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Eine beinahe glückliche Hausfrau (ein erotischer Krimi) (fm:Sonstige, 40709 Wörter)

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Veröffentlicht: May 06 2026 Gesehen / Gelesen: 1078 / 892 [83%] Bewertung Geschichte: 8.75 (4 Stimmen)
Elenor, Mutter/Hausfrau, hat die Fünfzig überschritten. Sie wehrt sich gegen das Unsichtbarwerden, will weiterhin begehrt werden und beginnt eine aussereheliche Liebschaft, die sie zu erotischen Höhepunkten führt, aber auch in den Verhörraum der Polizei!


Ersties, authentischer amateur Sex


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lange der Kurs dauern würde, war ich davon bereits etwas angetan. Nach einiger Bedenkzeit schrieb ich mich ein und begann voller Elan diesen Weiterbildungskurs zur Arbeitsvermittlungsmitarbeiterin. Die regionalen Arbeitsvermittlungsstellen, kurz RAV, betreuten Arbeitslose und halfen ihnen, eine neue Stelle zu suchen. Das ist ein sehr vielfältiger Beruf und man hat es mit allerhand Menschen zu tun. Wer Arbeitslosengeld beziehen wollte, musste sich beim RAV anmelden. Bei einer dieser Stellen, bei der ich mittlerweile selbst arbeite. Jeder Arbeitslose bekommt einen Betreuer oder eine Betreuerin, die ihm hilft, Bewerbungsschreiben professionell aufzusetzen, aber auch mit ihm zusammen abklärt, welche Stellen für ihn geeignet sind. Es liegt auf der Hand, dass hier die Wünsche und die Möglichkeiten der Kunden oft auseinanderdriften. Ebenso beinhaltete diese Aufgabe auch eine Kontrolle, ob der Kunde auch wirklich die vereinbarten Vorsprechtermine einhielt und ob er sich ehrlich bemühte, eine neue Stelle zu finden. Das war nicht immer der Fall, wie ich bald mal selbst erfahren musste. Nun, ein etwas kurzfristiges Denken, denn nach zwei Jahren waren die Renitenten ausgesteuert, erhielten also keine Arbeitslosenunterstützung mehr und wurden von der Sozialabteilung weiterbetreut.

Es war eine ganz neue und spannende Herausforderung für mich. Menschen helfen zu können, ist sehr befriedigend. Das dankbare Lächeln der Kunden, die soeben, mit meiner tatkräftigen Hilfe, eine neue Stelle gefunden hatten, war der eigentliche Lohn oder sogar der Applaus für meine Arbeit. Oft kam ich befriedigt und entspannt von der Arbeit nach Hause. Da ich nur Teilzeit arbeitete, habe ich genügend Freizeit für mich und auch genügend Zeit, mich von den manchmal emotionalen Belastungen zu erholen.

Die emotionalen Belastungen verursachten vorwiegend die Problemkunden. Ich musste unbedingt noch lernen, mich besser abzugrenzen. Zuerst hatten sie mich auf dem RAV von den Problemfällen verschont, aber da ich nun schon einige Monate dort arbeitete, kam ich nun auch in den zweifelhaften Genuss dieser Klienten. Manchmal fühlte ich mich verarscht, ab den fadenscheinigen Argumenten, warum sie den Vorstellungstermin erneut sausen liessen. Und andererseits war es höchst amüsant, was für Einfälle der Mensch hat, wenn er etwas partout nicht will. Kürzlich rief mich ein Arbeitgeber an, mein Kandidat sei nicht erschienen und er könne ihn telefonisch nicht kontaktieren. Beim nächsten Besuch auf dem RAV kam er mit einem Arztzeugnis.

„Hier das Arztzeugnis“, sagte er lakonisch und hielt mir ein Papier hin. Ich las: „Diagnose: Ohrmilben.

Patient: Bruno (Europäische Kurzhaar-Katze).“

„Aber das ... ist von ihrer Katze!“, sagte ich erstaunt.

Mein spezieller Klient meinte trocken: „Ja, aber ich fühle mich auch nicht gut, wenn sie krank ist.“ Was soll man da noch sagen? Ich musste mein Lachen unterdrücken und möglichst professionell bleiben.

Wenn ich zu Hause manchmal von der Arbeit solche Anekdoten erzähle, reagiert Herbert mit Unverständnis und Bewunderung für meinen Langmut. In seiner Arbeitswelt des oberen Managements hatte man keinerlei Bezug mehr zu solchen Menschen und noch weniger Verständnis dafür, dass solche Kreaturen mit unseren Steuergeldern unterstützt wurden. Wenn es nach ihm ginge, täte es auch ein kräftiger Tritt in den Hintern.

Ich ging in meiner neuen Arbeit auf, war unter den anderen Beratern und Beraterinnen beliebt und ich schätzte sie ebenso. Brigitte und die Berufsberaterin hatten mich gut beraten.

* * *

Aber wie das Leben nun mal spielt: Von Bedürfnissen, die da sind, kann man sich eine Zeit lang ablenken, aber irgendwann melden sie sich zurück und dann meist noch deutlicher und fordernder. Zuhause ging alles wie immer seinen geordneten, harmonischen Weg. Wenn nur nicht diese Flaute im Bett wäre. Natürlich hatte unsere Ehe nach zwölf Jahren nicht mehr dieselbe Frische, wie zu Beginn. Dass dem so war, würde ich aber nie meinem Mann anlasten, es war einfach so. Es knisterte nicht mehr, es glimmte nur noch ein bisschen - manchmal. Gerade genug, um sich daran zu wärmen. Oft dachte ich, diesen Abend gehen wir früher zu Bett und lassen es wiedermal krachen, und dann endeten wir beim Kuscheln und waren damit vollauf zufrieden. Oder zumindest glaubte ich das jeweils. B.B. King singt: „The Thrill has Gone away Baby“, ich glaube, das ist es. Musste ich mich damit abfinden? Andere Frauen hatten wirkliche Probleme, hatten die dafür meine nicht?

Hatte das etwas mit der Menopause zu tun? Ich erinnerte mich noch gut: Früher wollte mein Mann viel häufiger als ich, manchmal wurde es fast zu einer Ehepflicht. Aber seit einiger Zeit, und wie mir scheint zunehmend stärker, bin ich diejenige, die will, gefühlt dauernd will. Vor allem will ich nicht unsichtbar werden, wie das bei vielen Frauen meines Alters der Fall ist. Aber die sind teilweise auch selbst schuld, wenn ich sehe, wie sie sich anziehen und sich geben: mausgrau, reizlos, somit leicht zu übersehen. Nein, das wollte ich definitiv nicht, ich war nicht der sprichwörtliche Mohr, der seine Schuldigkeit getan hatte, sprich zwei Kinder in die Welt gesetzt und grossgezogen hatte, und jetzt gehen konnte. Ich gab nicht klein bei, dafür hielt das Leben noch zu viele Überraschungen für mich bereit. Das spürte ich ganz deutlich. Man musste sie nur sehen und zugreifen. Nur würde das mein Umfeld nicht unbedingt verstehen, Elenor ist für sie Mutter, Haus- und Ehefrau. Aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen. Wenn sie mich so sahen, dann war das deren Problem. Ich war jetzt eine andere Elenor, die abenteuerlustige, offensive und genusssüchtige, die noch viel vom Leben erwartete und es einforderte. Ansonsten hatte ich zum Glück keine anderen Symptome, keine Hitzeschübe, keine Stimmungsschwankungen, nichts dergleichen, ausser dass ich scheinbar unheilbar liebeshungrig war. Diese Erkenntnis war langsam in mir gereift, dafür umso klarer ein Teil meiner Identität geworden.

Bei aller Befriedigung bei meiner neuen Arbeit konnte dies meine anderen Bedürfnisse nicht kompensieren. Sie konnte mich lediglich etwas hinhalten.

Heute Morgen war ich shoppen gegangen, ich wollte mir für den Pilateskurs eine dieser ultraengen Leggings kaufen. Eine andere Kursteilnehmerin war kürzlich mit einer dieser Leggings aufgekreuzt. Fasziniert sah ich, wie sie damit ihren Hintern betonte. Indem der Stretch-Stoff zwischen den Hinterbacken tief einschnitt, kamen ihre Halbkugeln schon fast obszön zur Geltung. Ihre Figur kam dadurch optimal zur Geltung, man hätte den Stoff fast übersehen können. Nun, ihre Figur ist nicht schlecht, aber meine wird sie übertreffen, denn ich habe einen recht kugeligen Hintern, den ich früher nicht mochte, aber jetzt, da er in Mode gekommen ist, bin ich stolz auf ihn. Ich probierte verschiedene Farben an. Weiss stand mir gut, jedoch zeichnete sich der Slip zu deutlich ab. Schwarz war besser bezüglich Slip, aber betonte meinen Hintern etwas weniger. Die Verkäuferin bemerkte bei der Anprobe: „Natürlich tragen sie diese Leggings ohne Slip, jedoch müssen wir bei der Anprobe aus hygienischen Gründen darauf bestehen.“

Ich schluckte kurz leer. Ohne Slip, na ja, das konnte ja heiter werden! Als sie die Kabine verlassen hatte, schaute ich auf dem Etikett genauer nach. Da stand: ‚Vertvie Scrunch Butt Sport Leggings Damen, nahtlose Lang Sporthose High Waist Po Push Up Booty Leggins, für Sport, Fitness, Freizeit, Gym‘. Alles klar, oder fast, meine Wahl fiel schlussendlich auf ein helles Grau. Ich konnte es kaum erwarten, zu Hause dieses sexy Ding anzuprobieren und vor dem Spiegel sämtliche Pilatesübungen auf ihre Wirkung zu überprüfen. Ich band mir die halblangen hellbraunen Haare zu einem Pony zusammen, damit sie mir nicht ins Blickfeld fielen, wenn ich mich kopfüber betrachte. Es war beeindruckend, ich war in der Tat ein Hingucker. Nur meine ausgeprägte Vulva hob sich ebenso deutlich ab, wie mein Hintern. Bei gewissen Übungen schnitten sie auch im Schritt ein und zeichneten meine Schamlippen ziemlich unziemlich ab. Hätte ich mich nicht rasiert, würde es vermutlich etwas kaschiert, aber so. War das ein „No Go“? Oder ein ‚Kollateralschaden‘, den man hinnehmen musste. Ich war mir unsicher, was noch ziemlich war. Wenn ich mich so im Spiegel betrachtete, bekam ich Herzklopfen. Meine Vulva erinnerte mich an eine XXL-Aprikose, die etwas zusammengedrückt wurde. Wenn sie meinem Alter entsprechend, überreif sein sollte, wäre ein Saftfleck unvermeidlich. Eine hellgraue XXL-Aprikose, zum Glück nicht eine hautfarbene, sonst wäre es definitiv zu anstössig. Nun gut, auch in Hellgrau, brauchte man nur einen Hauch von Fantasie, um diese Assoziation herzustellen. Es brauchte schon eine Portion Mut, sowas in der Öffentlichkeit zu tragen. Sollte ich es zuerst an Herbert, meinem Mann, ausprobieren? Ich könnte ja mal sehen, wie er darauf reagierte. Vielleicht liesse er sich dadurch wieder mal zu einer wilden Sexnacht animieren. Ich bezweifelte es stark. Eher würde er mir verbieten wollen, so anzügliche Leggings ausser Haus zu tragen. Zumal in meinem Alter.

Das wollte ich keinesfalls riskieren. Warum einen Streit vom Zaun brechen, der völlig unnötig war? Ich wurde von Mutter Natur nun mal so begehrenswert ausgestattet, also wäre es eine Sünde, das nicht in Ehren zu halten. Damit meine ich, anderen eine Augenweide zu bieten und so Freude zu spenden. An mehr dachte ich nicht, sicher nicht, nein, bestimmt nicht. Nun gut, verstecken musste ich mich mit meiner Figur keinesfalls, aber sie zog aller Gattung Blicke an, seien es abschätzende, eher von Frauen, oder bewundernde, oder gar lüsterne von Männern.

Ich liess die Hose an, um mich im vertrauten Umfeld des Hauses daran zu gewöhnen. Immer wieder ging ich am grossen Spiegel im Schlafzimmer vorbei und war von Neuem fasziniert über deren Wirkung. Dann klingelte es an der Haustür. Ich zog den Bund der Leggings zum Bauch hoch, schlüpfte in eine weite Wolljacke und schaute nach. Es war der Paketbote, mein erstes Testobjekt, beschloss ich.

„Guten Tag.“

Routiniert schaute der Paketbote auf sein Tablett und fragte: „Frau Elenor Elmer?“ Erst jetzt schaute er zu mir hoch und liess eine angenehme Überraschung erkennen.

Ich warf meine hellbraunen Haare mit einer Kopfbewegung nach hinten: „Ja, die bin ich.“

„Eine Unterschrift bitte, hier.“ Er hielt mir das Tablett und den Pen entgegen.

„Ah, einen Moment bitte.“ Ich drehte mich um, bückte mich mit gestreckten Knien zu meiner Tasche, die am Boden stand, und kramte etwas darin. Unmöglich, diesen heissen Hintern nicht zu sehen, zumal für einen jungen Mann, wie ihn. Dann kam ich mit einem Trinkgeld auf ihn zu, unterschrieb und drückte ihm die Münzen nachdrücklich in die Hand. „Viel ... ähhm ..., vielen Dank“, stammelte er etwas irritiert und schaute mich mit grossen Augen an. Unschlüssig, ob er weiterhin den engen Zeitplan seines Jobs einhalten sollte, oder ob er sich durch die engen Leggings zu einer Auszeit mit vielversprechendem Ausgang verleiten lassen wollte, sagte er schliesslich: „Ich muss dann leider weiter, die Pflicht ruft.“

„Ja, ja, die Pflicht ...“, hörte ich mich etwas freudlos sagen.

Der junge Mann schaute mich kurz sehnsüchtig an, als ob er seinen Vorsatz schon bereuen würde. Man hätte es ihm nicht verübeln können. Dann gab er sich einen Ruck, als müsste er sich aus einer verzwickten Situation befreien, und verabschiedete sich. Ja, ja, junger Mann, dachte ich, das Leben besteht aus lauter verpassten Gelegenheiten.

Ich stand da mit dem Päckchen in der Hand und sagte zu mir: Funktioniert doch. Ich war mit meinem Probeauftritt zufrieden. Gespannt erwartete ich meine nächste Pilatesstunde. Ich musste mir schon ein wenig Mut zureden, aber schlussendlich wagte ich den Auftritt in meinem neu erstandenen Outfit. Ich bemerkte, dass wir mittlerweile schon zu dritt waren, die solche engen Leggings trugen. Bestimmt würde das einen Druck auf die anderen Teilnehmerinnen ausüben. Denn wer möchte denn schon hintanstehen? Ich trat schliesslich voller Selbstbewusstsein in den Gymnastikraum, mit der Gewissheit, eine Opinion-Leaderin zu sein und zudem über den am besten ausgestatteten Body zu verfügen. Wenn jemandem diese scharfen Leggings standen, dann wohl mir.

Neid ist die höchste Form von Bewunderung. Das konnte ich in den Augen der anderen Kursteilnehmerinnen ablesen. Während der Stunde konnte ich an nichts anderes denken als an meinen prallen Hintern und meine hervorstehende Vulva, deren Spalte man nicht übersehen konnte. Obschon nur Frauen zugegen waren, erregte es mich dennoch, mich so zu präsentieren. Ab und an musste ich sogar prüfen, ob sich meine Erregung nicht durch einen feuchten Fleck verraten hatte. Der auf der hellgrauen Hose überdeutlich zu sehen gewesen wäre. Es war ein heisser Vorsommertag und die Leggings gaben warm, zumal wir uns ja noch ganz ordentlich bewegten. Nach dem Kurs zog ich sie aus und suchte vergeblich meinen Slip in der Tasche. Den hatte ich, in der Aufregung über mein neues Outfit, offensichtlich glatt vergessen. Mein kurzes, weites Sommerkleidchen hatte ich immerhin eingepackt. Normalerweise gingen wir nach dem Pilates noch was trinken, aber heute hatten alle bereits was anderes vor und so sass ich alleine vor der Cafeteria an einem kleinen Tischchen und genehmigte mir einen Fruchtdrink. Es blies ein angenehmer, warmer Wind, der immer mal wieder eine Böe vorbeitänzeln liess, die mich zwang, mein Sommerkleid an den Knien festzuhalten. Als ich wieder mal das Glas zum Munde führte und in der anderen Hand mein Handy hielt, kam ein kräftiger Windstoss und entblösste meine Oberschenkel bis zum Schritt. Hastig versuchte ich, mit dem Handy in der Hand das Kleid über die Oberschenkel zu ziehen, wobei es mir auf den Boden fiel. Als ich mich danach bückte, kam prompt der nächste Windstoss und hob den leichten Stoff über meinen höschenlosen Hintern hoch bis zum Rücken. Dort blieb der Stoff irgendwie am schmalen Gurt hängen, ohne dass ich es bemerkt hätte. Erst als ich mich setzte, spürte ich das kalte Metall des Stuhles, direkt an meinem Hintern. Bevor ich es in Ordnung machen konnte, schaute ich mich um. Mindestens zwei Männer, die ebenfalls an einem Tischchen sassen, hatten mein Malheur bemerkt. Der eine war ein junger sportlicher Typ, der mit seinem Smartphone beschäftigt war, aber dennoch ein Auge auf mich gerichtet hatte. Der andere Mann, etwa Mitte fünfzig, las scheinbar in einer Zeitung, wobei er immer wieder über den Zeitungsrand hinweg zu mir sah. Dies war mir schon vorher aufgefallen, schenkte dem aber nicht weiter Beachtung, denn ich war es gewohnt, von Männern taxiert und begutachtet zu werden. Und offen gesagt war mir das viel lieber, als unsichtbar zu sein. Dieser distinguierte Herr erhob sich und kam nun auf mich zu. Eigentlich wollte ich meinen Rock richten, so dass mein Allerwertester nicht mehr so freizügig zur Schau gestellt würde. Aber ich blieb wie angewurzelt sitzen und rührte mich nicht. Als er vor mir stand, sagte er: „Verzeihung, die Dame, ihnen ist mit ihrem hübschen Kleid ein Missgeschick passiert. Darf ich ihnen behilflich sein?“

„Äh, ja, ich weiss ... ich wollte gerade ...“

Der höfliche Herr trat hinter mich an die Stuhllehne und löste den Saum meines Kleides vom Gurt, der sich dort verfangen hatte.

„Darf ich ihnen ein Kompliment machen, werte Dame? Ich weiss, es ist in dieser Situation überhaupt nicht angebracht, aber ich bin halt auch nur ein Mann.“

Ich schaute ihn verdutzt an, als ich mich kurz vom Stuhl abhob und den Stoff unter meinem Hintern glattstrich. Er schaute mir in die Augen und schwieg. Ich musste ein riesengrosses Fragezeichen auf meinem Gesicht getragen haben.

„Ach, besser nicht“, sagte er und ergänzte dann stattdessen: „Ich bin Leo Hofstetter, darf ich sie zu einem Getränk einladen?“

Bestimmt hatte ich in diesem Moment verdutzt geschaut, aber innerlich jubilierte ich: ‚Hey, Elenor, du hast die Fünfzig überschritten und du wirst am heiteren hellen Tag von einem Mann zu einem Drink eingeladen. Du bringst es noch immer.‘ Wow, tat das gut. Oder, musste ich schon ohne Höschen auf die Strasse gehen, um sowas zu provozieren? Ach was, das konnte man doch nicht sehen, wegen des kleinen Windstosses. Elenor! Träum noch ein bisschen, du weisst genau, dass Männer alles sehen, nein, nicht den überfälligen Abwasch im Spültrog, aber das, was sie sehen wollen. Und eine Frau ohne Höschen gehört definitiv dazu, dann hast du ihre volle Aufmerksamkeit, selbst wenn sie es nicht sehen, sondern nur erahnen. Der attraktive Mann stand noch immer vor mir und wartete auf eine Antwort. Endlich begriff ich, dass es an mir war, etwas zu sagen.

„Ah, ja, sehr gerne, wollen sie sich zu mir setzten.“

Er setzte sich und fragte: „Mögen sie ein Glas Weisswein?“

„Warum auch nicht, es ist ja schon nach elf Uhr.“ Was für eine Spiesserin du nur bist, ich hätte mir gleich die Zunge abbeissen können. Ich war froh, dass er meinen einfältigen Hinweis auf die Tageszeit nicht kommentierte und stattdessen nach der Bedienung Ausschau hielt. „Mögen sie einen Verdejo? Oder nein, zur Feier des Tages darf es doch auch Champagner sein, was meinen sie?“

„Äh, also bei Champagner werde ich regelmässig schwach.“ Geht doch, sagte ich zu mir, das sind doch die Antworten, die Männer mögen. Der jüngere Mann hatte uns noch eine Weile interessiert zugeschaut, und dann verliess er sein Tischchen. War er enttäuscht, eine potenzielle Gelegenheit verpasst zu haben? Aber gegen diesen weltgewandten, gestandenen Herrn hatte er offenbar keine Chance, dies hatte er offenbar eingesehen. Senioritätsprinzip? Der jüngere erkennt, bevor es zum Kampf kommt, wenn er dem Leittier im Rudel Platz machen muss. Was fabulierst du schon wieder, Elenor? Warum denn nicht? Es drehte sich im Moment alles um mich, ich war gebauchpinselt.

Der Kellner servierte den Champagner nach allen Regeln der Kunst, also in einem grossen Eiskübel. Die beiden Flûte hatte er mit Eiswürfeln gefüllt, um die Gläser vorzukühlen. Dann entfernte er die metallene Hülse von der Flasche und mit einem unaufdringlichen ‚Plopp‘ entfernte er den Zapfen. Erst dann kippte er die Eiswürfel aus den Flûtes und schenkte zuerst nur ein Schlücken ein und füllte nach einer kurzen Pause nach.

„Sehr zum Wohl, die Herrschaften.“

„Ich bin Elenor ..., danke für die spontane Einladung, Leo.“

„Auf dich, Elenor, es macht mich glücklich, dich kennenlernen zu dürfen.“

Sie nahmen beide einen kräftigen Schluck und er schenkte gleich nach.

„Und was ist jetzt mit dem Kompliment, das du mir machen wolltest und dann doch wieder nicht?“

„Nun, wie gesagt, es war ein etwas sehr impulsiver Gedanke meinerseits.“

„Lass hören, Leo, ich liebe Komplimente.“

„Nun gut, wenn du darauf bestehst. Ich wollte dir zu deiner fantastischen Figur und insbesondere zu deinem attraktiven Hinterteil gratulieren, er hat mich augenblicklich in seinen Bann gezogen.“

„Du bist mir vielleicht ein Schwerenöter, Leo“, kicherte ich und ergänzte: „Man kann auch mit einem Kompliment mit der Tür ins Haus fallen.“

„Und wenn einem die Tür nicht vor der Nase zugeschlagen wird, kann daraus was Wunderbares werden, nicht?“

„Ich mag nicht, wenn Türen zugeschlagen werden. Lieber lasse ich sie einen Spalt weit offenstehen, damit man ...“ Halt, stopp, nicht weiterreden, sonst wird es zu billig, oder war das bereits zu direkt? Fragte ich mich. War das eine zu offensichtliche Einladung?

„Da spricht eine weise, erfahrene Frau, wie mir scheint. Man soll die Freuden des Lebens auf sich zukommen lassen und geniessen, wann immer sie einem hold sind.“

Damit hat mir Leo klar gemacht, dass wir unsere Begegnung nicht mit einem Champagner-Apéro beenden würden, sofern ich es auch so sähe. Ich sah es auch so: Der sympathische Herr mit den guten Manieren und der gepflegten Konversation, schmeichelte meinem Ego meisterlich. Ich legte meinen Kopf leicht in den Nacken, der Sonne entgegen, und genoss mit geschlossenen Augen seine Blicke an mir. Warum machte ich mir in diesem Moment keine Gedanken um meine Fältchen rund um die Augen, oder die nicht mehr so superglatte Haut an meinem Hals? Ganz einfach, ich spürte sein Wohlwollen, seine uneingeschränkte Bewunderung. Also nicht, dass er mich schon schön getrunken hätte, nein, dafür war der Champagner noch zu spärlich geflossen. Es war sein Jagdinstinkt, den ich geradezu physisch an meinem Körper spüren konnte. Ich liess es geduldig wirken und ergötzte mich an den wiederholten Schauern, die meine Haut überströmten. Ein zufriedenes Lächeln breitete sich über meinem Gesicht aus.

„Elenor, du kannst geniessen, stimmts? Es ist faszinierend, dir zuzusehen, wie du dich dem Hier und Jetzt hingeben kannst.“

„Ja, ich glaube, das kann ich“, öffnete die Augen und schenkte ihm mein süssestes Lächeln. Er schenkte nach und wir erhoben die Gläser auf diesen besonderen Augenblick. Es brauchte keine Worte, die knisternde Spannung war bestimmt noch ein paar Tische weiter spürbar. Es war der Moment, mich zurückzunehmen und dennoch mit Charme willige Bereitschaft zu signalisieren. Mich in seine Obhut zu begeben und ihm die weiteren Schritte zu überlassen. Offensichtlich behagte ihm diese Rolle, ich bin mir sicher, er hätte sie auch bei etwas weniger offensichtlicher Hingabe meinerseits übernommen.

„Was für ein schöner Tag, den sollten wir zusammen geniessen, was meinst du, Elenor?“

„Und so warm heute.“

„Lass uns zusammen in die Natur gehen, ich weiss auch ein wunderbares Plätzchen, perfekt, um einen Tag wie diesen gebührend zu geniessen.“

„Natur tönt gut, überrasche mich, Leo, und ich liebe Überraschungen.“ Wenn das keine allerletzte Einladung gewesen war.

Als ich mich vom Stuhl erhob, spürte ich eine leichte Beschwingtheit, so als ob ich auf einer Wolke schweben würde. Er nahm mich bei der Hand und führte mich zu seinem Wagen, den er praktischerweise gleich gegenüber geparkt hatte. Galant öffnete er mir die Beifahrertür. Ich schwang meinen Hintern so schwungvoll auf den Beifahrersitz, dass ich ihm sozusagen als ‚amuse bouche‘ einen süffisanten Einblick verschaffte.

Er quittierte mein kleines Gastgeschenk mit einem Blick, der ungebändigtes Begehren signalisierte. Er fuhr sicher und zielstrebig aus der Stadt den Hügel hinauf. Wir sassen schweigsam nebeneinander und vergewisserten uns lediglich mit gegenseitigen, warmen Blicken, der stillen Übereinkunft.

Ja, mein lieber Herbert, genau das ist es, was ich an unserer Beziehung so schmerzlich vermisse. Das Gefühl, lebendig zu sein. Mich mit allen Sinnen zu spüren. Ganz und gar begehrt zu werden, und bald wird er mich, so hoffe ich ...

Als hätte Leo meine Gedanken gespürt, legte er mir seine warme Hand auf den Oberschenkel und fragte: „Wie fühlst du dich, Elenor?“

„Lebendig, äusserst lebendig.“

„Das hättest du nicht besser sagen können, so fühle ich mich auch.“

Seine Hand fasste meinen Oberschenkel kräftiger an, und löste ein angenehmes Kribbeln in meinem Bauch aus. Dann kurvte er mit dem Wagen auf einen Parkplatz am Waldrand. Aus dem Kofferraum nahm er eine grosse Umhängetasche, schwang sie sich über die Schulter und schon gingen wir Hand in Hand in den Wald hinein. Es waren nur wenige Schritte, bis wir auf eine gut besonnte Waldlichtung kamen.

„Was meinst du, ist es hier auszuhalten?“

„Mit der richtigen Begleitung schon“, entgegnete ich und schmiegte mich an ihn. Er stellte sich hinter mich, umschloss meine Taille mit den Armen und küsste mich zärtlich am Nacken. Alle meine Härchen richteten sich auf. Er machte das so wunderbar, dass ich es nie mehr missen wollte. Dann wanderten seine Hände von der Taille zu meinen Brüsten hoch. Umschlossen sie und suchten mit zwei Fingern die Nippel durch den feinen Stoff. Noch immer küsste er mich am Hals. Ich drückte meinen Hintern gegen ihn und spürte deutlich seine Beule. Dann ging es plötzlich schnell. Seine Hosen rutschten zu den Fussgelenken, mein Sommerkleidchen wanderte den Rücken zu den Schultern hoch und sein praller Schwanz drängte sich zwischen meine Hinterbacken. Ich beugte mich nach vorne, stützte mich an einer dicken Buche ab und drückte meine Lust nach hinten gegen den Eindringling. Ich war schon seit dem Pilateskurs feucht und die Begegnung mit Leo, mobilisierte weitere Körpersäfte. Deshalb stiess er fast mühelos, von einem befreienden Aufstöhnen begleitet, tief in mich. Er teilte meine Haare in zwei Büschel und nahm je eines in eine Hand, um mich an ihnen zurückzuziehen. Mein Kopf wurde in den Nacken gezerrt und sein Glied steckte in mir. Dann blieb er eine ganze Weile so in mir drinnen, um den Augenblick auszukosten. Aber nicht lange, mit kräftigen Stössen wiederholte er x-mal den ersten Anstich. Dann wurde es immer rabiater, er hämmerte sich immer wieder so kraftvoll von hinten in mich, dass es mich unsanft schüttelte. Endlich liess er meine Haare los, dafür spürte ich seinen festen Griff an meiner Taille. Sein Griff wurde fester und fester und die Kadenz der Bumserei schneller und schneller. Seine Lenden klatschten laut an meinen Hintern, der sich bestimmt bei jedem Stoss kurzzeitig zu einem riesigen Fladen verformte. Das Klatschen widerhallte im Wald, kein Vogel piepste mehr, es schien, als würde die ganze Tierwelt erstaunt den Atem anhalten. Er traktierte mich mit so kräftigen Stössen, dass mein Kopf immer wieder an der Buche anschlug. Ich drückte verzweifelt meinen Hintern noch stärker dagegen, was ihn jedoch nur wilder machte. Ich weiss nicht mehr, wie lange dieses animalische Treiben dauerte. Jedenfalls spürte ich schon fast meine Möse nicht mehr, als er sich mit einem urigen Schrei aufbäumte und zitternd innehielt. Den Hintern kraftvoll an seine Lenden gepresst, verharrte er, solange, bis es nicht mehr in mir zuckte. Dann beugte er sich über mich und küsste mich seitlich an der Wange.

Die grosse Umhängetasche entpuppte sich als eine grosse Liegematte, die er mit wenigen flinken Bewegungen neben uns ausbreitete. Wir legten uns hin und kuschelten uns aneinander. „Wow, Leo, du bist, der Wahnsinn, du hast mich wie ein Irrer ...“

Leo lag leicht ermattet neben mir mit einem Schmunzeln um die Mundwinkel, sagte aber nichts zu meinem Kommentar. Ich betrachtete ihn von oben bis unten. Er war für sein Alter gut in Form, und sein malträtiertes, dunkelrot angelaufenes bestes Stück war unschlüssig, ob es sich bereits hinlegen konnte oder ob es noch gebraucht wurde. Ich rolle mich auf ihn und klemmte seinen Schwanz zwischen meine Oberschenkel. Ich lief langsam, aber fast unaufhörlich aus. Es wurde kühl und glitschig. Ich klemmte meine Oberschenkel zusammen und presste seinen glühenden Stab dazwischen. Er gurrte zufrieden. Meine Lippen suchten seine und endlich küssten wir uns leidenschaftlich, so wie wir es eigentlich zuvor hätten tun sollen. Aber die Begierde war bei uns beiden übermächtig, und nur zu gerne wollte auch ich das Vorspiel überspringen, um gleich zur urwüchsigen Begattung zu gelangen. Nie hätte ich gedacht, dass bei einem so zuvorkommenden, distinguierten Manne, wie Leo, eine solche animalische Lust hervorbrechen könnte. Was für eine Lust, von ihm genommen zu werden. Ich küsste ihn noch eindringlicher und leidenschaftlicher. Gleichzeitig trieb ich sein Glied durch meinen Schlitz auf der Suche nach der Knospe. Und als ich sie gefunden hatte und auch die richtige Stellung, die mir die gesuchte Wonne versprach, wippte ich mit geschickten Bewegungen aus den Hüften auf ihm auf und ab. Warum machte ich denn schon seit langem Pilates? Wenn nicht auch dafür? Zum Glück hatte ich mich heute Morgen frisch rasiert, sonst hätte er die kratzenden Härchen an seiner empfindlichen Eichel wohl kaum ausgehalten. Als er sich unter mir bewegte, sagte ich: „Nicht bewegen, Leo, lass es mich alleine machen.“ Er nickte stumm und bearbeitete meine Brüste, die über seinem Gesicht hingen. Er modellierte und massierte sie, liess sie zwischendurch wieder hängen und schaukelte sie hin und her. Ich hob meine Arme über den Kopf und bot ihm so meinen Körper dar. Ja, ja, ich weiss, sie sind nicht mehr so knackig und prall, wie sie waren, als ich zwanzig war.

„Du hast wunderbare Brüste, Elenor“, er hob seinen Kopf und lutschte an einer der Warzen. Ich musste mich auf mein Lustzentrum und die zielführenden Bewegungen konzentrieren. Ich spürte, wie sich die Woge in meinem Zentrum hochschaukelte. Diese unbeschreibliche Woge der Lust, die sich immer höher, immer intensiver ihren Weg an die Oberfläche bahnte, um dort wie ein Vulkan auszubrechen. Immer wenn ich komme, werfe ich meinen Kopf rhythmisch in den Nacken und beginne zu quieken wie ein frischgeborenes Schweinchen. Mein ganzer Körper zog sich kraftvoll zusammen und dann liess ich nur noch diesen himmlischen Orgasmus sein sündhaftes Unwesen in meinem Körper treiben, bar jeder Reue. Dann sackte ich auf ihn nieder.

„Wie schön und lustvoll du kommst, Elenor, du bist die Verkörperung der Lust.“

Ich lächelte zufrieden und küsste ihn zärtlich auf die Wange mit dem Dreitagebart. Immer noch wogte der Orgasmus durch meinen Körper und schüttete im Übermass Glückshormone aus. Als ich mich zur Seite an ihn schmiegte, kam meine Hand in einer Pfütze auf seinem Bauch zu liegen. Überrascht griff ich nach der nassen Stelle.

„Bist du tatsächlich gleich nochmals gekommen, du spritzfreudiger Hengst.“

„Ach Elenor, wenn du wüsstest, wie unheimlich geil du mich gemacht hast.“

Das war das i‑Tüpfelchen des heutigen Nachmittags, dieses Kompliment machte mich unsäglich glücklich. Die ultimative Bestätigung als Frau. Begehrenswert zu sein, die Männer aus der Fassung bringen zu können und sich Hals über Kopf darauf einzulassen. Ist es nicht eine Form der Macht, die Macht über das starke Geschlecht mit den Reizen der Frau? Ich weiss, ich bin etwas speziell in dieser Hinsicht, nicht alle Frauen sind so explizit darauf aus, es immer wieder zu erleben, ihr Lebensgefühl, ihr Selbstverständnis über diesen Reigen der Begierde zu definieren. Nun, ich schon, sei‘s drum.

Leo hatte mich beim Restaurant, wo wir uns getroffen hatten, wieder abgesetzt. Bevor ich ausstieg, tauschten wir unsere Nummern aus. Auf der Rückfahrt machte Leo den Vorschlag, uns erst wiederzutreffen, wenn wir grosses Verlangen aufeinander hätten. Dazwischen keine Nachrichten, keine Küsschen per WhatsApp usw. Funkstille, aber jeder von uns soll sich eine Situation oder einen Ort ausdenken, an dem er es mal erleben möchte. Und dann uns an diesem neuen Ort zu treffen und uns zu geniessen. Spannend, absolut spannend, ich war gespannt und schwor mir, nicht als Erste anzurufen, er sollte wieder total scharf auf mich sein. Aussergewöhnliche Treffen von hoher Qualität sind um vieles besser, als es immer wieder zu treiben, bis es zur Gewohnheit und Routine wird.

* * *

Beim Abendessen zu Hause im trauten Familienkreis fragte Herbert, mein Ehegatte: „Na, und wie war dein Tag heute?“

„Äh, schön, sehr schön“, sagte ich leicht überrascht, denn ich hing gerade noch dem pikanten Schäferstündchen nach. „Es war ja so schönes Wetter, schon fast Sommer.“

„Du Mama“, meldete sich nun Laura, unsere Jüngere, „sind das deine ‚High Waist Po Push‘ Leggings?“

„Wie, was meinst du?“, versuchte ich abzulenken. Laura, Laura, hast du wieder in meinen Sachen gewühlt?, ging es mir durch den Kopf. Jetzt nur kein Aufheben machen, sonst möchte am Ende Herbert auch noch mein sexy Ding sehen.

„Na, die hellgrauen Leggings meine ich.“

„Ja, was dagegen?“

„Bist du denn nicht etwas zu alt für sowas?“

„Oh, vielen Dank, sehr taktvoll, wie immer. Das sind meine Leggings für den Pilates-Kurs, wenn du nichts dagegen hast.“

Laura rollte mit den Augen. Was sie dabei dachte, wollte ich gar nicht wissen. Ach, Kind, wenn du wüsstest, wie jung und vital ich mich heute gefühlt habe. Aber das kannst du noch nicht verstehen, du mit deinen fünfzehn Lenzen. Herbert hörte Frau und Tochter zu, ohne etwas dazu zu sagen, denn zuerst hätte er ja fragen müssen, was um alles in der Welt denn ‚High Waist Po Push‘ Leggings sind. Er dachte bestimmt: Gut, gut, hatte Elenor einen schönen Tag, denn nichts geht über eine zufriedene Ehefrau. Wie sagte der Kollege bei der Arbeit kürzlich: „Happy Wife, happy Life!“ Alle haben wohl wissend gelacht. Meine Gedanken kreisten bereits wieder um die Abmachung mit Leo. Rein spielerisch überlegte ich mir ein paar pikante Orte oder Situationen, bei denen wir unsere Leidenschaft ausleben könnten. Aber ich hatte keine zündende Idee und zudem wollte ich mich ja stillhalten und Leo den ersten Schritt machen lassen. Er hatte bestimmt einige zündende Vorschläge auf Lager, schliesslich hatte er diese Art von Rendezvous vorgeschlagen. In der Nacht spürte ich kräftige Stösse an meinem Hintern. Ich drückte spontan dagegen, aber ich konnte meinen Hintern nicht richtig bewegen. Es fühlte sich wie am Nachmittag des vergangenen Tages an. Aber etwas stimmt nicht, ich lag doch im Ehebett. Im Traum hatte mich doch Leo im Ehebett so realistisch gebumst, dass ich beinahe gestöhnt hätte. Als ich etwas benommen meine Augen öffnete, sah ich im fahlen Licht des Mondes, Herbert neben mir liegen und regelmässig atmen. Wie realistisch sich das angefühlt hatte, war fast erschreckend. Ich glaube, Leo hat in mir etwas ausgelöst, das kaum mehr zu bändigen ist.

Die Tage gingen dahin, ich arbeitete engagiert mit meinen Kunden. Täglich waren es mindestens acht Klienten, die ich zu beraten hatte. Obschon die Arbeitslosenquote in der Schweiz tief war, riss der Strom der zu unterstützenden Personen nicht ab. Einerseits war in der Wirtschaft Fachkräftemangel, andererseits fielen nicht wenige zwischen die Stühle, weil sie sich nie weitergebildet hatten. Sie dachten, sie könnten ihren Beruf ohne Anpassung bis zur Pension ausüben. Der Fachkräftemangel bezog sich hauptsächlich auf höher qualifizierte Angestellte und auf die Pflege- und Gastroberufe. Somit hatte ich oft mit Menschen zu tun, die nur eine minimale oder gar keine Ausbildung absolviert hatten. Die waren echt schwierig zu vermitteln, vorwiegend dann, wenn sie sich unflexibel anstellten. Dankbar dagegen waren die Arbeitslosen, die kurz vor der Pensionierung standen und im Betrieb jüngeren, vermeintlich besseren Mitarbeitern Platz machen mussten. Sie hatten ein Leben lang gearbeitet und wollten oder mussten das bis zur Pensionierung durchziehen, um auf die Rente zu kommen, die ihnen einen geruhsamen Lebensabend ermöglichen würde. Die waren meistens dankbar und auch bereit, etwas tiefer qualifizierte Arbeitsstellen anzutreten. Für sie setzte ich mich besonders ein. Ich hatte bereits ein eloquentes Argumentarium zusammengetragen, das ich den Arbeitgebern ans Herz legte, um sie von den Vorteilen eines gestandenen und lebenserfahrenen Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin zu überzeugen. Der Mix aus jüngeren und älteren Mitarbeitern, so versuchte ich sie zu überzeugen, ergäbe die effizientesten Teams in der Arbeitswelt. Andererseits wurde meine Geduld arg strapaziert, wenn wieder ein Renitenter auf dem Stuhl vor meinem Pult sass und nach Ausflüchten suchte, warum er diese Stelle, die er hätte antreten können, dann doch ausschlug. Wenn wir auf dem RAV in solchen Fällen mit der Kürzung des Arbeitslosengeldes drohten, wurden sie oft rabiat. Einmal musste ich bei einem Kollegen mit ansehen, wie dieser bedroht wurde, sodass nichts anderes übrig blieb, als die Polizei zu rufen.

Aber oft waren die Ausreden so erbärmlich, dass sie mir nicht mal ein müdes Lächeln entlocken konnten. Ausser vielleicht neulich bei einer sehr exotischen Kundin, die behauptete: „Ich meditiere sechs Stunden am Tag gegen das Leid der Menschheit. Das ist eine Vollzeitstelle.“ Sie lehnt jede Erwerbsarbeit ab – „aus spirituellen Gründen“.

Es brauchte mehrere Gespräche und eine psychologische Abklärung.

Aber sonst nahm mein Leben seinen gewohnten Lauf und ich wartete vergeblich auf ein Zeichen von Leo. Schon kamen mir leise Zweifel, ob er es ernst gemeint hatte. Also was mich betraf, wäre ich schon wieder spitz und bereit gewesen für eine lustvolle Begegnung mit ihm. War ich durch das überraschende und äusserst intensive Erlebnis bereits angefixt? Ich beruhigte mich wieder. Bisher konnte ich mich dazu zwingen, zu warten, wie ich es mir vorgenommen hatte. Aber es kostete mich viel Geduld, und immer wieder war ich nahe dran, den ersten Schritt zu machen. Mein Stolz war aber dann doch stärker, und so liess ich es bleiben.

Dann nach einer gefühlten Ewigkeit die heiss ersehnte Message: „Hey liebste Elenor, wie geht es dir? Bereit für eine Session?“

Ich zwang mich, nicht sofort zu antworten. Dafür dachte ich über den Begriff Session nach und was er allenfalls damit noch meinen könnte. Ich konnte in diesem Ausdruck aber keine weitergehende Bedeutung finden als ein Treffen mit der beabsichtigten wollüstigen Tätigkeit. Wie nüchtern das klang für eine superheisse, lustvolle Vöglerei, an einem delikaten Ort, um die Lust noch zusätzlich anzustacheln. Dann antwortete ich: „Hallo Leo, ja, wenn du meinst.“

„???“ Offensichtlich hatte er eine etwas freudigere Antwort von mir erwartet. Also doppelte ich nach, um die Spannung zu steigern: „An was hast du denn gedacht, einen Kaffee zusammen trinken?“

„Elenor, spielst du Spielchen mit mir?“

„Du magst doch Spielchen, oder?“

„Und wie ich Spielchen mit dir mag.“

Ich liess das Ganze sacken und antwortete nicht weiter darauf. Ich wollte seine Begierde in den wenigen Worten des Messagedienstes lesen können. Er hatte mich auch lange warten lassen, zu lange, viel zu lange. Jetzt war es an ihm, seine Lust auf mich mit Worten zu bezeugen. Ich will es spüren, genauso wie seine Blicke im Strassencafé, als sich mein Saum verheddert hatte. Erst wenn er mich sinnbildlich auf Knien darum bitten würde, wollte ich dem Treffen zustimmen.

„Also spielen wir zusammen Spielchen?“

„Was für welche denn?“

„Elenor, ich lechze nach dir und deinem fabulösen Hintern, bitte, bitte, lass mich an ihm laben.“

Er weiss doch, wie es geht. Ach Herbert, du könntest noch so viel von Leo lernen. Ich beschloss, dass er seine Prüfung bestanden hatte.

„Mein Hintern ist ganz dein, nimm ihn dir, so wie du möchtest, erlabe dich daran und verehre ihn.“

„So mag ich meine Elenor!“

„Deine willige Kokotte, wartet auf Anweisungen.“

„Am kommenden Freitag um vierzehn Uhr auf dem Marktplatz auf der Seite der Kirche.“

„Ja, mein Gebieter, ich werde da sein.“ Dann war wieder Funkstille, na dann bis kommenden Freitag. Am Vormittag arbeitete ich noch, somit passte das hervorragend.

Was will er denn mit mir auf dem Marktplatz? Mich feilbieten an den Meistbietenden? Quatsch, er wird sich schon etwas überlegt haben, und es ist ja der Sinn, dass ich nicht weiss, was anschliessend passieren wird. Nächstes Mal bin ich dran, leider ist mir noch immer keine zündende Idee gekommen. Denn ich wollte ihn mit etwas ganz Besonderem überraschen.

Lange überlegte ich, was ich anziehen sollte, etwas Praktisches, leicht zu entkleiden und ebenso schnell wieder anzuziehen. Das neu erstandene Seidenhöschen mit den Rüschen war schon länger gesetzt. Darüber entschied ich mich für ein beige-schwarz gestreiftes, wadenlanges Wollkleid mit eingearbeitetem Büstenhalter, dreiviertellangen Trompetenärmeln und einem Rundausschnitt. Das Kleid hängt lose über den Hüften und kaschiert sie züchtig. Dazu flache Sandaletten aus Bast. Ich wollte mit meinem tugendhaften Auftritt, den Kontrast zu unserem hoffentlich wieder frivolen Treiben verstärken. Ich dachte mir, es wird Leo gewiss heiss machen, mich so sittsam gekleidet zu sehen. Bestimmt wird er es kaum erwarten können, mir das Kleid vom Körper zu reissen. Und dann würden meine kurvenreichen Formen umso mehr einen Knalleffekt erzeugen. Ich war etwas früher da und spazierte dem Marktplatz entlang, wobei ich scheinbar die Auslagen in den Schaufenstern betrachtete. In Wahrheit war ich so nervös, dass ich mich kaum stillhalten konnte und mein Aussehen in den Schaufenstern ständig überprüfte. Das Kribbeln im Bauch und das Ziehen im Unterleib zeugten von der Spannung und Vorfreude, auf alles, was kommen würde. Aber wohin werden wir gehen, was wird er mit mir machen?

Dann tippte mir jemand von hinten auf die Schulter. Ich wirbelte herum, es war Leo. Wir gaben uns dezente Küsschen, schliesslich waren wir in der Öffentlichkeit.

„Ich habe dich schon eine ganze Weile beobachtet.“

„Du Schuft.“

„Du glaubst gar nicht, wie aufreizend es ist, dir zuzusehen und zu spüren, wie du darauf brennst, genommen zu werden.“

„Kann man das sehen, bin ich so leicht durchschaubar?“

„Nur ich kann das, Elenor, nur ich habe diese Gabe.“

„Pahh, eher Insiderinformationen als Geisteskraft.“

Leo nahm mich an der Hand und führte mich über den Platz an der Kirche vorbei. Dann hielt er inne, schaute sich um, ob uns jemand beobachtete, und zog mich gleich darauf durch einen Hintereingang in die Kirche.

„Willst du Abbitte bereits vor unserem sündigen Verhalten leisten?“, fragte ich lachend.

Leo hielt mir den Zeigefinger auf den Mund und führte mich eine steile Wendeltreppe hoch. Es dünkte mich, wir würden den Turm besteigen, es wollte kein Ende nehmen. Dann hielt er inne, öffnete leise eine Tür, einen Spalt breit, und spähte hinein. Leo nickte und zog mich hinein. Wir standen auf der Empore, tief unter uns das lange Kirchenschiff. Rechts von uns ein kleiner Durchgang, der zum Orgelspieltisch führte. Er zog mich hindurch und schliesslich landeten wir hinter der Orgel auf einem Podest inmitten der mächtigen Orgelpfeifen. Ich machte grosse Augen und schmunzelte Leo zufrieden an und sagte: „Du bist genial, Leo.“ Leo legte seine Umhängetasche ab. Was hatte er wohl dieses Mal mitgebracht? Dann nahm er mich in seine Arme und endlich küssten wir uns, so als wären wir Jahre getrennt gewesen. Aus seiner Umhängetasche zauberte er triumphierend eine Champagnerflasche und zwei Gläser. Von unserem Podest aus führte eine kleine Treppe noch höher, auf ein weiteres kleines Podest, das den Orgelbauern die Arbeit erleichterte. Von dort aus konnte man zwischen den grössten Basspfeifen hindurch die ganze Kirche überblicken.

„Wow, was für ein Ausblick.“ Er nickte zufrieden und öffnete mit einem lauten ‚Plopp‘ die Flasche. Wir kicherten, weil das Echo mehrfach zurückhallte.

„Hallo, ist da wer!“, rief jemand von unten. Wir verzogen die Gesichter und verhielten uns mäuschenstill. Nach einer Weile hörten wir Schritte und sahen bald den Küster, wie wir vermuteten, der Gesangsbücher in den Bänken bereitlegte. Auf unserem Posten überblickten wir alles und genehmigten uns ein Gläschen. Leo drückte mich gegen eine der Basspfeifen und fummelte an mir rum. Er schien Dutzende Hände zu haben, sie waren überall, und wenn ich dachte, sie machten sich etwas eindringlicher an einem bestimmten Ort zu schaffen, spürte ich sie bereits wieder anderswo.

„Madam, trägt heute ganz züchtig ein Höschen, wer hätte das gedacht?“

„Na ja, wenn wir schon in die Kirche gehen, da dachte ich mir, es sei zumindest angebracht.“

„Klar, ist doch naheliegend, dass wir in die Kirche gehen, wohin denn sonst.“

„Red nicht so viel, nimm mich, Leo, bitte, bitte.“

Er reichte mir das Glas und wir nahmen einen grossen, kühlen Schluck, der mir in der Kirche noch viel besser schmeckte als sonst. Nicht zu vergleichen mit dem Messwein.

Wieder machte sich Leo an mir zu schaffen, immer etwas eindringlicher und intensiver. Ich drehte mich um, schaute ihm in die Augen, küsste ihn kurz und liess mich in die Hocke gleiten. Flink öffnete ich seine Hose und zog sie so entschlossen runter, dass seine Boxershorts gleich mitkamen. Stolz ragte sein bestes Stück waagerecht gegen mich. Ich nahm ihn gleich tief in den Mund und tat mich an ihm gütlich. Leo gab kräftig Kreuz und keuchte ganz leise. Ich nahm ihn immer tiefer in den Rachen, obwohl ich wusste, dass ich den Würgereiz schlecht unterdrücken konnte. Ich hatte das mal geübt mit einem Dildo, es war nicht einfach, aber wenn man es genügend oft übt, klappt es plötzlich und du kannst den denkbar Längsten bis zu deinem Kehlkopf und noch weiter bringen. Ob das, das ultimative Gefühl für den Mann ist, wusste ich nicht, aber ich fand es spannend, es zu versuchen. Also, warum nicht bei Leo, also stiess ich meinen Kopf immer weiter gegen seine Lenden und sein Schwanz nahm den einzig möglichen Weg. Ich stiess ganz langsam immer etwas weiter vor, in der Hoffnung, mich nicht übergeben zu müssen. Dann schaute ich zu Leo hoch, er schaute mit grossen Augen zu mir herunter. Sie sagten sowas wie: Bist du dir damit sicher? Ich war mir sicher, ich wollte es endlich mal ausprobieren. Bei meinem Herbert, ach Göttchen, konnte ich das nicht, der hätte sich entsetzt von mir abgewendet. Aber Leo, er war der Richtige für sowas. Wie ein Wunder ging es, ohne Probleme immer weiter, und Leo schien Gefallen daran zu haben, jedenfalls wurde sein Stöhnen immer etwas lauter. Dann zog er seinen auf volle Grösse angeschwollenen Schwanz aus meinem Rachen und schaute erstaunt zu mir. Der schleimige Saft, der sein Stück begleitete, rann mir am Kinn herunter. Er hob mich an und leckte mich sauber. Mit einem weiteren Schluck direkt aus der Flasche spülten wir alles runter. Mittlerweile hatte er mir das Kleid über die Schultern hochgeschoben und stand hinter mir. Eine Lieblingsstellung von ihm, wie ich mittlerweile weiss. Ich spürte seinen Schwanz eindringlich an meinen Hintertürchen drücken. Mit wippenden Bewegungen stiess er immer etwas kräftiger zu. Ich liess ihn vorerst gewähren, ohne aktiv mitzutun.

Plötzlich waren wieder Schritte zu vernehmen, Schritte von einer Frau, zweifellos. Sie waren ganz nah und kamen immer näher. Wir hielten die Luft an und sogar Leo konnte kurz von meinem Hintern ablassen. Die Schritte verstummten, dafür waren klappernde Laute zu hören, dann ein feines, immer lauter werdendes Säuseln. Was war das? Wir schauten uns fragend an. Leo stellte sich auf die Zehen, um besser in die Kirche zu sehen, dann nickte er und meinte: „Gleich wird es laut, vermutlich sehr laut.“ Ich schaute ihn nur fragend an, worauf er mich an den Hüften hochhob, damit ich es sehen konnte. Eine Organistin hatte am Spieltisch Platz genommen, vermutlich um die Lieder für die nächste Messe zu üben. Darauf schenkten wir den Rest der Flasche in die Gläser und stürzten ihn runter.

Ein ohrenbetäubender Klang erfüllte die Kirche, und hinter der Orgel war es bestimmt mehrfach so laut. Ich wollte nochmals zur Orgelspielerin schauen und kletterte selbst hoch. Dabei stiess ich dummerweise das Glas runter. Es zerschellte irgendwo zwischen den Hundertschaften von Pfeifen. Die Organistin setzte abrupt ab und horchte, aber konnte keine weiteren Geräusche ausmachen. Dann setzte sie wieder ein und mein Zwerchfell begann von Neuem an zu vibrieren. Wir lachten und mussten uns fast anschreien, um uns zu verständigen. Getragen von einer gewaltigen Klangwoge gaben wir uns einander hin. Leo vögelte mich im Takt von „Grosser Gott, wir loben dich“, dem einzigen Stück, das ich kannte. Unsere Leiber klatschten aneinander, aber das ging alles in der Orgelmusik unter. Er hatte mich kurz zuvor zum Höhepunkt gebracht, als er sich umgehend mit lautem Stöhnen in meinem Mund entlud. Abrupt hörte die Musik auf, und sein Stöhnen war in der plötzlichen Stille sehr deutlich zu hören. Er hielt sich den Mund zu und wir lauschten gespannt, ob die Organistin es bemerkt hatte. Offenbar nicht, jedenfalls begann sie ein neues Lied. Ich liess Leos Saft zwischen den Pfeifen aus meinem Mund tropfen. An den Orgelpfeifen entlang fand er langsam seinen Weg nach unten, im Nirwana des Pfeifenwaldes. Ich hoffte inständig, die Orgel müsste deswegen nicht revidiert werden. Bestimmt hatten die Orgelbauer noch keinen Fall erlebt, in dem Ejakulat eine Orgel nachhaltig verstimmt hatte. Leo gab mir den kleinen Rest der Flasche, um den Rest seines Saftes runterzuspülen. Er war bereits dabei, eine neue Flasche zu öffnen, es war eine kleine Flasche. Ich schaute ihn fragend an. Er hob bedeutungsvoll seine Augenbrauen und sagte etwas, das ich bei diesem Lärm nicht verstehen konnte. Dann bedeutete er mir, mich hinzulegen und die Beine zu spreizen. Das Kleid schob er mir so weit wie möglich nach oben. Mit zwei Fingern öffnete er meine Möse und suchte das Loch, das er kurz zuvor so trefflich bearbeitet hatte. Dann schüttelte er kurz die Flasche, liess den Zapfen mit dem Daumen wegschnippen und setzte die Flasche sofort an meine Möse. Mit einem gellenden Schrei quittierte ich die mit Hochdruck in mich einschiessende Fontaine. Es kribbelte und feuerte wie verrückt, der ganze Sekt schoss in meinen Unterleib und vollführte dort einen Kohlensäure-Tanz, der mich beinahe wahnsinnig machte. Immer wieder schrie ich laut und grell auf, denn es brannte und kitzelte zugleich. Offenbar laut genug, um die Orgel zu übertönen, jedenfalls setzte sie aus und die Organistin rief zu uns hoch: „Hallo, hallo, wer ist da?“ Sie stand vom Spieltisch auf und ging ein paar Schritte zur Seite und schaute um sich. Leo hielt mir die Hand auf den Mund, ich keuchte wie wild und hatte die Augen panikartig aufgerissen. Dann setzte die Organistin endlich wieder ein. Leo hielt mit der einen Hand noch immer die Flasche an meine Möse. Nun beugte er sich vor, zog die Flasche ab und hielt seinen Mund direkt an meine Vagina. Er schluckte, was er konnte, und verdrehte die Augen vor Glück. Was er nicht aufnehmen konnte, spritzte ihm schäumend ins Gesicht, dann schluckte er weiter, bis nur noch ein Rinnsal aus mir lief. Mit dem Handrücken wischte er sich den Mund ab und meinte: „Besser als jeder Jahrgangschampagner.“

„Du bist ein Schuft, ich war überhaupt nicht darauf gefasst. Du glaubst ja gar nicht, was das für ein Stress ist, wenn die Vagina ohne Vorwarnung so ausgeschäumt wird.“

Leo schaute wohl wissend zu mir und meinte: „Du wirst bald danach lechzen, glaube mir.“

Ein seltsames Gefühl machte sich in meinem Unterleib breit, es brannte immer noch und ich dachte, ich müsste pieseln, aber das war bestimmt nur eine Täuschung wegen der Kohlensäuredusche. Als ich mich endlich entspannen konnte, begann es, ohne dass ich was tun konnte, einfach so aus mir herauszulaufen. Und wahrlich, ich pisste ungewollt drauflos, ohne es anhalten zu können. Im letzten Moment konnte ich noch Leos Hosen wegkicken, die ich beinahe genässt hätte. Dabei fiel sein Portemonnaie aus der Hintertasche. In einem grossen Bogen plätscherte es über das Podest und versickerte ebenfalls zwischen den Orgelpfeifen. Ich schaute schuldbewusst zu Leo hoch, in der Erwartung, dass er sich geekelt von mir abwenden würde. Aber stattdessen schaute er amüsiert zu meinem feinen Springbrunnen. Nach kurzem Zögern beugte er sich nieder und kostete meinen Saft direkt ab Quelle, als wäre es immer noch Sekt. Er hielt seinen Mund, direkt an mein Loch und naschte mehrmals davon, bis ich nichts mehr zu geben hatte. Leo wischte sich mit dem Handrücken den Mund ab. Ich war geschockt, ich konnte mir nicht vorstellen, dasselbe bei ihm zu tun. Diesmal sagte er nichts, er schaute mich prüfend an, als um zu ergründen, ob er mich damit überfordert hatte. Aber ich überspielte es und war schliesslich fasziniert von seiner Hingabe zu meinem Körper und all meinen Säften. Ich empfand es als totale Huldigung meiner Weiblichkeit. Er betete mich in meinem Frausein offenbar so sehr an, dass er mich vermutlich am liebsten verschlungen hätte. Ich war mir sicher, es war weniger meine Person, sondern vielmehr war ich die paarungsbereite Vertreterin des weiblichen Geschlechts. Vor Jahren hatte mir mal einer gesagt, für ihn gäbe es nichts Schärferes als eine Frau, die zeigte, dass sie es unbedingt und gerade jetzt wollte. Bestimmt fühlte Leo genauso. Angetörnt von diesen neuen Erfahrungen, stand ich auf, hielt ihm meine Vulva an seinen Mund und liess ihn alles auslecken. Dabei leckte er so gekonnt meine immer noch kribbelnde Klitoris, dass ich bald wieder kam. Ich drückte, auf dem Höhepunkt seinen Kopf so fest ich konnte an meine Möse und klemmte die Oberschenkel zusammen, bis er fast keine Luft mehr bekam. Als die Wogen etwas abgeklungen waren, spürte ich erst den Alkohol, der mich benebelte, wobei mir einfiel, dass der Körper auch über die Schleimhäute Alkohol aufnimmt.

„Oh Leo, du machst Sachen mit mir, die ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können.“

„Wie schön, Elenor, du machst mich so glücklich, ich bin bereits süchtig nach diesen Treffen.“

Dann hörte das Orgelspiel auf und wir mussten, wieder leiser reden. Die Schritte der Organistin entfernten sich. Wir sassen da, völlig ausgelaugt und satt von Sex, Lust und Begierde. Nicht auszudenken, schoss es mir durch den Kopf, wenn mein Brünnlein auf seinem verschlungenen Weg nach unten am Ende in einem dünnen Faden auf den Spieltisch gerieselt wäre. Oder hatte sie genau deswegen aufgehört zu spielen? Es sei denn, sie hätte es als Zeichen Gottes für ihr huldvolles Spiel verstanden und es als kostbares, direkt von Gott gesegnetes Weihwasser empfangen. Aber ein Teil verschwand zum Glück in Leos Mund. Hatte er uns am Ende vor einem grossen Skandal oder einem göttlichen Wunder bewahrt? Ich wollte mir das gar nicht vorstellen, lieber gab ich mich den Glückshormonen hin, die mich durchfluteten. Dann erinnerte ich mich wieder an seine Geldbörse, die aus der Tasche gefallen war. Sie lag aufgeklappt auf dem unteren Podest. Ich hob sie auf, mein Blick fiel auf seine Identitätskarte. Sein Name und auch sein Geburtsdatum standen drauf, der war schon bald.

Der Abschiedskuss fiel kurz aus, denn er war von meinem Pissgeschmack begleitet, und den mochte ich nicht. Schon gar nicht, wenn ich wieder unter die Leute ging. Obschon es Ärzte gab, die dafür plädierten, zur Stärkung des Immunsystems oder so, täglich einen Schluck des Eigenurins zu trinken. Wie auch immer, ich war darauf nicht erpicht, umso mehr bewunderte ich Leo, wie er von mir trank, als sei es eine Köstlichkeit. Es war eine Huldigung an mich, davon war ich überzeugt, und ich nahm sie ehrfürchtig entgegen.

Er liess mich zuerst aus der Kirche verschwinden. Gleissendes Sonnenlicht blendete mich vor der Tür, mit der Hand schirmte ich meine Augen ab. Es kribbelte noch immer in meiner Vagina. Und so ganz sicher war ich nicht auf den Beinen. Ein feines Rinnsal lief mir den Schenkel runter, aber das Kleid war zum Glück lang genug. Da sagte völlig überraschend jemand: „Hallo Frau Elmer, waren sie in der Kirche?“ Die Frage tönte ungläubig. Der Wechsel hätte nicht abrupter und brutaler sein können. Von dieser erhabenen, lustvollen Parallelwelt in meine Wirklichkeit als Mutter und Hausfrau.

„Ah, hallo Stephanie, wie geht’s?“ Eine Schulfreundin von Laura, kam in einer Gruppe von Gleichaltrigen vom Unihockey. Stephanies kritischer Blick machte mir zu schaffen, ich lief rot an. Aber auf den wahren Grund meines Kirchenbesuches käme sie ganz bestimmt nicht, sofern jetzt nicht gleich noch Leo aus der Tür trat. Aber das tat er nicht. Stephanie würde es bestimmt Laura erzählen und Laura würde sie fragen, möglicherweise beim Abendessen in Anwesenheit von Herbert, was sie denn in der Kirche, mitten am Nachmittag, gemacht hätte. Sie musste sich eine glaubhafte Antwort auf diese Frage ausdenken.

* * *

Für fast eine Woche zehrte ich von diesem Treffen mit Leo. Ich fühlte mich blendend, selbstbewusst und als attraktive Frau. Wenn man sich so fühlt, verhält man sich auch positiv, und das überträgt sich zwangsläufig auf andere Menschen. Wo immer ich ihnen begegnete, sie lächelten mir zu und behandelten mich zuvorkommend. Sogar zu Hause meinte ich gelegentlich einen verwunderten, aber wohlwollenden Blick von Herbert auszumachen. Mein Verhalten musste ihn soweit stimuliert haben, dass er eines Nachts sogar den Weg zu meiner Ehebettseite fand und wir unser Beischlafprogramm abspulten. Wie unschuldig sich dieser Blümchensex anfühlte! Es war mir, als hätte ich ein Vollblutrennpferd gegen ein Zwergpony getauscht. Aber schön war es trotzdem, anders, aber doch schön, statt der Rollercoaster eine Hollywoodschaukel. Es freute mich, dass Herbert sich, dank meiner lebensbejahenden Ausstrahlung, zu mir hingezogen fühlte. Es half mir, mein latentes schlechtes Gewissen zu verdrängen, indem ich mir sagte, dass selbst Herbert von meinen Treffen mit Leo profitierte. Das war zwar etwas weit hergeholt, aber im Grunde nicht falsch. Ich arbeitete permanent daran, diese zwei im Grunde unvereinbaren Welten unter einen Hut zu bringen, ohne jemanden, den ich liebte, zu verletzen. Ich wollte für alle nur das Beste. Wobei das eherne Prinzip, immer offen und ehrlich miteinander zu sein, in dieser Konstellation nicht unterzubringen war.

Auch bei der Arbeit machte sich meine zufriedene Ausstrahlung positiv bemerkbar. Gleich am folgenden Tag, als meine Glückshormone immer noch Party feierten, wurde ich von einer Kollegin und einem Kollegen angesprochen. Die Kollegin meinte, ich sähe gut aus, ich hätte eine so positive Ausstrahlung, wie es nur ein glücklicher Mensch haben könne. Ich bejahte ihr, meinen aufgestellten Zustand, worauf sie verschmitzt sagte, sie wolle nicht weiter nachfragen, was der Grund meiner Euphorie sei, sie wolle nicht indiskret sein, aber aus ihrer Erfahrung könne es dafür nur einen Grund geben. Der Kollege Reto wiederum, der schon öfters auf einen Schwatz an mein Pult kam und zaghaft flirtete, machte mir Komplimente zu meinem Aussehen. Er setzte sich mit halbem Gesäss auf die Pultkante und schaute mir, während er mir weiter schmeichelte, unverblümt in den Ausschnitt. Dann fragte er mich, ob er mich mal zu einem Kaffee einladen dürfe. Ich schaute ihm lange in die Augen, ich sah, wie er Hoffnung schöpfte. Dann sagte ich: „Lieber Reto, geschätzter Arbeitskollege, wir wissen doch beide, wo das am Ende hinführt. Ich hab da so meine Prinzipien. Erstens bin ich glücklich verheiratet und zweitens würde ich nie am Arbeitsplatz eine Romanze beginnen.“

Reto schaute mich mit seinen klugen Augen lange an, dann meinte er: “Liebe Elenor, das verstehe ich gut, wenn du wirklich so glücklich in deiner Ehe bist. Nur frage ich mich, warum du dann doch noch eine mögliche Beziehung am Arbeitsplatz erwähnst. Heisst das im Umkehrschluss, ausserhalb des Arbeitsplatzes könntest du es dir doch vorstellen?“

Etwas verlegen schaute ich zu ihm und hob meine Achseln. Ich wollte den Anschein, ertappt worden zu sein, unbedingt vermeiden. „Vorstellen kann man sich noch so vieles, auch ohne, dass man es machen würde. Wenn du verstehst, was ich meine.“

„Oh, ja, und ob ich das verstehe, wenn du wüsstest, was ich mir alles vorstellen könnte“, sagte er mit immer noch einem Funken Hoffnung.

„Reto, glaube mir, das kann ich mir lebhaft vorstellen, nur wird es, soweit es mich betrifft, bei deinen Fantasien bleiben. Und jetzt muss ich mich auf meine nächste Klientin vorbereiten, die kommt in etwa zehn Minuten.“

Reto machte ein zerknittertes Gesicht, dann lächelte er: „Es wäre so schön gewesen mit uns zwei Hübschen.“ Er nahm seinen Hintern von meiner Pultkante und schlenderte zu seinem Pult. Meine nächste Klientin war etwas speziell. Sie versuchte ständig, mich in ein privates Gespräch zu verwickeln, um nicht über ihr beinahe hoffnungsloses Verhalten bei der Stellensuche reden zu müssen. „Grüezi Frau Elmiger, wie geht es ihnen heute? Sie sehen aber toll aus heute.“

„Hallo, Frau Ruttishauser, und wie geht es ihnen? Sind sie weitergekommen mit den Bewerbungen?“ Emily Ruttishauser bückt sich und hebt ihren Dackel auf den Schoss. „Sieh nur, Fipsy, das ist die liebe Frau Elmiger, die sorgt dafür, dass du immer genug zu fressen hast.“ „Also eigentlich sollten die Hunde draussen bleiben.“

„Aber ich musste ihm doch unbedingt zeigen, wer immer so gut zu uns ist.“

„Na, wie ist es denn gelaufen? Wie viele Bewerbungen haben sie ...“

„Frau Elmiger, ich habe sie gestern gesehen, auf dem Marktplatz, sie sind mit ihrem Mann Hand in Hand spaziert. Was für ein schönes Paar. Sie haben aber auch einen gut aussehenden, stattlichen Mann. Also, als ich sie so zusammen sah, da konnte man direkt spüren, wie verliebt sie noch immer sind.“

Ich schluckte dreimal leer und versuchte mich wieder zu fassen: „Ja, schön, aber jetzt geht es um sie. Also, wo waren wir? Ja, bei den Bewerbungen. Haben sie die Bewerbung abgeschickt?“

„Ich war schon bei „Sehr geehrte ...“ und da hatte Fipsy Hunger.“ „Frau Ruttishauser, bitte, so geht das nicht. Ihnen ist schon bewusst, dass in drei Monaten ihr Arbeitslosengeld ausläuft.“

„Ich bin ihnen nachgelaufen, gestern, ich wollte ihnen „Hallo“ sagen, aber hinter der Kirche waren sie plötzlich nicht mehr da, wie vom Erdboden verschluckt. Weil, der Fipsy eben nicht mehr so schnell laufen kann, wegen seiner Hüfte.“

„Im Gastroservice gibt es genügend Stellen, auch für sie, aber sie müssen sich schon ein bisschen anstrengen.“

„Ich würde gerne etwas mit Homeoffice machen.“

„Wie stellen sie sich das im Gastrogewerbe vor?“

„Ja, das weiss ich jetzt auch nicht so genau, aber einfach etwas mit Home, auch ohne Office ...“

„So kommen wir nicht weiter, Frau Ruttishauser, und noch was: Sie haben eine Alkoholfahne, das kommt bei einem Vorstellungsgespräch sehr schlecht an.“

Frau Ruttishauser beugte sich verschwörerisch zu mir vor: „Psst...“, dann flüsterte sie so laut, dass es das halbe Büro hören konnte: „Ich bin nicht betrunken.“

„So, so, na wenn sie es sagen.“

Dann nahm sie ihren Flachmann hervor und schwenkte ihn vor meinem Gesicht und sagte: „Ich habe nur ... Selbstbewusstsein zum Mitnehmen getrunken.“

„Besser, wir machen einen neuen Termin.“

Meine Idee für unsere nächste Session war inzwischen weiter gereift, ich machte einige Recherchen und besuchte sogar ganz unverbindlich die Lokation. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen, es sollte ein denkwürdiges Treffen werden. Allerdings konnte es nur an einem Samstagabend stattfinden, das war noch eine Knacknuss. Eine glaubwürdige Geschichte musste herhalten. Meine betagte Mutter im Heim besuchen? Unglaubwürdig, wenn man weiss, dass die Insassen bereits um sieben ins Bett gingen. Einer Freundin die Kinder hüten, weil sie an einem Firmenfest teilnehmen durfte, wo auch ihre Beförderung gefeiert wurde. Schon viel besser. Am besten eine Kursteilnehmerin aus dem Pilates erfinden, die niemand in der Familie kannte. Ich schrieb eine Msg: „Hallo Leo, mein Gebieter, bereit zu neuen Schandtaten?“

Leo schrieb umgehend: „Ich bin ganz Ohr.“

„Kommenden Samstagabend?“

„Wie sie meinen, verehrte Dame.“

„Ich hole dich ab, wir haben eine längere Fahrt, wo passt es dir?“

„Am Bahnhof?“

„Dann um neunzehn Uhr fünfzehn am Bahnhof bei den Bussen.“

„Ich werde da sein.“

„Bis dann und Küsschen.“

Wir hatten auch vereinbart, dass keiner von uns wissen sollte, wo der andere wohnte. Das machte es noch geheimnisvoller. Auch wussten wir bisher nicht, unter welchen Lebensumständen wir lebten. Das war gut so, wir konzentrieren uns nur auf unsere Fleischeslust und den gemeinsamen Moment.

Ich musste einiges vorbereiten, denn fürs Kinderhüten trug ich komplett andere Kleider als für meinen Auftritt an diesem speziellen Ort. Umziehen konnte ich mich vor Ort, das hatte mir die Betreiberin zugesichert, sonst wäre das mit meinem Outfit zu einer Herausforderung geworden. Ich glaube, ich hatte bisher noch nicht erwähnt, dass ich eine exhibitionistische Ader habe. Wobei das dem geneigten Leser bestimmt nicht entgangen war. Diese Sehnsucht, mich vor fremden Leuten zu zeigen, oder gar zu entblössen, hatte sich in letzter Zeit verstärkt und war zu einer kleinen Obsession geworden. Ich war gespannt, wie Leo auf diese Leidenschaft reagieren würde. Bisher hatten wir es ja immer in trauter Zweisamkeit getrieben.

Alles war minutiös vorbereitet, sogar Laura, meiner Jüngeren, konnte ich noch ausreden, mich zu begleiten. Sie war gerade auf Babys fixiert und wollte im Moment Säuglingspflegefachfrau werden. Leo stand an die Mauer gelehnt und wartete auf mich. Er stieg ein, wir küssten uns wortlos und ich fuhr los. Nach einer Weile durchbrach er die gebannte Stille: „Ich bin sowas von gespannt, nach deinen sportlichen Kleidern zu schliessen, gehen wir nicht an einen noblen Ort. Ich wusste nicht, was ich anziehen sollte, deshalb habe ich mich für sportlich elegant entschieden.“

„Alles gut, wie es ist, Leo, mit dir kann man überall hingehen.“

„Aber du verrätst mir nichts Weiteres, oder?“

„Ich bin doch kein Spielverderber.“

„Hmm, ich verfluche mich, dass ich diese Spielregeln vorgeschlagen habe.“

„Alles gut, mein Lieber, die Vorfreude ist die schönste Freude, das weisst du doch.“

„Aber auf was kann ich mich freuen?“

Ich tätschelte ihm wohlwollend auf den Schenkel: „Freu dich einfach auf die Wollust.“

„Du liebst es, mich, zu foltern.“

„Selbst das kannst du heute Abend haben, wenn du willst.“

„He, was ... wohin führst du mich?“

„Genug, habe schon mehr als genug verraten.“

„Ich geb’s auf.“

„Gib dich einfach hin, Leo.“

Leo verfolgte haargenau, wohin ich fuhr, aber er konnte sich bestimmt keinen Reim darauf machen, wohin die Reise führte. Seine Augen wurden immer grösser, als ich in ein Einfamilienhausquartier einbog. Ganz am Ende der Strasse, in einer Sackgasse, hielt ich an. Es waren bereits zahlreiche Fahrzeuge auf dem Parkfeld abgestellt. Ich nahm meine grosse Tasche von der Rückbank. An der Tür zu einer stattlichen Villa klingelten wir. Yvonne, die Dame des Hauses, in einem eleganten Abendkleid, öffnete uns und begrüsste uns so überschwänglich, als wären wir alte Freunde.

„Elenor, du möchtest dich noch umziehen, nicht? Das ist gleich dahinten.“ Sie zeigte mit der Hand auf einen Durchgang. „Dann stelle ich Leo schon mal den übrigen Gästen vor.“ Sie nahm Leo an der Hand. Die gedämpfte Musik wurde schlagartig lauter, als Yvonne die Tür zum Clubraum öffnete. Sie führte Leo an die Bar und stellte ihn den dort rumstehenden Gästen vor. Dann hob sie fragend die Augenbrauen, mit einem Wink zum Flaschenregal hinter der Bar.

„Gerne einen Apérol-Spritz.“

Leo schaute sich um. Die meisten Anwesenden waren in ihrem Alter, die Frauen kunstvoll zurechtgemacht, die Herren eher leger gekleidet. Einige der Frauen waren ein wirklicher Hingucker. Und so frivol aufgemotzt, als wollten sie heute Abend nur das eine. Leo schaute immer wieder zur Tür, er war so gespannt auf seine Elenor. Bestimmt wollte sie kein bisschen von den anderen Frauen abfallen. Sie liess sich Zeit, das verhiess einiges. Ich hatte ihn in einen Swingerclub mitgenommen, soviel war ihm schon mal klar. Eigentlich komisch, dachte Leo. Es war ja erst das dritte Mal, dass sie sich trafen, und schon Bock auf Partnerwechsel? Elenor, du bist ein geheimnisvolles Wesen, und voller Überraschungen. Wenn er nur schon an ihre Pinkel-Orgie hinter der Orgel dachte. Sie hatte zwar gesagt, sie hätte es nicht zurückhalten können wegen der Kohlensäure in ihrem Innersten, aber so ganz hatte er ihr nicht geglaubt, viel eher machte es ihr Spass, Grenzen zu überschreiten. Was für ein Glück, dass er sie getroffen hatte, denn dafür war er genau der Richtige.

In einem Nebenraum zog ich meine Jeans und das Top aus. Nackt begutachtete ich mich vor dem grossen Spiegel. Ich musste mir nochmals Mut und noch mehr Selbstbewusstsein heraufbeschwören, für das, was ich hier vorhatte. Zu Hause hatte ich eine dieser Pillen genommen, die mich so beruhigen und gleichzeitig enthemmen, fast wie Alkohol, aber ohne die Sinne zu trüben. Ich spürte, wie sie zu wirken begann.

Ich zog einen knallroten Tangaslip über und schlüpfte dann in dieses enge Kleid aus schwarzem Stretch-Stoff. Es umhüllte mich wie eine Wursthaut. Wie eine zweite Haut legte es sich auf meine erste, betonte nicht nur alle Kurven, weil der dünne Stoff nichts kaschierte, sondern formte und verstärkte sie zugleich. Dieser Schlauch von Kleid reichte mir von der Mitte des Oberschenkels bis unter die Achseln, dort mussten ihm die Brüste Halt geben. Immer wieder zog ich den Stoff über die Brüste hoch und schaute zu, wie sie wieder langsam nach unten wanderten. Lasziv sah es aus, voll und weich, die Brustwarzen von meiner Erregung schon ganz steif, zeichneten sich deutlich ab. Dann entschloss ich mich trotzdem für den Träger. Die Verkäuferin des Erotikshops, sagte zwar, ich könne das sehr gut ohne diesen Träger tragen - bei meiner Figur, meinte sie - aber für meine Tanzdarbietung wäre es sicherer. Es wäre doch peinlich, wenn die Hüllen zu früh fallen würden. Im Kopf ging ich nochmals alle Tanzschritte und Bewegungen durch, die ich zu Hause so lange geübt hatte, bis ich sie im Schlaf konnte. Wenn ich mich schon so weit aus dem Fenster lehne, dann sollte es möglichst professionell rüberkommen. Ich schlang den schmalen Träger um den Hals und befestigte die Enden über je einer Brust. Nun konnte ich meine Titten hochschubsen und drapieren und sie blieben eine ganz Weile in dieser Position. Zufrieden schaute ich mich nochmals im Spiegel an. Jetzt oder nie, sagte ich zu mir. Die Nervosität steigerte sich mit jeder Minute. Ich wollte damit in erster Linie Leo ein Geschenk machen und ebenso meine zeigefreudige Seite ausleben. Ich war gespannt, wie Leo es auffassen würde, seine Elenor mit den anderen Gästen teilen zu müssen, auch wenn sie mich hoffentlich nur mit den Augen verzehren würden.

Die Gastgeberin kam von hinten in den Raum und fragte, ob alles okay sei und ob ich einsatzbereit sei. Ich nickte, während ich noch die Stilettos anzog, und konzentrierte mich auf die ersten Schritte und Bewegungen. Danach würde es bestimmt von ganz alleine laufen. Yvonne öffnete eine Tür, hinter der ein schwarzer, schwerer Samtstoff hing. Die Musik wurde leiser und gleichzeitig das Licht gedimmt. Dann setzte laute Musik ein, es war das vereinbarte Stück aus dem Film ‚Cabaret‘ mit Leiza Minnelli, ‚Life Is A Cabaret‘. Ich wartete einen Moment, dann schob ich ein Bein durch den Schlitz im Vorhang und schwenkte ihn wie eine Cancan-Tänzerin. Applaus erfüllte den Raum. Mit erhobenen Armen schlängelte ich mich durch den Vorhang und trat auf die kleine, halbrunde Bühne. Ich konnte keine Gesichter erkennen, sie verbargen sich alle hinter dem grellen Scheinwerferlicht. Aber die Blicke konnte ich auf meinem Körper spüren, es war ein herrliches Gefühl. Ich wand mich lasziv um die Poledance-Stange, drückte meinen Hintern so kräftig dagegen, dass die Stange die Backen spreizte und beinahe ganz dazwischen verschwand. Dann drehte ich mich um und tat dasselbe mit meiner Vorderseite. Ich drückte meinen Busen um die Stange und puschte ihn gleichzeitig wieder nach oben, dann liess ich mich nach hinten fallen, sodass die Stange meinen Schritt teilte. Im Rhythmus des Liedes glitt ich an der Stange auf und ab und vollführte eine ganze Weile diesen schlüpfrigen Tanz. Ich konnte noch immer nicht sehen, wo der Bühnenrand war, trotzdem schritt ich in leichter Rücklage im Storchenschritt gegen die Zuschauer, dort schwenkte ich verführerisch die Hüften und zog auf beiden Seitenmit den Händen das Kleid hoch, bis fast zum Schritt. Die helle Haut meiner Schenkel leuchtete schneeweiss. Indes erforderten die extrem hohen High Heels meine ganze Aufmerksamkeit, als ich wieder mit weit ausladenden Schritten nach hinten stolzierte. Dort schnappte ich mir den Stuhl, auf welchen ich mich rittlings gegen die Lehne setzte. Es war ein Wiener-Kaffeehaus-Stuhl, dessen Lehne nur aus zwei schwungvollen Holzbögen bestand. Ich legte meine Titten auf die Lehne, sodass sie nach oben gedrückt wurden. Mit gespreizten Schenkeln sass ich auf dem Stuhl und wackelte im Takt der Musik mit dem Hintern. Das Kleid gab nun endgültig den Blick auf meinen knallroten Schlüpfer frei. Der Scheinwerfer wurde vom Beleuchter zu einem Spot gebündelt, der meinen Schritt beleuchtete. Ich fühlte die zahlreichen Blicke förmlich auf meinem Zentrum. Genau mit dem erneuten Einsatz von Leiza Minnellis Stimme sprang ich wie elektrisiert auf, drehte dem Publikum den Rücken zu und beugte mich mit total gestreckten Beinen zu meinen Füssen. Der Pilateskurs hatte sich wiedermal ausgezahlt. Der Beleuchter fokussierte diesmal meinen wackelnden Hintern. Wie in Zeitlupe griff ich an meine Pobacken und riss mir dann schwungvoll den Slip runter. Ich stieg aus dem Nichts von Textil und stellte mich breitbeinig hin, immer noch gänzlich nach vorne gebeugt. Zwischen den Schenkeln hindurch warf ich mein Höschen den Zuschauern entgegen. Ein Raunen ging durch die Zuschauer, die freizügige Geste verfehlte ihre Wirkung nicht. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie sich meine geschwollene Vulva, von den Oberschenkeln zerquetscht nach hinten herausdrängte und sich dadurch noch grösser und eindrücklicher präsentierte. Schliesslich hatte ich mich genügend oft so im Spiegel betrachtet. Wieder führte ich eine Weile den Tanz an der Poledance-Stange auf. Ich musste genau auf die Musik hören, schliesslich wollte ich mit dem letzten Takt zum fulminanten Ende kommen. Ich wirbelte den Stuhl herum und setzte mich ladylike mit überschlagenen Beinen darauf. Dann warf ich im Rhythmus der Musik immer wieder wechselseitig meine langen Beine übereinander, so wie in der berühmten Szene aus dem Film ‚Basic Instinct‘. Nur dass ich meine Beine so ausladend übereinander schwenkte, dass jedes Mal meine Möse gespreizt wurde und die rosa Schamlippen kurz hervorlugten. Die Musik kam an ihr Ende, ich musste mich sputen, also erhob ich mich und kehrte dem Publikum den Rücken zu und begann, meine zweite Haut lasziv langsam von oben abzuschälen. Als ich bei den Hüften war, drehte ich mich um und schwenkte meinen befreiten Busen, wie eine Burlesque-Tänzerin ins Publikum, es fehlten nur noch die Bommeln. Wie wild schüttelte ich meinen wahrlich nicht mehr straffen Busen und genoss es, allen zu zeigen, dass dies immer noch supersexy sein konnte, wenn man denn dazu stand.

Liza Minnelli schrie zum Abschluss mit letzter Inbrunst „Cabareeeeeeeeeee“ aus den Lautsprechern. Und ich lag schlussendlich völlig nackt mit gespreizten Schenkeln am Boden gegen die Zuschauer, dann löschten die Scheinwerfer und gleichzeitig brandete mir ein frenetischer Applaus entgegen. Ich spürte eine Hand, die mir von den Bühnenbrettern half, es war Leo.

„Elenor, du warst bezaubernd, ich bewundere dich, ich war total hingerissen. Du hättest keinen besseren Tag dafür auswählen können.“

„Ich weiss, es war ja auch mein Geburtstagsgeschenk an dich.“

„Wieso, woher, wie konntest du das wissen?“

„Unterschätze die Frauen nicht“, lachte ich ihm herzlich zu, obschon ich noch ziemlich ausser Atem und voller Adrenalin war.

Ein anderer Gast wandte sich mir zu und fragte: „Kann man dich für Anlässe buchen? Du warst hinreissend.“

„Ich überleg‘s mir noch, dieses Mal war es ein Geburtstagsgeschenk für meinen Partner“, und schlang einen Schenkel um Leos Bein. Er hielt mich am Hintern fest und drückte mich an sich, als wollte er mich nicht weiter mit den anderen Gästen teilen.

„Zuerst benötige ich dringend einen Drink.“

„Hier, meine Liebste“, sagte Leo, „ich hab schon an den Champagner für dich gedacht.“

So völlig nackt unter mehr oder weniger angezogenen Menschen zu sein, hatte auch seinen Reiz. Auch wenn ich nicht mehr auf der Bühne stand, wurde ich immer noch von vielen Augenpaaren beguckt. Entsprechend elegant und sexy bewegte ich mich, aber immer in Tuchfühlung mit Leo, der es sichtlich genoss, der Partner des Stars des Abends zu sein.

Als ich mich von der Darbietung etwas beruhigt hatte, sagte ich zu Leo: „Hast du die hinteren Räume schon gesehen?“

„Nein, ich habe ganz brav auf dich gewartet.“

„Wollen wir es uns mal anschauen gehen?“ Ich wartete seine Antwort nicht ab und zog ihn an der Hand zum Durchgang, der mit einem Vorhang abgetrennt war. Dahinter war alles rot beleuchtet. Über Gänge gelangte man zu verschiedenen Zimmern, die teilweise mit Einwegspiegeln versehen waren. In einem Zimmer waren zwei etwas korpulente Pärchen zugange. Sie lagen kreuz und quer übereinander und leckten sich gegenseitig. Wir schauten eine Weile zu und zogen dann weiter. Ein Zimmer, das mit ‚Liebesnest‘ angeschrieben war, liess sich leider nicht öffnen. Offenbar wollten sie nicht gestört werden. Wir waren gerade dabei, weiter nach hinten zu gehen, als sich die Tür öffnete und zwei grosse, schlanke Frauen eng umschlungen das Zimmer verliessen.

Ich flüsterte zu Leo: „Irgendwann möchte ich auch mal mit einer Frau.“

„Warum nicht, wenn es dir Spass macht, aber ich hoffe nicht heute Abend.“

Ich kicherte. Es war etwas absurd, dass er eifersüchtig auf eine Frau war. „Oh, schau, da hinten ist noch eine kleine Sauna mit Duschen.“ Ein jüngeres Pärchen mit ästhetischen Körpern stand unter der Dusche und seifte sich gegenseitig ein, man konnte sehen, es ging ihnen nicht nur ums Sauberwerden. Wir liessen die beiden in Frieden und gingen weiter zu einem Zimmer mit einem Andreaskreuz und weiteren Folterinstrumenten. Es war leer, es schien noch niemand Lust auf Schläge zu haben. Leo schaute mich fragend an. Ich schüttelte den Kopf, das war nicht mein Ding. Hingegen hoffte ich auf ein freies Spiegelzimmer, denn ich wollte Leo noch das zweite Geburtstagsgeschenk überreichen. Ich zog ihn direkt in das Zimmer mit dem roten, runden Latex Bett und den Spionspiegeln. Ich warf ihn aufs Bett und half ihm aus den Kleidern. Mit Schwung warf ich mich zu ihm auf das Latexpodest und ich begann augenblicklich, seinen Schwanz zu lutschen. Die Tür stand immer noch offen. Unser intensives Liebesspiel zog einige Gäste an, die uns durch die Scheiben beobachteten. Ich war immer noch voller Adrenalin vom Auftritt, und so setzte ich mich auf Leos Gesicht und liess meine ganze Lust von seiner Zunge verwöhnen. Er leckte mich mit breiter Zunge inbrünstig vom Anus durch die fleischigen Schamlippen bis zur Klity und wieder zurück. Ich bewegte mich so, dass man möglichst viel von meiner Lust sehen konnte. Das Begehren, die lüsternen Augen des Publikums an meiner Scham zu spüren, war kaum zu stillen. Dann wippte ich nur noch mit meiner Vulva über seine Zunge, er pflügte mit ihr durch die Schamlippen und saugte sich immer wieder an ihnen fest. Ich stöhnte laut und drückte sie noch weiter heraus. An der Tür standen ebenfalls Zuschauer, vermutlich, weil alle Fenster schon besetzt waren. Interessanterweise kam niemand zu uns auf’s Bett, was sonst in solchen Etablissements üblich war. Es war, als ob Leo und ich eine weitere offizielle Show darböten. Mir war es recht so, natürlich hätte ich niemanden von der Bettkante gestossen, aber es gefiel mir, zusammen mit Leo wieder der Star des Abends zu sein. Langsam beugte ich mich vor und lutschte Leos Schwanz, während er sich an meiner Knospe gütlich tat. Seine Hände spielten mit den lose baumelnden Brüsten. Gleich darauf spürte ich die unaufhaltsame Woge des Orgasmus in mir aufsteigen. Ich kam so leicht und schnell. Lag es an den Zuschauern, dass mich das so sehr antörnte? Ich vermutete es und es verwunderte mich. Dies war eine bisher unbekannte Seite von mir. Natürlich zeigte ich mich schon immer gerne, aber so beim intimen Liebesakt von wildfremden Leuten begafft zu werden, war neu und ein bisschen beängstigend. Beängstigend, weil ich bisher nicht wusste, dass ich diese perverse Ader hatte. Es schüttelte mich unter der Behandlung von Leos flinker Zunge völlig durch, der Orgasmus war gigantisch. Gleichzeitig spürte ich, wie mein Zittern, begleitet von inbrünstigen Schreien, Leo ebenfalls zum Kulminationspunkt brachte. Ich liess mich mit offenem Mund auf den hoch aufgerichteten Schwanz fallen, sodass er tief in meinen Rachen glitt. Darauf zuckte Leo unter mir, er wand sich, machte seine mir mittlerweile vertrauten urigen Geräusche und klammerte sich kraftvoll an meinen prallen Hintern. Ich liess ihn so in meinem Mund kommen, es war viel, sehr viel, das er in mich ergoss. Ich liess einen Teil gleich wieder an seinem Schaft herunterfliessen, sonst wäre es mir aus der Nase geflossen. Dann sackte ich erschöpft auf Leo nieder, meine gespreizte Fotze heiss geleckt an seinem Gesicht, sein Schwanz glitt langsam aus meinem besudelten Mund. Der Saft tropfte unaufhörlich aus meinem Mund auf seine Schenkel. Wir waren beide platt. Die Zuschauer zogen sich leise zurück. Ich konnte nicht sagen, ob sie beschämt waren, weil sie etwas Unzüchtiges beobachtet hatten, oder weil sie total erregt davon selbst ihren Partner verlustieren wollten, oder einfach nur, weil sie sahen, dass Leo und ich dringend Ruhe brauchten.

Auf der Rückfahrt brach Leo nach einiger Zeit das Schweigen: „Du warst traumhaft, du hast dich heute selbst übertroffen, wie kann ich nur in die Nähe dessen kommen, was wir heute erlebt haben?“

„Ach Leo, es muss nicht immer noch grösser, noch besser werden, aber schliesslich hast du heute Geburtstag, da wollte ich dir was ganz Besonderes schenken.“

Leo legte seine Hand auf meinen Schenkel und drückte mich. „Nächstes Mal darf es wieder etwas ganz Romantisches in trauter Zweisamkeit sein.“

* * *

Der Alltag nahm mich als Mutter, Hausfrau und Teilzeitangestellte wieder voll in Beschlag. Umso unwirklicher erschien mir der letzte Samstag. Im trauten Familienkreis konnte ich mir kaum mehr vorstellen, wie ich als ‚Liza Minnelli‘ einen äusserst freizügigen Striptease auf die Bühne gelegt hatte. Meine Kleidungsstücke aus dem Erotikshop hatte ich gut verstaut, nicht auszudenken, wenn Laura dieses Nichts von Textil fände und sie am Familientisch fragte, ob ich damit nicht kalt hätte. Sarah hingegen, die Ältere, kam nicht mehr jeden Tag nach Hause, seit sie an der ‚Pädagogischen Hochschule‘ fürs Lehramt studierte. Sie lebte schon weitgehend ihr eigenes Leben und da waren die Eltern kaum mehr von Interesse, es sei denn, es ging um ihr Taschengeld. Ihr hätte ich nichts verbergen können, sie würde mich bestimmt durchschauen, und meine Eskapaden würde sie bestimmt nicht gutheissen. Sarah hat viel von mir, wie sie sich jeweils aufbrezelte, wenn sie in den Ausgang ging. Mir wurde es fast schwindlig, wenn ich dabei an die saftstrotzenden jungen Männer dachte. Wobei viel hätte sie gar nicht tun müssen, bei ihrem Figürchen. Noch etwas grösser als ich, gertenschlank und trotzdem mit attraktiven, fraulichen Formen ausgestattet. Aber eben, die Jungen konnten das gar nicht schätzen, sie nahmen ihr perfektes Aussehen als selbstverständlich hin. Im Gegenteil, sie mäkelte manchmal an ihrer etwas breiten Nase rum, die sie von Vaters Seite geerbt hatte. Eine Schönheits-OP, kam aber für mich nicht infrage, zumindest solange wir als Eltern noch die Zustimmung geben mussten. Sie hatte es nie explizit angesprochen, aber ich spürte, dass sie meine Einstellung dazu abtastete. In meiner Jugendzeit wäre mir so etwas nie in den Sinn gekommen. Aber da gab es auch noch kein Insta und kein TikTok. Was Jungs anging, war sie zum Glück eher pragmatisch veranlagt. Jedenfalls, als ich ihr mal vor dem Ausgang Kondome zugesteckt hatte, meinte sie: „Danke Mama, du denkst auch an alles, aber mein Vorrat hält noch ’ne Weile.“

Ich führte nun ein veritables Doppelleben. Die beiden Welten könnten nicht weiter auseinander sein. Und dennoch gab es immer wieder diese überraschenden Momente, in denen plötzlich die beiden unvereinbaren Welten zusammenprallten. Kürzlich war ich im nahen Supermarkt einkaufen, und da lächelte mir eine elegante Dame mittleren Alters süffisant zu und nickte diskret mit dem Kopf. War sie in diesem Swingerclub anwesend, schoss es mir durch den Kopf, hatte sie mich erkannt und wollte mir dezent ihre Anerkennung ausdrücken, ohne mich anzusprechen? Es war ein ungeschriebenes Gesetz dieser Clubs, dass man ausserhalb niemanden ungefragt ansprach. Ich hatte letzten Samstag nicht alle Anwesenden gesehen, wohl aber alle mich auf der Bühne, und wenn sie mir auch noch gelegentlich ins Gesicht geschaut hatten, was ich bei einer Frau eher annehmen kann, und nicht nur zwischen die Beine, dann erinnerten sie sich bestimmt an mich, wenn sie mich auf der Strasse sahen. Wenn mich seit diesem Moment ein Mann anlächelte, kam mir immer wieder derselbe Gedanke: War er auch dabei? Früher hätte ich so ein Lächeln geschmeichelt entgegengenommen und nichts weiter dabei gedacht. Nun schlich sich immer der Gedanke hinein, es könnte sich nicht nur um Sympathie handeln, was das Lächeln ausgelöst hatte, sondern um süffisantes Wissen. Ich versuchte, aus den Blicken und Lächeln krampfhaft zu ergründen, ob sich dahinter ein Kennerblick verbarg. Aber das war fast unmöglich, also liess ich es bleiben, zudem war schon einige Zeit vergangen und die Erinnerungen hoffentlich etwas verblasst. Nur einmal wurde ich ganz konkret an diesen Abend erinnert. Ich flanierte in der Shopping-Mall, betrachtete die verschiedenen Schaufensterauslagen, als sich eine Frau dicht neben mich stellte und flüsterte: „Schön, dich zu sehen, Elenor.“

Ich schaute abrupt zu ihr, es war Yvonne.

„Ah, hallo Yvonne“, sagte ich etwas verblüfft. „Schön, dich zu sehen.“

«Gleichfalls. Weisst du, Elenor, wir vermissen dich. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dich wieder mal als Gast begrüssen dürften. Dieser Abend mit dir, war unvergesslich.“

„Ja, das war er auch für mich.“

„Na dann, melde dich doch einfach mal wieder, und mach’s gut.“

Nun, es war an Leo, das nächste Date zu organisieren, aber Yvonne hatte recht: Es war für mich was ganz Besonderes, mich so freizügig zeigen zu können. Seit diesem Abend kreisen meine Gedanken oft um eine Wiederholung, oder was Ähnliches. Hauptsache, ich könnte mich wieder vor möglichst vielen Leuten nackt zeigen. Bin ich noch normal, mit diesem perversen Verlangen?

Wäre ich in Begleitung gewesen, hätte mich Yvonne bestimmt nicht angesprochen. Diskret war man in diesen Kreisen, das musste man ihnen lassen. So sehr mich die zufällige Begegnung mit Yvonne gefreut hatte, umso mehr rief es mir wieder in Erinnerung, wie klein die Welt doch war. Hinter jedem zufälligen Passanten, der mich nicht völlig indifferent ansah, vermutete ich einen ehemaligen Zuschauer meiner frivolen Darbietung. Das ärgerte mich zusehends und ich überlegte, was ich dagegen tun könnte. Nach ein paar Tagen kam mir die glorreiche Idee. Ich beschloss, in jedem und jeder, die mir zufällig begegnete, ein Mitglied dieses Swingerclubs zu sehen. Das zwang mich auch ausserhalb des Clubs, mich von der besten Seite zu zeigen. Eine möglichst aufrechte Haltung, die Brust raus, den Bauch rein, elegante Schritte, die betont aus den Hüften kamen, und nicht zuletzt immer ein gewinnendes Lächeln auf dem Gesicht. So wie es Promis machen, die ja auch nie wissen, ob sie erkannt werden, aber sich immer im besten Licht zeigen wollten. Also lächelte ich seit diesem Entschluss immer so, als wäre ich soeben für einen Oscar nominiert worden. Es war frappant, wie es wirkte. Und das Beste: Die positive Stimmung, die ich verbreitete, kam doppelt zurück. Ja, ja, „So wie man in den Wald ruft, ...“

Auch bei der Arbeit wirkte es. Kürzlich kam der oberste Leiter aller RAV-Stellen zu Besuch. Mein Chef beauftragte mich, ihn zu empfangen und, soweit nötig, zu betreuen. Ich denke, er war von mir sehr angetan, jedenfalls war er überaus zuvorkommend, auch wenn ich mal eine Frage nicht beantworten konnte. Jedenfalls fragte mich mein Chef spontan, ob ich sie zum Mittagessen begleiten würde. Im noblen Restaurant mussten sie eiligst noch ein Gedeck herrichten. Offensichtlich war es nicht geplant gewesen, sondern der Big Boss hatte meine Anwesenheit gewünscht. Vereinzelt gehörten auch Besuche bei Arbeitgebern zu meinen Aufgaben. Das war nicht immer ein Vergnügen. Es ging auch um Geld. Wenn ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter über das RAV einstellte, wurde eine Zeit lang ein Teil des Lohnes vom RAV übernommen. Das konnte zu Missbrauch verleiten, indem der Mitarbeiter nur deswegen eingestellt und dann, wenn die Unterstützung des RAV wegfiel, aus fadenscheinigen Gründen wieder gekündigt wurde. Dies versuchten wir, bestmöglich zu verhindern. Firmen, die das RAV missbrauchen wollten, wurden nicht mehr unterstützt.

Aber manchmal ging es einfach darum, sich besser kennenzulernen. Ein guter Kontakt zur HR-Abteilung erleichterte die Zusammenarbeit. Bei einem dieser Besuche wurde ich nach einem längeren, anregenden Gespräch direkt gefragt, ob ich nicht zu ihnen kommen wolle, um ihr Personalteam zu verstärken. Natürlich war ich geschmeichelt. Noch vor einigen Monaten versuchte ich, selbst eine Stelle zu finden, und jetzt wurde bereits versucht, mich abzuwerben. Es war meine positive Ausstrahlung, an der ich so intensiv gearbeitet hatte, davon war ich überzeugt.

Meine Erinnerungen an den Striptease im Swingerclub verblassten allmählich etwas, aber mein „Promilächeln“ behielt ich bei. Warum schrieb Leo nicht? Ein weiteres Treffen wäre überfällig gewesen. Ich überlegte mir schon, wie ich meine neu entdeckte exhibitionistische Ader auch ohne ihn ausleben könnte. In einer Sauna vielleicht? An einem FKK-Weiher, oder wo sonst noch? Das war gar nicht so einfach, denn ich würde ja ohne Begleitung hingehen. Mir blieben nur die Sauna als genügend geschützter Raum und eben dieser Swingerclub. Yvonne würde sich bestimmt auch freuen, wenn ich alleine käme. Ich beschloss, noch maximal eine Woche zu warten.

Als ob Leo meine Drohung vernommen hätte, schrieb er mir am übernächsten Tag: „Elenor, verzeih mir, ich hatte viel um die Ohren.“

„Hallo Fremder.“

„Wie sieht es übermorgen bei dir aus, ca. 14 Uhr?»

Ich liess ihn lange warten, als ob sein Termin in meinem Kalender schlecht unterzubringen wäre.

„Ich konnte was schieben, also okay, wohin gehen wir?“

„Zum Baden, Badesachen mitnehmen, Bikini fakultativ. Ich hole dich am Marktplatz ab.“

„Alles klar, bis dann, Küsschen.“

Bikini fakultativ, das hiess doch nichts anderes, als dass er mit mir an einen Ort gehen würde, wo Nacktbaden angesagt war. Leo, Leo, du hast wie immer genau meinen Nerv getroffen, ich liebe dich.

Es war seit Tagen heisses Sommerwetter, die Menschen schlichen träge durchs Städtchen, das Leben schien langsamer zu verstreichen. Mediterrane Zustände, ich liebte dieses Gefühl, des ‚dolce far niente‘.

Unter der Markise, der Bäckerei wartete ich in meinem weiten, bunten Batik-Strandkleid. Ich hatte vorsorglich meinen Bikini darunter angezogen, obschon er mir seit dem letzten Jahr etwas zu eng geworden war. Das Praktische an diesen Strandkleidern: Man konnte sich ganz bequem darunter umziehen, denn sie waren fast wie ein Zelt. Da kam auch schon Leos Auto etwas zu schnell um die Ecke gebraust.

Er stoppte abrupt, stiess die Beifahrertür auf und sagte: „Hallo hübsche Frau, steigen sie ein, ich möchte sie entführen.“

Ich schwang meinen Hintern in den Wagen, um ihn gleich darauf zu küssen. Wie hatte ich doch seine Nähe vermisst, aber das wollte ich ihm nicht zeigen. Auf der längeren Fahrt hörten wir Musik und ich spürte, wie Leos Hektik langsam verflog. Ich wirkte beruhigend auf ihn. Ich war noch nie an diesem Ort gewesen, es war ein Baggersee, der, wie sich zeigte, bei der Bevölkerung beliebt war. Mütter, Kinder, ganze Familien waren bereits da und hatten die meisten Plätze belegt. Ich muss Leo etwas kritisch angeschaut haben, was ihn veranlasste zu sagen: „Keine Bange, das ist der Familienbereich, wir bleiben nicht hier.“ Er nahm mich an der Hand und führte mich auf den Trampelpfad, der in einem gewissen Abstand zum Wasser um den Weiher herumführte. Immer wieder waren Lücken im dichten Schilfgürtel, wo sich bereits Pärchen oder kleine Gruppen niedergelassen hatten. Je weiter weg wir vom Familienbereich kamen, umso freizügiger waren die Menschen. Ein Pärchen lag nackt eng umschlungen auf der kleinen Lichtung und liebte sich. Dann ein Stück weiter eine Gruppe aus Männern und Frauen, die sich nackt die Sonne auf den Bauch scheinen liessen. Wir gingen jeweils etwas langsamer, wenn es etwas Besonderes zu sehen gab. Das war bei der nächsten Lücke tatsächlich der Fall: drei schwule Jungs verlustierten sich gegenseitig. Ohne jede Hemmung lutschen sie sich gegenseitig die Schwänze und machten sich an den knackigen Hintern zu schaffen. Ich blieb stehen und schaute ihnen eine Weile zu, obschon es Leo unangenehm war. Dann schaute einer der Jungs mit erhobenem Kinn zu mir und machte eine fragende Geste.

Ich lächelte ihn an und sagte: „Ein schönes Bild gebt ihr ab, geniesst es weiter.“

Sein forscher Gesichtsausdruck wich einem breiten Lächeln. Dann machte er noch das Victory-Zeichen und wandte sich wieder dem erigierten Gemächt seines Freundes zu, und wir zogen weiter. Endlich kamen wir zu freien Schilflücken. Wir suchten eine, bei der man leicht ins Wasser gleiten konnte. Bei der nächsten schaute mich Leo an und ich nickte zustimmend. Ich zog meinen Bikini unter dem Strandkleid aus, schwang dieses über den Kopf und verstaute es in der grossen Tasche. Händchenhaltend lagen wir auf dem Rücken nebeneinander und liessen die kräftigen Sonnenstrahlen auf unsere Haut scheinen. Ich schaute an mir runter, das kahlrasierte Schlitzchen sah mädchenhaft unschuldig aus. Mein Busen verteilte sich grosszügig über meiner Brust. Sie erinnerten mich an zwei Brotteige, die sich im Kampf zwischen der treibenden Hefe und der natürlichen Schwerkraft ein Gleichgewicht suchten. Noch vor wenigen Monaten hätte ich meinen Busen schamhaft bedeckt und mich dafür geschämt, aber nach all den Komplimenten, die ich für die vollen, hängenden Titten bekommen hatte, konnte ich dazu stehen. Klar, so junge, knackige Brüste junger Frauen waren attraktiv, aber ein reifer, allmählich der Gravitation gehorchender Busen lässt Männerherzen ebenso hochschlagen. Zudem fand ich ihn nicht nur verführerisch, sondern in seiner Form geradezu obszön. Die dunklen, grossen Nippel ragten zuverlässig nach oben, immer ein Zeichen, dass ich mich im Moment sauwohl fühlte. Leos Schwanz machte Anstalten, sich zu erheben. Ich legte meine Hand darauf und tätschelte ihn: „Ganz ruhig, mein Kleiner, das kommt noch.“

„Und du glaubst wirklich, dass du ihn auf diese Weise beruhigen kannst?“

Ich umschloss seinen mittlerweile komplett aufgerichteten Penis mit der Hand und drückte ihn leicht zusammen. „Ich verstehe das nicht, ich wollte doch nur ..., ich meine, wie hätte ich das denn ahnen können?“, frotzelte ich. Leo gluckste aus dem Bauch heraus. Die Sonne brannte auf uns nieder, noch genossen wir halb schlafend die heissen Strahlen auf der Haut. Hinter uns gingen ab und an andere Badegäste auf der Suche nach einem freien Plätzchen vorbei, oder dann waren es Spanner, oder beides. Manchmal hörte ich ein Murmeln. Die Schritte der Passanten verlangsamten sich jedes Mal zuverlässig, wohl um uns zwei nackten Ü‑50ern zu betrachten. Ich mochte die Blicke auf meiner Haut, obschon sie nicht halb so prickelnd waren, wie jene bei meinem Striptease. Und Applaus gab es auch keinen. Leo setzte sich auf und schaute mich an, dann strich er mit der Hand über meinen Bauch. Er hob eine Brust an und schnüffelte am Schweissrändchen, das sich unter ihr gebildet hatte. „Der exquisite Duft, der heissblütigen Elenor.“ Seine Nase bohrte sich in die Hautfalte und sogleich leckte er alles ab. Dann nahm er sich die andere Brust vor und machte dasselbe. „Kommst du mit ins Wasser?“ Leo nickte und rutschte gleich die Böschung runter ins Wasser. Von dort schaute er zu mir hoch, wie ich es anstellte. Ich liess ihm die Freude und bot ihm ein besonderes Schauspiel. Zuerst versuchte ich es rückwärts mit erhobenem Hintern, dann rutschte ich doch wie er zuvor mit einem Plumpsen ins Wasser. Dort nahm er mich in Empfang. Das Wasser war ausgesprochen warm und fühlte sich leicht ölig an, ein Moorweiher. Wir küssten uns und umschlangen uns. Dann schwammen wir ein paar Züge hinaus, schon nach zwei Zügen konnte ich nicht mehr stehen. Leo kam hinter mich, sein fester Griff an meiner Taille. Ich spürte seine Erregung am Hintern und wackelte verführerisch, um ihn anzumachen. Doch er war schon stahlhart und pochte an meinen Hintern. Aha, dachte ich, das führst du im Schilde, beim letzten Versuch in der Kirche wurden wir dabei unterbrochen. Mit immer eindringlicheren Stössen öffnete er ein Stück weit meinen Anus, dann wollte es nicht mehr weitergehen, so sehr auch gegen mich drückte. Er liess von mir ab, ging zum Ufer und holte etwas aus seiner Tasche und kehrte mit einer entschlossenen Mine im Gesicht zurück. Wenn er scharf war, konnte man ihn kaum aufhalten. Das hatte ich schon das erste Mal erfahren, als er mich so brutal gegen die Buche geknallt hatte. Kein Zweifel, er will es, und zwar gleich jetzt.

Leo war bereits wieder hinter mir und riss mit den Zähnen die mitgebrachte Pipette auf, setzte sie an meine Rosette an und drückte etwas Kühles in meinen Hintern. Und schon folgte sein Wonnepfahl. Mit wenigen Stössen versenkte er sein stahlhartes Ding in meinem Arsch. Ich drückte dagegen, um ihn noch tiefer in mir aufzunehmen. Leo stiess kräftig gegen meinen Hintern. Da wir halb aus dem Wasser ragten, spritzte bei jedem Stoss eine Fontäne Wasser zwischen seinen Lenden und meinem Po in die Höhe. Aber wenn er an der Arbeit war, konnte man ihn nicht aufhalten, er hämmerte so kräftig von hinten gegen mich, als gäbe es kein Morgen. Vorbeispazierende Teenager, es waren drei Mädchen, schauten uns verwundert und belustigt zu. Die eine wollte gleich verschämt weitergehen, doch die anderen hielten sie auf. Sie steckten die Köpfe zusammen, rissen ihre Augen auf und ihre Lippen formten mehrfach ein OMG. Wir müssen ein gewaltsames Schauspiel abgegeben haben. Aus den Mienen der Mädchen konnte ich, Besorgnis lesen: Ob dieser Mann mir wehtat? Mit einem Lächeln im Gesicht und gelegentlichem Stöhnen konnte ich ihre Sorgen zerstreuen. Eine Vergewaltigung, das hätten sie irgendwie verstehen können, aber mir schien es ja noch Spass zu machen. Darauf zogen sie schnell weiter. Bestimmt waren sie geschockt von unserer animalischen Darbietung. Was, wenn Sarah eines dieser Mädchen gewesen wäre? Ich lachte hysterisch auf ab diesem absurden Gedanken, obwohl so absurd und unmöglich war es in der Tat nicht. Leo schaute kurz zu mir, ob alles okay sei. Ich drückte mit kräftigen Stössen gegen ihn, um es ihm zu bestätigen. Ich weiss nicht mehr, wie lange er mich so traktiert hatte, es schien mir unendlich lange zu sein, immer wieder spürte ich seinen glühenden Pfahl in mich vorstossen. Mein Hintern war schon fast taub, aber Leo wollte unbedingt in mir kommen. Wenn ich was bei Männern gelernt hatte: Wenn sie kurz vor dem Höhepunkt waren, gab es für sie kein Zurück, es musste sein, koste es, was es wolle. Zwischendurch wurde Leo wieder langsamer, sei es, weil er müde wurde oder den Rhythmus wechselte.

Wieder kamen Spaziergänger vorbei und schauten uns zu. Es waren die drei schwulen Jungs von vorhin. Sie schauten uns mit Kennermienen zu, unsere Stellung war ihnen bestimmt nur allzu bekannt. Leo kam wieder voll in Fahrt und hämmerte sein Ding wie ein Berserker in meinen Hintern. Die Wasserfontänen schossen noch höher in die Luft. Die drei schauten uns eine ganze Weile belustigt zu, dann schaute ich zu ihnen hoch und machte ebenfalls das Victory-Zeichen. Sie lachten und liessen uns in Frieden weiterbumsen. Es war unglaublich, als Leo endlich kam. Er machte seltsame Grunzlaute und presste mich mit aller Gewalt an seine Lenden. Bestimmt würde ich blaue Flecken davontragen. Dann zuckte es lange in mir und er stöhnte und grochste inbrünstig. Endlich liess sein Griff nach und sein Kopf fiel auf meinen Rücken. Noch lange blieb er in mir drinnen, bis er dann schlaff aus meinem Anus flutschte, gefolgt von seinem wie immer grosszügig gespendeten Saft, der sich in weissen Wolken im Wasser verlor. Er stieg auf die Böschung und legte sich erschöpft hin. Ich schwamm ein paar Züge, und wartete darauf, dass die ganze Luft in vielen Bläschen aus meinem Hintern entwischten. Immer wieder pupste ich herzhaft ins Wasser. Als ich ebenfalls die Böschung hochgekabbelt war und neben ihm lag, musste ich gleich nochmals kräftig pupsen, was mit nassen Hinterbacken wie ein Bierfurz eines Fuhrmanns tönte.

„Also Elenor, ich bitte dich!“, schalt mich Leo theatralisch.

„Na, das sagt der Richtige, wer hat mich denn so aufgeblasen wie eine Sexpuppe?“

Mein Hintern brannte von Leos unendlich langer Bearbeitung, bestimmt werde ich ihn noch tagelang spüren. Ich schaute auf Leos schlaffen, dunkelroten Pimmel und meinte: „Der hat aber auch schon mal besser ausgesehen.“ Als ich ihn berührte, zuckte Leo zusammen und hielt schützend die Hand darüber. „Bitte nicht, er ist kaputt, ausser Betrieb für längere Zeit, befürchte ich.“

„Was machst du nur für Sachen, war es das wert?“

„Ja, Elenor, das war es. Ich weiss nicht, wie ich es sagen kann, aber so in deinem Hintern zu kommen, ist das, was ich kurz vor dem Sterben nochmals erleben möchte.“

„Na, na, so schnell stirbst du mir aber nicht weg, wir haben doch noch viel zusammen zu geniessen, nicht wahr?“

„Okay, stimmt, es eilt nicht.“

* * *

Wie ich erwartet hatte, spürte ich Leo die halbe Nacht in meinen Hintern stossen. Er hatte mich so kraftvoll und nachhaltig genommen, dass mich im Halbschlaf das leichte Brennen am Hintern, wieder zurück an den Baggersee versetzte und ich das Ganze nochmals durchlebte. Ich war besorgt, ob ich im Ehebett nicht Laute von mir gab, die mich hätten verraten können. Glücklicherweise verfügte Herbert über einen guten, tiefen Schlaf. Von einer Bekannten hatte ich mal gehört, die es wieder von einer Freundin gehört hatte, dass eine Ehefrau, die ein Verhältnis mit einem jüngeren Mann hatte, kurz vor dem Höhepunkt in ihrem unsäglichen Glück den Namen des Liebhabers stöhnte. Das Problem war nur, sie hatte Sex mit dem Ehemann. Autsch! Nun, das konnte mir kaum passieren, wir hatten gefühlte drei Schaltjahre keinen Sex mehr miteinander gehabt. Wobei das nicht ganz stimmte, da war doch mal was, dieser Blümchensex, aber der war wirklich zum Vergessen. Trotz seines lädierten Glieds wusste Leo, was sich gehörte, schliesslich war ich ja noch nicht gekommen. Im Gegensatz zu seinem Pimmels war seine Zunge noch voll funktionsfähig. Ich legte mich an der Böschung auf den Rücken, zog die gespreizten Schenkel an und schob mir ein Kissen unter den Hintern. Leo leckte mich nach allen Regeln der Kunst. Weil er so genau wusste, wo ich es mochte, nämlich seitlich an der forsch hervortretenden Knospe, verging es nicht allzu lange, bis ich zitternd seinen Kopf in den Schoss drückte und schwer atmete. Oh, wie gut das tat, eine urwüchsige Kraft durchströmte mich. Die Sonne hatte sich von unserem Liebesplätzchen verzogen und neigte sich schon etwas dem Horizont zu, als wir wieder erwachten. Ich musste dringend, also hockte ich mich an den Uferrand und pisste drauflos. „Schhhh, Elenor, wie versaut du doch bist, und das, ohne vorankündigung, du weisst doch, wie ich deine Heilquelle liebe.“

Er schaute dem weiten Wasserbogen belustigt zu, wie er im Weiher Ringe bildete, und dann, ganz zum Schluss, hielt er doch noch seine Finger in den Strahl und leckte sie ab.

Wie jedes Mal nach einem Treffen mit Leo, war ich für Tage übervoll von Glückshormonen und brauchte meine Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Wenn ich an gewisse Episoden zurückdachte, schoss mir das Blut in den Kopf. Ungläubig, ob ich das wirklich war. War ich diese Person, die sich so freizügig Wildfremden zeigte und Dinge vor ihnen machte, die man sonst höchstens in den eigenen vier Wänden machte, wenn überhaupt? Ich musste mir eingestehen: Das war ich! Das war mein heutiges ICH. Wenn ich daran dachte, wie selten ich früher an Sex gedacht hatte im Gegensatz zu heute, dann kann man schon ins Zweifeln kommen, ob das noch dieselbe Person war. Vor ein paar Wochen lebte ich noch viel mehr in zwei verschiedenen Welten. Mit Leo war ich in einer Parallelwelt. Aber zunehmend vermischten sich diese zwei Welten zu einer. Immer häufiger mochte ich eine knisternde Stimmung erzeugen, selbst wenn ich nur beim Einkaufen war oder sonstige tägliche Arbeiten verrichtete.

Natürlich beschäftigte mich auch das nächste Treffen. Es war meine Aufgabe, mir etwas auszudenken. Das war nicht einfach, denn ich wollte etwas Spektakuläres, so wie zu Leos Geburtstag. Der Gedanke begleitete mich ständig. Immer wieder verwarf ich Ideen, die ich zuvor als interessant angesehen hatte.

Dieses Mal gesellte sich aber noch was Neues dazu: Mein linkes Knie und der Oberschenkel schmerzten. Ob es am Weiher mit Leo passiert war oder ob es eine Spätfolge der letzten Pilatesstunde war, konnte ich nicht sagen. In der Pilatesstunde machten wir neue Übungen und wetteiferten, wer es am besten konnte. Dabei überdehnte ich möglicherweise das Knie. Aber es könnte auch im Eifer der wilden Bumserei, am Baggersee geschehen sein. Mir wurde wieder mal schmerzlich bewusst, dass ich nicht mehr zwanzig war. Jedenfalls hinkte ich seitdem etwas. Ich beschloss, mein Knie etwas zu schonen und abzuwarten. Als es jedoch auch nach zwei Wochen nicht besser wurde, meldete ich mich zur Physiotherapie an. Immer wenn ich jemand Neues traf, bemühte ich mich besonders um mein gewinnendes Promi-Lächeln und den selbstbewussten, eleganten Gang. Der erste Eindruck, war ja sowas von wichtig. So ging ich zum ersten Termin. Es begrüsste mich eine sportliche Frau in den Dreissigern und führte mich in ein Behandlungszimmer.

„Ich bin Nicole“, sagte sie, „hallo Elenor.“

„Hallo Nicole, freut mich, bei dir zu sein“, sagte ich bewusst etwas überschwänglich.

Nachdem sie das Knie untersucht und verschiedene Fragen gestellt hatte, begann sie, mein Knie und den Oberschenkel so einfühlsam zu massieren, dass ich mich über die erregende Wirkung wunderte. Ich schaute Nicole interessiert zu, um zu ergründen, wie sie das anstellte. Die Komplimente, die ich ihr machte, kamen ganz spontan aus meinem Mund und machten sie leicht verlegen. Mein Blick auf sie irritierte sie zunehmend und ich konnte nicht anders, als leicht zu stöhnen. Als sie wieder mal am Oberschenkel ganz nach oben strich, hielt ich ihre Hand und schaute ihr tief in die Augen. „Du machst das so gut, Nicole, ich könnte süchtig danach werden.“

„Das ist mein Job, ich weiss nicht, was du erwartet hast?“

Ich hielt immer noch ihre Hand an meinem Oberschenkel fest und führte sie nun ganz sachte weiter zu meinem Schritt. Sie liess es geschehen und blickte mich ganz eigenartig an. Sie dachte bestimmt, ich sei eine Lesbe, und suchte Anschluss. Keine Ahnung, ob sie auf Frauen stand, darin war ich wirklich nicht geübt. Vielmehr wunderte ich mich über mich. Ich stand definitiv nicht auf Frauen, aber ihre Berührungen waren derart sinnlich, dass ich nicht anders konnte. Als ihre Hand an meinem Schritt ruhte, spreizte ich leicht die Schenkel. Sie strich mit den Fingern sachte über mein Höschen, wobei sich ein feuchter Fleck bildete. Sie schaute mich nochmals verwundert an, zog dann ihre Hand zurück und machte mit ihrer Gesundheitsmassage weiter, als wäre nichts gewesen. Wäre Nicole eventuell zu einem Treffen mit mir und Leo bereit? Wie wäre es, wenn ich ihm eine weitere Frau schenken würde? Er könnte sich mit zwei Frauen gleichzeitig vergnügen. Wäre das nicht eine besondere Form der Selbstlosigkeit? Der Gedanke gefiel mir. Ich hielt mich dabei für total aufgeschlossen und absolut offen für alles, was Spass machte. Ich stellte mir auch vor, wie ich den beiden von ganz nahe zusehen konnte, wenn sie am Vögeln waren. Das wäre doch ein Szenario für eine nächste Session.

Ich beschloss, Nicole weiter zu testen, wie weit sie ginge. Ich machte ihr weiter Komplimente, nicht nur zu ihrer Massage, sondern auch über ihr Aussehen. Ihre sportliche Figur mit den definierten Muskeln zeichnete sich durch ihr T-Shirt ab, ohne maskulin zu wirken. Ihr straffer Busen war nahe an gemacht, ich beschloss, dass es natürlich sei. Die kurz geschnittenen schwarzen Haare standen ihr hervorragend. Ihre roten Lippen, gaben ihrem Gesicht das gewisse Etwas. Ich betrachtete sie eindringlich, was sie zunehmend verunsicherte. Manchmal empfand ich ihre Behandlung mehr als Streicheln denn als Massieren, tat sie das womöglich absichtlich? Sie strich auch jedes Mal noch etwas höher dem Schenkel entlang, oder bildete ich es mir nur ein? Jedenfalls, wenn sie es absichtlich tat, so war es so subtil, dass ich mir gut vorstellen konnte, mit ihr zusammen und Leo ... Als sie wieder mal ihre Hand ganz nach oben strich, hielt ich sie wieder fest und führte sie gleich noch höher, zu meinem Höschen. Sie liess es wieder geschehen und sie wehrte sich auch nicht. Aber ihre Hand versteifte sich plötzlich und liess sich nicht weiter in mein Höschen führen. Sie schaute mich verlegen an und wartete offenbar auf meine Reaktion. Ich legte ihre Hand wie letztes Mal über das Höschen auf meine Vulva, was sie zuliess. Ich legte den Kopf in den Nacken und stöhnte ziemlich ungehemmt. Dann klopfte es an der Tür. Nicole zuckte zusammen, zog ihre Hand augenblicklich zurück und sagte: „Ja, herein.“

Die Tür öffnete ich einen Spalt breit und ein Kollege schaute herein: „Sorry, Nicole, für die Störung, könntest du nachher kurz zu mir kommen?“

Nicole hatte einen hochroten Kopf, deshalb drehte sie sich nicht zu ihm um, sondern sagte nur: „Ja, klar, wir haben es gleich.“ Der Zauber war verflogen, es kam zu keinen weiteren intimen Berührungen mehr. Den nächsten Termin hatte ich Ende der Woche. Mal sehen, ob ich daran anknüpfen könnte, ich wusste aber nicht recht, wie ich es anstellen sollte. Wie immer in solchen Momenten wollte ich mich auf meine Intuition verlassen.

Der nächste Termin stand an und ich ging mit entsprechenden Vorsätzen hin. Ich hatte mir schon mal den knappsten Tanga angezogen, um sie daran zu erinnern, wo wir letztes Mal stehen geblieben waren. Den ganzen Aufwand hätte ich mir allerdings sparen können, denn es holte mich nicht Nicole aus dem Wartezimmer ab, sondern ein Typ namens Roberto. Es hätte Terminkollisionen gegeben, bedauerte er, ob es okay sei, wenn ich stattdessen mit ihm vorliebnehmen müsste. „Klar, kein Problem“, sagte ich jovial, und dachte mir, ich war wohl nicht ihr Typ, oder sie hatte Angst, die Stelle zu verlieren, wenn es rauskäme, dass sie auch Erotikmassagen machte. Wie auch immer, ich war wieder auf Feld Eins mit meinem Projekt. Nun hatte ich während der gesamten Therapie Zeit, mir ein anderes Vorgehen zu überlegen. Ich beachtete Roberto kaum, auch nicht, ob und wie er mich ansah, sprich, ob er von meinen Verführungsversuchen bei Nicole wusste. Selbst als ich meine Hosen auszog und er den knappen Tangaslip sehen musste, verzog er kaum eine Miene.

Warum war mir das nicht gleich in den Sinn gekommen? Es gab da eine Person, die mir dabei helfen konnte. Yvonne, die Chefin aus dem Swingerclub, die konnte mir bestimmt helfen. Ich rief sie gleich am folgenden Tag an.

„Hier ist Elenor. Hallo Yvonne, wie geht es dir?“

„Elenor? Elenor? Bitte hilf mir.“

„Die mit dem Striptease zu „Cabaret“, wir hatten uns doch in der Shopping-Mall kürzlich getroffen.“

„Ach ja, natürlich, entschuldige, dass ich dich nicht gleich erkannt habe.“ „Yvonne, ich habe da ein Anliegen und ich hoffe, du kannst mir dabei helfen.“

Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben mit dem Dreier. Aber, dass ich niemanden kennen würde, den ich fragen könnte. Yvonne wollte noch wissen, wie diese Person aussehen sollte oder was für ein Typ gewünscht sei. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Spontan einer Intuition folgend sagte ich, sie dürfe gerne vollschlank sein. Ich erinnerte mich wage, dass mir Leo mal was von einer üppigen Matrone vorgeschwärmt hatte und wie sinnlich das gewesen sei. Yvonne meinte, da liesse sich bestimmt was machen, und ob wir das Treffen in ihrem Club machen wollten. Ich sagte ihr, dass ich das noch nicht wüsste, aber wenn sie deswegen Auslagen hätte, würde ich gerne dafür aufkommen. „Ach was, Elenor, das schönste Geschenk, das du mir machen kannst, ist, wenn du bei uns wieder mal eine Performance auf der Bühne machst.“

„Ja, ganz bestimmt, das werde ich, oder ich schaue sonst mal vorbei.“

„Das würde mich freuen, also gib mir ein paar Tage Zeit, dann melde ich mich, wenn ich jemanden gefunden habe.“

„Du bist ein Schatz, Yvonne.“

* * *

Und tatsächlich rief sie mich nach ein paar Tagen an. Die fragliche Person sei gerne für einen Dreier bereit, sofern sie mich vorher treffen könnte, um uns kennenzulernen. Als ich von Yvonne noch wissen wollte, wer es war, oder, ob es eine Professionelle sei, oder so, wich sie mir aus. Sie sagte nur, ihr Künstlername sei „Rubina“. „Rubina“ wiederholte ich langsam, und dachte mir, zumindest dürfte sie mit diesem Namen nicht eine Twiggy-Figur haben. Yvonne gab mir die Adresse einer Bar in der Stadt an, wo ich sie am kommenden Donnerstag treffen könne. Sie würde um acht Uhr dort auf mich warten.

Mit etwas mulmigem Gefühl machte ich mich in die besagte Bar auf, und überlegte, wie ich reagieren würde, wenn sie denn gar nicht mein Typ wäre. Als ich den dicken Vorhang hinter der Tür beiseiteschob und ins Lokal trat, kam mir eine üppige Parfümwolke entgegen. Ich blieb stehen und sah mich um. An der langen Bar waren auf den ersten Blick mehrere Damen anwesend, die zu Yvonnes Beschreibung gepasst hätten. Und lediglich ein Mann, der etwas derangiert aussah. Vorsichtig setzte ich mich auf einen freien Stuhl und schaute mir die Damen etwas genauer an. Sie gehörten zweifellos alle zum Rotlichtmilieu. Entsprechend waren sie etwas sehr billig aufgebrezelt und teilweise über dem Verfallsdatum. Sie warteten unübersehbar auf Freier, deshalb beachteten sie mich kaum, und wenn, dann mit abschätzenden Blicken, die Konkurrenzneid verrieten. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, sofern sich nicht eine der Damen zu mir gesellte und sich als Rubina vorstellte. Also bestellte ich einen Gin-Tonic und wartete, ob noch jemand kommen würde.

Nach einer Viertelstunde öffnete sich die Tür zum Lokal und eine vollschlanke, üppige Dame in einem adretten Kostüm trat ein. Sie schaute sich sogleich suchend um. Ich gab ihr ein dezentes Zeichen. Mit einem süssen Lächeln im Gesicht steuerte sie auf mich zu und setzte sich mit Schwung auf den Barhocker neben mir.

„Du bist Rubina, stimmt’s?, fragte ich fast überflüssigerweise.

„Dann bist du Elenor“, meinte sie. Ich nickte, dann gaben wir uns die Hand. Wir schauten uns länger als üblich in die Augen und auch sonst musterten wir uns ungeniert. Mit ihr würde ich also, wenn alles wie geplant verlief, Liebe machen. Dieser Gedanke berührte mich seltsam. Eine wildfremde Frau, in einer wildfremden Bar, es war surreal. „Sorry“, sagte ich, „ich wollte nicht so ...“

„Ach, was, schau mich nur an, schliesslich wollen wir uns heute ja beschnuppern, oder nicht?“

„Stimmt, wenn man es beim Namen nennt, ist das der einzig richtige Ausdruck für unser Treffen.“ Ihre lockere Art tat gut in dieser Situation.

„Elenor, du bist hübsch, sehr hübsch.“

„Danke, Rubina, du aber auch, ich bin begeistert von deiner Erscheinung. So fraulich üppig und so knackfrisch, ein Traum. Sorry, war das jetzt unangebracht?“

„Ach wo, ich mag direkte Ansagen und zudem war ja jedes Wort ein Kompliment. Darf ich fragen, wie du orientiert bist?“

„Also, ich bin offen für vieles, nicht streng hetero, dafür experimentierfreudig.“

Rubina schmunzelte und schaute mir schon fast zärtlich in die Augen. Dann meinte sie: „Also wir zwei werden uns bestimmt vertragen.“

„Das glaube ich auch, und um meinen Partner musst du dir auch keine Sorgen machen, der fliegt bestimmt auf dich. Da bin ich mir sicher.“

„Ist es dein Wunsch mit dem Dreier, oder der deines Partners?“

„Von beiden“, log ich, denn ich wollte nicht sagen, dass es für Leo eine Überraschung werden sollte. Ich hatte plötzlich Bedenken, sie könnte einen Rückzieher machen, wenn sie das wüsste.

„Warum möchtet ihr dafür, eine wie mich?“

„Wie meinst du das, Rubina?“

„Na ja, warum eine nicht mehr blutjunge Vollschlanke wie mich und nicht ein junges, knackiges Ding?“

Genau das war mir auf dem Weg in die Stadt auch durch den Kopf gegangen. Als ich mich hinterfragte, musste ich mir eingestehen, dass ich Angst hatte, diese Frau könnte mich ausstechen. Sie könnte Leo noch besser gefallen als ich. Bei einer wie Rubina bestand da weniger Gefahr, obschon Leo einmal von einer vollschlanken Frau geschwärmt hatte. Das wollte ich ihr natürlich nicht so sagen, stattdessen sagte ich: „Weil wir beide auf üppige Frauen stehen. Wir lieben so tolle Körper, wie deinen. Um das zu betonen, strich ich ihr über die Wangen und dann an der Seite entlang. Sie lächelte mich zufrieden an, warf ihre hellblonde Mähne über die Schulter und hielt vertraulich meine Hand. Endlich kam auch ihr Getränk, wir stiessen an: „Auf unseren Dreier.“

„Auf unser zärtliches Vergnügen“, ergänzte ich. „Eigentlich schade, können wir es nicht gleich jetzt machen, ich hätte solche Lust auf dich.“ Ich erschrak über meine unbedachte, aber ehrliche Aussage.

Rubina schaute mich eindringlich an und fragte: „Meinst du das jetzt im Ernst.?“

„Ja, das war so ganz spontan mein Gefühl.“ Ich legte meine Hand auf ihre und lächelte ihr verlegen zu.

„Weisst du was, Elenor?“ Ich schaute sie fragend an. „Das ist eine gute Idee, warum machen wir nicht eine Hauptprobe nur für uns?“ Ich blickte sie eindringlich an, in der Erwartung, dass sie das als Scherz meinte, aber sie blieb ernst und neigte sich zu mir herüber und küsste mich auf die Wange. Ich wurde rot, ab so viel Zuneigung von einer Frau in einer öffentlichen Bar. Ich war noch nie mit einer Frau im Bett, schoss es mir durch den Kopf, eigentlich war das ja als Dreier gedacht gewesen. Nun, wenn ich es mir überlegte, hätte ich bei Nicole, der Physiotherapeutin, auch nicht nein gesagt. Ich bin zwar hetero, so glaubte ich bisher, aber so klar abgrenzen musste man das ja nicht, solange es Spass machte. Wer hat eigentlich diese Schubladen erfunden? War es nicht einerlei, wenn man sich liebte und glücklich war? Wir rückten unsere Barhocker näher zusammen und hielten Händchen. Ich spürte eine angenehme Wärme, die von ihr ausging. Ich legte meine Hand auf ihren strammen Schenkel und fuhr langsam darüber. Darauf spürte ich ihre Hand im geöffneten Mantel sich zu meinem Busen vortasten. Sie strich mir zärtlich über die Erhebungen. „Du bist schön, Elenor, ich möchte dich nackt sehen, verführen, beglücken, bis du im siebten Himmel ankommst.“

Wie zärtlich sie das machte, so also fühlte sich lesbische Liebe an. Ich war sowas von neugierig auf das Liebemachen mit einer Frau. Wir tranken unsere Drinks zügig aus, denn wir waren beide ungeduldig, auf das, was uns erwartete. Ich beschloss, mich ganz von Rubina führen zu lassen, ich wusste ja auch nicht, wohin wir zusammen gehen konnten. Rubina wusste das, sie nahm mich bei der Hand und führte mich zielstrebig zu einem kleinen Hotel um die Ecke. An der Rezeption, sagte sie: „Ein Zimmer bitte.“

Der Rezeptionist fragte dienstbeflissen: „Für wie viele Nächte soll es denn sein.“

„Lass den Quatsch, Giuseppe, und gib mir den Schlüssel, von der vier, wenn es frei ist.“

„Bezahlung im Voraus“, meinte er lakonisch und schaute mich an. Ich begriff, zückte die Kreditkarte und bezahlte das Zimmer. Rubina hielt die Zimmerkarte an die Türfalle, an der ein rosa Herzchen mit der Nummer vier angebracht war. Das Zimmer war hübsch ganz in Rosa eingerichtet. Es passte unbedingt zu unserem Vorhaben. Als sich die Türe hinter uns schloss, schauten wir uns lange in die Augen. Sie hatte hellblaue Augen, die sehr gut zu ihren blondierten Haaren passten. Sie strich mir die halblangen hellbraunen Haare zurück und betrachtete mein Profil. Ihre Lippen fanden gleich darauf meine und wir verschmolzen noch im Mantel im Stehen. Ich half ihr aus der Pelzjacke und legte sie über die Stuhllehne. Nun konnte ich endlich ihre Figur als Ganzes betrachten, sie war wirklich einladend üppig gebaut. Ich spürte, wie sie mich betrachtete. Als ob sie nach einem Zeichen der Enttäuschung in meinem Gesicht suchte. Ich setzte mein breitestes Lächeln auf und hauchte: „Rubina, du bist ein Traum von Frau, ich kann mir nichts Verlockenderes vorstellen.“

Das kam sehr gut bei ihr an. Sie lächelte völlig entspannt und zufrieden. Wenn sie so lächelte, hatte sie trotz ihres Alters etwas Mädchenhaftes an sich. Sie half mir beim Entkleiden. Ganz langsam, Stück für Stück entblösste sie mich, bis ich nur noch im BH und Slip vor ihr stand. Mit der flachen Hand strich sie mir über die Seiten, als wollte sie einem Tonmodell von mir den letzten Schliff geben. Jetzt war ich an der Reihe, ich entkleidete sie ebenso langsam und verführerisch, wie sie es getan hatte. Bei ihrem Kleid benötigte ich allerdings etwas Kraft, um es über ihre ausladenden Hüften zu bringen. Ich wollte nicht zu stark zerren, sie hätte das falsch verstehen können. Als ich ihre Bluse öffnete, kamen mir zwei riesige Ballone, in grossen Körben verpackt, entgegen. Ich nahm, so gut ich konnte, je einen in eine Hand und knetete sie zärtlich, sie waren riesig. Ich dachte immer, ich hätte einen ansehnlichen Busen, aber Rubinas Vorbau liess meinen wie einen französischen Balkon aussehen. Diese Pracht musste ich in natura sehen. Als ich den Verschluss des BHs am Rücken öffnete, sprang mir Rubinas Busen buchstäblich entgegen. Reflexartig hielt ich meine Hände hin, als wenn er hätte zu Boden fallen können. Die grossen Vorhöfe waren dunkel gefärbt. Ich küsste ihre Warzen und nahm gleichzeitig ihren eigenen Duft das erste Mal richtig wahr. Ich stellte mich hinter sie und streifte ihr den riesigen Slip über den Hintern. Nun stand sie völlig nackt da. Hinter ihr stehend, drehte ich sie zum Spiegel, um sie gemeinsam mit ihr zu betrachten. Sie war die Wollust eines feuchten Traumes. Rubina war einen halben Kopf kleiner als ich, aber ihr Becken war ein gutes Stück breiter als meines. Ihre Taille war aufreizend schmal im Vergleich zu ihrer übrigen Leibesfülle. Eine veritable Sanduhrfigur. Sie hatte die Scham rasiert, allerdings konnte man nur einen feinen Spalt davon sehen, ihre geschwollene Vulva sah hübsch aus, es gab noch viel zu entdecken. Meine Hände massierten ihren Busen, der bei der enormen Fülle erstaunlich gut der Schwerkraft widerstand. Ich flüsterte ihr zu: „Rubina, du bist ein Geschenk der Natur.“

„Aber nur für jene, die es zu schätzen wissen“, entgegnete sie. „Ja, aber für die umso mehr, ich empfinde dich als ein formvollendetes Kunstwerk.“

Obschon ich bisher auf übergewichtige Frauen eher negativ reagiert hatte, war ich von ihrer Anmut begeistert. Hätte ich mich früher so hören können, was für Komplimente ich einer Frau wie Rubina jetzt machte, hätte ich mich bestimmt als Heuchlerin gescholten. Aber jetzt empfand ich es genau so. Rubina drehte sich um und entkleidete mich auch noch vollständig. Sie strich mir mit den Fingern durch die Scham, wie um zu prüfen, ob meine Worte echt waren. Sie waren es, ja, ich war schon so nass, als wäre ich kurz vor dem Höhepunkt gewesen.

„Elenor, es ist schön mit dir, du kannst so schön geniessen.“

Eng umschlungen schwankten wir zum Bett und liessen uns fallen. Wir genossen unsere Körper und küssten uns gegenseitig ab. Ich spielte eine ganze Weile mit ihren gigantischen Brüsten und suckelte so lange an den Nippeln, bis sie dick und dunkelbraun hoch aufragten. Sie liebt es, an den Warzen, verwöhnt zu werden, das lässt sie mich deutlich spüren. Ihre Zunge wanderte langsam über meinen Bauch, meinem Lustzentrum entgegen. Kurz davor hob sie mein Becken mit einem Ruck an und schob mir gleichzeitig ein grosses Kissen unter den Hintern. Dann versank ihr Kopf zwischen meinen Schenkeln und ihre flinke Zunge pflügte langsam, aber äusserst eindringlich durch meine Schamlippen. Sie öffnete meine Schenkel noch weiter und grub ihr Gesicht noch tiefer in meine saftende Möse. Rubinas Zunge spielte geschickt mit meiner Perle, die sich, so wie ich sie kannte, als nimmersatter Pfropfen hervorgedrängt hatte. Ich hielt ihren Kopf mit den Händen fest und zog sie zu mir hoch. Ich wollte sie küssen. Ihr verschmierter Mund legte sich auf meine Lippen, ich öffnete sie und etwas von meinem vertrauten Saft tropfte in den Mund. Unsere Küsse endeten erst, als sich der süsse Geschmack allmählich verlor. Aber nun wollte ich sie an ihrem intimsten Ort liebkosen. Ich bedeutete ihr, sich auf den Rücken zu legen. Dann schob ich ihr ebenfalls ein Kissen unter ihren Hintern, aber das genügte noch nicht, erst als ich es faltete und dann ihren enormen Hintern darauf hievte, kam ich meinem Ziel näher. Sie war erstaunlich beweglich, sie öffnete ihre Beine bis zum Spagat und liess sich so völlig entblösst von mir eingehend betrachten. Ich streichelte über ihre geschwollene Vulva, sie war wunderschön anzusehen, aber verbarg alles, was man bei mir von weitem sah. Ich zog mit beiden Händen die beiden Hälften ihrer Pfirsich auseinander und sah endlich, was sich darin verbarg. Bei diesem Anblick dachte ich sofort an eine dickblättrige Rose. So verschlungen die Blütenblätter und so dicht beieinander wie bei einer Baccararose und auch fast so dunkelrot. Am oberen Ende drängte sich eine kapuzenartige Erhebung aus den Blütenblättern hervor. Unter der schützenden Haube fand ich ihre empfindlichste, und erregbarste Stelle, die dort sorgsam eingebettet lag. Ich spreizte ihre Vulva behutsam noch weiter und siehe da, alles, das so schamhaft verborgen war, stülpte sich nun üppig und einladend nach aussen. Ich dockte mit einem Kussmund direkt an ihrer Knospe an und suckelte daran. Sie schrie vor Lust auf und schlug ihre Arme rhythmisch auf das Bett. Ich machte unbeirrt weiter, bis sie zu winseln begann und mich bat, bitte, bitte, innezuhalten. Ich setzte kurz ab und schaute ihr in die Augen: „Gefällt es dir denn nicht?“

„Doch, doch, du machst mich verrückt, ich halte es fast nicht aus, aber bitte mach weiter, bitte.“

Genau das wollte ich hören. Wieder sog ich ihre zu einem grossen Zäpfchen angeschwollene Lustknospe zwischen meine Lippen und schwor, nicht mehr aufzuhören, bis sie kommen würde. Wieder schrie sie vor Lust beinahe das ganze Hotel zusammen. Sie keuchte und stöhnte und verzog ihr Gesicht zu einer Fratze, um dann wie ein Vulkan auszubrechen. Sie warf ihren Hintern hoch und schlug noch heftiger mit den Armen um sich. Ich konnte sie kaum mehr lecken, so wild kam sie. Dann krampfte sie sich in der Fötusstellung zusammen und zitterte am ganzen Leib.

„Es ist wunderbar, dir zuzusehen, wie du so leidenschaftlich kommst.“

„Das bist du, Elenor, du verstehst es, Frauen richtig zu nehmen.“

Ach, tue ich das? Nun, für das erste Mal mit einer Frau, erstaunlich, aber zumindest weiss ich ja, was mir gefällt, und so ist es naheliegend, dass dies anderen Frauen auch gefällt.

„Aber jetzt bist du dran, nicht? Sonst fehlt dir doch was.“

Ich strich ihr über die Wange und schaute sie zärtlich an. Nur wenige Männer hätten sowas gesagt. Wenn die gekommen sind, verlieren sie oft schnell das Interesse an der Frau. Wie es ihr geht oder ob sie auch auf ihre Rechnung gekommen war, wird zur Nebensache. Also Leo zähle ich klar nicht zu dieser Sorte von Männern.

Rubina dirigierte meinen Hintern auf ihr Gesicht. Gleich darauf spürte ich ihre flinke Zunge in meiner Lustgrotte ihr Unwesen treiben. Sie machte das so geschickt, wie es nur eine Frau machen kann, die genau weiss, wie es sich wo anfühlt. Ich griff mir an die Brust und drückte meine Nippel zusammen und spornte Rubina bei ihrer eindringenden Beschäftigung, mit lauten Stöhnen an. Eine bestens bekannte und immer wieder herbeigesehnte Welle bereitete sich in meinem Unterleib darauf vor, mich zu überrollen. In freudiger Erwartung liess ich sie in mir hochsteigen. Mit kreisenden Bewegungen meiner Hüften über Rubinas Gesicht, beschleunigte ich diese Welle der Lust.

Als sie mich überrollte und durchschüttelte, wurde mir wiedermal bewusst, wie ich das brauchte, immer wieder von Neuem. Ich legte mich zu Rubina und umschlang sie, um ihre warme Haut zu geniessen. Ich fühlte mich wirklich entspannt und gut, obschon die Umgebung in diesem Stundenhotel etwas gewöhnungsbedürftig war. Die Bettgenossin hingegen hatte ich bereits fest in mein Herz geschlossen, obschon das Liebesspiel mit einer Frau ebenso neu für mich war, wie in einem Stundenhotel abzusteigen.

„Darf ich dich was fragen, Rubina?“

„Ja, nur zu.“

„Bist du ... also stehst du hauptsächlich auf Frauen?“

„Wenn mein Liebesleben nur so aussehen würde wie soeben mit dir, wäre ich rundum glücklich, aber ich kann es mir eben nicht immer aussuchen.“

Ich nickte und war etwas beschämt, dass ich das gefragt hatte. Sie konnte sich ihre Freier nicht aussuchen und Frauen waren höchst selten darunter. Wie konnte ich sie nur so blossstellen? Nur gut, fragte ich nicht auch noch, warum sie das täte. Das wäre das absolute „No-Go“ gewesen. Es war alleine ihre Sache, wie sie ihr Leben gestaltete.

Ich küsste sie zärtlich, um es irgendwie wieder gut zu machen und ihr für ihre Offenheit zu danken. Sie drückte mich fest an sich, sodass mein Kopf ihren Busen plattdrückte. Sie war vermutlich verletzlicher, als es ihren robusten Körperbau erwarten liess.

„Ich fand es wunderschön mit dir, Rubina, so ... einzigartig ... sinnlich.“

„Gerne wiedermal, liebste Elenor.“

Ich überlegte, ob es eine gute Idee war, der Dreier mit Leo.

Oder wollte ich Rubina nur nicht mit ihm teilen und sie lieber wieder mal alleine besuchen?

„Rubina, würdest du mich mal zu Yvonne begleiten?“

„Du meinst für den Dreier mit deinem Partner?“

„Nein, ich dachte eigentlich nur wir zwei, an einem dieser ‚Women’s only‘ Abenden.“

„Aber sehr gerne, natürlich, ich würde mich freuen. Und das mit dem Dreier?“

„Ach, ich weiss nicht recht, wir werden sehen.“

„Ruf mich einfach an, du hast ja jetzt meine Nummer.“

„Mach ich, Rubina, mach ich bestimmt.“

Rubina war noch im Bad, als ich ihr eiligst ein paar Scheine in die Handtasche steckte. Seit ich wusste, wie sie ihren Lebensunterhalt, oder zumindest teilweise, verdiente, wäre ich mir schlecht vorgekommen, ihr nicht etwas zuzustecken. Andererseits wollte ich sie auch nicht damit beleidigen, indem ich sie wie eine Nutte bezahlte. Es war schon seltsam und äusserst ungewohnt, für ein Schäferstündchen zu bezahlen. Nachdem Rubina aus dem Bad gekommen war, umarmten wir uns für längere Zeit einfach so. Jede von uns empfand intensive Zuneigung, als wären wir schon seit ewigen Zeiten beste Freundinnen. Bevor wir das Stundenzimmer verliessen, küssten wir uns nochmals zum Abschied. Rubina, gab an der Rezeption die Zimmerkarte ab. Natürlich konnte sich Giuseppe nicht eine Bemerkung verkneifen: „Na Mädels, auch die Näschen nicht vergessen zu pudern?“ Giuseppe lachte ein verächtliches, schmutziges Lachen, allerdings fand es sonst niemand lustig. Rubina zeigte ihm im Vorbeigehen den Mittelfinger, ohne ihn dabei anzusehen. Giuseppe lachte immer noch über seinen Witz. Bestimmt hatte er eine Zeit lang in Österreich gelebt. Dann trennten sich unsere Wege und ich dachte mit warmen Gefühlen an den lustvollen Nachmittag. Ich gebe meinen Bekannten oft einen auf sie zugeschnittenen Namen. Also nur für mich, Leo zum Beispiel, gab ich den Namen: “Der sinnliche Hengst“. Für Rubina kam mir spontan, „Das heimelige Nest“ in den Sinn. Ja, genau so fühlte ich mich bei ihr.

Nun war ich hin- und hergerissen: Einerseits wollte ich ja das nächste Treffen mit Leo vorbereiten, andererseits hatte mich die Begegnung mit Rubina tief berührt und zugleich verunsichert. Ich beschloss, mir für Leo etwas Neues auszudenken, um Rubina nur für mich alleine zu haben. Ich freute mich bereits auf den „Women only“ Abend bei Yvonne. Bis dahin dauerte es aber noch eine ganze Weile, wie ich erfahren hatte.

* * *

Um meinen steigenden Drang, mich in der Öffentlichkeit zu entblössen, zu befriedigen, dachte ich an ein Treffen mit Leo, das gleichzeitig diese, meine neue Seite berücksichtigte. Ich weiss nicht, wie das kam, aber meine exhibitionistische Neigung meldete sich immer stärker und drängte mich unerbittlich, sie zufriedenzustellen. Gerade nach der Nummer am Baggersee, als uns die drei schwulen Kerle zugeschaut hatten, fühlte ich ein sonderbares Kribbeln und den Wunsch nach mehr. Wobei es nicht zwingend eine explizite öffentliche Entblössung brauchte: Selbst die Möglichkeit, dass wir entdeckt wurden, wie wir es zusammen trieben, brachte meinen Puls auf die erforderliche Betriebstemperatur, um die triebhafte Hitze in mein Zentrum einzuschiessen. Es war wie eine Sucht, nein, ich musste mir eingestehen, es war eine veritable Sucht, und sie galt es immer wieder zu befriedigen. Ich suchte also nach öffentlichen Räumen, die dafür geeignet sein könnten. Nach längerem Suchen fand ich, wie mir schien, einen geeigneten Ort.

Auf dem Weg zum geheimen Ort der Lust, dirigierte ich Leo durch den Stadtverkehr. Er versuchte gar nicht erst zu raten, wohin die Reise ging, er kannte mich mittlerweile so gut, dass er wusste, dass dies zwecklos gewesen wäre. Zudem wurde er noch nie enttäuscht von meinem besonderen Gespür für delikate Treffen.

Ich hatte mein praktisches Einteiler-Sommerkleid mit den eingenähten Halbschalen angezogen und die neuen Sandalen aus Jute mit den Keilabsätzen. Das war‘s dann auch schon. In der Stadt war es stickig heiss. Trotz des leichten Kleides hatte ich Wallungen, oder war es die vorauseilende Erregung? Die Ampel war rot, ich raffte ungeduldig meinen Saum bis fast zum Schritt hoch, was Leo natürlich nicht verborgen blieb.

„Ist das bereits das Vorprogramm?“, fragte er schmunzelnd. Er beugte sich zu mir und küsste mich. Gleichzeitig liess er die Rückenlehne ein Stück zurückfahren, um einen besseren Einblick zu erhalten. Er pfiff amüsiert durch die Zähne, als er sah, dass ich kein Höschen trug.

Ein Radfahrer fuhr an der Beifahrerseite an unser Auto und hielt sich an der Dachreling fest, um bei Grün gleich losfahren zu können. Ich schürzte mein Kleid noch höher, um meine blitzblank rasierte Möse blosszulegen, und schaute zu ihm hoch, aber er blickte gebannt zur Ampel. Dann drehte er plötzlich seinen Kopf zu mir. Darauf ist bei Männern absoluter Verlass. Als hätten sie einen siebten Sinn dafür, wird ihr Blick zuverlässig zu den erotischen Einblicken gelenkt. Er hob seine Augenbrauen und machte Stielaugen. Ich lächelte ihn maliziös an. Dann wurde es grün und Leo fuhr los. Der Radfahrer hatte seinen Start verpasst, dafür blies er mir noch einen Handkuss durch das Seitenfenster.

„Willst du ein Verkehrschaos anrichten, Elenor?“

„Er freute sich über den Anblick wie ein Schneekönig.“

„Das glaub ich dir ...“

„Da links, schnell, schnell.“

„Uff, gerade noch geschafft und jetzt?“

„Ins Parkhaus, da drüben.“

Bevor ich das Auto verliess, zog ich den Saum des Kleides wieder gegen die Knie. Ich hakte Leo unter und führte ihn über den Platz. In einem Schaufenster betrachteten wir uns. Wir sahen wie ein seriöses, seit langem vermähltes Paar aus. Eigentlich erstaunlich, wie man sich täuschen kann, wenn man bedachte, was wir im Schilde führten, oder genauer gesagt, was ich mit Leo vorhatte. Und er würde mehr als willig mitmachen, davon war ich überzeugt. Wir standen vor der altehrwürdigen Pforte des ‚Naturhistorischen Museums‘. „Machen wir einen Bildungsnachmittag?“, fragte Leo.

„Ja, so ähnlich. In den alten Gemäuern ist es herrlich kühl, gerade richtig bei diesem heissen Wetter.

„Ich wüsste da noch eine klimatisierte Bar, ganz in der Nähe.“

Ich löste zwei Tickets, dann standen wir im Entrée des Museums. Alte, versiegelte Parkettböden knarrten unter unseren Schuhen. Beidseitig wanden sich breite Treppen mit reich verzierten, schmiedeeisernen Geländern in die oberen Stockwerke. Ich schaute auf die Beschilderung und zog Leo Richtung ‚Eiszeit‘. Auf dem Weg dorthin schaute ich aufmerksam die Wände und Decken an. Leo schaute mich verwundert an, er konnte sich keinen Reim auf mein Verhalten machen. Willig folgte er mir, mit der Gewissheit, es bestimmt nicht zu bereuen.

Hinter riesigen Vitrinen aus Glas waren lebensechte Szenen aus der Eiszeit nachgebildet worden. Höhlenmenschen– oder waren es Neandertaler? Mit grimmigen Blicken und pelzigen Körpern starrten sie die Zuschauer an. Es war fast furchteinflössend, wie realitätsnah sie gestaltet waren. Ich schaute nochmals zur Decke nach den Videokameras und war befriedigt, dass uns keine beobachtete. Ich stellte mich ganz nahe an die Vitrine und sah dem grantig dreinblickenden Vorfahren in die Augen. Leo kam augenblicklich zu mir und stellte sich hinter mich. Sofort drückte ich meine Hinterbacken gegen ihn. Er umfasste meine Taille mit kräftigem Griff und fragte. „Würdest du gerne von diesem Typen genommen werden?“

„Ich weiss nicht, du genügst mir eigentlich vollauf, aber du hast recht, der Gedanke und die Vorstellung sind schon faszinierend.“

Er schob mir ganz langsam das Kleid hoch und strich über meine nackten Hinterbacken. Es kribbelte unheimlich in meinem Unterleib. Ich konnte nicht anders, als meinen Hintern gegen seine Beule in der Hose zu drücken. Dann ging es ganz schnell, er nahm sein Ding hervor und schob es gleich mit Wucht in meine Möse. Ich schrie leise auf und stützte mich mit den Händen an der Vitrine ab. Der furchteinflössende Blick des Höhlenmenschen war nun direkt vor meinem Gesicht. Es war eigentümlich, von Leo von hinten gestossen zu werden und gleichzeitig sich in der Gesellschaft einer Eiszeitmenschengruppe zu befinden. Hinter dem grimmigen Höhlenmenschen sassen Frauen am Boden und arbeiteten etwas Handwerkliches. Es schien mir, als ob sie interessiert zuschauen würden, wie mich Leo kräftig von hinten durchvögelte. Erstaunlich ähnlich, wie sie es taten, vermutete ich, oder besser gesagt genommen wurden, wobei die Frauen wohl kaum gefragt wurden, ob sie es wollten. Leo wurde immer wilder und ich drückte dagegen. Manchmal hatte ich den Eindruck, der Kopf des Urmenschen bewegte sich, als ob er mir was sagen wollte. Es fühlte sich so echt und lebendig an, dass ich das Gefühl bekam, zu den Höhlenmenschen dazuzugehören.

Plötzlich hielt Leo inne und zog seinen Schwanz abrupt aus mir heraus. Jetzt hörte ich es auch, Kinderstimmen, eine Schulklasse hatte den heissen Nachmittag genutzt, um den Unterricht im kühlen Museum abzuhalten. Zwei Knaben und ein Mädchen schauten uns erstaunt zu. Wie lange sie schon dort standen, wusste ich nicht. Das Mädchen löste sich aus der Gruppe und rannte weg, die beiden Knaben, der eine hatte ein oranges Cap auf, standen wie angewurzelt da und glotzten uns weiter an. Ich streifte mir eilends das Kleid über die entblösste Haut und drehte mich von den beiden weg. Nun rannten sie endlich kichernd zurück zu ihrer Schulklasse. Leo und ich schlenderten weiter zum nächsten Saal. Als ich zurückblickte, sah ich die Lehrerin inmitten ihrer Kinderschar. Die orange Mütze war auch dabei.

Einen Saal weiter kam ein junger Sicherheitsbeamter auf uns zu und forderte uns auf, ihm zu folgen. Wir sagten nichts, aber folgten ihm, denn wir ahnten schon weshalb. Beim Eingang angelangt, räusperte er sich umständlich und sagte: „Die Erregung öffentlichen Ärgernisses ist ein Straftatbestand, ich denke, das wissen sie.“

Leo nickte nur. Der junge Mann zeigte mit einer Geste auf eine Anzahl Monitore, auf denen die Räume des Museums zu sehen waren. Ich schaute verlegen weg. Ich hatte doch genau geschaut, wo die Kameras hingen.

Dann sagte er mit einem gewissen Stolz: „Wir haben vor einigen Wochen eine ganz neue Videoüberwachung erhalten. Die alten grossen Kameras haben wir als Attrappen hängen lassen. Ich lief rot an, als ich die hochauflösenden Bilder auf dem Monitor sah.

„Ich bitte sie, umgehend unser Haus zu verlassen, sonst müsste ich ...“

Leo hob abwehrend beide Hände. Beschämt verzogen wir uns, aus dem Museum. Erst als wir ein ganzes Stück von der Museumspforte entfernt waren, sagte ich: „Was für ein Reinfall, und ich habe noch genau geschaut, wo die Kameras hingen. Tut mir leid, Leo, so war das nicht geplant.“

„Ich denke, jetzt brauchen wir dringend einen Drink.“

Die düstere Bar kam mir wie ein Versteck vor. Der Vorfall war mir echt peinlich. Leo war pragmatischer und fragte: „Und, was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Nachmittag?“

Wir überlegten hin und her, wobei mir die Lust etwas vergangen war, bis Leo sein Blick von seinem Handy nahm, auf dem er etwas nachgesehen hatte, und vorschlug, eine Sauna zu besuchen. Das schien mir unverfänglich, denn dort war man ja aus Prinzip nackt. Ob Leos maliziöses Lächeln, dem Zwischenfall im Museum oder dem bevorstehenden Saunabesuch galt, wusste ich erst, als wir vor der Sauna standen und er mich fragend anschaute. Ich schaute ihn stutzig an, war das eine Männersauna? Ich meine für besondere Männer, die Abbildungen am Eingang liessen keinen anderen Schluss zu.

„Lassen die mich da rein, auch wenn ich kein Johnas zwischen den Beinen habe?“

„Sei unbesorgt, man ist in der Gay-Sauna tolerant, und zudem gibt es auch Tage, wie heute, an denen alle willkommen sind, also die ganze Buchstabenreihe „LGB...T...Q... Plus“ oder so. Herrje, ich kenne nicht alle Gattungen.“

„Also auch Frauen?“

„Aber sicher.“

„Dann warst du auch schon hier?“

„Ja, klar, sonst wüsste ich das nicht so genau.“

„Dann magst du es auch mit Männern und so, das wusste ich gar nicht.“ „Stimmt, ich bin kein Kostverächter, aber meine Vorlieben sind klar bei den Frauen oder fast Frauen.“

„Fast Frauen, was soll denn das sein?“

„Na ja, Transfrauen oder Ladyboys, eben.“

„Ach so, verstehe, und kommen die auch hierher?“

„Eher selten, glaube ich, wenn dann öfter mal Transvestiten.“

Ich schaute zu Leo hoch. Er verblüffte mich mit seiner offenen Ansage. Ist das schon Teil des Spiels? Leo ist bisexuell, das hat er mir soeben ganz schnörkellos erklärt, so als hätte er gesagt, dass er Vegetarier sei. Also eher umgekehrt, wenn Leo vorgab, Veganer zu sein, und mir gestanden hätte, dass er ein eingefleischter Karnivore sei, aber egal. Ich tat so, als wäre es für mich das Natürlichste der Welt, sexuell auf verschiedenen Hochzeiten zu tanzen. Nun, nach meinem lustvollen Nachmittag mit Rubina hatte ich ja überraschenderweise auch grosse Lust mit ihr empfunden, das schloss ja beinahe alle Varianten dazwischen ein.

Mit neuen Erkenntnissen über Leos Sexualpräferenzen folgte ich ihm in die Gay-Sauna. Der sportliche junge Mann am Empfang begrüsste uns überfreundlich, überreichte uns Handtücher und Spindschlüssel, dann sagte er: „Ihr dürft die Paargarderobe nehmen, ihr findet sie, wenn ihr durch die allgemeine Garderobe durchgeht.“

Ich schaue mich verstohlen in der Garderobe um und sehe viele halbnackte und nackte, braun gebrannte Männerkörper. Offenbar hatten einige an diesem Freitagnachmittag früher Schluss gemacht, um mit einem pikanten Start das Wochenende zu beginnen. Was für ein Anblick! Alle hatten sich rasiert, das war mir zuerst aufgefallen, also nicht im Gesicht, dort dominierte eher der Dreitagebart. Dann zog mich Leo dezidiert durch eine Schwingtüre in eine kleinere Garderobe. Hatte ich zu auffällig die nackten Körper angestarrt? Als wir beide mit einem Badetuch umgebunden die Garderobe verlassen wollten, öffnete sich die Schwingtüre. Eine nicht ganz einfach zu definierende hübsche Person kam uns entgegen. Das bemerkenswert androgyne Wesen schob sich an uns vorbei. Ich drehte mich zu ihm und sagte spontan: „Hallo, meine Liebe.“ Es schlug die Augen auf und sah mich eindringlich an, dann kam mir ein süsses Lächeln entgegen. Ich erwiderte das Lächeln und sagte: „Na dann, bis später, hoffentlich.“

„Ja, klar, Süsse“, erwiderte es und berührte mich an der Schulter.

Auf dem Weg zu den Nassräumen fragte mich Leo: „Machst du gerade neue Bekanntschaften? Oder warst auch du schon vorher mehrpolig orientiert?“

„Ich weiss es wirklich nicht, es mangelte an Gelegenheiten, es herauszufinden. Aber es gefällt mir hier, das weiss ich.“ Im offenen Duschbereich herrschte munteres Treiben, Körper an Körper liess man sich vom warmen Wasserstrahl verwöhnen, dass es nur so dampfte. Als ich mich als einzige Frau zu all den Männern dazustellte, nahmen zahlreiche Blicke Mass an meinem Körper. Ich tat es ihnen gleich, einige hatten erigierte Glieder, vermutlich hatten sie soeben etwas Schönes im Dampfbad erlebt, das gleich nebenan war. Andere waren beschnitten und wieder andere hatten bereits im nicht erigierten Zustand stattliche Gemächte. Eine bunte Vielfalt an Pimmeln, Hintern und Männerkörpern.

Ich gab Leo ein Zeichen, dass ich ins Dampfbad möchte. Er hob seine Augenbrauen und machte eine Geste, die vermutlich ‚Wenn du meinst, aber auf deine Verantwortung‘ bedeuten sollte. Ich zog die Glastüre auf, ein heisser Dampfschwall kam uns entgegen. Drinnen war es feucht und heiss, die Haut fühlte sich augenblicklich geschmeidig an. Es war dunkel. Wenn man von aussen kam, sah man nichts, nur ein paar Lämpchen dienten der Orientierung. Wie es aussah, war hier drinnen ein Labyrinth aus Mauern und Abteilen. Weiter hinten hörte ich ein Stöhnen, da waren bestimmt ein paar Jungs zu Gange. Ich kam nicht weit, dann stiess ich an einen Körper, der drehte sich um und betastete mich. Offenbar erkannte er, dass ich Brüste hatte, jedenfalls machte er sich äusserst zärtlich an ihnen zu schaffen. Dann spürte ich Leo an meinem Rücken, sein harter Prügel drängte sich zwischen meine Pobacken. Sicher hätte er dort gerne weitergemacht, wo wir im Museum so schlagartig unterbrochen wurden. Ich tastete mein Gegenüber auch ab und hielt bald einen langen, schlanken Zauberstab in meinen Händen. Er drückte mich sanft an seine Brust und küsste mich am Hals. Ich umfasste seine Hüften und betatschte seinen Hintern. Jetzt wurde es eng, mehrere Gestalten zwängten sich an uns vorbei dem Ausgang entgegen. Ich wurde von meinem Spielkameraden abgedrängt. Bei diesen engen Platzverhältnissen rieben sich die Körper gezwungenermassen aneinander. Die Vorbeidrängenden berührten mich nacheinander. Ich tat es ihnen gleich und fasste jeden an seinen Schwanz. Der eine war glitschig und alle waren noch hart, vom soeben Erlebten. In dem kleinen Durcheinander wusste ich nicht mehr, wo Leo war. Ich drang tiefer ins Labyrinth ein. Mittlerweile hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt, so konnte ich die Umrisse sehen. In einer Nische stand einer mit der Vorderseite an der Wand und hielt sich am oberen Ende der Zwischenwand fest. Ich fragte mich kurz, was das soll, bis ich auf der anderen Seite dieser Zwischenwand einen anderen sah, der kniend, inbrünstig seinen Schwanz lutschte. Ein „Glory Hole“, davon hatte ich schon gelesen aber noch nie eines in Betrieb gesehen. Ich drängte mich hinter den Glücklichen in die Kabine und drückte alle meine Rundungen gegen ihn. Er stöhnte auf, fasste nach hinten zu mir. „Ja, drück mich an die Wand, es ist so geil.“ Den schmatzenden Geräuschen nach zu schliessen, wollte sein Beglücker alles aus ihm rausholen. Das stöhnen wurde lauter und sein Atem ging im Stakkato, dann drückte er den Rücken durch, er war soweit. Er wollte sich von der Wand lösen, er wollte offenbar doch noch nicht kommen, seine Geilheit aufsparen, was ich zu spät erkannte. So drückte ich ihn weiter an die Zwischenwand, weil ich dachte, er wollte es so. Dann hörte ich von der anderen Seite genüssliches Grunzen und auf meiner Seite spürte ich das Zittern und Zucken, das nur das eine bedeuten konnte. Dann sackte er in sich zusammen und schob mich zurück. Ich umfasse seine Taille mit den Armen und flüstere: „Geil bist du gekommen, fast schade drum.“ „Hm, du bist gut, ich wollte doch noch gar nicht, jetzt ist meine Lust dahin.“

„Leg dich etwas hin, das kommt schon wieder.“ Er schüttelte vor so viel Unkenntnis der männlichen Anatomie den Kopf und verliess mich.

„Was war denn das?“, flüsterte Leo zu mir.

„Ich wollte ihm was Gutes tun und nun diese Undankbarkeit.“

Plötzlich fuhr ich zusammen, eine Hand legte sich mit Druck auf meine Vulva. Offenbar gewöhnten sich auch die anderen an die Dunkelheit. Die andere Hand erfasste meinen Hintern. Seine flinken Finger bahnten sich ihren Weg durch alle Spalten und Ritzen und verweilten dann an den beiden primären Öffnungen. Verweilen war nicht ganz richtig ausgedrückt, es entsprach eher einem eindringlichen Innehalten. Finger drangen ganz langsam in mich ein, sanft, aber zugleich fordernd. Es war mir dann doch etwas zu forsch. Was tun, um ihn nicht brüsk abzuweisen? Ich startete einen Gegenangriff, beugte mich nach vorne zu seinem Schwanz und nahm ihn so tief in den Mund, wie ich nur konnte. Er stöhnte augenblicklich auf, die Überraschung war gelungen. Nun, so ganz mit seiner Lust beschäftigt, zog er seinen Finger aus meinen Öffnungen zurück. Ich überlegte noch, ob ich jetzt wohl verpflichtet wäre, ihm so lange einen zu blasen, bis er abspritzte. Aber dazu kam es nicht. Durch ein weiteres Gedränge heisser, nackter Körper wurde ich wieder von einem Spielkameraden getrennt. Leo benutzte die Gelegenheit und führte mich zum Ausgang. Erst als ich unter der Dusche stand, spürte ich, wie mein Körper überhitzt war. Ich wusch mich ausgiebig unter kühlem Wasser und vielen Blicken. Ich konnte die Blicke nicht genau deuten, immerhin war ich in einer Schwulensauna und war hier ja eher geduldet. Aber die Blicke waren nicht von anderen lüsternen Männerblicken zu unterscheiden. Zuerst musste ich aber unbedingt was trinken.

„Was denkst du, Leo, bin ich als Frau gewissen Männern hier ein Dorn im Auge?“

„Ach wo, keineswegs, die meisten sind sowieso bi.“

„Wirklich? Also um mangelnden Zuspruch für meinen Körper musste ich mich nicht beklagen.“

„Eben, sag ich ja.“

„Dann weiss hier jeder und jede, was sie erwartet. Alles ist möglich, nichts muss sein, aber alle wollen dasselbe.“

„Kurz und knapp zusammengefasst. Es ist alles frei und ungezwungen, hast du bemerkt, wenn du etwas nicht willst, geschieht es auch nicht. Alle sind rücksichtsvoll und bestimmt nicht aufdringlich.“

Leo führte mich zu den Liegen, wo wir uns entspannten. Da die meisten Männer das Handtuch auf die Liege legten, band ich es ebenfalls los und machte es ihnen nach. In dieser Hinsicht waren Männer wesentlich unkomplizierter. Ich konnte das imaginäre Kribbeln der vielen Blicke an meinem Körper spüren. Gleich nebenan war ein Durchgang, der zu den Spielzimmern und dem Darkroom führte. Es war ein Kommen und Gehen, jeder, der vorbeiging, nahm ein Auge voll üppiger Weiblichkeit mit auf den Weg. Ich schwelgte in diesem Gefühl, von den vielen Blicken begehrt zu werden. Es war schon wieder ein Weilchen her, seit ich es das letzte Mal auskosten konnte. Händchenhaltend lagen Leo und ich auf den Liegen im wohlig warmen Raum und dösten dahin.

„Auf zu neuen Abenteuern, Leo. Schlafen kann ich auch zu Hause.“

Leo öffnete die Augen und nickte mir zu.

„Und was möchtest du erleben, Elenor?“

„Das muss interessant sein, wenn so viele hingehen.“ Sie zeigte mit ihrem Daumen auf den Durchgang.

„Na dann komm, möchtest du von mehreren Männern verwöhnt werden?“

„Hmm, wäre bestimmt toll.“

„Okay, dann arrangiere ich das für dich.“

Ich schaute Leo fragend an, aber er nahm mich nur bei der Hand und zog mich zum Durchgang. Wieder betraten wir ein Labyrinth, verschiedene Zimmer mit Türen, aber auch offene, grössere Räume, wo Rudelbumsen angesagt war, standen zur Verfügung. Ich kannte das ja schon von Yvonnes Club. Bei einem Zimmer mit offener Tür schauten wir hinein, mir blieb beinahe das Herz stehen. Da lag ein dicker Mann auf einem Gynäkologenstuhl und wurde von einem anderen im Stehen kraftvoll in seinen Hintern gefickt. Was für ein Schauspiel, sowas hatte ich noch nie gesehen. Es schien den beiden zu gefallen, dass man ihnen zuschaute, sonst hätten sie ja die Tür zur Kabine geschlossen.

Leo zog mich sanft weiter, möglicherweise kam er bei diesem Anblick an seine Grenzen. Wir kamen schliesslich zu einem düsteren, grossen Raum, der nach allen Seiten verspiegelt war, auch an der Decke hingen Spiegel. Der Boden war mit rotem Latexpolster ausgelegt. Es lagen schon ein paar spielfreudige Jungs da und vergnügten sich gegenseitig. Als ich ihre Bühne betrat, lenkte ich ihre gesamte Aufmerksamkeit auf mich. Via den Wandspiegel sah ich, dass uns einige weitere Jungs folgten, vermutlich um zu sehen, was wir treiben würden. Leo flüsterte mir zu: „Du musst dich entscheiden, ob du nur mit mir spielen möchtest und die anderen zusehen dürfen, oder ob du dich von mehreren Jungs verwöhnen lassen möchtest.“ Ich schaute ihn kurz an und versuchte herauszufinden, ob er es empfinden würde, wenn ich in die Vollen ginge, konnte aber nichts in seinem Gesicht ablesen. „Würde es dich stören, wenn ...“

„Nein, gar nicht, ich weiss ja mittlerweile, was dich antörnt, aber ich bleibe an deiner Seite, für alle Fälle.“ Ich nickte ihm lächelnd zu und legte mich mitten auf diese Latexbühne, alle Viere von mir gestreckt, auf den Rücken, und wartete gespannt, was nun passieren würde. Im Spiegel über mir sah ich mich daliegen, eine mir beinahe unbekannte Frau. Die Brüste verteilten sich auf dem Brustkorb und flossen seitlich davon. Die Brustwarzen und die grossen Vorhöfe schauten zur Seite, als wollten sie nicht verpassen, wer sich als Erster traut, meinen wohlfeilen Körper anzufassen. Die Taillen waren nicht mehr so deutlich erkennbar, wenn ich keine formunterstützenden Kleider trug und zudem auf dem Rücken lag. Bei all den Mäkeln, die ich bei kritischem Hinsehen erkennen konnte, fühlte ich mich trotzdem noch nie in meinem Leben so eins mit meinem unvollkommenen Körper. Zaghaft krochen nackte Körper über die Matte auf mich zu. Ich schaute sie nicht direkt an, nur über den Spiegel der Decke. „Ist es erlaubt?“, fragte der eine, der sich neben mich gelegt hatte.

„Ja bitte, tue mir den Gefallen“, hörte ich mich ungläubig sagen.

Leo, der über meinem Kopf im Schneidersitz sass, drückte meine Hand und lächelte. Dann begann der Fremde auch schon, meine Brüste zu küssen. Angeregt von dieser Liebkosung spreizte ich in Zeitlupe die Schenkel und zog dann auch noch die Knie an. Das solle Einladung genug sein, dachte ich. Ich schloss die Augen und genoss die Küsse an der Innenseite meiner Schenkel, die kurz darauf von einem anderen Gespielen folgten. Die Küsse kamen immer näher zu meinem Lustzentrum. Ich spürte deutlich, wie ich durch die knisternd erotische Situation klatschnass geworden war. Das wollte sich auch mein Lover zwischen meinen Schenkeln nicht entgehen lassen und schlürfte ohne Umschweife die ihm wohlfeil dargebotenen Lippen in seinen Mund und lutschte sie so genüsslich, als wenn er eine Auster ausschlürfen würde. Ich schloss die Augen und drückte Leos Hand. Kurz darauf spürte ich weitere Hände und Münder an meinem Körper. Einer nuckelte zärtlich am kleinen Zeh und schien enormen Gefallen daran zu haben. Zwischendurch öffnete ich mal die Augen, sah aber im Spiegel kaum mehr etwas von meinem Körper. Zu viele nackte Gestalten hatten sich zu mir und über mich gelegt. Die Knie wurden mir zurück auf die Brust gedrückt, die Pobacken gespreizt und eine breite, nasse Zunge tat sich an meinem Anus gütlich, ohne dass die geschickte Zunge an meiner Vulva aufgehört hätte. Ich griff nach Leos Schwanz über meinem Kopf und bedeutete ihm, dass ich ihn in meinem Mund haben möchte. Er kam umgehend meinem Wunsch entgegen und so lutschte ich seinen knallharten Pimmel, während ich nach allen Regeln der Kunst verwöhnt wurde. So viele Hände, überall an meinem Körper, so viele Zungen in jeder Ritze meines Körpers, es war mein bisher grösster Glücksmoment in Sachen Sex. Wie konnte ich mir sowas nicht schon früher gewünscht haben? Wie konnte ich mich all die Jahre mit Herberts Blümchensex zufriedengeben? Wenn die Geister mal geweckt sind, lassen sie sich nicht wieder zurück in die Zahnpastatube drücken - oder so. Eine besonders geschickte Zunge bearbeitete seit längerem intensiv meine Knospe. Sie trieb mich beinahe in den Wahnsinn. Wie konnte ein Mann mich so geschickt auf die Lustpalme bringen? Woher hatte der so präzise Anatomiekenntnisse? Oder sind schwule Männer schlicht die besseren Liebhaber? Jedenfalls blieb die Wirkung nicht lange aus, ich spürte, wie eine Woge der Wollust aus der Tiefe meines Körpers an die Oberfläche drängte, um dort in einem gewaltigen Ausbruch meinen Körper bis in die letzte Faser zu durchzuschütteln. Ich sah im Spiegel mein lustverzerrtes Gesicht und die vielen zudienenden nackten Körper über mir und liess gleich darauf alles, begleitet von einem herzhaften Schrei, raus. Verdutzt schauten einige auf und schmunzelten über mein Kreischen. Diese Räume hörten wohl eher selten weibliche hohe Stimmen in Ekstase. Allmählich liessen die Verwöhner von mir ab, streichelten mich noch über den zitternden Körper mit seiner Gänsehaut und zogen sich leise zurück. Ich blieb dabei: Schwule Männer sind die besseren Liebhaber. „Lass uns zu den Liegen gehen, Leo, aber bitte stütze mich.“

Leo tat, was ich wünschte. Auf dem Weg dorthin, traf ich auf das androgyne Wesen, das durch das Labyrinth wandelte.

„Hi, Süsse, warst du das eben, dieser göttliche Schrei?“, fragte sie.

Ich schmunzelte und nickte.

„Bitte spar dir noch etwas für mich auf, ja?“

Dann spürte ich ihre Hand an meinem Hintern, und weg war sie.

Jetzt brauchte ich unbedingt eine Runde Ruhe und döste auch gleich weg. Nach einer unbestimmten Weile schaute ich zu Leo und lächelte ihn an. „Bist du auch auf deine Rechnung gekommen?“

„Dein Anblick war es wert, sich zurückzuhalten, du warst wieder mal die Göttin der Lust.“

Ich schmunzelte und schaute mich im Raum um. Einige Jungs sassen in der Nähe und beobachteten mich mehr oder weniger unauffällig. Ich liess die Seele baumeln und bot meinen Körper den begehrenden Blicken dar.

„Darf ich dich hier alleine lassen, Elenor?“

„Was hast du vor, mein Liebster?“

„Ich gehe nochmals ins Dampfbad, okay?“

„Na klar, viel Spass, ich ruhe mich noch etwas aus.“

Leo erhob sich, selbst unter dem Badetuch war seine Erregung erkennbar. Dann döste ich nochmals weg.

„Darf ich?“, hörte ich eine leicht raue Stimme. Bevor ich die Augen öffnete, lag dieses geheimnisvolle Wesen neben mir.

„Hallo, meine Liebe, ich bin die Elenor.“ Ich reichte ihr die Hand.

Sie umschloss sie mit ihrer erstaunlich grossen Hand. Ihr Händedruck war kräftig. „Freut mich, Elenor, ich bin Maria.“

Ich lächelte Maria zu und hielt ihre Hand weiterhin fest.

„Bist du öfters hier?“, fragte Maria.

„Heute das erste Mal.“

„Hmm, es scheint dir zu gefallen, wie man hören konnte.“

Ich schmunzelte und nickte. „Und du, bist du oft hier, Maria?“

„Gelegentlich ..., wenn ich die Lust verspüre.“ Maria griff nach meiner Hand und legte sie auf ihren Schenkel. Ihr Blick berührte mich tief in meiner Seele. „Komm, lass uns zusammen in die Sauna gehen“, sagte sie spontan, und sprang gleich von der Liege hoch. Ihr Tuch lässig über die Schulter geworfen, ging vor mir her. Sie hatte eine wunderbar knabenhafte, schlanke Figur, mit einem sprichwörtlich knackigen Hintern. Sie mochte nicht älter als fünfundzwanzig sein. Der straffe, eher kleine Busen war hübsch gemacht. Und wirklich, es war seltsam anzuschauen, es kam mir vor wie bei diesen Rätseln „Was ist hier falsch?“, hing ein niedlicher, schlanker Schniedel zwischen ihren Beinen. Dann, kurz vor der Sauna, kreuzte ein sportlicher Mann auf und begrüsste sie überschwänglich. Sie fielen sich in die Arme und küssten sich. Ich stand etwas verloren daneben. „Sorry, Süsse, aber das ist ein alter Bekannter“, sagte die quirlige Maria, die vermutlich früher mal Mario geheissen hatte, und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Wir sehen uns später, versprochen!“ Bevor ich mich versah, war sie mit ihrem attraktiven Lover Händchen haltend im Durchgang zu den Spielzimmern verschwunden. Wie belämmert blieb ich stehen und konnte es kaum glauben, von ihr einfach so stehen gelassen worden zu sein. Also an der Frauensolidarität musste Maria unbedingt noch arbeiten. Leicht verärgert über ihre Flatterhaftigkeit ging ich ins Dampfbad, um Leo zu suchen. Ich überraschte ihn dabei, wie er sich mit einem Gespielen vergnügte. Also, überraschen war jetzt vielleicht das falsche Wort, denn ich hatte ja nicht erwartet, dass Leo im Dampfbad sich die Beichte abnehmen lassen wollte, schon eher was anderes. Ich legte gleich bei beiden Hand an und verwöhnte sie bis zum fulminanten Schuss, ähh ... Schluss.

Überhitzt und ermattet von soviel Sex in heissen Räumen legten wir uns nochmals hin, bevor wir den sündigen Ort verliessen.

2. Kapitel

Gespannt öffnete er die Datei mit dem Dateinamen, der aus einer Nummer und einem Datum bestand. Als er die Videodatei abspielte, war er verblüfft, wie scharf das Geschehen abgebildet war, und das, obschon nur sehr wenig Licht vorhanden war. Nur die Farben waren bei der roten Beleuchtung etwas unnatürlich, aber scharf war sie und wie!

Letzte Woche war seine seit langem erwartete Brille endlich per Post bei ihm angekommen, die er bei einem chinesischen Onlinehändler bestellt hatte. Der Brille sah man nicht an, dass sie nicht der Verbesserung der Sehstärke diente, sondern einen ganz anderen Zweck hatte. Erstaunlich, er brauchte nicht mal mehr eine Speicherkarte, die Aufnahmen wurde direkt in die Cloud hochgeladen, vorausgesetzt man hatte eine LAN-Verbindung, aber wo hatte man die heutzutage nicht. Und im Freien konnte das Handy diese Funktion übernehmen.

Von seiner Lüsternheit getrieben, spielte er immer wieder die verschiedenen Dateien ab und ergötzte sich an den süffisanten Szenen. Zwischendurch hielt er den Film an und machte Screenshots, vergrösserte Details, korrigierte die Farben und speicherte diese ab. Ganz erstaunlich diese Person, irgendwie kam sie ihm bekannt vor. Aber dieses Gefühl hatte er auch schon früher bei anderer Gelegenheit. Wenn er ein Foto lange genug angeschaut hatte und ihm die Person gefiel, kam sie ihm plötzlich bekannt vor. Sein Gehirn spielte ihm einen Streich.

Dann schaute er sich noch ältere Aufnahmen an. Dieses Filmchen von den Zwei, die in der Putzkammer bumsen. Nein er hatte keine roten Haare und war auch nicht berühmt, es war sein Ex-Chef der mit seiner Assistentin immer mal wieder in der Putzkammer verschwand. Er arbeitete damals in einem Lagerhaus und hatte die beiden einmal zufällig kurz hintereinander aus dem Abstellraum kommen sehen. Das machte ihn neugierig, deshalb platzierte er seine kleine Webcam gut versteckt im Raum und wartete bis sein Handy „Pling“ machte. Meistens waren es Mitarbeiter, die den Bewegungssensor auslösten und aufgenommen wurden. Aber er wusste, es wäre bloss eine Frage der Zeit bis sie ihm ins Netzt gingen, und so war es dann auch.

Dann öffnete er noch sein Lieblingsfilm aus der Frauen-Umkleide des Hallenbades und ergötzte sich an der Vielfalt der nackten Körper, die sich unter den Duschen Wuschen und verrenkten. Das war seine bisherige Meisterleistung, es war gar nicht so einfach, die Kamera so zu platzieren ohne, dass man sie entdeckte und schliesslich hatte er in der Frauengarderobe nichts zu suchen. Aber die Dinger wurden immer kleiner und raffinierter.

Sein neuster Lieblingsfilm überspielte er auf sein Handy, damit er ihn jederzeit anschauen konnte. Und wieder kam ihm diese Person im Mittelpunkt dieses Gerammels irgendwie bekannt vor.

* * *

Im RAV, der regionalen Arbeitsvermittlungsstelle, wurden vierzehntäglich die laufenden Fälle in einer Teamsitzung besprochen. Kunden, wurden sie von ihnen genannt, um den Dienstleistungscharakter ihres Amtes zu betonen. Einzelne Fälle wurden besprochen und deren Fortschritt bewertet.

Elenor Elmer hatte eine hoher Erfolgsquote, es gelang ihr immer wieder, scheinbar hoffnungslose Fälle dem Arbeitsprozess zuzuführen. Eine Kollegin hatte weniger Erfolg und beklagte sich über einen besonders renitenten Fall, der ihr auch noch höchst unsympathisch war. Sie hatte den Antrag gestellt, dass man ihn einem anderen Berater oder Beraterin zuführen möge.

Der Leiter des RAV schaute in die Runde und blieb bei Frau Elmer hängen.

„Möchten sie es vielleicht mit ihm versuchen, frau Elmer?“

Sie schaute nicht sehr begeistert drein und sagte: „Muss das sein?“

„Oder meldet sich sonst jemand freiwillig“, fragte er in die Runde.

Natürlich wollte niemand freiwillig einen störrischen Kunden übernehmen. Was Elenors Chef jedoch nicht sagte, der „Kunde“ hatte ausdrücklich darum gebeten durch Frau Elmer betreut zu werden. Das war natürlich ein absolutes no-Go, dass ein „Kunde“ solche Forderungen stellte, aber wenn sie es mit schwierigen Klienten schon so gut konnte, wer weiss vielleicht auch mit diesem besonders hartnäckigen Fall.

Der nächste Termin mit dem neuen Kunden stand kurz bevor, ich las seine Akte durch und erkannte gleich, dass meine Kollegin mir einen Bärendienst erwiesen hatte. So beschloss ich, den Kerl, wie hiess er gleich wieder, „Niggler, Alfons Niggler“ von Beginn weg hart anzufassen, ihm klar ein Ultimatum zu stellen, da er sonst „Ausgesteuert“ würde, dann könnte er gleich zum Sozialamt gehen und ich wäre ihn wieder los.

Ich war gespannt auf die erste Besprechung und war entschlossen andere Saiten aufzuziehen. Er war arrogant, hatte gegenüber mir gleich einen Ton angeschlagen, der in keiner Weise zu seiner Position passte. Er forderte von mir, die Zahlungen zu verlängern, was ich in Aussicht stellte, wenn er sich endlich auch selbst um eine Stelle bemühen würde. Die Bedingung war, mindestens drei Vorstellungsgespräche bis zum nächsten Termin.

Alfons Niggler verliess die Besprechung mit einem süffisanten Lächeln. Wie konnte dieser schleimige Typ nur so arrogant sein, ging mir durch den Kopf, dem werde ich es noch zeigen, schwor ich mir. Entgegen meiner üblicherweise positiven Einstellung auch bei hoffnungslosen Fällen, brachte mich dieser Widerling schon bei der ersten Sitzung auf die Palme.

Aber solche Erlebnisse gehörten zu meinem Arbeitsalltag und belasteten mich nicht weiter. Ich konnte gut abschalten und trennte Arbeit und Privatleben mit Leichtigkeit. Meine Gedanken kreisten bereits wieder um ein hoffentlich baldiges neues Date mit Leo. War es nicht ein Symptom einer Sucht, wenn das Verlangen in immer kürzeren Abständen auftrat?

Der zweite Besuch von Niggler bei mir im RAV, verlief dann etwas anders, als ich es mir vorgenommen hatte. Er eröffnete das Gespräch gleich mit: „Na was können sie mir positives Berichten?“

„Das wollte ich eigentlich von ihnen hören, Herr Niggler, wir haben vereinbart, dass sie auf heute drei Vorstellungsgespräche vorweisen können. Na wie steht es?“

„Sie sind gut, Frau Elmer, sie wissen doch genau so gut wie ich, dass dies nicht möglich ist.“

„Nein, weiss ich nicht, andere in ihrer Situation schaffen das locker.“

„Ich bin aber nicht die Anderen. Jetzt hören sie mir mal ganz gut zu liebe Elenor Elmer, sie verlängern jetzt umgehend die Zahlungen, als Begründung können sie in den Bericht schreiben, was sie wollen, ihnen fällt bestimmt etwas ein.“

„Was glauben sie eigentlich Herr Niggler, wie das hier läuft?“, erwiderte ich entrüstet.

„Genau so wie ich es sage Elenor, sonst ...“

„Sonst was ...? Bitte benehmen sie sich augenblicklich, oder ich lasse sie rauswerfen.“

„Nur nicht so schnell, hübsche Frau, die es gerne mit zahlreichen Männern gleichzeitig treibt. Und bestimmt war der Ehemann nicht mit dabei.“

Mir stockte der Atem, wie um alles in der Welt konnte der ...

„Soll ich ihnen etwas zeigen?“ Er nahm sein Handy hervor und zeigte mir ein Videoclip, wie ich von den zahlreichen Männern in der Gay-Sauna verlustiert werde. Mir gerann das Blut in den Adern, ich lief rot an und sagte: „Bitte gehen sie jetzt, sofort!“

Siegessicher stand Niggler auf und verabschiedete sich von ihr, mit einer obszönen Geste. Er machte mit seiner Zunge schnelle Leckbewegungen.

„Wir verstehen uns Elenor, nicht? Du weisst, was du zu tun hast.“ Dann war er fort und ich erschlagen. Wie konnte das sein? Jemand oder er selbst hatte diese Szene aufgenommen. Es bestand kein Zweifel, es war kein Fake, die Aufnahme war so detailreich und scharf, ich war in „full-HD“ zu sehen. Mir stieg gleich wieder das Blut in den Kopf.

Ich rief umgehend Leo an und erzählte ihm, was vorgefallen war. Er hörte ruhig zu ohne etwas zu sagen, dann meinte er: „Ganz ruhig Elenor, nur keine Panik, wir finden eine Lösung, ich werde dir helfen, aber wir benötigen Zeit um einen Plan auszuarbeiten. Kannst du uns Zeit verschaffen und erst mal auf seine Forderung eingehen?“

Dass Leo gleich von „unserem“ Problem sprach, erleichterte mich ein gutes Stück. Er sagte auch, er würde sich melden, wenn er sich ein paar Optionen überlegt habe. Dann würden wir uns treffen um alles in Ruhe zu besprechen. Eine halbe Stunde später kam die Panik zurück. Wenn Herbert davon erführe, könnte sie gleich die Koffer packen. Und ihre Kinder würde sie womöglich auch verstossen. Mein Herz raste, ich musste mich zwingen, runter zu kommen. Ich sagte alle restlichen Termine des Tages ab und meldete mich bei meinem Chef krank. Auf einem Spaziergang durchlüftete ich meinen Kopf und versuchte diese beängstigende Situation etwas auf Distanz zu halten. Ich musste sehen, dass sie mich nicht erdrückte und lähmte. Nach einer Stunde an der frischen Luft fühlte ich mich ein bisschen besser und dachte schon an mögliche Gegenmassnahmen. Ich müsse uns Zeit verschaffen, das sagte Leo. Noch einmal die Zahlungen verlängern, das könnte ich vertreten. Das verschaffte uns drei Monate Zeit für einen Plan. Da ich ihn ja erst übernommen hatte, könnte ich sagen, er mache gewisse Fortschritte und das wollte ich belohnen. Aber dann würde es schwierig werden, denn seine Akte war dick und voller negativer Bewertungen.

Die folgenden Tage war ich in mich gekehrt und gereizt. Meine Familie machte sich Sorgen und fragte immer wieder, ob es mir wirklich gut gehe. Ich riss mich zusammen und ging wie gewohnt meiner Arbeit nach. Mit der Zeit konnte ich etwas besser mit der bedrohlichen Situation umgehen.

Nur als ein Kontrolltermin mit Niggler anstand, wurde ich wieder nervös. Er kreuzte wie gewohnt arrogant auf, setzte sich breitbeinig vor mich hin, soweit vom Pult entfernt, dass ich sein Gemächt, das er immer wieder mit der Hand drückte, sehen konnte. Ich ekelte mich vor diesem Typen, musste mich aber zusammenreissen. Ich gab weiterhin vor seine Forderungen zu erfüllen. Unser Gegenangriff muss ihn aus heiterem Himmel treffen, so haben es Leo und ich in einem weiteren Telefongespräch besprochen. Nur welcher Gegenangriff? Darüber zermarterte ich mir weiterhin den Kopf.

„Ich hätte da noch was, Elenor. Die andere Tante hatte immer Süssigkeiten auf dem Pult, das vermisse ich bei dir. Das nächste Mal, steht hier auch so Knabberzeugs da oder noch besser Kuchen, aber ohne Nüsse, verstehst du ohne Nüsse!“

„Ich will sehen, was sich machen lässt.“

„Da lässt sich was machen, glaube mir.“

Ich ging nicht weiter darauf ein und beendete das Gespräch, indem ich ihm bestätigte, dass alles in Ordnung sei.

„Geht doch, wer sagt‘s denn.“ Mit dieser Floskel stand er auch und verliess die Besprechungskoje. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

An der folgenden Teamsitzung wurde ich unter anderen auch zum Fall „Niggler“ befragt. Ich musste begründen, warum ich die Zahlungen verlängert hatte, obschon weiterhin keine Eigenleistungen vorlagen.

Ich begann zu erklären: „Nun, meine Strategie ist Vertrauen aufzubauen und ihn dann so zu bewegen, selbst ....“

„Und wie steht es nun?“, wollte ihr Chef die Erklärungen abkürzen.

„Es zeigen sich gewisse Ansätze, darum wollte ich ihm noch eine Chance geben.“ Ich war noch nie so wenig überzeugend mit meiner Aussage. Die Kollegin, die ihn zuvor betreut hatte, schüttelte ungläubig ihren Kopf.

„Na gut, aber das ist die letzte Chance, schliesslich müssen wir alle in etwa gleich behandeln. Aber sie haben ja den Ruf, eine Arbeitslosenflüsterin zu sein.“ Er lachte über seinen Witz am lautesten. Dann setzte er wieder zu seinem Standardspruch an: „Unser Erfolg besteht ja darin „Kunden“ zu verlieren nicht neue zu gewinnen.“

Wie vereinbart traf ich Leo, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir wählten eine Bank am Waldrand, wo kaum Wanderer vorbeikamen. Die Begrüssung war ungewohnt verhalten, es ging nicht mehr um Erotik, sondern um eine ernste Sache.

Er begann: „Es tut mir ja so Leid Elenor, dass ich dich in diese verzwickte Lage gebracht habe.“

„Na ich war ja auch ganz scharf, dorthin zu gehen. Lass uns lieber vorwärts schauen, wie wir aus diesen Schlamassel rauskommen. Hast du schon eine Idee, wie?“

Leo schaute mich finster an und begann: “Ich habe mal im Internet recherchiert.“ Dann machte er eine Pause und schaute mich eindringlich an. „Also nicht im normalen Internet. Hast du schon mal vom Darknet gehört?“

„Ja schon, aber was gibt es dort genau?“

„Ich musste mich auch zuerst schlaumachen, wie man ins Darknet kommt. Ein Kollege hatte einen Bekannten, der konnte helfen. Es werden Dienstleistungen angeboten, also sehr spezielle Dienstleistungen. Zum Beispiel, lassen sich Schläger anheuern, für ....“

„Du denkst, ihn von solchen Typen zusammenschlagen zu lassen.“ Leo nickte stumm.

„Ist das nicht etwas zu drastisch?“

„Nun so wie du ihn beschrieben hast, bräuchte er eine unmissverständliche Lektion.“

„Ja schon, aber ...“

„Das ist extrem, im Darknetz, da kannst du sogar einen Mord in Auftrag geben, das kostet dann aber eine ganze Stange Geld.“

„Leo nein, nein, Leo mit sowas will ich nichts zu tun haben, wir haben von einer Lektion gesprochen.“

„Ja, ja, klar ich meine ja nur, es war mir auch nicht bewusst, dass dies möglich wäre.“

Mangels anderer oder besseren Ideen stimmte ich mit Bedenken zu.

„Ich dachte, man könnte ihm das Handy klauen und das Video löschen, dann hätte er kein Druckmittel mehr.“

Leo hob die Augenbrauen an und wiegelte mit dem Kopf: „Der hat das Video nicht nur auf dem Handy, bestimmt hat er eine Kopie auf dem PC zu Hause. Ich frage mich sowieso, wie er das unbemerkt aufnehmen konnte. Zudem wird heute alles direkt auf die Cloud geladen und dort wird es echt kompliziert. Elenor, erzähl mir noch von diesem Typen, jedes Detail könnte wichtig für so einen Auftrag sein.“

Ich erzählte ihm, wie abfällig er sich bei der letzten Sitzung benahm, auch das mit dem Kuchen. Seine Adresse hatte ich Leo schon weitergegeben, viel mehr wusste ich jedoch nicht über ihn. Leo meinte, er müsste ihn beschatten um seine Vorlieben, Hobbys und Lebensumstände besser kennenzulernen. Beim Kuchen stutzte er: „Und er hat ausdrücklich nach Kuchen ohne Nüsse verlangt?“

„Ja wieso, er mag wohl keine Nüsse.“

„Oder ..., oder er hat eine Nussallergie, das bringt mich auf eine weitere Idee.“

„Aber das gibt doch bloss einen Ausschlag und so, genügt das ...“

„Es kommt immer auf die Dosis an, Elenor. Kannst du in seiner Akte nachsehen, ob da was steht?“

„Wir sind keine Ärzte, Leo, wir haben keine Krankenakten von unseren Fällen.“

„Jedes Detail kann wichtig sein. Ich muss auch noch was abklären, lass uns zeitnah telefonieren, aber nicht mehr wie zuvor ...“ Er nahm zwei baugleiche Handys hervor und überreichte mir eines. „Das sind anonyme Prepaid-Handys, auch aus den Darknet. Wir werden zur Sicherheit nur noch damit telefonieren oder Kontakt zueinander aufnehmen. Sicher ist sicher. So kann man uns später nichts nachweisen. Und noch was, lösch unsere sämtlichen Kontakte, SMS und WhatsApp Nachrichten. Auf unseren offiziellen Handys existieren wir nicht mehr.“

Ich nahm das Gerät entgegen und öffnete es, es war nur sein Name in den Kontakten aufgeführt. „Du musst noch ein starkes Passwort eingeben um es zu sperren, dann bewahrst du es an einem sicheren Ort auf, aber so dass wir uns jederzeit erreichen können. Jedoch erst wenn es in die heisse Phase unseres Projektes geht.“

Ich nickte nachdenklich. Wir hatten jetzt zusammen ein Projekt, das hörte ich harmloser an, als es in Tat und Wahrheit war. Er bat mich, zu überlegen, welcher Kuchen geeignet ist, ihn mit vielen Nüssen zu versetzen ohne, dass man sie herausschmeckte. Das war eher mein Fachgebiet, Schokolade klar, die überdeckt alle anderen Aromen.

„Das kriege ich hin“, versicherte ich ihm.

„Und noch was Elenor, hinterlass keine Spuren auf dem Internet, wenn du etwas recherchierst, auch keine E-Mail auf deinen Rechnern, einfach nichts, was man in dieser Sache zu dir zurückverfolgen könnte. Du bist viel exponierter als ich in dieser Sache, wenn du was brauchst, komm zu mir, eine Verbindung zu mir ist nicht so offensichtlich.“

Wir verabschiedeten uns mit einer innigen Umarmung, ich vermisste die vielen Zärtlichkeiten, die wir an den bisherigen Treffen ausgetauscht hatten.

Im Büro nahm ich die Akte „Niggler“ zur Hand und suchte ohne grosse Hoffnungen nach einem Hinweis. Zu meiner Überraschung hatte er mal ein Arztzeugnis eingereicht, wo von einer Allergie die Rede war. Ich schrieb es sofort Leo per SMS über das geheime Handy.

Zu Hause suchte ich nach einem geeigneten Kuchenrezept. Ich schlug im Backbuch von „Betty Bossy“ nach und fand bald das gewünschte. Ich markierte die Seite mit einem Buchzeichen und las das Rezept genauer. Statt nur Mehl, wie angegeben würde ich Nüsse dazugeben, aber welche, ich wusste, dass es verschiedenen Arten von Nussallergien gab. Dann am besten von den häufigsten: Erdnüsse, Mandeln, und Walnüsse. Mit viel Schokolade und noch mehr Zucker sollte das kaum rauszuschmecken sein. Ich werde dem Mistkerl Cupcakes backen, die sich gewaschen haben, schwor ich mir. Mit einem extra dicken Zuckerguss drüber, als Tarnung. Nun konnte ich endlich wieder mal meine alte „Mulinex“ gebrauchen, die seit Jahren im Schrank verstaubte. Ich malte die Nüsse so fein, dass sie kaum mehr von Mehl zu unterscheiden waren.

Mitten in den Backvorbereitungen erreichte mich eine Message von Leo: „Habe dir noch spezielles Backpulver für deinen Kuchen! Unbedingt dieses verwenden! Übergabe in einer Stunde in diesem Kaffee, wo wir uns das erste Mal getroffen haben. Okay?“

Ich bestätigte und machte mich auf den Weg in die Innenstadt, ich musste eh noch Besorgungen machen. Er sass an einem Tischchen, als ich in die Cafeteria eintrat. Ich fragte: „Ist hier noch frei?“

„Ja bitte, war sowieso am Gehen.“ Er erhob sich und liess ein Couvert auf dem Tisch zurück, dann war er weg. Enttäuscht sah ich ihm nach, ich hätte doch noch fragen wollen, was es mit dem Backpulver auf sich hatte. Auch sonst war es ernüchternd ihn nicht länger zu sehen oder ihn zu spüren. Ich hätte diese Art von Zuneigung so dringend gebraucht, so sehr lag mir die Sache auf dem Magen. Nach einem schnellen Kaffee ging ich wieder und rief ihn über das geheime Handy an.

„Hallo Leo, wie geht es dir?“

„Es tut mir so leid, Elenor, wenn ich so abweisend bin, aber man sollte uns nicht zusammen sehen, bis das Ganze vorbei ist.“

„Ja, aber ich halte es fast nicht aus. Es geht mir schlecht.“

„Du ärmste, bitte halte durch, es werden wieder andere Zeiten kommen, ich hab dich lieb, Elenor.“

„Was ist mit diesem Backpulver, warum machst du so ein Geheimins drum?“

„Es ist so etwas wie ein Verstärker von allergischen Reaktionen, hat man mir gesagt. Aber bitte wirf alles weg wenn noch was übrig sein sollte.“

„Okay, verstehe, dann hoffen wir mal, dass es ihm einen Denkzettel verpasst.“

Wieder zu Hause buk ich „Cup Cakes“ und zwar zwei Sorten. Wenn die Tochter von der Schule heimkam und es nach gebackenem roch, sollte ich ihr schon etwas anbieten können, sonst käme ich in Erklärungsnot. Zuerst machte ich vier Stück spezielle „Cup Cakes“, dann wusch ich alles aus, schmiss das Backpulver und das übrige Nussmehr weg und machte nochmals ein ganzes Blech voll nach dem richtigen Rezept. Nach dem Auskühlen packte ich die Speziellen auf einem Teller in meine grosse Mappe für die Arbeit.

Die Freude war gross über die Süssigkeiten, sowohl Laura als auch Herbert ermunterten mich, doch öfters solche Köstlichkeiten zu backen. Allein mir war nicht wohl bei der Sache, jedenfalls ass ich kein einziges Gebäck.

Am folgenden Tag war super nervös, denn am Nachmittag kam Niggler vorbei.

Leo wies mich noch an, ihn um das Video zu bitten. Ich sollte ihm vorspielen, als ob ich es als Andenken haben möchte und ganz allgemein so tun als wäre das nichts Besonderes für mich, dann käme er hoffentlich nicht gleich auf die Idee, du hättest ihn mit Nüssen vergiften wollen. Er gab mir zu diesem Zweck eine Einmal-E-Mail-Adresse die über eine anonyme Plattform führte, die nicht zurückverfolgt werden kann. Er war überzeugt, dass die Sache nach dem Allergieschub noch nicht zu ende wäre. Er bräuchte mehr Hinweise über das Video.

Niggler kam wie immer breitbeinig daher und fläzte sich auf den Stuhl vor meinem Pult, dann sah er die „Cup Cakes“.

„Ah, sieh an meine geile Elenor hat wirklich zugehört.“ Er beugte sich vor um sich einen zu schnappen, aber ich zog den Teller zurück und sagte: „Zuerst müssen wir noch ein paar Dinge klären. Ich will das Video, bitte schicken sie es mir gleich jetzt auf diese E-Mail Adresse.“ Ich überreichte ihm einen Zettel. „Und zwar gleich jetzt, okay?“

Er schaute mich zuerst lange misstrauisch an, offensichtlich versuchte er abzuschätzen, was ich im Schilde führte. Ich lächelte ihn die ganze Zeit indifferent an. Dann hellte sich seine Mine auf und meinte: „Du geiles Ferkelchen, du wills dich daran selbst aufgeilen, stimmts?“

Ich wiegelte maliziös lächelnd mit meinem Kopf, was er als Zustimmung deutete. Dann machte er sich daran auf seinem Handy das Video zu verschicken.

„Das ist bestimmt nicht die E-Mail deines Mannes, stimmts?“ Sein Lachen konnte man bestimmt im ganzen RAV hören. Mir verging mein aufgesetztes Lächeln augenblicklich.

„Und noch was, wir brauchen Stellenbewerbungen und Einladungen zum Vorsprechen, sonst wird das mit einer weiteren Verlängerung der Zahlungen nichts. Ich bin an Regeln und Vorschriften gebunden, ich entscheide schliesslich nicht alleine.“

Er schaute von seinem Handy auf, offenbar hatte er das Video abgeschickt, dann blickte er mich verärgert an: „Und ich dachte, wir hätten eine klare Arbeitsteilung und das ist deine Aufgabe, verstanden.“

Ich schaute resigniert drein und schob ihm den Teller zu, wie um ihn gnädig zu stimmen. Sein Blick wurde wieder misstrauisch: „Und da sind bestimmt keine Nüsse drin?“

„Sie backen wohl nicht selbst, sonst wüssten sie, dass in Schokoladen „Cup Cakes“ sicher keine Nüsse drin sind. Zudem hatten sie es mir ja gesagt.“

Das schien ihm als Bestätigung zu genügen, seine Hand griff nach einem dieser verhängnisvollen Gebäcke, biss rein und verzog gleich darauf anerkennend seinen Mund.

„Na dann will ich mal sehen, was ich tun kann“, sagte ich auf einen Abschluss des Gesprächs drängend.

„Ja genau, tue das, so mag ich dich auch, wenn du nicht gerade ..., du weisst schon.“

Er feixte und lehnte sich im Stuhl zurück.

„Ja dann wäre es das für heute, Herr Niggler. Sie dürfen die Restlichen gerne mitnehmen. Er beugte sich vor und wollte gleich den Teller nehmen. Ich zog ihn zu mir und sagte: „Den brauche ich noch.“ Ich öffnete die Pultschublade, nahm ein in Folie eingepacktes Paket Servietten hervor und hielt sie ihm so hin, dass er eine herausziehen konnte, ohne dass ich sie berührte. Er wickelte die drei Cup Cakes ein, stopfte sie in die Jackentasche und verschwand. Ich wusste von Leo, dass eine allergische Reaktion innert zehn bis dreissig Minuten eintreten kann. Ich wollte vermeiden, dass er in meinem Büro kollabierte. Ich atmete auf, wischte mir die Schweisstropfen von der Stirn und öffnete das Fenster, um frische Luft hereinzulassen. Unten im Hof sah ich ihn davonschlurfen und eifrig meine „Cup Cakes“ essen. Jetzt konnte ich nur noch warten. In der Kaffeeküche wusch ich den Teller besonders gründlich und entsorgte die Frischhaltefolie, die zuvor über den Teller gespannt war.

Nach meinem nächsten „Kunden“ hatte ich Feierabend. Auf dem Nachhauseweg rief ich Leo an und berichtete ihm von der erfolgreichen Umsetzung unseres Plans.

Er hatte in der Zwischenzeit das Video heruntergeladen und sämtliche Spuren gelöscht. Es war ihm ein Rätsel, wie er die Aufnahmen machen konnte, ohne dass es jemand gesehen hatte, denn die Aufnahme sei nicht statisch von einem Punkt aus, wie bei einer geheimen Webcam, sondern eher wie bei einer tragbaren Kamera. Wir beschlossen, die Füsse still zu halten und zu warten was passieren würde.

Am übernächsten Tag hatte ich wieder Dienst. Als ich ins Büro kam, standen die Leute beieinander und diskutierten eifrig. Ich spürte augenblicklich, dass etwas anders war, als sonst. Als sie mich sahen, schauten alle zu mir. Mich traf beinahe der Schlag, als ich ihre Blicke sah, in meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.

„Hast du es auch gehört, Elenor?“, fragte mich Monika, die Alfons Niggler vor mir betreut hatte.

„Äh nein was denn?“

„Der Niggler ist tot.“

„Was, wie ist denn das passiert?“, fragte ich echt überrascht. Das kann doch nicht sein, das muss einen anderen Grund haben, eine allergische Reaktion ist doch nicht tödlich.

„Man weiss noch nichts Genaues, er wurde ins Spital eingeliefert, aber dort konnte man offenbar nur noch seinen Tod feststellen.“

* * *

Kriminalinspektor Muntwiler runzelt die Stirn und schaut zur ihm gegenübersitzenden Kriminalinspektorin Gräff auf.

„Wieder so ein Todesfall mit ungeklärter Ursache, hast du es schon gelesen.“

„Hm, wie wenn wir nicht schon ohne den genug zu tun hätten.“ Isabell Gräff schaute kurz von der Akte auf, warf ihren schwarzen, sorgfältig geflochtenen Zopf, der ihr vom Hinterkopf bis Mitte Rücken herabhing mit einem lässigen Schwung nach hinten.

„Na, sollen sie ihn erst mal aufschneiden, bis dahin geht es noch ein Weilchen“, meinte Hans Muntwiler. Dann waren beide wieder in ihre Akten vertieft.

Wie immer elegant gekleidet, stakste die Staatsanwältin auf ihren hochhackigen Schuhen geräuschvoll durch den Fluhr. Es war wie das Ticken einer Zeitbombe.

„Hörtst du auch was ich höre“, fragte Muntwiler über das Pult.

„In Deckung Hans.“

Schon schwang die Tür zu ihrem Büro auf und Luzia Schertenleib stand breitbeinig vor ihnen. Vermutlich dachte sie, wenn sie sich breitbeinig hinstellte, strahle sie mehr Autorität aus. Nun mit ihrer etwas bescheidenen Grösse konnte sie das nicht. Dafür hatte sie eine Stimme, die ohne weiteres eine Tischplatte zersägen könnte.

„Habt ihr schon weitere Informationen zu dem ungeklärten Todesfall dieses „anaphylaktischen Schocks“, wollte sie gleich ohne Begrüssung wissen.

„Guten Morgen Frau Schertenleib, die Pathologie ist noch an der Arbeit, bis dahin, ...“

„Und wie steht es mit dem Fall des Faschidi Clans?“

„Die Observation läuft“, erwiderte diesmal Gräff.

„Wir brauchen mehr Erfolge, meine Damen und Herren, die Aufkärungsraten sind zu tief und zudem dauert mir das zu lange.“

Als von den Beiden keine Antwort kam, drehte sie sich auf dem Absatz um und verliess das Büro grusslos.

Muntwiler und Gräff schauten sich kurz an, machten eine Grimasse und wandten sich wieder ihrer Arbeit zu.

* * *

Alfons Niggler hatte es als Normalo posthum noch ins Regionalblättchen geschafft. Zwar nur mit wenigen Zeilen in der Rubrik: Unfälle und Verbrechen. Aber niemand nahm Anteil an seinem Tod, scheinbar hatte er keine Angehörigen mehr und auch kaum Freunde. Es schien, als wäre er nicht ein besonders beliebter Mitbürger gewesen. Auch beim RAV war Niggler nach kürzester Zeit kein Thema mehr. Schliesslich war man froh über jeden „Kunden“ den man verlor. Also nicht unbedingt auf diese Weise, aber im Endeffekt war‘s ein Fall weniger.

Obschon mir sein Tod nicht gleichgültig war. Ich empfand keine Trauer, jedoch umso mehr Gewissensbisse, solange ich nicht wusste, wie er zu Tode kam. Ich hoffte inständig, dass es nicht meine Backkunst war. Aber insgeheim wusste ich es schon, es wäre ein eigenartiger Zufall gewesen, schliesslich stand nichts von einem Unfall oder so.

Nach einem längeren Telefonat mit Leo, beschlossen wir, uns möglichst still und normal zu verhalten.

Eines Tages kam mein Chef zu mir, kurz nachdem ich einen Klienten verabschiedet hatte. Hinter ihn standen zwei mir unbekannte Personen.

Der eine dränge an ihm vorbei und stellte sich gleich selbst vor: „Mein Name ist Muntwiler von der Kantonspolizei und das ist Frau Gräff, wir hätten ein paar Fragen an sie.“

„Ja, klar aber mein nächster „Kunde“ kommt gleich.“

Ihr Chef fiel ihr ins Wort: „Herr Graf übernimmt ihren Klienten. Kommen sie, das Besprechungszimmer ist frei.“

Ich versuchte mich, so ruhig und überlegt wie möglich zu verhalten. Da der Besuch überraschend kam, hatte ich gar keine Zeit nervös zu werden. Die beiden Kriminalbeamten sassen mir gegenüber und schauten wie ganz normale Menschen drein.

„Frau Elmer, sie wissen weshalb wir hier sind, oder?“

„Ich nehme an wegen Herr Niggler?“

„Ganz richtig, sie sind vermutlich die letzte Person, die vor dem Vorfall mit ihm zusammen waren.“

„Das ist möglich, er war an jenem Tag bei mir, er war mein Klient.“

„Wie lange kannten sie ihn schon oder wie lange betreuten sie ihn.“

„Nicht sehr lange, zuvor hatte er eine andere Betreuerin.“

„Wie lange also?“

„Etwa einen guten Monat, da müsste ich in den Unterlagen nachschauen.“

„Und wie war er so, dieser Herr Niggler?“

„Er war ein schwieriger „Kunde“, meine Vorgängerin hatte grosse Mühe mit ihm, deshalb bat sie, dass ihn jemand anderes aus dem Team betreute.“

„Und wieso haben sie ihn übernommen?“

„Mein Chef meinte, ich hätte eine besondere Begabung mit renitenten Klienten und bat mich ihn zu übernehmen.“

„Und wie war er mit ihnen?“

„Er war ein unangenehmer Mensch, er konnte arrogant und fordernd sein. Nach meiner Einschätzung wollte gar keine Anstellung, sondern nur das Arbeitslosengeld.“

Muntwiler sah zu Gräff, so dass sie übernahm: „Ist es vorgekommen, dass er sie belästigt hatte, sexuell meine ich?“

„Äh, nein, bei mir nicht, das Pult ist ja zum Glück dazwischen, aber davon habe ich auch gehört.“

„Von wem gehört?“

„Man sprach davon, dass er der früheren Betreuungsperson zu nahe gekommen sei.“

„Hatten sie davon gehört, bevor sie ihn übernommen haben?“

„Nein erst danach, als er gestorben war, wurde darüber gesprochen.“

„Wissen sie, wie er gestorben ist?“

„Nein keine Ahnung, es stand ja nur, dass man im Spital seinen Tod festgestellt habe.“

„Er hatte einen anaphylaktischen Schock.“

„Äh, was ist das?“

„Er hatte eine starke Allergie gegen Bienengift und ist daran erstickt, weil die Atemwege angeschwollen waren. Kein schöner Tod.“

„Bienengift, aber ...“

„Ja nicht wahr, merkwürdig, so mitten im Winter, wo doch gar keine Bienen fliegen.“

Ich schaute verdutzt drein, denn ich konnte mir ehrlich keinen Reim darauf machen. Nach einer längeren Pause fragte Gräff: „Ist ihnen sonst irgendetwas aufgefallen, das für uns wichtig sein könnte?“

„Im Moment kommt mir nichts in den Sinn.“

“Na dann wär‘s das schon gewesen.“ Die beiden Beamten standen auf und gingen zur Tür, Muntwiler hatte schon die Türfalle in der Hand, dann drehte er sich nochmals um, gleichzeitig fuhr er sich mit der flachen Hand über seine leicht angegraute Bürstenfrisur und fragte: „Wir haben gesehen, dass andere Berater Süssigkeiten auf ihrem Pult stehen hatten. Haben sie das manchmal auch oder jetzt nicht mehr?“

„Nein, damit habe ich nie angefangen, es schien mir bei einer professionellen Beratung nicht angebracht zu sein.“

„Schönen Tag noch Frau Elmer und auf Wiedersehen.“

Auf wiedersehen, lieber nicht, aber das war bestimmt nur eine Floskel. Ich war Stolz auf mich, so ruhig und gefasst, bestimmt würde sie sie von der Liste der Verdächtigen streichen. Bienengift, sagte sie, wie zum Geier kamen denn Bienengift in meine „Cup Cakes“. Oder waren es doch nicht die „Cup Cakes“, sondern das Bienengift, aber wie? Leo, ich musste Leo fragen, was alles im Backpulver war.

* * *

Die beiden Kriminalbeamten sassen in ihrem Dienstwagen und fuhren zurück zur Hauptwache.

„Und was denkst du“, fragte Gräff ihren Kollegen.

„Na da die frühere Betreuerin, diese Monika Dings, an jenem Tag keinen Dienst hatte, kommt eigentlich nur noch Frau Elmer in Frage, die zu ihm Kontakt hatte. Aber sie sah mir nicht wie die übliche Verdächtige aus.“

Sonja nickte: „Sie hat stimmig geantwortet und war glaubhaft überrascht, als ich ihr vom Bienengift erzählt hatte.“

„Warum hast du die Nüsse nicht erwähnt?“

„Ich dachte, damit haben wir einen weiteren Pfeil im Köcher bei der nächsten Befragung.“

„Eine richtige Schweizerin, behält Tells Geschoss auf Reserve.“

„Aber im Ernst, siehst du ein mögliches Motiv bei Frau Elmer.“

„Nein, die Berührungspunkte waren ja nur von kurzer Dauer und in einem professionellen Umfeld.“

„Ich denke, das RAV können wir abhacken.“

„Nicht so voreilig Hans, warten wir noch die weiteren Untersuchungen seines Umfeldes ab. Schliesslich hätte ja im RAV auch jemand anders ihm den Kuchen geben können.“

„Ja, ja, hast ja wie immer recht.“

„Ich weiss.“

Muntwilers Handy klingelte, er sah auf den Bildschirm, nahm ab und meine: „Wenn man vom Teufel spricht.“

„Habt ihr was für uns?“

...

„Wir sind auf dem Weg, in einer viertel Stunde in der Technik?“

...

„Okay, bis dann.“

Gräff schaute ihn fragend an.

„Sie haben da was auf seinem Rechner gefunden, das sie uns zeigen wollen.“

„Und was ist es?“

„Hat er nicht gesagt, kennst ihn ja den Geheimnisskrämer.“

Auf dem Türschild stand: Kriminaltechnischer Dienst.

„Und was hast du Schönes für uns Heiner?“

„Ob du es schön findest, kann ich nicht sagen, aber zumindest wäre es ein mögliches Motiv. Aber schaut selbst.“

Hans und Sonja zogen sich einen Stuhl herbei und setzten sich vor den Bildschirm.

Gräff sagte entrüstet: „Das ist im städtischen Hallenbad, da war ich auch schon.“

Heiner sagte lakonisch: „Wart’s ab gleich sehen wir dich.“

„Mach kein Scheiss, das ist jetzt nicht wahr, oder?“

„Okay, sollte ein Scherz sein, sorry.“

„Du hast einen merkwürdigen Humor, wirklich wahr.“

„Sind darauf Frauen zu erkennen, so dass sie ...“

„Nicht wirklich oder nur teilweise.“

Heiner sagte: „Es gibt noch viel mehr, hier eine Putzkammer mit zwei Liebestollen.“

„Gibt es Hinweise, wo das ist?“

„Ja ich war schon fleissig, es ist eine Adresse auf einem Paket zu erkennen. Ein Lagerhaus etwas ausserhalb der Stadt, ich habe die Adresse notiert. Oder hier noch ein Beispiel, ein Rudelbumsen, da lässt es sich eine aber gut gehen.“

„Heiner lass die Sprüche, bitte, du bist peinlich“, nervte sich Sonja.

„Das sind nur ein paar wenige, es gibt noch dutzende davon.“

„Dann frohes Schaffen, wenn du was Relevantes findest, weisst du ja, wo du uns findest.“ Muntwiler liebe solche Kalauer.

Gräff öffnete nochmals das Video mit dem Gruppensex und schaute genauer hin. Aber soweit sie es beurteilen konnte, schienen alle freiwillig mitzumachen oder man könnte sagen, es sei einvernehmlich gewesen. Sie stellte sich vor, sie wäre an der Stelle dieser Frau, ein Schauer durchfuhr sie, nicht vor Erregung. Und doch kam ihr an diesem Film etwas besonders vor.

Zurück im Büro fasste Muntwiler zusammen: „Also Bienengift und Nüsse führten zum Tod, was den Ausschlag gab, ist nicht ganz sicher, vermutlich das Bienengift. Bienengift im Winter ist die erste Besonderheit. Weit und breit kein Motiv. Diese Spannervideos könnten eine Rolle spielen, aber deswegen Mord, ist eher unwahrscheinlich, da müsste schon eine öffentlich bekannte Persönlichkeit involviert sein, wo der Reputationsschaden entsprechend hoch ist, dass sich ein Kapitalverbrechen erklären könnte. Und sonst so gut wie nichts, Sonja das ist ein komplizierter Fall.“

„Was war in seinem Magen, erinnerst du dich noch?“

„Ähm, viel Schokolagenkuchen, warum?“

„Ach nur so, woher hatte er den?“

„Das fragst du mich?“

„Nicht dich, uns Hans.“

„Weiss man wo er vor dem RAV war? Immerhin hatte er den Termin erst am Nachmittag.“

„Dazu gibt es keine klaren Angaben. Wir konnten ja keine Freunde ausmachen und die mit denen er auf der Gasse abhängte, sind nicht sehr gesprächig, wenn die Polizei sie befragt. Und die Zeugen im Stadtpark hatten auch nichts besonderes gesehen, ausser einen betrunkenen Penner, wie sie dachten.“

„Dünn, dünn, dünn kann ich da nur sagen.“

“Musst du unbedingt die Schertenleib nachäffen, wenn sie uns mal nicht selbst nervt?“

Sonja Gräff überlegte laut: „1. Frage, wie leicht kann man sich Bienengift beschaffen?

2. Frage, woher hatte er den Schokoladenkuchen?

3. Frage, wann hatte er ihn eingenommen? Laut Toxikologe wäre es kurz vor, während oder kurz nach dem Besuch des RAVs möglich gewesen.

4. Frage, war es ein Einzeltäter oder mehrere?“

„Oder Täterin“, korrigierte Hans seine Kollegin.

„Etwas viele Fragen, findest du nicht Sonja. Und zudem eine sympathische Verdächtige, der man sowas nie zutrauen würde. Bei der nicht mal der Ansatz eines Motivs zu erkennen ist.“

„Giftmorde sind typische Frauenmorde, Hans.“

Sonja Gräff hatte manchmal so ein seltsames Gefühl, das sie bei einer Ermittlung beschlich. So wie jetzt auch wieder, aber sie konnte nichts erkennen, was dieses Gefühl bei ihr ausgelöst haben könnte. Manchmal täuschte sie sich auch und ihr Gefühl entpuppte sich als Nichts. Wenn sie ihre Gedanken des Tages losliess, kam ihr manchmal ein Geistesblitz, also wenn sie zu Hause im Bett lag oder sie auf dem Sofa ihre Katze verwöhnte, was sie oft tat. Wenn sie lange alleine zu Hause ausharrte, forderte „Zampali“, der Kater, von ihr Zärtlichkeiten. Es wurde zu einem Ritual zwischen den Beiden, Sonja empfand es wie Meditation.

Und so passierte es wieder, sie wusste zwar nicht genau, was es war, aber sie nahm sich vor dieses Video mit dem Gruppensex nochmals genauer anzuschauen.

* * *

Ich versuchte, mehrmals Leo zu erreichen, aber vergebens, er nahm nicht ab. Die Befragung der Kriminalbeamten hinterliessen bei mir Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Dann endlich nahm er ab.

„Verzeihung Elenor, ich war in einer Besprechung und konnte nicht rangehen. Was gibts, wie geht es dir?“

„Nicht gut, zwei Kriminalbeamte haben mich im RAV befragt.“

„Wirklich? Das ging aber schnell. Und was haben sie gesagt?“

„Sie sagten, er sei an Bienengift gestorben. Weisst du wieso? Was war denn in diesem Backpulver, etwa Bienengift?“

„So genau weiss ich das nicht, aber ich glaube schon, dass da unter anderem auch Bienengift darin war. Es stand, es würde eine allergische Reaktion verstärken.“

„Dann haben wir ihn umgebracht, Leo, aber das wollten wir doch nicht, oder?“

„Nein, ganz bestimmt nicht, er sollte ein Denkzettel bekommen, das wollten wir.“

„Aber jetzt ist er tot, ich fühle mich so schlecht.“

„Verstehe, aber es war ein Unfall, so gesehen und gross wird ihm wohl niemand nachtrauern.“

Diese Aussage machte mich stutzig, wusste Leo um die Gefahr für Niggler? Oder war er gar froh, dass es so gekommen ist, denn das Problem war ja jetzt gelöst, sofern die Mordkommission nicht auf sie käme. Er stand nicht im Focus der Polizei, er hatte mehr Distanz zum Fall.

„Was sollen wir jetzt machen?“

„Wie ist denn die Befragung verlaufen?“

„Soweit gut, glaube ich, ich konnte alle Fragen ruhig und sachlich beantworten.“

„Konntest du aus den Fragen etwas ableiten, was sie denken?“

„Nein nichts Besonderes, ich glaube, sie haben noch keinen Verdacht geschöpft.“

„Gut, das ist gut so, bleib einfach so normal wie möglich, auch wenn sie dich nochmals befragen, dann kommt das schon gut. Manchmal lassen die einen Ballon steigen ohne Anhaltspunkte und versuchen dich auf Glatteis zu führen. Keine Aussage aufgrund von suggestiven Fragen oder Spekulationen. Das könnte eine Befragungstaktik sein.“

Nach dem Gespräch war ich etwas erleichtert, zumindest die moralische Unterstützung hatte ich von Leo. Obschon ich mir sicher war, dass er den Tod von Niggler in Kauf nahm, als er mir das Backpulver gab. Aber jetzt war es zu spät, jetzt war es so, ich musste sehen, wie ich heil aus der Sache rauskam.

Ich ging die Tage früh schlafen, obschon ich dann noch nicht einschlafen konnte, aber zumindest fragte mich Herbert nicht immer, was denn mit mir sei.

* * *

Gräff war meistens vor Muntwiler im Büro, so ging sie ihrer Eingebung folgend direkt zu Heiner in der Technik.

„Gut, dass du kommst, wir haben jetzt auch noch die Fotos ausgewertet und da haben wir etwas gefunden, das dich interessieren könnte.“

„Zeig her, lieber Heiner.“

„Das ist ein Screenshot aus dem Video, das du bereits kennst. Das mit dem Gruppensex.“

„Das ist doch die brave Frau Elmer, wer hätte das gedacht“, entfuhr es ihr.

„Schau an, schau an, die seriösesten Menschen haben oft die frivolsten Geheimnisse. Genau das hatte mich bei diesem Video stutzig gemacht. Nur habe ich das Video nicht zu Ende geschaut. Meistens war ihr Gesicht halb verdeckt, weil sie den einen ...“

„Ja genau der Blowjob, nur zum Ende sieht man kurz ihr ganzes Gesicht, das hat er rausgeschnitten und auch noch digital aufgefrischt.“

„So erkennt man Elenor Elmer einwandfrei.

„Denkst du, er hat das gemacht, um sie damit zu erpressen?“

„Sehr gut möglich, denn ich denke nicht, dass ihr Ehemann von ihrem speziellen Hobby wusste. Jetzt brauchen wir einen eingehenden Hintergrundcheck der guten Frau Elmer. Danke Heiner du hast uns sehr geholfen.“

„Immer wieder gerne.“

Sonja Gräff schaute Muntwiler triumphierend an, als er endlich im Büro erschien.

„Was willst du mir sagen? Hattest du zu Hause wieder deine Katzt befragt und eine Eingebung bekommen.“

„Genau so ist es!“

„Bitte verschon mich.“

Sie überreichte ihm die Vergrösserung des Screenshots und wartete.

„Na was sagst du nun?“

Muntwiler war sprachlos, was etwas bedeutete, aber nicht lange: „Wer hätte das gedacht von der guten Frau Elmer, die scheint es ja faust dick hinter den Ohren zu haben. Da bin ich aber mal gespannt, was sie dazu zu sagen hat.“

„Hab den Hintergrundcheck schon in Auftrag gegeben. Bevor wir sie befragen, sollten wir sie noch etwas besser kennenlernen.“

„Ja, genau.“

„Übrigens das Video vom Putzraum spielt keine Rolle mehr. Die Hauptdarsteller sind der Chef und seine Assistentin. Er ist jetzt geschieden und mittlerweile mit der Assistentin verheiratet.“

„Na dann.“

„Lass uns eine Befragungsstrategie überlegen, mit der wir der Frau Elmer auf den Zahn fühlen können.“

„Na, der Hintergrundcheck von Frau Elmer ging aber zackig, lass mal sehen was die Kollegen rausgefunden haben.“ Muntwiler überflog die E-Mail und fasste resigniert zusammen. Nichts, so rein weiss wie frisch verschneite Bergwipfel. Keine Vorstrafen, nicht mal Parkbussen oder für zu schnelles Fahren, keine Schulden, Betreibungsauszug negativ, lebt in gut situierten Verhältnissen, Ehemann auch er sauber Leumund, zwei Töchter, nichts, nada, nothing. So eine blütenreine Weste sehen wir kaum jemals bei einer verdächtigen Person.“

„Aber trotzdem, das ist doch was faul, bei dieser Geschichte“, meinte Sonja kämpferisch.“

„Also ich bin der Meinung, wir sollten in diesem Fall ihre Persönlichkeit respektieren, sofern bei der Befragung nicht klare Ungereimtheiten ans Tageslicht kommen.

„Komm schon Hans, die knacken wir doch, wäre doch gelacht. Wenn sie Deck am Stecken hat, ist sie zuwenig abgebrüht um uns zu täuschen, lass mich die Befragen machen.“

* * *

„Gräff hier, Kantonspolizei, spreche ich mit Frau Elmer?“

„Ja am Apparat.“

„Frau Elmer, wir hätten noch ein paar weitere Frage, wäre es möglich, zu uns aufs Präsidium zu kommen?“

„Äh ja, natürlich, was für Fragen denn?“

„Ich möchte nicht vorgreifen, könnten sie heute nach dem Mittag vorbeikommen?“

„Ich muss mal nachsehen, aber ich denke schon ... Ja das kann ich einrichten.“

„Dann heute um halb zwei, sie wissen, wo wir sind, nicht?“

„Ja bis dann“, sagte ich kleinlaut und spürte bereits meinen Puls hämmern. Scheisse, scheisse, was haben die nun wieder herausgefunden. Ich zwang mich zur Vernunft. Keine Panik. Was sollten sie schon haben, wie sollten sie mir nachweisen können, dass er den Kuchen von mir hatte. Und ohne das waren sie machtlos, genau wie es mir auch Leo erklärt hatte. Also ganz ruhig, auch wenn sie das Video auf seinem Handy entdeckt haben sollten, es bewies nicht, dass ich mit seinem Tod etwas zu tun hatte. Ich musste mir das immer und immer wieder einbläuen, um nicht in Panik zu verfallen. Bis zum Nachmittag war ich, auch dank einer Beruhigungspille etwas ruhiger und ging gefasst aufs Präsidium.

„Hallo Frau Elmer, schön dass sie so rasch vorbeikommen konnten.“ Frau Gräff begrüsste sie äusserst zuvorkommend. War das bereits Taktik, mich in Sicherheit wiegeln?

„Herr Muntwiler wird auch gleich hier sein, möchten sie einen Kaffee?“

„Nein danke, ich hatte soeben einen.“

„Frau Elmer, schön hat es so kurzfristig geklappt.“ Auch Muntwiler begrüsste sie freundlich.

Gräff versuchte, mich zu schocken, indem sie gleich mit der Tür ins Haus fiel: „Erkennen sie sich auf diesem Foto?“ Sie schaute mir eindringlich ins Gesicht.

„Aber ja, das bin ich“, sage ich verlegen und schaute zu Muntwiler, der mich auch aufmerksam beobachtete.

„Wissen sie, wo es aufgenommen wurde?“

„Ja, ich denke, sie haben es aus diesem Video rausgeschnitten.“

„Welches Video meinen sie denn?“

„Na ja dieses Video, das Herr Niggler hatte, er hatte es mir mal gezeigt.“

„Und weshalb hat er es ihnen gezeigt?“

„Er war ja auch dabei, wie er sagte, und ich vermute, er wollte damit bei mir anbandeln. Er hatte es vermutlich selbst aufgenommen.“

„Und hatte er damit Erfolg beim Anband ..., beim Anbandeln?“

Gräff war verwirrt, weil in diesem Moment eine zackige Frau den Verhörraum betritt und sagt: „Beachten sie mich nicht, machen sie weiter.“

Gräff jedoch sagte etwas förmlich: „Das ist die zuständige Staatsanwältin, Frau Schertenleib, sie ist für ihren Fall zuständig.“ Schertenleib winkte ab.

„Wieso mein Fall, ich habe doch überhaupt nichts gemacht.“

„Das wird sich noch zeigen. Also, hatte der Verstorbene Erfolg bei ihnen?“

„Nein, keineswegs, wie gesagt er war gar nicht mein Typ. Ich liess mich deswegen nicht von meiner Beratungsaufgabe ablenken.“

„Und das hatte er einfach so hingenommen?“

„Ganz so einfach nicht, aber ich glaube, er sah so langsam ein, dass es zwecklos war und dann ...“ Dieser stechende Blick dieser Staatsanwältin machte mich nervös, ich musste mich zwingen nicht immer zu ihr zu schauen.

„Aber er war doch auch dabei, als sie von den Männern ... äh, bedient wurden, war es ihnen nicht unangenehm.“

„Ach wissen sie, in so einem Moment gibt man sich einfach hin und geniesst ohne nach links oder rechts zu schauen, ich würde kaum noch jemanden erkennen, der dabei war. Mit keinem wollte ich was zu tun haben ausserhalb dieses Clubs.“ Machte die Schertenleib bei meiner Aussage soeben eine verächtliche Grimasse? Ich schaute nicht mehr hin.

„Ähm ..., so..., ja..., nun ..., was soll ich sagen. Was würde ihr Mann dazu sagen, wenn er das Video sehen würde?“

„Das wäre mir äusserst peinlich, wir haben zwar eine Vereinbarung, dass jeder von uns diesbezüglich einen gewissen Freiraum geniesst, aber wir erzählen uns nie, wie wir den nutzen. Das ist Teil der Abmachung.“

„Sie denken er wäre geschockt, wenn er es wüsste?“

„Ja ich denke schon, oder ganz bestimmt. Ich bin ihnen dankbar, wenn sie es diskret behandeln.“

„Sonst was?“

„Er würde mir den Freiraum wohl aufkündigen.“

„Nicht mehr?“

„Nein, wie gesagt, wir haben ja diese Vereinbarung, ich weiss ja auch nicht, wie er mit seinem Freiraum umgeht und ich will es auch nicht wissen. Es ist doch Sinn einer solchen Vereinbarung, dass jeder seinen Neigungen nachgehen kann, weil wir schon lange nicht mehr dieselben Bedürfnisse haben. Aber im Alltag verstehen wir uns sehr gut, unsere Familie ist deswegen nicht zerrüttet, oder so.“

„Hm, ja, das ist natürlich ihre Privatsache und wir sind nicht die Moralpolizei, aber sie erscheint mir schon etwas speziell ihre Vereinbarung.“

„Darf ich fragen, sind sie verheiratet Frau Gräff?“

„Nun es geht hier nicht um mich.“

„Dann vermute ich mal, nein. Sehen sie, wenn sie so lange wie wir verheiratet wären, hätten sie bestimmt einen anderen Blickwinkel auf die Sache.“

Luzia Schertenleib nahm tief Luft und schrie mich beinahe an: „Nun geben sie es endlich zu, dass sie Herrn Niggli umgebracht haben!“ Offenbar hatte sie überhaupt keine Geduld.

„Wieso soll ich was zugeben, was ich nicht getan habe!“, gab ich ebenso entrüstet zurück und schaute sie grimmig an. Darauf erhob sich die Schertenleib und verliess den Raum grusslos.

„Was war denn das eben.“ Ich schüttelte entrüstet den Kopf.

„Nun gut,“ fuhr Gräff in einem milderen Ton fort. „Können sie uns sagen, wo das aufgenommen wurde?“

„Ja, in einem Sauna-Club in der Innenstadt.“

„Hat der auch einen Namen?“

Ich musste kurz überlegen. „Er heisst glaube ich, „Adonis Relax“?“

„Sie glauben? Ist das ein Club für homosexuelle Männer?“

„Ja, aber nicht nur, ich war nur einmal dort.“

„Gingen sie alleine hin?“

„Nein mit einem Bekannten.“

„Und wie heisst dieser Bekannte?“

„Das möchte ich nicht sagen, es wäre ihm bestimmt nicht recht.“

„Ist er auf dem Video auch zu sehen?“

„Ja, es ist der mit dem Rücken zur Kamera.“

„Derjenige dessen Gesicht man nicht sehen kann und der meistens vor ihrem Gesicht kniet und es halb verdeckt?“, sagte sie, die Umstände sehr diskret umschreibend.

Jetzt wurde ich zum ersten Mal rot: „Ja der war mein Begleiter.“

„Wissen sie, wer dieses Video aufgenommen hat und wie, ich denke doch, filmen ist an solchen Orten strikt verboten.“

„Nein keine Ahnung, das habe ich mich auch gefragt, mit dem Handy jedenfalls nicht, das hätte man gesehen und unterbunden.“ Beinahe hätte ich „wir“ gesagt, ich riss mich zusammen, ich wollte Leo nie hineinziehen, wer weiss, ob sie bei ihm fündig geworden wären, wegen des Darknets und so?

„Ist ihnen dieses Video unangenehm?“

„Ja sicher, klar, das ist doch Privatsache, mit sowas kann man viel Unfug anrichten, oder Existenzen vernichten, wenn es in die falschen Hände gerät. Jeder der Anwesenden könnte damit kompromittiert werden.“

„Sie denken also, jemand anders als sie, hat Herrn Niggler wegen dieses Videos umgebracht?“

„Was unterstellen sie mir da, ich bitte sie, deswegen bringe ich doch niemanden um, selbst wenn Herr Niggler mich damit erpressen wollte, hätte ich ihn wahrscheinlich nur ausgelacht, schliesslich habe ich mit meinem Mann eine Abmachung.“

„Haben sie, Frau Elmer, Herr Niggler Kuchen gegeben.“

„Nein das habe ich nicht, das haben sie mich doch schon letztes Mal gefragt.“

„Danke, das war‘s, ich wünsche ihnen noch einen schönen Nachmittag.“

„Adieu, Frau Gräff, Herr Muntwiler.“ Ich stand auf, hoffte, meine zittrigen Beine würden ihnen nicht aufzufallen und ging möglichst aufrecht dem Ausgang entgegen. Noch immer hatte ich einen leichten Schock wegen dieser Staatsanwältin und ihrem forschen Auftreten, die konnte einem richtiggehend Angst einjagen.

„Ziemlicher Reinfall würde ich sagen, nicht war Sonja?“

„Das kannst du laut sagen, unsere Strategie ist wie eine Seifenblase geplatzt. Wie die mir dieser Situation umgegangen ist, ich wäre in ihrer Position puttenrot angelaufen, ich meine das Video ist nicht wirklich schmeichelhaft für eine Frau.“

„Tja, da sind die Geschmäcker offenbar verschieden.“

„Entweder sie ist eine exzellente Schauspielerin oder sie ist sowas von abgebrüht, dass ihr das wirklich egal ist, was andere darüber denken. Sogar den arroganten Angriff der Luzia, hat sie pariert. Die war keine Hilfe ganz im Gegenteil, hast du bemerkt, wie sie danach noch mehr zu machte?“

„Ja habe ich. Aber nochmals zum Video. Sind wir in der Zeit möglicherweise etwas zurückgeblieben? Haben sich bei anderen Menschen die Moralvorstellungen in eine andere Richtung entwickelt?“

„Das glaubst du jetzt aber nicht wirklich, oder Hans?“

„Ich kann nur sagen, diese Frau gefällt mir irgendwie mit ihrer freien Lebenseinstellung und ihrem Auftreten.“

„Wo bleibt deine Professionalität, pffff, typisch Mann.“

„Hat sie dich nicht beeindruckt?“

„Darum geht es doch nicht, jetzt können wir nur noch ihren Mann kontaktieren um herauszufinden, ob das mit dieser Vereinbarung auch stimmt.“

„Das lässt du bitte schön bleiben, dafür haben wir zuwenig Anhaltspunkte. Ihre Persönlichkeit bleibt unangetastet. Damit können wir höchstens Schaden anrichten, denn auch wenn diese Vereinbarung nicht besteht, sind wir keinen Schritt weiter, die Indizienlage bleibt dieselbe. Oder denkst du wirklich, aufgrund der heutigen Erkenntnisse würde sie verurteilt werden?“

„Nein, das nicht aber vielleicht ...“

„Komm, Sonja, verrenn dich nicht, ihre Moralvorstellungen musst du deswegen nicht teilen, aber objektiv solltest du bleiben. Vielleicht kommt uns ja noch der Kommissar Zufall zu Hilfe. Kommt Zeit, kommt Rat.“

Als ich in der Tiefgarage zu meinem Wagen schritt, schaute ich mich kurz um und dann machte ich die Faust, wie eine Tennisspielerin, nach dem sie ein Ass geschlagen hatte. Ich war zufrieden mit mir, vor allem dass ich meinen Besuch in der Gay-Sauna so darstellen konnte, als wäre das die normalste Sache der Welt. Ich diesem Moment war ich überzeugt, dass sie Herbert nicht befragen würden. Wegen des Persönlichkeitsschutzes und weil sie das nicht weiterbringen würde. Aber da war auch eine gute Portion Hoffnung dabei, die sich, nachdem mein Adrenalin sich wieder verflüchtigt hatte, in Bedenken umschlug. Sobald ich im Auto sass rief ich Leo an und erzählte, wie es gelaufen war. Ich erzählte ihm, dass sie von seiner Begleitung wussten, aber nicht seinen Namen, da er ja auf dem Video nicht zu erkennen war. Er war zufrieden mit mir und bestärkte mich in der Meinung, dass sie den Fall nicht lösen konnten. Trotzdem sollten wir noch nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir vereinbarten noch eine Weile Abstand zu halten. Zum Schluss erzählte ich ihm noch von dem kurzen Auftritt dieser Staatsanwältin Schertenleib und fragte Leo, ob er schon mal von der gehört hatte. Er verneinte es, aber verspräch sie durch seine KI-App laufen zu lassen..

„Die Leibhaftige ist im Anmarsch“, sagte Muntwiler zu Gräff.

„Hä? Ach so die Luzia alias Luciferia, na die hat mir gerade noch gefehlt.“ Gräff spielte verlegen mit ihrem Zopf, als Luzia Schertenleib ins Büro stakste.

„Ich habe ihren Bericht zu diesem Fall des „anaphylaktischen Schocks“ gelesen.“ Muntwiler und Gräff schauten sich an und wussten, was jetzt kommen würde.

„Dünn, dünn, dünn, kann ich dazu nur sagen. Aber egal, ich brauche sie Frau Gräff sowieso für diesen neuen Fall. Ein Mitglied des Verwaltungsrats der „Schweizerischen Volksbank“ ist, wie ihnen sicher schonbekannt ist, unter sehr mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Zudem war er Ehrenmitglied in der Zunft zur Kaufleuten. Da brauchen wir alle Kräfte, das ist ein Fall von höchstem öffentlichem Interesse. Die Presse lauert schon darauf uns Schlamperein vorzuwerfen zu können. Sie kennen das ja. Ich möchte, dass sie, Frau Gräff, ins Sonderbüro zu den Kollegen wechseln. Und sie Herr Muntwiler machen an den Fällen hier weiter. Wie ist übrigens der Stand beim „Faschidi Clan?“

„Die gehen sehr diskret und vorsichtig ihren Geschäften nach. Die Observation läuft immer noch, irgend wann werden sie einen Fehler machen. Wir brauchen Geduld.“

„Hmm, die kann ich mir eigentlich nicht leisten, aber was soll‘s, oberste Priorität hat nun der Fall im Banken-Milieu.“ Sagte es und verschwand ebenso schnell, wie sie gekommen war.

„Kein weiteres Wort zu unserer Arbeit zum Fall Niggler“, ereiferte sich Sonja. „Klar was kümmert die so ein Penner, wenn ein Herr Bankdirektor ermordet wurde.“

„Ja, ja, so ist es“, Muntwiler konnte sich nach all den Jahren nicht mehr darüber aufregen.

* * *

Die folgende Nacht schlief ich unruhig und träume intensiv, dann schreckte ich aus meinen Träumen auf und war schweissgebadet. Gegen Morgen gelang es mir endlich, mich an einen der Träume zu erinnern.

Die Schertenleib stand drohend über mir und wollte mich schlagen, aber ich konnte mich dagegen wehren. Daneben stand Alfons Niggler mit seinem unnachahmlichen arroganten Gesichtsausdruck. Zuerst hätte ich ihn gar nicht erkannt, weil er eine dicke Hornbrille trug. Es war alles so verwirrend, es flogen überall Bienen herum, ich hatte Angst, sie wollten mich stechen. An mehr konnte ich mich nicht erinnern. Das war auch nicht nötig, denn es war ja klar was mich im Unterbewusstsein beschäftigte.

Ich dachte, das würde sich dann schon legen, wenn ich etwas Abstand zu den Ereignissen auf dem Polizeiposten hätte. Aber diese Träume verfolgten mich beinahe jede Nacht, ich probierte es mit Schlaftablette, mit Baldriantropfen und Tai Chi Tee, nichts half. Nach einer Woche rief ich Leo an und bat um ein Treffen, ich brauchte unbedingt seinen Zuspruch. Erst wollte er sich wieder auf dieser einsamen Bank am Waldrand treffen, aber ich sagte ihm, ich bräuchte unbedingt seine körperliche Nähe.

Wir verabredeten uns in einem anonymen Businesshotel in der Innenstadt. Als er mich in die Arme schloss, fühlte ich mich gleich etwas besser. In dieser schwierigen Zeit hatte er mir gefehlt, aber auch das Gespräch mit ihm. Lange lagen wir nackt beieinander, ohne uns zu lieben. Das Gespräch war mir ebenso wichtig wie seine körperliche Nähe. Er zeigte viel Verständnis für meine Situation, der ich alleine ausgesetzt war. Ich konnte ja sonst mit niemandem reden ausser mit Leo.

Dann entschuldigte er sich bei mir, dass er mich gedrängt hatte dieses Backpulver zu verwenden, denn wie wir von der Polizei wusste, war dies die Ursache für seinen Tod. All das ging mir ständig durch den Kopf. Wo war nur meine Selbstsicherheit geblieben? Nach dem zweiten Verhör war ich doch noch ganz zuversichtlich. Aber nach vielen schlaflosen Nächten und den Schreckensträumen hatte ich keine Energie mehr. Ich sagte Leo, ich würde lieber mit der Angst leben, die von Niggler ausging, als mit den Albträumen und Schreckenszenario, das von der Polizei ausging. Er meinte, so dürfe ich nicht denken und ich könnte möglicherweise professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Ich schaute in fragend an. Die wären an die ärztliche Schweigepflicht gebunden, meinte er.

Die Flasche war in der Zwischenzeit leergetrunken und ich entsprechend leicht sediert. In diesem Zustand gaben wir uns einander zärtlich hin, nicht das wilde Gebumse wie es früher bei uns üblich war, sondern Blümchensex mit Leo. Es war wunderschön, es tat mir gut, ich schwelgte unter seinen zärtlichen Fingern. Es wirkte wie eine Therapie. Er spürte, was ich benötigte, nahm sich selbst zurück, er war fast nur für mich da. Das war er mir schuldig, schliesslich hatte ich das Ganze alleine auszubaden. Und er war ja zumindest mitschuldig. Bevor wir uns Verabschiedeten liebten wir uns nochmals heftig - bis er in mir kam. Wir blieben noch eine Weile so liegen und beschlossen das zu wiederholen. Ich wollte es, ich brauchte es, er gab nach einigen Bedenken nach. Wir wollten ganz vorsichtig sein, uns nicht in der Öffentlichkeit zusammen zeigen, falls ich beschattet würde. Leo wusste nicht, ob sie bei ihm Hinweise gefunden hätten, wenn sie ihn durchgecheckt hätten. Das wollten wir vermeiden. Als Leo gegangen war, blieb ich noch fast eine Stunde im Hotelzimmer liegen, duschte ausgiebig und verliess dann das Hotel via Hinterausgang.

Die folgende Nacht schlief ich das erste Mal seit langem fast ohne Träume durch. Es war eine Wohltat.

* * *

Sonja Gräff sass zu Hause auf ihrem Sofa und krault Zampali hinter den Ohren, der schnurrte, bei soviel Zuneigung zufrieden vor sich hin. Aber sie schaute ihn nicht an, ihr Blick ging stur durch das Fenster in die Ferne. Sie konnte manchmal wie ein Pitbull sein, wenn sie mal zugebissen hatte, konnte sie kaum mehr loslassen. Zudem war sie überzeugt, dass Frauen und Gift in der Kriminalistik ein intimes Paar waren.

Einmal angenommen, dachte sie, man könnte fremde DNA im Kuchen aus dem Mageninhalt von Niggler finden und diese DNA-Spuren Frau Elmer zuordnen, dann könnte man doch nachweisen, dass sie den Kuchen mit dem Bienengift gebacken hatte. Das Bienengift war ein Fremdstoff, nicht so die Nüsse, da hätte man ihr erst auch noch nachweisen müssen, dass sie gewusst hatte, dass Niggler höchst allergisch auf Nüsse reagierte und selbst dann, hätte es ein höchst bedauerliches Versehen sein können. Nüsse sind eine normale Zutat bei einem Kuchen, nicht jedoch Bienengift, da liesse sich doch ihre Absicht beweisen.

Sie nahm sich vor, bei nächster Gelegenheit mit dem Pathologen darüber zu sprechen. Ab Besten gleich morgen. Sie schubste Zampali vom Sofa und stand auf, um ihre Gedanken zu notieren, solange sie noch frisch waren. Zampali schaute etwas verdutzt zu ihr hoch, warum war sie immer so rastlos in ihrem Tun. Warum konnten die Menschen nicht auch wie sie, einfach einmal nur Sein?

„Hallo Sonja, auch schon so früh unterwegs?“

„Guten Morgen Felix, ja, du darf ich dich mal was fragen?“

„Gehts um den Fall Niggler?“

„Ja, mir ist da ein Gedanke gekommen.“

„Aber dies ist schon bekannt, dass die Schertenleib keine Zeit mehr in diesen Fall investieren will.“

„Ja, ja“, sagte Gräff etwas genervt. „Es ist ja nur eine Frage an dich als Fachmann.“

Felix Winkelried gefiel es, wenn so angesprochen wurde, dennoch schaute er sie eindringlich an: „Na dann.“

„Also Felix, angenommen wir würden im Kuchen aus dem Magen von Niggler DNA Spuren von Frau Elmer finden, dann könnte man ihr doch zusammen mit dem Bienengift die Absicht nachweisen, oder nicht?“

„Hmm, ein interessanter Gedanke, allerdings sind nach dem Backen, in einem Kuchen nur noch wenige DNA-Spuren vorhanden und zudem dürften sie wegen der Hitze beim Backen beschädigt sein, aber finden würde man sie schon. Es gibt da ein neues Verfahren, die PCR Methode um Spuren von DNA zu vervielfältigen, um sie dann besser auswerten zu können. Also bei der Polymerase-Kettenreaktion macht man aus DNA Fragmenten tausendfache ...“

Sonja erhob ihre Hand, um den Nerd zu stoppen.

„... also egal, auf jedenfalls ist sowas möglich.“

„Danke Felix du hast mir sehr geholfen.“ Sie wolle bereits gehen, als Felix Winkelried anfügte: „Und es ist eine zeitintensive, teure Methode, die spezialisiertes Personal erfordert. Wir haben diese Apparaturen nicht im Hause ...“

„Ja, ja, hab verstanden Felix, nochmals Danke“, und weg war sie. Kopfschüttelnd ging Winkelried in sein Labor, diese Kriminalisten zeigten einfach viel zuwenig Anerkennung für ihre Kunst.

„Solltest du nicht in bei der Sonderkommission von Burgener sein“, fragte sie Hans etwas vorwurfsvoll.

Sonja verdrehte die Augen und lehnte sich über das Pult, sie nahm die Spitze ihres Zopfes aus dem Mund den sie, wenn sie nachdachte, oft mit ihrer Zunge umspielte und flüsterte: „Ich habe einen neuen Ansatz im Fall Niggler.“

Muntwiler hob die Augenbrauen an: „Fall Niggler? Fall Niggler? Wusste gar nicht, dass wir noch so einen Fall haben.“

„Ach komm, lass das... „

Bevor er noch etwas Weiteres sagen konnte, liess Sie ihn an ihren Gedanken teilhaben.

„Ziemlich gewagte These, aber ich muss zugeben ein durchaus interessanter Ansatz. Nur müsstest du Gelder bewilligt bekommen für diese spezielle Untersuchung, soviel ich weiss können wir sowas nicht selbst im Hause machen.“

„Ja, ja, ich weiss, aber damit könnte man sie schon mal verunsichern, aus der Reserve zu locken und dann sagen, wenn sie gestehe, würde das ihrem Strafmass angerechnet, oder?“

„Und wenn sie einem DNA Test nicht zustimmt? Dann brauchst du eine richterliche Anordnung und dafür genügend belastende Hinweise.“

„Ist mir alles klar Hans, ich setzte da eher auf die Zermürbung als auf die Richter.“

„Wenn du meinst?“

„Also bist du dabei?“

„Sie hat dich vom Fall abgezogen, Sonja, nicht mich, also kein Problem. Nun geh aber erst mal rüber zum Kollegen Burgener.“

* * *

Ich ahnte es schon, meine Nachtruhe würde nicht einfach wieder wie früher sein. Schon in der übernächsten Nacht waren die Alpträume wieder da. Immer wieder erschien mir dieses beängstigende Gesicht von Niggler und immer hatte er diese doofe Hornbrille auf der Nase. Wenn ich jeweils darob erwachte, wusste ich, er ist Tod, er kann mir nichts mehr tun. Ich versuchte, mir einzutrichtern, dass er mir nichts anhaben kann. Ich murmelte Dinge vor mich hin, wie: „Er ist ein Niemand, er kann mir nichts Tun, er ist Tod und das ist gut so, ich habe mit meiner Tat verhindert, dass er auch anderen Frauen Böses antun kann und immer wieder, er hat keine Macht über mich.“

Eine Zeit lang, hatte ich den Eindruck, es würde sich bessern, aber dann sah ich ihn eines Tages an der Hauswand angelehnt stehen und maliziös lächeln. Ein nicht im Traum, sondern als ich zur Arbeit ging. Ich war alarmiert und rief sogleich Leo an.

„Leo können wir uns sehen?“, fragte ich ohne grosse Begrüssung.

„Was ist geschehen, mein Schatz?“

„Er ist mir auf der Strasse begegnet.“

„Wen meinst du?“

„Ja, der Nigger natürlich.“

„Ähh, du meinst ...“, einen Moment lang wusste Leo nicht, was er sagen sollte.

„Wann können wir uns treffen, ich brauche dich, Leo, bitte.“

„Ich komme Freitagmorgen aus dem Ausland zurück.“

„So lange? Dann bitte gleich Freitag Nachmittag, ja?“

„Ich werde sehen, was ich tun kann, ich verspreche es. Aber bitte beruhige dich, ja, atme tief durch, mach Meditation, das könnte dir helfen.“

„Du glaubst mir nicht!“

„Nein das habe ich nicht gesagt, aber wenn du einen Toten im Wachzustand siehst, ist das ein Alarmzeichen, dass dich etwas sehr belastet.“

„Ja, natürlich belastet mich die Sache, ich kann ja kaum noch einschlafen vor Angst, dass er mir wieder in einem Albtraum erscheint.“

„Ich verstehe dich, sei tapfer Elenor, bis Freitag, ich schreib dir noch ... ich sollte leider wieder, die anderen waren schon auf mich, sorry.“

„Ja, ja, geh, aber bitte am Freitag, ja?“

„Ich verspreche es, ciao Liebes.“

Wir trafen uns wieder in diesem Businesshotel mit den zwei Eingängen. Wir redeten lange, ohne über uns herzumachen. Es war fast wie eine Gesprächstherapie für mich. Leo hatte sich Gedanken gemacht, warum ich Niggler immer wieder mit einer klobigen Hornbrille sehe. Er meinte, ich hätte ihn vermutlich im Club gesehen, aber in meiner Ekstase nicht wahrgenommen. In der Brille könnte eine winzige Kamera versteckt sein. Solche Brillen könne man im Internet kaufen und das würde auch erklären, warum es niemandem aufgefallen ist und warum das Bild nicht statisch von einem Punkt aus war. Er versuchte, mir meine Albträume zu erklären, oder als etwas reales, wirklich gesehenes darzustellen. Ich hätte ihn gesehen, im Unterbewusstsein registriert, dass er etwas schlechtes im Schilde führte, aber ich hätte darauf nicht reagieren können.

So sehr es sich nach Küchen-Philosophie anhörte, es half mich ein Stück weit, die Dinge einzuordnen. Dass mir die Staatsanwältin schon länger nicht mehr im Traum erschienen war, bewertete er auch als positiv.

Trotzdem gab er mir eine Adresse von einer Psychotherapeutin, die er scheinbar kannte. Er empfahl mir sie zu kontaktieren, wenn es nicht besser werden sollte. Die Rechnung würde über ihn laufen, damit ich zu Hause gegenüber meinem Mann nicht in einen Erklärungsnotstand geraten würde.

Nach diesem Gespräch fühlte ich mich derart entspannt, dass ich mich langsam aber sicher über Leo hermachte. Ich musste ihm zeigen, dass ich es wollte, ich glaube, von sich aus hätte er nicht begonnen. Behandelte er mich bereits wie eine eingebildete Kranke? Aber in dem Moment war mir das egal, ich wollte es unbedingt. Wie ich das vermisst hatte. Die Lust steigerte sich mit jedem Kleidungsstück, das von uns abfiel. Jetzt endlich konnte ich für eine gute Stunde total abschalten und nur noch geniessen.

Auch dieses Mal, hielt der ausgeschüttete Hormon-Cocktail nur einen guten Tag und eine Nacht an, immerhin.

* * *

Ich kam mir etwas seltsam von, als ich das erste Mal die Praxis von Margarete Wolf betrat. Auf dem glänzenden Messingschild stand: Psychotherapeutin. Auf der Visitenkarte, die mir Leo gegeben hatte, stand auch noch „Hypnosetherapien, Traumdeutungen“, dies gab den Ausschlag, dass ich mich bei ihr gemeldet habe.

Die erste Sitzung war eher enttäuschend, sie wollte erst mich als Person etwas kennenlernen und natürlich mein Anliegen. Die strafrechtlichen Informationen liess ich erst mal weg und sprach nur von Ängsten, die der Tote bei mir auslöste.

Dann bei der dritten Sitzung machte sie mit mir eine erste Hypnose. Es ging sehr schnell, ihre Augenfixierung war so intensiv, dass ich scheinbar augenblicklich wegdriftete. Ich hörte ihre Stimme wie aus der Ferne, es war ein angenehmes, aber schwer zu beschreibendes Gefühl, das ich, während der Hypnose empfand.

Nach der Rückführung, bei der Nachbesprechung erklärte sie mir, dass sie mir den Zugang zum Unterbewusstsein ermöglichen will, um Ressourcen zu aktivieren und Verhaltensmuster zu verändern. Aber sie würde mir auch positive Suggestionen geben, um neue Lösungswege zu verankern. Wichtig seien auch die inneren Bilder und Gefühle, um Blockaden zu lösen und Selbstheilungskräfte zu stärken.

Ehrlich gesagt verstand ich nicht alles, aber die Hypnosen waren nicht unangenehm.

In einer der folgenden Sitzungen wollte sie zum Kern meines Problems vordringen und bat mich noch etwas genauer zu beschreiben, was in mir vorging. Ich hatte mich auf diesen Moment vorbereitet, also sagte ich ihr, ich hätte grosse Gewissensbisse, da ich vermutete, dass ich schuld am Tod dieses Menschen war, der mir immer wider im Traum begegnete. Ich erzählte von der Nussallergie und dem Kuchen, den ich Alfons unwissentlich gegeben hatte, ohne die Umstände genauer zu beschreiben. Auch über das Bienengift sagte ich nichts. Sie meinte, ich sollte ihn mit dem Vornamen ansprechen, so könnte ich besser eine normale Beziehung zu ihm aufbauen. Im Weiteren sollte ich versuchen ihn ein bisschen zu mögen und seine positiven Seiten zu sehen, um so den Schrecken, den er offensichtlich auch post mortem auf mich auslösen würde zu reduzieren.

Ob die Gespräche oder die Hypnose wirklich geholfen hatten, wusste ich noch nicht, jedenfalls fühlte ich mich wesentlich besser. Nach und nach verschwanden auch die Albträume. Und heiter hellen Tag war er mir zum Glück nie mehr erschienen. Ich führte die Sitzungen weiter, sie wurden mehr zu einer Gesprächstherapie, die mir sehr guttat. Wir sprachen über alles, was mich bewegte. Sie war eine sehr kompetente und gute Zuhörerin. Mein Zutrauen wuchs so weit, dass ich sogar über meine Exhibitionsneigungen und über meine etwas bizarren Sexualwünsche mit ihr sprach. Sie meinte, solange das für mich stimme und alles freiwillig geschehe, sollte ich mir keine Sorgen machen. Diese Gespräche schafften zu Margarete Wolf eine intensive Nähe, die von anfänglicher Sympathie über Zuneigung bis zu Begehren führte. Als ich ihr beim Abschied wieder einmal zärtlich den Unterarm berührte und ihr tief in die Augen schaute, meinte sie, es wäre an der Zeit die Sitzungen abzubrechen, da ich weitgehend geheilt sein. Ich verstand, es war wohl nicht unüblich, dass zwischen einer Therapeutin und einem Patienten eine Nähe entstehen konnte, die nicht mehr als professionell bezeichnet werden kann.

Bis zu dem Zeitpunkt, da mich die Kommissarin Gräff erneut kontaktierte, ging es mir auch wirklich gut. Ich schlief wieder fast so gut wie einst. Auch mein Begehren nach frivolen Treffen mit Leo waren wieder erwacht. Jedoch wollte ich es nicht mehr so in der Öffentlichkeit tun. Zudem hatte mich nach langer Zeit Rubina kontaktiert und gefragt, wie es mir gehe und dass sie oft an mich denke. Ich war entzückt und fantasierte schon an einem Treffen mit ihr herum.

Aber eben, das war, bevor diese aufsässige Gräff wieder anrief und mich erneut aufs Präsidium bestellte. Ich beriet mich umgehend mit Leo. Sollte ich diesmal mit einem Anwalt hingehen? Wir wägten die Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Mit Anwalt könnte man meinen, ich hätte etwas zu verbergen. Ohne Anwalt könnte ich einen Fehler machen. Wir entschlossen uns, mich von einem Anwalt briefen zu lassen, wie ich mich verhalten sollte. Das nahmen wir zügig an die Hand und so war ich, wie ich fand, bestens vorbereitet für das nächste Verhör.

Dann kam eine Absage von Gräff, sie sagte, es sei was Wichtiges dazwischengekommen und sie würde sich wieder bei mir melden. Ich vermutete, sie hätte andere, wichtigere Fälle zu erledigen, aber Leo werweisste, ob sie wohl neue Erkenntnisse erarbeiten wollte um mich damit zu konfrontieren. Ich konnte mir nichts vorstellen, also beschloss ich mich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen. Zudem fühlte ich mich mit dieser defensiven Strategie, zu der mir der Anwalt riet, gut gewappnet.

Nach all den Ängsten, die ich im Zusammenhang mit dem Ableben von Alfons schon ausgestanden hatte, konnte mich das erstaunlicherweise nicht gross beunruhigen. Vielmehr beschäftigte mich der Gedanke an Rubina. Nachdem ich diese Zuneigung zu Margarete Wolff entwickelt hatte, kam sie wie gerufen um meine Gefühle auf sie umzulenken. Der Mädel Abend bei Yvonne! Wäre das nicht eine tolle Sache, der vor langem einmal gefasste Entschluss hatte mich nie ganz losgelassen, es war wie ein Projekt auf meiner „To Do-Liste“. Ich rief Rubina an und machte ihr den Vorschlag. Sie war sofort begeistert und so verabredeten wir uns auf diesen speziellen Themenabend bei Yvonne.

Wir hatten uns am späteren Abend direkt im Club veranredet. Auf dem Parkplatz waren bereits zahlreichen Autos. Ich hatte mich in ein hautenges schwarzes Stretchkleid gezwängt, die Haare hochgesteckt und meine höchsten Schuhe angezogen. Ich sah aus wie eine Dame aus den besten Kreisen. Yvonne begrüsste mich überachwänglich, ich fühlte mich sogleich wohl bei soviel Gastfreundschaft: „Scheint ja viel los zu sein heute, nach den vielen Autos zu schliessen?“

Yvonne wiegelte ab: „Es geht so, die meisten sind von unserem neuen Bereich.“

„Was meinst du damit?“

„Wir haben diversifiziert, es gibt weitere Räume im hinteren Teil des Hauses. Dort läufts im Moment besser als hier vorne.“

„Was für Räume denn, Yvonne?“, fragte ich neugierig.

„Es sind Spielzimmer“, flüsterte sie. Warum flüstert sie mir das zu, wunderte ich mich und schaute sie noch fragender an.

Yvonne sagte so wie nebenbei: „Ach es sind Spielzimmer, die man mieten kann.“

„Spielzimmer? Aber die hast du ja auch hier vorne, was für Vorlieben werden denn dort hinten gepflegt?“

„Ach nein, richtige Spielzimmer, dort wird mit Karten gespielt. Eigentlich sollte ich gar nicht darüber reden.“

„Alles okay, Yvonne geht mich ja auch nichts an.“

Dann müssen das illegale Spiele sein, ging mir durch den Kopf. Um Geld? Vermutlich schon, sonst wäre es ja nicht illegal.

Ich stellte mich an die Bar, bestellte einen Gin-Tonic und betrachtete die kleine aber sehr bunte Schar von Frauen, die sich eingefunden hatte. Meistens waren sie in Pärchen gekommen. Die Outfits waren fast dieselben, wie bei den Heteros: Lack, Leder, Denim und fast immer äusserst gewagte Kleidchen. Gedämpfte Musik hüllte mich ein, Rubina würde bestimmt auch bald kommen.

Die Tür schwang auf und da stand sie in ihrer stattlichen Erscheinung. Ich war überrascht über ihre Ausstrahlung, die hatte ich nicht mehr so klar in Erinnerung.

„Hallo Rubina, schön dich zu sehen, du siehst fantastisch aus“, begrüsste ich sie und umarmte sie herzlich.

„Hallo Elenor, toll hat es geklappt, wow, lass dich anschauen!“ Sie küsste mich gleich herzhaft auf den Mund.

„Mir auch einen Gin-Tonic bitte“, sagte sie über meine Schulter zur Barfrau. „Den brauche ich jetzt dringend. Hast du schon viel Vorsprung auf mich?“

„Nein bin auch gerade eben gekommen, es ist mein erster Drink. Sollen wir uns in diese Kuschelecke dort setzen?“, schlug ich vor. Rubina trug einen knielangen Mantel aus luftig leichtem Kreppstoff. Weil sie ihn offen trug, wehte er bei jedem Schritt, wie das Cape von Dracula, vom Körper ab und gab die Sicht auf ihren schneeweissen riesigen Hintern frei. Ebenso konnte man einen Blick auf ihren glänzenden Strumpfhalter mit den Strapsen erhaschen, an denen Seidenstrümpfe mit Nähten befestigt waren. Ich war hingerissen von ihrem Anblick.

„Du siehst echt toll aus, Rubina“, wiederholte ich mich.

„Na dann erzähl doch mal, wie ist es dir ergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ Rubina legte ihren Kopf zur Seite und schaute mich lächeln an.

Ich rutschte noch etwas näher zu ihr, legte den Arm um ihre Schulter und spielte mit ihren hellblonden Haaren. Dabei sahen wir uns tief in die Augen. Ich fühlte mich bereits recht entspannt, denn nebst dem Gin-Tonic hatte ich mir auf dem Weg bereits den einen und anderen genehmigt. Ich musste mir etwas Mut antrinken, denn es war seit längerer Zeit das erste Mal, dass ich mich wieder mal in so einer unzweideutigen Situation in der Halböffentlichkeit zeigte. Ich schnupperte an ihrem Hals und küsste ihr beiden runden Höcker, die sich ihrem Dekoltee erhoben. „Du bist ja schon ganz schön in Fahrt Elenor“, flüsterte sie mir zu.

„Ich habe mich so auf heute gefreut, Rubina.“ Ich rollte das „R“, wie das Schnurren einer Katze.

„Du bist so süss, Elenor.“ Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände und küsste mich innig auf den Mund. Dazu hob sie ihre Arme an. Ihr Mantel fiel auf beiden Seiten ihres Körper auf das Sofa und gab den Blick auf ihre prallen Schenkel frei. Ich legte meine Hände auf ihren warmen Oberschenkel, genau zwischen den Strümpfen und dem Strumpfhalter. Rubina zeigte auf ihr leeres Glas und blickte zur Barfrau, als sie Blickkontakt hatte, steckte sie zwei Finger in die Höhe, wie das „Victory-Zeichen“.

„Nah ihr Hübschen, habt ihr es gut?“ , sagte sie zu uns, als sie die Gläser vor uns hinstelle und die leeren mitnahm. Rubina hob den Daumen und warf ihr eine Kusshand zu. Wir prosteten uns zu und nahmen einen Schluck. Ich hatte meinen Kopf auf ihre Brust gelegt und genoss ihre Streicheleinheiten über meine Hüften, langsam zog sie mein enges Kleid hoch und tätschele mir verspielt auf den Ansatz meines Hintern. Wir gingen es sehr gemächlich an. Es waren nur ganz wenige Lesben anwesend und die meisten Pärchen hatten sich in ein Spielzimmer zurückgezogen, so hatten wir den Raum fast für uns alleine.

Neben mir senkte sich das Sofa, ich schaute mich um, wer Platz genommen hatte, es war Yvonne: „Verzeihung wenn ich kurz störe, Elenor. Ich wollte dich fragen, ob du wieder mal Lust hättest bei uns aufzutreten. Du warst so hinreissend, viele Gäste haben nach dir gefragt. Zudem täte uns etwas mehr Betrieb ganz gut. Du siehst ja, wie ruhig es heute wieder ist.“

„Ja warum nicht, ich überleg es mir, ja?“

„Klar doch und nochmals Verzeihung für die Störung.“

„Kein Problem Yvonne.“

Dann kam die Bardame zu ihr und sprach von Problemen mit einem Türschloss, das irgendwie nicht richtig funktionierte. Yvonne erhob sich augenblicklich und ging eilends davon.

Rubina sah mich eindringlich an: „Auftreten? Du? Wie was machst du denn noch so alles, von den ich nichts weiss?“

„Ach, das war mal, ich tanzte als Liza Minnelli verkleidet auf der Bühne und machte einen Striptease. Das hat den Gästen offenbar gefallen.“

„Ach wirklich, das hätte ich dir gar nicht zugetraut, du warst bestimmt toll. Wenn du das nächste Mal auftrittst, möchte ich unbedingt dabei sein.“

„Ach, das wahr nur so eine Laune.“

„Du bist voller Überraschungen. Ich habe unbändige Lust auf dich, Elenor, sollen wir uns auch zurückziehen.“

Ich nickte, erhob mich und half Rubina aus dem tiefen Sofa hoch, indem sie eingesunken war. Meine Hand schob ich unter ihren Mantel und legte ihn auf ihre ausladenden Hüften. So dirigierte ich sie nach hinten zu den Zimmern. Durch die Scheiben einiger Zimmer konnte man Frauen zuschauen, wie sie sich gegenseitig verwöhnten. Im Zimmer mit den Einwegspiegeln, indem ich damals mit Leo war, lag eine entspannt ausgestreckte nackte schlanke Frau. Neben ihr sass eine andere nur mit einem Denim-Jäcken bekleidet im Schneidersitz und verwöhnte sie im Schritt und am Busen. Neben uns stand unversehens eine weitere Frau und schaute wie wir kurz durch den Spiegel. Danach ging sie zur Türe, streckte ihren Kopf herein und fragte: „Darf ich?“

Die Sitzende schaute auf und sagte gleich: „Du doch immer, Claire.“

Claire schlüpfte flugs hinein und küsste die Denim-Frau lange intensiv auf den Mund, dann. Anschliessend setzte sie sich auf der anderen Seite der Schönen hin, beugte sich über sie und küsste diese ebenfalls lange auf den Mund. Von vier fleissigen Händen verwöhnt zu werden genoss sie noch mehr.

„Das ist ja heiss, ich wusste gar nicht, ich bin heute das erste Mal hier“, flüsterte Rubina.

„Ja hier kommen alle auf ihre Rechnung, was immer du für Vorlieben hast.“

„Also um ehrlich zu sein, wäre ich am liebsten mit dir ganz allein.“

„Aber natürlich, ich doch auch“, und das meinte ich auch so, denn ich war seit diesen beängstigenden Vorfällen gehemmter als früher und vorsichtig geworden.

Auf der Suche nach einem freien Zimmer kam die Barfrau mit einem Tablett voller Getränke vorbei. Sie wartete vor einer geschlossenen Tür und schaute uns an. Es schien, als wollte sie nicht öffnen, wenn wir davor standen, wie wenn die Leute dahinter nicht gesehen werden wollten. Als ich etwas amüsiert dachte, die meisten möchten gesehen werden, wenn sie sich hier aufhalten, da sprang die Tür unvermittelt auf. Die Barfrau erschrak, konnte aber mit dem Tablett in der Hand die Tür nicht wieder zuziehen. Drinnen sass eine Gesellschaft an einem Pokertisch mit Stapeln von Chips vor sich und steinernen Minen. Es waren vorwiegend Männer, gegenüber des Tisches mit Blick zur Tür jedoch, sass eine Frau. Ein mir bekannter Blick bohrte sich direkt in meine Augen. Im Moment konnte ich mich nicht erinnern, wer sie war, aber ich hatte keine guten Erinnerungen an diesen Blick. Er war stechend und bedrohlich. Dann drang ein Schauer durch meinen Körper, ich bekam Gänsehaut, dieser Blick hatte mich doch in meinen Albträumen verfolgt. Wie hiess sie schon wieder? Schertenleib, ja genau Schertenleib, die knallharte Staatsanwältin. Unsere Blicke trafen sich, ich spürte, ich kam ihr auch bekannt vor, jedoch schloss ich aus ihrem fragenden Gesicht, dass sie nicht oder noch nicht wusste woher. Dann rief jemand: „Tür zu verdammt nochmal!“

Sieh an, sieh an, wenn das nicht eine illegale Pokerrunde war bei der viel Geld floss, fresse ich einen Besen. Deshalb war Yvonne so zurückhaltend, als sie davon erzählte.

Rubina zupfte mich am Arm, weil ich wie angewurzelt stehen geblieben war. Als wir uns auf ein kreisrundes, mit rotem Latex bezogenes Bett legten, war ich in Gedanken immer noch ganz bei dieser Staatsanwältin. Rubina schloss die Tür und küsste mich feucht, sodass ich mich endlich ihr zuwandte und wir uns langsam entkleideten. Wir waren ganz für uns und liebten uns nach allen Regeln der Kunst, ich schwelgte in ihren üppigen Rundungen und sie war so geschickt mit ihrer Zunge, dass sie mich rasch das erste Mal auf den Höhepunkt brachte. Ich streckte alle Viere von mir, als sie mich massierte, dann verwöhnte ich sie auf ähnliche Weise. Wir hatten keine Eile, wir vergnügten uns und vergassen die Zeit.

Zurück an der Bar bestellen wir einen letzten Drink, wir waren mittlerweile fast die einzigen Anwesenden. Wirklich nicht viel los heute, dachte ich mit Bedenken für den Fortbestand des Clubs. Ich betrachtete Rubinas üppige Kurven neben mir. Sie hatte den Mantel nicht mehr angezogen und stand ganz selbstverständlich in ihrer schwarzen Unterwäsche und den Strapsen da. Wieder dachte ich, wie wunderbar auch das Liebemachen mit einer Frau sein kann. Ich musste mich noch an diesen Gedanken gewöhnen. Nicht dass ich sogleich zu einer Lesbe mutiert wäre, nein, Leo möchte ich keines Falls vermissen. Die Abwechslung war das Reizvolle, je nach Stimmung wollte ich in Zukunft das eine oder das andere geniessen. Wenn Leo das saftige Steak war, so Rubina das Tiramisu.

„Ines, waren es sie beide?“, sagte Yvonne zur Barfrau, worauf diese nickte.

Yvonne nahm neben uns, auf dem Barhocker platz und flüsterte uns zu: „Elenor, was ihr da irrtümlicherweise gesehen habt, war nicht für eure Augen bestimmt, bitte vergesst es gleich wieder, bitte das ist sehr wichtig für uns.“

Rubina schaute Yvonne fragend an und verstand offenbar nichts. Ich nickte Yvonne still zu und flüsterte: „Keine Angst Yvonne, von mir erfährt niemand etwas.“

„Wovon sprichst du Elenor?“

„Alles gut, es ist nichts, Rubina.“

Yvonne schien zufrieden mit meiner Aussage und ging wieder ihrer Tätigkeit nach.

Auf dem Parkplatz wollte dann Rubin doch noch wissen, um was es da ging.

„Na ja, was die Gesellschaft in diesem Hinterzimmer taten, war nicht ganz legal.“

„Ach ja?“

„Aber wir haben ja nichts gesehen, nicht wahr Rubina?“

„Nein nichts, hab eh niemand von denen gekannt.“

Mit einer herzlichen Umarmung und dem Versprechen, es mal zu wiederholen, trennen wir uns.

* * *

Der Mordfall am Hauptsitz der „Schweizerischen Volksbank“, wurde von den Medien dankbar aufgenommen und breitgeschlagen. Ich hoffte, das möge die Polizei so lange beschäftigen, bis der andere Fall noch mehr in der Priorität nach hinten rutschte. Aber sie hatten offenbar rasch einen Verdächtigen und ebenso ein Geständnis, so dass sie den Fall „Volksbank“ überraschend schnell lösen konnten.

Die Pressekonferenz kam sogar im Fernsehen in den Nachrichten. Die zuständige Staatsanwältin trat voller Stolz vor die zahlreich erschienen Journalistinnen und Journalisten. Das waren Momente, die sie genoss, das konnte man sehen. Da blühte diese Luzia Schertenleib förmlich auf.

Ich sass neben Herbert vor dem Fernseher und murmelte: „Gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss.“ Herbert schaute verwundert zu mir und fragte: „Machst du eine Märchenstunde?“

Ich antwortete nicht und er fragte nicht weiter nach.

Und so wurde meine Hoffnung bald jäh zerstört, dass die Kriminalkommissarin Gräff nicht mehr anrufen würde. Sie bestellte mich zu einem Verhör ins Präsidium.

Ich rief Leo an und berichtete ihm von den schlechten Nachrichten. Er wollte mich nochmals durch diesen Anwalt briefen lassen, weil seit dem letzten Mal einige Wochen verstrichen waren. Schliesslich willigte er ein, ein Telefongespräch mit mir zu führen, wo wir nochmals alle Möglichkeiten und Finten durchgingen.

Glücklicherweise ging es mir psychisch viel besser als noch vor einiger Zeit. Die Albträume waren so gut wie verschwunden und auch mein Selbstbewusstsein war wieder robuster. So ging ich gut gewappnet zu diesem Verhör, wie Gräff es nannte.

Zuerst liess sie mich fast eine halbe Stunde warten. Dann führte sie mich in einen Verhörraum und auch, als wir sassen, liess sie mich weiter warten, dann stiess Muntwiler dazu, sodass sie endlich begann: „Frau Elmer, wir haben sie vorgeladen, weil wir neue belastende Erkenntnisse haben.“

Muntwiler blickte etwas irritiert zu Gräff, wie mir schien. Mich traf die Aussage wie ein Schlag.

„Wir haben aus dem Mageninhalt des toten Herrn Niggler DNA-Spuren extrahiert. Im Kuchen, den er zuletzt gegessen hatte, konnten DNA-Spuren von der Person gefunden werden, die den Kuchen vermutlich gebacken hatte. Jetzt wurde mir schon beinahe übel. Ich riss mich zusammen und dachte fieberhaft nach, wann sie wohl DNA-Proben von mir genommen haben könnten. Der Anwalt hatte mir noch eingeschärft, keine freiwillige DNA-Probe abzugeben, sondern auf den richterlichen Beschluss zu verweisen.

Nun begann Gräff zu dozieren: „Es gibt eine ganz neue Methode, bei der man kleinste Mengen von DNA-Fragmenten vervielfachen kann und so eine rechtsgültige DNA Bestimmung zu machen. Diese Methode heisst: PCR Methode, also eine Polymerase-Kettenreaktion. Haben sie schon davon gehört?“

Ich schüttelte den Kopf, denn ich hätte im Moment keinen Ton herausgebracht.

„Eine wirklich revolutionäre, bahnbrechende Methode“, hieb sie weiter auf mich ein.

„Was glaube sie, wessen DNA würden mit der im Kuchen gefundenen wohl übereinstimmen?“

„Keine Ahnung“, sagte ich kleinlaut.

„Wirklich nicht?“

Ich zuckte mit den Schultern, in meinem Kopf wirbelten meine Gedanken nur so durcheinander. Mein Blick ging hilfesuchend zu Muntwiler, weil ich schon immer den Eindruck hatte, dass er mir eher wohlgesonnen war. Dann kam mir die Polizeimethode „Bad Cop, Good Cop“ in den Sinn. Aber ich spürte irgendwie, dass Muntwiler etwas unwohl bei der Befragung sass, konnte das aber nicht einordnen. Dann setzte Gräff zum entscheidenenden Zug an: „Wenn sie Frau Elmer freiwillig eine DNA-Probe abgeben, oder gar die Tat gleich gestehen wird das auf das Strafmass einen erheblichen Einfluss haben.“

Ich schaute sie stoisch an und sagte nichts.

„Möchten sie eine Bedenkzeit Frau Elmer? Ich kann ihnen auch einen Kaffee bringen, wenn sie möchten, aber überlegen sie es sich gut und nicht zu lange dieses Angebot gilt nur für kurze Zeit.“

„Nein danke ich hatte schon einen Kaffee.“

„Oder ein Wasser?“

Mir schoss durch den Kopf, dass ich am Glas DNA-Spuren hinterlassen würde und verneinte auch dies. Ich nahm ein Taschentuch aus meiner Handtasche und ein Feuchttüchlein dazu und trocknete meine Handflächen.

„Wir sind in fünf Minuten zurück, das ist ihre Chance Frau Elmer.“

Gräff und Muntwiler verliessen den Raum. Draussen hörte ich sie aufgeregt Leute miteinander reden, aber ich verstand kein Wort. Ich wusch mit dem Feuchttüchlein die Tischplatte und die Stuhllehne ab, die ich berührt hatte und überlegte fieberhaft, was ich tun sollte. Ganz ruhig bleiben Elenor, sagte ich mir immer wieder, aber das war in dieser verzwickten Situation einfacher gesagt als getan. Dann liess ich mir nochmal alles durch den Kopf gehen, was der Anwalt mir geraten hatte. Da fiel mir sein letzter Ratschlag wieder ein: „Vergessen sie nie Frau Elmer, die Polizei tut oft so, als wüssten sie mehr als sie das in Wirklichkeit tun.“ Ich hatte mich entschlossen hart zu bleiben und wartete bis sie zurückkamen. Denn so sagte ich mir, selbst wenn sie nachweisen konnten, dass ich die „Cup Cakes“ gebacken hatte, mussten sie noch beweisen, dass ich sie ihm überreicht hatte. Auch hätte jemand anders meine Backwaren kontaminiert haben. Aber je länger es dauerte, bis die Beiden zurückkamen, umso unsicherer wurde ich wieder. Dann öffnete sich die Tür und die beiden Polizeibeamten kamen wieder herein.

„Na wie steht es, Frau Elmer, wollen sie sich erleichtern und uns sagen wie es wirklich gewesen ist?“

Ich schaute die Gräff lange an, dann sagte ich mit möglichst fester Stimme sagen: „Aber Frau Gräff, wenn ich doch nichts getan habe ...“

Mit Schwung öffnete sich die Türe erneut und die Staatsanwältin kam herein. Bevor sie etwas sagen konnte, hörte ich mich sagen: „Hallo Frau Schertenleib, schön sie wieder Mal zu sehen. Jetzt sind wir ja schon beinahe ein „Full Haus“ aus Dame und Bube“.

Muntwiler musste das Lachen unterdrücken und Gräff schaute mich verständnislos an. Die Staatsanwältin schaute zu mir, dann verengten sich ihre Augen und genau in diesem Moment erkannte sie mich wieder. Bestimmt hatte sie bei Yvonne so ein Gefühl, mich zu kennen, konnte mich aber nicht zuordnen. Spätestens jetzt wusste sie es.

Ich fühlte mich im Aufwind und wiederholte: „Also Frau Gräff, diese neue Methode mag ja revolutionär sein, aber da ich diesen ominösen Kuchen ja nicht gebacken habe, können sie auch keine DNA von mir finden.

Schertenleib wie aus der Kanone geschossen: „Welche neue Methode?“

„Diese PCS ... oder irgendwas Methode, aber das kann ihnen Frau Gräff sicher viel besser erklären.“

„Die PCR-Methode“, verbesserte sie mich.

Schertenleibs Blick wechselte von Gräff zu Muntwiler und wieder zurück. Ihre Mine versteinerte sich immer mehr.

Ich wollte noch einen draufgeben, falls die Staatsanwältin es vielleicht doch noch nicht gemerkt hatte, dass sie gerade über sehr dünnes Eis ging: „Könnte es sein Frau Gräff, dass sie etwas hoch gepokert haben, als sie mir suggerieren wollten, dass sie meine DNA im Kuchen bereits gefunden hätten?“

Bei diesem Satz schaute ich ganz direkt nur die Staatsanwältin an. Ich war mir sicher, sie hatte verstanden. Die Kommissarin Gräff würdigte ich keines Blickes.

Schertenleib erhob sich abrupt und forderte die beiden anderen Kriminalbeamten auf, ihr zu folgen. Sie hatten offensichtlich was zu besprechen. Sie liessen mich lange warten. In dieser Zeit realisierte ich erst richtig, was ich da von mir gegeben hatte. Ich sagte es wie in Trance. Ohne diesen Ausnahmezustand, indem ich mich immer noch befand, wäre ich nie so schlagfertig gewesen. Er hatte in mir Notfall-Ressourcen mobilisiert, von denen ich bisher nicht gewusst hatte, dass ich sie besass.

Dann endlich kam Frau Schertenleib alleine in den Raum und pflanzte sich vor mir auf. Sie schien unschlüssig zu sein, was sie sagen wollte. Schliesslich meinte sie in einem für sie leisen Ton: „Frau Elmer sie können gehen, ich glaube, ihre Unschuld ist hinreichend bewiesen.“

Ende



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