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Villa Beachside (fm:Partnertausch, 8403 Wörter)

Autor:
Veröffentlicht: Aug 28 2025 Gesehen / Gelesen: 3700 / 2995 [81%] Bewertung Geschichte: 9.54 (24 Stimmen)
Eine turbulente Viereckbeziehung zwischen Täuschung und Tarnung

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beiden schließlich seinen Mut zusammennahm und fragte:

"Vielleicht wollen die Damen mitspielen? Darf ich uns vorstellen? - Ich bin Peter, und das ist Mart."

"Sehr angenehm! Ich heiße Julia, und das ist Anneli. Wir spielen gerne mit", erwiderte Julia begeistert und sprang auf.

Das war es, was Anneli erwartet hatte. Julia würde keine Gelegenheit auslassen, ihre jugendliche Spannkraft unter Beweis zu stellen. Und es gelang ihr. Das Einzige, was auf dem Volleyballfeld an ihr wippte, war ihr Haar, zum Pferdeschwanz gebunden. Ihre Brüste, die sie vom Oberteil befreit hatte, waren fest und hielten die Form bei jeder ihrer Bewegungen, als hätte ein barocker Bildhauer seine Arbeit soeben beendet.

Peter und Mart waren sichtlich beeindruckt, auch wie geschickt Julia den Ball annahm und zurückspielte. Anneli bemühte sich, mitzuhalten, fühlte sich dabei aber etwas unbeholfen. Doch immer wieder traf sie Peters Blick, der sie aufmunternd anlächelte.

"Wie wär's mit einem kleinen Match bis elf Punkte?", fragte Peter in die Runde.

"Gute Idee", antwortete Julia, ohne zu zögern. "Ich wäre gern in deinem Team!"

Mit einem flotten Seitenwechsel überließ sie Mart Annelis Spielhälfte und stellte sich zu Peter. Dann schnappte sie sich den Ball für die erste Angabe.

Verschiedene Gäste hatten sich um das Spielfeld versammelt, nicht unbedingt wegen des sportlichen Niveaus. Es war Julia in ihrem minimalistischen Outfit, ihre Körperspannung und ihr Elan. Auch Peter und Mart hatten ihre Shirts abgelegt und einiges zu bieten.

Anneli fühlte sich ein wenig fehl am Platz - zu viele gut gebaute Körper, zu viele Blicke. Aber sie biss die Zähne zusammen und beschloss, einfach mitzuhalten, und gewann mit Fortgang des Spiels an Selbstvertrauen und Übung, mehr und mehr Schläge gelangen ihr. Ein junger Mann zeigte mit dem Daumen nach oben und nickte ihr aufmunternd zu.

Immer wenn Julia punktete, dann klatschte sie mit Peter ab. Sie genoss seine wertschätzenden Blicke, die durchaus gerne auf ihren sanften Hügeln hängen blieben.

Ein seltsames Gefühl regte sich in Anneli - war das Eifersucht? Nein, eher eine Mischung aus Sorge und Neugier. Die Beachtung, die Peter ihr schenkte, hatte sie verdient und sie hatte recht: Es war lange nicht zu spät, das Leben zu genießen.

Peter verwandelte den elften Punkt und er sprang mit Julia in leicht gespieltem Siegestaumel in die Luft. Sie umarmten sich ungestüm, dabei drückte Julia ihre nackten Brüste gegen seinen Oberkörper und hielt eine Hand an seine Schulter, die andere an seine muskulöse Pobacke. Das war ein wenig mehr, als Peter brauchte, eine leichte Beule bildete sich an seiner Sporthose.

Annelis Atem ging schnell, teils vom Spiel, teils von der Szene, die sich gerade abspielte. Mart nahm ihr den Ball aus der Hand und murmelte: "War ein gutes Match. Auch wenn unsere Gegner etwas eingespielter wirkten."

Anneli lächelte. "Ich glaube, die geben schon ihr ganz eigenes Spiel."

Mart legte den Arm um Annelis Schulter und sagte: "Lass es uns eine Herausforderung sein."

Julia kam rüber umarmte Anneli und Mart gleich mit, dann lachte sie und rief: "Wir treffen uns am Abend an der Bar und gönnen uns einen Drink auf den schönen Tag."

Julia hatte sich herausgeputzt: Sie trug ein enges, dunkelblaues Kleid und hatte ihr Haar locker hochgesteckt. Anneli fühlte sich daneben fast ein wenig farblos in ihrem schlichten Sommerkleid. Peter und Mart saßen bereits an der Bar. Julia hatte sie entdeckt, Peter winkte, Julia strahlte und zog Anneli hinter her.

"Na, die Beach-Queens von heute Nachmittag!", grinste Peter und bestellte eine Runde Cocktails.

Das Gespräch plätscherte harmlos dahin: über die Gegend, Ausflugsziele, das Hotel. Julia lachte und legte Peter vertraulich die Hand auf den Unterarm. Anneli beobachtete das mit gemischten Gefühlen, sie konnte nicht leugnen, dass Peter ihr gefiel. Er hatte etwas Ruhiges und Seriöses an sich. War er der Gegenpol, der perfekt zu Julia passte?

Der Barkeeper läutete die letzte Runde ein. Peter holte vier Drinks und sie setzten sich auf die Hotelterrasse. Die Sonne war längst hinter dem Horizont versunken, und nur vereinzelte Lampen warfen akkurate Lichtkegel auf die Wege. Es war eine laue Sommernacht, die Geräusche der Tiere, die im Schilf Unterschlupf gefunden hatten, drangen zu Ihnen herüber.

Julia und Peter hatten sich auf einer Bank niedergelassen. Sie saßen so nah beieinander, dass ihre Beine sich berührten. Peter flüsterte ihr etwas zu, woraufhin Julia leise kicherte und mit der Hand spielerisch über seine Schulter, seinen Arm hinab strich.

Anneli und Mart saßen ein Stück abseits. "Wollen wir runter zum Wasser gehen?", fragte Mart.

Anneli nickte, sie war froh, ein wenig Abstand von ihrer übermotivierten Mutter zu gewinnen. Sie waren gerade erst angekommen und Julia flirtete, als gäbe es kein Morgen.

Der Strand roch nach Algen und Seegras. Die Ostsee lag ruhig, nur sanft klatschten kleine Wellen ans Ufer. Mart zog seine Schuhe aus und watete ein Stück hinein.

"Komm doch."

Anneli zögerte, Mart mochte einiges jünger sein als Peter. Trotzdem strahlte er seine Gelassenheit und Ernsthaftigkeit aus.

Sie streifte die Sandalen ab und folgte ihm. Das Wasser war überraschend warm.

Mart griff nach ihrer Hand, und sie ließ es geschehen. Sie gingen langsam weiter, der Sand sank unter ihren Füßen ein.

"Schon verrückt", murmelte Anneli. "Gestern dachte ich noch, die Ostsee sei langweilig."

"Und heute fühlen wir ihre aufregende Strömung an den Füßen," ergänzte Mart, blieb stehen, zog Anneli leicht zu sich und küsste sie. Zuerst vorsichtig, doch als Anneli sich nicht entzog, wurde seine Umarmung fester.

Sie wateten aus dem Wasser und ließen sich in den ersten Strandkorb, der auf ihrem Weg lag, fallen. Der Wind spielte mit Annelis Haarsträhnen. Mart schob sie sanft aus ihrem Gesicht, seine Fingerspitzen verweilten etwas länger, als nötig gewesen wäre.

Anneli sah ihn an. Seine Nähe fühlte sich gut an.

"Du bist hübsch", sagte Mart.

Anneli senkte den Blick, dann hob sie ihn wieder. "Das liegt nur am Mondlicht."

Mart lachte leise, legte er einen Arm um sie. "Wenn das alles Mondlicht ist, will ich nicht, dass die Sonne aufgeht."

Sie lehnte sich ein wenig an ihn. Erst zögerlich, dann so, als hätte sie darauf gewartet, dass er so etwas sagte.

Er strich über ihre Schläfe, an ihrem Haaransatz entlang, zu ihrem Ohr. Anneli schloss die Augen. Ihre Lippen fanden sich erneut. Ihre Körper wärmten einander in der kühlen Brise, die vom Land auf das Meer hinaus blies.

Annelis Finger fanden seinen Oberschenkel, rutschten dort vorsichtig an der Innenseite nach oben, als wollte sie ausloten, wie weit zu gehen sie bereit war.

Ihr Blick streifte die nassen Hosenbeine. "Wenn wir jetzt zurückgehen, denkt Julia, wir wären baden gewesen oder hätten aus anderen Gründen unsere Sachen am Strand abgelegt und eine hereinkommende Flutwelle hätte sie erwischt."

Mart lachte. "Dann lassen wir sie ruhig ein bisschen im Ungewissen."

Sie standen auf, ihre Finger blieben ineinander verquickt.

Julia und Peter saßen immer noch auf ihrer Bank. Peter hatte seinen Arm um Julias Taille gelegt. Anneli und Mart traten in den Lichtkreis des Hauses.

Julia lächelte. "Na ihr beiden? Hat's euch gefallen draußen? Hat euch die Springflut erwischt, oder was habt ihr die ganze Zeit getrieben?"

Anneli blickte Mart mit einem gewissen, leicht triumphierenden Lächeln an. Bevor sie antworten konnte, fuhr Julia fort:

"Wir haben uns überlegt, ob wir nicht wie zuvor schon die Seiten auf dem Volleyballfeld, die Zimmer tauschen wollen. Also Peter und ich teilen eines und ihr beide das andere."

Dass Julia so unverblümt mit der Tür ins Haus fiel, überraschte Anneli doch ein wenig. Sie zog eine Braue nach oben, nickte aber. Julias aufmunternder Blick entging ihr nicht. Sie spürte ihren selbsterteilten Auftrag sich zu kümmern, dass sie nicht als Jungfrau enden würde. Mart fand, ohne hinzusehen, Annelis Hand.

"Schön, dass das klappt, es ist schon spät und ich wünsche uns eine gute Nacht", verlautete Julia und verschwand mit Peter die Treppe nach oben.

"Deine Schwester ist ganz schön straight," bemerkte Mart.

"Ich weiß", erwiderte Anneli und ließ die angestaute Luft aus ihren Lungen entweichen.

Die Zimmer in der alten Villa waren nicht gerade schalldicht. Mart und Anneli saßen in zwei tiefen Sesseln vor der großen Balkontür. Die salzige Luft der Ostsee strich durch den Spalt, den sie offengelassen hatten. Draußen rauschte das Meer, dessen seichte Ausläufer sie zueinanderfinden ließ, doch es waren nicht die einzigen Laute, die die Nacht erfüllten.

Von nebenan drangen rhythmische Geräusche durch die Wände - ein leichtes Quietschen eines Lattenrosts, gefolgt vom Knarren der Dielen, das sich über die hölzernen Balken durch das gesamte obere Stockwerk zog. Dann war da ein gedämpftes Kichern, das eindeutig zu Julia gehörte.

Mart legte den Kopf zur Seite, dann sah er zu Anneli hinüber. "Das klingt nach Workout."

Anneli verschränkte die Arme, biss sich auf die Lippe und sah ins Dunkel hinaus. Ihre Wangen glühten - ob vor Verlegenheit oder einem Anflug von Neid, konnte sie selbst nicht sagen.

"Deine Schwester ist ganz schön durchtrainiert", sagte Mart mit einem Lächeln in seiner Stimme.

Anneli seufzte leise, dann antwortete sie mit gespielter Gelassenheit: "Sie war früher Ausdauersportlerin. Das legt man nicht so schnell ab."

Mart griff nach ihrer Hand. Sie sagten nichts mehr - mussten sie auch nicht. Alles klang ohnehin durch die Wände.

Anneli schmiegte sich an Mart.

Sie hörte Julias Stöhnen im Rhythmus des knarrenden Bettes. Was mochte sie empfinden? Peters Lendenstöße brachten nicht nur die Matratze in Schwingung, sondern auch ihren Erregungszustand nach oben.

Empfand es Anneli zunächst wie ein Plätschern kleinster Wellenkräusel, die an ihren Zehen kitzelten, so war es jetzt eine Brandung, die sie wegzuspülen drohte.

Noch nie hatte sie irgendjemanden geschweige denn ihre Mutter beim Sex belauscht, es war ungewöhnlich und hatte doch etwas Vertrautes. Zu wissen, dass Julia sich Peter hingab, schenkte ihr den Mut ebenfalls einzutauchen in die Welt der Sinnlichkeit, zu der sie nur schwer Zutritt fand.

Sie drehte sich zu Mart. Seine Augen waren dunkel in dem schummrigen Licht, aber die Pupillen glänzten. Einen Moment betrachtete sie ihn. Dann, ohne Ankündigung verließ sie ihren Sessel, setzte sie sich rittlings auf seinen Schoß und drückte ihre Lippen auf seinen Mund. Anders als am Strand - intensiver, fordernder. Mart erwiderte ihren Kuss, ohne Hast, aber mit deutlichem Verlangen, sie spürte seine Erektion zwischen ihren Beinen. Seine Männlichkeit hatte sie im Strandkorb am späten Abend schon einmal vorsichtig ertastet, unklar, was sie eigentlich wollte.

Mart fuhr mit beiden Händen unter ihr leichtes Oberteil, zog es über ihren Kopf. Er führte sie langsam zum Bett. Kein jugendliches Ungestüm, eher eine stille Bewunderung, während sie sich entkleideten. Ihre Bewegungen harmonierten noch besser als beim Ballspiel. Anneli hob die Hüfte, als Mart ihr die Shorts abstreifte, sie schob ihm das T-Shirt über den Kopf, als wollte sie ihn befreien.

Im Halbdunkel legte sich Mart über sie, küsste ihre Schulter, ihren Hals, ihren Bauch. Anneli atmete flach, hielt sich an ihm fest und ließ ihn gewähren.

Sie wollte in ihrem Röschen spüren, was sie im Strandkorb vorsichtig ertastet hatte. Ihre Hand wanderte zwischen seine Beine und sie fand seine Männlichkeit und umschloss sie mit ihren Fingern. Seine Latte war fest und heiß. Nur die Haut, sie ließ sich rauf und runter bewegen. Marts Augen wurden größer. Er senkte seinen Körper auf sie herab, sie richtete lustvoll die Spitze seiner Lanze direkt auf die Mitte ihrer zarten Knospe, die zu einer kleinen Blüte aufgegangen war.

Mart drang in sie ein. Das Bett knarrte leise. Sie verschmolzen ineinander und bewegten sich wie Wellen in der Ostsee.

Einen Höhepunkt mit einem Mann zu erleben, war Anneli noch nicht vergönnt, aber heute Nacht wusste sie, würde es geschehen. Sie fühlte sich wie in Abrahams Schoß und ließ sich in die Kissen fallen und Mart die Initiative übernehmen.

Er passte den Rhythmus seiner Lendenstöße dem Knarren der Dielen aus dem Nachbarzimmer an. Mart konzentrierte sich, nicht zu früh den Gipfel der Lust zu erklimmen. Die akustische Untermalung ließ die Luft sirren, Julias Stöhnen nebenan war unüberhörbar geworden.

Anneli schloss die Augen und sah vor ihrem geistigen Auge, wie ihre Mutter sich im höchsten Taumel ihrer Gefühle mit Peter durch die Decken rollte. Julia explodierte mit drei stakkatoartigen Lauten kurz hintereinander.

Anneli klammerte sich an Mart, als würde sie jeden Sekundenbruchteil dieses Augenblicks festhalten wollen. Ihr Atem ging stoßweise, und das Pochen in ihrem Körper verschmolz mit dem Rhythmus seiner Bewegungen.

Das Knarren der Dielen aus dem Nebenzimmer wurde unregelmäßiger, atemloser - und Anneli spürte, wie es sich in ihr anstaute, wie eine Welle, die unaufhaltsam heranrollte.

"Ja...", entwich es ihr leise, halb ein Seufzen, halb ein Bekenntnis. Ihre Beine schlang sie um seine Hüften. Mart hielt den Blick auf sie gerichtet, suchte ihre Augen, als wollte er sicher sein, dass sie den Moment des sexuellen Höhepunkts gemeinsam erreichen.

Und dann geschah es - nicht wie ein lauter Knall, sondern wie ein warmes Überfluten, ein Loslassen aller Zurückhaltung. Anneli stieß einen langen, tiefen Seufzer aus, der in Marts Schulter verklang. Ihr Körper bebte. Ihr erster Orgasmus, den ein Mann ihr geschenkt hatte. Er folgte ihr nur Sekunden später, vergrub das Gesicht an ihrem Busen und atmete schwer.

Sie fühlte Marts Zuckungen und seine heißen Körpersäfte, sich im Innersten ihres Leibes verteilten.

Lange blieben sie einfach so liegen, ineinander verschlungen. Langsam verschnaufend. Die Laute aus dem Nebenzimmer waren verebbt.

Mart rollte sich erschöpft zur Seite und seine gleichmäßigen Atemzüge verrieten, dass er in das Land der Träume hinüberwechselte. Wenig später fiel Anneli in einen lebhaft bebilderten Schlaf.

Eckernförde wurde zu einer kleinen Insel. Palmen wogten in einer leichten Brise über den sanften Wellen. Es gab keine weiteren Menschen, nur Julia, Peter, Mart und sie selbst. Sie spazierten auf dem weißen Sand, unbeschwert hielten sie sich an den Händen und drehten sich und die Wolken am Himmel gleich mit. Es war weniger ein Kreis, den sie bildeten, denn ein Viereck.

Am nächsten Morgen saßen Peter und Julia beim Frühstück auf der Terrasse, die Sonne funkelte über der Ostsee. Anneli und Mart beeilten sich, mit an den Tisch zu kommen, die Frühstückszeit ging schon dem Ende zu. Sie hatten geschlafen wie die unschuldigen Kinder. Ein wenig nervös war Anneli jetzt aber doch: Was hatten Julia und Mart mitbekommen? Würden sie etwas sagen?

"Guten Morgen meine Lieben", verlautete Julia mit glänzender Laune. "Habt ihr gut geschlafen?", fragte sie mit einem Zwinkern.

Peter erhob sich galant. Er trug keine Shorts und T-Shirt, sondern eine dunkelblaue Uniformjacke mit goldenen Abzeichen, weiße Hose, und an der Brust glänzte ein schmaler Streifen Orden: "Ich wünsche ebenfalls einen wunderschönen guten Morgen."

"Guten Morgen, wow... schick", entfuhr es Anneli bewundernd und war froh, dass die Ereignisse der Nacht kein Thema waren.

"Heute ist Tag der offenen Tür bei der Erprobungsstelle der Marine", erklärte Peter. "Wir haben Besucherführungen durchs U-Boot. Julia meinte, Du willst sicher mitkommen. Es ist faszinierend, wenn man sowas noch nie gesehen hat."

Julia nickte. "Das klingt doch spannend! Was meinst du, Anneli?"

Anneli zuckte die Schultern. Mart grinste sie an. "Klar kommst Du mit."

Kurze Zeit später standen sie am Hafen. Zwischen Flaggenmasten und Pavillons patrouillierten Soldaten und wuzelten neugierige Besucher.

Peter führte sie vorbei an einem modern aussehenden U-Boot, das am Kai festgemacht hatte. "Das ist ein U212A. Modernster Antrieb, extrem leise, man hört es kaum im Wasser. Lasst uns an Bord gehen."

Eine schmale Gangway führte aufs Deck. Anneli verspürte Unwohlsein, als sie durch die enge Luke kletterte und die steile Leiter nach unten stieg. Der metallene Bauch des Bootes wirkte kalt und fremd.

Julia folgte dicht hinter Peter, der ihr mit routinierter Geste den Weg wies. "Vorsicht, man stößt sich leicht den Kopf", meinte er und zog sie sanft in den schmalen Gang.

Anneli bereute schon, mit hinunter gestiegen zu sein. Sich unter der Wasseroberfläche zu bewegen wirkte auf sie beklemmend. Der Sand, die Sonne, der Himmel, waren was ihr Herz erfreuten. Mart blieb hinter ihr und legte ihr leicht die Hand an den Rücken, als wollte er sie ermutigen, weiterzugehen.

Sie erreichten den Zentralbereich. Eine enge Kanzel mit Monitoren, blinkenden Lämpchen, Karten und Periskop. Ein Offizier erklärte einer Gruppe Besucher, wie das Boot gesteuert wird: "Hier passiert alles. Kurs, Tiefe, Geschwindigkeit. Und das ist die Anzeige für die Tauchtiefe."

Einer der Höhepunkte der Begehung war die Vorstellung des neuen Navigationssystems. Im Kontrollraum des U-Boots, gleich neben dem Sehrohr, befand sich ein separates Terminal - unscheinbar, aber mit nicht unerheblicher Rechenleistung ausgestattet.

Peter deutete darauf. "Das ist MOCASIN - ein völlig neues Ortungssystem, das auf probabilistischen Algorithmen basiert."

Anneli runzelte die Stirn. "Was hat das Gerät mit dem Schuh des Manitu gemein?"

Peter lachte.

"MOCASIN steht für "Monte Carlo Schallstrahlen Simulation und Navigation". Das System wurde mit Abertausenden von Echolotdaten gefüttert - reale Messungen aus sämtlichen Tiefen, Schichten, Bodenprofilen. Daraus berechnet es mit Wahrscheinlichkeitsmodellen, wo sich was befindet - selbst, wenn es sich nicht aktiv meldet."

"Eine Art siebter Sinn?", fragte sie beeindruckt.

Peter nickte. "Genau. Selbst wenn ein Objekt kein Signal aussendet, kann MOCASIN es orten - mit einer bisher unerreichten Präzision."

"Entwickelt wurde es von einem Start-up gemeinsam mit der wehrtechnischen Dienststelle. Da Mart kurz vor Abschluss seines Physikstudiums steht, wollte ich ihm diese technische Entwicklung, die auf intensiver Grundlagenforschung fußt, nicht vorenthalten", ergänzte Peter.

Anneli fuhr mit einer Hand über die Armaturen. Peter stand dicht neben ihr. Ihre Schultern berührten sich. Sie war wie elektrisiert und bewegte sich nicht.

Peter, der ihr Erstarren bemerkte, beugte sich zu ihr. "Nicht dein Ding? Zu klaustrophobisch?"

"Geht so", murmelte Anneli.

Auf dem Rückweg über die Gangway bot Peter ihr seinen Arm, um beim Aussteigen zu helfen. Anneli war für die unterirdischen Torturen mehr als entschädigt.

Als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, klopfte ihr Mart sanft auf die Schulter. "Willkommen auf der Oberfläche. Willst du ein Eis? Hilft gegen Irritationen."

Sie nickte dankbar. Mart führte sie Richtung Eiswagen. Julia warf Anneli einen kurzen Blick zu - einen Blick der Ermunterung.

Peters Messenger vibrierte in einer Art Morsecode. Er zog das Gerät aus der Tasche, tippte eine Nummernkombination und wurde schlagartig blass. Julia fiel ihm in den Arm und erhaschte einen Blick auf das Display. In roten Lettern stand ein einziges Wort: Delta. "Was bedeutet das?"

"Alarmstufe Delta. Ich muss nach München. Sofort. Es geht um MOCASIN."

Peter tippte auf die Details und fügte hinzu: "Es gibt Hinweise, dass die Integrität des Systems kompromittiert wurde. Die Leistungsfähigkeit hat sich wohl in Kreisen herumgesprochen, für die es nicht bestimmt war. Ich muss weg, ohne dass es auffällt." Dann zog er Mart beiseite, flüsterte ihm etwas zu. Er nickte, und beide verschwanden im Bauch des U-Boots.

Wenige Minuten später traten sie wieder heraus - doch in vertauschten Rollen. Mart trug Peters blaue Uniform, korrekt bis in die Knopfleiste. Peter dagegen hatte sich Marts schlichtes graues T-Shirt und Turnschuhe geschnappt.

"Mart, du bleibst mit Julia hier", sagte Peter bestimmt. "Ich hoffe, schon morgen wieder zurück zu sein."

Er wandte sich an Anneli. "Du kommst mit mir. Das ist das Einfachste."

Anneli wurde rot, lächelte dann aber schnell. Mit Peter nach München zu reisen fand sie eine verlockende Wendung im Gang der Geschicke, obwohl sie unter ungewissen Vorzeichen stand.

Peter und Anneli verließen das Gelände durch einen Personalausgang, stiegen unauffällig in ein Taxi Richtung Kiel. Julia schaute ihnen einen Moment nach, ehe sie sich mit Mart an den Tisch einer Imbissbude setzte und zwei Kaffee holte.

Anneli saß neben Peter auf der Rückbank, die Hände auf dem Schoß gefaltet, doch ihr Herz klopfte wild. Peter! - seine Ausstrahlung, seine Autorität, selbst jetzt, da er sich in größter Alarmbereitschaft befand.

Der Zug fuhr pünktlich ab. Peter hatte Plätze in der ersten Klasse gebucht. Die Sitze waren großzügig, das Abteil leer. Der Zug rollte durch Schleswig-Holstein. Anneli saß am Fenster, Peter gegenüber. Er wirkte angespannt, in Gedanken versunken. Sie wollte ihn nicht stören und so zog sie ihren Lesestoff aus der Tasche: William Shakespeare - Ein Sommernachtstraum.

***

Julia und Mart verließen die Erprobungsstelle Richtung Villa Beachside. Sie hatten absichtlich einen kleinen Umweg über die Hafenpromenade genommen, um Zeit für einen unauffälligen Abgleich der Lage zu gewinnen.

Es dauerte nicht lange, bis sich das beunruhigende Gefühl bestätigte. Ein schwarzer Kombi war ihnen offenbar seit dem Tor der Dienststelle gefolgt - mit diskretem Abstand, aber unübersehbar. Am kleinen Platz vor dem Hotel hatte sich ein Mann mit Baseballkappe postiert, der auffallend unauffällig auf seinem Smartphone tippte und ihnen gleichzeitig Blicke zuwarf.

Im Foyer der Villa Beachside traten sie an die Rezeption, um die Zimmerschlüssel zu holen. Die junge Mitarbeiterin tippte kurz in den Computer, runzelte dann die Stirn. "Tut mir leid... es gibt nur einen Schlüssel."

Julia hob die Brauen, doch Mart reagierte schneller. "Das ist richtig", sagte er mit ruhiger Stimme. "Es war nur die Idee, ob wir zwei Schlüssel für unser Zimmer bekommen könnten."

Mart und Julia tauschten einen vielsagenden Blick. Offenbar hatte die Dienststelle vorgesorgt. Anneli und Mart waren aus dem System genommen worden.

Julia beugte sich über den Tresen, nahm den Schlüssel, hakte sich mit einem charmanten Lächeln bei Mart unter und sagte: "Einer reicht ja wohl, nicht wahr, Liebling?"

Bevor die Mitarbeiterin reagierte, zog Julia Mart zu sich heran und gab ihm ein Küsschen. Für einen Sekundenbruchteil war Mart überrascht, dann erwiderte er ihre Annäherung mit jener Souveränität, die man von einem Mann in Uniform erwarten konnte.

Ein Lächeln huschte über Julias Lippen. "Tarnungsmanöver erfolgreich abgeschlossen", flüsterte sie.

Im Zimmer wartete die nächste Überraschung: Ihre Taschen standen ordentlich an der Wand - keine Spur mehr von Annelis oder Peters Habseligkeiten.

Mart trat mit Julia auf den Balkon und atmete einmal tief durch. "Was meinst du? Zeit für etwas Bewegung, damit der Kopf frei wird? Eine Runde Minigolf zur Abwechslung?"

Julia verspürte durchaus Lust, etwas zu unternehmen.

"Wir sehen aus wie in einem Werbespot für Beach-Resort-Mode," grinste Mart, während sie gemeinsam zur Minigolfbahn schlenderten.

Julia glänzte wieder in einem heißen Outfit. Dunkelblaue, wabenförmige Leggings mit hoher Taille, deren hellblaue Ränder ihre Beine noch länger wirken ließen. Es war diese neue Sorte, die die Pobacken einzeln betonten. Dazu trug sie eine über ihrem Nabel geknotete weiße Bluse, die ihren flachen Bauch zur Geltung brachte und den sportlich-lässigen Look abrundete. Mart wählte weiße Sportshorts und ein blaues T-Shirt mit dem kleinen Krokodil-Logo - sie passten ausgezeichnet zueinander.

Die Anlage befand sich in einem Kiefernwäldchen am äußersten Ende des Gartens. Am Kiosk liehen sie sich Schläger und zwei Bälle. Mart nahm Rot, Julia entschied sich für Grün. Weit und breit keine Mitspieler.

Schon an Bahn eins zeigte sich, dass Julia nicht nur mit ihrem Look punktete - elegant schob sie den Ball direkt ins Loch. Hole-in-one.

"Du hast heimlich geübt, oder?", fragte Mart beeindruckt.

"Ich habe ein gutes Auge," erwiderte Julia selbstbewusst und richtete ihre Bluse. Das war auch notwendig, denn jede ihrer ausladenden Bewegungen erlaubte eine erfrischende Aussicht auf ihre gebräunten Brüste.

Wie sollte Mart sich da konzentrieren? Schon die einfachste Bahn überforderte ihn. Erst mit dem vierten Schlag lochte er ein.

"Du darfst mich ruhig anfeuern," murmelte er, während sie lachend Bahn zwei vorbereitete.

"Mach ich doch. Stille Bewunderung wirkt manchmal besser," erwiderte sie süffisant.

Sie blieben nicht lange allein. Zwei Männer, beide in hellen Hemden, Sonnenbrillen und Schirmmützen, betraten das Gelände. Unauffällig stellten sie sich an den Rand der Anlage, als würden sie warten, bis ein Schläger frei wird. Einer von ihnen blätterte in einem Prospekt, der andere beobachtete unverhohlen die Spieler.

Julia beugte sich zu Mart und flüsterte kaum hörbar: "Wenn das keine Aufpasser sind!"

Dann tarnte sie die Bemerkung mit einem schnellen Küsschen auf seine Wange.

"Du sollst mich nicht verunsichern," murrte Mart, der prompt erneut den Ball verfehlte.

An Bahn fünf ging Julia wie gewohnt in die Hocke, um ihren Ball auf der Startlinie zu platzieren. Das Wabenmuster betonte jede Bewegung, die Bluse erlaubte wieder einen sehr tiefen Einblick. Einer der Männer neigte den Kopf, bis ihm die Sonnenbrille in die Botanik fiel.

Julia konnte sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. Mart räusperte sich. "Du bringst unsere Bewacher durcheinander, so werden wir sie nie mehr los."

Julia richtete sich auf, strich ihr Haar aus dem Gesicht und grinste. "Etwas Sport, ein wenig frische Luft am Körper, das wird doch im Allgemeinen empfohlen."

Sie spielten die Bahnen zu Ende und die zwei Beobachter hielten respektvoll Abstand - zumindest äußerlich.

Julia und Mart schlenderten vom Minigolfplatz zurück auf die Terrasse der Villa. Die Spätnachmittagssonne legte sich angenehm auf die Steine, Möwen kreischten über dem Hafen.

Sie ließen sich auf einer Sitzgarnitur nieder, die am Rande der Terrasse lag, geschützt vor Blicken, die sie hatten lange genug ertragen müssen.

"Kaffee?", fragte Mart, schon halb auf dem Weg zur Bar.

"Einen Espresso mit Minzcreme", rief Julia ihm hinterher, dann lehnte sie sich zurück und streckte die Beine aus. Die Beobachter vom Minigolfplatz hatten sich ebenfalls in Richtung Terrasse bewegt, saßen einige Tische weiter, vertieft in die Getränkekarten. Die Bepflanzung in den Kübeln schaffte zumindest ein wenig Sichtschutz.

Mart kam mit zwei Heißgetränken zurück - Caffè Pedrocchi für sie, ein Caffè Americano für sich. Julia hob die Tasse.

"Auf Peter und Anneli", sagte sie. "Möge ihre Mission gelingen."

"Und auf uns", ergänzte Mart.

Sie tranken einen Schluck. Die Minze prickelte auf Julias Zunge.

Mart beugte sich vor, seine Stimme gesenkt: "Denkst du, ich gehe durch als Peter?"

Julia ließ ihren Blick über die Terrasse schweifen. "Mein Gefühl sagt ja", und sie griff an Marts Unterarm, so wie sie es bei Peter gemacht hatte, "und wenn nicht", sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln, "dann hab noch ein paar Ideen."

Mart grinste. "Muss ich Angst haben?"

"Aber nein mein Liebling!", erwiderte Julia etwas lauter als nötig, stellte die Tasse zurück auf das Tischchen und lehnte sich entspannt zurück. "Schau aufs Meer und genieße den Sonnenuntergang." Sie griff Marts Hand, legte sie auf ihren Oberschenkel und schloss die Augen.

Marts Hand brannte. Julias Leggings waren heiß, nicht nur anzuschauen. Er fragte sich, was frau unter solch knackigen Beinkleidern trägt. Es konnte sich nur um ein sehr dünnes Stück Stoff handeln, oder vielleicht auch nichts. Julia drehte sich im Halbschlaf und Mart, der unverhohlen zwischen ihre Beine starrte, glaubte zu erkennen wie ihre Lippen sich bewegten, aber er konnte nicht hören, was sie ihm sagen wollten.

"Hol uns lieber noch etwas zu trinken", sagte Julia, die ihren Sekundenschlaf überwunden hatte. Gut möglich, dass Julia sehr wohl bemerkt hatte, wie aufmerksam er ihre Anatomie studiert hatte.

Kein Wunsch, den er ihr nicht erfüllen würde. Er kam mit einem kleinen Tablett zurück, auf welchem er zwei Cokes balancierte. Er schätzte ihre Nähe nicht allein der Tarnung wegen, er sog gierig ihre feminine Ausstrahlung in sich auf. Er flüsterte: "Ich wette, sie versuchen heute Nacht, unser Zimmer abzuhören."

"Dann sollten wir ihnen zumindest ein bisschen Kissenschlacht abliefern," sagte Julia und lachte.

***

Am frühen Abend kamen Anneli und Peter in München an. Der Weg zum Hotel war kurz. Sie bezogen zwei benachbarte Zimmer in einem funktionalen Businesshotel hinter dem Ostbahnhof. Die Lobby war modern, die Bar in gedämpftes Licht getaucht. Peter schlug vor, noch ein Getränk zu nehmen. Anneli stimmte zu.

Sie setzten sich. Peter bestellte Whisky, Anneli einen leichten Cocktail. Das Gespräch war spärlich, doch die Nähe wirkte.

"Danke, dass Du mitgekommen bist", sagte Peter plötzlich.

"Ich wollte", entgegnete Anneli. "Ich wollte nicht, dass du allein gehst."

Er sah sie kurz an, sein Blick ruhte auf ihr.

Müde verabschiedeten sie sich in ihre Zimmer. Doch kaum hatte Anneli das Licht gelöscht, stieg ein beklemmendes Gefühl in ihr auf. Die Gedanken an die überstürzte Abfahrt, an Julia und Mart, die sicherlich im Visier der Beobachter waren.

Sie stand vor Peters Tür, klopfte leise.

Er öffnete, im T-Shirt, barfuß. "Was ist los?"

"Ich kann nicht schlafen. Ich fühl mich nicht sicher allein. Kann ich auf dein Sofa?"

Peter zögerte, trat dann zur Seite. "Natürlich."

Anneli drückte sich an ihm vorbei. Als Nachtwäsche hatte sie ein leichtes Top in gelb und rote kurze Shorts gewählt. Ihre Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie holte eine Decke aus dem Kasten und legte sie auf die Sitzfläche. Dann kreuzte sie ihre Hände und zog mit einer fließenden Bewegung das Oberteil über ihren Kopf.

"Ist bequemer für die Nacht", murmelte sie, warf es lässig auf die Lehne und setzte sich.

Peter zeigte sich unbeeindruckt, ging zum Bett und zog die Decke zurück.

"Gute Nacht", sagte Anneli leise.

Sie trat hinter ihn, legte ihre Hände um seine Schultern, drückte ihm ein Küsschen auf den Hals und ihre kleinen Brüste durch sein dünnes T-Shirt. Peter drehte sich um, blickte ihr in die Augen und hielt ihre Taille.

"Gute Nacht", wiederholte er.

Die Distanz war gebrochen, die Rollen durcheinandergeraten. Es gab kein Zögern mehr. Ein Echo der Küsse von München zurück nach Eckernförde.

Zunächst vorsichtig, dann verlangend. Anneli spürte, wie Peter sie festhielt - entschlossen, nicht zaghaft. Als würde er nicht nur sie, sondern auch sich selbst bestätigen wollen.

Anneli verlor sich in seiner Nähe, in seiner Stärke, seinem Atem an ihrem Hals. Und Peter ließ etwas zu, das er nicht geplant hatte und nicht mehr kontrollieren konnte.

Er zog sie mit seinem kraftvollen Arm unmissverständlich näher an sich, seine Hände glitten über ihren Rücken, ihren Po, während sie sich an ihn schmiegte.

Anneli spürte, wie ihr Herz raste. Da war Aufregung, da war Begehren - aber auch ein Gefühl von Geborgenheit, das sie so noch nie erlebt hatte. Peter hielt sie, als wäre sie etwas Kostbares. Er streifte ihr die Shorts ab, sie zog ihm das Shirt über den Kopf. Haut auf Haut, warm, lebendig.

Peters Erektion erschien ihr nicht fremd oder gar bedrohlich, sondern vertraut. Sie wollte ihn an seiner empfindlichsten Stelle mit der Zunge berühren, ihn schmecken. Sie tauchte unter die Decke, stülpte ihre Lippen über sein delikates Organ und drückte es an ihren Gaumen. Es war der Geschmack nach Moschus, wilde Mustanghengste sah sie auf der Prärie. Sie ließ ihn tief in ihren Hals rutschen, herausgleiten und nahm ihn wieder und wieder mit ihren Lippen und der Zunge.

Peter zog sie behutsam nach oben. Auch ein erfahrener Offizier würde bei einer solchen Behandlung nicht lange durchhalten. Er legte sie auf den Rücken und glitt mit seinem bis zur Grenze des Erträglichen steifgelutschten Riemen in ihre geflutete Seerose.

Anneli streckte die Beine hoch in die Luft, sie wollte von ihm genommen werden, er sollte so tief in sie eindringen wie möglich. Und das tat er, seine Stöße waren kräftig und fordernd. Sie wurde auf der Matratze auf und ab gedrückt, die schwingenden Dielen des Fußbodens in Eckernförde drangen in ihre Gedanken. Damals schon malte sie sich aus, wie sein strenger General sich in ihrem Seeröschen anfühlen würde, und endlich musste sie sich nicht mit einer wagen Vermutung zufriedengeben, sondern sie spürte ihn fest, unnachgiebig, dominant.

Sie hatte seine ganze Aufmerksamkeit, und es war intensiver als sie in ihren feuchten Tagträumen, je sich ausmalte. Und sie war sich jetzt sicher, dass Julia ihn verdient hatte.

***

Julia und Mart verließen die Terrasse in betont langsamen Schritten, als wollten sie den Beobachtern Zeit lassen, ihren Ortswechsel zu registrieren. Ihre Hände blieben ineinander verschränkt, ihre Schultern berührten sich immer wieder, als sie den schmalen Weg zum Strand nahmen.

Unten angekommen, suchten sie sich einen der Strandkörbe in der ersten Reihe. Der Himmel glühte in den letzten Farben des Abends. Die Ostsee plätscherte träge gegen den Sand. Mart zog Julia zu sich, sie landete halb auf seinem Schoß, lachte, und im nächsten Moment spürte sie seinen Mund auf ihrem. Es war kein flüchtiger Kuss, sondern einer, der Besitz signalisierte.

Julia griff nach einer Handvoll Sand und ließ ihn in Marts Nacken rieseln. Er lachte, schüttelte die Körner aus dem Kragen und zog sie in eine feste Umarmung. Sie hatten schnell gelernt, wie das Spiel funktionierte.

"Einen Drink an der Bar?" Julia sah Mart mit diesem Blick an, der zwischen Aufforderung und Prüfung lag.

"Nichts lieber als das", erwiderte er.

In der Hotelbar war es angenehm dämmrig. Julia bestellte einen Single Malt. Mart wählte einen bunten Cocktail mit frischen Früchten - nicht nur, weil sie seinen Geschmack trafen, sondern auch, um seinen Körper fit zu halten, sollte der Abend noch eine Wendung nehmen. Sie saßen dicht beieinander auf den hohen Barhockern, ihre Knie berührten sich unter der Theke.

Julia nippte an ihrem Whiskey, drehte das Glas langsam zwischen den Fingern. Draußen wehte ein kühler Wind durch die offene Terrassentür, brachte den Geruch von Salz und Algen mit. Mart hatte seinen Cocktail geleert, die Bananenstücke zerdrückte er mit der Zunge am Gaumen. Dem Kaliumanteil wurde eine gefäßerweiternde Wirkung nachgesagt.

"Weißt du", begann Julia, "ich glaube, für heute ist genug. Wenn alles glatt läuft, sind wir morgen wieder komplett."

Mart nickte. "Ich glaube, wir sind ein perfektes Team."

Sie hielt seinem Blick einen Moment zu lange stand, dann stellte sie ihr Glas ab. "Komm. Lass uns hochgehen, bevor uns noch jemand fragt, ob wir hier die ganze Nacht sitzen bleiben wollen."

Julia stand auf, griff nach seiner Hand, dass es fast wie Gewohnheit wirkte.

Auf dem Weg zur Treppe begegneten sie noch einmal den beiden Männern, die beiläufig an der Rezeption standen. Julia lehnte sich kurz an Mart, als sie an ihnen vorbeigingen.

Der alte Holzflur im Obergeschoss knarrte unter ihren Schritten. Das Knarren war wie ein diskretes Vorspiel, ein Takt, dem sie sich nicht entziehen konnten, den beide nur zu gut in den Ohren hatten, bis sie schließlich vor der Zimmertür zu stehen kamen. Mart steckte den Schlüssel ins Schloss, drehte ihn langsam herum.

"Ladies first", sagte er leise, und als Julia eintrat, strich ihre Schulter sanft an ihm vorbei.

Julia setzte sich auf die Bettkante, schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr, während ihr Blick an Mart haften blieb.

Mart zog sein Hemd aus, warf es über die Stuhllehne.

Einen Moment lang musterte sie ihn. Mart näherte sich. Er nahm sacht ihre Strähne auf, die sich nur schwer bändigen ließ, und strich sie ihr aus dem Gesicht. Er küsste sie - langsam, tief, ganz ohne Beobachter, der Tag der Täuschung war vorüber, aber das Spiel hatte seine eigene Dynamik gefunden. Julia erwiderte seinen Kuss, ihre Hände legten sich auf seine Schultern, zogen ihn fester an sich. Die Energie zwischen ihnen wuchs.

Mart ließ sich von ihr tragen, hob sie mit einem entschlossenen Griff aufs Bett. Sie lachten leise, während sie einander entkleideten, eine Mischung aus spielerischer Neugier und großem Verlangen.

Julias Lachen erstarb, als seine Lippen ihre Haut fanden. Hitze ersetzte die Kühle des Meereswinds, und da war es wieder, das leise Knarren der alten Dielen unter dem Bett. Die Erinnerungen an die Orgasmen der letzten Nacht wurden wach. Der eigene, der des Partners und die eindeutigen Geräusche aus dem jeweiligen Nachbarzimmer.

Julia spürte Marts Hände, warm und fest, während er sich über sie beugte. Keine Hektik, kein Zwang - nur dieses spannungsgeladene Knarren bei jedem Lastwechsel. Ihre Finger glitten über seinen Rücken, bis sie in seinem Nacken landeten. Sanft zog sie ihn zu sich heran.

Mart küsste sie erneut, diesmal fordernder. Sein Atem mischte sich mit ihrem, warm und leidenschaftlich, und ihre Körper fanden instinktiv den gemeinsamen Takt - so vertraut, als hätten sie ihn schon unzählige Male geübt.

Julia schloss die Augen. Marts Hände glitten langsam an ihrer Taille entlang, zeichneten die geschwungene Linie ihrer Hüften nach, bevor sie tiefer wanderten. Sie hob instinktiv ihren Po, öffnete ihm den Weg, ihre Beine verschränkten sich um ihn und hielten ihn fest. Er bewegte sich - zunächst bedächtig, vorsichtig, dann mit wachsender Entschlossenheit.

Der Takt wurde schneller, ungestümer, getrieben vom unbändigen Verlangen eines jungen Mannes. Von so heißem, jugendlichem Begehren umschlossen zu sein, ließ Julia keine Wahl, als ihm ihre Beine weit zu öffnen, ihre Gedanken verschwammen.

Ein leises, fast überrascht klingendes Keuchen entwich ihr. Mart lächelte, als hätte er genau darauf gewartet. Das Bett antwortete mit einem gleichmäßigen, stetigen Knarren, und Julia wusste, dass sich daran erinnern würde, lange nachdem die Mission Geschichte war.

"Von deinen Einlochungsschwächen auf der Minigolfbahn ist hier aber keine Spur," hauchte sie zwischen zwei Atemzügen, "im Gegenteil."

Mart keuchte, hielt den Rhythmus hoch und erwiderte: "Das war die Übungsstunde, die Du mir verpasst hast."

Gerne hätte sie seine wilden Liebkosungen, die er über ihren ganzen Körper verteilte noch länger genossen, aber jetzt war es erstmal genug. Mit drei lautstarken Seufzern entließ sie ihre ganze Anspannung. Mart war über ihren plötzlichen Höhepunkt überrascht.

Er nahm Julias sportliche Oberschenkel und drückte seinen aufgeregten kleinen Freund tief in ihr nasses Muschelchen. Julia spreizte die Beine und presste die Fersen an sein Gesäß. Mart prustete und der heiße Saft aus seinen Lenden wechselte in ihren Unterleib.

Julia spürt seine Hitze in den Tiefen ihrer Weiblichkeit. Julia liebte Orgasmen, ihren eigenen und die der Männer, die ihr nicht widerstehen konnten. Es war die ultimative Rebellion gegen das Establishment. "Make love not war" war einer der Slogans aus der Jugend ihrer Eltern. Doch ihr schien es vergönnt, ihn endlich auszuleben.

Aber dass sie jetzt nur gefühlt eine Minute nach einem wirklich großen Orgasmus noch einen zweiten hinterher erhielt, war das Sahnehäubchen auf den gelungenen Akt. Sie kam mit den letzten Spritzern von Mart ein zweites Mal. Tief gruben sich ihre Fingernägel in seinen Rücken. Sie erstickte ihre Schreie an seinem Hals. Das brachte sie in Atemnot und sie holte tief Luft, die sie erneut lautstark aus ihrer Kehle entließ. Ein Doppelorgasmus, jeder einzelne von einer Intensität, wie Mart es noch nicht kennengelernt hat.

"Ich hoffe, Peter bleibt unbehelligt und kommt mit Anneli wohlbehalten zurück", murmelte Julia, sobald sie wieder gefangen hatte.

"Ja, ich hoffe auch, dass wir nicht noch eine weitere Nacht auf Peter warten müssen", fügte Mart ein wenig ironisch hinzu. Dass sie unmittelbar nach dieser Nummer an Peter dachte, wahrscheinlich auch schon während, störte Mart wenig. Was zählte, war der sagenhafte Sex mit dieser begehrenswerten Frau.

***

Obwohl eintausend Kilometer zwischen ihnen lagen und keine Dielen der Welt diese Distanz überbrücken konnten, kam Anneli mit Julias zweitem Orgasmus.

Es war fast, als wäre Julia ein weiteres Mal gekommen, um Anneli mitzunehmen. Als ob sie Teil eines kollektiven Unterbewusstseins wären, eines unsichtbaren Gewebes, das sie über räumliche Distanzen miteinander verband, durch etwas Archaisches, das die Menschen seit Urzeiten ineinander verwindet.

Anneli vibrierte. In Gedanken war sie bei Julia, ein Hauch von Mart war mit dabei. Ein Knistern. Peter war weniger der Offizier, der zukünftige Lebensgefährte ihrer Mutter, sondern den Mann, der auch ihre Bedürfnisse befriedigte.

Drei schrille Schreie stieß Anneli aus. Für Peter ein Deja-Vu. Er explodierte und spendete seinen Saft des Lebens in ihr Röschen. Er hielt den Rhythmus seiner Lendenstöße aufrecht, solange es irgend möglich war. Schweiß tropfte von seiner Stirn auf Annelis Unterarm. Anneli hatte ihre Hände um seinen Nacken geschlungen. Im Taumel ihres Orgasmus leckte sie die Tropfen von ihrer Haut. Der salzige Geschmack verstärkte ihr Nachbeben und ihre Beckenkontraktionen pressten Peters General zusammen, sodass er zuckte, überrascht vom kräftigen und unvermittelten Zupacken von Annelis Unterleibsmuskulatur.

Peter hatte sich verausgabt, er wollte ihr noch sagen wie sehr er ihre Nähe und ihren jugendlichen Körper und ihre Anmut genossen hatte, aber er war so erschöpft, dass der Schlaf ihn übermannte. Beseelt nahm Anneli seine Hand und schlief geborgen neben ihrem Liebhaber und Beschützer ein.

Peter stand leise auf, das Licht der frühen Morgendämmerung fiel in schrägen Streifen durch die Vorhänge. Anneli lag zusammengerollt im Bett, nur eine Schulter und ein nackter Arm lugten unter der weißen Hoteldecke hervor. Ihr Atem war ruhig, ihr Gesicht entspannt.

Er hätte sie wecken sollen. Doch nicht jetzt. Nicht, bevor er wusste, was ihn erwartete. Sie hatte ihm sich letzte Nacht anvertraut. Ihre Unsicherheit, ihr Verlangen. Zwischen ihr und Julia schien er das ganze Universum der weiblichen Nähe zu erfahren. Es wäre falsch, sie jetzt mit der Angst zu belasten, die in ihm brannte.

Er schrieb ein paar Worte auf einen Zettel, legte ihn an den Rand ihres Kissens:

"Bin in der Besprechung. Gegen Mittag zurück. Schlaf ruhig. - P."

Dann schlüpfte er leise aus dem Zimmer und machte sich auf den Weg.

Der Industriekomplex, in dem das Start-up untergebracht war, wirkte von außen wie eine alte Lagerhalle - nur ein dezentes Schild am Tor, keine Werbung. Innen jedoch: Sicherheitskontrollen, biometrische Scanner.

Peter war keine zwei Schritte vom Eingang entfernt, als er abrupt abgebremst wurde - eine Hand packte seinen Arm, gleichzeitig bohrte sich etwas Hartes unter seine Rippen.

"Weitergehen. Ganz normal. Kein Mucks", flüsterte eine Stimme mit osteuropäischem Akzent. "Du bist in bester Begleitung. Keine Spielchen."

Peter schluckte trocken. Zwei Männer in dunkle Lederjacken hatten ihm aufgelauert.

"War übrigens ein netter Versuch mit deinem Double in Eckernförde", sagte der eine spöttisch. "Hat sich große Mühe gegeben heute Nacht. Gleich zweimal hat er ein Lächeln ins Gesicht deiner sportlichen Freundin gezaubert, echt rührend."

Ein schmutziges Lachen begleitete den Satz. Peter blieb äußerlich reglos. Er durfte sich jetzt keine Blöße geben. Dass Mart und Julia sich näher gekommen waren, entsprach der Abmachung, war Teil der Tarnung, offensichtlich mussten sie bis zum äußersten gehen, sagte sich Peter.

Dann dachte er an Anneli. An ihr Vertrauen, ihr errötetes Gesicht, ihr wildes Verlangen. Julia und Mart dort, er und Anneli hier. Die Kräfte schienen gleichmäßig verteilt.

Er atmete tief durch. Sollte das ihr Spott sein - er konnte damit leben. Das Gleichgewicht der Macht war nicht zerstört. Es hatte sich nur neu geordnet. Jetzt musste er sich auf MOCASIN konzentrieren.

Am Eingang zum Labor legte er seine Hand auf den Scanner, beugte sich zur Iriskontrolle und zog schließlich die Chipkarte durch den Leser. Die Tür entriegelte sich.

Techniker und Sicherheitskräfte erstarrten, als sie Peter flankiert von zwei bewaffneten Männern sahen. Die Botschaft war eindeutig.

Peter hob leicht die Hände.

"Einmal MOCASIN", bellte einer seiner Begleiter.

Einer der Ingenieure, bleich vor Angst, nickte. Er hatte keine Wahl. Hastig öffnete er die Glastür vor dem Regal, griff nach einer der Boxen. Doch er behielt kühlen Kopf und wählte mit Bedacht: nicht die letzte, nicht die aktuelle Entwicklungsstufe. Eine ältere Version, funktional, aber nicht entscheidend.

Die Box wurde in einen neutralen Transportkoffer gelegt. Der Mann mit der Pistole nahm sie an sich, sein Komplize drängte Peter weiter.

"Los. Raus. Keine Polizei. Kein Alarm. Sonst liegt er hier morgen in der Isar."

Der Abgang war so lautlos wie der Überfall. Vor dem Gebäude stand ein schwarzer Van bereit. Die Tür wurde auf geschoben, Peter hineingedrückt. Der Motor brummte, Reifen quietschten, die Flucht begann.

Einer der Männer öffnete den Koffer, zog die Box heraus. Seine Finger tasteten über die Anschlüsse und Bedienelemente. Ein kurzer Blick, dann ein Nicken.

Er klappte den Koffer zu. Das Ziel war erreicht. Peter dagegen war nur noch Ballast.

Sie stoppten abrupt. Er wurde gepackt, nach draußen gestoßen. Der Asphalt war hart unter seinen Knien. Als er aufsah, war der Van schon wieder verschwunden. Peter atmete schwer. Er war erschöpft, aber am Leben.

Sein erster Gedanke galt Anneli. Er musste zurück, er musste sich erklären.

Kurz vor Mittag betrat er die Hotellobby. Nur noch eine Handvoll Leute hielten sich dort auf. Sein Gesicht war gezeichnet - ein Kratzer auf der Wange, zerknitterte Kleidung und ein Ausdruck, der zwischen Erleichterung und Wut schwankte.

An einem kleinen Tisch im Frühstücksraum saß Anneli, ein Croissant auf dem Teller, der Kaffee kalt. Ihr Blick suchend auf die Eingangstür gerichtet.

Als sie ihn sah, sprang sie auf.

"Peter! Mein Gott - du siehst furchtbar aus! Was ist passiert?"

Er lächelte müde. "Du solltest mal den anderen sehen."

Sie trat zu ihm, musterte sein Gesicht, die zerknitterte Kleidung. Ohne zu fragen, schlang sie die Arme um ihn.

"Ich erklär dir alles", murmelte er. "Aber vorher brauche ich einen Kaffee. Oder einen Schnaps. Oder beides."

Anneli hielt ihn fest. Ihre Stimme war leise, zitternd. "Ich hatte so ein Gefühl, dass etwas passiert ist."

Sie führte ihn an den Tisch zurück. Erst nach einem Schluck kräftigen Espresso konnte er sich sammeln.

"Ich wurde abgefangen. Sie haben mich gezwungen, das Labor zu betreten und ein MOCASIN-System mitzugeben. Wir hatten keine Wahl. Die Männer waren bewaffnet. Drinnen hat man sofort verstanden, was los ist - sie haben eine Box gepackt, ich hoffe nicht die allerletzte Version."

Anneli schluckte. "Und, haben sie dir wehgetan?"

Peter schüttelte den Kopf. "Nur ein paar Prellungen."

Er sah sie an. "Sie wussten alles. Das Hotelzimmer in Eckernförde war wohl mit einer Überwachungskamera ausgestattet. Mein Double hätte ganze Arbeit geleistet und deiner großen Schwester gleich zweimal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wie sie es ausgedrückt hatten."

Anneli wurde rot. "Das ist unglaublich. Aber, na ja, klingt ganz nach Julia, schläft ungeniert innerhalb von vierundzwanzig Stunden mit zwei unterschiedlichen Männern. Peter, es ist Zeit, dass du es weißt. Sie ist nicht meine große Schwester. Sie ist meine Mutter."

Der wortgewandte Offizier kam ins Stocken. "Was? Wie?"

Peter lehnte sich zurück. "Au weia. Dann habe ich mit Mutter und Tochter ein Verhältnis und ich dachte schon, mit zwei Schwestern gäbe es Probleme."

Anneli hob die Schultern. "Mir macht das nichts. Ehrlich. Im Gegenteil, ich glaube, Du und Julia, ihr seid ein gutes Paar. Sie ist stark. Und du bist es auch."

Peter beugte sich vor, gab ihr ein zärtliches Küsschen auf die Wange.

"Dann musst du jetzt auch etwas verdauen. Mart und ich sind ebenfalls enger verwandt. Mart ist ein früher Glückstreffer, wie ich es gerne ausdrücke. Er konnte nicht bei mir aufwachsen, aber ich versuche, ein wenig nachzuholen."

Jetzt war es Annelis Kinnlade, die nach unten klappte, jedoch fasste sie sich schnell.

"Na ja, das ist ja einiges, das Du deinem Sprössling jetzt bietest: Ostsee, MOCASIN und deine Geliebte zur freien Verfügung."

"Ich liebe deine positive Sicht auf die Dinge", erwiderte Peter und gab ihr ein zweites Küsschen hinterher.

***

Die Sonne sank langsam auf die reetgedeckten Dächer in Eckernförde. Der Wind trug den salzigen Geruch des Meeres herüber, Möwen zogen rufend ihre Kreise.

Im Zug hatten Peter und Anneli, an die an der Ostsee gebliebenen, alles berichtet - die Ereignisse in München, den erzwungenen Zugriff im Labor, die Wahrheit über ihren Verwandtschaftsgrad.

Auf der Terrasse der Villa saßen Julia und Mart, ausgestreckt in Liegestühlen. Als sie das Taxi vorfahren hörten, sprangen beide auf.

"Da seid ihr ja!", rief Julia und stürmte Peter entgegen. Ihre Stimme war ein wenig heller, man hörte, dass die Anspannung der letzten Tage mitschwang. Sie warf sich ihm um den Hals.

Mart folgte langsamer, sein Blick suchte Anneli. Er lächelte, und sie erwiderte es erleichtert, bevor sie sich in die Arme fielen. Vier Menschen, die mehr erlebt hatten, als sie je erwartet hätten.

Dann lösten sie sich voneinander, sahen sich mit anderen Augen an - aufmerksam, prüfend, neu.

Peter legte eine Hand auf Marts Schulter. "Mart, ich glaube, du hast dich in den letzten vierundzwanzig Stunden außerordentlich gut bewährt."

Mart grinste, leicht verlegen, und schüttelte den Kopf. "Das hast du doch alles eingefädelt."

Julia strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, ihre Augen blitzten. "Vielleicht sind wir ungewöhnlich, aber wir funktionieren verdammt gut zusammen. Darauf sollten wir stolz sein."

Peter: "Das Gleichgewicht der Kräfte ist im Universum vorerst wiederhergestellt. Wir sind wieder vereint - und wie ich gerade erfahren habe, sind die Gangster mit ihrer Beute nicht weit gekommen. Unser Geheimdienst hat sie einkassiert."

***

Ein halbes Jahr später - im Zug Richtung Süden

Ein Intercity rauschte durch die verschneiten Ebenen Bayerns. Julia hatte die Stirn ans Fenster gelehnt, beobachtete, wie sich der Schnee auf Wiesen und Dächern legte. Neben ihr saß Peter in dickem Wollpullover, einen Skiguide auf dem Schoß.

Gegenüber saßen Anneli und Mart. Sie spielten Karten, kicherten - wie zwei die alles um sich herum vergessen hatten.

"Also, was genau erwartet uns in dieser Hütte?", fragte Julia, ohne aufzublicken.

Peter: "Das, was Du dir gewünscht hast, Liebling. Kein WLAN. Kein Handyempfang. Nur Holzofen, Schnee und Langlaufloipen."

Julia lächelte. "Und Holzdielen?"

Peter: "Ja, ich denke, die sind in Hütten nun mal üblich".



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