzentrieren.

Sie war gespannt, was Ethan sich hatte einfallen lassen.

Madison setzte ihre kleine Runde fort, machte aber immer ein paar Schritte von der Bordsteinkante weg, wenn sich ein fremdes Auto näherte, um so ihr Desinteresse zu zeigen.

Dann endlich sah sie ihr rotes Auto näherkommen. Es war nur noch etwa zwanzig Meter entfernt, als Madison sich bereitmachte, doch da stoppte es plötzlich.

Madison konnte ihren Freund nicht direkt hinter dem Steuer erkennen, sah aber, wie sich eine Hand aus dem offenen Beifahrerfenster schob, und dann trat eine andere Prostituierte auf den Wagen zu. Wie alle, beugte auch sie sich herunter, hörte kurz zu und lachte dann hell auf. Sie schüttelte den Kopf, bewegte die Lippen, danach war wieder einen Moment Stille. Schließlich klopfte sie auf den Türrahmen des Fensters, trat zurück und stiefelte davon.

Der Wagen fuhr weiter und stoppte schließlich vor Madison.

Sie war verwirrt, wusste nicht, was dort hinten geschehen war, blieb aber Scarlet. Mit Hüftschwung und Lächeln trat sie zum Fahrzeug. Im Laufen zog sie die Bluse weiter auseinander, sodass fast ihre Brustwarzen zu sehen waren.

„Na, Peter. Steht dir der Sinn wieder nach was Süßem?“

Ethan nickte. Er trug wieder seine Freierskluft. „Logo. Blasen und Ficken ohne, wie immer. Diesmal aber im Auto. Ich hab nicht allzu viel Zeit.“

Madison stutzte für einen Moment, dann verstand sie. Eine kleine Änderung vom Plan, genau das, was sie sich gewünscht hatte. Prostituierte mussten immer wieder die Freier an einfachen Orten bedienen, ohne dass sie selbst auf ihre Kosten kamen. Madison gefiel diese Aussicht. Der Freier würde sie bezahlen, bis er seinen Orgasmus hatte. Ex und hopp. Schnell und einseitig.

Sie spürte wieder dieses Kribbeln im Bauch. Und später zu Hause, da würde es dann noch einmal wild zur Sache gehen. Und dann würde sie sich verwöhnen lassen.

„Klar, Peter. Aber ohne ist diese Woche nicht. Ich hab meine Tage. Also 200 für eine halbe Stunde, okay?“

Peter-Ethan machte ein saures Gesicht. „Echt? Bambi da hinten würde es mir für 150 besorgen. Ohne Kondom.“

„Okay, dann 170. Aber weiter kann ich nicht runtergehen, sonst wird mein Freund sauer. Er will, dass ich mehr reinhole. Ich lasse nach, meint er.“

Ethan trommelte auf das Lenkrad, überlegte scheinbar und nickte dann. „Na gut. Weil ich dich kenne und du wirklich gut bist. Aber dafür ziehst du dich komplett aus. Also, hüpf rein, wir fahren schnell zum Wald.“

Als Madison im Wagen saß und das Geld in der Handtasche verstaute, fuhr Ethan los. Sie legte wie selbstverständlich die Hand auf seinen Oberschenkel und strich langsam über seinen Schritt.

Als sie den Wald nach ein paar Minuten erreichten, bog Ethan in einen kleinen Weg ein, der immer enger wurde. Zweige schrammten über das Blech und surrten pfeifend zurück, als er vorbei war. Unter einem großen Baum, weit weg von der Hauptstraße, hielt er.

Madison stieg aus, schlüpfte sofort aus der Bluse, zog den Mini und den Tanga aus, schüttelte die Heels ab und schälte sich aus den Strümpfen. Nur eine Minute später stand sie nackt vor Ethan, der sie mit Begehren in den Augen ansah. Madison registrierte es mit Genugtuung. Sie ging zu ihrem Rollenspielfreier und wollte sich schon hinknien, als Ethan sie in seine Arme nahm und küssen wollte. Doch Madisons Hand schoss hoch und legte sich zwischen ihre und seine Lippen.

„Keine Küsse“, sagte sie bestimmt. Als sie Ethans Verwirrung bemerkte, fügte sie hinzu: „Ich küsse keine Freier. Nur meinen Freund.“

Madison zog den Kopf zurück und lächelte, als sie sich auf den weichen Waldboden kniete. Sie griff mit der linken Hand nach Ethans Glied, rieb dreimal schnell darüber, und als es steif nach oben ragte, stülpte sie das Kondom darüber. Genüsslich nahm sie den Penis in den Mund und ließ das erste Drittel darin verschwinden. Madison saugte scharf, sodass sich ihre Wangen eindellten. Ethan legte seine Hände sanft auf ihren Kopf und schloss die Augen. Er hatte nur die Hose geöffnet, trug ansonsten noch seine vollständige Kleidung.

Die Frau vor ihm war nackt und bediente ihn. Madisons Gefühle fuhren Achterbahn bei dieser Vorstellung. Sie war nun nicht mehr Ethans Freundin, auch nicht seine Sexpartnerin. Sie war das Werkzeug, das er dafür bezahlte, ihm Lust zu bereiten.

Kurz berührte sie ihre Schamlippen. Dass diese klitschnass waren, überraschte sie nicht. Aber sie ließ die Hand von ihrem Kitzler. Sie wollte die Rolle des Werkzeugs in vollen Zügen auskosten.

Mit Hingabe saugte sie, spielte mit der Zunge, hielt mit einer Hand die Wurzel des Schafts fest und legte die andere sanft um die Hoden.

Nach ein paar Minuten erhob sie sich, lehnte sich wortlos mit dem Rücken an die Fahrertür und stellte das rechte Bein auf den Vorderreifen. Ethan trat näher, setzte sein Glied an ihrer Spalte an und drang mühelos in sie ein. Madison schlang die Arme um ihn, während Ethan sie an der Hüfte hielt. Dann stieß er immer energischer zu. Madison legte den Kopf auf seine Schulter.

Ihre Lust wuchs.

Die Vögel zwitscherten, und einmal zog ein Flugzeug weit über ihnen seine Bahn. Madison hörte es nur ganz leise, denn ihr Stöhnen und Ethans Keuchen überlagerten alles andere.

Plötzlich pressten sich Ethans Finger fester in ihre Hüfte. Madison wusste, dass er gleich seinen Höhepunkt erreichen würde. Zwei Stöße später kam er und zog sie so fest an sich, dass Madison für ein paar Sekunden nicht atmen konnte.

Vorsichtig glitt er aus ihr heraus, trat einen Schritt zurück und entfernte das Kondom. Er schloss seine Hose, zog den Gürtel zu und setzte sich in den Wagen.

„Los, zieh dich an, ich bringe dich zurück zum Strich. Dann muss ich weiter.“

Madison lachte laut auf, zog Ethan aus dem Wagen und umarmte ihn stürmisch. Seine Worte waren das vereinbarte Ende des Rollenspiels.

„Ethan, das war wunderbar“, schwärmte sie enthusiastisch und küsste ihn immer wieder. „Die Idee mit dem Vergleich bei Bambi, das hab ich erst nicht verstanden. Aber das war toll. Genau das, was meinem Spiel noch gefehlt hat. Und deine Idee hier im Wald, Ich komme mir richtig schmutzig und benutzt vor. Das ist sowas von geil.“

„Maddie“, unterbrach Ethan sie und strich ihr die Haare hinter das Ohr. „Du weißt schon, dass du gerade nackt hier im Wald bei einem vollständig angezogenen Mann stehst.“

Madison nickte heftig. „Toll, nicht? Das muss ich das nächste Mal sofort Daisy erzählen.“ Als sie Ethans fragenden Blick bemerkte, winkte sie ab. „Lange Geschichte. Dazu später. Los, lass uns nach Hause fahren. Ich will eine zweite Runde. Diesmal bin ich dran. Ich lasse dich erst aus dem Bett, wenn du mich zum Höhepunkt gebracht hast.“

„Gerne.“

Madison sammelte ihre Kleidung auf, während Ethan ihr zusah, wie sie sich immer wieder betont langsam mit durchgestreckten Beinen danach bückte.

Kapitel 5 - Mutprobe mit Konsequenzen

Madison verließ die Duschkabine in ihrer Wohnung, trocknete sich rasch ab und fuhr mit dem Kamm einige Male durch die verknoteten Haare. Gelegentlich musste sie ein wenig Druck aussüben, doch schließlich hatte sie die Haare befreit, die nun in leichten Locken, die sie sich beim letzten Friseurtermin hatte machen lassen, bis zur Schulter fielen. Bei dieser offenen Frisur wollte sie heute auch bleiben. Nackt lief sie ins Schlafzimmer und hörte, wie Ethan am Desktopcomputer im Arbeitszimmer saß und tippte.

Wie an jedem Spieltag, so wurde auch an diesem ihre Anspannung und Aufregung seit dem Aufstehen minütlich größer. Aber heute war es besonders intensiv, denn es stand etwas an, das sie noch nie gemacht hatte.

Hatte sie bis jetzt nur Ethan als potentiellen Freier gehabt, mit dem sie verhandelte, so würde sie heute einen gewaltigen Schritt weitergehen. Ethan hatte, als sie den Vorschlag vor wenigen Tagen erstmals gemacht hatte, nach ein wenig Bedenkzeit zugestimmt. Madison hatte sich riesig darüber gefreut, aber sie hätte auch ein Nein akzeptiert. Denn auch wenn es ihr Spiel und ihre Phantasie war, so wollte sie ihren Freund doch bei allen Schritten dabeihaben.

Im Schlafzimmer fiel ihr Blick sofort aufs Bett, auf dem sie das neue Outfit ausgebreitet hatte. Es war heiß und auffällig, aber auf andere Art als der sonst verwendete Faltenmini.

Madison setzte sich auf die Bettdecke. Ihr ganzes Körperempfinden war auf 180, und so spürte sie die Kühle der Satinbettwäsche an ihrem Po in einer Intensität, die sie selbst überraschte. Allein diese normale Berührung ließ schon einen angenehmen Schauer über ihren Rücken laufen, obwohl dies überhaupt nichts mit dem Kommenden zu tun hatte.

„Wahrscheinlich kann mich jemand anpusten, und ich komme sofort“, sagte sie zu sich selbst und musste lachen. Für einen Moment stand die Frage im Raum, ob sie heute vielleicht einen Höhepunkt erreichen würde, ohne dass Ethan direkt involviert war.

Sie nahm die schwarze Netzstrumpfhose vom Bett, deren Maschen feiner waren als die Halterlosen von ihren ersten Versuchen. Madison schlüpfte mit einem Fuß hinein, rollte die Strumpfhose bis zu den Knien und wechselte zum anderen Bein. Sie stand auf und zog die Strumpfhose bis zur Hüfte. Sie musste ein wenig korrigieren, eine leichte Verdrillung auflösen,aber die Netzstruktur machte es recht einfach, die Strumpfhose anzuziehen.

Dann warf sie einen Blick in den Spiegel. Die Strumpfhose war im oberen Bereich nur wenig mehr als ein integrierter Strapsgürtel. Madisons Intimzone und der Po lagen vollkommen frei.

Easy access, dachte sie verschmitzt, denn auf Unterwäsche verzichtete sie heute komplett. Freier müssen schließlich ohne viel Wartezeit bedient werden können.

Außerdem fühlte es sich richtig verdorben an.

Wieder rieselte ein Lustschauer über Madisons Rücken. Allein das Anziehen für ihre Rolle machte sie immer noch jedes Mal fast kirre.

Sie griff nach der Jeanshotpants und schlüpfte hinein. Doch das Teil war so eng, dass sie einige Verrenkungen mit den Hüften ausführen musste, bis es schließlich richtig saß. Madison zog den Zipper hoch, den Bauch ein und schloss den Knopf. Als sie das kalte Metall auf ihrer Schamgegend spürte, sog sie die Luft ein. Doch es wurde schnell warm. Leicht rieb sie über den Reißverschluss und konnte ein Seufzen nicht mehr unterdrücken.

Ja, sie könnte sich so sicherlich heute selbst zum Höhepunkt bringen. Aber das würde sie nicht tun, denn eine Prostituierte masturbierte nicht selbst, zumindest nicht, wenn man sie nicht dafür bezahlte.

Beim zweiten Punkt war sich Madison sicher; sie hoffte nur, dass sie selbst auch genügend Selbstbeherrschung aufbringen konnte, das erste nicht zu tun.

Sie spürte, wie sich die Hotpants zwischen ihre Pobacken schob und drehte sich zum Spiegel. Ein rascher Blick über die Schulter zeigte ihr, was sie anbot: Unglaublich viel freie Haut, die Seiten der Pobacken, die völlig freilagen, und ein Stück Jeansstoff, das dazwischen verschwand und die Phantasie jedes Beobachters anregen musste. Das Ganze wurde noch akzentuiert durch den fransenartigen weißen Saum, bei dem jeder, der ihn an dieser Stelle sah, sich fragen würde, wie es sich für die Trägerin wohl beim Gehen dort anfühlte, wenn der Stoff sich bewegte.

Im Vorderbereich sorgten die sichtbaren kleinen Taschen aus weißen Jeansstoff, die unter dem Saum auf beiden Oberschenkeln hervorlugten, für einen optischen Akzent.

Den Bund der Strumpfhose, der ein wenig über die Hotpants hinausragte, stopfte Madison unter den Jeansstof. Darauf musste sie nachher achten, machte sie sich eine gedankliche Notiz, denn das sah schlichtweg hässlich aus.

Als Nächstes kam das handbreite rote Bandeautop an die Reihe. Madison zog den Stretchstoff über den Kopf, fädelte die Arme ein und schob es nach unten über die Brüste. Mit einem prüfenden Blick in den Spiegel justierte sie den Sitz des Oberteils mehrfach, während sie überlegte, wo genau es liegen sollte. Die Brustwarzen sollten bedeckt sein, aber sollte es mittig liegen, oder mehr Underboob zeigen?

Schließlich entschied sich Madison für die klassische Lösung und schob das schmale Top über ihre Brüste, bis Brustwarzen und -höfe zentral darunter lagen. Noch einmal zupfte sie am Top, dessen elastische Form sofort zurückschnellte. Es war eng und übte einen gewissen Druckaus, aber irgendwie mochte Madison dieses Gefühl. Es vermittelte ihr unterschwellig konstant, dass sie nun jemand anderes war.

Sie setzte sich wieder aufs Bett und schlüpfte in die neuen Stilettos, deren knallrote Farbe noch intensiver leuchtete als die der Highheels, die sie bei den letzten Rollenspielen getragen hatte. Auch ihre Form war klassisch, sie liefen spitz zu, waren überall geschlossen, besaßen aber Riemchen, die Madison um die Fußgelenke legte und wie einen Gürtel verschloss.

Als Letztes zog sie die kurze, weiße Pelzjacke an. Der Kragen war voluminös und ging fast bis zu ihrem Kinn, während der Saum die Shorts nicht berührte. Probeweise schloss sie die Jacke, doch wie gewollt blieb ein Streifen nackter Haut am Bauch sichtbar.

Sehr gut, dachte sie zufrieden und genoss für einen Moment ihren eigenen Anblick. Es war ein gelungenes Outfit, wie sie fand: sexy bekleidete lange Beine, Nutten-Heels, und dann die offenstehende Jacke, die viel Haut erkennen ließ und noch mehr versprach.

Mit einem beschwingten Schritt ging Madison in den Flur und zog rasch den langen Mantel an. Erst, als sie ihn vollständig geschlossen hatte, rief sie mit ihrer etwas dunkleren Rollenspielstimme: „Scarlet ist fertig. Du kannst rauskommen.“

Heute sollte Ethan nicht der erste sein, der sie in ihrem Arbeitsoutfit sah. Heute war er nur ein Freier und musste sich anstellen, wie andere auch.

Ethan hatte schon auf das Go gewartet, und das Pärchen fuhr wieder zum Straßenstrich.

*

Madison sah den Wagen schon von Weitem. Er fuhr langsam und verringerte das Tempo noch weiter, als er sich ihrem Standplatz näherte. Sie stieß sich von der Hauswand ab, an der sie gelehnt hatte, zog die Pelzjacke weiter auf und ging mit ausgeprägtem Hüftschwung zur Fahrbahnkante.

Als sie sich zum Fenster herunterbeugte, schwang Ihre Jacke noch weiter auf. Nur das schmale Top, unter dem sich die harten Brustwarzen deutlich als kleine Wölbungen abzeichneten, lag noch zwischen ihrem Körper und den Vorstellungen des Freiers.

„Hi, Süßer. Willst du was zum Naschen?“

„Dich habe ich hier noch nie gesehen“, kam die Antwort des etwa fünfzigjährigen Mannes mit dem schütteren Haar. Er lehnte sich über den Beifahrersitz hinüber.

Madison sah seinen Blick über ihre Brüste wandern und bog ihren Oberkörper ein wenig vor, was die Spannung des Tops verstärkte.

Dass ihr Herzschlag galoppierte, war an diesem Tag nichts Neues mehr.

Bereits zwei Autos waren zuvor zu ihrem Platz gerollt, und jedes Mal hatte Madison ihren ganzen Mut zusammengekratzt und war nach vorne gegangen, um sich aktiv und offensiv zu präsentieren. Aber die Fahrer hatten nicht angehalten, was in Madison ein Gefühlschaos ausgelöst hatte. Sekündlich hatte gewechselt, ob sie erleichtert sein sollte, dass sich ihre erste Begegnung als Scarlet mit einem fremden Mann noch etwas hinauszögerte, oder ob sie sich lieber schnell in das Abenteuer hineinstürzen sollte. Doch schließlich hatte die Vorfreude gesiegt. Es war prickelnd, sich auszumalen, dass sie sich gleich einem Fremden anbieten würde. Es würde ein weiterer Schritt in eine noch tiefere Immersion in ihre Rolle als Scarlet sein.

Mehr als einmal hatte sie sich dabei ertappt, wie ihre Hand bei dieser Aussicht in Richtung Jeansreißverschluss hatte wandern wollen.

Auch jetzt verspürte Madison dieses angenehme Prickeln, als der Mann weiter ihre Brüste anstarrte und nicht ihr Gesicht. Sie glaubte sogar, ein Aufblitzen in seinen Augen gesehen zu haben, was sie sonst nur von ihrem Freund kannte.

Die Blickrichtung des Fahrers änderte sich auch nicht, als er weitersprach. „Zeig mal, was du hast!“

Madison zögerte nur einen winzigen Moment. Ihr war klar gewesen, dass es soweit kommen konnte, bevor ein Freier bezahlte. Außerdem hatte Daisy ihr davon erzählt.

Madison nahm die Hände vom Türrahmen und zog das Top nach oben über ihre großen Rundungen.

Der Mann streckte eine Hand aus und wollte die Brüste berühren, doch Madison bog lachend den Oberkörper zurück. „Na, Süßer, nicht so stürmisch. Schauen ist umsonst, aber wenn du die Kugeln haben willst, musst du erst bezahlen.“

Der Fahrer brummte unwillig, zog aber die Hand zurück.

Madison richtete ihr Oberteil wieder und beugte sich erneut herunter. „Das alles könnte schon bald für eine halbe Stunde dir gehören. Wie wär’s mit uns beiden? Soll ich dich mit dem Mund verwöhnen?“

„Blasen, klar. Aber ich will dich ficken.“

„Deswegen bin ich hier. Meine Möse ist heute noch jungfräulich, schön eng, als hätte sie auf dich gewartet. Das ist dir doch sicherlich 180wert. Ohne Kondom kostet dreißig mehr.“ Ihr kamen die Worte ohne jedes Zögern über die Lippen. Es verwunderte sie schon ein wenig, dass sie so freimütig über ihren Körper und die mögliche Zukunft sprach. Aber es war schließlich bereits ihr siebtes Rollenspiel, und die Unterhaltungen mit Daisy, die fast schon zur netten Routine geworden waren, hatten ihr Übriges dazu beigetragen, dass sie alle falsche Scheu verlor.

Der Mann schien noch unentschlossen zu sein. „Dreh dich mal um. Ich will deinen Arsch sehen.“

Madison lächelte weiter, tat ihm den Gefallen und setzte sich rücklings auf den Türrahmen. Kurz darauf spürte sie die Hand des Mannes, die fest auf dem Jeansstoff lag und ihren Po massierte. Madison erschrak, quiekte auf und stieß sich vom Wagen ab.

Ihr war sofort klar, dass sie damit hätte rechnen müssen.

„Du kannst dich ja gar nicht mehr bremsen, Süßer. Aber dagegen kann ich etwas tun. Also, was sagst du? Wie willst du von mir naschen?“

„250, wenn ich deinen Arsch ficken darf.“

„Anal, klar können wir das zusammen machen. Aber unter 350 ist da nichts drin. Das hier“, sie bog die Arme nach hinten und glitt unter dem Fenster über ihre Kehrseite, „ist beste Ware. Das kostet.“

Wieder brummte der Fahrer. „280, das reicht.“

Madison schüttelte den Kopf. „Sorry, Süßer, das geht nicht. Da mache ich die Preise am Strich kaputt.“ Sie stieß sich von der Autotür ab und ging zurück in Richtung ihres Warteplatzes. Den Rücken lehnte sie wieder an die Hauswand, winkelte ein Bein an und sah den Wagen weiterrollen.

Ein paar tiefe Atemzüge halfen ihr, die Aufregung ein wenig unter Kontrolle zu bringen. Vor Freude hätte sie beinahe einen Luftsprung gemacht. In diesem Moment überwog der Stolz darauf, diese so anregende Mutprobe wirklich gewagt zu haben. Sie hatte mit einem fremden Mann über Sex gesprochen, hatte getan, als könnte er ihren Körper für sein Vergnügen kaufen, und hatte ihn dann ganz cool abblitzen lassen, genau wie es von Beginn an geplant gewesen war. Denn Madison hatte nie vorgehabt, sich einem anderen Mann hinzugeben. Aber Scarlet musste nun mal auch mit anderen Männern als ihrem Stammfreier verhandeln.

Dieses Gespräch hatte sie, im Gegensatz zu ihren ersten Konversationen mit Ethan, überhaupt nicht planen können. Es beruhte nur auf Erfahrungen, die sie selbst gemacht hatte, Erzählungen von Daisy, Recherchen und ganz viel Kopfkino.

Nach diesem Moment der Freude übernahm jedoch die Lust wieder das Kommando. Hastig zog Madison das Smartphone aus der Handtasche und schickte einen lachenden Smiley an Ethan.

Zu mehr waren ihre zitternden Finger nicht in der Lage.

*

Freudestrahlend lief Madison zum Bordstein und wartete ungeduldig, als ihr Freund wenige Minuten später vor ihr hielt.

„Hi, Peter. Schön, dich wiederzusehen. Du warst lange nicht mehr hier“, sagte sie zuckersüß.

„Hi, Scarlet. Ja, ich hatte viel um die Ohren. Und eben dachte ich schon, wie schade es wäre, wenn der Kerl vor mir dich abschleppen würde. Schön, dass es doch noch klappt mit uns beiden.“

Madison lachte. Ethans Reaktion war auch heute nicht komplett abgesprochen. Gerade diese Spontaneität liebte sie mittlerweile sehr. Und auch wenn sie ihren Freund gut kannte und vieles vorausahnen konnte, so vermochte er es doch immer wieder, sie zu überraschen.

„Der Typ wollte nicht zahlen, was ich wert bin. Da bist du ganz anders.“

„Was wollte er denn?“

„Anal für 280. Aber das ist bei mir nicht drin. Unter 350 geht da nichts.“

Ethan stutzte für eine Sekunde, griff dann aber nach dem Geldbeutel, der auf dem Beifahrersitz lag. Rasch zog er ein paar Scheine heraus-drei Hunderter, einen Fünfziger-und hielt sie Scarlet-Madison hin. „Das bist du mir wert. Also blasen und dann anal mit Kondom.“

Madison grinste und nahm das Geld im Überschwang ihrer Gefühle ohne nachzudenken an, rollte die Scheine zusammen und schob diese langsam und gut sichtbar für Ethan zwischen die Brüste unter das enge Top. „Klar, Peter. Aber nicht im Auto. Fürs Arschficken ist es mir da drin zu unbequem.“

„Kein Ding. Ich kenne ein kleines Hotel in der Nähe.“

Noch eine Überraschung.

Madisons Herz hüpfte. Der heutige Tag entwickelte sich immer besser. Und ihre Selbstenthaltsamkeit hatte sie mittlerweile so horny gemacht, dass sie es kaum erwarten konnte, mit Ethan zu schlafen.

Madison warf sich auf den Beifahrersitz, nahm Ethans Hand und legte sie sich für einen Augenblick auf den Schritt. „Ich freue mich auf dich.“ Es waren Worte, die in Scarlets Stimmlage kamen, aber Madisons ureigenste Gefühle ausdrückten.

Ethan fuhr, die Hände am Lenkrad, aber Madison spielte ohne Unterlass mit seinem Schritt.

Nach zehn Minuten erreichten sie das kleine Hotel. Ethan parkte auf dem Hinterhof, und die beiden gingen eng umschlungen in die Eingangshalle. Dunkler Teppich, ein Rezeptionsdesk und zwei Sessel-mehr gab es nicht.

Wieder wurde Madison überrascht, als Ethan zu dem Portier sagte: „Ich habe reserviert. Eine Nacht.“ Er nannte seinen Namen und erhielt den Zimmerschlüssel.

Madison bemerkte den lang andauernden Blick des Portiers, der sie in ihrer Aufmachung genau richtig einschätzte. Es gefiel ihr. Schließlich war sie im Moment eine Nutte.

Sie stiegen hinauf in den ersten Stock, wo Ethan Zimmer 22 aufschloss. Es war ein einfaches, aber sauberes Doppelzimmer. Madison interessierte sich nur für das Bett und hatte keinen Blick für den Rest der Einrichtung, aber sie spielte ihre Rolle professionell weiter und hielt sich zurück. Ohne Hast zog sie die Pelzjacke aus und hängte diese an den Haken der Garderobe. Die Heels folgten, dann Top und Hotpants, die auf den Schreibtisch gelegt wurden.

Anschließend schob sie Ethan, als dieser seine Hose ausgezogen hatte, zum Bett und stieß ihn rücklings auf das weiße Laken. Sie setzte sich auf seine Oberschenkel und zog das Kondom über. Lustvoll begann sie, am schon steifen Penis zu saugen. Nach nur einigen Minuten der Verwöhnung mit Zunge, Lippen und Saugen ließ sich Madison zur Seite fallen, ging auf alle Viere und streckte Ethan ihr Gesäß entgegen. Erst in den letzten Wochen hatte sie diese Position immer häufiger ausprobiert, und sie gefiel ihr immer mehr. Es machte Ethans Stoßbewegungen intensiver, und auch wenn Madison das in ihrem aktuellen Erregungszustand nicht benötigte, fühlte es sich doch richtig an. Sie wollte so intensiv genommen werden, wie es nur ging.

Ethan kniete sich hinter sie und legte sein Glied an ihrer Spalte an. Madison wartete voller Vorfreude auf sein Eindringen, doch da spürte sie plötzlich, wie das Glied zwischen ihren Pobacken nach oben glitt und auf dem Poloch liegen blieb, aber nicht eindrang.

Was macht er da?, ging ihr durch den Kopf, und ein wenig Ärger quoll in ihr hoch. Nach dem geilen Vorspiel als Prostituierte und ihrer Mutprobe wollte sie nun endlich gefickt werden. Ethan hatte gezahlt, und jetzt sollte er sie endlich benutzen.

Doch plötzlich verstand sie.

Hatte sie Ethan nicht mehr als einmal gesagt, er bekomme im Rollenspiel nur, was er auch bezahlt hatte? Und Küsse standen generell außer Frage. Der erste Sex war dann zwischen Peter und Scarlet abgelaufen, aber die zweite Runde zuhause war mehr auf sie zugeschnitten.

Aber hatte Ethan nicht für Analverkehr gezahlt, und sie hatte zugestimmt?

Madison wusste nicht, was sie tun sollte.

Plötzlich vernahm sie ein Räuspern hinter sich, und ihr wurde klar, dass Ethan es auch nicht wusste.

Madison drehte den Kopf nach hinten und lächelte verlegen. Ethans Gesicht spiegelte Ratlosigkeit.

„Ähm, Maddie, also, du streckst mir deinen Po entgegen. Also ... soll ich jetzt da rein?“

Madison setzte sich auf. „Ich weiß nicht. Also, gekauft und bezahlt hast du. Also hast du auch ein Anrecht darauf. Ich hätte es ja nicht anbieten müssen. Das war nur, also, als wir da am Straßenrand so redeten, und der Kerl davor, und das ganze Thema mit Analverkehr, da, also, da ist es irgendwie mit mir durchgegangen.“

Sie senkte den Blick und zupfte an der Bettdecke. „Aber wenn du willst, dann machen wir das jetzt. Es wäre das erste Mal für mich, aber ich habe gehört, es kann sehr schön sein.“

Ethan setzte sich neben sie und nahm ihre Hand. „Ich mag es, mit dir zu experimentieren. Aber muss man sich bei Analverkehr nicht irgendwie vorbereiten?“

Madison zuckte die Achseln. „Ich weiß nicht.“

„Gut“, sagte Ethan entschieden und stand auf. Er ging zum Schreibtisch und nahm zwei Hundert-Euro-Banknoten aus Madisons Top an sich. „Jetzt habe ich den Stammkundenpreis für oral und vaginal bezahlt. Es ist also alles in Ordnung.“ Ein Grinsen legte sich auf sein Gesicht, wenn auch ein wenig Verlegenheit weiter darin blieb. „Und nun mach die Beine breit. Meine halbe Stunde läuft, und ich habe keine Zeit zu verlieren.“

Madison lächelte und ging wieder auf alle Viere. Wieder streckte sie Ethan ihr Gesäß entgegen.

Der Sex war phänomenal. Ethan rieb zusätzlich immer schneller über Madisons Kitzler, und sie quittierte die Steigerung ihrer Erregung mit Keuchen und spitzen Schreien, die sie versuchte dadurch zu dämpfen, dass sie ihr Gesicht im Kopfkissen vergrub. Bereits nach wenigen Minuten kam sie, doch sie forderte noch im Höhepunkt mit stockender Stimme ihren Freund auf, nicht nachzulassen und weiterzumachen.

Ethan war ausdauernd. Vielleicht, so dachte Madison in einem seltenen Moment der Klarheit, als sie nicht nur von Lust erfüllt war, hält er sich absichtlich zurück. Oder er hat was genommen. In diesen Minuten war es ihr egal. Sie wollte nur nicht, dass er aufhörte. Und so erreichte sie rasch einen zweiten Höhepunkt.

Schließlich drang aus Ethans Kehle ein fast animalischer Laut, als er sich in das Kondom ergoss, während er weiter in Madison hineinstieß.

Schwer atmend lagen sie anschließend auf dem Bettlaken. Madison kuschelte sich an ihren Freund, zog ihm das Kondom vom erschlaffenden Glied und warf es in den Mülleimer.

„Lass uns duschen“, sagte sie nach ein paar Minuten, während sie sich aus der Netzstrumpfhose schälte.

Ethan nahm ihre Hand, und so gingen sie gemeinsam die drei Meter zur kleinen Duschkabine.

„Willst du schon wieder?“, fragte er, als Madison auf Tuchfühlung ging, während er den Duschkopf aus der Halterung hob und das Wasser auf warm stellte.

Madison antwortete nicht, schlang nur die Arme um seine Hüfte und drückte sich so fest an ihn, als habe sie Angst, er könne weggehen.

Das Wasser prasselte warm auf sie hernieder.

Zwei Menschen, die sich gefunden hatten und sich akzeptierten, wie sie waren, hielten sich für lange Zeit einfach nur fest.

Ende



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