Landleben, Landlieben 4 (fm:Sonstige, 1600 Wörter) [4/4] alle Teile anzeigen | ||
Autor: sinah | ||
Veröffentlicht: Mar 19 2025 | Gesehen / Gelesen: 3266 / 2461 [75%] | Bewertung Teil: 9.05 (40 Stimmen) |
Wie es damals war, meine Oma erzählt |
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da, warteten ab.
Die Turner wussten nicht, was sie tun sollten. Frauen prügeln lag ihnen nicht. Anders aber kamen sie nicht an die Männer ran, auf andere Art konnten sie diese Nackten nicht von hier vertreiben. Vorher hatten sie nicht überlegt, wie sie vorgehen sollten, sie dachten sich einfach, dass Prügel androhen genügt und notfalls könnten sie wirklich prügeln. Aber jetzt standen sie hilflos da, nackten Frauen gegenüber, die grosse, kleine, mittlere Brüste hatten, die ihre Haare, schwarze, blonde, braune, eine gar rote rundum die Muschi zeigten. Die Turner hätten sie am liebsten angefasst und gestreichelt, aber gehauen keinesfalls.
Da lösten sich eine der Nackten aus der Reihe, ging langsam auf die Turner zu, schaute dem in der Mitte, den sie für den Anführer hielt, in die Augen. Überwand die Distanz zwischen den Gruppen. Alle, Städter und Dörfler schaute gebannt zu, niemand wusste was kommen würde.
Die Frau kannte keine Angst oder verdrängte sie so gekonnt, dass sie niemand wahrnehmen konnte. Der Anführer und die Frau standen sich gegenüber, sie schaute ihm einfach in die Augen, alle schauten gebannt zu, sie stellte sich auf die Zehenspitzen, küsste ihn leicht auf die Lippen, nahm ihm den Prügel aus der Hand und liess ihn zu Boden fallen. Der Anführer stand erstarrt da, bewegte sich nicht, wusste nichts zu sagen, nichts zu tun, seine Kumpane schauten nur noch auf diese zwei.
Dann kam Bewegung in das ungleiche, verfeindete Paar. Die Nackte nahm den Bekleideten an der Hand, zog ihn mit sich mitten durch die Reihe der anderen Frauen, mitten durch die nackten Männer. Niemand sonst bewegte sich. Der Anführer wusste nicht wie ihm geschah, bis die beiden vor der Feuerstelle standen, ihm wurde eine Wurst in die eine und eine Bierdose in die andere Hand gedrückt. Er ass sie nicht, er trank es nicht, die Situation war völlig surreal. Dort stand die Kette nackter Frauen, dahinter nackte Männer, gegenüber Turner, bereit zu allem. Niemand bewegte sie mehr.
Der Anführer stand da mit einem Bier, das er nicht trank, mit einer Wurst, die er nicht ass und einer Frau, die er nicht nahm. Sie legte ihm die Hand um die Hüften, zog ihn sanft mit, er wehrte sich nicht, ging mit zum Ufer des Feuerwehrteiches. Sie nötigte ihn, sich zu setzen. Da schien er wie aus einer Trance zu erwachen, schaute sich um, seine Männer hatten sich nicht bewegt, die Frauen-Kette auch nicht, nur ein paar der Stadt-Männer hatten sich hingesetzt, waren gespannt wie es weiter ging.
Man sah, dass sie sprach, verstand aber nichts. Er begann zu essen und trank sein Bier, sie sprach, er hörte zu, Dann verschlug es allen die Sprache, sie küssten sich, eigentlich küsste sie ihn, er wandte sich nicht ab, sie nahm ihn seine Bierdose, legte sie ins Gras, sie nahm seine Hand, legte sie auf ihre Brust. Ob sie ihre Hand zwischen seine Beine legte, konnte man nicht sehen.
Alle warteten, die Nackten geduldig, die Turner ungeduldig, die Zeit verrann. Die Wurst war fertig gegessen, das Bier ausgetrunken. Irgendwann sah es so aus, als wenn der Anführer die Frau küssen würde, genau sehen konnte man das nicht, für die Frauen in der Kette war es das ein Signal, sie holten Bier, das warm geworden war, holten Würste, die leicht verkohlt waren und brachten sie den Turnern. Städter lösten sich aus der Schockstarre und begannen sich um die Feuerstelle zu kümmern, legten Holz unten und Würste oben nach. Andere legten Bierdosen in den Teich um sie zu kühlen.
Die hatten offenbar vergessen, warum sie gekommen waren, setzten sich, assen, tranken, holten Nachschub. Ein Nackter schoss einen Fussball, ein Turner schoss ihn zurück. Ein Turner zog sich das Hemd aus, die Hose, watete in Unterhose in dem Teich. Ein anderer schmierte ein nacktes Mädchen mit Sonnencreme ein, schmierte liebevoller und länger als es nötig gewesen wäre, beschäftigte sich noch mit ihrem Körper, als es überflüssig geworden war. Sie liess sich streicheln, küsste ihn dafür, zog ihm das Hemd aus und cremte ihm den Rücken ein, sass auf ihm und liess sich die Brüste streicheln, die Nippel kneifen und lutschen und leckten. Irgendwann sah man sie nicht mehr, ahnte sie im Wald, wo sich der Turner seiner Nacktheit nicht schämen musste, weil er damit ein Mädchen erfreuen konnte. Und auch die beiden am Teich waren weg. Die Bierdose lag noch dort, die beiden lagen beieinander auf der anderen Seite des Teiches, ineinander verschlungen.
Die Gruppen lösten sich auf, vermischten sich, einige, die harten, unbeugsamen, uneinsichtigen Turner gingen nach Hause wohin sie gehörten, andere blieben. Männer spielten Fussball, die Mannschaften waren gut zu unterscheiden, bei denen aus der Stadt baumelten die Pimmel, die aus dem Dorf trugen Unterhosen, alles auszuziehen trauten sie sich nicht.
Sie tranken und assen zusammen, ein paar mutige Turner nahmen einen Zug vom Joint, einige mutige Mädchen nahmen sich einen Turner. Der Kampf hatte sich zu Liebe gewandelt, der Krieg war vorbei.
Make Love not War, war die Losung jener Zeit. Und hier hatte die Liebe wirklich den Krieg abgelöst, verhindert. Es war in einem kleinen bayerischen Bauerndorf geschehen. Die Geschichte hätte also Vorbild dienen können für viele Streit- und Kampfplätze, blieb aber ausserhalb des Dorfes unbekannt.
Das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern war enorm. Der Dörfler waren zu viele, auch deshalb erlebten sie nicht ihr erstes Mal und erkannten erst jetzt, was sie verpassten hatten und bedauerten ihr Verhalten. Der Tag verging in Minne, die Städter zogen wie immer ab, sie mussten am anderen Tag arbeiten oder an die Uni. Die Dörfler zogen sich zurück in ihre Ställe um das Vieh zu füttern.
Die Jugend des Dorfes bekam das alles mit, es wurde nicht vergessen. Wenige Wochen später wurde ein Turner mit einem Mädchen am Teich gesehen, es passierte nichts. Der Dorfpfarrer verdammte sie nicht, die Polizei und der Gemeinderat versuchte nicht es zu verhindern. Dann wurden es mehr, mehr Turner, mehr andere unverheiratete Männer, mehr Frauen aus dem Dorf trafen sich dort. Zu Hause konnten sie sich nicht treffen um sich zu lieben. Hier konnten sie es, hier taten sie es. Und niemand griff ein. Deshalb war ich auch hier, mit deinem Opa, mit anderen, mit vielen.
Nicht um zu streiten, sondern um zu Lieben. Denn dafür leben wir.
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